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25/02/1902 Zweites Blatt
 
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Dienstag 35. Februar LSOS

153. Jahrgang

Zweites Blatt.

Nr. 47

»scheint ISgNch außer Sonnlags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Zamillen- bläNer viermal m der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Univers.-Buch- u.Steia- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

Gchnlstratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«.

KrrnsprechanschlußNr.51.

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General-Anzeiger v **

v ür den polit. u. allgem.

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

V zeigenteil: Hans B eck.

Ate heutige Wummer umfaßt 10 Seite«.

Wriuz Keiurich in Amerika.

Die Ankunft und der Empfang des Prin^n Heinrich haben sich nach den bisher vorliegenden Berichten in einer Weise vollzogen, die zur Befriedigung gereicht. Wenn vielleicht nicht die hochgespannten Erwartungen erfüllt wurden, die durch die Schilderung aroßartiger Vorbereit­ungen erweckt war?n, so muß man oie vorausgeganaenen Unbilden der Witterung und die herkömmliche Stille des amerikanischen Sonntags in Betracht ziehen. An Herzlich­keit, namentlich auch auf feiten der Repräsentanten der amerikanischen Regierung, ließ der Empfang nichts zu wünschen. Die Bevölkerung Newyorks hat wenig Gelegen­heit gehabt, den Bruder des Kaisers zu sehen und begrüßen. Bereits um 1 Uhr nachts bestieg Prinz Heinrich den Bahnzug in Yerfev-City. Der Prinz nürd sich sagen, wenn er die Amerikasahrt in Carriöre hinter sich hat, daß diese Aufgabe viel mehr strapaziös als vergnüglich gewesen ist. 9hir das landesüblicheHändeschütteln" einer Unmasse fremder Personen bleibt ihm erspart. Priinz Heinrich scheint sich rasch in die Eigenart der Amerikaneri gefunden zu haben, und in ein Zeremoniell, das nicht weniger Paragraphen aufweist, als das europäische, und das gerade darum schwieriger zu beobachten ist, well es auf den ersten Blick größere Bewegungsfreiheit zu gestatten scheint. Diese Republikaner wollen sehr ,^e- nommen" sein. Wie leicht man Gefahr läuft, die ame­rikanische Etikette zu verletzen, beweist der an und für sich so unbedeutende alte Zwischenfall mit dem Admiral Tewey, dersich beschwert fühlte", weil Prinz Heinrich seinerzeit bei einem Festmahl im Hafen von Hongkong als Toastredner nicht an elfter Stelle die Bereinigten Staaten erwähnte, obgleich Tewey nach seinem Patent der älteste unter den Gästen war. Es ist bezeichnend für die amerikanische Etikette, daß gleich bei der Ankunft des Prinzen Heinrich dieserFall" in einem Interview mit Kapitän v. Müller zur ausführlichen Erörterung gelangte. Resullat: Admiral Dewey, derSieger von Cavite", hat schon damals eine Erklärung des Prinzen Heinrich em­pfangen und ist dessen aufrichtiger Freund. Nun also . . .

Ten Wortlaut von Trinksvrüchen oder Erklärungen von politischer Bedeutung meldet der Draht einstweilen nicht. Nur soviel, daß Prinz Heinrich einen Toast auf die Armee der Vereinigten Staaten ausbrachte. Auf diese Armee" sind die Amerikaner besonders stolz, obwohl sie wenig dem Bilde entspricht, das man bei uns an Dis­ziplin und Haltung von Soldaten stellt. Mit dem Kompli­ment über dasstramm militärische Aussehen der Küsten­artillerie" an Major Duval hat Prinz Heinrich alsbald den Amerikanern das gesagt, was sie mit lebhafter Freude hören. In der Neuen Welt, die sonst auf Titel nichts giebt, schmückt sich mit militärischen Titeln Mancher sogar aus eigener Machtvollkommenheit. Und nach denruhm­reichen Siegen" über Spanien hat diese harmlose Vorliebe, als Personen vonmartialischem Charakter" zu erscheinen, natürlich eher zu- als abgenommen. Im Grunde beruhte die ganze Unfreundlichkeit gegen Deutschland, die in der Presse und der Bevölkerung der Vereinigten Staaten so lange spukte, aus der Empfindung, daß die amerikanische Streitmacht uns nicht allzusehr imponiere. Da hieß es denn im Uebereifer: Wir werden auch mit Deutschland fertig. Prinz Heinrichs erster Tumkspruch galt dem ameri­kanischen Heer, seine erste Anerkennung dem strammen Aussehen der Küstenartillerie mit einem Schlage wird der Besucher die Gunst der Amerikaner errungen haben.

