Bismarck en al mal sehn?'
,Wat is an denn' to sehn?'
Eingesandt.
(Für Form
Fischerdorf Neuendorf, tinb gegenüber an der anderen Seite der Bucht steht das Denkmal des Großen Kurfürsten, der hier nach der Bertreibnng der Schweden aus Rügen ans Land stieg. Dies Denkmal wollte Bismarck ansehen. Als
UnioerMts Nachrichten.
a. Marburg, 23. Juni. Die geologische Fakultät unserer Universität ernannte den Generalsuperintendenten Lohr und den Pfarrer Lio. theol. Sardernann in Kassel zu Ehrendoktoren.
und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber
Vermischtes.
* Hamburg, 23. Juni. Bei Löscharbeiten auf dem englischen Kohlendampfer „Eongreß" brach das Ladegeschirr und stürzte unter die auf Deck arbeitenden Leute herab. Einer wurde gerötet, zwei schwer verletzt.
* Lüttich, 23. Juni. In St. Nikolas fand in einer Sieftauration eine blutige Schlägerei statt, wobei drei Arbeiter durch Dolchstiche tätlich verletzt wurden. Ein Augenzeuge wurde von dem Anblick so ergriffen, daß er einen Schlaganfall erlitt.
* Bern, 23. Juni. In der Nähe der Stadt ereignete sich gestern wieder ein schwerer Automobilunfall. Der Holländer Brautfeld stieß mit seinem Automobil, in dem sich auch seine Frau und ein Maschinist befanden, mit einem Wagen zusammen, wobei sämtliche Insassen des Automobils und auch der Kutscher des Wagens schwere Verletzungen erlitten.
* Budapest, 23. Juni. Infolge anhaltenden Regens wird aus einigen Landesteilen, besonders den Komitaten Krasso und Zemplin Hochwasser gemeldet. Einzelne Ortschaften sind teilweise überschjwemmt, die Saaten geschädigt.
* Oed enburg, 23. Juni. In der Ortschaft Zarany kam es zwischen einer Gendarmerie-Patrouille und mehreren Dorfbewohnern wegen eines Wirtshausstreites zu einem blutigen Zusammenstoß. Die Gendarmerie machte von der Feuerwaffe Gebrauch. Ein Dorfbewohner wurde getötet, sechs andere mehr oder minder schwer verwundet.
* Kasan, 23. Juni. Gestern brach bei starkem Winde im Tartarenviertel wieder Feuer aus, das über acht Stadtviertel sich verbreitete. Eine Frau kam in den Flammen um.
* Einehübsch« Bismarck-Anekdote veröffentlicht die in Berlin erscheinende Halbmonatsschrift „De Eek- chom", das Organ der jüngeren plattdeutschen Schriftsteller.
Arkciterbcwcgung.
Paris, 23. ^uiu. Im Kohlenbecken des Departements Pas de Ealais ist ein partieller Kohlen st reit ausgebrochen, weil die Bergwerksbesitzer die vor einigen Jahren bewilligten Lohnerhöhungen wegen der niedrigen Kohlenpreise nicht aufrecht erhalten wollen.
Landwirtschaft.
