Nr. 71
Erscheint tSgNch außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamillen- kälter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der B rü h l'schen Unwers.-Buch-u.Slem- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schalstratze 7.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.
FrrnsprechanschlußNr.51.
Erstes Blatt.
ISS. Jahrgang
Dienstag 35. März 1903
Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gietzen
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Bezugspreis: monatlich 7b Pf., viertel^ jährlich Mk. 2.20; durch Avhole- u. Zweigstellen' monatlich 65 Pf.; durch! die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg., Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr.! Zeilenpreis: lokal 12 Ps* auswärts 20 Psg.
Verantwortlich: für den polit. u. allgern. Teil: P. Wtttko; für. ,Stadt und fionb* unbj .Gerichtsjaaf:R.Ditt- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
Wem daran liegt, möglichst rasch und vollständig über alle wichtigen polnischen und wirtschaftlichen Fragen unserer Zeit orientiert zu werden durch tägliche Original-Telegramme und Korrespondenzen, -Leitartikel, politische Uebersichten, provinzielle und vermischte Nachrichten, wer insbesondere über die bevorstehenden Zoll- tarifverhan-lrmgerr im Reichstage objektiv und eingehend unterrichtet sein will, der abonniere auf den
Gießener Anzeiger,
die weitaus größte und bedeutendste Zeitung der Provinz Oberhesien, die auch in der kommenden Parlamentszeit wie bisher ein besonderes Parlamentsblatt erscheinen lassen wird.
Unsere bisherigen Abonnenten bitten wir infolge des bevorstehenden Quartalswechsels um rechtzeitige Erneue- rnng des Abonnements, wobei wir darauf aufmerksam machen, daß sämtliche Brief- und Landbriefträger in der Zeit vom 15.—25. März Bestellungen auf den Gießener Anzeiger entgegennehmen. In den Orten, für die wir einen eigenen Botendienst eingerichtet haben, beliebe man sich an die Ausgabestellen zu wenden.
Drlrannlmnchung.
Betreffend: Maul- und Klauenseuche.
Nachdem in unserem Kreis die Maul- und Klauenseuche erloschen ist, setzen wir hiermit unsere unterm 31. Jan. l. I. getroffenen Anordnungen, wonach:
1. Klauentiere, welche aus dem seuchenverdächtigen Tell des Kreises in den seuchenfreien eingeführt werden, einer 7 tägig en Quarantäne unterliegen.
2. Der Handel mit Klauenvieh im Umherziehen untersagt ist,
mit Wirkung vom 1. April L I. außer Kraft.
Gießen, den 24. März 1902.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Hessischer Kaudtag.
Erste Kammer der Stande.
D a r m st a d t, 24. März.
Am Regierungstisch: Staatsminister Rothe Exc., Justizminister Dr. Dittmar ®$c., Finanzminister Dr. Gnauth Exc., Geb. Staatsrat v. Krug, Ministerialräte Dr. Becker, Breidert und Dr. Eisenhut.
Präsident Graf Schlitz gen. v. Görtz eröffnet die Sitzung um 91/2 Uhr, teilt die Warnen der entschuldigten Mitglieder mit und ersucht die Ausschüsse, ihre Präsidenten und dessen
Feuilleton.
Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der Monatsschrift „Nord und Süd", Breslau, Schlesische Verlags-Anstalt v. S. Schottlaender, die in diesem Vierteljahrhundert ein bedeutsamer Faktor in unserem litterarischen Leben gewesen, und bis heute geblieben ist, haben Herausgeber und Verleger dem April-Heft, das die Zahl 301 trägt, und den 26. Jahrgang eröffnet, den Charakter eines Jubiläumsheftes gegeben; das in ferner Idee, durch die Art der Beiträge, die Persönlichkeiten, die sich hier ein Stelldichein gegeben haben, um eine gemeinsame Erinnerungsfeier zu begehen, in der Zeitfchriftenlitteratur kaum seines Gleichen haben dürfte. Ter Herausgeber hat die ältesten Mitarbeiter, die des ersten Jahrganges, eingeladen, an derselben Stelle, an der sie vor 25 Jahren ihre Stimme erhoben hatten, wieder einmal das Mort zu ergreifen. Und die alten Herren sind erschienen, freundliche Begrüßungsworte in Vers und Prosa, kernige Sprüche, Erinnerungsblätter, geistreiche Plaudereien, gediegene wissenschaftliche Abhandlungen und reizvolle Erzählungen spendend. Ter Herausgeber Paul Lindau macht den Anfang indem er, einen Blick auf die Zeit von 1877—1902 werfend, und der Wandlungen die,er Periode in Litteratur und Kunst gedenkend, das Verhältnis zwischen den Alten und Jungen beleuchtet, wobei er, indem er das Recht der Jugend versiebt, bekundet, daß er selber zu den Alten gehört. Tann geht Hans Hopfen in einem kraftvollen Gedicht mit der Gegenwart, scharf ins Gericht, bekennt sich aber in dem versöhnlichen Schlüsse zu dem Wunsche, noch recht gern weitere 25 Jahre auf dieser „schönen Erden" leben, lesen und schreiben zu wollen. — Eine türkische Geschichte, in welcher Frauenlist einen Sieg davonträgt, erzählt Rudolf Lindau. Der Philosoph und Aesthetiker Kuno Fischer bat einen wertvollen Beitrag mit seiner Abhandlung über „Goethes Satanologie im Faust" beigesteuert; Wilhelm Jensen richtet an den Herausgeber Paul Lindau eine formvollendete Epistel. Adolf Wilbrandt läßt in einem Gespräch jeinen alten Freund Scävola, den er vor 25 Jahren in „Nord und Süd" einführte, wieder zu Worte kommen und seinem nationalen Empfinden im Gespräch mit einem jugendlichen Alldeutsä)en zündenden Ausdruck geben. Eduard Hans- lrck hat ein hübsches Erinnerungsblatt gespendet. Paul Heyfe widmet seinem Hündchen „Flock" ein Gedicht. Ter Straßburger Professor G. G e r l a n d behandelt einen inter-
Stellvertreter zu wählen. Zunächst schreitet das Haus zur Wahl zweier neuer Mitglieder des ersten Ausschusses für die Mitglieder Frhrn. v. Starck Exc. und Gey. Juftizrat Dr. Weber, an deren Stelle Fürst von Solms-Hobensolms- Lich und Geh. Rat Hallwachs Exc. gewählt wewen.
Sodann tritt das Haus in die Beratung des Voranschlags für 1902/03. Im Großen und Ganzen wird den Beschlüssen der zweiten Kammer beigetreten, Differenzen machen sich nur bei wenigen Kapiteln geltend. Bei Kap. 31: Gendarmerie, tritt man dem Beschlüsse zu dem Anträge Ulrich, die bestehenden Offiziersstellen aus den derzeitigen Inhaber zu beschränken, nicht bei. Ebenso schließt man sich nicht dem Ersuchen der zweiten Kammer an, das Arbeitshaus Dieburg unter die Justizverwaltung zu stellen, nachdem Staatsminister Rothe erklärte, daß die Stellung dieser Anstalt «umter die Justizverwaltung zwar wünschenswert, aber nach dem Stairde der Gesetzgebung nicht möglich sei. Bei Kapitel 36: Landesuniversität, hat die zweite Kämmer die Regierung ersucht, die Umwandlung der außerordentlichen Professur sür Geographie in eine ordentliche vorzusehen. Dazu spricht Geb. Justizrat Professor Dr. Schmidt und stellt einen Antrag dahingehend, die Regierung wolle diese Umwandlung erst auf Befürwortung der Universität selbst vorseheu. Des weiteren berührt er die Gehaltsfrage der außerordentlichen Professoren (2500—1000 Mk.), die nach oben hin zu eng begrenzt sei. Der Antrag Schmidt wird angenommen.