Ter Schwerpunkt der Reise liegt in dem soeben er­folgten Empsang in Washington, in der Zusammenkunft mit dem Präsidenten Roosevelt. Hier ist die Gelegenheit zum Austausch von Versicherungen, die hoffentlich zur nachhaltigen Befestigung der deutsch-amerikanischen &=* Ziehungen dienen. Nicht mit Ruhm bedeckt hat sich übrigens bisher die offiziöse Berichterstattung über die Amerikasahrt, obwohl diese Berichterstattung doch vermutlich über alle Vorteile und Erleichterungen verfügt.

TieFrkf. Ztg." meldet u. a aus Newyork: Unter den Gästen beim Tiner auf derHohenzollern" befanden sick) auch dce Direlloren Ballin und Wiegand, sowie Pro­fessor Münsicrberg. Prinz Heinrich konnte das Denkmal Grants nicht besuchen.

Tie amerikanischen Blätter weisen auf die Herzlichkeit des Willkommens hm, das Amerika dem Prinzen Heinrich bereite. Beispielsweise sagt derHerald": Newyorks Gruß sei nur em Vorgeschmack des enthusiastischen Empfanges der seiner allenthalben harre. DieSun" sagt: Möge Heinrichs Besuch so sonnig verlaufen, wie es der erste Tag war.World" undJournal" begründen in Leit­artikeln, warum Deutschland und Amerika stets gute Freunde fein sollten. Einen besonders freundlichen Artikel bringt dieEvening Post", die die englischen Befürcht­ungen, ter Prinz könne irgend einen geheimen Vertrag mit der Bundesregierung vorbereiten, als lächerlich chc^ rakterisiert, und sagt, das herzliche Willkommen, das Prinz Heinrich auf amerikanischem Boden gefunden habe sei mehr wert, als alle papiernen Allianzen oder Verträge- denn dieser Willkomm beweise, daß zwischen dem deutschen und amerikanischen Volle instinktiv Sympathien beständen.

Daß es an echt amerikanischen Einfällen aus Anlaß des Prinzenbesuches nicht fehlt, versteht sich von selbst. So hat jetztzu Ehren des Prinzen Heinrich ein N«v- dorker ein wunderbares Getränk, den,^ohenzollenn- punsch" erfunden. Das Rezept dazu soll auch Kaiser Wilhelm zugegangen fein. Das neue- Getränk solldas Mer verjüngen und in kommenden Aeonen das Glück

vermehren". Der Punsch besteht aus folgenden Ingredien­zien: In einem großen Gesäß mischt man ein Quart St. Croix-Rurn, vier Quart Brandy, sechs Flaschen Lieb­frauenmilch, eine halbe Pinte Maraschino, ebensoviel Cura- ?ao und gelben Chartveuse, ein Quart Sherry, ebensoviel Sauterne und Portwein, zwei Quart Moselwein und zwei Flaschen Chambertin. Dazu kommen Scheiben von Ana­nas, Apfelsinen, eingemachten Kirschen und ein großes Stück Eis. Vor dem Einschänken giebt man noch sechs Flaschen Champagner extra dry hinzu und serviert für 25 Personen. Das Weiße von 24 Eiern wird ge sch lauen darauf gethan, deutsche und amerikanische Fahnen werden zu beiden Seiten gesteckt und der Name Hohenzollern da­zwischen. Und was kommt dann?!!

