Freitag ÄS. April 190»
1558. Jahrgang
Erstes Blatt.
Bou, Burrnkrieg.
Aus Balm oral (Südafrika) liegt vorn 23. d. M. folgende Meldung des yReuterschen Bureaus vor: Reitz und Jakobs, welche Lukas Meyer nach dem Silberminen- Veld begleitet hatten, wo derselbe am Samstag mit den dort stehenden Buren Zusammentreffen wollte, kehrten gestern nach Balmoral zurück und reisten sofort nach Pietersburg weiter, um mit dem Burenführer Beyers dort zusammcnzutreffen.
Wie aus Newyork telegraphiert wird, soll der zweite Secretär des Präsidenten Krüger, Leutnant Haberer, an den Burenoertreter in Amerika, General Peterson, einen Brief gerichtet haben, in dem er ihm mitteilt, es werde beabsichtigt, eine neue Burenrepublik auf dem Gebiet von Langenburg, zwischen Deutsch-Südwest-Afrika und Portugiesisch-
Ausland.
Stockholm, 24. April. Aus Helsings ors wird gemeldet: Hier sind aus Vilmanstrand und Viborg zwei Bataillone eingetroffen. Tie Stadt ist ruhig. Die Erbitterung über die Rekrutenmusterung ist groß. Tie Ge- tellungspflichtigen erscheinen in keiner Gemeinde vollzählig, in vielen Gemeinden erscheint überhaupt kein Gele l lu n g s p f l ich t i g e r. In einer Gemeinde erschienen amtliche GestellungspWichtigen, um gegen die Musterung Einspruch zu erheben, worauf alle das Lokal wieder verließen.
Kopenhagen, 24. April. Der Landsthing nahm heute in zweiter Beratung mit 32 Stimmen bei 28 Stimmenthaltungen den Vorschlag der Majorität, betr. die westindischen Inseln, an. Tie Angelegenheit geht jetzt zum Folkething zurück.
London, 24. April. „Daily Chronicle" will aus Rom erfahren haben, Italien habe die Erneuerung des. Dreibundes noch nicht unterzeichnet und verlange Zusicherungen bezüglich des kommerziellen Arrangements, auch wünsche es Auslassung des gegen Frankreich gerichteten Paragraphen. (Englischen Meldungen sind bekanntlich selten zu trauen. T. Red. d. „Gieß. Anz.")
Haag, 24. April. Das heute mittag ausgegebene Bulletin besagt: Die Königin hatte eine ruhige Nacht. Die Schwankungen der Körper-Temperatur geben keinen Anlaß zu Besorgnissen. Die Nahrungs-Ausnahme ist fortgesetzt befriedigend.
Madrid, 24. April. Gestern wurde vor dem Königsschloß ein verdächtige s Individuum verhaftet. Bei seinem Verhör gab er an, Pierre Saury zu heißen. Er will Franzose und vor drei Tagen in Madrid angekommen sein. Er hatte keine Papiere bei sich und verweigerte jede Auskunft.
Wien, 24. April. Abgeordnetenhaus. Menger empfiehlt der Regierung, die Hebung der Spiritus- Industrie durch Gewährung von Prämien für Spirituosen, weiche nicht Trinkzwecken dienen, nach dem Muster Preußens.
— Der Einlauf des Abgeordnetenhauses enthält eine Ritualmord-Znterpellation des Alldeutschen Stein. Ein Dienstmädchen bei dem Südfruchthändler Adler in Jägerndorf soll laut Konstatierung der Gerichtskommission an den Fußsohlen Schnittwunden aufweisen, was von der Bevölkerung als „r i t u e l l e B l u t a b z a p f u n g" angesehen wird. — Die Alldeutschen Kittel, Kliemann und Kutscher interpellieren wegen Schädigung der Landwirtschaft durch die Zucker- und Rübenkartelle.
