Ausgabe 
24.4.1902 Zweites Blatt
 
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Lilterulur, Wiffeuschast und Kunst.

vorgesehen unb von den Landständen genehmigt worden.

des hessischen Staatsbudgets für 1902/03 sind 12 Re gift ra- orstellen mit einem Anfangsgehalt von 14002600 Mk.

Vermischtes.

* Die Vernichtung der alten Postwertzeichen, welche üon den Postämtern des Berliner Bezirks bis zum 1. d. M. nicht abgesetzt waren und an die Ober-Post- direetion zurückgegeben wurden, hat einen derertigen Umfang angenommen, daß sie erst am Dienstag beendigt werden konnte. Die von den Postanstalten eingelieferten Wertzeichen wurden in der Centralheizung des Hauptpostgebäudes ver­brannt. Sie werden dort in Schlote, die mit Deckeln abge­schlossen sind, geworfen. Das Feuer wird durch Cokes, ver­mischt mit Holz, genährt. Auf die Papiermassen wird wieder eine Schicht Cokes und Holz gelegt, um die Rückstände am Emporfliegen zu hindern. Um ferner das Hinausfliegen zu den Schornsteinen unmöglich zu machen, sind diese mit einem Siebe versehen. Das Autodafe geschieht unter Aufsicht eines Postrats. Mit der Abnahme und Vernichtung waren während der ganzen Zeit 810 Beamte vom Morgen bis zum Abend beschäftigt. Vernichtet wurden 455 Beutel, deren Gesamt­gewicht auf 11000 Kilo geschätzt wird. Der Gesamtwert der vernichteten Wertzeichen betrug 3 752 000 Mark. Es sind dies lediglich die im Berliner Bezirk von den Postanstalten nicht abgesetzten Wertzeichen der alten Ausgabe. Die um­getauschten Wertzeichen, die schon in den Händen des Publi­kums gewesen sind, werden später vernichtet.

Die Stellen sollen Schreibgehülfen erhalten, die in Regiftra- turarbeiten bewandert sind und seither bei Amtsgerichten mit Erfolg gearbeitet haben. Nach dem Staatsvoranschlag werden den Amtsgerichten Darmstadt I, Offenbach, Gießen und Mainz je 2, den Amtsgerichten Lorsch, Friedberg und Mainz je ein Registrator zugewiesen werden, deren deeret- mäßige Anstellung dann in nächster Zeit erfolgen wird. Am 20. April hatte die Feuerwehrabteilung der Brückenbau- Aktiengesellschaft zu Gustavsburg Hauptübung, wobei ein Feuerwehrmann derart stürzte, daß er einen vierfachen Beinbruch erlitt. Er wurde in das Hospital in Mainz gebracht.

** Bingen, 23. April. Wie dem Vorsitzenden für das 28. Gauturnfest des Turngaues Rheinhessen, Carl Gräff, mitgeteilt wurde, wird der Groß Herzog der Einladung zur Teilnahme an dem Feste nicht folgen, da er schon andere Dispositionen für diese Zeit getroffen hat.

** Wiesbaden, 23. April. Der Kaiser hat den Im tendanten Kammerherrn v. Hülsen zu seiner Ernennung zum Ehrenbürger unserer Stadt beglückwünscht und dabei auch der letzteren selbst in der huldvollsten Weise gedacht, indem er dem Glückwunsch hinzufügteeinen Gruß an mein liebes und schönes Wiesbaden".

Grrichlssaal.

