Ausgabe 
24.3.1902 Zweites Blatt
 
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Tendenz: fest.

Gegen Schnupfen: Forman-Aether-Watte (Dose 3 Pfg). 2025

8u/o Mexikaner , , 41/2Vo Chinesen . . Electric. Bchuckeri . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien , . . Diskonto-KommancGt, Darmstädter Bank . Dresdener Bank . « Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn « Lombarden . * * Gotthard bahn . . , Laurahütte « . » Bochum . , « » Harpener . . .

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44.45

28.40

113*20

44L0

26.60, 88.90

U0XX>' 219*70 194.90

14.L2O 13820 157.10 145.00

18.50 168.00 201.80'

197.50 166.00

40/j Italien. Rente . . .

4*/2% Portugiesen . . ,

30/ Portugiesen. . . .

1% C. Türken . . .

Türkenlose ......

4°/0 Oriech. Monopol.-Anl. 47»% äussere Argentiner

Schiffsnachrichten.

Norddeutscher Lloyd.

In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz.

Bremen, 21. Diärz. (Per transattmttischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-PostdampferHannover, Kapitän C. Jantzen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremer,, ist gestern 12 Uhr nachts wohlbehalten in Newyort angetommen.

S^o/o Reichsanleihe 3% do. 8>/,o/o Konsole . 3% do. . . SVa0/0 Hessen 3% Hessen . .

durch die die hessisches Einkommen, allerdings ftürkrr avsl beabsichtigt, getroffen seien. Durch doppelte Sparsamkeit' müsse man einen Ausgleich herbeiführen. Hehl stellt fest^ daß man in Hessen bur chdie Bewilligung der vielen Neben-, bahnen über seine Kruste gewirtschaftet habe.

Neuwied, 14. Marz. Die Fürstin-Mutter -«Wiel»! heute früh 6,30 Uhr gestorben.

Loudon, 24. März. Das Budget weist in den An­nahmen 145 Millionen und in den Ausgaben 169*/4 MiL, Pfund Sterling auf, mithin ein Defizit von 243/4 Mill. Da die Budgeterhöhungen des Schatzkanzlers in Betreff der Kriegsausgaben zu gering berechnet sind und» ea. 16 Müll- Pfund höher veranschlagt werden muffen, so dürste das bie§» jährige Finanzjahr mit einem Deftzit von 40 Dlllll Pstmt^ Sterling abschließen.

Londou, 24. März.Zentral NewS" veröffentlichen folgendes Telegramm aus Pretoria: Man zweifeü nicht daran, daß Schalk Burgher und seine Begleiter an Küchener mit Friedens-Vorschlägen herantreten werden. Kit- chener befindet sich südlich vom Vaalfluß, wo er gegen Dewet und Delarey operiert. Die Delegation wurde vom Chef der Militär-Regierung empfangen. Sie wird sich als­dann nach dem Oranjestaat begeben, wo sie eine Zusammen­kunft mit Lord Kitchener haben wird. Die meisten Blätter; erklären, daß die Meldung und ihre eventuellen Folgen mit größter Reserve behandelt werden müßte. ,Dailys Telegraph" weist darauf hin, daß die Initiative zu diesem Schritt von den Buren ausgeht und daß die Delegation^ als Bedingung sine qua non gestellt hat, daß sie mit den] übrigen Gruppen der noch kämpfenden Buren m Verbmdung treten dürfe. Die englische Regierung scheint diese Bedingung bewilligt zu haben und diese Haltung muß als ein Beweis betrachtet werden, daß sie auch ihrerseits den Wunsch hegt» in Unterhandlungen zu treten. Das Blatt erklärt, daß man die Tragweüe des Schrittes der Buren hoch einschätzen müsse.Daily Mail" sagt, man müsse vor allem wissen, ob die Delegierten in eigenem Namen oder der noch im Felde stehenden Buren handeln und welche Bedingungen sie stellen. Es wäre auch interessant, zu erfahren, ob die Delegierten auch im Einverständnis mit dem Präsidenten Krüger handeln. Ein Gefecht soll am 19. März in der Nähe von Mid dell- bürg stattgefunden haben. Die englische Verlustliste, giebt für diesen Tag 9 Tote, 12 schwer und 5 leicht Ver­wundete an. Das Kriegsamt giebt keine Einzelheiten über diesen Kampf aus. Allem Anschein nach ist das Gefecht un­günstig für die Engländer ausgefallen.

