Ausgabe 
24.11.1902 Erstes Blatt
 
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sprachen en Verdächtigungen in keiner Weise erschüttert. Turch den inzwischen eingettetenen Tod wurde der Anttag gegenstandslos. Ter Oberbürgermeister widmete dem Ver­storbenen warme, anerkennende Worte. Tie Versammlung drückte einmütig ihre Entrüstung über die trm Verblichenen kurz vor seinem Hinscheiden angethane Kränkung auS mit dem Auftrage, der Witwe des Verstorbenen das innigste Beileid der Versammlung und der gesamten Bürgerschaft auszusprechen und namens der städtischm Behörden die Vor­bereitungen zu treffen, welche zu einer würdigen Ver- ttetung der Stadt bei den Beisetzungsftirrlich^eiten erforder­lich seien.

Einem unverbürgten Gerücht zufolge soll nach den Be­stimmungen eines vom Vater Krupvs hnwührend-m Testa­ments die Fabrik in Form eines Fideikommiß weiter­geführt werden. Zum Chef soll ein Vetter Krupps, Arthur Krupp-Berndorff, ausersehen fein.

Tem Vernehmen nach istFrauKrupp Universal­erbin.

Die Beisetzung erfolgt Mittwoch vormtttag vom Stamm­hause in der Gußstahlfabrik aus.

Geheimrat 3 en de, der kürzlich ausgeschiedene Vor­sitzende des Kruppschen Direktoriums, wird erwartet, um die nötigen Dispositionen zu treffen.

Am Sonntag versammelten sich die Delegierten der Essener nichtsozialdemokratischen Vereine. Tie Versamm­lung, die ursprünglich anberaumt war, um Stellung zu nehmen ge^en die Verleumdungen gegen die Person Krupps, gestaltete sich zu einer erhebenden Trauerkundgebung. Nach einer Trauerrede durch den Vorsitzenden wurde ein Tele­gramm an Frau Krupp abgesarrdt.

Ueber die Beschäfttgung auf der Krupp'schen Gußstahl­fabrik gelangten in letzter Zeit vielfach widersprechende Nach? richten in die Presse. Arbeiterkündigungen sind in den letzten Monaten nur in geringem Maßstabe erfolgt. Jedoch haben starkeLohnreduktionen und Betriebsein­schränkungen stattgefunden, so in den Hammerwerken, der Satzachsendreherei, den Herd- und Wagenschmieden, zu- Icj?t auch in 6en Puddelwerken. Andere Betriebe können wieder über Arbeitsmang"l nicht klagen; so ist dos Schienen­walzwerk in allen Schienenstraßen bis April nächsten Jahres vollauf mit Aufträgen versehen. Größere Auf­träge für das K'anonen-Ressort stehen in sicherer Aussicht.

Ter Kaiser telegraphierte an das Tirettorium -er Firma Krupp:

Tie Nacht von dem so unerwartet eingettetenen Hin­scheiden Ihres Chefs hat mich tief erschüttert. Tie Vor­sehung hatte Geheimrat Krupp an die Spitze eines Unter­nehmens gestellt, das weit über die Grenzen des Vater­landes universelle Bedeuttlng gewonnen hat. Ties Werk, wie es von seinem genialen Vater ihm überkommen war, nicht nur zu erhalten, sondern, seinem Weltruf ent­sprechend, weiter ausHubitden, sah er als die Aufgabe seines Lebens an. Sein Name ist mit der Entwickelung der Eisenindustrie, des gesamten Waffenwesens, der mo­dernen Befestigung, wie des Schiffsbaues auf das Innigste verknüpft. In der Fürsorge für seine Ange­stellten war er unübertroffen und vorbild­lich. So empfinde ich, dem Verewigten in patriotischer Gesinnung auf das Treueste ergeben, mit der Beamtenschaft und den Tausenden seiner Arbeiter, seinen Verlust auf das Schwerste.

Wilhelm.

Tem Tirettorium der Firma Krupp gingen ferner Beileidstelegramme des Erbgroßherzogs von Baden, des Reichskanzlers, des Kriegsministers v. Goßler, des Finanz­ministers v. Rheinbaben, des Eisenbahnministers Budde, der Staatssekretäre Kraetke und Nieberding, des Chefs des Zivilkabinetts v. Lucanus rc. rc. zu.

TerVorwärts" knüpft an die Todesnachricht folgende Worte: Ter Tod legt uns die Pflicht auf, vorläufig von jeder weiteren Erörterung der an seinen Namen geknüpften Angelegenheit abzusehen. Don juristischer Seite wird darauf aufmerksam gemocht, daß durch den Tod Krupps das Strafverfahren gegen denVorwärts" keineswegs er­lischt.

