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ncni)t, zur Festigung der Zusammengehörigkeit aller Polen des
Königreichs Polen und zur allgemeinen Ausübung der für die
Üo-!en hieraus resultierenden Pflichten nunmehr durch Vermittelung iiuis für diesen Zweck eingesetzten Komitees der polnischen jugenb, welcher wegen ihrer nationalen Ueberzeugung die Mög°
! Üdiem „Kunstwort". D. Red.l, eine sehr freundliche Ausnahme und tre brillunte Vorführung. In dem kleinen Einakter steckt mehr ii:!e, echte Musik als in langen Liedertgselopern. Ein kleines Dorf- t iH wird in die blühenden Farben moderner Orchestersprache sinn- jcntt eingekleidet. Das vokale Leben wird von fünf Personen ge- reiqen, deren Stimmen sehr hübkch miteinander in den verschiedenen i- r«semblesätzen verflochten sind. Voraus gingen dem Einakter W gsoncavallos „Bajazzo". —Frau E lara Viebiq (Berlin) hat neu- B lld) in der „Freien Litterar-Künstl.-Gesellschaft" verschiedene ihrer kleineren Sachen meisterhaft vorgetragen.
— Irene Driesch wird, der Einladung mehrerer auswärtiger JWHnen folgend, im Laute des Dezember Gastspiele an den Stabt- , if)«ntcm in Leipzig und Frankfurt a. M., sowie am Loflheater k n Karlsruhe absolviren. Eine große Gastspielreise durch Deutsch- P lob, Oesterreich und die Schweiz, ferner ein Gastspiel in London ■oirb die Künstlerin im Frühjahr k. I. unternehmen.
München, 22. Nov. Bei der heutigen Premiöre von Max bolbe's Walpurgisnacht" hielten sich Beisafls-Kundgebungen c^r Freunde und Verehrer des Dichters mit opponirenden Meinungs- M iu Gerungen die Wage. Am Schlusie der Darstellung wurde Halbe nshrfach hervorgerusen. (Die Dichtung erschien im Verlage von ßeorg Bondi in Berlin.)
München, 23. Nov. Franz v. Lenbach ist krank, sein I vi nsel ruht. Lenbach, welcher oft 6, auch 8 Stunden malte, wenn 'f)»t ein Modell interessierte, hat feit Wochen fernen Strich auf die .1, inwand geworfen. Er, der Einöde Märode um vieles Geld niwh München kommen ließ, um sie zu malen, konnte sein Modell nur seh«, ihr kaum die Hand reichen, denn die eine Seite des || iliir pers i stg el ä hm t.
Univerlltäts-Nachrichten.
— Auch die Kieler Studentenschaft hat eine Reso luttion gegen die Pistolenduelle gefaßt, die der gestern in 3rrr(in angenommenen entspricht. Die Kieler Resolution soll nicht iimr dem Kriegsminister, sondern auch dem Generalinspekteur der yihrine, Admiral v. Koller, übermittelt werden.
Straßburg, 21. Nov. Zur Frage der Errichtung der ka tho- ^iifsch-theologischen Fakultät cm der Universität Straßburg uaifc der „Elsässer" zu melden, es dürfe mit einiger Sicherheit an- enrommen werden, daß nicht nur die Anstellung, sondern auch is Absetzung der katholisch-theologischen Universitätslehrer in rtlraßburg mehr vorn Bischof als von staatlichen Behörden ab- löügen werde. Als Kandidaten für die Lehrstühle der katholisch- Iigwlogischen Fakultät werden Dr. Eugen Müller-Straßburg, Dr. .^ig-Straßburg, Dr. Schroers-Bonn, Dr. Schröder-Münster, Dr. Mhard-Freiburq, Dr. Mansbach-Münster und Dr. Didio-Hagenau genannt. — Die '„Straßb. Post" bezeichnet die in der Presse aus- ,el orochenen Befürchtungen als unbegründet, daß sich unter den S^dingungen, unter denen die Kurie der Errichtung einer katholisch- lsiologischen Fakultät zustimmte, u. A. eine solche gefunden habe, Mnach der katholischen Kwche auch bei der Besetzung der Lehr- Mle an den anderen Fakultäten ein bestimmender Einfluß ge- vLhrt werden müsse. Insbesondere sei die Befürchtung irrig, daß nu der philosophischen Fakultät der Lehrstuhl Windel- '«n d s einem Philosophen der katholischen Richtung zusallen müsse.
