zollen sind: Pflanzen in Topfen 30, Pflanzen ohne Erd- ballen 20, Rosen 40, Cykasstämme ohne Wurzel und Wedel frei, andere 15 Mk.
Bei der Position 46, frisches Obst, verlangt Frhr. v. Wangenheim auch für unverpacktes Obst vom 1. Oktober bis 15. November einen Zoll von 1 Mk. Antrick verlangt Zollsreiheit. Württemb. Finanzdirektor Schneider ersucht in ausdrücklichem Auftrage seiner Regierung, Zollfreiheit für unverpackt eingehende Aepsel und Birnen zu beschließen. Wallenborn tritt für die Beschlüsse der ersten Lesung ein und beantragt, die Worte „in Schiffs- und Wagenladungen^ zu streichen und als neue Befristung zu sagen: vom 25. September bis 25. November frei und vom 26. November bis 24. September 2.50 Mk. Schließlich wird der Antrag Wallenborn angenommen. Bei Pos. 49, Bananen frisch, frei, beantragt Dr. Paasch e auch getrocknete Bananen zollfrei zu lassen. Ter Antrag wird angenommen. Schließlich wird der Abschnitt A erledigt.
Zn der Generaldiskussion über den Unterabschnitt B (Erzeugnisse der Forstwirtschaft, Positionen 73 bis 98) bekämpfen Antrick (Soz.) und Tr. P ach nicke (sreis. Der.) den Holzzoll. Es folgt Einzetberatung nach den Vorschlägen der Subkommission, also zunächst Pos. 91, 92 nno 93 gemeinsam: Gerbrinden, Quebrachoholz, Alga- robilla und andere Gerbstoffe. Unter Ablehnung des Amendements v. Wangenheim und des Antrags der Sozialdemokraten auf Zollsreiheit werden nach längerer Debatte, in welcher u. a. Gr af Posadowsky dringend um Wiederherstellung der Vorlage bittet, die Beschlüsse der ersten Lesung ausrechterhallen.
Bei Beratung des Unterabschnittes C (Tiere und tierische Erzeugnisse) Pos. 99 bis 159 bespricht Tr. Müller-Sagan (fr. Vp.) die gegenwärtige Fleisch not an der Hand von Mitteilungen eines agrarischen Blattes und versichert, seine Partei werde die Viehzölle auf das Schärfste bekämpfen. Geheimrat Kapp vom Lcmd- wirtschastsministerium erklärt, die Grenzsperre sei eine Verwaltunsgmaßregel veteriuärpolizeilicher Art und hänge nicht mit dem Zolltarif zusammen. Tie augenblickliche Preissteigerung sei eine vorübergehende Erscheinung, die öfter Wiederkehre. Das preußische Lamd- wirtschaftsministerium forderte die Regierungspräsidenten zu Berichten über die Fleischteuerung auf und werde Auskunft geben, wenn die Berichte vorliegen. Bayerischer Mi- nisterialdirettor Geiger teilt mit, in Bayern seien Ermittelungen über die Fleischnot im Gange, sie seien aber noch nicht abgeschlossen. Tie Weiterberatung wird vertagt.