Bom deutschen Landwirtschaftsrat. Unter dem Vorsitz des Reichsrats Fehrn. v. Soden-Fraunhofen tagte am 11. und 12. ö. M. der Ständige Ausschuß des Deutschen Landwirtschaftsrats zu Her- delberg. Staatsmmister Dr. Buchenberger hieß den Üandwirt- schastsrat namens der badischen Staatsregierung willkommen, ebenso begrüßte Bürgermeister Dr. Wals denselben namens der Stadt Heidelbergs An der Sitzung nahmen noch verschiedene Mitglieder des Landwirtschaftsrats aus Badeir, Württemberg, Hessen, und Elsaß-Lothringen teiL Die Verhandlungen erstreckten sich auf die Lage der Zucker- und Spirrtusindustrie, die reichsgesetzliche Regelung deS Versicherungsvertrages, die geplante Abänderung des B ö r s e n g e s e tz e s, Vorschläge für die schnelle Verbreitung der W e tt er p ro g no s en, den gegenwärtigen Stand der Bildung von Laudwirtschastskammern
er sich in Neuendorf einen Fischer als Fährmann suchte, war niemand Au finoen. Als er auf einen Hof ging, fuhr ein Hund auf ihn los, und er konnte sich kaum seiner erwehren. Wie er sich noch mit ihm herumärgert, kommt der Fischer. In vorpommerfcher Mundart erzählt der „Eek- born" nun weiter: „Dunnerwetter", seggt Bismarck, ,stvo koenen Se hier so'n betschen (bissigen) Köter hollen." — ,^üren Se hier her?" seggt de Fischer. „Wat hebben Se up'n Hos to söken, Mitten S hübsch vor de Dör up de Strctt!" De Fohrt geiht los. Red't ward nich vel, se hadden sich! ja frergnurrt! Als sich Bismarck bat Denkmal besehn haob un up Nigendörp toführt, seggt de Fischer: „Se sünd woll so'n berliner?" — „Ja", lacht Bismarck, „ick bün so'n Berliner!" — ,Hewwen Se unfen König al mal sehn?" — „I, ja ick heff em woll al sehn!" — „Hewwen Se
— De Fischer stemmt bat Ruder up un seggt gross: „Ick will Se mal wat {eggen, blot hier nich dämlich gered't von Bismarcken, dat's uns best!" — „Ne, ne", seggt Bismarck, „ick heff jo noch nix gegen em seggt, Se fragten eben nah'n König, und dor hürt dat doch nich glik to!" De Fischer seggt nix. Als se an Land kamen, gift Bismarck den Fischer ’nen Taler. „Fis Groschen krieg' ick för de Fohrt, un schenkt will ick von Se nix hewwen!" — „Na, Se sünd doch so'n Fründ von Bismarcken, un de Lüd' seggen ümmer, bat ick ehm so ähnlich wir, denn nehmen S' bat von mi tom Andenken!" Te Fischer kickt up! „jperr", seggt he, „Se sünd dat ja woll gar sülfst." He nimmt sinen Hut in de Hand un feg^t: „Herr, nehmen S' nich öwel, äwerft den «ollen Hund will ick dat besorgen!"
* Eine hübsche Ferientour, kombiniert im Falb scheu Reisebureau. Mit dem LuxusAuge nach Regens bürg, alsdann nach Regen Walde, hierauf nach Nassau, N a s siedel und Nassen Heide, Abstecher nach Feuchtwangen, Gießen, Gießhübel und Gießbach^, Anschluß nach Patsch und Patsch kau, zurück über Wasser bürg und Wasser leben.
* Die As faire Wolf-Schönerer führte in der vorigen Woche im österreichischen Reichsrate zu folgender Rüpel-Szene: In der Debatte über die Vorlage betreffend den Vertrag der Subventionierung der Do- nau-Tampftchiffahrtsgesellschast beschuldigte der Alldeutsche Berger die „Ostdeutsche Rundschau", sie sei von der Dampfschiffahrtsgesellschaft bestochen. Infolge dieser Bemerkung entstand ein Konflikt zwischen Wolf und Schönerer, in dessen Verlauf man Wolf mit Ohrfeigen drohen hörte. Jro (zu Wolf): Sie bekommen noch einmal Ohrfeigen hier im Parlament, Sie frecher Kerl! Schönerer: Zuckerkartell! Wolf (zu Schönerer): Sie sind ja besoffen! (Großes- Geschrei bei den Alldeutschen.) Tr. Schalk: Feigling! Schönerer: Bestochene und bezahlte Preßbestie! (Anhaltender Lärm.) Jro: Ostdeutsche Saupresse! Wolf: Du wirst einmal Ohrfeigen kriegen! Jro: Die kriegst Tu im Parlament, frecher Kerl! Wolf: Ein Schurke wie der andere! Schönerer: Zuckerkartell! Wortführer der bestochenen Presse! Jro: Hochzeitredner von Letschen. Wolf: Ehrenwort! Jro! Schönerer: Zuckerkartell! Wolf: Schmul! Kohn! (Schallende Heiterkeit.) Wolf: Es thut mir leid, daß ich mich mit solchem Gesindel einlasfen muß. Schönerer: Bestochener Vertreter der korrupten Presse! Wolf: Er ist wieder einmal besoffen! (Anhaltender großer Lärm.) Schönerer: Es ist begreiflich, daß man sich, wenn man sich mit Lumpereien beschäftigen muß, auch mit dem Abgeordneten Wolf beschäftigen muß. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen bei den Alldeutschen.)