Verhandlungen der deutschen Regierung mit der Kurie haben nur die Verhältnisse der katholisch-theologischen Fakultät berührt. iJiit Verhältnisse der protestantisch-theologischen und der weltlichen jcvkultäten seien gar nicht in die Besprechung mit eingezogen worden, -i-Mwetqe denn, daß sie durch diese in einer Art berührt worden ivLren Was insbesondere die Nachfolgerschaft Windelbands an- lkve so habe die philosophische Fakultät ganz in der bisher stets -b ichen Weise ihre Vorschläge gemacht, ohne daß die Regierung n irgend einer 9(rt dabei eine Einwirkung versucht oder aus- •tribt hätte. Nach Ansicht der „Straßb. Poll" liegt weder Grund ich Absicht vor, daß die Regierung die Vorschläge der philoso- )hiid)en Fakultät nicht berücksichtigen werde. .
— Man schreibt aus H e i d e l b e r g vom 21. ds.: Die Privativ ..enten Dr G B. Schmidt und Dr. O. V o l p i u s von der Mdizinischen Fakultät und Dr. K.Vaßler von der philosophischen Idultät sind zu a. o. Professoren ernannt worden. — Wie weiter IM Heidelberg berichtet wird, beträgt die Gesamtzahl der Hörer ini der dortigen Universität 1533, die höchste bisher m einem T-ntersemesler erreichte Zahl. Im vorigen Jahre waren es 1439 öcrer. Das hat wahilcheinlich Wilhelm Meyer-Förster mit imer Reklame für Heidelberg gethan.
— Tie Begründung einer jüdischen Universität planen, so ' imichtet ein Londoner Blatt, die Führer der Zionistenbewegung. Wische Geldleute sollen schon 1 Mill. Frcs. für die Kosten des Si ms, der im Ganzen etwa 1 200 000 Frcs. erfordert, garantiert in :en. Gleichzeitig ist ein Plan im Gange, eine vollständige Ge-
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Mehrere L Mte die Lrdnuiiz ie Polizei entdeckte hi» n Hauptzweck ist, Aur, Mlare aus, in dem loung bestehende Geld. in9e angeboten wurden, bmer, ein Oesterreichs >en verhaftet.
der Station jkssü aoslaw fand ein Zn. üge statt. (Hffc eilte verletzt.
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Kaiser Wilheln zchielt Men. AurMeler, eher p Li tzewM, ehrgn-^ eW zu bequem? ,r dafür eingenev' eue handhaben,^ ardtisch reichen , Ai Mi »P u ibertreütn W- das SM einh , fcüi'cment betl, flimeflen fei ober Strert r” mute- Ach E
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■ irryerer -AufmerTscmrreri per, Die na? Vtmten w^rngen üjct* imten auf hundert verschiedene GegenstLude richtet.
♦ Welch' Himmels ckreiender Unterschied ','vischen Theorie und Praxi s besteht, erhellt aus ! sagender Geschichte, welche der Kreisarzt Dr. Berger in IHannover in seiner eben erschienenen Schrift „Kreisarzt unb Schulhygiene" erzählt. ,Lch frage in einer Dorfschule , eiheu Jungen: „Was muß man thun, wenn man die Z.sihne schön und weiß erhalten will?" — „Putzen", lautete -die Antwort. — „Und wann muß man putzen?" — „Mor- M!ns". — „Sonst auch noch?" — Alles schweigt. „Womit vrcht man?" — „Mit einer Zahnbürste." — „Hast Du dsnn eine Zahnbürste^ — „Nein." — „Hat Dein Vater eiine Zahnbürste?" — „Nein". — „Hat Deine Mutter eine Zahnbürste?" — „Nein." — „Woher weißt Tn denn das mit der Zahnbürste?" — „Wir verkaufen Zahnbürsten."