L. Gießen, 23. April. Schöffengericht. Ein vor­bestrafter hiesiger Weißbinder hatte den Geschäftsführer derKranken'- -afie dadurch schwer beleidigt, daß er in Beziehung auf die Ge° chäftsführung des Beamten behauptete, dieser mache sich der Partei- üchkeil schuldig, weil er die Verfehlungen der einzelnen Kassen« Mitglieder verschieden beurteile. Ta der Angeklagte für diese Be­hauptung den Beweis der Wahrheit schuldig bleibt, wird er wegen chwerer Beamtenbeleidigung zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Äegen einen Agenten aus Darmstadt war bei der Staatsanwalt- chaft eine Anzeige eingelaufen, die jenen der Unterschlagung und >es Betrugs in verschiedenen Fällen bezichtigte. Die Beschuldigung teilte sich bis auf einen Fall als grundlos heraus, und auch in diesem konnte die Anklage nicht aufrecht erhalten werden, weshalb auf Freisprechung erkannt werden mußte. Gegen einen hiesigen Fuhrmann war eine Anzeige wegen Tierquälerei erstattet und Strafbefehl erlassen worden, gegen den er Einspruch erhob. Durch die heutige Verhandlung wird sein Verschulden unzweifelhaft dar-- gethan und aus Vewerfung der Berufung erkannt. Wegen Körper­verletzung, dadurch begangen, daß er seinem Gegner ein Ohr durch- biß, hatte sich ein Weißbinder aus Trohe zu verantworten. Er wurde in eine Geldstrafe von 20 Mk. genommen.

Elberfeld, 23. April. Gegen das Urteil der Strafkammer, durch welches der Verlagsbuchhändler Niemann zu Barmen von der Anklage der Beleidigung des Kaisers von Oesterreich jreigesprochen wurde, hat der Staatsanwalt Re­vision angemeldet.

Aus Atadi und Kund.

Gießen, den 24. April 1902.

** Tas Regierungsblatt, Beilage Nr. 6 enthält 2l. a. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft:

Am 1. April wurde der Rechtsanwalt Jäger in Bensheim zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Bensheim, mit Wirkung vom 1. Akai an, zugelassen.

Aufgabe der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft:

Am 30. Dezember 1901 hat der Rechtsanwalt Co w- r ab i in Mainz die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen, am 11. ?Närz der Rechtsanwalt Ma n n in Oppenheim die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Oppenheim, ttU demfelbenTage hat derRechtsanwalr Jäger in Bens- Keüu die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amts-

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berlin, 23. April. Von morgen ab werden Darmstädler- Bank-Aktien exklusive Dividendenschein für 1901 gehandelt; eine Kursveränderung findet nicht statt. Zum Börsenhandel sind zugelassen worden: 6 Millionen Mark 3'/, proz. D ar m st äd t er Stadt anleihe von 1902 und 1 Million Mack 3 /z proz. An­leihe der Stadt Nauheim in Hessen.

Fallissements. Die große Juwelierfirma I. Hirsch u. Cie. in Paris hat falliert. Die Verbindlichkeiten betragen 800 000 Franks. Die Atodewarenftrma Fritz W. Wagner in Mainz, früher Wagner u. Schleifer, befindet sich in Zahlungsschwierigkeiten. Die Verbindlichkeiten betragen Mk. 285000, denen an Aktiven Mk. 141000 gegenüberstehen. Es wird ein gütlicher Vergleich in Höhe von 35 Proz. herbeizusühren gesucht. Die große Diarn anten- firma Henry G. u. Arthur E. Emms m London ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Sie schuldet ihren Gläubigern 1840 000 Mack, denen an Aktiven nur 458 000 Mark gegenüber» stehen.

4proz. Wiener Stadtauleihe. Am 28. d. Mts. werden 100

gericht Zwingenberg, mit Wirkung vom Tag seiner Zm- lassung bei dem Amtsgericht Bensheim an, am 13. Marz hat der Rechtsanwalt H o o s in Gießen die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht der Provinz Ober­hessen aufgegeben.