Sofia, 24. April. Dem Ministerpräsidenten Dnew ist es in Petersburg gelungen, ohne Verpfändung des Tabakmonopols mit den dort anwesenden Vertretern der Pariser Banken eine Anleihe von 100 Millionen Francs abzuschließen. Tie russische Reichsbank wird 10 Millionen als Kommanditär des Syndikats übernehmen. Die Verträge, deren Bedingungen Danew demnächst selbst in Paris vereinbaren wird, werden der So- branje noch in dieser Session zugehen.
Konstantinopel, 24. April. Tie Pforte beschloß, in Tripolis und Bengasi mehrere Hafenpräfekturen mit Garnisonen zu cwrichten, und die weiteren Befestigungen unverweilt durchzuführen.
Volltische Tagesschau.
Eine Rnudfrage.
An maßgebender Stelle soll nach Berliner Blättermeldungen die Absicht bestehen, mit den deutschen Interessenten bezüglich etwaiger.Wünsche und Anregungen für die neu aufzustellenden Handels-Verträge Rundfragen zu veranstalten. Sobald die Vorarbeiten für die einzelnen Verträge so weit gediehen sein werden, werde sich über den Umfang und das Maß der erreichbaren Zugeständnisse ein sicheres Urteil abg den lassen.
Nr. 96
Urschet«« tSgktch außer Sormtags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessische« Landwirt die Siebener SamUltn» blätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck il Verlag der Brühl'schm Un werst-Buch- uStein- druckerei (Pietsch Lrbenl Redaktion, Erpeditton und Druckerei:
Schulstraße 7.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Siebe«.
F^rnsprkchanschluß Nr. 5L
GietzenerAnzeiger
** General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Also die Interessenten an den Handelsverträgen sollen nochmals Gelegenhett erhalten, ihre Wünsche und Anregungen zu äußern. Es bleibt freilich abzuwarten, ob die Mitteilung amtliche oder halbamtliche Bestätigung findet. Zweckmäßig, ja geradezu geboten wäre eine solche erneute Befragung, denn die Grundlage für die neuen Handelsverträge, der Zolltarifentwurf, hat sich durch die Kommissionsbeschlüsse des Reichstags völlig verändert. Ebenso gründlich wird die Mehrheit mit den Jndustriezöllen ver- ahren; auch da „bleibt kein Stein auf dem andern". Min- restens diejenigen Jndnstriezölle, die für die Landwirt- chaft Interesse haben, werden von den Agrariern herabgesetzt werden. Kurzum, der ursprüngliche Regierungsentwurf wird schließlich, von Verbesserungen oder Verböserungen übersät, nicht wiederzuerkennen sein. Da ist es nur billig, daß die Interessenten zu der neuen Sach- age sich äußern. Der richtige Zeitpunkt hierfür ist nach Abschluß der zweiten Lesung des Zolltarifs im Reichstagsplenum. Dann erst, nach den entscheidenden Abstimmungen und nach den Erklärungen der Regierung, ob und wieweit sie den Beschlüssen beitreten will, läßt sich das Tableau Überblicken. Vorher wird auch die Regierung garnicht in der Lage sein, mit den auswärtigen Staaten Handelsvertragsverhandlungen zu führen, weil eben alles von der Verständigung mit dem Reichstag abhängt.
Schwiegersohn Kaiser Wilhelms des Großen auch heute noch in ihren Reihen zu sehen, und mit dem treuen badischen und dem ganzen deutschen Volke wird auch sie ihm an seinem Ehrentage ehrfurchtsvolle Glückwünsche barbringen, und Gott bitten, daß er uns Allen den durchlauchtigsten Fürsten noch lange in Kraft und Frische erhalten möge."
