Ausgabe 
23.10.1902 Erstes Blatt
 
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Gerichtssaal.

Wetter

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Vorrecht für das Geld, das er zu wiederholten Mulen seiner Gemahlin geliehen und das diese ihm niemals zurück-

Sonnenschein Regen Bew. Himmel

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gieße«.

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sonen Betragt daS persönliche Vermögen der verswrvenen Königin ungefähr eine Million Francs. Gesetzlich komm) ' - ~* *-lX1 Wer man glaubt, daß

Einfach baff lYt, wer die Wirkung Dr.Knechfs ^!sgenbikter.,§an!-i§' bei Magenu.Darm beseh werden kennen gelernt.Grosse Flasche M.2.50, Pro- beflasche M.1.00; überall erhä'IHich.

^lnÜ)£ljitätS'$llldjtid)t^lL I $ur$ einstimmigen Beschluß des erfahrenen und verständig«,

Die ZulaNuugöbediuguugen für die Frauen zu den Bor-1 Kirchenvorstandes zu Wieseck wurden vor Jahr«, die um. 1 Uhr (dünnen an der berliner U n i v e r s i t ä t sind mit dem jetzt beginnenden Sonntagnachmittags-Gottesdienste des Herbstes und beginnenden Semester erheblich verschärft worden. Selbst PZmtcrs auf die abendliche Zeit verlegt indem man dabei die be- diejenigen weiblichen Studierenden, welche seit mehreren Semestern währte kirchliche Emrtästung der eoangelifchen GEuwe zu Giebeu an der UniversitZ Hörerinnen sind, müssen ihre amtlichen Be- berücksichtigte Daß-durch btefe Satam bi

glaubigungsatteste über ihre ausreichende Vorbildung noch einmal Nichtige getroffen hat, zeigt bie beträchtliche Zunahme Zahl ?m Original persönlich vorlegen. Am deutlichsten aber tritt die der Kirchenbesucher, welche nachgewiesen werden kann. Hiermit schäriere Handhabung der Bedingungen hervor beim Nachsuchen dürfte die Bemerkung des emge>andten Artikels vom 18. Dttobec der Erlaubnis zum Hörer der Vorlesungen bet den einzelnen Do-1 in diesem Blatte widerlegt fern, wonach die Einrichtung d^Kirchen- zenten. Während die Herren früher, wenn sie überhaupt dem Vorstandes derganzen Gemeinde nicht iMpathisch sim soll, ^rauenstudium wohlwollend aegenüberstanden, anstandslos ihre Was die in dem emgesandten Artikel^erwähnte Warnung von bei Einwilligung erteilten, senden sie jetzt zum Teil die Formulare zu- Kanzel betristt, so bewg nnb beziehtstch d'e elbe cuif d^ den Gottes- rück mit dem Vermerk, daß erst Näheres über den Studlengang, I dienst besuchende Schuljugend und hatte^folgenden.Wott^M'Vo, über den Zweck des Studiums mitgctellt werden müsse, ehe die Beginn der Abendgottesdienste sollen sich die Schüler nicht lärmend Erlaubnis zum Hören ber betreffenden Vorlesungen gegeben wer-1 und spielend bei der Kirche herumtreiben, wie dies im.vorigen i den könne. Die Russinnen werden nicht mehr auf das Zeugnis > der Reife der russischen Mäbchengymnasien hin ^zugelassen, sie müssen entweder die akademischen Frauenkurse solviert haben, oder den Nachweis xiber b----- .

liche Leistungen erbringen können.

