schlaggcbender Bedeutung ist.
Ueberraschungen also brachte
die gestrige Sitzung nicht.
Es mag übrigens bei dieser Gc
Pfarrer
b
Zu den Landtagswahlen.
Aus Mainz wird
partei wurden Kaufmann Ph i l:pp
der Zentrums- e i n und Staufmann
als ge- ge- un- mit
• Rom, 23. Okt. Heute wurde hier ein heftiges Erd- e b e n verspürt. — Eine große Strecke der A u r e l i a n i - chen Mauer zwischen der Via Uscolina und der Via
legenheit darauf hingcwicsen sein, daß im Sitzungsaalc keinerlei Fürsorge für das Publikum getroffen ist. Da die Sitzungen öffentlich sind, wäre es wohl angemessen, wenigstens eine Anzahl Stühle für Zuhörer aufzustellen. — In der geheimen Sitzung wurde der, von uns bereits gemeldete Ankauf des Franz Plank'schen Grundstückes für 35 000 Mk. genehmigt. Ebenfalls genehmigt wurden die Anstellung des Gärtners Adam Keil als Schutzmann und die Pcnsionirung des Schutzmanns Müller. Als Mitglied der Armendeputation wurde an Stelle des Pfarrers Tr. Grein der
Pfarrer Euler, als Annenpstegcr der neue
Auü Atuöt uni» Land.
Gießen, den 24. Oktober 1902.
** Gedenktage. Am 25. Oktober 1757 wurde Freiherr von und zum Stein geboren. Er führte als preuß. Minister die allgemeine Wehrpflicht ein und schuf mit Scharnhorst die Landwehr; die Leibeigenschaft hob er auf und begründete den Tugendbund, um das Volk für einen bevorstehenden Befreiungskampf tüchtig zu machen. Im Jahre 1872 ist dem edlen Stein, der „des Rechtes Grund- Stein, dem Unrecht ein Eck-Stein, der Deutschen Edel-Stein* war, in seiner Vaterstadt Nassau ein Denkmal errichtet worden.
•• In unserem Stadtparlament dauerte gestern die Sitzung bis 8 Uhr, eine nicht gerade häusige Erscheinung. .Die umfangreiche Tagesordnung mußte diesmal unter allen Umständen aufgearbeitet werden, und daher kam es, daß die Herren auch keine Zeit fanden, noch über Dinge zu sprechen, die auf der Tagesordnung nicht verzeichnet standen. So hatte mancher vielleicht erwartet, gestern etwas über den Theaterneubau, speziell über den vom Herrn Bürgermeister in Aussicht genommenen Platz zu hören, aber die Hoffnung wurde enttäuscht, die Platzfragc blieb das Geheimnis der Wissenden. Es wurde nur die Kommission gewählt, die mit den Marburger Herren über das Städte bund- tHeater beraten soll. Es wäre zu wünschen, wenn sich aus den Verhandlungen der Kommission Gießen-Marburg auch eine Fusion mit dem Bad-Nauheimer Theater entwickelte. Dies würde, wie wir bereits mehrfach ausführten, ermöglichen, daß wir ein festes Ensemble gewännen, einen Stamm tüchtiger Kräfte, der für den künstlerischen Wert von aus-
Vermischtes.
* Aus Frauken, 23. Okt. Ein fürcht er lich s Blutbad richteten gestern in Sassenfahrt die Brüder Wilhelm und Georg Turbanisch, Kesselflicker und Scherenschleifer von Profession, in der Wirtschaft des ('Gastwirts und Metzgers Georg Then an. Then wollte, da die Beiden in einem fort mit den Gästen Streit anfingen, Feierabend machen und begann die Stühle auszustellen. Aus Wut darüber sprang Wilhelm Turbanisch herbei und versetzte ihm von hinten einen Stich in den Nacken. Ta die Genickader durchschlagen war, trat der Tod sofort ein. Als der Schwager des Getöteten, der Zimmermann Georg Schmitt von Strullendorf, zur Hilfe herbeieilte, erhielt er von Georg Turbanisch vier Messerstiche in die Schulter. Einer traf die Lunge, sodaß an dem Auskommen des Mannes «gezweifelt wird. Ebenfalls schwer verletzt wurde von den Beiden der im Zimmer anwesende Korbmacher Wilhelm Heß aus Sassenfahrt. Tie grau des getöteten Then, die erst seit einem Jahr mit diesem verheiratet war und vor 14 Tagen ihr erstes Kind geboren hatte, fiel ohnmächtig auf die Leiche ihres Mannes. Tie Thäter wurden sesl- genommen.