Schuldienstnachrichten:

Am 22. Februar wurden den Schulamtsaspiranten Ludwig Becker aus Rodau, Kr. Bensheim, und Martin Fischer aus Lampertheim, Kr. Bensheim, Lehrerstellen an der Volksschule zuGießen übertragen; am 26. Fe­bruar wurde der von dem Grafen zu Ysenburg und Bü­dingen in Meerholz auf die Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Himbach, Kr. Büdingen, präsentierte Schulamts­aspirant Schreiber aus Langenbergheim, in demselben Kreise, für diese Stelle bestätigt; am 27. Februar wurde dem Geometergehilfen F o l tz aus Leipzig das Patent als Geometer L Klasse für den Kreis Friedberg erteilt; am 1. März wurde dem Schulamtsaspiranten Bechtold aus Gedern, Kr. Schotten, die zweite Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Glauberg, Kr. Büdingen, übertragen; am 6. März wurde den Geometergehilfen Bast aus Unter- Seibertenrod das Patent als Geometer 1. Klasse für den Kreis Schotten, B ö ch e r aus Alsfeld das Patent als Geo-

ö^lzer unb Schneider aufgefordert, sich während der weiteren Vernehmung Skopecks aus dem Saale zu ent- femren. Vorsitzender: Skopeck, Sie sagen doch, Sie

$en einen der beiden Männer an der Bandenthür pa Ihren Wachtmeister gehalten? Skopeck: Jawohl. 2® t>er: Dann können Sie doch die beiden nicht für Zivilpersonen gehalten haben? Skopeck: Zivi

En waren es nicht. Vorsitzender: Sie sollen aber Schneider gegenüber zugegeben haben, daß es auch Zivilpersonen gewesen sein können? Skopeck: Das Tst nnr nicht mehr erinnerlich. Vorsitzender: Ist es möglich, daß Sie eine solche Aeußerung zu Schneider gethan haben? Skopeck: Dinglich ist es. Es wird hierauf von der weiteren Vernehmung Skopecks Abstand Seuommen, da der Gerichtshof einsehe, daß aus Skopeck doch nichts, weiter herauszubekommen sei. Danach wird nochmals Kriminalkommissar v. Bäckmann aufgerufen. Dieser hält Skopeck vor, daß er ihn eindringlich ermahnt habe, die volle Wahrheit zu sagen, daß er chm aber auch früher gesagt habe: fassen Äe sich von niemand aus­fragen."

Millionen Kronen gleich 85 Millionen Mack in unserer Stadt bei der Gieße n e r D e p o s i t e n k a s s e und W e ch s e l ft u b e der Bank für Handel und Industrie und im Bankgeschäft von I o s. H e r z, in Frankfurt a. M., Berlin rc. bei einer Reche von Banken zur Zeichnung aufgelegt. Der Zeichnungspreis beträgt 978/4 Prozent. Die Anleihe ist in chrem vollen Betrag von 285 Millionen Kronen zum Handel, an der Berliner Börfe zugelassen; auch ist die Zulassung an der Frankfurter Börse beantragt. Die Rückzahlung geschieht zu Pari von 1902 ab. Don 1912 ab steht der L-tadt Wien das Recht zu, die Auslosung zu verstäcken oder die ganze Anleihe zur Rückzahlung zu kündigen. Erwähnt sei noch, daß Kapital und Zinsen frei von jedem Abzug und jeder gegen­wärtigen oder zukünftigen Steuer auszuzahlen ist.

Die bayerische Clektrizitätsgescllschast Helios in München hat jm abgelaufenen Jahr einen Verlust von 447 264 Mack gehabt. Die Unterbilanz beträgt nun, den vorjährigen Pafsivsoldo einbe­zogen,600 019 Mark bei einem Aktienkapital von 1 300 000 Mack. Der Status ist auch sonst ein recht schlechter, lieber das laufende Jahr wird mitgeteilt, daß die beiden ersten Monate keine roefent» liebe Besserung zeigen, doch lassen neu angeknüpfte Verbindungen hoffen, daß die Bemühungen um bessere Geschäfte nicht ohne Er­folg sein würden. Em schwacher Trost für die Aktionäre.

Die Aktionäre der Aktiengesellschaft für Federstahliudustrie iu Kassel erhalten 12 Prozent Dividende. Der Gesamtumsatz be­trug laut Geschäftsbeckcht 1462042 Mack gegen 1667 000 Dck. iw Vorjahr.