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.?pung zu £ L«1 W aus- ^lonbete be? un^ eines ver- ce9e[ durch unddurZ^ .und aller A? itltb die im unding

^Rotzkrauk- ^urpolizeilicheu =7=«- VS ^gemeldet 1220 sFuul- und teckungsfahigkeit ganzen Vieh-

M^uchengesetz lngvlos erwiesen schärfere Maß- die Erwartung Uld diese in das einscüneidendeu dal. Ln Kreisen der Schwer- rnb Klauenseuche hrbaren Jmm- e Zahl der Lr- betrug in den drei .Gegenwärtig ist i der Maul- und h e, welche früher ' ftort dezimierte die gefährlichste iter der Wirkung mehr zurückge. nittleren Teutsch verdäcktiger uti Gemynmg M ejm Rückgang ehbestönde Älch i diese Zeche in -s erdMÜm da- 468 Wer. An i im Zähre M rat diese Seuche veterinärpolizei'' haben sich also

Lähmd bie Be- 1900 in Leutsch- ^üschenLu;. t Ainder im- . Lchwmknnaeii, oemnnten drei >ep. 329 ft"* ck Rinder. 3n* sichen Maßreged ;n. Während M istnahmen bei den dieselben die h bet WH Wichtigste Mast-

ff Gießen, 2L Okll (Schöffengericht.) Die Verhandlung gegen die Knechte Karl B. und Hemrtch B. aus Rödgen wegen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeuges und wegen Beledigung ergab folgenden That- bestand: Ein gewisser Emil H. hatte zur Zett der Heuckel- hetmer Kirchweih nachts mit einem jungen Mädchen den Heimweg angetreten. Unterwegs Kefen ihnen plötzlich zwei Männer nach, indem sieRindviehsttmmen nachahmten". DaS Paar, in s'oi unliebsamer Weise gestört, stellte die Männer zur Rede, worauf sich ein Streit entspann, tm Verlauf dessen H. eine so schwere Kopfwunde erhiett, daß er zu Boden sank. Darauf zerrten die beiden Männer das Mädchen hin und her mit der Auffordmmg mit ihnen, statt mtt jenem zu gehen. Für diesen Rohettsakt erhielt, ! unter Annahme mildernder Umstande, Heinrich B. eme Gesamtstrafe von 6 Wochen, Karl B, der noch nicht vor­bestraft ist, eine solche von 5 Wochen Gefängnis. - Der Ludwig P. auS Großenlinden war wegen Ruhestörung cmgezeigll Durch irgend eine Veranlassung aufgebracht, oerfiM er unter lautem Geschrei eine Ladenscheibe in seinem Torfe einzuwerfen,, wurde aber daran^von fernem Bürgermeister verhindert. Hierauf wandte sich P. skanda- I tterend inw drohend auch gegen diesem Tas Urteil lautete auf eine Woche Haft. Konrad R. aus Gießen hatte sich wegen verbotenen Baggerns m zwei Fällen zu ver<mtworten. Ta sich in der Hauptverhandlung I herausstettte, daß ein Fall mit dem in der Anzeige be­zeichnetem nicht identisch ist, wurde er bezüglich dieses f r ey gesprochen. Da der zweite Fall nicht genüge^ auf­geklärt werden konnte, wurde die Verhandlung zwecks vor­heriger Einnahme eines richterlichen Augenscheines ver­tagt. Außerdem wurde noch eme Anzahl Straffalle zwecks Ergänzung der Beweisaufnahme vertagt.

I Ein Prozeß gegen König Leopold. WieThe Truth" berichtet, ist es wahrschein lick, daß die Gräfin Lonyay und die Gläubiger der Prinzessin Luise einen Pro zeß gegen König Leo pol d an- strengen werden, um die Auszahlung des Erbteils, der diesen Prinzessinnen von ihrer Mutter zukommt, zu erlangen. Rach der Auszahlung der kleinen Legate für ihren Kammer- diener und chre Kammerftau, sowie emige andere. Per-

t der Kirche Herumtreiben, wie dies im vorigen Herbste mitunter vorkam. Sie sollen sich erst dann aus den Weg up.H !.«» .-.MM Gotteshaufe begeben, wenn es zu lauten degmnt. Wie aus

mkurse in Petersburg ab-1 mietet Ermahlmng der Schüler die allgemeine Folgerung des Ein­hervorragende Wissenschaft-1 >anders entgehen konnte:Wahrlich ein Wort zur rechten Zeitz denn man sollte kaum memen, daß es sich um einen Gang nach