Gerichtslaal.
Gnesen, 23. Juni Tie Strafkammer verurteilte die Schuhmacherfrau Elisabeth Kantorzcik wegen Aufruhrs, Landfried ensbruches und Beleidigung der Lehrer in Wreschen zu 10 Atonalen Gefängnis, den Tifchlergejellen Leo Kali- schewsky wegen Aufruhrs und Landsriedensbruches zu einem Jahr zwei Atonalen Gefängnis und den Schuhmacherlehrling Alexander Wisniewski wegen groben Unfugs zu drei Atonalen Hast. Frau Kantorczik und Kalischewsky wurden sofort oerhafteL
in den deutschen Bundesstaaten und die Mahl- und Backfähigkeit des in- und ausländischen Getreides. Zu dem letzten Gegenstand erachtete es der Ausschuß von größter Wichtigkeit, daß über die Mahl- und Backfähigkeit des inländischen Brodteiges alsbald roeilerc Versuche angestellt und fortlaufend ausgeführt werden. Der Ausschuß beantragt deshalb bei den Staatsregierungen, Mittel zur Errichtung von Versuchsanstalten für diesen Zweck zu bewilligen. Erforderlich sei, daß dabei die Landwirtschaft, Müllerei und Bäckerei zur ständigen Mttwirkung herangezogen werden.
Kunst und Wissenschaft.
Darmstädter Künstler-Kolonie. Mit Bezug auf die Darmstädter Meldung der „Frankf. Ztg." Professor Christiansen sei aiis dem Verband der Künstler-Kolonie ausgetreten, es sei ihm aber die Beibehaltung seines Ateliers soivie einer Remuneration auf ein Jahr noch bewilligt worden, schreibt jetzt Professor Christiansen: „Die durch Se. kgl. Hoheit dem Großherzog vor drei Jahren nach Darmstadt berufenen Künstler mußten sich als ge- meinfchafttiche Unternehmer der Ausstellung zu einem Verbände vereinigen, der aber selbstverständlich mit der Beendigung aller Ausstellungsangelegenheiten wieder gelöst wrrd. Die Künstler- Kolonie wttd dann wieder das werden, was sie von Anfang an fern sollte, eine „frei schaffende Gemeinde" und Jeder, der feinen Wohn-- oder Arbeitssitz in oder am Ernst Ludwighause berbehält, wird sich als Mitglied dieser Gemeinde ansehen können. Der mit mir vor drei Jahren abgeschlossene Vertrag läuft, wie auch die Verträge der anderen Herren, am 30. Juni d. Is. ab, S. k. Hoheit der Großherwg hat jedoch mit besonderer Rücksicht darauf, daß ich während des Winters im Ausland leben werde, ange- ordnet, daß mir eine Remuneration auch für ein ferneres Jahr ausbezahlt wird.
— Zu dem Bildhauer, der das Denkmal Friedrich I. in Mors hergestellt, äußerte Wilhelm IL: „Das Denkmal ist das einzige, das in letzter Zeit in Barock angefertig! worden ist, was mir ausnehmend gefällt Es ist in allen Teilen wieder gelungen. Manche Bildhauer verstehen sehr gut, in Rokoko und anderen Sttlen zu arbeiten. Sie haben sich sehr gut im Barock eingelebt. Man muß nicht modern denken; man muß sich ganz in die Zeiten zurückversetzen und in ihr denken können. Ich will sehen, daß ich Ihnen wettere Aufträge geben kann. Während Sie an solch einem Werke arbetten, müssen Sie immer in alte Schlösser gehen, den Barockstil studieren und sich ganz in ihn hineinleben. Das ist famos. So muß es sein! So leicht, man kann sagen, französisch!"