Ferner tritt das Haus nicht bei dem Beschlüsse zum Antrag Dr. David, die Ausgaben sür die Vorschulen an Swmnasien und Vorschulen zu beseitigen, ebenso nicht den Abstrichen in den Ausgaben sür die tzosbibliothek und das Landesmuseum. Bei Kapitel 75: Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft, wird der Antrag angenommen, die Regierung zu ersuchen, über die Verwendung der für die Viehzucht genehmigten Staatszuschüsse einen eingehenden Bericht zugänglich zu machen, aus wellchem die Ueber- weisung an die einzelnen Provinzen und die bedachten Viehzüchter ersichtlich ist und in dem Nachweise über die erzielten Erfolge enthalten sind. Auch dem Abstrich von 3000 Mark bei Kapitel 102: Kataster, sür die Landesaufnahme wird nicht beigetreten, ebenso wie dem Beschlüsse auf den Antrag Diehl, Einfuhr von Zuchtsohlen aus Rheuipreußeu betreffend.
Weiter stellt die Majorität des Ausschusses zu Kapitel 123: An- und Verkauf von Staatsdomänen, den Antrag, sür das Gelände in Bad Nauheim, das an die Postbehörde veräußert werden soll, 15 Mark pro Quadratmeter anstatt der von der zweiten Kammer genehmigten 20 Mark festzusetzen. Geh. Kommerzienrat Michel als Berichterstatter und Vertreter der Minorität spricht für deren Antrag, dem Beschlüsse der zweiten Kammer beizutreten, den das Haus auch annimmt. Weitere Differenzen zwischen den beiden Häusern des Landtags waren nicht vorhanden.
Nach Erledigung des Budgets tritt das Haus in die Beratung des Flnanzgesetzes. Freiherr von Hehl zu Herrnsheim betont, daß bei einer Reform des Steuer
gesetzes man auf die benachbarten Staaten, zunächst Preußen, und deren Steuersätze Rücksicht nehmen müsse. Der Vorschlag, wie ihn die zweite Kammer gemacht, auf prozentualen Zuschlag für das Vermögen, sei nicht zu billigen, da der Besitz allein nicht maßgebend fei für die Belastung des Steuerzahlers. Auch könne er sich nicht mit dem Vorschlag einer Mobiliarbesteuerung befreunden. Sodann verwahrt er sich gegen falsche Erörterungen feiner Steuerbelastung in der Presse und zeigt an seiner eigenen Besteuerung, daß die leistungsfähigen Schultern in Hessen schon genügend belastet seien. Aeußerst bedenklich sei es, auf dem Gebiete der Erhöhung der Vermögenssteuer fortzufahren.
Finanzminifter Dr. Gnauth erwidert, indem er zunächst einen Vergleich zwischen den Steuersätzen in Preußen und Hessen giebt. In Hessen bestehe die Besteuerung zu Ungunsten der kleineren Einkommen, während man doch gerade die Besteuerung der Erwerbsthätigkeit nicht ungünstiger stellen dürfe wie in Preußen. In Hessen erhebe man schon eben 16,2 Prozent mehr direkte Steuern wie in Preußen, deshalb sei eine weitere Steuererhöhung nicht wünschenswert, doch dränge die momentane Mtlage dazu. Die Erhöhung der Einkommensteuer bringe nur ein geringes Mehr ein, als wenn man die Vermögenssteuer erhöhe. Die Steuererhöhung sei so zu treffen, daß sie die schwachen Schultern schone. Aufgabe aller Behörden des Landes bei der vorübergehenden Steuererhöhung würde es sein, strengste Sparsamkeit zu üben, und er bitte, die Regierungsvorlage auzunehmen.
Freiherr von Hehl erklärt die Notlage daraus, daß man in früheren Jahren so wenig sparsam gewirtschaftet habe.