Bert. Horn: Haben Sie gesagt, S- solle nur Vor­gesetzten oder Offizieren etwas sagen? Zeuge v. Bäck- mann: Unmöglich kann ich das. Scheer: Was Sie hier ausgesagt, versichern Sie auf den früher geleisteten Eid! v. Bäckmann: Ich möchte vorsichtig sein. So­bald meine Aussage die Untersuchung betrifft, antworte ich mit Ja. Soweit Gespräche mit Zivilpersonen in Betracht kommen, kann ich das weniger bestimmt behaupten. Ein­zelnes mag nicht zutreffend sein, weil ich mich jedes Wortes nicht mehr erinnern kann. Scheer: Mit dem Letzteren meinen Sie wohl die Gespräche am Stammtisch? von ckmann: Ja, am Stammtisch mag manches gesprochen sein, was besser unterblieben wäre. Man könnte mir leicht daraus einen Strick drehen, was ich am Stammtisch gesagt habe.

Fahnenschmied Krieg bekundet: Am Nachmittag nach dem Morde erzählte mir Skopeck, daß er zwei Personen mit steifen Mützen an der Bandenthür getroffen habe. Er habe geglaubt, einer sei ein Wachtmeister und sei schnell abgebogen. Der Zeuge wird unwohl, blickt stieren Auges zu Boden, ist bleich im Gesicht und kalter Schweiß perlt ihm von der Stirn. O.-K.-R. Scheer: Das passiert dem Zeugen bei jeder Vernehmung.

Sergeant und Fahnenschmied Bouellon erfuhr von Baranowski, daß dieser einen Mann mit kleinem Schnurr­bart und steifer Mütze an der Bandenthür gesehen habe. Krieg ist ein charaktervoller Mann. Scheer: Kommt es oft vor, daß Sergeant Krieg umfällt? Zeuge: Nie­mals. Er ist immer munter. Ich bin täglich mit ihm zusammen, und habe das nie bemerkt.

Sergeant Gerisch kam kurz vor 5 Uhr nach dem ^»eisesaal, ob als erster wisse er nicht. Dann kam Schröder mrt der Meldung, daß der Rittmeister erschossen sei. Vert. Horn: Weiß der Zeuge, daß Krieg heiraten wollte und daß der Rittmeister v. Krosigk ihm Schwierigkeiten bereitete? Zeuge: Nein, Krieg war verlobt und sagte mir einmal, der Rittmeister hätte sich noch vorher einmal erkundigt, weil er noch nicht um den Heiratskonsens ein­gekommen sei. Bert. Horn: Nunmehr beantrage ich, daß Sergeant Krieg nachweist, wo er am 21. Ja­nuar zwischen 4 und 5 Uhr gewesen ist und welche Zeugen er dafür angeben kann. O.-K.-R. Scheer lehnt die Befragung Kriegs wegen dessen Zustandes ab.

Es werden zwei Zeugen vernommen, die das Alibi Kriegs an jenem Nachmittag nachweisen sollen. Sergeant Sozymauski erinnert sich nicht, Krieg an jenem Nach­mittag getroffen zu haben. An den Ställen der 1. Schwa­dron traf er den Unteroffizier Grigat, der sagte: Unser Alter hat sich erschossen. Bert. Horn: Krieg fragte mich, ob ich nicht wisse, daß ich mit ihm zusammen gewesen sei. Als ich das verneinte, forderte er mich aus, ich möchte mich besinnen. Früherer Sergeant Hasse: Ich war in der Kantine und gegen dreiviertel 4 Uhr kam die Meldung, daß der Rittmeister geschossen sei. Ich lief nach der Reitbahn und unterwegs traf ich den Sergeanten Bunkus, den ich fragte, was denn passiert sei. Bunkus fagte, was soll passiert sein. Dann trafen wir den Unter­offizier Grigat, der den Unfall erzählte. O.-K.-R. Scheer: Trug Grigat einen Mantel?Zeuge: Nein. O.-K.-R. Scheer: Haben Sie den Sergeanten Krieg an jenem Tage getroffen? Zeuge: Mir ist es so, als wäre er einen Augenblick, etwa um dreiviertel 5 Uhr nach der Kantine gekommen. Bert- Burchard: Fragte Krieg Sie später, ob Sie sich besinnen, ihn in der Kantine gesehen zu haben? Zeuge: Ja, er sagte, ich solle mich besinnen. O.-K.-R. Scheer: Es wurde damals jkcher gefragt, -wo er gewesen ist. Bert- Horn: Ich bitte jetzt, den Sergeanten Krieg dem Zeugen gegenüber zu stellen. O.-K.-R. Scheer: Krieg ist jetzt noch nicht vernehmungsfähig. Bert. Horn: Ja, wenn wir warten sollen, bis Krieg vernehmungsfähig ist, dann können wir noch recht lange warten. O.-K.-R. Scheer: Ich muß das zurückweifen. Mir werden Krieg noch vor Eintritt der Mittagspause vernehmen.