Der Parteitag der deutschen Kolkspartei, 6er dieser Tage in Offenburg in Baden stattfand, bot als hervorstechendes Moment, daß zum ersten Male die Demokraten der Reichslande etwa 20 Delegierte geschickt hatten. Tie Verhandlungen leitete Prof. Heimburger- Karlsruhe. Tr. Rößler-Frankfurt a. M. erstattete den Parteibericht. Er betonte die Notwendigkell, daß die Parteien der Linken bei den Wahlen ihre Kraft nicht in unnützen Raufereien vergeuden, sondern das gemeinsame Ziel im Auge behalten. Der von Prof. H o f f m an n-Stuttgart erstattete Bericht über die Reichspolitik ergab eine Kritik der gegenwärtigen Politik, die ihr hervorstehendstes Kennzeichen in der Zunahme des Defizits und der Schuldenlast des Reiches habe. Bezüglich des Zolltarifs stellt der Redner fest, daß die Volkspartei dem Tarif der Regierung niemals ihre Zustimmung geben könne. Prof. Heimburger behandelte die Frage der immer zunehmenden Ungleichheit der Reichstags-Wahlkreise. In einer einstimmig angenommenen Entschließung wurde ausgesprochen, daß der auf Grund der jetzigen Wahlkreiseinteilung gewählte Reichstag nicht mehr den Anforderungen der Rerchsver- faf ung entspricht und verlangt, daß im Interesse der Gerechtigkeit und eines ehrlichen Kvnstitutionalismus eine den Verschiebungen der Bevölkerungsziffer Rechnung tragende Verteilung der Wahlkreise Dorgenommen werde. Dr. Zirndorfer- Frankfurt a. M- erstattete einen Bericht über die Wohnungsfrage. Nach längerer Auseinandersetzung wird schließlich folgende Entschließung angenommen: „1. Die Deutsche Volkspartei erblickt in der Lösung der Wohnungsfrage eine der wichtigsten und aktuellsten sozialen Aufgaben, deren Inangriffnahme seitens des Reiches, des Staates und vornehmlich der Gemeinde dringend geboten ist. 2. Behufs angemessener Förderung der auf diesem Gebiete erforderlichen tommunakn Arbeit ist eine gesetzliche Regelung des Wohnungswesens erforderlich, welche Vorschriften für die gesunde Beschaffenheit der Wohnungen enthält, die obligatorische Einführung von Wohnungsrevisionen durch besondere Beamte der Selbstverwaltung vorsteht und die Selbstverwaltung dahin erweitert, daß den Gemeinden die Wohnungspolizei übertragen und die Möglichkeit gegeben wird, Bauplatzsteuern oder ähnliche Abgaben zu erheben und ZwangSumlcgungen zur Raffung baureifen Geländes zu bewirken. 3. Seitens der Gemeinden ist durch Bauplatzsteuern und Geländezusammenlegung der Geländesperrung entgegenzuwirken. Fenier ist durch sachgemäße Unterstützung gemeinnütziger Baugeselljchaften, durch Vergebung,von kommunalem Gelände in Erbbaurecht und durch Schaffung kommunaler Baukassen der Bau kleiner Wohnungen zu fördern. Ergänzend ist durch eigene Bauthätigteit seitens der Gemeinden einzugreifen." Sehr eingehend behandelt Abg. O e s e r-Frankfurt die Frage der Kartelle, Ringe, S y n d i k a t e u n d T r u st s. Sein Vortrag gipfelte in folgender Resolution: „Der 22. Parteitag des Vereins der Deutschen Volkspartei fordert angesichts der schweren wirtschaftlichen Gefahren, die durch eine Reihe von Unternehmerverbänden, Kartellen, Syndikaten und Ringen hervorgerufen werden, die Vornahme einer alsbaldigen öffentlichen parlamentarischen Untersuchung, um die Grundlagen für eine Gesetzgebung zur Wahrung der öffentlichen Interessen gegenüber dem ttartellwesen zu schaffen. In das Zolltarifgesetz ist eine Bestimmung aufzunehmen, die es dem Bundesrat unter Zustimmung des Reichstages ermöglicht, die Zölle zu ermäßigen oder ganz aufzuheben, falls der Zollschutz durch Kartelle und ähnliche Verbände mißbraucht wird, um künstlich im Inland Preise zu bilden, welche im Mißverhältnis zu den Preisen auf dem offenen Markte stehen und die Verschleuderung der Produktion an das Ausland auf Kosten des Inlandes ermöglichen. Tie Gegenorganisation der Konsumenten ist zu fördern und die volle Koalitionsfreiheit der Arbeiter durchzuführen." Neusser- Offenburg weist aus die in England und Schottland bestehenden Genossenschaften hin, in denen Erzeugung und Verbrauch geregelt fei. Man könne den Auswüchsen des Kartellwesens am besten durch Ausbau der genossenschaftlichen Organisationen in diesem Sinne entgegeniüirleii. Tie Resolution wurde einstimmig angenonum - Pros- Quidd e brachte schließlich noch die Frage der antwortlichteit be$ Reichskanzlers zur Sprache, deren ttMfachliche Hand-
habung sich mit den Forderungen der Verfassung nicht decke. Er fordert, daß der Reichstag und das deutsche Volk ent- chiedener als bisher auf die Durchführung dieses konstitutionellen Prinzips bestehen. Es wird schließlich noch ein Antrag angenommen, für die nächsten Reichstagswahlen ein besonderes Wahlhandbüchlein für die Agitation herauS- zugeben und eine Erklärung dahin beschlossen, daß die Volkspartei sich den auf die Erleichterung der gegenwärtigen Fleischnot gerichteten Bestrebungen anschließt, unter Aufrechterhaltung der notwendigen sanitären Schutzmaßregeln die Erleichterung der Einführung von Schlachtvieh und Fleisch verlangt und gegen die geplante Erhöhung ) er Fleisch- und Viehzölle Widerspru ch erhebt.