Hierauf wird auch von diesem Hause das Finanzgesetz, somit Erhöhung der Vermögenssteuer von 55 auf 75 Psg. für 1000 Mark, einstimmig angenommen. Das Haus vertagt sich gegen 12 Uhr aus Dienstag früh. Zur Beratung stehen aus der Tagesordnung der Entwurf des Regent-, jchaftsgesetzes und die Mitteilungen der zweiten Kammer über die Anträge Ulrich und Köhler, Mobiliarversicherung 6etr., und den Antrag Ulrich und Gen., Versicherung von Vieh 'und Schlachtvieh betr., ferner eine Vorstellung des, Lehrers i. P. Baumann in Lampertheim.
Heer rrus Flotte.
Berlin, 24. März. Aus Anlaß des Reichshaushalts-'. Etats pro 1902 find sechs neue Fuß-Artillerie^ Kompagnieen aufzustellen. Tarunter befinden sich zwei in Tiedenhosen.
— Eine Extraausgabe des Militärwochenblatts meldet: Ter Großherzog von Luxemburg,. General der Kavallerie, ift zum Generalobersten befördert worden. Außer den bereits gemeldeten Ernennungen sind hervorzuheben, Generalleutnant und Kommandeur der 19. Tivision v. Rosenberg-Gruszczinski zum Gouverneur in Thorn. Generalmajor L0 e l h 0 e ffel v 0n Löwensprung, Kommandeur der 55. Jnfanteriebrigade, mit dcr Führung der 19. Tivision beauftragt, Generalmajor
efsanten Stoss in seinem Aussatz: „Szepter und Zauberstab"; Ludwig Pietsch und Paul Lindau haben in den reichen Schatz ihrer Erinnerungen gegriffen; der Erstere erzählt unter dem Titel „Vor fünsundzwanzig Jahren" von einem „lustigen Schelmenstreich unter guten Freunden"; der Leptere plaudert in seinen „Erinnerungen" von seiner Pariser Zeit, zu Anfang der 60 er Jay re, und zeichEt die Physiognomie jener Tage jomie im speziellen einige markante Persönlichkeiten des damaligen Seine- Babels — Tie Reihe der Jüngeren eröffnet Hans Lindau mit einer Würdigung Adolf Wilvrandts, insonderlich seiner neueren Dichtungen. Dann folgt Richard Dehmel mit einem „Hohen Liede", Erich Bohn, der Entlarver der Schwindlerin Anna Rothe, ist mit einer neuen Enthüllung, die das Auftreten des „Blumen- mediurns Anna Rothe in Zürich" betrifft, vertreten, die durch das beigesugle Portrait der Anna Rothe und ihres Impresario Max Zeuch ch an Jnteresie gewinnt. An letzter Stelle steht eine einen Ehetonflikt mit feiner Psychologie und dichterischem Empfinden behandeuide Novelle von Maria Janitschek: „Psingstsonne". Eine Illustrierte Bibliographie und eine Zellschristenschau schließen das ungewöhnlich starke uno reiche Heft, das mit dem Bilde Adolf Wilbrandts in ausgezeichneter Radierung geschmückt ist, ab. — „Nord und Süd" ist durch alle Buck)yauolungen und Postanstalten zum Preche von Mark 6.— pro Quartal zu beziehen. Als eine den Lesern von „Nord und Süd" geiuiy willkommene Jubilaums- gabe ist dem Hefte ein Generalregifter für die bisher erschienenen 100 Bände (300 Hefte) beigegeuen.