*

Ter Bürgermeister von Newyork erließ am Montag eine Bekanntmachung folgenden Inhalts: Am morgigen Tage wird die neue Nacht des deutschen Kaisers hier vom Stapel laufen und von der Tochter unseres Präsidenten auf den NamenMeteor"" getauft werden, worauf die Stadt Newyork nachmittags dem Prin­zen Heinrich von Preußen im Rathause das Ehrenbürger- recht erteilen wird. Im Hinblick auf diese interessanten Ereignisse fordere ich die Bürgerschaft auf, den morgigen Tag als Festtag zu betrachten und in ihren Wohn- und Geschäftshäusern die nationale Flagge aus- zuhängen.

Bm dem Frühstück, das Prinz Heinrich beim Ad­miral Barker in Newyork einnahm, sagte dieser in fernem Toast:Königliche Hoheit wissen, wie hochwill­kommen Sie der Nation sind, aber niemand mehr als der Marine." Prinz Heinrich erwiderte:Ich, weiß, daß herzliches Einvernehmen stets unter unseren Flotten wie Nationen herrschen wird."

Als der Prir^ in Newyork nach dem deutschen Verein fuhr, saß auf dem Bock des Wigens ein Geheimpolizist, wie der Prinz überhaupt beständig unter starkem Polizei­schutz steht.

Tie Exchange Telegraphen Company in London ver­öffentlicht ein Telegramm aus Washington, das Einzel­heiten über den Zusammenstoß des prinzlichen Wagens mit einer Privat-Equipage enthält. Es wird darin mitgetellt, daß während der Landauer des Prinzen Heinrich in der Pennsylvania-Avenue um eine Ecke bog, ein anderer Landauer von der entgegengesetzten Seite kommend ihn cmfuhr. Tie Deichsel des Wagens stieß in den prir^lichen Wagen und veranlaßte nicht unerheb­liche Verletzungen des den Prinzen begleiten­den Staatssekretärs Hay, der auch Verletzungen durch Glassplitter erlitt. Prinz Heinrich Fant mit dem Schrecken davon.

Am Montag fand ein Diner zu Ehren des Prinzen Heinrich im Weißen Hause statt, das jedoch keinen offiziellen Charakter trug. In dem Trinkspruch toastete der Prinz nur auf die Gesundheit von Frau und Fräulein Roosevelt.

Aus dem Reichstage.

Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 24. Februar:

Ueber die landwirtschaftliche Produktions­zweigeist während der gegenwärtigen Tagung des Reichs­parlaments des Langen und Breiten gesprochen worden, nur des Tabakbaues wurde noch nicht Erwähnung ge­than. Das holten die Volksvertreter heute bei der Beratung des Etats der Verbrauchssteuern nach, und zwar beim TitelTabaksteuer". Der Interessen der süddeutschen Tabakbauer nahmen sich die Abgg. Dr. R o e s i ck e (Bund der Landw.) und Frhr. v. Heyl (ntl.) an; Abg. v. Kar- dorfs (Rp.) brach eine Lanze für die schlesischen Tabak- Pflanzer, und für die in der Tabakbranche beschäftigten Arbeiter that dies Abg. Molkenbuhr (Soz), der sich in der amtlichen Fraktionsliste alsTabakarbeiter"" be­zeichnet, jedoch durchaus den Eindruck eines gutsituierten Bourgeois"" macht. Auch Reichsschatzsekretär Freiherr von Thielmann beteiligte sich an der Tabakdebatte, eine Wertbesteuerung dieses Produktes bekämpfend, und der sonst ziemlich farblos sprechende Minister fand heute sogar scherzhafte Wendungen. Da der Zolltarifent­wurf, wider Erwarten, von keiner Seite in die Erörterung gezogen wurde, war die Sitzung nur von ttirzer Dauer.

Preußisches Abgeordnetenhaus.