Rom, 24. März. Die Unterredung zwischen dem Grafen Bülow und dem Minister Prinetti soll m Peschiercv am Gardasee stattstnden.

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Telephonischer Kursbericht

Frankfurt » 51.. 24. März 1902.

Humoristisches.

WahreGejchichte. Zwei Odenwälderinnen unterhalten sich über reliaiöse Tinge. Da meint zweifelnd dre eme. Manscht de dann wättttch, daß wer emol m Himmel lumme. Des wär mir äwer laad," nteint die andre,wann ich s net ßmal !chönner kriege soll als wie alleweil. Do plogt mer sich jo doch nor for die Zurre. Und seitdem unser Parre uf em Rod fahrt, rs es erseht recht nimmäi schäi uff de Welt. Wann mer do serttg ts mitGelobt sei Jesus Christus!" is er mit seine Ewigkeit schunn längscht wirrer beim Deiwel." (Jugend.)

Neueste Meldungen.

Origiualdrahtmeldmrgen des Gießener Anzeigers.

S. Diarmstadt, 24. März. Die Erste Kammer trat heute zu ihrer 16. Sitzung zusammen. An SteUe der beiden aus dem 2. (Gesetzgeburrgs-Musschuß ausscherdenden Mitglieder, Staatsminister a. D. Starck und Geheimrat Weber werden Fürst zu Solms-Lich und Geheimrat Hall­wachs gewählt. Das Haus tritt bei der Beratung des Hanptt- voranschlags sämtlichen Anträgen seiner Ausschüsse ber. Ber Abschnitt 4:Bildungs- und Erziehungswesen", beantragt Geheimrat Prof. Dr. Schmidt-Gießen, die Regierung möge in Erwägung ziehen, daß die Frage der Umwandlung der a. 0. Professur für Geographie an der Landes- universität zunächst durch den Senat der Landesuniversttat mit Rücksicht auf die Bedürsnisfrage geprüft und rm Sinne dieses Beschlusses im nächsten Budget ein Betrag eingestellt werde. Staatsminister Rothe erklärt sich mtt diesem Jusatzantrag einverstanden. Es folgt die Beratung des Finanzgesetzes. Frhr. H ey l zu H errnsh eim warnt vor weiterer Belastung der Vermögen. Frnanzmrnrster G n a u t h kennzeichriet nochmals die Stellung der Regierung,

sucht das Syndikat offenbar nach Möglichkeit auf eine zukünftige Preissteigerung hinzuwirkeu.

Gesellschaft für elektrische Unternehmungen, Berlin. Von dem Rückgang, welche die elektrische Industrie im vergangenen Jahre erfahren hat, gibt auch das Jahresergebnis der genannten Gesellschaft Kunde. Der Bruttogewinn für 1901 betragt Mark 3 099 920 (u V. Mark 4 413 662) nachdem für Minderbewertungen der Effekten inUebereinftimmung am 3L Dezember 1901 über eure Million Mark verwendet worden sind. Die Dwidende wird nut 4 Prozent (t 33. 8 Prozent) vorgeschlagen werden.

Märkte.

kc. Frankfurt a. M., 24. März. (Orig.-Telegr. desGießern Anz.") Amlliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpretse. Wetzen Mk. 17.2517.50, Kurhessischer Dck. 17.5000.00, La Plata DU. 17.7518.00, Kansas DU. 00.0000.00, Roggen (hiesiger) Mk. 14.2514.50, Gerste (Wetterauer) DU. 15.7516.50, Kleie Mk. 16.7517.75, Hafer DU. 16.5017.00, Mais DU. 12.50 bis Mk. 12.75, Weizenmehl 0 Mk. 25.5026.00, 2. Qualüät DU. 23.50 bis DU. 24.00, 3. Qualität DU. 21.5022.00, Roggenmchl 0 DU. 22.5023.00, 1. Qualität DU. 21.2521.50, Weizenklete DU. 8.75 bis Dlk. 9.00, Roqqenkleie DU. 9.259.50, Diatskeime DU. 9L0 bis DU. 10.00, Frankenpsälzer Rieb DU. 00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier. , _ , _ , a