• Eine hübsche Trinkergeschichte wird der ^Nat. 'Wg." berichtet, die der ebenso witzige wie menschenfteund- liihe Pastor Boedeker, besten Denkmal auf dem Marktplatze im Hannover steht, im traulichen Freundeskreise zu erzählen Megte. — In der gemütlichen alten Zeit, als man sich noch bar ‘(Sänften bediente, gehörten zu den volkstümlichen Per- Mlichkeiten Hannovers zwei Sänftenträger, die, unzertrennlich wie Dtüller und Schultze, während der Ausübung ihres boschwerlichen Berufes reichlich Gelegenheit fanden, durch ^chnapStrinken ihr Dasein zu erheitern. Nachdem Siechtum bom Haupttrinker hinweggerafft und auch der Ueberlebende mach einigen Jahren sein Ende herannahen fühlte, erschien arm Krankenlager der gute Pastor Boedeker, um denSchwer- i !k denden auf seinen letzten traurigen Gang vorzubereiten. 1 O nun unter den tröstlichen Verheißungen auf das Wieder- e )en mit dem verstorbenen langjährigen Freund und Kum- oan Erwähnung fand, seufzte plötzlich der Kranke: Llch, Herr Pta stör, dann geht doch das leidige Supen wedder los." Äber, lieber Freund," erwiderte der Seelsorger, „Ihr denkt )od) nicht, daß im Jenseits getrunken wird!" Darauf der I fiwanfe mit trübseligem Kopfschütteln; „Ach! Herr Pastor, ■ 2 tr? Er läßt et nich un er weeß . immer eenen noch zu 'r iegen" . . .
Kunst und Wissenschaft.
M. Darmstadt, 23. Nov. Im Großh. Hoftheater erlebte heute I )i i Opernnovilat „Das war ich!" von Leo Bloch, Text von '.itka (bem feinsinniaen Musikredakteur von Avenarius' oortreff-
ch chte des jüdischen Volkes vorzubereiten.
Lemberg, 22. Nov. Eine hier abgehaltene Versammlung von ?o!nischen Hochschülern nahm eine Resolution an, welche he» :inmt, daß zur Stärkung der Kräste im Kampf gegen die lieber-
TrcnrnT flch auSzuvklven Tn trgrnd etnem polnflchen Landesgebiete genommen wird, eine auf allgemeiner Beisteuerung gegründete Unterstützung ' zu gewähren sei. Der Antrag der sozialistisch gesinnten Universitätshörer, eine derartige Unterstützung auch den wegen ihrer gesellschalllichen Anschauungen verfolgten polnischen Studenten zu gewahren, wurde abgelehnt.
Petersburg, 23. Nov. Ter Priester Johann von Kronstadt und Graf Tolstoi wurden von der Universität Dorpat zu EhrenmitaHebern ernannt.
Kirche und Schule.
Generalsuperiuteudent a. D. Dr. Ernst f. Am 21 Nov. ist in Boppard der Generalsiwerinteudent a. D. Dr theol. Karl Emst geftorben. Geboren 1834 zu Drommershausen im Oberlahnkreise, legte er die erste theologische Prüfung in H e r b o n 1855 ab. 1861 wurde er zweiter Pfarrer in öerbom. 1863 Pfarrer der reformierten Gemeinde in Barmen-Gemarke. 1870 erster Pfarrer in £>erbom. 1871 Dekan und Professor des Seminars. 1879 Direktor des theologischen Seminars in Herborn. 1881 verlieh ihm die Universität Marburg die theologische Doktorwürde honoris canea. 1882 wurde Tr. Emst zum Generalsuverin- tenbent bes Konsistorialbezirkes Wiesbaben ernannt, welche Stellung er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1897 beibehielt.