34. Sitzung vom 24. Februar.

Reg.-Kommissar Geh. Oberreg.-Rat v. Falkenhagen erklärt, daß die Angelegenheit betreffs eines zweiten Berliner Bürgermeisters vom Ministerium erst wieder in Angriff genommen werden könne, wenn die Stadt­verordneten zu einer Neuwahl geschritten sein werden, wozu ihnen das Recht jederzett zustehe.

Minister v. Hammer st ein führt aus, in Grimmen habe bei der Wahlagitation der Liberalen eine bedauer­liche Verbrüderun g mit den Sozialdemokraten stattgefundeu, hauptsächlich zu dem Zwecke, um es diesen zu ermöglichen, sich an öffentlichen Versammlungen zu be­teiligen, da sie sonst ein Versammlungslokal nicht bekämen. Der Minister berührt dann die Versammkung des Bundes der Landwirte int Zirkus Busch, der Frauen bei­gewohnt hätten, trotzdem auf den Eintrittskarten ausdrück­lich vermerkt war, daß nur Herren Zutritt hätten. Es werde künftig dafür gesorgt werden, daß eine solche Ver­mischung von Männern und Frauen (Große Heiterkeit) nicht statt finde.

Abg. Dr. Krüger (fr. Vp.) betont, man treibe die Sozialdemokraten zu der Meinung, daß mau sie fürchte,

wenn man ihnen die Abhaltung von Versammlungen un­möglich mache.

Reg.-Kommissar Geh.-Rat Dr. Kröhne erwidert auf eine Anregung, die Beschäftigung der Gesänge ne n könne nur so erfolgen, daß dem Gefangenen die Freiheits­entziehung zum Bewußtsein komme; er solle zur Arbeit erzogen werden. Es könne die Beschäftigung mit gewerb­lichen Arbeiten für die Gefangenen nicht entbehrt werden. Höhere Löhne für Gefangenenarbeit seien gefordert, aber leider nicht bewilligt worden.

Abg. Dr. Hahn (b. k. F.) protestiert gegen die Aus­führungen des Abg. v. Eynern über den Bund der Land­wirte. Der Bund sei keine politische Partei, sondern nur eine wirtschaftliche Vereinigung, welche alle auf ihrem Boden stehenden Parteien unterstütze, mit Ausnahme der Freisinnigen und Sozialdemokraten. Die Mitglieder des Bundes seien darin falsch geschildert worden. Es sei nicht hübsch, daß Herr v. Eynern jetzt mit Mätzchen gegen den Bund operiere.

Präsident v. Kröcher: Ein Abgeordneter macht keine Mätzchen!

Abg. v. Eynern (ntl.) hält die Behauptung, daß Dr. Hahtt schlimmer sei als ein Sozialdemokrat, aufrecht, denn der Sozialdemokrat schüre bloß die Un­zufriedenheit der Unzufriedenen, Dr. Hahn aber mache mit feiner agitatorischen Kraft Zufriedene unzu­frieden. (Murren rechts. Sehr richttg! links.) Der Bund der Landwirte habe sich unter Hahns Führung so umgewandelt, daß selbst Fürst Bismarck, auf den sich Vor­redner so gern beziehe, nicht mehr sagen würde:Mein lieber Dr. Dietrich Hahn, Sie sind mein Mann!""

Abg. Hansen (Däne )wendet sich gegen die Dänen­bekämpfung der Regierung; es würden die Absichten der schleswigschen Bevölkerung vielfach falsch dargestellt. Die Ausweisungen seien in jedem Falle ungerecht.

Minister Frhr. v. Hammer st ein entgegnet, daß die Regierung nicht daran denke, von ihrer bisher befolgten! und bewährten Politik abzugehen; sie werde vielmehr mit aller Energie bestrebt sein, in Deutschland deutsche Politik zu treiben. (Bravo!)