kc. Frankfurt a. M., 24. März. (Telegr. Orrg^Dertcht des Gieß. Anz."). Amtliche ytotienmgen der heutigen Liehmarkt- preise. Zum Verkaufe stmrden 565 Ochsen, darunter 145 aus Oesterreich, 59 Bullen, darunter 3 aus Oesterreich, 893 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 393 Kälber, 336 Schafe und Hannnel, 1383 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 75 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen L Qualüät 6567 Mk., 2. Qual. 5962 DU., 3. Qual. 5355 AU.; Bullen l.Qual. 54 bis 56 Mk» 2. Qual. 4952 DU.; Kühe 1. Qual. 5961 DU., 2. Qual. 5658 DU., 3. Qual. 4345 Mk, 4. Qual. 3234 DU., 5. Qual. 3031 DU. Kälber:!. Qualität 8082 Pfg.,Lebendgewicht4850Pf., 2. Qual. 7376 Pfg., Lebendgewicht 4447 Pfg., Schlacht­gewicht 6568 Pfg., Schafe: L Qual. Schlachtgewicht 6466 Pfg., 2. QuaL 5360 Pfg., 3. Qual. 5052 Pfg.; Schweine 1. Qual. 66 Pfg., Lebendgewicht 52 -00 Pfg., 2. Qual. 65 Pfg., Lebendgewicht 51 Pfg., 3. Qual. 00 bis 00 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gedrückt, bei Kleinvieh gut. Markt: geräumt. Ueberstand unbedeutend. _______________________

Gerichtssaal.

L. Gieße«, 22. März. Schöffengericht. Heute hatte sich «n wegen Betrugs bereits zweimal vorbestraftes Dienst­mädchen wegen desselben Vergehens zu verantworten. Es stellte üch heraus, daß die Angeklagte eine abgefeimte Schwindlerin ist. Das Mädchen hatte sich in einer hiesigen Famüie als Dtteterm einzuschmuggeln gewußt unter dem Vorgebery. in em« ersten Famüie Wetzlars bedienstet und von dieser, die auf eurer Er- lwlungsreise begriffen sei, beauftragt zu sein, auf chre Kosten wah- rmd ihrer Abwesenheit das Kleidermachen zu erlernen. Alle Aii- aaben beruhten auf SchwindeL Sie wurde zu 2 Monaten Ge­fängnis verurteilt. Wegen Zechprellerei zum Nachteil einer hiesigen Wirtin wurde ein hiesiger Tagelöhner m eure Gefängnis­strafe von 1 Monat genommen. Gegen einen hiesigen Bäcker­meister war aus Grund einer Anzeige, daß er seinen GeschabL- bediensteten die gesetzlich vorgeschriebenen Ruh e p a us en nicht einräume, ein Strafbefehl ergangen. Der Meister erhob Ein­spruch. Diese wurde jedoch als unbegründet verworfen und aus die angesetzte Geldstrafe in Höhe von 15 Mark erkannt. Em Fuhrmann aus Langgöns und deffen Sohn hatten sich wege,l Tierquälerei zu verantworten. Es wurde chnen zur La,t ge­legt. em Pferd mißhandett zu haben. Der Vater wurde fter- gesprochen, der Sohn in eine Geldstrafe von 10 Mark genommen. '__ Erne Geldstrafe von 30Mark wird über einen hiesigen Flaschen-

Lierhändler verhängt, weil er sich nicht um die Pflege eines m Zwangserziehung befindlichen Kindes bekümmert hat.

