Nr. 27« • r|d)eint täglich auBei Sonnlagt.
Dem (Siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt die Siebener Familien- blätter viermal in bet
Woche beigelegL
ViolattonSbruck u. Verlag bet B r 2 h l'schen Univerl.-Vuch- u.Slem- brudeiet (Pietsch (itben) VUbaftion, C-rpebition und T ruderet;
Schulstratze 7.
Äbielle Hh Depeichent Anzeiger Gieße».
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Erstes Blatt.
152. Jahrgang
Montag 24. November 1002
GletzenerAnzeiger
General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
veza göpretsr monatlich 75Pi., oiettel- täbdid) All. 2.20, duech vlbbolc- u. ßroetaftcBen
jährt. au6id)L Beüellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis vormillagg 10 Uhr, ßellenpret«; lokal
oaOwürtS 20 'tilg.
Verantwortlich!
füi ben polit. u. aÜgem, Steil; P. Witiko: für „Stahl und Canb* und .Gerichissaaf Hurt Plato: lüi ben An- Aeiqentetl; Han» Beck.
Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6b Pi.; durch diePost Akk.2.— viertel-
men von 12 bis 15 Millionen Mark imb mit einem Vermögen von über 120 Millionen Mark veranlagt.
In letzter Zeit ist K'rupps Name viel genannt worden in Zusammenhang mit infamen Beschuldigungen, die zuerst von italienischen Blättern und dann vom ^Vorwärts" gegen ihn mit Bezug auf feinen Aufenthalt auf Capri erhoben worden sind. Daß sein Tod mit den Aufregungen über diese Angelegenheit und der betrübendenNach- richt über den geschwächten Gesundheitszustand seiner Gattin zusammenhängt, wird bereits in der Presse behauptet. Es wird berichtet, infolge feuer Beschuldigungen war
Gießen, den 24. November 1902.
Großherzogliches Kreisamt Gießen- Dr. B r e i d e r L.
Bekanntmachung.
AuS Anlaß des Geburtstages Sr. Königlichen Hoheit beS Großherzogs fallt der Amtstag am 25. November bei der unterzeichneten Behörde aus.
Gießen, den 24. November 1902.
Großherzogliches Steuerkommissariat Gießen. Dr. Metzler.
Bekanntmachung.
Künftighin werden unsere amtlichen Bekanntmachungen und Ansschreiben nicht mehr an der seitherigen Stelle am Kopfe des Blattes, sondern in einem besonderen „Kreisblatt des Kreises Gießen", welches dem Anzeiger beiliegt, erscheinen. Nur ausnahmsweise werden dringliche Publikationen wie seither erfolgen. Wir machen die Behörden und die Bevölkerung hierauf besonders aufmerksam.
Ariedrich Krupp
In seiner Villa Hügel bei Essen ist Exzellenz Krupp am Samstagnachmittag plötzlich und ganz überraschend gestorben. Ter Tod erfolgte infolge Gehirnscblags.
Tie Nachricht vom Tode Krupps rief in Essen unbeschreibliche Bemessung hervor; viele Arbeiter verließen weinend die Kruppschen Werkstätten.
Bekanntmachung.
Betr.: Gesuch des Karl HaaS jr. zu Gießen um Genehmigung zur Erbauung eines Kalkring- ofenß.
Karl Haas fr. von Gießen beabsichtigt auf dem Grundstück Flur V Nr. 63, 64 und 65 der Gemarkung Großen-Linden einen Kalkringofen zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieses in der Darmstädter Zeitung bezw. im Krcis- blatt für den KreiS Gießen an gerechnet, auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meidung deS Ausschlusses bei Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden vorzubringen.
Gießen, den 19. November 1902.
Großherzoaliche« K^eisamt Gießen- I. D.: Tr. Wagner.
ScluTiintm atlnintt.
Der Austrieb von Vieh auf den Viehmarktplatz beginnt von dem am 25. November l. IS. stattsindenden Viehmarkte ab bis auf Weiteres vormittags, um 8 Uhr.