Deutscher KolooialLongreß.
Auf Anregung der Deutschen Kolonialgesellschaft haben ich bekanntlich zahlreiche Vereinigungen und Institute, larunter auch, wie wir s. Zt. erwähnten, die G e s e l l s ch a f t ür Erd- und Völkerkunde in Gießen, am 25. Februar 1902 zusammengeschlossen zu dem Zweck, die in Teutschland getrennt auftretenoen kolonialen und über» eeijchen Bestrebungen in einer gemeinsamen Tagung zu vereinigen und dadurch den kolonialen und Ueberfeegebanten im deutschen Volke zu vertiefen und den geistigen und wirtschaftlichen Zusammenschluß der Deutschen auf der Erde zu fördern. Der Kongreß findet am 10. und 11. Oktober 1902 im Reichstagsgebäude zu Berlin unter dem Präsidium des Herzogs Johann Albreck)t zu Mecklenburg statt. Mitglied )es Kongresses können Herren und Damen gegen Zahlung von 10 Mk. werden, gegen welche sie von der Geschäftstelle des Kongresses, Berlin W. (Schellingstr. 4) die Mitgliedskarte ausgehändigt erhalten. Dieselbe berechtigt zur Teilnahme an allen Veranstaltungen des Kongresses.^ Nach )em Programm ist am 9. Oktober abends 8 Uhr Begrüßungsabend im Reichstagsgebäude. Freitag, den 10. Oktober, vormittags 91/2 Uhr, Plenarsitzung, um 2 Uhr Sektionsitzungen. Für den Abend hat der Staatssekretär des Reichs- wstamts die Mitglieder des Kongresses nach dem Reichspostamt eingeladen. Samstag, den 11. Oktober, vormittags 91/2 Uhr, Sektionssitzungen, nachmittags 2 Uhr, Plenar- itzung. Abends 8 Uhr Festmahl in den Sälen des Kaifer- hoses.
Aus tzladl und Kund.
Gießen, 24. September 1902.
** Sitzung des Provinzialausschusses. Mittwoch, den 1. Oktober, vormittags 8H2 Uhr beginnend, indet im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen, Brandplatz 9, eine öffentliche Sitzung des Provinzialaus- chusses mit folgender Tagesordnung statt. 1. Enteignung von Gelände des I. P. Sensselder in Gießen. 2. Enteignung von Gelände für die Kreisstraße Stangenrod-Lumda-AHen- hain. 3. Gesuch um Ausstellung eines Wandergewerbescheins ür David Kaufmann in Kirtorf. 4. Wirtschaftskonzessionsgesuch des Johann Saueressig in Butzbach. 5. Rekurs des H. Schneider IV. zu Obermörlen gegen einen Polizeibefehl Großherzoglichen Kreisamts Friedberg. 6. Wirtschaftskon- zessionsgefuch des Johannes Link in Rixfeld. 7. Desgleichen des Heinrich Spamer VI. in Schotten.
** Frei IL Avers. Das Abkommen mit dem Reichspostamt wegen Aversionierung des Portos für die von Großh. Staatsbehörden und Beamten frankiert abzulassenden Sendungen tritt mit dem 1. Oktober d. I. in Kraft. Die näheren Ausführungsbestimmungen sind erlassen.