§ Butzbach, 23. März. Schon über ein Jahr lang wird von zwei hiesigen Nachbarn und Grundeigentümern wegen eures zwischen deren Hoftaithen gelegenen Winkels cm Prozeß geführt. Der Kläger will durch Verlegmig einer Thür am Hause des Gegners Md Abschließung eines genteinschafttichen Durchgangs nach der Mauergasse, sowie Mehrbenutzung desselben rc. in seinem Eigen­tums-' und Gangrecht durch den Verklagten und die bet diesem wohnenden bezw. verkehrenden Leute gestört resp. beeinträchtigt sein; neben Anerkennung der behaupteten Rechte wird noch Ent­schädigung und teilweise Herstellung des früheren Zustandes aus dem Gebiet des Beklagten verlangt. In erster Instanz wurde der Kläger nach mehrfachen Verhandlungs- und Beweisausnahme­terminen hier zum größeren Test abgewiesen, weßhalb er Berufung einlegte. Der Prozeß ist z. Z. beim Landgericht Gießen an-

23. März. Vor dem Ehrengerichtshof der Anwaltskammer wurde gestern gegen Justttrctt Dr. Seiko wegen seines vielerörtetten Verhaltens bei seiner Vettercngung tm Sternbergprozeß von 4 Uhr nachmittags bis 1 Uhr nachts Verhandelt. Der Ehrengerichtshof sprach den Angeklagten frei, indem er feststellte, daß derselbe sich in keinem Punkte gegen die Würde seines Standes vergangen habe. Die Affaire Sand e n und Genossen ist nunmehr soweit gediehen, daß die Anklageschrisl fertig gestellt ist. Man nimmt an, daß die Hauptverhandlung gegen oie sieben angeklagten früheren Bankdirektoren am 1. Ium vor der 7. Strafkammer wird beginnen können. Die Groß- Lichterfelder Krankenhaus-Affaire bildete heute den Gegenstand eines Ehrenbeleidigungs-Prozesses vor dem Schöffengericht des Landgerichts i. Angeklagt war der Buch­druckereibesitzer und Redakteur desTelt. 5ireisbl.", Rhode, wegen Beleidigung der Aerzte Dr. Rabenow und Samter. Der An­geklagte erklärte, daß es ihm leid thäte, den Artüel in seinem Blatt veröffentlicht zu haben, und erbot sich, eine Ehrenerklärung abzu- geben. Tie Kläger gingen jedoch auf einen Vergleich nicht ein. Nach kaum halbstündiger Verhandlung verurteilte das Schöffen­gericht den Angeklagten zu 300 Mk. Geldstrafe oder 30 Tage Ge­fängnis sowie zur Tragung der Gerichtskosten.

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4% Ungar. Goldrente * . 100.95

Sport.

Bei der Ruderregatta zwischen den Studierenden der Universitäten Oxford und Cambridge, wurde Oxford von Cambridge, das in 18 Minuten siegte, mit acht Boottängcn geschlagen.

Kandel und Verkehr. UolKswirtschast.

Bom Mtneumartt. Ein Londoner Fmanzblatt rechnet heraus, daß die Aktien von zwölf Rhodischen Gesellschaften seit der Er­krankung von Cecil Rhodes um 171488 Lstr. zurückgegangen surd. Die sämtlichen Rhodischen Wette sind während der letzten 4 Wochen um säst 20 Millionen Psund Sterling zurückgegangen. Kommentar überstüssig.

Zur «ugarifche« Kouverfiou. Der Plan der Konversion ist derart ausgestellt, daß die gesamte Konversion in 2*/2 Jahren durchgesühtt ist. Der Uebernahmekurs der ungarischen Kronenrente beträgt 95,20 Prozent.

Rheinisch-westfälisches Kohlenshudikat. Den Abnehmern des Syndikats wird ettlärt, wenn sie nicht Abschlüsse auf em Jahr machen, sie nach einem halben Jahre höhere Preise zu zahlen haben müssen. Mit den Produktionseinschränkungen und den Ar- bLÜerentlaffungen, die seitens der Zechen vorgenommen werden,

Mittwoch den 26. März d. I., nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'scken Saale versteigert: Möbel aller Arten, Glas- und Porzellanwaren, zwei Faß Wein, eine Ladeneinricht­ung, 1 gold. Damenuhr u. v. a. 2428 Geißler, Gettchtsvollzicher. Stadt. Schlachthaus.

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