Gießen, den 24. November 1902.
Großherzogliebes Nwizeiamt Gießen.
Hechler.
Friedrich Alfred Krupp war am 17. Februar 1854 als "lnziger Sohn des Begründers der weltberühmten Kruppschen Werke in Essen geboren; er hat somit nur ein Alter von 48 Jahren erreicht. Ter Verstorbene war einer der bevorzugteren Freunde des Kaisers, Mitglied des preuß. Herrenhauses und gehörte durch kais-rliche Berufung dem Staatsrat an; auch Reichstagsabgeordneter war er in der Legislatur-Periode 1893/98 für den Wahlkreis Essen (5. Düsseldorf) gewesen, wo er als Kandidat der Reichspartei mit 25 056 gegen 22 287 Stimmen des Zentrums gewählt
«Ei Wurde. Krupp,, der für seine Verdienste um die Hebung der deutschen Eisenindustrie durch Ernpunnng zum Geh. Kommerzienrat, in letzter Zeit zum Wirkt. Geh. Rat ausgezeichnet worden ist, war seinem Vater nach dessen Tode — 1887 — in der Leitung des größten deutschen Industrieunternehmens gefolgt: ihm stand ein Kollegium technisch, kaufmännisch und juristisch gebildeter Mitglieder zur Seite. Ter Verstorbene hat die Werke durch Neuanlagen und Ankäufe erweitert. Besonders zu rühmen ist die soziale Fürsorge, die er seinen Arbeitern durch mustergiltige Wohlfahrtseinrichtungen zu teil werden ließ. In technischer Beziehung waren die Werke ebenfalls mustergilttg und ihre Erzeugnisse sind.es. die mit am meisten dazu beigetragen haben, die Wertschätzung der deutschen Industrie im Ausland auf eine so hohe Stufe zu bringen.
Tie Hauptspezialckät des Kruppschen Gußstahlwerkes, die Herstellung von Geschützen, ist un^r Friedrich Krupp mit besonderem Erfolge bettieben worden. Bis zum 1. Januar d. Js. sind von der Fabrik 39 876 Geschütze geliefert worden; fast alle Staaten der Welt waren Krupps Abnehmer, sowohl für Geschütze als auch für alle sonstigen Arten von Kriegsmaterial, Panzerplatten für Kriegsschiffe usw. Um eine Vorstellung von der Bedeutung der Kruppschen Werke zu geben, sei erwähnt, daß zu ihnen außer der Essener Fabrik, dem Grusonwerk und der Germaniawerft ein Stahlwerk in Annen, vier Hochofenanlagen, eine Hütte, drei Kohlenzechen, eine große Anzahl von Eisensteingruben, eine Rhederei in Rotterdam gehören, und daß die Firma außerdem an Eksensteingrubcn in Nordspanien beteiligt ist. Tie ungehinderte Fortführung der Werke K'rupps, dem seine Gattin, eine Tochter des verstorbenen rheinischen Oberpräsidenten Fr^rn. r. Ende,/nun: zwei noch im sugend- lichen Alter stehende Töchter geschenkt hat, ist durch die Einrichtung eines geschäftsführenden Direktoriums gesichert. , Tie Gesamtzahl der auf den Kruppschen Werken beschäftigten Personen bettägt rund 43 000, davon allein stwa 25 000 in Essen. Krupp war der höchstbesteuerte Mann in Preußen, unseres Wissens zuletzt mit einem Ein körn -
Krupp seit einigen Tagen krank. Er berichtete hierüber an seine in Jena weilende Gemahlin, die alsbald Professor Binswanger schickte, der am Samstag früh auf Villa Hügel eintraf. Kurz nach dessen Ankunft hatte Krupp einenSchlag- anfall, der zunächst nicht gefährlich erschien. Einer Deputation Krupp'scher Beamten, die Vormittags wegen der Capri-Angelegenheit eine Versammlung abgehalten hatten, wurde indessen geantwortet, ein Empfang sei unmöglich, da der Zustand Krupps nicht unbedenklich sei. Rapid verschlimmerte sich dann der Zustand des Kranken und gegen 3 Uhr nachmittags trat der Tod ein.