Scheunemann gewühlt.
** Zu den Landtagswahlen. Die Wählerliste zur Landtagswahl resp. deren Vollständigkeit war von 15 Personen angefochten worden und zwar in 14 Fällen zu Recht. Diese 14 Wähler sind denn auch nachträglich noch in die Liste ausgenommen worden. In einem Fall war die Aufnahme als Wähler in die Liste zu Unrecht begehrt worden. 'Der Gesuchsteller hat zwar rechtzeitig sein Gesuch, Staatsbürger ausgenommen zu werden, beim Kreisamt stellt, er hat auch bereits vier Jahre im Großherzogtum wohnt; daö Gesetz verlangt aber, daß dies drei Jahre unterbrochen der Fall ist, während der Gesuchsteller einer Unterbrechung jetzt erst wieder ein Jahr dauernd in Hessen wohnt.
VnwcrMs Uachrichtra.
— AuS Marburg wird berichtet: An Stelle des ordenS. Professors, Direktors des pathologisch-anatomischen Instituts, Tr. Hugo Nibberl, der einem Ruie nach ivöinngen als Nachfolger Joh. Ci:, s folgt, wurde der Eoilinger Prwaidozent Professor Ur. med. L. schaff an die hiesige Universität berufen. — DaS neue
uns geschrieben: In einer geiern Abend stattgehabten "außer, ordentlichen Generalversammlung
Appia ist während eines heftigen Gewitters eingestürzt. Tie Umwallungsslraße wurde verschüttet. Wachtsoldaten versichern, daß die Straße im Augenblick des Einsturzes menschenleer war. Nur ein Zollbeamter erlitt leichte Hautabschürf- ungen.
* Der Augenzeuge eines der düstersten Ereignisse der bayerischen Geschichte ist in diesen Tagen in der Person des Schloßverrvalters Leonhard Huber in Nymphenburg zu Grabe getragen worden. Huber war 1886 Verwalter des Schlosses Berg und gehörte zu den wenigen Personen — Scyloßbediensteten und Gendarmen — welche am Abende des 13. Juni 1886 den Assistenzarzt Guddens, den zue Zeit in privatärztlicher Praxis in München wirkenden Psychiater Tr. Franz C. Müller,
Albert einstimmig als Kandidaten für die bevorstehende ' Landtagswahl proklamiert.
** Der langjährige Kontroleur der Gewerbe- bauk, Earl Vogt II., ist heute morgen nach kurzem Krankenlager gestorben. Der Entschlafene hatte sich durch sein liebenswürdiges, entgegenkommendes Wesen allgemeine Beliebtheit in der hiesigen Geschäftswelt erworben.
** Der Gesangverein »Harmonie^ feiert morgen m den Räumen des Cafs Leib sein 56. Stiftungsfest. Näheres ist aus dem Inseratenteil ersichtlich.
