Ausgabe 
24.4.1902 Erstes Blatt
 
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Parlamentarisches aus Hessen.

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Gießen Offenbach Worms Alzey Frankfurt

recht". Die einschlägigen Gesetze, die sich mit den Geist­ichen beschäftigen, werden herangezogen, besonders hält sich der Referent bei den Militärpflichten der Geistlichen auf und ordert, da mit der Ordination und der Einführung in das kirchliche Amt die Heranziehung der Geistlichen zu Reserve- Übungen aufhören, die Befreiung von den Kontrollversamm­lungen. Die Nichtzulassung der Pfarrer zu Gemeindeämtern, wie sie in Hessen besteht, sieht der Referent als eine Zurück- etzung des geistlichen Standes an. Cs gelangt schließlich der Antrag zur Annahme:

Den Bericht über die Sterbekasse liefert Pfarrer Nebel- Laubach und kann von Wachstum melden. Seit den fünf Jahren des Bestehens ist das Vermögen auf 10 000 Mark angewachsen und bildet über 13 pCt. des Versicherungskapi- als. Die Auszahlungen infolge der Sterbefälle können aus den laufenden Einnahmen bestritten werden.

Nach einer halbstündigen Pause um 11 Uhr, in der unter Führung von Prof. Schöler-Friedberg ein Rund­gang durch die Stadtkirchc erfolgte, berichtet Pfarrer Stock- Ober-Breidenbach über die Hülfskasse, die sich gleichfalls der besten Entwickelung erfreut. Ein inzwischen eingelaufener Gruß von Geh. Kirchenrat Dr. Stock-Stockhausen wird freu­dig ausgenommen und telegraphisch erwidert.

Der Antrag von Prof. Schöler, der hessische Pfarrvor- and möge ein Kirchenfenster, Luther darstellend, für die Stadtkirche stiften, fand nach längerer Diskussion in folgen­dem Antrag seine Erledigung:

Die Hauptversammlung beschließt, die Anregung zur Stiftung eines Stadtkirchenfensters zu geben/'

Es soll an alle Geistliche ein Zirkular gerichtet werden, um Zeichnung von Beiträgen, lieferbar in einer von dem Einzelnen zu bestimmenden Zeit, soweit es die Mitglieder der heutigen Versammlung nicht vorziehen, sofort zu zeichnen. Eine gleich in Umlauf gesetzte Liste zeigte hübsche Beträge.

Pfarrer Fritsch-Ruppertsburg liefert Bericht über die Sonntagskommission, aus dem hervorgeht, daß es noch viel zu thun giebt, damit dem Sonntag wieder die rechte Stellung eingeräumt werde, daß er ein Tag rechten Segens ir Leib und Seele werden kann. Bezüglich der akuten Frage über die Einigung der deutschen evang. Landeskirchen, ür die sich bekanntlich auch der deutsche Kaiser lebhaft in- eressirt, wird nach längerer Diskussion der Antrag ange­nommen:

Ein Antrag des Abg. Wolf betrifft die Errichtung einer Irren an sta lt in Rheinhessen, die er für Arms­heim wünscht.

Gegen 1 Uhr wurde die Jahresversammlung mit Ge­sang und Gebet non dem Vorsitzenden geschloffen. Ein ge­meinsames, durch verschiedene Reden gewürztes Mahl reiht sich an und hielt die Teilnehmer bis um 3 Uhr zusammen.

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Gießen, 24. April 1902.