Zandc! und Verkehr. Ualküwittschast.
Märkte.
Grünberg, 22. November. Fruchtmarkt. lDurchschnitts- preis pro 100 Kilo.) Weizen 15.54 bis 15.75 Mk., Kom 00.00 dis 00.00 M, Gerste 13.00 bis 00.00 Mk., Hafer 13.50 bis 00.00 Mk., Erbsen 16.00—00 Mk., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mark, Samen 00.00—00.00 Mk., Kartoffeln 0.00 bis 0.00 Mk.
fc. Frankfurt a. M., 24. Nov. (Tetegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 427 Ochsen, 141 aus Oesterreich, 37 Bullen, 1 aus Oesterreich, 786 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oesterreich, 322 Kälber, 630 Schafe und Hämmel, 1306 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1.Qualität 69—71 Mk., 2. Qual. 65—67 Mk., 3. Qual. 61—63Mk.; Bullen l.Qual. 64 bis 66 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk.; Kühe 1. Qual. 61—62 Mk., 2. Qual. 56—58 Mk., 3. Qual. 46—48 Mk, 4. Qual. 40—42 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: 1. Qualität80—81 P^g.,Lebendgewicht 49 — 50 Pf., 2. Qual. 70—75 Psq., Lebendgewicht 42—44 Psg., Schlachtgewicht 60—62 Psg., Schake: l.Qual. Schlachtgewicht 62—64 Psg., 2. Qual. 58—60 Psg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine 1. Qual. 67 Pfg., Lebendgewicht 52,5 Pfg., 2. Qual. 66 Psg., Lebendgewicht 51,5 Psg., 8. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: hei Hornvieh gut, bei Kleinvieh gut.
fc. Frankfurt a. M., 24. Nov. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Nottemngen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 15.75,—00.00 Kurhessischer Mk. 15.50—15.75, La Plata Alk. 17.00—17.25, Kansas Mk. 17.00—17.25, Roggen (hiesiger) Mark 14.50—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.50—16.00, Frankenfelder Mk. 00,00—00,00, Haf-r Mk. 14.75—15.25, Mais Mk. 14.00—00.00, Weizenmehl 0 Mk. 25.55—25.75, 2. Qualität Mk. 23.50
bis Mk. 23.75, 8. Qualität Mk. 21.50—21.75, Roggenmehl 0 Mk. 23.00—25.75, 1. Qualität Mk. 21.75—22.25, Weizenkleie Mk. 8.75 bis Mk. 9.00, Roggenkleie Mk. 9.50—10.00, Maiskeime Mk. 10.00 bis Mk. 10.25, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00-00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
Gerichtssaal.
Vertin, 22. Nov. Gegen den Grafen Pückler aus Klein- Tschirne beschäftigten hertte drei Prozesse die 9. Strafkammer des Landgerichts I. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Grafen Pückler wegen Aufreizung und Beleidigung ein Jahr Gefängnis und sofortige Verhaftung, ferner gegen die Mitangeklagten Verleger der Staatsbürger Ztg. Wilhelm Bruhn drei Monate Gefängnis, Stenograph Schimmelpseng 100 Mk. Geldstrafe, Oberinspektor Kirchner Klein-Tschirne 300 Mk. Geldstrafe und gegen den Redakteur Weber von derStaatsb.Ztg. 300 Mk. Geldstrafe. Das Urteil ist am Dienstag verkündet worden. — In der ersten Anklage bandelte es sich um folgendes: Graf Pückler stand am 9. März vor der U. Strafkammer als Angeklagter. Zwei Tage später fand in Berlin eine antisemitische Versammlung statt, und in dieser soll Graf Pückler gegen das Richterkollegium sehr scharfe Worte gebraucht haben. Nach einem Zeitungsbericht soll er u. a. gesagt haben: „Das war eine Verhandlung! Der Präsident