Nach weiterer Besprechung wird Sergeant Krieg hin- eLngerusen. Sergeant Krieg, auf einem Stuhle sitzend, giebt cm: Mir gingen aus der Schmiede um 4 Uhr weg. Ich ging nach meiner Stube, um die Bücher für den Kapitu- lantenunterricht, welcher um 5 Uhr ansing, zu holen. Dann bin ich gleich in die Kantine gegangen.

Zeuge Hacke bemerkt, er habe Krieg bis gegen 4 dreiviertel Uhr in der Kantine bemerkt. Kan- tinenwärter Schlemminger: Krieg sei zwischen 4 und 5 Uhr in der Kantine gewesen. Wann er gekommen und wie langem r verweilt, erinnere er sich nicht. Verhand- lungsl. O.-K.-R. Scheer: Krieg, können Sie das, was hier gesagt wurde, mit gutem Gewissen beschwören? ; Krieg: Jawohl.

Krieg wird darauf vereidigt und darnach gegen zwei dreiviertel Uhr die Verhandlung auf morgen 9 Uhr vertagt.

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Meter 1. Kl. für den Kreis Büdingen erteilt; am 8. März wurde dem Schullehrer i. P., Schulverwalter Gompf zu Neu-Isenburg, Kr. Offenbach, die Lebrerftelle an der Ge­meindeschule 'zu Bodenrod, Kr. Friedberg, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Trinkaus aus Grünberg, Kr. Gießen, eine Lehrerstelle an der Gemeinde­schule Londorf, in demselben Kreise, übertragen; am 13. März wurde der von dem Prinzen Friedrich zu Solms- Braunfels auf die 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Villingen, Kr. Gießen, präsentierte Schullehrer Geck zu Hoch-Weisel, Kr. Friedberg, für diese Stelle bestätigt; an dems.Tage wurdedemSchulaintsaspiranten Merle aus Liederbach, Kr. Alsfeld, eine Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Nauheim, Kr. Groß-Gevau, am 15. März wurde dem Schullehrer Eichelmann zu Groß-Eichen, Kr. Schotten, die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ruppertsburg, in demselben Kreise, am 19. März wurde dem Schulamtsaspiranten Traut wein aus Lonsheim, Kr. Alzey, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Betzenrod, Kr. Schotten, am 26. März wurde dem Schub­lehrer Will zu Queckborn, Kr. Gießen, eine Leh verstelle an der Gemeindeschule zu Geilshausen, am 2. April wurde dem Schullehrer Dexheimer zu Landenhausen, Kr. Lauterbach, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wörrstadt, Kr. Oppenheim, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Reinhardt ans Bad-Nauheim, Kr. Friedberg, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Darmstadt übertragen; an demselben Tage wurde der Forstwart der Forstwartei Dannenrod Gennebach in gleicher Tiensteigenschaft in die Forst­wartei Kohden, Oberförsterei Salzhausen, versetzt.

Konkurrenzeröffnungen:

Erledigt sind: eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kir­torf, Kr. Alsfeld. Mit der Stelle kann Organistendienst verbunden werden, eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Zell, Kr. Alsfeld, beide mit dem gesetzlichen, nach dem Tienstalter sich bemessenden Gehalt.