:/: Stadttheater. Zu dem am Sonntag, den26.d.Mts., im hiesigen Stadttheater stattsindenden Gastspiele des Heldendarstellers Herrn Richard Kirch vom Frankfurter Schauspielhause, sind Eintrittskarten bei Herrn Ernst Challier bereits am Samstag zu haben. Die Vorstellung findet bei erhöhten Preisen statt; Abonnementbillets .sind mit Zuzahlung gültig. — lieber Herrn Kirch's .Othello", den der Künstler am Sonntag hier spielen wird, schrieb Herr Mannroth in der Franks. Ztg. vom 27. September u. a. folgendes:
Tas Persönliche, das St aufbot, Erscheinung und Haltung, auch der warme Vorlrag der Liebesgeschichte: ,Jhr Vater liebte mich, lud ost mich ein", reichte hm, die Neigung Tesdemonas begreiflich zu machen, und die Begrüßung der Heißersehnten, als Jago sie ihm zuführt, war ein starker und reiner Ausbruch der Freude. Ter eine Ton, auf den alle späteren Ergüsse Othellos gestimmt lind, setzen von dem Tarsteller, der nicht monoton werden und nicht vor dem Ende abfallen will, eine besondere Kunst der Differenzierung und die äußerste Oekonomie der Krastausgabe voraus. Tag weder in dieser, noch in jener Notwendigkeit der Gast versagen würde, konnte man nach feinem Hamlet erwarten. Er sand für die Empfindung, die ihn beherrscht und toll macht, den viel- sältigsten und ins Einzelne erwogenen Ausdruck und behielt bis zum Schluß den Vollbesitz seiner uHittcL Aber er bot über diese Eigenschaften hinaus, die auch der bloßen Routine zugänglich sind, noch Besseres: er brachte es zuwege, daß man seine Schmerzen fühlte, seine Verzweiflung glaubte, und daß sich Othello, dem unsinnig Wütenden, das Mitleid nicht weniger zuneigte, als dem schuldlosen Opfer seiner Verblendung. Ter Beifall, den der Gast erzielte, war diesmal erster Güte: nämlich ein solcher mit Zurufen.
** Das Großh. Regierungsblatt 9tr. 69, aus- aegeben am 22. Oktober b. I., enthält: L Verordnung, das Inkrafttreten des Gesetzes, die Handelskammern betreffend, vom 6. August 1902 betreffend-
,,Tie Abschnitte „Wahlberechtigung und Wählbarkeit" (Artikel 3 bis Artikel 10) und „Wahlverfahren" (Artikel 11 bis Artikel 18) des Gesetzes, die Handelskammern betreffend, vom 6. August 1902 treten mit dem 1- November 1902, die übrigen Bestimmungen dieses Gesetzes mit dem 1. Januar 1903 in Kraft."
2. Bekanntmachung, das Ortsgericht Mainz betreffend. Vom 18. Oktober 1902.
T Hohensolms, 23. Okt. In Ahrdt wurde in Gegenwart des Fürsten Karl zu Solms-Hohensolms-Lich, begleitet von den Prinzessincn Eleonore und Dorothea das neue Schulhaus eingeweiht.
Mainz, 23. Oktober. Eine prizipielle Ent- ch ei düng wurde gestern in Bezug auf die Fürsorge für m städtischen Dienste beschäftigte Personen getroffen. Der ozialpolitischcn Deputation und dem Finanzausschuß lag die Frage vor, ob in städtischen Betrieben beschäftigte Dienstmädchen unter das Fürsorgcgesetz fallen, das vor einigen Jahren geschaffen wurde und deffen wohlthälige Wirkung so manche Familie bisher genießt. Die Frage wurde bejaht. Damit tritt ein 13 Jahre im Rochushospital beschäftigt gewesenes und invalid gewordenes Dienstmädchen in den Genuß der Rente. In Gemeinschaft mit der staatlichen Rente kann das Mädchen den kommenden Tagen jetzt ruhiger entgegensehen.