schnauzte mich an, fluchte und wetterte, daß es nur solche Art hatte! Wie man mit mir umgegangen ist, ist einfach doll I Die ganze Verhandlung machte einen kläglichen und jammervoll-n Eindruck. Ich als preußischer Rittergutsbesitzer, Gra und Patriot verlange Respekt und Achtung, und der Deubel soll den holen, der mir diese Achtung nicht entgegenbringt. Ich bin von den Behörden schon genug geschunden worden, man hat mich chicaniert wie noch nie. Man muß den Leuten in Moabit einmal die Wahrheit geigen, und zwar so geigen, daß sie auf den Rücken fallen! Das wäre ein Anblick, wenn die Kerle in Moabit unter dem Tis ch lägen und ich stolz wie ein Spanier den Saal verließe." Bei dem zweiten Punkt der 9lnflage handelte es sich um eine Rede, die unter Verantwortlichkeit des Grafen Pückler in einer Extrabeilage der Staatsb.-Ztg. verbreitet worden ist. In der Rede soll Graf Pückler unter anderem gesagt Haben: „Wenn Euch nachher schwarzlockige Jünglinge begegnen, so tretet auf sie zu unb gebt ihnen patsch! patsch! eins hinter dieOhren; bann hebt ben Fuß und versetzt dem Schwarzgelockten einen Fußtritt. Auf diese Weise muß der Anfang gemacht werden; die große Keilerei kommt später! Es ist Zeit, baß wir jetzt zu Angriff unb Sturm übergehen. Wir müssen diese Plage los werden usw." Der dritte Anklagepunkt betrifft eine Rebe in ber er u. a. folgenbe Äußerungen gemacht haben soll: Bataillone von Kämpfern ständen bereit, das Judentum zu zerschmettern unb zu vernichten; bie Banbe müsse verhauen werben; mit Worten habe man sie noch immer nicht aus bem Lanbe bringen können, man müsse ihnen energisch an ben Kragen gehen. „Tie Juben müssen 'raus aus allen Lokalen nach Jerusalem. Zwanzig stämmige Kerle müßten ben Anfang machen, die Kerle zu verhauen usw. Auf Befragen gab Graf Pückler zu, nach ber in Glogau gegen ihn geführten Verhanblung fol- genbes burch bie Staatsb.-Ztg. veröffentlicht zu haben: „Gleich nach ber Sitzung habe ich dem als Sachverständiger fungierenden Geh. Sanitätsrat Dr. Neumann eine Forderung auf Pistolen zukommen lassen, diese ist aber nicht angenommen worden. Ter Mann kann wohl anständige Leute beleidigen, hat aber nachher nicht ben Mut, für seine Belobigungen einzutreten. Ich erkläre ihn beshalb für einen. ..." Graf Pückler lehnt es ab, anzugeben, wie biefe Punkte zu ergänzen seien. Der Angekl. Bruhn bestreitet jede Verantwortlichkeit für die vom Grasen Pückler unter seiner Verantwortung veranstaltete Extrabeilage zur Staatsb.-Ztg. Er selbst habe bie Versammlung vom 11. November zwar geleitet und bie Rebe bes Grasen Pückler gekannt, nicht aber die Rebe, wie sie burch ben Druck ber Oeffent- lichkeit übergeben worben ist. Er habe mit ber Drucklegung nichts zu thun, berartige Sachen werben von einem Angestellten feines Betriebes erlebigt. Nach Beenbigung ber Vernehmung ber Angeklagten würbe ber Berichterstatter Schweber vernommen, von bem bie ber Anklage zu ©runbe gelegten Zeitungsberichte über bie Versammlung vom 11. November herrühren. Ter Zeuge hält bei seiner eingehenden Vernehmung die Richtigkeit seines Berichts aufrecht.
Ueucsse Welauiiaeu.
Origiualdrahtmeldungen des Gießener Anzeiger.