Florenz, 23. Juni. Heute fand die feierliche Enthüllung des Rossini -Denkmals in der Kirche Santacroce statt. Der Ent- hülliing wohnten der Graf von Turin, eine Abordnung des Parlaments, die Spitzer: der Zivil- und Militärbehörden, Vertreter vieler Musikinstitute und eine ungeheure Menschenmenge bet
** Von der hessisch-thüringischen Landeslotterie. In Eisenach sand vor kurzem auf Einladung des Geh. Finanzrats Dr. Götz, des Direktors der Hessischen Landeslotterie in Darmstadt, eine Versammln n g der Einnehmer, Vorstände und Mitglieder ber (Sin* uehmer-Vereinigung der Thüringisch-An- haltischeu Staatslotterie statt, um über die von Seiten der Hesssicheu Laudeslotterie-Tirektiou borgelegten Plan-Entwürfe zu beraten. Tie Versammlung sprach sich ganz entschieden gegen die ihr vor gelegten Plan- Entwürfe ans und nahm eine Resolution einstimmig an, in der u. a. erklärt wurde, daß man außer Stande :jei, die von Seiten der Großh. Hessischen Lan - o es-Lotterie-Dir e ktiou bor gelegten Plan- Entwürfe mit nur 4 pCt. Gewinnen anzunehmen. Am Schlüsse heißt es wörtlich: „Ter solide einheimische Kollekteur, der namentlich in den thüringischen Staaten seit einem Menschenalter die Gewähr der Renta- bllität für ein hochangejehenes staatliches Lotterie-Unternehmen gegeben hat, tonn nur mit einem Plaue, der 50 Prozent Gewinn bietet, in fünf Klassen abgespielt wird und die Gewährung von angemessenen Bezügen für den Einnehmer zusichert, bestehen." — Wie nun verlautet, hat sich die Großh. Lotterie-Direktion in Darmstadt veranlaßt gesehen, diesen auch von einer großen Anzahl hessischer Kollekteure geteilten Wünschen zu entsprechen. Tie nächste Lotterie, die den Namen „Erste Hessisch-Thüringische Landeslotterie" führen wird, soll also mit 5 0 pCt. Gewinnen gezogen werden.
** Die alten Briefmarken. Wie das Reichspostamt trn§ mitteilt, wird die Frist für den Umtaus ch der im Reichspostgebiet und Württemberg bis Ende März gültig gewesenen Postwertzeichen gegen neue bis Ende Dezember 1902 verlängert, auch werden bis dahin mit alten Postwertzeichen frankierte Sendungen nicht mit einer Nachtaxe belegt.
§ Butzbach, 23. Juni. Settens unserer Gemeindeverwaltung wurde kürzlich eine den Anforderungen rascher Hilfeleistung bei Großfeuer entsprechende neue Steigleiter zum Preis von 1700 Mk. angeschafft, wozu eine Feuerversicherungsgesellschaft 1200 Mk. beisteuerte. Die geftrigen praktischen Unterweisungen bezw. Vorführungen unter Leitung eines Vertreters der bett. Fabrik hatten ein in jeder Beziehung zufriedenstellendes Ergebnis.