Bodenheim, 22. Okt. Gestern morgen hielt die in Weisenau garnisonierte Kompagnie des Art.-Regiments Nr. 3 eine Felddienstübung ab, bei welcher Gelegenheit ein Soldat unter die Rader eines Geschützes, das einen Graben passierte, geriet und überfahren mürbe. Im Lazarett von Mainz konstatierten bie Aerzte später schwere innerliche Verletzungen, bencn bcr Solbat wahrscheinlich erliegen wirb. Der Verunglückte, ein Obergefreiter, ist ein Elsässer unb der einzige Sohn einer Witwe.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der .Franks. Ztg." wird aus Dillenburg gemeldet: Im Steinbruch der Cementfabrik Westerwald bet Torsbach wurden Tropfst einhöh len entdeckt. Die Gebilde ähneln denen der bekannten Dechenhöhle bei Lethmate, sind aber nicht so umfangreich.
begleiteten, als dieser auf die Suche nack König Ludwig und Tr. von Gudden ging. Dr. Müller hat den grauenvollen Vorgang in einer kleinen, heute wohl kaum mehr auffindbaren Schrift geschildert und erzählt, wie erst der durchnäßte Hut des Königs, mit einer Tia-> mantagraffe, dann seine beiden Röcke gefunden wurden, bis man im seichten Wasser die Leiche des Königs in Hemdsärmeln, wenige Schritte davon die seines Leibarztes entdeckte. Huber half dann auch bei den Wiederbelebungs» versuchen, die Tr. Müller an den starren Körpern vornahm, bis er wahrnehmen mußte, daß alle ärztliche Kunst hier nichts mehr vermochte. Sechzehn Jahre sind seitdem erst vergangen, und schon lichtet sich, wie der Tod dieser bescheidenen und getreuen Dieners des unglücklichen Bayernkönigs wieder zeigt, von Jahr zu Jahr die Schar derer, die Zeugen des tragischen Ausganges seines Schicksals waren.
* Die Affaire Ro seuberg in Paris nimmt immer weitere Dimensionen an, wohl ein Dutzend Geistliche sind schwer kompvomittiert und unter gerichtlicher Verfolgung. Rosenberg war Gründer einer Fabrik falscher Perlen, Trauerkränzc und Mvfaikbilder; ferner einer Kvw- servenfabrik, des Waisenhauses „Zum ewigen Licht" (Don seiner Schwester Marie Joseph, angeblich auch Stiftsdame eines deutschen Kapitels, geleitet), der Fleischwarenfabrik nie de Pany, eines photographischen Ateliers, eines Geschäftes religiöser Gegenstände, der Gesellschaft Metalls- Chromos, einer Gesellschaft zur Ausbeulung des Patents Brieskarten mit Rückanlwort, einer Feder- und künstlichen Blumen-Fabrik, eines Organisations-Bureaus für Pilgerfahrten, eines Verkaufsgeschäftes religiöser Bilder, des Engros-Verkaufs der Weine von Cypern, mit dem eingesperrten Bankier Bouline, dem Pfarrer Guerm und dem llalienischen Priester zusammen der Bmique Francaise d'emission, einer Zentrale für kirchliche Ehescheidung, einer Agentur zur Kolonisation von Manitoba (Kanada), wohin er die vermögenderen Waisen der Anstall „Zum ewigen Licht" nach vollendeter Erziehung aus Ruetl abschob rc. rc.! Bei allen diesen Unternehmungen war er Hauptlehrer, er wußte die Dummen zu finden, deren Geld in den verschiedenen Industrien verloren ging. Wie viele Millionen Rosenberg umgesetzt, ist nicht zu taxieren. Seinem Kompagnon, dem Wbe Guillaumin hinter Schloß und Riegel, werden 2ya Millionen Francs Betrug allein aufgebürdet und er ist nur Famulus! Tie Richter haben bereits genauer in die Verhältnisse der Waisenanstall hineingesehen und auch da schlimme Tinge entdeckt. Die Kinder beiderlei Geschlechts mußten tüchtig sür Rosenbergs Fabriken arbeiten — dafür aber überließ man -sie sich selbst! Auch die Religiösen der Anstalt scheinen weltlichen Freuden nicht entrüctt gewesen zu sein. Rosenberg, dessen Vater ein Verwandter Rubinsteins war, wäre beinahe in Albleiges verhaftet worden. Er hatte da einen entzückenden Landsitz, den er unter dem Namen Montrose bewohnte — mit zwei lieblichen Waisen-F-räuleins. Als die Polizei anlangte, war Montrose-Rosenberg abgereist.