In ihrem Nachrufe für Krupp schreibt die Essener Rhein.-Wests. Ztg." u. a.: Friedrich Alfred Krupp war ein zarter Knabe und ein schwacher, herzleidender Mann, der im Orient verschiedentlich Heilung von Asthma suchte. Außerdem war er, unähnlich seinem Vater, ein weicher, fast ängstlicher Charakter. Krupp empfand es außerordent­lich peinlich, als bei Begründung derBerl. N. Nachr." und des Flottenverekns fein Name in die Öffentlichkeit gezerrt und angegriffen wurde; er war nicht der Mann des heftigen Kampfes. Am 13. und 14. d. M. weilte er noch mit feiner Gemahlin und Töchtern in .Kiel, in der letzten Woche kehrte er nach Villa Hügel zurück. Tie fortdauernde Ge- mütsaftektion in di ' u Tagen, und die sichere Aussicht, daß der Prozeß, bei einer luristisch geschickten Gegenseite sich Monate, , vielleicht Jahre hinschleppen könnte, haben nach den vorliegenden Meldungen die überaus traurige Kata­strophe herbeigeführt. Tie öffentliche Meinung in Essen steht unentwegt zu Krupp, und in allen Kreisen ruft man sich rührende Akte deS Verstorbenen in Erinne­rung, nur ganz selten hört man auf den Sttaßen röche Äußerungen der Sozialdem'kraten.

Politische Wochenschau.

Tie Position des Reichskanzlers im Kampfe um den Zolltarif wird von Woche zu Woche günstiger. Er macht immer noch nach keiner Richtung hin irgend welche Avancen, läßt vielmehr im Bewußtsein, beim Kaiser Rücken­deckung zu haben, die Tinge ruhig an sich herankommen. Ten Konservativen und dem Zentrum aber scheint die Be­fürchtung nahe zu liegen, daß die Verständigung zu spät erfolgen könnte. Verzichten die Sozialdemokraten auf ihr geschmackloses Obsttuktionstreiben und beschränken sie sich lediglich auf eine in ihrer Art sachliche Tetailbehandlung des Zolltarife«, dann würde der konsequente Tebattenschluß unterbleiben. Tann freilich würde es um die Aussichten des Tarifes schlecht bestellt sein. Wie schwierig übrigens eine Verständigung ist, ergiebt sich aus der offiziösen Kund­gebung, die ein Nachgeben der Regierung in Sachen der Mindestzölle, die Preisgebung von Jndustriezöllen und selbst der Loslösung des Tarifes vom Tarifgesetz als völlig un­möglich hinstellt. Obendrein hat soeben die konserva­tive Fraktion des Reichstags fast einstimmig beschlossen, sofort, also noch für die zweite Lesung des Zolltarifes einen Antrag einzubringen, durch den die I n d u st r i e z ö l l e der Mschnitte 17 und 18 des Zolltariftntwurfs um durch­schnittlich 25 Prozent gegenüber den Kommissionsbeschlüssen herabgesetzt werden. Außerdem ist in Aussicht ge­nommen, durch einen weiteren Antrag die Zölle auf die Erzeugnisse der chemischen Industrie wesentlich herabzu- setzen oder aufzuheben (die Abschnitte 17 und 18 ent­halten unedle Metalle und Waren daraus, sowie Maschinen,

elektrische Erzeugnisse und Fahrzeuge). TerNat.-Ztg." zufolge ist in der letzten Frattionsfi^mg der Nattonal- liberalen von dem neuesten Plane der Mehrheitsparteien, eine Verständigungskommission einzusetzen, überhaupt nicht die Rede gewesen. Der Anttag aus Aufhebung der Kom­munalabgaben für Brot und Fleisch ist, wie in der Kommission, so auch im Plenum angenommen worden. Der Umstand, daß die Beseitigung des Lttrois erst im Jahre 1910 erfolgen wird, nimmt der u. E sehr er­freulichen Errungenschaft nichts von ihrer Be­deutung. Ta viele Städte auch, wie unsere, bisher eine nicht unerhebliche Einnahmequelle aus den von ihnen er­hobenen Steuern für Brot und Fleisch hatten, scheint es vielmehr nicht mehr als gerecht, durch die Gewährung einer längeren Zeitdauer bis zum Jnttasttteten des Ge­setzes den Kommunen Gelegenheit zu schaffen, den Aus­fall für den Stadtsäckel auf andere Weise wett zu mach en. Turch die Aufhebung der Oktrois ist endlich einmal wieder eine praktisch-erfolgreiche Verständigung im Reichstage er­zielt worden.