§ Schotten, 23. Juni. Unter dem Vorsitz des Geh. Regierungsrats S ch ö n f el d fand heute auf dem „Posthäuschen" die Generalkonferenz der Lehrer des Kreises statt. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden begann Lehrer Linck-- Rudingshain seinen Vortrag: „Die Kunst im Dienst der Erziehung". Redner führte m seinem Vortrag der Versammlung eme Anzahl Meisterwerke von klassischen Künstlern vor Augen, die einen Schulsaal wohl schmücken und den Kunstsinn im Kind schon früh wachrufen. Referent erntete den Dank der Konferenz. Als zwetter Redner be- handelle Lehrer R e u ß - Freienseen das Thema: „Die neue Orthographie und ihre Einführung in die Schule". Die reichhaltige Arbeit dieses Referenten fand ebenfalls den Beifall der Anwesenden. Ein gemeinsames Mittagsmahl schloß sich dem amttichen Test der Konferenz an, wobei Geh. Regierungsrat den üblichen Toast auf den Großherzog aus- drachte.
Frankfurt, 21. Juni. Im Rebstock wollte gestern • Abend ein Schlossergeselle, der mit seiner Frau im Scheidungsprozeß steht, fein Söhnchen, das bei der im Rebstock wohnenden Schwiegermutter untergebracht ist, abholen. Zur Sicherheit hatte er sich 2 Freunde mitgenommen. Sie kamen aber schön an! Beim Eintritt in das Zimmer der Schwie- germama wurden sie mit dem Schürhaken empfangen, und mit blutigen Köpfen unverrichteter Sache he im geschickt. Auf -der Rettungswache mußte Hllfe nachgesucht werden. Da rede noch einer vom „schwachen • Geschlecht!"
Wiesbaden, 23. Juni. Der Kaiser hat Herrn Franz Brentano zu Winkel im Rheingau die seinem Vater Emll Georg Brentano im Jahre 1886 zngesprochene italienische Adelszugehörigkeit für die diesseitigen Staaten unter dem Namen „v. Brentano" bestätigt.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Bingen wurden zwei Personen wegen Verausgabung falschen Geldes durch die Polizei verhaftet; bei der Visitation der Verhafteten wurde noch eine Anzahl Falsiftkate — Fünfmarkstücke — vorgefunden. Die Persönlichkeit der Verhafteten konnte noch nicht festgestellt werden.
Briefkasten der Redaktion.
(Anonyme Anftagen bleiben unberücksichtigt.)
M. Gießen. Die Gütergemeinschaft kann auch nach der Verheiratung selbstverständlich ausgeschlossen werden. Wenden Sie sich an das Gericht oder an einen Notar. — Brennholz kann nur soweit gepfändet werden, als es den Bedarf für 14 Tage übersteigt. Der Bedarf für 14 Tage kann nicht gepfändet werden.
Unsere Herren Korrespondenten ersuchen wir, auf ihren Zuschriften an uns stets ihren Namen und ihr Korrespondenzzeichen anzugeben.
L. B. in F. Derartige geschäftliche Angelegenheiten können wir im redaktionellen Teil des „Gieß.Anz." nicht erledigen. Wir müssen Sie schon auf den Weg des Inserats verweisen.
Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Berlin, 23. Juni. Der „Reichsanzeiger" veröffenllicht die Genehmigung des Gesellschaftsvertrages der Frankfurter Bank.
Berlin, 22. Juni. Das Plenum des Oberverwaltungsgerichts entschied gestern übereinstimmend mit dem Reichsgericht, daß der durch Aus gäbe neuer Aktien erzielte R e ingewinn nicht steuerpflichtig ist. Das preußische Oberverwaltungs- gerichl hatte vorher gegensätzlich entschieden, weshalb der Finanz- minifter v. Rheinbaben im Abgeordnetenhaus erklärte, wenn eme Harmonie zwischen dem Reichsgericht und Oberverwaltungsgericht nicht eintrete, müsse die Sache gesetzlich geregelt werden.
Warnemünde, 23. Juni. Gestern begann die Lustfahrt des für die deutsche Ostafrikalinie auf der Werft der Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft gebauten Reichspostdampfers „Bürgermeister". Zur Teilnahme waren u. A. eingetroffen Hanoels- minister Möller, der Gouverneur von Kamerun, von Puttkamer, der mecklenburgische Gesandte am preußischen Hofe von Oertzen, Bürgermeister Moenckeberg-Hamburg und der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Ostasrika-Linie Woermann Hamburg. Das nächste Ziel ist Hammerhus auf Bornholm. Am Dienstag ttifft das Schiff in Kiel ein und fährt dann durch den Kaiser Wilhelm- kanal ab.