* Neue Sensation im Mordprozeß Bonmartini. In Neapel hat eine sensationelle Verhaftung stattgefunden, und zwar auf Grund von überraschenden Entdeckungen der Geheimpolizei. Tie Fäden des scheinbar immer verwirrter werdenden Prozesses führten plötzlich von Bologna nach Neapel. Man hatte einen ursprünglich wenig beachteten Brief Tullio Murri's an eine bekannte üditalienische Halbweltdame gesunden und an die neapolitanische Polizei gesendet. Diese stellte bald fest, daß die Demimondaine — sie heißt Anna Santangelo — ihrerseits enge Beziehungen zu einigen der niedrigsten aber auch als Soldmörder bekanntesten Kamorristen unterhielt. Tie Santangelo wurde darauf verhaftet, und nun stellte sich heraus, daß sie seit langer Zeit nicht nur zu Murri, sondern auch zu Bonelli in engen Beziehungen stand, und kurz vor der Ermordung des Grafen Bonmartini nach Bologna fuhr, nachdem sie vorher die schon erwähnten Ka- morriften gedungen und gleichfalls nach Bologna gesendet hatte. Hier halle sie selbst wiederholte Zusammenkünfte mit ihren Mllverschworeuen und es scheint jetzt fast erwiesen, daß die Ermordung des Grafen von Seifen Gattin uni) deren Bruder Tullio vereinbart und vorbereitet wurde, während die Santangelo die Mörder lieferte, die den Grafen umbrachten. Tullio Murri selbst aber habe sich nur als Thäter bekannt, um seine Scywester und die Santangelo, seine frühere Geliebte zu entlasten.
• Miß 911icc Roosevelt, die Tochter des amerikanischen Präsidenten, hat sich in Littterock mit Mister John Greenway verlobt. Greenway machte den Feldzug auf Cuba als .Rauher Reiter* unter dem Kommando des jetzigen Präsidenten Roosevelt mit. Auf der Harwarduniocrfität zeichnete er sich als Mitglied des .Athletenclubs* aus.
• Der Ruhm der Tierärzte kam auf ihrem diesjährigen »Tage" m München in folgendem Spruch des „Münchener Kmdls* zur Geltung. Das Kindl sprach:
Wie waar's blos mit’n Ess'n b'stellt, Gäb'S koane Tierarzt auf der Welt: Wer schaugt das Schwein an auf Trichina k Thut das vielleicht der Mediziiia?
Wer muaß die Ochsen tontcoUuii, Daß beim Rüidfleisch kann passirn. Roa Anderer als der Veterinär.
Er prüft die Milch ob's fett und schiver.
Er macht dadurch die Rinder fest, Er schützt uns vor der Rinderpest Und vor der Maul- und Rlauenseuch, Ja wirkli, groß is sei Bereich!
Wer schafft am Land dem Bauern Ruah Werd krank a Roß eahm oder d'Kuah;
Und was waars mit der Reiterei, Waarn solche Herrn net aa dabei. Hat's Hundert was inS Pratzeri treten Is aa der Tierarzt sehr von Olsten, Kurzum, je mehr i'S überleg, Tes is a wichtig's Privileg.
Mehr als mir emfaUt — no vielmehr
Nützt uiiS der brave Veterinär.
Trum srent's mi recht, daß femma seid'S Und war ich zerscht a bist g'reizt, Neymt's eS net übi, denn i red Hall so, wie mir der Schnabel steht. Ihr lieben Gast, i wünsch Euch halt, Taß Euch in München recht gut gfallt, Esst's, irinkt's und fchaugl's, daß na waS secht'S, TamU's gern wieder fumma möcht's.