1 und von der Kirche handelte", ist unverständlich. Nach der No­tiz des Einsenders findet im Allgemeinen gegen 7 Uhr das Abends essen hier statt. Diese häusliche Ordnung wird fernerhm mch meht Ä werden, da für die näcbfte A-U die G°-t°Sdi°nst- uni 3/6 beginnen und um '/? Uhr beendigt sem werden, spater hinaus, bei der Zunahme der Abende noch früher. Nach der vorstehend den Darlegung ist die Sitte des Einsenders: »Kebren wir zm: gu­ten alten Litte zurück" nicht erfüllbar. Eine solche^ehr be­deutete nicht eine Förderung, sondern eme Schädigung deS kirch­lichen Lebens unserer Gemeinde. ,,

3 F.Hellwig,

Vorsitzender des Kirchenvorstandes.

. A ii m95 Pfg. bis Mk. 18.- p.

Blousen-Seide ss

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Seidenfabrik Henneberg, Zürich.

ite Temperatur am 21.22.

ciaste . . 21.22.

selten verendet. Man wußte eteu mit bet großen ttefcr- m?.n. s

cküssen au Kartoffeln nichts anzufanaen, man mußte ste Konigm ungefähr eine Million f höfütteru oder verfaulen lassen. 5ch häbe getrocknete diese Summe ihren Töchtern zm Aber Sartvsseln a es eben sie sind ähnlich wie die Zuckerrüben zu König Leopold behaupten wird, er habe als Gläubiger em

für daS Schweinevieh ist sbrtig. i | Hetzer, als ein Mann, der sich grobe U n anstä n d i g keilen

Und nun das Neueste. Aus der Textorschen traueret au @ci)uU)en toininen lassen und als emSchweine- läüt soeben foerr Gg. Bichler einen Trockenapparat auf-- priester" bezeichnet. Krösel stellte Strafantrag bet der Stacsts-

der Apparat den gerechterweise zu machenden Ansprüchen antl.cten ^olle. Es solle unter Beweis gestellt werden, daß der nicht genügt. Es ist erfreulich, wenn sich kapttalkrasttge R^ger in heftigster Weise in der Kouitzer Sache gegen die Juden und weitausschauende Landwirte entschließen, ein solches Partei genommen habe und im Lande umhergerelst sei, um durch Unternehmen für die eigenen Zwecke ms Werk zu setzen. Vorträge in Volksversammlungen den Standpunkt zu vertreten Sie nützen damtt nicht allein sich selbst und ihren Kollegen, daß d er Ritua l mord be t ben Jude n gebräuchUch dL "Ää foXrn bet Menschheit (XX

überhaupt. Much dies Unternehmen wird dazu beitragen, 1^» benutzen. In betreff des Vorwurfs derUnanftänbigteit" einmal die eigene Viehhaltung unabhängiger von den un-1 e^DeirJ er QUj tie Thatsache, daß der Kläger wegen eines eigen­günstigen Witterungsverhältnissen und damit den iTUf^r-1 -^^denbruchs zu einer Geldstrafe verurteilt wurde.

| ernten zu machen, es wird auch andere ermutigen, in gleicher brösel hatte nach einer Kaiser-Geburtstagsfeier sein Logis ansge- Weise vorzugehen. Vielleicht erst nach zwei Jahrzehnten jUCM das ihm bei einem befreundeten Gutsbesitzer angeboten wor- toerben wir auf genossenschaftlichem Wege derartige Trocken-Iden setz Er sei dabei versehentlich in das Zimmer der Wirtschaf-