R. B. Darmstadt, 24. Nov. Beide Kammern eröffneten heute ihre konstituircnden Sitzungen. Inder Ersten Kammer wurde znm 1. Präsidenten Emil Friedrich Graf von Schlitz - Goertz, zum 2. Präsidenten Gras Erbach- Fürstenau, zum 3. Präsidenten Exz. Dr. Jacob Finger, zu Schriftführern Otto in Solms-Saubach und
Exzellenz Drl Theodor Goldmann wiedergewählt. —« In der Zweiten Kammer wurden ebenso znnr 1. Präsidenten Geheimer Regierungsrat Wilhelm HaaS mit 45 von 47 Stimmen, zum 2. Präsidenten Rechts» anwalt Dr. Schmitt (Eentr) mit 43 von 47 Stimmen, zum 3. Präsidenten Fabrikbesitzer Nikolaus ^Reinhart (nat.-lib.) mit 43 von 47 Stimmen, zu Schriftführern Bürgermeister Schmalbach und Landwirt Heinr. Brauer wiedergewählt. Die Wahl der Ausschüsse erfolgt am Mittwoch.
Berlin, 24. Nov. Gestern überfiel der Klempner Moser aus Chemnitz den Bankbeamten Salzwedel m ber Filiale des Bankhauses Schwertfeger u. Co. am Bahnhof Friedrichstraße, um die Kasse zu berauben. Der Thäter verwundete den Beamten durch Dolchstiche unb. entfloh, als der Dolch entfieL Auf die Hilferufe des lieber» fallenen wurde der Thäter verfolgt und sprang, in der Nähe, der Spree ergriffen, ins Wasser, wurde aber lebend heraus» gezogen und verhaftet.
Essen, 24. Nov. lieber die Zukunft der Krupp» schen Werke erfährt man, daß sie testamentarisch durch den verstorbenen Alfred Krupp geregelt wurde. Die Firma wirb für Rechnung der Frau Knipp fortgeführt. Das Werk darf in den ersten 25 Jahren weder in eine Aktiengesellschaft umgewandelt noch veräußert werden. Nach dem Tode der jetzigen Besitzerin sollen die Werke in das Eigentum der ältesten Tochter Krupps übergehen.
Aschaffenburg, 24. Nov. Um Mitternacht erfolgte in der hiesigen Gasfabrik unter heftiger Detonation eine Explosion. Das Regulierhaus wurde gänzlich demoliert und ging in Flammen auf. Unfälle sind nicht vorgekommen. Das Feuer wurde bald gelöscht. In der Stadt erloschen infolge der Explosion sämtliche Lichter. Die gewerblichen unb andere Betriebe haben heute früh durch die Folgen der Explosion zu leiden.
Rom, 24. Nov. Kardinal Rampolla hat, wie es heißt^ bis zum letzten Augenblick auf das hartnäckigste gegen das Projekt der Errichtung einer katholisch-theologischen Fakultät an ber Universität Straßburg gekämpft, aber schließlich dem bestimmten Willen des Papstes nachgeben müssen. Zu Gunsten de§ Projektes traten viele Kardinäle auf das eifrigste ein. Freiherr von Hertling wird im Winter in Rom zurückerwartet, um über die Organisation der Fakul» tät zu beraten. Bisher ist im Prinzip verabredet worden, daß die Ernennung der Professoren im Einverständnis mit dem Bischof erfolgt. Der glückliche Abschluß der Angelegenheit ist auf den Eindruck zurückzuführen, den die anti-klerikale Politik Frankreichs im Gegensatz zu der kirchenfreundlichen Politik Deutschlands im Vatikan hervorgerufen hat.
Rom, 24. Nov. Der 19jährige Herzog Sforza hat sich erschossen unb zwar infolge allgemeiner Notlage.
Bubapest, 24. Nov. Im allgemeinen Krankenhause zu Gyoer erm orbete ein Irrsinniger nachts einen in seinem Zimmer befinblichen Mitkranken unb tötete sich bann selbst.