Gleich nach der Rückkehr Krupps aus Italien nach Villa Hügel tauchte das Gerücht auf, sein Befinden sei nicht gut. Man wußte, daß er asthmatisch und hezleidend war. Er. fühlte stetigen Blutandrang zum Kopfe und war hochgradig nervös. Nach dem ersten Schlaganfall erholte sich Krupp soweit, daß er mit feiner Umgebung und Jnstittar Korn sprechen konnte. Als die ersten Essener Exttablätter mit der Todesnachricht erschienen, glaubte man dort an eine Mystifikation, dann nahm man Selbstmord an. Ms aber besttmmte Einzelheiten bekannt wurden, konnte man allseitige VerwünschungengegendieUrheberdes schmählichen Feldzuges gegen Krupp hören.
Von dem großen Heere Kruppscher Beamten, die einen großen Teil der Bevölkerung der jungen Großstadt Essen ausmachen, schätzte jeder, der je in irgend welche Berührung zu seinem Chef trat, den Verstorbenen als einen vortteff- lichen, rechtlich und human denkenden Menschen von persönlicher Schlichtheit und Geradheit des Denkens. Er wußte brauchbare Leute an sein Werk zu fesseln und bezahlte hervorragende Gehälter. So wurde z. B. ein junger, von der (Stuttgarter Stadtverwaltung ihm auf seine (Äkundig- ungen besonders gerühmter Reg.-Baumeister mtt einem Au- fangsgehalt von 24 000 Mk. an gestellt, und da er bald das volle Verttauen K'rupps sich erwarb, wählte ihn dieser, als Essens Höchstbesteuerter, in Ellens Stadtterordnetenkolle- ghirrr. l Dr selber wurde 18ffe gelegentlich einer großen milden Stiftung zu Gunsten dieser Stadt zum Ehrenbürger von Essen ernannt. Seine „rechte Han!/' war der ehemalige königlich sächsische Geheime Finanzrat Jenke, bis vor kurzem der erste Direktor seiner Werke, her ein * Jahreskommen von 150000 Mark hatte. In Essens Sttaßen sah man natürlich Krupp in seinem eleganten Gefährt sehr häufig, einen großen breitschultrigen Herrn mit goldener Brille und wenig gepflegtem dünnen Schnurrbart, der in seinem Aeußeren weit eher den Eindruck eines Gymnasiallehrers als des größten deutschen Industriellen machte.
Frau Krupp war beim Tode ihres Gatten nicht zugegen. Sie traf e,rst am Sonntag nachmittag in Essen ein. Die Vorstellung im Theater fiel am Samstagabend aus. Tie städtischen Gebäude flaggten halbmast. Zu Samstagabend war eine vertrauliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung einberufen, in der gegen die von der sozialdemokratischen Presse gegen Krupp ausgesprochenen Verdächtigungen Stellung genommen werden sollte. Ter Oberbürgermeister Zweigert eröffnete die Sitzung mit dem Bemerken, er hatte die Absicht, vorzuschlagen, Krupp telegraphisch den Gruß der Versammlung zu entbieten und ihm mitzuteilen, das Verttauen der Versammlung sei ttotz der gegen chn ausge-
ZSeiynachts -Kttcratur.