Der Großherzog versetzte den Vizepräsidenten der ersten Kammer Frhrn. Franz v. Bo dm an (Zentrum) in den Graf en st and. Geheimrat Dr. Schenkel wurde zum Minister ernannt. Den Oberbürgermeistern Gönner, Minterer, Wilckens, Weber, Habermehl, Beck und Schnetzler wurde die goldene Amtskette verliehen. Die technische Hochschule erhielt den Namen Fried er ician a. Ten ordentlichen Professoren der Universitäten Heidelberg und Freiburg wurde Amts tracht verliehen. Erzbischof N ö r b e r erhielt die goldene Kette zum Großkreuz des Zähringer Ordens. Eine Amnestie für eine größere Zahl zu Freiheitsstrafen verurteilter Personen, durch vollständigen oder teilweisen Strafnachlaß, tells auch vorläufige Entlassung auf Mohlverhalten, ist gewährt. Unter den Begnadigten befinden sich zwei wegen Mords zum Tode verurteilte. Außerdem hat das Justizministerium eine Reihe Gnadenakte verfügt.
haben müsse. Diese Forderung wurde vom Ministeriak- lirektor Althoff auf das entschiedenste bekämpft. Ter genannte Regrerungsvertreter wies darauf hin, daß bedeutende Recktslehrer die Assessoren.prüfung nicht bestanden Ijaben, und hob hervor, daß eine solche Bestimmung einen Eingriff in das Vorschlagsrecht der Fakultäten bedeuten würde.
— Die Budget-Kommission des Reichstags trat heute in die Verhandlung über das Gesetz beireffend den Servistarif ein. Es fand lediglich eine General-Dis- lufsion statt. Die Kommission war in ihrer großen ^Aehr- heit grundsätzlich der Meinung, daß in Zukunft eine Trennung der Bestimmungen über den Servis- und den Wohnungsgeld-Zuschuß zu erfolgen habe, wie es der Reichstag bereits im Jahre 1897 durch eine Resolution vorgeschlagenj jätte. Tie Kommission gelangte heute noch zu keinem Beschluß, wird vielmehr ihre Arbeiten morgen fort setzen. Voraussichtlich wird ein Antrag Speck (Zentrum? zur Annahme gelangen, wodurch bie ganze Frage auf zwei Jal-re vertagt wirb.
Karlsruhe, 24. April. In ber Zweiten Kammer erklärte ber Finanzminister, bie Lage der Staa ts Jinan j en sei so ungünstig unb der Fehlbetrag so angewachsen, daß die für 1904 in Aussicht gestellte Revision ber Beamtengehälter bestenfalls im Jahre 1906 erfolgen könne.
Ganswindt.
Man schreibt uns aus Berlin, 24. April:
Tie Haftentlassung des Erfinders Ganswindt ist trotz des Angebots einer hohen Kaution seiner Gläubigen (und Gläubiger) von dem Berliner Gericht abgelehnt worden. Tas Gericht wird im Besitz eines umfangreichen Materials ein zur Unterstützung ber Annahme, daß dieser Herr mit >em ominösen Namen es mehr auf das „Glücklichsein", als auf das Glücklichmachen seiner Verehrer und Geldleiher abgesehen habe. Zu verwundern ist, daß nicht schon früher amtliche Ermittelungen angeftellt wurden, was es mit diesen angeblich weltbewegenden Flugschiffplänen auf sich hatte, denen gar viele ein unerschütterliches Vertrauen entgegenbrachten. Nachträglich, nachdem der letzte Fischzug geglückt war, erfolgte eine ganze Anzahl von „Enthüllungen". Man hatte „in eingeweihten Kreisen" längst gewußt, wie die Tinge lagen; die Behörde hatte „seit Wochen das Treiben des Erfinders beobachtet"; das preußische Kriegsministerium die aus Patriotismus so bescheiden bemessene Forderung von zwanzig Millionen für den Segler der Lüfte mit feinem Sarkasmus abgelehnt usw. Es fragt sich, ob eventuell die Mitglieder des Ganswindt Komitees, das der Erfinder in seinen Aufrufen in den Vordergrund stellte, mithaftbar für die finanzielle Benachteiligung gemacht werden können? Tenn die Komiteeangehörigen, angesehene Mnner, mußten doch von der Sache etwas verstehen. Mancher hat vielleicht auf diesen Kredit hin sein Geld hergegeben, zur einstigen dreifachen Ernte. Doch das Komitee braucht sich kaum zu beunruhigen: die Jünger Ganswindts schwören auf den Meiner. Das ist wirklich alles Mögliche in unserer skeptischen Zeit.