1? Museum des Oberhesfischen Geschichtsvereins. Dr. med. Bechtold hat unserem Museum eine überaus wertvolle und interessante Sammlung von Bildwerken aus der Zeit von 1750—1825 zur Verfügung gestellt, welche das studentische Leben der Hochschulstädte Jena, Würzburg, Göttingen rc. zur Anschauung bringen. Ebenso sind neu zur Ausstellung gebracht eine Sammlung prächtiger Albumblätter aus akademischen Kreisen, welche aus dem Ende des 18. Jahrhunderts datieren und teilweise sehr künstlerisch ausgeführte bildliche Widmungen enthalten. Die Abteilung der prähistorischen Funde hat wieder einige recht sehenswerte Bereicherungen erfahren. Wir weisen wieder einmal darauf hin, daß unser Museum auch an Wochentagen gegen ein Entgelt von 50 Pfennig pro Person auf Wunsch zur Besichtigung geöffnet wird. Diese Einrichtung, welche noch nicht allgemein bekannt ist, wird besonders von den zahlreichen Fremden, welche unsere Sammlungen besichtigen, dankbar begrüßt. Fachtenner sind sich darüber einig, daß besonders unsere römischen und germanischen Funde an Bedeutung weit über den Rahmen eines kleinen Museums hinausreichen und in manchem größeren Provinzialmuseum in so ausgedehntem Maße nicht zu finden sind, als dies in unserem alten Rathause der Fall ist.
** Vorträge im Kaufmännischen Verein. In Ergänzung unserer gestrigen Mitteilung wird uns noch geschrieben, daß der Vortrag des Herrn Rudolf Kronau am 16. Februar (über die Vereinigten Staaten rc.) unentgeltlich besucht werden kann, um diesen Vortrag einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Die Kinder der Mitglieder des Vereins würden außerdem durch den Nachmittagsvortrag des Herrn Dr. Kraeger berücksichtigt werden. (Mheres ist aus dem Inseratenteil ersichtlich. D Red.)
*♦ Veränderungen im Gendarmene-K orp8, Distrikt Ob er Hess en. 1. Zu Kreisoberwacht meistern wurden befördert: Ber. Wachtm. Held von Butzbach m Friedberg, unber. Wachtm. Rüster von Lauterbach m Lauterbach, unber. Wachtm. Kern von Schotten in Schotten, unber. Wachtm. Schmidt von Nidda in Büdingen, Gendarm Leißler von Oppenheim in Alsfeld. II. Zu Wachtmeistern wurden befördert die Gendarmen Riebel m Lich, Kupka in Hungen, Oestreich in Reiskirchen, Haus in Londorf, Storck in Rockenberg, Heimbrecht in Bad Nauheim, Schmidt in Groß-Karben, Reichardt m Ober-Erlenbach, Mandel in Al- tenflabt, Bückner in Wenings, Buchhammer m Crtenberg, Krämer in Echzell, Müller in Homberg, Hofmann in Seibelsdorf, Dörr in Ruppertenrod, Heun m Romrod, Gerlach in Grebenau, Ohl in Schlitz, Graulich in Herbstein, Volk in Ulrichstein, Alt in Laubach, Rück in Freiensteinau, Schul von Lauterbach nach Nieder-Florsladt, Keller von Bensheim nach Gedern. III. Die bisherigen Wachtmeister Roth in Vilbel, Jöckel in Grünberg und Blüm in Grebenhain verbleiben als solche in ihren Stationen. IV. Versetzt mürben: Ber. Wachtm. v. Landenberg als unber. Wachlm. von Friedberg nach Nidda, unber. Wachtm. Konradi von Alsfeld nach Bugbach, unber. Wachtm. Schäfer von Kittorf nach Osthofen, unber. Wachtm. Krebs von Osthofen nach Klttors, ber. Gendarm Becker von Gießen nach Oppenheim, ber. Gendarm Heinrich von Gießen nach Gedern, ber. Gendarm Ebett
von Butzbach nach Alsfeld, die Fußgendarmen Lantelme von Nidda nach Nieder-Florstadt, Glaub von Alsfeld nach Appen- hein. Wienold von Grünberg nach Jugenheim, Düringer von Friedberg nach BenSheim, Rees von Mainz nach Lauterbach, Dietz von Pattenheim nach Butzbach, die ber. Gend. Scharmann von Darmstadt nach Gießen und Vogel von Wörrstadt nach Gießen.