Heber den Grafen L. Tolstoi, der seit Monaten an das Krankenlager gefesselt ist, erfahren wir Einiges, was ein interessantes Licht auf den Seelen- zustand des großen Dichters und Philosophen wirft. Sein schmerzhaftes Leiden — das Asthma — erträgt er mit einer geradezu stoischen Ruhe, und während der freien Intervalle Der Krankheit ergeht er sich oft in philosophischen Gesprächen. „Die Weisheit eines alten Mannes", jagte er neulich seiner Tochter, „gteiiiji einem Brillanten. Man schätzt sie nach Karaten, je naher Dem Tode, desto schwerer und teuerer wird sie". Als ein Arzt ihm erklärte, die unmittelbare Todesgefahr sei vorüber, da meinte der Graf: „Es ift doch jammerschade, sich von der Todesbereitschaft trennen zu müssen". Und bald Darauf telegraphierte er seinem Bruder Sergiu-: ist doch ein
«rohes Gefühl, cm, oer Hohe o-er streich'chast zu stehen; aus dieser Höhe läßt sich so leicht und so ruhig die Lebensform (denn auch der Tod ift Leben) ändern". —
Tiefes eines Weltweisen würdige Leitmotiv geht auch durch den Inhalt eines Briefes- den der Philosoph von „Jasnaja Poljana" vor wenigen Wochen an einen Freund schrieb: „Ich kränkle noch immer und ich freue mich, daß ich mich Darüber freuen kann. Ein Mensch, der an einen Gott glaubt, muß eben alles freudig aufnehmen, was ihm widerfährt. Unzufrieden sein, «ich über etwas ärgern, heißt. Den Glauben an Gott verlieren. ..." — Wir wollten, diese prächtigen Aussprüche gelangten zur Kenntnis der Synode in Petersburg, Die dem genialen Einsiedler ob des, en „Gottlosigkeit' ein christliches Begräbnis verweigern zu müssen glaubte. . . .
Ansteckung durch Husten und Niesen. In dem Hygienischen Jn,titut Der Universität Gießen hat Tr. Kirstein Untersuchungen über die Frage ausgestellt, deren Ergebnisse auch für ein nichtärztliches Publikum beachtenswert sind. Dr. ft-irjiein hat prüfen wollen, wie lange die feinen beim Sprechen, Husten und Niesen aus- gejpritzteu Tröpfchen die in ihnen etwa befindlichen Keime lebend erhalten. Derartige Tröpfchen sind äußerst Nein, etwa nur vom hundertsten Teil eines Millimeters im Durchmesser, sie enthalten daher auch nur einen oder wenige tieime. Trotzdem ist ihre Rolle m Der Verbreitung besonoers der Schwu.khUcht und der Tiphtherie nicht zu unterschätzen. Tie LeoenSsähigkeit Der so rur,pritzten Keime ist verschieden, je nach Der Widerstandsfähigkeit des betreffenden Krankheitserregers. Im allgemeinen aber ist sie nicht von langer Tauer, falls sie dem Licht ausgesetzt sind. Vcrjpritzte Tiphtheriebazillen sterben in Hellen Räumen nach 1—2 Tagen, in dunklen Kellern nach fünf Tagen. Tie Tuberkelbazillen haben eine längere Lebensdauer, von fünf Tagen bei Lichtzutritt und sogar von 22 Tagen bei Dunkelheit. Noch länger halten sich die Keime Der Eiterungen und des Wundsieoers. Im Verhältnis zur Lebensdauer Der Keime steht selbstverständlich Die Gefahr Der Ansteckung. Jeder Vernünftige wird aus diesen Mitteilungen einige Schlüsse ziehen und deren Inhalt auch beamten. Zunächst zeigt sich wieder einmal die ungeheure gcjundheirliche SND.utung des Sonnenlichts und, daraus |01genb, Die S^ädlichkeit Dunkler Wohnungen nnD besonders Der Kellerwohnungen. SoDann wird sich auf Grund Dieser Ueberlegungen jeder Kranke selbst sagen müssen, daß er die größte Rücksicht auf seine Umgebung zu nehmen hat, und er muß dazu nötigenfalls von den um ihn beschäftig len Personen angehalten werden. Trotzdem wird eine gründliche Desinfektion auch nach überstandener Krankheit nicht zu entbehren jein.