** Vom schwarzen Brett unserer Alma mater. Wenn in den anderen Städten und Städtchen das ernste Musikleben nach und nach verstummt und sich anschickt, einen nach der anstrengenden vergangenen Wintersaison wohlverdienten und [ für die kommende neue Winterzeit erquickenden Sommerschlaf , zu thun, das Musiziren aber den Vögeln in Wald und Feld, : Musikern und Dilettanten zu Nutz und Frommen zukünftiger ; Leistungen, und den sog.Biermusiken" zu überlassen, so ist das in Städten, denen die Universität ihr Gepräge giebt, so wie bei uns in Gießen, ganz anders. Solche Universitäts­städte haben immer Saison, so lange das Semester währt, nur in den Universitätsferien wird es bedenklich still, stiller als dies z. B. unserm vortrefflichen Universitäts-Musikdirector G. Traut mann in den vergangenen Osterferien lieb war. Hat ihn doch die Sorge um das große Werk nicht verlassen, das er mit seinem Akademischen Gesangverein im jetzt erschienenen Sommersemester 1902 zur Aufführung bringen will: Ludwig van BeethovensMissa so- lemnis". Hat doch der akademische Gesangverein in dieser stillen Zeit in den Proben häufig recht wenig akademi­sches an sich gehabt, selbst viele Damen von den Herren Studenten ganz zu schweigen nahmen scheint's das aka­demische Bürgerrecht für sich in Anspruch und machten Ferien. Nun, das Semester hat begonnen und ein Anschlag am schwarzen Brett verkündet allen Jüngern von Kunst und Wissenschaft, daß der akademische Gesangverein noch lebt und einer der größten je gestellten Aufgaben entgegengeht. Es i|\ nur noch eine kurze Spanne Zeit und diese wird zu Psingsten noch unterbrochen in der der Verein das ge- ivaltige Werk bewältigen muß. Da will noch sehr fleißig gearbeitet sein und so gilt es, sich bald zu entschließen und gleich mit dabei zu sein, was nur Kräfte hat zu solcher That! Es soll uns ja in diesem Semester der tausendste Stu­dent beschieden sein und so ist zu hoffen, daß sich ja recht viele darunter finden möchten, für die Musik ein hohes Ideal bedeutet, für das sie gerne wirken mögen! Der Anschlag ver­kündet ja gerade unfern Studenten, was im Werke ist: Beethovens große Messe! Die nächste Probe für Da- m e n ist Montag den 28. d. M. um 7 Uhr Abends und für Herren um 8*/, Uhr abends am gleichen Tage. Anmel­dungen werden in der Probe und jeden Tag außer Mitt­wochs von Musikdirector Trautmann in seiner Wohnung entgegengenommen. (Unfern Wunsch auf den Weg! d. Red.)

** Liebknechts angebliche Abstammung von Martin Luther ist auch in dem fachmännischen VereinHerold" zur Sprache gekommen. Der Vorsitzende, Generalleutnant a. D. v. Barde­leben, wies darauf hin, daß das von demLutheriden" Prof. Dr. Robbe herausgegebene Genealogische Hausbuch der Nach­kommen Luthers nichts von diesem Anspruch auf eine solche Abstammung wisse. Dagegen sei die alte Pastorenfamilie Liebknecht nicht unbekannt. Das Jöcker'sche Gelehrtenlexikon enthält die Lebensbeschreibung des Johann Georg Lieb­knecht (gest. 1679), der Superintendent und Bei­sitzer des Konsistoriums zu Gießen war. Ob der verstorbene sozialdemokratische Abgeordnete ein Nachkomme dieses Mannes gewesen ist, würde durch eine Ahnenprobe zu erweisen sein. «

** Die Hauptversammlung des Mänuerturnvereius, die gestern Abend imHotel Schütz" stattfand, erfreute sich eines guten Besuches. Aus dem Berichte des 1. Sprechers fei hervorgehoben, daß die im Winterhalbjahre 1901/02 ab­gehaltenen Vereinsvergnügen durchschnittlich recht zahlreich besucht waren. Ebenso hat sich auch der Besuch der Vereins- kneipe gehoben. Die Mitgliederzahl ist stetig im Steigen be­griffen. Leider hat auch der Verein durch Tod und infolge Wegzuges mehrere treue Mitglieder verloren. Nach dem Berichte des Turnwarts war der Besuch der Turnstunden seitens der Turner befriedigend. Für das Sommerhalbjahr wird wieder eine Spielriege gegründet werden. Es steht zu hoffen, daß der Verein zu den Turnfesten mehrere Wett- turner entsenden kann. Aus dem Sommerprogramm, das in der Hauptversammlung endgiltig festgestellt wurde, sei er*1 wähnt, daß für Himmelfahrt ein Familienausflug nach Braunfels, verbunden mit einem Turngang über Greifen­steinDianaburg, vorgesehen ist. Außerdem findet im Juli ein Waldfest, im August ein weiterer Familienausflug und im September das Abturnen statt. Ein Antrag, den Anfang des Vereinsjahres auf den 1. April zu verlegen, fand An­nahme. Auch sollen die früher einmal eingeführten Monats­versammlungen wieder in Kraft treten. Die Rechnung für 1900/01 war von einer hierfür gewählten Kommission ge­prüft und, von einigen kleineren Anständen abgesehen, für richtig befunden worden. Dem Rechner wurde daher Ent­lastung erteilt. In Betreff der Verlegung des Vereinslokals wurde nach längerer, teilweise sehr lebhafter Aussprache schrift­lich abgestimmt. DasHotel Schütz" behielt die meisten Sitmmen, sodaß von jetzt ab dieses Hotel als Vereins- lokal des Männer turn Vereins zu betrachten ist. Da­mit war die Tagesordnung erschöpft und es wurde hierauf die Versammlung mit einem kräftigenGut Heil" auf den Verein geschloffen.