*♦ Zu den Landtagswahlen. Aus Butzbach wird uns geschrieben: „Im diesseitigen Wahlbezirke kandidiert unser bisheriger Landtagsabgeordneter, Bürgermeister a. D- Joutz wiederum. (Vgl. auch „Politische Tagesschau".) — Der Vorstand des Nationalliberalen Vereins in Darmstadt hat beschlossen, als Landtagskandidaten der Stadt Darmstadt für die beüor- tehende Wahl den Oberbürgermeister Morneweg, sowie ien Landgerichtsrat Dr. Buff in Vorschlag zu bringen. Es besteht die Absicht, diesen Vorschlag demnächst einer größeren Wählerversammlung zur weiteren Beschlußfassung zu unterbreiten.
** Seine silberne Hochzeit feierte gestern daS Lackierer Johannes Roemich'sche Ehepaar.
** Das große Los der Schloßfreiheitslotterie, daS, wie wir mitteilten, nach Mainz gefallen war, geht durch Vermittelung mehrerer Wiederverkäufe!: in zehnzehntel Teile an kleine Leute aus Mainz und Umgegend. Tas Glück hat also trotz seiner Blindheit wieder seine richtigen Bedürftigen gefunden.
§ Butzbach, 23. Sept- Zum Besten des Baufonds ür Renovierung der hiesigen Stadtkirche veranstalten unser Frauenchor und die neue Chorschule unter Mitwirkung einiger Solisten am nächsten Sonntag Nachmittag ein größeres Konzert in hiesiger Stadtkirche.
(:) Friedberg, 23. Sept- Der langjährige Seminardiener Haber am hiesigen evangel. Predigerseminar wird am 1. Oktober in den wohlverdienten Ruhestand treten. Ta Haber fast dreißig Jahre Seminardiener ist, so dürsten ihn fast alle evangelischen Geistlichen Hessens kennen. Zu einem Nachfolger ist ber pensionierte Gefängnisaufseher Haumüller in Aussicht genommen.
(?) Leisenwald, 23. Sept- Beim Abzug des 87. Jns.-Regts- stürzte ein Sergeant vom Rade, als er von einer sehr steilen Höhe auf dem Wege nach Büdingen fuhr. Ter Sergeant flog kopfüber zur Erde. Tie Verletzungen ind derart, daß der Mann ins Spital zu Büdingen gebracht werden mußte.
§ Wenings, 23. Sept- Heute sand das Sch ar f- chießen der Artillerie statt. Im ganzen waren 84 Geschütze in Thätigkeit (48 große Feslungs- und 36 Feldgeschütze). Zielpunkt war der durch die 21. Pioniere zu einer Festung hergerichtete „Galgenberg" -wischen hier und Bindsachsen. Das Schießen sollte schon um 8 Uhr beginnen, konnte aber erst um 10 Uhr seinen Anfang nehmen. Viele Zuschauer standen auf einer Anhöhe. Das Scharfschießen )er Infanterie fiel aus, statt dessen fand ein Gefecht lEr- türmung des „Galgenberges") mittags statt. Verteidigt wurde derselbe von den 21. Pionieren, einer Abteilung ber 115er und einer Batterie des 25. Artillerieregiments; die Stürmer waren die 118er. Metertief haben die Granaten )as Erdreich durchwühlt, es wurde vorzüglich geschossen.
Lauterbach, 20. Sept- In dem hiesigen Schlacht- Hause wurde am letztvergangenen Donnerstag ein Ochse geschlachtet, welcher das respektable Gewicht von über 11 Zentner aufwies. Das fetten schwere Tier war erst zwei- einhalb Jahre alt und stammte aus Blankenau. — Stiefel und Schuhe werden teurer, da die Lederpreise zu steigen beginnen. Die Geschirrlederfabrikanten schlagen behufs Er- höyuug der Preise eine Konferenz vor. Die Kipsgerber schlagen eine Erhöhung der Lederpreise um 20—25 pCt. vor.