Bei dieser Gelegenheit hat übrigens der Staatssettetär des Reichsschatzamtes Frhr. v. Thielmann für den nächsten (Etat einen Fehlb etra a von nicht weniger als 150 Millionen Mark angekündigt. Wenn er dessen Teckung durch erhöhte Matrikularbciträge als unthun- lich hinstellte, so kann man ihm hierin gewiß nicht wider­sprechen. Mles hat feine Grenzen auch die Mattikular- beittäge? Ter Finanzausschuß des oldenbur gischen Landtages unterbreitete soeben erst dem Plenum eine Reso­lution, in der die Großh. Staatsregierung ersucht wird, durch ihren Vertreter beim Bundesrat oder auf sonst an­gemessener Art, möglichst gemeinsam mit anderen Regie­rungen, auf die Reichsregierung in dem Sinne zu wirken, daß das Reich durch größere Sparsamkeit und Einschränkung der Ausgaben eine Herabminderung der Mattikularbeiträge der Einzelstaaten herbeiführe. Daß man die u n g ü n st i g e n Finanzen der Einzel st aaten noch weiter ver­schlechtert, geht nicht an; das sieht man wohl allenthalben ein. Richtig ist auch, daß man solche Defizits nicht Jahr für Jahr durch Anleihen decken kann. Fort­dauernde Ausgaben müssen in einem soliden Haushalt auch durch fortdauernde Einnahmen, nicht durch gepumpte Gelder bestritten werden. Mit der in Aussicht gestellten Bier- und Tabaksteuer-Erhöhung dürfte es in­dessen, wie gesagt, gute Wege haben. Wenn sie dem Zoll­tarif Vorspann geleistet hat, wird sie wahrscheinlich wieder von der Bildfläche verschwinden. Die Reichsregierung hat damit schon zu schlechte Erfahrungen gemacht, als daß sie es auf einen neuen Mißerfolg anfommen ließe.

Eine Alarmnachricht brach von Belgien her herein. Auf Leopold II. wurde ein Attentat verübt in dem Augen­blick, als er die Kathedrale St. Gudule von einer Ge- dächttisfeier für die verstorbene Königin verließ. Ter Italiener Rubino gab mehrere Revolverschüsse auf die königlichen Magen ab, die jedoch ihr Ziel verfehlten. So­zialistische Blätter nahmen die Nachricht, der Thäter stehe nicht mit anarchistischen Gesellschaften in Verbindung, son­dern ein Lockspitzel der Polizei, mit Geflissenheit auf. Zweifellos hat Rubino, der aus guter Familie stammt, früher, als er in London sich aufhielt, mit der italienischen Polizei in Verbindung gestanden und von ihr auch ziemlich hoh'e Geldbezüge erhalten; man sprach von 4500 Frcs. pro Semester! Man hat Veranlassung, anzunehmen, daß Rubnio den Anarchisten, deren Partei er in letzter Zeit be­stimmt angehört hat, durch einehervorragende That" seine Zugehörigkeit zu ihnen dokumentieren und damit alle Zweifel, die in dieser Beziehung seiner Person aus dem früheren Engagement mit der Polizei her etwa noch an* haften konnten, gründlich zerstreuen wollte. Tie Vorunter­suchung gegen Rubino ist inzwischen abgeschlossen. Ter Prozeß gelangt am 20. Tezember zur Verhandlung. Zu seiner Verteidigung wird ihm von Alntswegen ein Anwalt gestellt.

Königin Elenea von Italien ist eines gesunden Mäd­chens genesen, und wenn auch die Hoffnungen sicher mehr auf einen Thronerben gerichtet waren, so hat die Be­völkerung Roms und der Provinz der hohen Wöchnerin die kleine Enttäuschung nicht entgelten lassen; herzliche Sym­pathiekundgebungen sind aus allen Teilen des Landes ein- getroffen, die gezeigt haben, daß das junge italienische .üönigspaar die Herzen des Volkes besitzt, was sich bei der schlichten, volkstümlichen Art Viktor Emanuels, der mo­derneren Forderungen in vielen Fällen zugänglich ist, von selbst versteht.