Der deutsche Holzarbeiter-Verband hat kürzlich in ganz Deutschland eine Abstimmung, betr. Einführung der Arbeits­losenunterstützung und die dazu notwendige Beitragserhöhung veranstaltet. Das Ergebnis dieser Abstimmung war:

2. Darmstadt

Betreffend die engere Verbindung der evang. Landeskirchen bleiben wir bei der seitherigen Meinung. Wir erhoffen eine engere Verbindung der evang. Lanoeskirchen, welche die Kirche gegen alle einde mächtig und zu allen gemeinsamen Arbeiten tüchtig macht. - Kr halten es aber für nötig, daß dieselbe nicht blos von oben ge­macht werde, sondern von innen herauswachse."

Endlich wurde noch eine Resolution zu Gunsten des von dem Verbände der Pfarrvereine herausgegebenen Pfarrer-

Schließlich wünscht eine neue Regierungsvorlage den Erwerb eines Dienstgebäudes für die Großh. Bezirkskasse Wöllstein, wozu 12 500 Mk. von nöten sind.

Aus Stadt und Land.

(Nachrichten aus unserem Leserkreise sind uns stets willkormnen und werden angemessen honoriert.)

Eine neue' Regierungsvorlage betrifft die Herstellung eines Stallbaues sm Großh. Hofstalle, für den 12 500 Mk. gefordert werden; eine andere Regierungsvorlage wünscht die Erbauung eines Justizgebäudes, Provinzial­arresthauses und Gymnasiums zu Mainz. An die Landstände wird »ms Ansinnen gerichtet: 1. zu ge­nehmigen, daß zum Zwecke der Erbauung eines Justiz­gebäudes mit Provinzialarresthaus in Mainz 7800 Quadrat­meter eines Geländes am Schloßplatz gegen einen an die Stadt Mainz zu zahlenden Preis von 90 Mk. für denQuadrat- meter angekauft werden; 2. zu genehmigen, daß zum Zwecke der Erbauung eines Gymnasiums an der Stelle des jetzigen Justizgebäudes und unter Benutzung der Facade desselben samt Turnhalle und Direktorwohnung 1455 Quadratmeter des Grundstücks, auf welchem sich zur Zeit die sogenannte Stadionerhoskaserne befindet, gegen einen an die Stadt Mainz zu zahlenden Preis von 120 Mk. für den Quadrat­meter angekauft werden; 3. 43 000 Mk. dafür zu bewilligen, daß das derzeitige Provinzialarresthaus zu Wohnungen für sechzehn kleinere und mittlere Beamtenfamilien nach Maß­gabe der anliegenden Pläne eingerichtet wird; 4. die Zu­stimmung dazu zu erteilen, daß der Stadt Mainz das alte Gymnasium gegen eine Vergütung von 250 000 Mk. zur freien Verfügung überlassen und im Grundbuch als Eigen­tum zugeschrieben wird; 5. 15 000 Mk. für die Projektierung und für einen wegen Erbauung des Justizgebäudes mit Provinzialarresthaus auszuschreibenden Wettbewerb zu be­willigen; 6. die Zustimmung dazu zu erteilen, daß die nach 1, 2, 3 und. 5 erforderlichen Summen im Wege des Staats­kredits flüssig gemacht werden und bei der Aufnahme und Tilgung der hierfür erforderlichen Anleihe nach Maßgabe des Artikel 3 des Finanzgesetzes für das Rechnungsjahr 1902/03 verfahren wird.

Ferner wrrd den Ständen eine Regierungsvorlage betr. die Aenderung des Gesetzes über den Bau und die Unterhaltung der Kun st st raß en im Großherzog­tum unterbreitet. Bei Auslegung des Artikel 30 dieses Gesetzes, sind Zweifel darüber entstanden, ob die Benutzung der Kreisstraßen zu dem in Absatz 1 des erwähnten Artikels genannten Anlagen stets versagt werden kann, sobald das öffentliche Interesse dies erheischt oder nur dann, wenn und insofern, abgesehen von vorübergehenden Störungen, der Gemeingebrauch der Straße erheblich beeinträchtigt wird. Nach der letzteren Auffassung wäre ein Kreis ve rpflich - tet, die beliebige Benutzung einer Kreisstraße, welche den Gemeingebrauch der Straße nicht erheblich beeinträchtigt, ^ödem Dritten zu gestatten. Eine dahin gehende Auslegung genannten Artikels des Kunstftraßengesetzes könne von bedenklichen Folgen für weite Gebiete des Großherzogtums sein. Da indessen jeder Zweifel über die Auslegung der $8j?^nten gesetzlichen Bestimmung nur durch eine aurhen- >-------

ufqje Interpretation derselben ausgeschlossen werden kann, | blatteS abgefaßt.

für die Versicherung,

Die Haupwersammlung beauftragt den Vorstand, bei dem Pfarrvereinsverband darauf hinzuarbeiten, daß die Pfarrvereine die Befreiung der Theologen von jeder militärischen Verpflichtung nach erlangter Ordination erstreben, sofern sie nicht Felddiakonen oder Feldgeistliche werden."