** Militärdienstnachrichten. Zum Oberst wurde befördert der Oberstleutnant v. Jablonowski beim Stabe der Haupt- Kadettenanstalt unter Ernennung zum Kommandeur des 5. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 168; zum Fähnrich beför­dert der Unteroffizier Firmenich im Jnf.-Regt. Kaiser Wil­helm Nr. 116; in Genehmigung seines Abschiedsgesuches unter Verleihung des Charakters als Generalmajor mit der gesetzt. Pension zur Disposition gestellt der Oberst Wundsch, Kommandeur des 5. Großh. Hess. Jnf.-Regis. Nr. 168; zum' Bat.-Konimandeur ernannt der Major Melchior, aggreg. deni 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, unter Versetzung in das 6. Bad. Jnf.-Regt. Kaiser Friedrich III. Nr. 114; zum Oberleutnant befördert der Leutnant Poly im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm Nr. 116.

** Aus der Zweiten Kammer. Der Finanz-Aus­schuß der Zweiten Kammer erledigte gestern einige dringende Angelegenheiten und wird heute seine Beratungen fortsetzen. Auch wird heute der Gesetzgebungs-Ausschuß unter Vorsitz des Abg. v. Brentano seine Beratungen aufnehmen.

** Die Deputation des Rhein-Main-GastwirteVerbaudes, die dieser Tage im Ministerium des Innern bezüglich der Verordnung des Reichsamts des Innern über die Ruhepausen des Personals im Gastwickegewerbe empfangen wurde, er­hielt folgenden Bescheid:Die Großh. Regierung beab- ichtige nicht, spezielle Ausführungsbestimmungen , u erlassen. Bei der Kürze des Bestehens der Verordnung ei es auch noch nicht möglich, einen Ueberblicf über etwa anzustrebende Verbesserungen zu gewinnen. Es dürfte sich als praktisch erweisen, die einzelnen, am meisten drückenden Schädigungen periodisch dem Großh. Ministerium bekannt zu geben, sodaß auch letzteres in die Lage komme, sich über alle einzelnen Punkte zu informieren,"

* Kriegervereine. Eine Zusammenkunft der in Baden, Hessen und der Pfalz bestehenden Militär- und Krieger­vereine wird am Sonntag den 11. Mai in dem Scheller'schen Konzertsaale in Frankenthal stattsinden. Eine gleiche hat im vorigen Jahre schon einmal in Darmstadt stattgefunden.

§ Gambach, 13. April. Auf der bereits abgesteckten Neubahnlinie Butzbach Lich wurde vor mehreren Tagen ein Teil der östlich von der Staatsstraße gesetzten Markirungs- pflöcke durch ruchlose Hand entfernt und in nordwestlicher Richtung nach unserem Ocke eingeschlagen. Der Thäter ist noch nicht ermittelt.

)( Münzenberg, 23. April. Die erste Kirch weihe in hiesiger Gegend wird dieses Jahr am 27. und 28. April in Münzenberg abgehalten; die Volksbelustigung findet in dem ' Gasthof-Anwesenzur Burg Münzenberg" statt.

u Bilstein, 23. April. Gestern fand die Trauung des ' rüheren Erbprinzen, jetzigen Prinzen Leopold von Isen- : b^urg-Büdingen-Birst ein mit der Prinzessin Olga von Sachsen-Weimar in Heidelberg statt. Die Civiltrauung wurde in dem Hause des Prinzen Wilhelm von Sachsen- . Weimar, dem Bruder der Prinzessin, in Anwesenheit des , württembergischen Königspaares durch den Großh. sächsischen i Staatsmmister Rothe vollzogen. Die kirchliche Trauung fand 1 in der Jesuitenkirche statt.

8. Darmstadt, 23. April, linier Kap. 89 Tit. 2, Nr. 15a

n# Zur Wilhelm Busch-Feier tragen wir noch nach, daß ' I eine seiner berühnuesten Schöpfungen r .heil. Antonius 'von Padua" (Verlag von Atoritz Schauenburg in Lahr ü B.