In der Kurzlebigkeit der Ministerien beginnt jetzt Serbien sogar die französische Republik in den Schatten zu stellen. Tas Kabinett Welimirowic ist nach vierwöchiger Thätigkeit zurückgetreten, nachdem es in der Skupschtina fein Programm entwickelt und dafür nur eine sehr knappe Mehrheit aufgebracht hatte. Nunmehr ist General Mar- kovic, der im vorigen Monat einmal einige Stunden lang Ministerpräsident war, mit der Kabinettsbildung betraut worden. Ter Fortschrittspartei nahestehend, hat er den Radikalen sämtliche übrigen Portefeuilles eingeräumt; ob er sich jedoch damit eine Parlamentsmehrheit sichert, ist umso ungennffer, als die radikale Partei ihre innerliche Spaltung nicht zu überwinden vermag. Tazu kommt noch, daß der neue Kabinettschef im Verdacht steht, in der aus­wärtigen Politik bei Oesterreich Anschluß zu suchen, was ihn zwar der gegen Rußland Derftimmten Königin Draga, nicht aber den russisch beeinflußten Radikalen' empfiehlt. Er wird also allem Anschein nach seiner militärischen Thätigleit nicht lange entzogen bleiben.

Aus Stadl und Land.

Gießen, den 24. November 1902.

Gedenket der hungernden Vögel!

* Gedenktage. Am 25. November 1812 waren die Franzosen unter Marschall Ney zur Beresina gelangt, wo He im Angesicht deS Feindes zwei Brücken über den Fluß schlugen, nachdem sie den Uebergang über den gefrorenen, aber an beiden Ufern aufgetauten und von den Russen be- ivachten Dniepr zur Nachtzeit auSgefühtt hatten. Unter un­zähligen Gefahren konnte sich ein kleiner Teil deS Heeres über die Beresina retten, aber gegen 18 000 Nachzügler, die nicht zeitig genug ankamen, fielen in Feindeshand.

** Ter erste derakademischen Vortrage", von Oberbibliothekar Prof. Haupt am 21. b. M. gehalten, behandelte das ThemaFriedrich der Große und, Voltaire". Ter Vorttagende schilderte die engen De riehungen. die zwischen den bewcn Männern von 1736 bis 1778 bestanden, und die sich von anfänglicher schwär­merischer Freundschaft während BottaireS Berliner Aufent­

halt zu offener Feindschaft wandelten. Ans Voltaires ISet* Haftung in Frankfurt durch den preußischen Residente« von Freytag (1753) werfen Briefe Voltaires an seinen da­maligen juristischen Berater, den berüchtigten Frankfurter Senator Joh. Erasmus von Senckenberg, die her Vor­tragende in der Gießener Universitätsbibliothek aufge« funoen, manches neue Licht Wahrend des siebenjährige« Krieges hat Voltaire vielfach in unedler Weise seiner Rach, sucht gegen Friedrich den Großen die Zügel schießen lassen. Erst seit dem Jahre 1765 hat der briefliche Verkehr zwischen Beiden wieder den früheren freundschaftlichen Charakter angenommen und ihn bis zu Voltaires Tod bewahrt. Ein Teil der Gießener Voltaire-Autographen war bei Gelegen­heit des Vortrages zur Besichtigung ausgestellt.

Von unsererKanalisation. Seit Freitag vorigem Woche erregen die an diesem Tage angenommenen, an bei Bahnhofstraße lagernden beiden eisernen Rohre für unsere Kanalisation die größte Aufmerksamkeit der Vorübergehenden. Diese Rohre, od-r richtiger Ducker genannt, sind ca. 18 Meter lang und au5 je einem Stück Schmiedeeisen hergestellt. Wir hören, daß wir durch den plötzlichen Eintritt des Frostes um ein interessantes Erveriment gekommen sind. Die Unter­nehmer Jäger u. Rumpf beabsichtigen, durch das fertig« gestellte Siel da? Wasier der Wicseck oberhalb der Stelle, wo die Tucker eingetagert werden, nach der Lahn zu leiten und so das Wieseckbett an jener Stelle trocken zu legen. Ob die Rohre bei Eintritt von Tauwetter vielleicht doch noch in dieser Weise verlegt werden, steht bis jetzt nicht fest.

- Die hiesige Reichsbanknebenstelle bleibt am 25. d. Mts. von Mittags 12 Uhr ab auS Anlaß deS Ge- bnttstages Seiner Königlichen Hoheit deS Großherzogs ge­schlossen.

"Zur Lesehallenbewegung. In Dresden ist eine neue Lesehalle und freie öffentliche Bibliothek, die von Kommerzienrat Lingner mit einem Kostenaufwande von 70000 Mk. geschaffen wurde, der allgemeinen Be­nutzung übergeben worden. Möge dieses Beispiel wann- herzigen Gemeinsinns auch unserer Gießener Lesehalle neue Freunde und thatkraftige Helfer werben.