Und jetzt Ihr Leutl'n: d'Krüg in d'Hand Es lebe hoch der Tierarzt-Ltand!
Mndige Werkstatt $nr Reparatur txm Feuerwaffen und eine Menge Kriegsmaterial, die Livingstone nun Gebrauch Set- aufgeftieichert halle. Ties war eine Verletzung ber Sanb-River-Kouvention von 1852, welche bie Lieferung von Waffen an bie Kaffem verbot. Schottz konfiszierte dähalb bas Livingstonosche Arsenal, unb dieser rächte sich bafür, ntbern er bie Buren in ganz En glaub beleidigte unb verleumdete."
Die Schslußperiode von Burgers Präsidium fällt mit dem Anfang des offenen Konflikts mit England zusammen. T ie innere Schwäche bcr südafrikanischen Republik galt als eine Gefahr für die britischen Besitzungen in Südafrika unb nach dem Kriege mit Seeueuni kam Theophilos Shepstone nach Pretoria mll plenarer Vollmacht von der britischen Regierung, um die Annexion dieses Landes zu bewirken, das zu „schwach" war, um sich gegen die Eingeborenen zu verteidigen. Er begegnete von Sellen Burgers nur schwachem Widerstande. Shepstone ttaf mll einer Eskorte von 25 Mann ein, um, wie er vvrgab, über die Kafseru-Schwierigkeit unb andere Fragen mll ber Regierung ber Republik zu verhandeln. Zu gleicher Zeit sprach er offen die Meinung aus, bie Thatsache, baß die Republik Seeueuni nicht besiegt habe, sei eine Ermutigung für andere Kassemstämme, einschließlich derer aus britischem Gebiete, sich zu einer Empörung zu erheben. Ich verlangte, da ich Shepstones Absichten klar durchschaute, vom Präsidenten Burgers, daß er Shepstone mit seiner bewafftleten Leibwache nicht erlauben sollte, in die Stadt einzuziehen, außer unter Eskorte auch eines bewaffneten Burgerkorps. Tiefen Vorschlag ließ Burgers unberücksichtigt. Ties geschah um dieselbe Zeit, als die Amtsfrist des Präsibenten zu Enbe ging unb eine neue Präsidentenwahl bevorstanb. Eine Anzahl Burghers bat mich, als Manbibat aufzutreten, unb obwohl ich zuerst ablehnte, erklärte ich mich schließlich ein» verstauben, weil bie Burghers solche Unzufriedenheit über meine Weigerung an ben Tag legten. Ich stellte jedoch bei bem Wahlkomitee eine Bebingung, nämlich baß, falls Burger bie Majorität erhalten sollte, meine Anhänger sich bem Resultat unterwerfen unb bem gewählten Präsibenten ben ihm gebührenden Gehorsam erweisen müßten, um nicht offene Zwietracht zur Sck;au zu tragen unb ben Englänbem einen neuen Vorwand für ihre Aimexionspläne zu geben. In der ersten Woche, in welcher die Parteilisten zirkulierten (vor bem Datum ber offiziellen Wahl), zeigte es sich baß ich eine große Majorität hatte. Tarauf ging ich ÄU Präsident Burgers unb sagte: „Präsident, ich verspreche Ihnen, baß ich bie Atajorität ber Burghers auf Ihre Seite hinüberbringen werbe, wenn Sie nur versprechen, starke Maßregeln gegen die Annexion zu ergreifen und die Unabhängigkeit des Landes zu verteidigen. Wenn das Ihre Absicht ist, müssen Sie es mir klar beweisen, sodaß ich ben Burghers emphatisch erklären kann, baß unsere Unabhängigkell kräftig verteidigt wird, sonst werden meine Argumente natürlich wirkungslos bleiben. Ich gebe Ihnen meine Hand zum Zeichen, daß ich zu thun meine, was ich angeboten habe." Doch ehe das Tatum ber Wahl herbeikam, wehte bie britische Flagge über ber einst freien Re- publik."