l avvarate aufstellen sodaß auch der kleine Landwirt feine terin geraten und habe sich erst wieder entsertitz nachdem dre un ! l^ickt verc^nglich^i Fmttermtttel in Dauerware Überführen Bett liegende Bewohnerm ihn mermal m.der energihchstm West« kann, um haushätterisch und Sleichmaßig ferne dttttzttere ,^Zu au^ge,or^r ^l ^omme"n l)abe, daß der damalige Angeklagt, ernähren zu tannen. Aber emer bet uns muß benra unf?ttlid)e Zwecke verfolgt habe, so muffe dessen Verhallen doch als haben, anzufangen, und der Anfang ist gemacht. Anfangs unanständig" bezeichnet werden. Zum drillen Punkt, betreffend dLovember arbeitet der erste Trockenapparat für Rubenblatter AusdriickSchweinepriester", stellte Rechtsanwalt Eohn eins u. s. w. in der Provinz Oberhessen. Menge Beweisanträge, wodurch dargethan werden sollte, daß

_ ~ Pastor Krösel sich keineswegs eines moralischen LebenswandeS be-

fleißige. Der Gerichtshos gab allen diesen Anträgen statt und ver-

' Karlsruhe, LI. Ott. Ein Student der hiesigen '

$<mM und V-rd-hr. Mdswirtsch-s».

Eifersucht^ab und verletzte sich sodann selbst durch einen )( Friedberg, 22 Oktz Der Estrige Herbst-Pferds. Schuß an der Hand; die Kellnerin war unverletzt. Der und Fohlenmarkt war sehr stark befahren^undvon vielen Sebent wurde sestgenommen. Letzterer h-tt- bereits u°rstundl°rn und ^ern^b-^cht,^

14 Tagen einen Selbstmordversuch begangen, mdem er sich be^ gesamte Markt so gut wie wohl selten einer vorher.

die Pulsader zu öffnen versuchte. Es wurden viele Käufe abgeschlossen, hauptsächlich mit

* Die berühmte Wagner - Sängerin Amalia ^hlen und Arbettspserden. Beretts am Montag wurden Materna hat, wie aus Wien telegraphisch berichtetWaggon Fohlen nach B-ayem verkauft. Dienstag vor- Iwird, infolge finanzieller Notlage mit der »frei- mittag war Prämiierung von Zuchtstuten und Fohlen. Im willigen^ Versteigerung ihres Schlößchens in Marie Trost Ganzen wurden dabei 28 Preise verteilt, von denen 12 au f ' bei Graz und ihrer Habseligketten beginnen müssen. Der Stuten 16 auf dreijährige bezw. Wnjahrrge s^lbsi

Erlös des gestrigen WS toat ein »et^lältniSmä6ig mini- !^|tenerf®mÄe ^t^nr^iige^fetbeiucSt erhielt Oeko- I malet. Die Rüstung, welche dieKünstleNN so oft.als Brünn-1^ ^f Don Hasselheck bei Bad-Nauheim, den zweiten hübe getragen, wurde um 115 Kronen losgeschlagen, ber | Detonom ^üchnann vom Nonnenhof bei Ilbenstadt.

Fächer, welchen Richard Wagner ihr geschenkt hatte, «m ]

115 Kronen, und ein Fächer, mit dem Kaiser Franz Josef (JtinflrfllttilL

die Künsllerin beschenkt hatte, um 360 Kronen. Dieser t

! Fächer hatte seinerzett 4000 Kronen gekostet. Aus Wien I (Für Form und Jnbcllt aller unter die^ Rubrik stehens \ sich Niemand ?ur Auktion emgesunden. \ Artikel 0 8

Suppenwürzen wie Maggi ufto. ein geführt wurden mtb 11 großen Beifall wegen ihrer Güte und ihrer bequemat De- f Nutzung fanden, hörte man wenig mehr von getrockneten I > Gemüsen, wenn auch die Herstellung und Benutzung der» Vlben nicht ganz aufgehört hall . 1