Jahresversammlung des evangel. Kfarrvererns.

(Originalbericht desGieß. Anz.") n.

-o- Friedberg, den 23. April.

Kurz nach 8 Uhr wurde die Versammlung durch Gesang und Ansprache fortgesetzt. Pfarrer Waldeck-Beerfelden re­ferierte über die Frage: Wie helfen wir Pfarrer unser Volk zur Mäßigkeit erziehen? Vor allem ist es das Vorbild, das der Pfarrer seinen Gemeindegliedern zu geben hat. Der Redner verspricht sich nicht viel von interkonfessionellen Staatsanstalten, sondern nur von solchen, wo zugleich das Evangelium hinzutritt. Er redet darum einer von evangelischem Geiste geleiteten Trinkeranstalt in Hessen das Wort. Der Referent weist auf den Verein gegen Mißbrauch geistiger Getränke, den Guttemplerorden und das Blaue Kreuz hin. Die Mitarbeiter des Pfarrers sind die Aerzte, Lehrer und Richter. Das Referat endigt in folgendem Antrag:

Der evangel. Pfarrverein im Großh. Hessen wolle an die Amtsbrüder die herzliche Bitte richten, nicht nur der Alkoholnot in unserem Volksleben volle Aufmerksamkeit zu schenken, sondern die Bekämpfung des Mißbrauches geistiger Getränke und die Erziehung zur Mäßigkeit als Gewissenspflicht anzuseben und zwar: durch Be­lehrung lind Vorbild, durch geistliche-leibliche Fürsorge für Ge­wohnheitstrinker und deren Angehörige, durch Teilnahme an den Mäßigkeitsbestrebungen, durch Gewinnung von Gesinnungsgenossen unter den Gebildeten, durch Besseruna der Lebensverhaltnisse der unteren Schichten und endlich durch Anleitung zu edler Erholung."

Derselbe fand einstimmige Annahme.

HeberBilderverkauf und Lotterie zu kirch­lichen Zwecken" referierte Pfarrer Rösch en-Fr eien- ee n. Aus Erfahrungen heraus schildert er die entsetzlichen Auswüchse, die sich mit der Zeit herausgebildet haben. So chließt eine Darmstädter Firma mit Umgehung der Orts­pfarrerei mit zwei Mitgliedern des Kirchenvorstandes zu Würzberg im Odenwald einen Vertrag, wonach die Firma i um Besten des Kirchenbaues auf drei Jahre Bilder verkauft. Sie hat die Pflicht, monatlich 170 Mark abzuliefern, aber die vielen ausgesandten Kolporteure machen mit der Em­pfehlung die ganze Zeit hindurch die riesigsten Geschäfte. Andere Firmen arbeiten in dieser Weise für Krüppelheime oder andere barmherzige Anstalten, sie selber aber haben für ich die glänzendsten finanziellen Resultate. Auch die kirch- iche Lotterie ist zu verwerfen. Folgende Anträge werden einstimmig angenommen:

Wenn die Neu-Einrichtung der kunstgewerblich- kulturgeschichtlichen Sammlungen eine beson­dere Aufmerksamkeit und Sorgfalt berlangt, so ist hierfür nrcht bloß ihr materieller Wert maßgebend, der nach nied- rrger Schätzung gegen drei Millionen Mark betragen dürste, ebenso sehr ihre Bedeutung als Quelle kultur- geschrchtlicher Anschauung unü künstlerischer Anregung. Ein großer Teil der hier vereinigten Gegenstände stammt aus den verschiedenen Landesteilen Hessens.