§ Ruppertenrod, 22. Nov. Unter einem sehr zahl­reichen Leichengefolge wurde gestern die sterbliche Hülle deS ältesten unserer Bürger, deS früheren Bürgermeisters und Mühlenbesitzers H. Carle, zu Grabe getragen. Der Ver­storbene hatte das Alter von 83 Jahren und zwei Monaten erreicht und sich bis in dies hohe Alter hinein einer bewun­dernswerten körperlichen und geistigen Frische zu erfreuen ge­habt. Dreizehn Jahre lang führte er das Amt eines Bür­germeisters bis zum Jahre 1874. Während dieser Wirksam­keit war er rastloS für das Wohl der Gemeinde bemüht und förderte, wo er konnte, deren Fortschritt. Als sein hervor­ragendstes Werk, durch das er sich ein bleibendes Denkmal für alle Zeiten geschaffen, steht die Ueberbrücfnng und Ka­nalisierung der Ottsstraße da. Pfarrer Muhl von Boden- hausen gedachte unter Zugrundlegung der Schriftworte ,DeS Gerechten Gedenken bleibet in Segen" der Verdienste deS Heimgegangenen als Mensch und Beamter in warmen, be­redten Motten.

Kleine Mitteilungen ans Hessen und ben Nachbarstaaten. Die Schleppschifffahrt auf der Rbein- strecke von Mainz bis Düffeldorf ruht infolge deS muffen* haften Treibeises, das dem Rhein von seinen größeren Neben­flüssen, vornehmlich Main, Mosel und Lahn zugefühtt wird, vollständig. In Offenbach ist die Leimsabttk von Jörg u. König vollständig niedergebrannt. Die Stelle eine« Chefarztes im Heiliggeisthospital zu Frankfl,rt wurde dem Prof. Dr. Gustav Treipel zu Freiburg i. B. übertragen. Prof. T. wurde 1867 in Herborn geboren und studierte in Freiburg, Gießen und München.

Universität (Siesten.

Am 21. November wurden immatrikuliert:

a. Juristische Fakultät.

A. Buderus, Gießen, Gattenstraße 28.

b. Medizinische Fakultät.

I. Festl, Ticrhlk., Unterroeffen, Franksutterstraße 83.

St. Franzte, Tierhlk., Schreibendott, SelterSweg 60.

A. Keller, Med., Gießen, Ostanlage 89.

A. Knüpfer, Tierhlk., OelSnitz i. V., Matttplatz 20.

B. Meynen, Tierhlk., Zetel, Steinstr. 15.

A. Schleich, Tierhlk., Schwabach, Lrndenplatz 1L

A. Stett, Med., Weingarten, SelterSweg 68.

e. Philosophische Fakultät.

S. Rarwitz, Philos., Ponedel, in Frankfurt a. TL

Die Zahl der Jmmattikutietten ist zur Zeit auf 1016 gestiegen. Der Bestand des SommersemesterS ist also schon jetzt erreicht. J

Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadtthealer. Opernhau».

Dienstag den 25. Novembers: »Dornröschen*. Mittwoch beit 26. November, abends halb 8 Uhr: .Die lustigen Weiber von Windsor". Donnerstag den 27. November: .Die Fledermaus. Freitag den 28. November geschloffen. Samstag den 29. November: Ter Freischutz". Sonntag den 80. November, nachmittags halb 4 Uhr:Martha" ober .Ter Markt zu Richmond", dlbends 6 Uhr: .Don Juan". Montag den L Dezember geschloffen.

Schauspielhaus.

TienStag den 25. November"): .Tas Theaterdors." Mittwoch den 26. November: .WallensteinsTod". Donnerstag den 27. Nov., abends halb 8 Uhr: .Alt-Heidelberg". Freitag den 28. Novbr.: .Tie Jager". SamStag den 29. November: .Wallenstein- Tod. Sonntag den 30. November, nachmittag halb 4 Uhr: .Tie zärt­lichen Verwandten." Abends 7 Uhr: .Das Theaterdors". Rlontag den 1. Dezember: .Wallensteins lob'.

") Anfang, wenn nicht anberS bemerkt, abends um 7 Uhr.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Montag, den 24. November, abends 8 Uhr, Dibelstunbe im Konsirmanbensaal ber Johanneskirche. Ten: Psalm 126.

Pfarrer Euler.

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