Man kam durch die Herstellung von Trockenapparaten tor Konservierung von Gemüsen darauf, erheblich größere und brauchbarere Apparate herzustellen zum Trocknen von (betreibe, besonders von Brodfrüchten, die unter ungünsttger I Witterung feucht geerntet, feucht gedroschen und in diesem Zustande weder versandtfähig, noch mahlbar waren. Gleich- zei ig, oder ifch glaube noch früher, tauchten die Trocken- Apparate auf zur Trocknung von Biertrebern. Die frischen na sen Biertreber, ein ausgezeichnetes Kraftfuttermtttel für Milchkühe, konnten von den Gvoßbrauereien besonders der Großstädte häufig nicht rasch genug an die Biehbesitzer ab- geliefert werden. Diese nassen Biertreber halten sich nur wenige Tage unter besonderer Behandlungsweise. Hatten die Landwirte besonders im Vorsommer und Herbst große Futtervorräte, so war die Nachfrage nach nassen Biertrebern I oft so gering, daß dieselben von den Brauereien entweder um jeden Preis abgesetzt wurden oder auch verdarben. Man kam bald darauf, die Biertreber zu trocknen, ans dem leicht- vergänglichen, wertvollen Futter eine Dauerware, die man mit der Eisenbahn leicht verschicken konnte, zu machen. Die TrebertrockmingSgefellschast in Cassel, die durch waghalsige I und leichte Geschäftsführung so großes Elend über viele Menschen gebracht hat, hat doch auch wieder das große Verdienst, dies wertvolle Futter durch ihre ausgezeichneten patentierten Trockenapparate für die Brauereien gerettet und es den Landwirten in den verstecktesten, entlegensten Gegenden Deutschlands, man darf sagen, der ganzen Welt, zugängig gemacht zu haben. Ganz zufällig habe ich diese ynbuftrie in Cassel in ihren ersten Anfängen gesehen. Ich war zufällig in Cassel in der Wilhelmshöher Allee. Gleich rechts der Straße, da wo damals die Wohnhäuser nur noch vereinzelt standen, war eine ganz einfache Bretterbude zu­sammen genagelt, in der der neue patentierte Apparat zur Trebertrocknung versuchsweise arbeitete. Nur mtt großer Mühe gelang es, die Mtiengesellschast zu gründen und das Mißtrauen der Landwirte gegen diese getrocknetenBiertreber zu besiegen. Ich erinnere mich noch, daß nach zwei Jahren Herr Bomemann in Obbornhofen im Klub der Oberhessi­schen Landwttte in Nidda über den Erfolg seiner Fütterung mit Trockentrebern referierte und die Mttglieder darauf hin beschlossen, einen Waggon Trockentreber zu beziehen! und zu verteilen, um das neue Futtermittel auf seinen Wert prüfen zu können. Heute beziehen bie einzelnen größeren Landwirte jener Vereinigung mehrere Waggons Biertreber, neben der getrockneten Schlempe, die besonders in Belgien und England ein Nebenprodukt bildet, der aus Weizen, Roggen, Gerste, Mais rc. her gestellten Qualttäts- branntweine kräftigsten Kalibers.

Bei diesen großartigen Erfolgen der Treber- und Schlempetrocknung ist man aber nicht stehen geblieben. Es tag nahe für die Zuckerrübenfabriken, die die nassen Rüben­schnitzel an die Rübenlieferanten znrückzuaeben hatten, sich diese Verpflichtung zu erleichtern dadurch, daß sie die nassen Schnitzel in der Fabrik trockneten und bamit nicht allein sehr bebeutenbe Frachtersparnisse erzielten, fonbern auch den Lanbwirten bie Abnahme und Aufbewahruna bieses Futter­mittels sehr wesentlich erleichterten, abgesehen bavon, baß bie Lanbwirte nun in bie Lage kamen, die Rübenschnitzel auf­zuheben bis in bie heißen Sommer- und Erntemonate, die oft die futterärmsten sind.