Darmstadt, 21. Sept- In neuerer Zeit sind häufiger schwere Vergiftungsfälle durch arsenhalliges Wasserstoff gas oder andere arsenhaltige Substanzen bekannt geworden, welche darauf zurückzuführen sind, daß zur Darstellung des Wasserstoffes ober ber sonstigen Substanzen rohe stark arsenhaltige Schwefelsäure oder Salzsäure Verwendung gefunden hat. Im Interesse der öffentlichen Sicherheit ist eS dringend wünschenswert, daß derartigen Vergiftungen möglichst vorgebeugt wird, was dadurch herbeigeführt werden kann, daß die Verwendung arsenhaltiger roher Säuren ganz vermieden wird und nur arfen freie rohe Säuren Verwendung finden. Besondere finanzielle Nach telle hätte letzteres nicht zur Folge, well die rohen, arfenfreien säuren nur unwesentlich höher im Preise stehen als die arfen- haltigen. Wir machen deshalb besonders die Gewerbetreibenden, welche gewerbsmäßig ober vorübergehend Schwefelsäure ober Salzsäure verbrauchen, auf bie mit bem Gebrauch ber arsenhaltigen Säuren verknüpften Gefahren aufmerksam unb empfehlen bringend, nur die arsen- freien Säuren anzuwenden.
Frankfurt a. M-, 23. Sept. Die Stadtverordneten beschlossen, unter Zustimmung des Magistrats gemeinsam mit diesem eine Petition an den Reichstag zu richten, welche sich für die Aufhebung ber Einfuhrbeschränk- ungen für Schweinefleisch, amerikanisches Büchsenfleisch und Würste verwendet.
Frankfurt a. M-, 23. Sept. Die Versammlung des deutschen Vereins für Frauenstimmrecht, die am 8. Oktober im Saale der Neuen Börse ftaitfmbet, wirb sich voraussichtlich zu einer großartigen Kundgebung ge- ftalten. Das Hauptreferat hat Herr v. Gerlach über: Die Frauen unb bie politischen Wahlen. Von den Teilnehmern des internationalen Kongresses zur Bekämpfung des Mäd- chenhanbels werben wahrscheinlich hervorragende Persönlich- teilen bei ber Versammlung bes Vereins Frauenstimmrecht zugegen sein unb das Wort ergreifen, so ber Earl of Aberdeen, Mitglieb bes Oberhauses, Mr. Wilson, Mitglied des Unterhauses, Mrs. Sheldon Amos,, Mme. St. Croix u. a.
[I Marburg, 23. Sept- Heute abenb gegen 8 Uhr tarn in ber steilen Sybelslraße ein mit zwei Pferden bespannter, beladener Möbelwagen ins Rollen. ä,ie Tiere stürzten dabei, am Barfüßerthore angelangt, eine acht Meter hohe Böschung hinunter, wahrend der Wagen an einer aus den Wurzeln gerissenen Akazie und bem teilweise durchbrochenen eisernen Geländer hängen blieb. Ein Pferd war sofort tot, das andere verletzt.
•• Taunuskarte. Die vom Franksutter Taunusklub herausgegebene, auch in hiesigen Touristenkreisen eingeführle Karle der mit Farbenzeichen versehenen Wege nn östlichen (Main-) Taunus ist soeben im Verlage des Central-Ausschuvnntgliedes Herrn Friedrich Adolf Schmidt, Opernpla» 4 m Frontjurt a. M., t in neuer, vermehrter und verbesserter Auslage (27 36 OOOj erschienen. Die Karte, die in anschaulicher und iedem 2aien verständlicher Weise säst das ganze über dem Taunus verbreitete Farbenmar- kierungsnetz des Taunusklubs enthält, ist durch Ausnahnie mehrerer neuer, mit Farbenzeichen versehener Touristenwege verbessert worben und sanden auch mehrere vom Taunusklub qcfonie quellen, mu Wegetaieln vcriehene Verbindungspsade, dann auch trüber in ber Karie incyt verzeichnet gewesene Mühlen rc. Ausnahme. Vor- z. eignet sich Die Karte für Ausflüge von Butzbach, Nauheim,
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• Sol cd Snt'tu. rwioeii oe, SltthlMwa Si. den Pl nehmen- J ihm den 2 Trinkmasst Brunnen, Lrglos oe Brunnen 1 dieser Sie! Brunnei mar, ging dem i Tarf de liefe klamo laut um p unbarmherz! wrfunt D- la die Fm mit stieß n sie auf m ruhitz- Nur ini Haus,, SaMst, ihm, seine er die fth S. im Br und tonn: wundunge LchlüsseLi schwere W splittert, hastet.
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