Vez«g»pretAr rnonatlick 7b Ps., vierteljährlich Mk. 5L2O; durch Aohole- u. Zweigstelle«' monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.2.— otetiel* jährt. ausfchl. Bestellg., Annahme von Anzeige« für bte Tagesnummer biß vormittags 10 Uhr. ßeilcnpreiß: lokal 12
auSwärtS 20 Pfg.
Verantwortlich: für den polit il allgem. feil: P. Wittko- für .Stadt und £antr und ,GerichtSjaal*:R.Ditt» mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
Aas NegieruogsjuLiläum des Kroßherzogs von Aadeu.
Karlsruhe, 24. April.
Heute sind 50 Jahre feit dem Regierungsantritt des Großherzogs Friedrich verflossen. Da heute gleichzeitig der Todestag des Großherzogs Leopold ist, beginnen auf Anordnung des Großherzogs die Jubiläumsfestlichkeiten erst morgen. Die Stadt Karlsruhe ist überaus reich geschmückt. Fahnen, Guirlanden und Embleme be- füiben sich an allen Häusern, alle Schaufenster sind dekoriert, die Hauptstrachn mit Flaggenmasten besetzt. An den Strahengängen sind Triumphbogen errichtet. Die Landesfarben gelb-rot herrschen überall vor. Außerordentlich glänzend ist der Markt geschmückt, wo insbesondere eine Fülle blühender Gewächse das Auge erfreut. Der Fremdenzusluß ist stark. Der Erbgroßherzoa mit Gemahlin, die Kronprinzessin von Schweden und Norwegen unb Prinz Gustav von Schweben sinb bereits eingetroffen. Zahlreiche weitere Fürstlichkeiten werben erwartet. Das Wetter ist prachtvoll.
Reichskanzler Gras Bülow wirb morgen als Führer einer Deputation bes Bundesrats bem Großherzog eine Huldigung barbringen.
Am Schluß ber heutigen Sitzung der 2. Kammer gedachte Präsident Goenner des Regierungs-Jubiläums und pries ihn als milden unb weisen Herrscher bes Lanbes, als mächtigen Förberer ber Einigkeit, Macht und Größe des deutschen Vaterlandes. Die Kammer stimmte begeistert iu das dreifache Hoch des Großherzogs ein.
Das ,^preuß. „Armeeverordnungvblatt" veröffentlicht eine Kabinettsordre, wonach anläßlich des 50 jährigen Regierungsjubiläums das Infanterie-Regiment „Markgraf Ludwig Wilhelm" Nr. 111 fortan auf Epauletten, Achselstücken und Schulterklappen den Namenszug des genannten Markgrafen trägt.
Das preuß „Militär-Wochenblatt" würdigt die militärischen Verdienste des Großherzogs in nachstehendem Artikel:
„Am 24. b- M. feiert Se. Königliche Hoheit ber Großh. von Baben sein 50 jähriges Regierungsjubiläum- Wenngleich es sich bei biesem Feste, an dem bas ba- bische Volk aus tiefster Seele teilnimmt, nicht um ein eigentlich militärisches Ereignis hanbelt, so sinb boch nicht nur die Truppenteile des 14. Armeekorps, sondern es ist auch das gesamte deutsche Heer zu eng mit ber ehrwürbigen Persönlichkeit bes greifen Fürsten verknüpft, als baß nicht auch wir dieses "Tages gebenten sollten. In ernster Zeit hat ber Großherzog bie Zügel der Regierung ergriffen, und ist seiner kurz vorher reorganisierten Truppe ein gnädiger unb wohlwollender Kriegsherr gewesen, bis er als einer der Ersten die Zett für gekommen erachtete, in Liebe zum großen deutschen Vaterlande diese Sonderstellung einem höheren Zwecke zu opfern, sein Kontingent einzugliedern in den Verband der preußischen Armee. Als General-Inspektor der fünften Armee-Inspektion hat er sich dann selbst in den aktiven Dienst des Heeres gestellt, und wer seinen Besichtigungen beizuwohnen das Glück hat, der weiß, daß es sich für den Großherzog und für die Truppe hierbei wahrlich nicht nur um eine Formsache handelt, ber betounbert ben erlauchten Herrn, der trotz vorgeschrittenen Alters es gar ernst mit seinen militärischen Pflichten nimmt, unb durch seine wahrhaft fürstliche unb ritterliche Persönlich kett begeisternd auf Offiziere unb Solbaten einwirkt. Was der Großherzog seinem Lande nun ein halbes Jahrhundert lang, dem Kaiser und dem Reiche seit ihrem Bestehen gewesen ist, das äu schildern und zu würdigen ist hier freilich nicht oer Ort. Die Armee aber ist stolz daraus, den geliebten
Deutsches Deich.