Nun war es bloß noch ein Schrillt, zur Trocknung der tm berbst bei der Futter- und Zuckerrübenernte sich massenhaft I ergebenden Blätter und Rüdenköpfe und Futterrüben über- zugehen. Man bemühte sich bisher, die Mbenblätter un i Laufe deS Herbstes im September, Oktober und November, Lis Schneefall und Frost eintrat, zu verfüttern. Daraus 11 entstand eine einseitige und verschwenderische Fütterung, die 1 auch den Nutztieren ost nachteilig war. Und trotzdem konnten die wertvollen Blätter und Rübenköpse nicht alle verfüttert werden. Sie verdarben aus dem Felde, und um wenigstens damit etwas zu düngen, pflügte man sie kurzer Hand unter. Ms diesen Ueberfluß an Futter im Herbst folgte dann nicht selten ein empfindlicher Futtermangel und hohe Heupreise im kommenden Frühjahr oder noch un Sommer. Man ruhte nicht, dem Mißstände abzuhelsen. Wieder war es im Klub der Oberhessischen Landwttte, in dem zum ersten Male die Frage der Trocknung der Rüben­blätter zur Sprache kam. Es war der leider vor einem ^afire hier in der Klinik verstorbene Geheimrat Prof. T-r. Maercker in Halle, der in einem Bortrage beiläufig daraus hinwies, welche ungeheuren Futtervorräte in Deutschlcmd ru Grunde gingen dadurch, daß man nock nicht so wett sei, die Zuckerrübenblätter zu trocknen, um sie allmählich und rationell zu verfüttern. Dadurch würde die Viehhaltung erheblich gesteigert werden und Schwankungen in der gleich­mäßigen und haushälterischen Fütterung der Nutztiere ver­mißen werden können. Man hat sich diese Mahnungen c>es ausgezeichneten Kenners der landwirtschaftlichen Ver­hältnisse Deutschlands überall zu Herzen genommen. Die Versuche, geeignete Trockenapparate zur Trocknung auch der Rübenblätter herzustellen, sind niemals zum Stttlstand gekommen. Man trocknet heute schon in der Provinz Sachsen und in den benachbarten Provinzen und Staaten Rübenblätter, die zunächst zerschnitten werden. Tie her­gestellte trockene Masse sieht so ftischgrün und appetitlich aus, daß man versucht ist, sie zur Herstellung eines guten Thees zu benutzen. Man kann sie auf den Boden aufbe­wahren wie Heu, und allmählich verfüttern, das ganze Jahr hindurch. Schon oben führte ich an, daß man schon vor Jahrzehnten Kartoffeln trocknete, die besonders von Schiffen die monatelang in tropischen Gegenden sich auf- zuhalten gezwungen waren, zur Verproviantierung benutzt wurden. - Heute trocknet man den Ueberfluß einer großen Kartoffelernte, um die vielbegehrten und vielgenannten Schweine bamit in Jahren zu füttern, talbenen die Kar­toffelernte gering ist, die Kartoffel ms Schweinefutter zu teuer wird und infolgedessen, bisher wenigstens, die Schweinehaltung zurückging und em gewisser Mangel an Schlachttieren naturgemäß bald eintrat. Hätte m ber Pro­vinz Oberhessen an irgend einer hierzu geeigneten Bahn­station ein Trockenapparat im vergangenen Frühjahr die überflüssigen, wertlosen und bei der Versüttwmg verschleu­derten Kartosselmassen gegen Entgelt.getrocknet, so wurden viele Landwirte heute und vielleicht für kommendes Früh­jahr ein ausgezeichnetes Schweinefutter haben, das fte in den Stand setzte, trotz einer geringen Kartoffelernte ihren Bestand an Schweinen gleichmäßig und gut zu futtern und zu erhalten. So ist die sehr reiche Kartoffelernte der Provinz Oberhesfen zu Schleuderpreisen verkauft, m der verschwenderifchsten Weise und oft zum sehr empfindlichen Schaden an die Nutztiere verfüttert. Tenn zahlreiche ^aere finb im vergangenen Frühjahr durch die emsettige und Übermäßige Fütterung mtt Kartoffeln erkrankt und

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