Philabelphia, 24. Nov. Als Präsibent Roosevelt gestern burch bie Straßen ber Stabt fuhr, brängte sich ein junger Mann an ben Wagen be§ Präsidenten heran. Der Sekretär glaubte an ein Attentat unb wehrte ihn ab. Der Mann würbe sofort verhaftet. Er erklärte, er habe keine böse Absicht gehabt, fonbern ben Präsidenten nur in ber Nähe sehen wollen. — Roosevelt hielt gestern abenb in einer Versammlung eine längere Rede, in ber er roieberum auf bie Trusts zu sprechen kam. Er erklärte, bie Entwickelung bet amerikanischen Institute stelle täglich neue wichtige Aufgaben, darunter befinde sich auch die Lösung der Trustfrage. Dieselbe ist eine schwierige, so sagte Roosevelt, aber es ist unser Wille unb es steht in unserer Macht, sie in befriebigenbex Weise zu lösen.
Krieskasten der Redaktion.
(Anonyme Anftagcn bleiben nnberücksichUq^.)
Dr. O. Die kur^e Besprechung ber Aufführunq bes Schauspiels „Schnapphähne" von Walter Bloem im Großh. Hoftheater zu Darmstadt in Nr. 274 entstammt bem „Rhein. Kurier".
Arbeiterbewegung.
Buenos-Ahres, 22. Novbr. Nachbem schon seit mehreren Tagen Arbeitsein st ell ungen ftattgehmben, in bereu Folge es zu Zusammenstößen zwischen Ausstäi,bischen unb Schutzleuten gekommen war, ist nunmehr ber Generalausstand proklamirt worden. Der Erporthandel ruht infolgedessen vollkommen.
Telephonischer Kursbericht.
Frank fort a. n.. 24. November 1902.
8*/e% Reichsanleibe . . 101.70 3"/> do. ... 90.85 31/,°/« Konsole .... 101.85 3°/n do 90.80 3l/e% Hessen .... 100.45 3 % Oberhess«n . . . 99 80 4% Oesterr. Go’drente . . 103.00 4, z2% Oeeferr. Silborrente 101.45 4% Unerar. Ooldrente . . —.— 40/ Italien Rente . . . 103.10 4,/2% Portngies-n . . . 49.10 0/ Port»diesen, .... 30.50 1% C. Türken ....--
Türkenlose 120.40 4% Griech. Monopo’ -Anl. 44.10 41/, % äussere Ar»enb'ner —.—
3u/q Mexikaner .... 24.80 4i/?7 Chinesen .... 91.30 Electric. Rcl ackert . . . 79.00 Nordd Lloyd . . . . 96.00
Kreditaktien . ... 210.60
Diskonto-Kommandit. . . 187.20 Darmstädter Bank . . . 137.40 Dresdener Bank .... 142.10 Ber iner Handelsges, . . 154.70 Oesterr Staatsbahn . . , 148.90 Lombarden .... 18.40 Gottbar 'bahn 180.50 Laura1 Otto ..... 201.50 Bochum ...... 167.40 Harpener 167J.0 Tendenz: still.
Ceibniz Cakes
Zn haben bei Hofl. J. Konx, Selterswee: No. 25. 3505
In welchem Hausalt ist wohl Pfeiffer & Dillers
Kaffee-Essenz
nicht zu finden? Ist es doch der beste, sparsamste unb reinste Kaffezusatz? 6961
Der Winter nabt unb mit ihm für jeden Pferdebesitzer bie Pflicht, ben Winterhusbefcblag seiner Pferde in Ordnung zu bringen, d. h. vor allen Dingen für gute, stets scharfe Stollen au sorgen. Jeder Interessent weiß, eine wie reiche Auswahl in dieser Beziehung heute in den Handel gebracht wird, und doch kann man hier nicht von einer Qual der Wahl sprechen, denn seit vielen Jahren stehen die allbekannten fl-Stollen von infolge ihrer bedeutenden Vorzüge an ber Spitze aller Stollen-Arten.