Weiter wird dann gesprochen von denAr chäolo gisch en Sammlungen, der Gipssammlung, der Ethnographischen Scnnmlung, der Waffensammlung und dem Militärmuseum, und schließlich von der Sammlung hessischer Lan­desgegenstände. Die bäuerliche Kunst an Möbeln, Geraten, Gefäßen, Stoffen re. wird hier möglichst durch einige Zimmereinrichtungen, sowie durch einen Webstuhl- und einen Küchenraum veranschaulicht werden. Für die Ausstellung der Bau er ntr ach t e n sind Schauschränke notwendig; die Kleinkunst (Töpfereien re.) dagegen wird, soweit sie nicht in den Zimmereinrichtungen Pla" findet, möglichst auf origi­nalen Truhen, Tischen und Schränken ausgestellt werden. Obwohl die Sammlung erst vor wenigen Jahren begründet worden ist, dürfen wir doch hoffen, sie im Lause der nächsten Jahre soweit zu entwickeln, daß sie ein ziemlich abgerun­detes, anschauliches Bild hessischen Volks­tums und ländlicher Heimatkunst gewährt, woraus auch die vorgeschrittene Moderne sich frische Anregungen wird holen können . Je mehr man den nivellierenden Geist der Neuzeit bedauern muß, der die Stammeseigenart in Tracht, Wohnung, Geräten re. verwischt, desto ernsthafter muß man auf die Bewahrung alles dessen bedacht sein, was an charakteristischen Erzeugnissen dieser Art noch vorhan­den ist.

Diesen Programmen entsprechend ist der Voranschlag über die Kosten der Einrichtung des neuen Museums aus­gestellt worden. Die Kosten bestehen aus: 1. den Kosten der baulichen Anlagen für die innere Einrichtung, 2. den Kosten der inneren Einrichtung selbst, 3. den Umzugskosten, 4. den Kosten der Aufstellung der Sammlungen, 5. den Betriebskosten während der Einrichtung, 6. den Kosten der technischen Leitmrg der Einrichtung. Für die ganze Neu­einrichtung sind fünf Jahre vorgesehen worden. Indessen soll die Eröffnung des neuen Museums voraussichtlich rn der ersten Hälfte des Jahres 1905 erwartet werÄen dürfen. Bei aller Einfachheit sollend wird das neue Landes­museum eine Zierde des Hessen land es werden und sich würdig gleichen Kunst- und Bildungsstätten anschließen, auf die Deutschland mit Recht stolz sein' kann.

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Die weitaus größte Zahl der Arbeiter ... ______o

den Nachbarstädten hat sich also gegen die Arbeitslose Versicherung ausgesprochen.

1*$ Jetoußt aber. unBetoufit nach den Gemälden bildet, die statt einer solchen aber nach Artikel 72 Absatz 2 der Der- oer Ausstellung in einer öffentlichen Galerie für würdig fassungsurkunde ein Akt der Gesetzgebung einzutreten hat, befunden werden und daselbst mehr oder weniger in die erscheint die Vorlage des gegenwärtigen Gesetzentwurfes Augen fallen. Für den richtigen Eindruck eines Bildes ist geboten. 1

auch, und wir stimmen hier Herrn Prof. Back vollkommen ~ '

angefi(i) der häufig geradezu entsetzlich geschmacklosen mrd bte rechte Wirkung des Bildes durchaus verhindernden Rahmen zahlreicher hervorragender Gemälde .in allen deutschen Kunststädten uno Ausstellungen ein an­gemessener Rahmen nötig. Farbe, Form und Ber- zterung des Rahmens darf nicht dem Charakter des Bildes widersprechen. Da nun so führt Pros. Back weiter aus bie meisten Rahmen in unserer Galerie nicht angemessen oder in schlechtem Zustand sind, so mußte für Anschaffung beziehungsweise Auffrischung der vorhan­denen ein besonderer Posten angesetzt werden.

Tie Sammlung der Ku p f e r st i ch e und H an dzei ch- uungen umfaßt im ganzen ca. 50000 Kunstblätter, die nach ungefährer sehr niedriger Berechnung einen Gesamtwert von etwa 750 000 Mark repräsentieren. Dieses Kapital war bisher so gut wie tot, indem infolge der gänzlich nnprak- trschen alten Schränke und Kasten, in denen die Blätter auf- gehäuft sind, und infolge der unzureichenden Raumverhält­nisse eine regelmäßige Benutzung durch das Publikum nicht möglich war.

Den Kirchenvorständen sollen Verträge gedachter Art untersagt werden. Wenn solche Verträge mit Umgebung der Kirchenvor- tande geschlossen werden, soll diesen die Benutzung solcher Ver­träge versagt werden. Es sei die Kolportage, welche auf die christ­liche Barrnberziokeit spekuliert, soweit bereit Erträge nicht zu christlichen Zwecken verwendet werden, zu verbieten.

Pfarrer Köhler-Rohrbach hält Vortrag über:Die rechtliche Stellung der evangelischen Geistlichen nach Reichs- und Großh. hessischem Partikular-