Bremen, 23. Juni. Die außerordentliche Generalversamm» hing des Norddeutschen Lloy d nahm die Anträge des Vorstandes und Aufsichtsrats auf Abänderung der Statuten anläßlich des Abkommens mtt dem amerikanisch-englischen Schifffahrtstrusl auf einen Antrag aus der Dtitte der Versammlung heraus, ohne Debatte durch Zuruf an und sprach dem Präsidenten Geo Plate und Generaldirektor Dr. Wiegand ihren wärmsten Tank aus.
— Elettrizitätsgesellfchaft vorm. Lahmeyer u. Cie Frankfurt a. M. In einigen Blättern wurde berichtet, daß die Gesell» jchaft für das Jahr 1901/02 keine Dividende verteilen wird; im Vorjahr wurden 10 Prozent gezahlt. Der Gewinn soll zur Abschreibung und zur inneren Kräftigung des Unternehmens verwendet werden. Die Direktion hat zu diesen Auslassungen einstwellen eine sehr reservierte Erklärung abgegeben. Sie stehe den Auslassungen fern. Der Abschluß könne erst in mehreren Wochen fertiggestellt werden und vorher werde sich der Aufsichtsrat über dic Dwiden» denaussichten nicht äußern. — Es wird unseres Erachtens am Besten sein, wenn sich die Aktionäre mtt dem Gedmüen vertraut machen, daß sie diesmal nichts erhalten. Auch dic Lahmeyergesell- schaft hat sich mit anderen Gesellschaften liiert und dabei keine Seide gesponnen. Es werden viele großen Abschreibungen und Rückstellungen notwendig sein, und für die Aktionäre wird von dem voraussichtlich nichts weniger als großen Gewinn nichts übrig bleiben.
— Bulgarische Tabakauleihe. Aus Paris wird gemeldet, der Vertrag über 106 Millionen 5proz. bulgarische Tabakanleche ist perfekt. Die Emission wird im Herbst durch die Banque de Paris, die Russische Staatsbank, Frankfurter, schweizerische und belgische Bankinstitute durchgeführt.
keinerlei Verantwortung.)
Noch ein Lied vom Klingelbach.
Wenn die Gießener Straßenkehrer Alle Straßen fegen rein, Werd' ich immer ein Verehrer Unf'rer Stadtverwaltung sein; Doch geb' ich am Klingelbach, Denk' icy einem Rätsel nach: Ach wie lange will es währen. Bis man Dich mag gründlich kehren!
Deine Blößen zuzudecken, Das verhindert leider schon Aller Steuerzahler Schrecken, Die Kanalisation. Nun, so fließe froh und frei, Aber säuberlich dabei; Möge man, Dich hoch zu ehren, Dich gleich einer Straße kehren! Wo die Wasser reinlich fließen, Sind sie einer Stadt zur Zier; Aber riecht es schlecht in Gießen, So gefällt es niemand hier, Wie es mit der Sanität Dann auch ganz bedenklich steht. Drum — man kann dies nicht verwehren, Bürgermeister: — lasse kehren!
Der Nachbar.
Tag". Man hat txnm rraH diejem (Stauben eine schlechte | Am Ufa des Boddens, dicht bei Lauterbauch, Hegt das
<5rnte zu erwarten. ~ Fischerdorf Neuendorf, Und gegenüber an der anderen Seite
AMTLICH GLINZEND BEGUTACHTET:
■©SALUTARIS©
MEF TOILETTE-FETT-SEIFE
UnüDerhofTtn für Baet- w CeJntpfiefle» Rein.
C. Naumann, Seifen- u. Parfümeriefabrik, Offenbach O.M.