Be r l i n, 24. April. Ter K a i s e r ist in P r i m k e n a u heute früh 3' Uhr zur Birkhahnbalz in das Jagdrevier Adelaiden au gegangen. Um halb 9 Uhr erfolgte die Rückkehr von der Jagd.
— Tas Testament desFürsten von Reußä. L. ist schon am Montag eröffnet worden. Bisher verlautet daraus nur, daß sich der Verstorbene eine Landestrauer ausdrücklich ve rbeten hat. Tas preuß „Armeeverord- nungsblatt" veröffentlicht eine Kabinettsordre, nach der die Offiziere des Regimentsstabes und des zweiten Bataillons des Infanterie-Reg. Nr. 96, dessen Ches der verstorbene Fürst von Reuß ä. L. war, drei Tage Trauer anzulegen haben, und an der Beisetzung eine Abordnung des Bataillons teilnehmen soll. — Das Blatt veröffentlicht ferner eine Kabinettsordre vom 14. d. Mts., nach der die beiden Garde-Jnfanterie-Tivisionen fortan die Bezeichnungen erste und zweite Garde-Division führen.
— Mit dem verstorbenen Für st en von Reuß ä. L., dessen Stamm mit ihm erlischt, ist auch jetzt der letzt« Sprosse der einstigen Landgrafen von Hessen- Homburg dahingegangen, da die Mutter des Fürsten eine Homburger Prinzessin und Tochter des Landgrafen Gustav war, der 1850 starb. Er war der jüngste von sechs Brüdern, die sämtlich zur Regierung kamen und ohne Nachkommen starben . Landgraf Gustav hatte zwei Töchter unb einen Sohn, ber, als er bie Universität Bonn besuchte, beim Baden ertrank: unb bie Tochter wurde Fürstin von Reuß
— Unter bem Vorsitz von Staatssekretär Krätke hat heute vormittag um halb 10 Uhr eine Konferenz von höheren Postbeamten im Reichspostamt begonnen. En nahmen bar an teil: Unterftaatsfefretär Sybow, die Direktoren Gieseke, Presset unb Wittko, sowie sämtliche Dortragenben Räte bes Reichs-Postamtes, ferner zahlreiche Ober-Postbirektoren. Zur Beratung steht eine Reihe von Fragen bes Betriebs- unb Verwaltungsdienstes. Es i’t ferner beabsichtigt, ben Herren aus bem Reiche die neuen Einrichtungen auf bem (Gebiete ber Poft, der Telegraphie und bes Fernsprechwesens, bie z,Z. in Berlin erprobt werden, vorzuführen.
— In ber Kommission des preuß Abgeordnetenhauses, die sich mtt der Vorberatung des Gesetzentwurfs über die Vorbildung »der Juristen beschäftigt, wurde von einem konservativen Abgeordneten die Forderung ausgesprochen, daß jeder ordentliche juristische Professor an einer Universität die Assessorenprüfung bestanden