Bürgers sämtliche Werke in vier Bänden. Herausgegeben von Dr. Wolfg. v. Wurzbach. Mit vier Bildnissen und einem Briefe als Handschriftprobe. In Orig.-Leinenband 1.75 Mk. Max Hesse's Verlag. Bürgers Dichtungen gehören zu den unvergänglichen Schätzen unseres Volkes; er ist her Reformator des deutschen Volksliedes geworden, als der erste, welcher seit dem Ausgange des dreißigjährigen Krieges die Natur in ihre Rechte in her Poesie eingesetzt hat; feine volkstümlichen Balladen sind heute noch unübertroffen. Aber auch seine lyrischen Gedichte find von hoher Schönheit und seine Prosaschriften und Uebersetzungen (Münchhausen, Franklins Jugendjahre u. s. w.) bieten so wertvolles, daß deren Lektüre warm em- ; psohlen werden kann. Eine neue Gesamt-Ausgabe Bürgers entspricht einem oft empfundenen Bedürfnis, sind doch die öor Jahrzehnten erschienenen vollständigen Gesamtausgaben längst vergriffen. Der Herausgeber ist ein trefflicher Leuner Bürgers und war darum zur Besorgung dieser neuen Volks-Gesamtausgabe in erster Linie berufen.
Schwindmappe, herausgegeben vom Kunstwart. Preis in elegantem Umschlag 1.50 Mk. (München, Kunst- vartverlag Georg D. W. Callwey.) Die kaiserliche Schack- Nallerie in München hat hierzu ihre schönsten Schwindftücke hergegeben: Tie Hochzeitsreise; Das Mädchen am Fenster Morgensonne); Den Rastenden auf der Wanderung; Rübezahl; Erwins Traum; Den Einsied?l, der die Rosse trän ft; ’inh dann, kaum bekannt und zum ersten Male verviel- iältigt, das feierliche Walten der drei „Naturgeister, die den Mond anbeten", eine ganz wundersame Nachtphantasie, wetisch durchempfunden und doch bildnerisch groß ge- sormt.
Im Verlag von Hermann Seemann Nach- '!olger in Leipzig erschien: Walter Crane, Von der Dekorativen Illustration des Buches in alter ®nb neuer Zeit. Aus dem Englischen von L- u. K. Burger. Mit ca. 160 Beilagen und Abbildungen. Preis troschiert 7.50 Mk. Unter den Reformatoren der modernen Sud) Fun ft steht Walter Crone, der Meister des englischen Kunstgewerbes, in der vordersten Reihe. Sein Werk über bie „Dekorative Illustration" des Buches ist mit seinem überaus reichen Material an Abbildungen als ein standard Work des Buchgewerbes überhaupt zu betrachten. Crone i
behandelt darin die Entwickelung der illustrativen und dekorativen Buchausstattung von den mittelalterlichen Handschriften bis herauf zu den modernsten Errungenschaften des Buchdrucks und der Buchverzierung. Er hat stets das Ganze des Druckwerkes im Auge, wie er auch in seiner Praxis nicht nur die Illustrationen, sondern auch das Muster des Vorsatzpapiers zeichnet und ebenso den Einband entwirft. Für die einheitliche Zusammenstimmung von Letternsatz, Zeichnung und Verzierung ilst Crane der beredteste und berufenste Vorkämpfer. Tie Grundsätze für das Zeichnen von Buchschmuck und Illustrationen, die Crane aufstellt, machen das ausgezeichnete Werk des berühmten Engländers geradezu zu einer magna charta des ntohemcn Buchgewerbes. Es bedeutet in Wahrheit das Evangelium der modernen Buchkunst. Für Vn Bibliophilen aber ist das Werk in seiner gediegenen Ausstattung eine echte Herzensfreude.