Abg. Dr. Barth (fr. Vg.) kann viele von den Klagen des Abg. Hansen für nicht ganz unbegründet halten. Deut­sche Politik solle betrieben werden, aber mit vor­nehmen Mitteln. (Sehr richtig!) Auch die dänisch ge­sinnte Bevölkerung solle wissen, daß sie bei den Verwaltungs­behörden auf Gerechtigkeit, Billigkeit und Toleranz zu rechnen hätte.

Abg. Bachmann (ntl.) erwidert, Dr. Barth irre sich, wenn er glaube, die dänisch gesinnte Bevölkerung durch Nach­sicht für Deutschland gewinnen zu können; ohne eine ge­wisse Härte fei nichts zu erreichen.

Volttische Tagesschau.

Odessa - Newyork.

Man schreibt uns aus Berlin:

Am 20 .März wird der erste von Odessa nach Newyork bestimmte Dampfer der Deutschen Levante-Linie den erst­genannten Hafen, voraussichtlich mit voller Ladung, ver­lassen. Es ist in hohem Grade erfreulich, daß bei der Ein­richtung dieser Schiffsverbindung deutsche Rhedereien die Initiative ergriffen haben; auch die Hamburg-Amerika- Linie ist an dem Unternehmen beteiligt. Die amerikanische Handelsflagge tauchte in neuerer Zeit beunruhigend häufig im Mittelmeere auf, und es wäre ohne Zweifel für die deutsche Seeschiffahrt von erheblichem Nachteil gewesen, wenn amerikanische Rheder diese Schiffsverbindung eingerichtet hätten. Nach der Ansicht von Kennern des Levantehandels ist nämlich die Ausfuhr von dort nach den Vereinigten Staaten bedeutender Ausdehnung fähig. So soll sich in den letzten Monaten ein auffallendes Interesse der transatlan- ttschen Geschäftsleute u. a. für türkischen Tabak be­merkbar gemacht haben, ein Artikel, bet auf amerikanischen Märkten bisher selten gehandelt wurde. Auch für andere Erzeugnisse des Orients dürfte sich im fernen Westen alsbald Nachfrage zeigen, sodaß, da die Seefrachten im Verhältnis höher sind, als dce auf der nordatlantischen, konkurrenz­belasteten Schnelldampferroute, den beteiligten deutschen Rhedereien guter Verdienst in Aussicht steht.

Die Ausstandsbewegung

ist in Italien immer noch sehr lebhaft. Tie zunehmende Arbeitslosigkeit hindert nicht die zahlreichen Ausstände. In Varese streiken 200 Papierarbeiter, in Florenz und Pa­lermo die Metallarbeiter, in Luiuo und Aionza die Textil­arbeiter, in Genua die Angestellten der elektrischen Straßen­bahn. Infolge des teilweisen Ausstandes der Eisenbahn­beamten in Turin hat die Regierung verfügt, daß das Eisenbahnpersonal in ganz Italien unter militärischen Befehl gestellt und, soweü nötig, burcß Militär ersetzt wird. Da ber. gegenwärtige Effektivbestano ber Armee gering ist, ist eine Iahresklasse zu bcy Waffen einberufen. In den Gas- unb Elektrizitätswerken Turins herrscht jetzt toteber die ge­wohnte Thätigkeit. Der Straßenbahnvercehr ist nicht ge­stört. Ein Teil ber Eisenbahnbeamteu und ber Typographen ist aber bort neu in ben Llusstand getreten. Die Gesamtzahl ber ausständigen Arbeiter beträgt nicht mehr als 20 pCt. ber Gesamtzahl ber Arbeiter Turins.

Eine noch ungleich größere Ausbehnung hat ber Aus­stand in Spanien zur Folge gehabt. In Barcelona forderten bekanntlich die Metallarbeiter ben Neunstun beu- tag, und die Ablehnung war das Signal zu einer spanischen Streikbewegung, wie sie noch nicht erlebt worben ist. Zu­nächst legten bie Arbeiter fast aller Fabriken und Werk­stätten dre Arbeit nieder, sodann aber auch die Angestellite«