Soeben beginnt in der Herder'schen Verlagsbuchhandlung zu Freiburg i. B- zu erscheinen und ist durch alle Buchhandlungen zu beziebeg: Geschichte der bildenden Künste von Tr. Adolf Fäh, Stiftsbibliothekar in St. Gallen, 2. verbesserte und erweiterte Auftage, mit zahlreichen farbigen Tafeln und Abbildungen im Texte, in zwölf monatlichen Lieferungen (Lex.-Oktav) pro 1.70 Mk. Tie erste Lieferung liegt uns bereits vor. Tas kurze Vorwort teilt u. a. folgendes mit: „Unter mehrfachen äußeren Schwierigkeiten hat die erste Ausarbeitung unseres Buches gegen ein Jahrzehnt in Anspruch genommen. Einer so langen Zeitdauer ungeachtet, bewahrten ihm die Abnehmer in dankbar anzuerkennender Weise ihr Wohlwollen. Als der „Grundriß" — wie wir erstmals auf dem Titel schrieben — völlig gezeichnet war, gewann er sich rasch neue Freunde, sodaß bald die Aufgabe zur Vorbereitung einer zweiten Auflage an uns herantrat. Diese Geleaen- 'heit war dem Verfasser und der Verlagshandlung gleich willkommen, um Dem Werke durch wiederholte Durchprüfung von Text und Bildermaterial neben weitgehenden Verbesserungen und Ergänzungen eine größere Ebenmäßigkeit zu geben, als sie bei der ersten Auflage der Umstände wegen erreicht werden konnte. Besondere Sorgfalt ist bei dieser neuen Auflage der Auswahl der Illustrationen zu- aewandt worden. Weniger gute Wiedergaben sind durch bessere ersetzt, ein reicher Dilderschmuck ist ganz neu hinzu- gekommen. Die hoch entwickelte, auf die Genauigkeit der
.'Photographie sich stützende Reprodukttonstechnik unserer Tage ermöglicht namentlich bei Erzeugnissen der Plastik und j Malerei eine Treue der Wiedergabe, wie sie früher selbst der forgfältigfte Holzschnitt nicht zu bieten vermochte. Diese Technik erlaubte auch den Farbendruck in größerem Umfang in den Dienst unseres Werkes zu stellen. Unsere „Geschichte der bildenden Künste" richtet sich hauptsächlich an Studierende und an jene Gebildeten, die dem Kunstleben der Vergangenheit nur so weit ihre Auftnerksamkett zuwenden, als ihr anderen Zielen gewidmeter Beruf es erlaubt. Tiefe Bestimmung verlangt nicht eine Fülle von Namen und Daten, auch nicht eine erschöpfende Berücksichtigung aller Werke eines Meisters oder einer Schule, sondern scharfe Charakterisierung der Epochen und ihrer Richtungen. Daher darf sich die Darstellung nicht in einer Reihe von Einzelbildern verlieren, sie muß vielmehr ihr Hauptgewicht auf die nie unterbrochene Tradition der gesamten Kunstbewegung legen." Tie erste Lieferung bringt bann weiter die primitiven Formen der Kunst in Amerika und im Orient und folgende 4 Tafeln in reichern Farbendruck: Saulensaal des großen Ammonstempels zu Karnak (Rekonstruktion), Königsbild aus dem Grab in Theben, Assyrische Wandbekleidungen, und Fries der Bogenschützen in Susa. Heber die weiteren Lieferungen des schönen Werkes beabsichtigen wir von Zeit zu Zeit unsere Leser zu unterrichten.
Ein reizendes Album erschien unter dem Titel "Alt Heidelberg, Du Feine", Zweiundzwanzig Bilder aus Heidelberg und feiner Landschaft nach künstlerischen Originalaufnahmen von Carl Lange, Heidelberg. (Verlag Hoursch u. Bechstedt, Köln a. Rh., 2 Mk.) Unter Vorantritt von Scheffels unvergänglichem Lied läßt das Merkchen alle malerischen, originellen und charakteristischen Punkte Heidelbergs in einer Folge von 22 Vollbildern an unserem Auge vorübergleiten. Die Reproduttionen sind auf Kunstdruckpapier in Autotvpieen wiedergegeben. Zwei Gesamt-Panoramen eröffnen die Reihe der Bilder. Dem Schloß^ mit seinen Einzelheiten sind 10 Vollbilder gewidmet. Als besonders glücklich können die Gegenüberstellungen von Karlsthor-Elisabeththor, Großes Faß-Perkeo, Univers.-Aula und Karzer bezeichnet werden. Ein künstlerischer Umschlag giebt dem Ganzen den Charakter eines sympathischen und geschmackvollen Bilderwerkes, das ein reizerides Andenken wie ein willkommener Gruß sein wird.


