Ausgabe 
23.6.1902 Erstes Blatt
 
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M-rrtag ÄS. Juni 1908

152. Jahrgang

Bezugspreis: monatlich 75Pf., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für Stabt und Land" und Gerichtssaal": Curt Plato; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Nr. 144

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außer Sonntags. DM

M Eichener Mzelger

ES " General-Anzeiger "

um Druckerei: w w

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen

Ferusprechanschluß Nr. 51.

Politische Wochenschau.

Gießen, 23. Juni.

Während in der verwichenen Woche im hessischen Landtage die vortreffliche Wahlrechtsvorlage der Re­gierung von unseren Volksvertretern mit argem Mutwillen b-erzuust und zerrissen wurde, wie von unnützen Bubenhänden ein schönes Bilderbuchs wir sprechen uns darüber an anderer Stelle dieser Nummer des Längeren aus kam das nämliche Thema auf dem Landesparteitage der bu y r i s ch e n S o z i a l d e m o k r a t i e in Ludwigshafen zur Sprache. Tie bayrische Sozialdemokratie hat bet dieser Ge­setz enh eit der Landtagsfraktion für ihre Mitarbeit an der Reform des Wahlrechts mit überwältigender Stimmenmehrheit volles Vertrauen ausgesprochen. Am 16. Mai d. I. hat die sozialdentokratische Fraktion in der Münchener Abgeordnetenkammer einer nach langen Verhand- sungen im Wahlgesetzausschuß hu stände gekommenen Reso- kution zugestimmt, der die bayrische Regierung in einem Zch Beginn der nächsten Session vorzulegenden Entwurf eines neuen Wahlgesetzes zu folgen bereit ist. Die in dieser Resolution aufgestellten Forderungen werden von sozialdemokratischer Seite teils als Verschlechterungen, über­wiegend als Verbesserungen aufgefaßt. Der Hauptredner auf dem bayerischen Parteitag gruppierte sie folgender­maßen :

Zunächst die Verschlechterungen. Diese be­stehen 1. in der Hinaussetzung des wahlfähigen Alters vom 21. auf das 2 5. Jahr, 2. in der Bestimmung, daß der Wahlberechtigte in Zukunft mindestens ein Jahr lang direkte Steuern bezahlt haben soll, während bisher ein haalbes Jahr festgesetzt war, 3. in der Vor­schrift, daß man seit einem Jahr die Staats­angehörigkeit besitzen muß, während bisher keine Karenzzeit bestand. Demgegenüber stehen die Ver­besserungen. 1. Einführung des direkten Wahl­rechts, 2. Herabminderung des passiven Wahlrechts auf fünfundzwanzig Jahre (früher dreißig), 3. Ver­längerung der W ah lzeit bis nachmittags 6 Uhx und bessere Sicherung der geheimen Wahl, 4. Wegfall der Pluralwahlkreise, d. h. Schaffung von eimnännigen Wahl­kreisen, 5. Vermehrung der Abgeordneten- ziffer von 159 aus 163, eineBermehrujNg, die den Städten zu gute kommt; so erhält München statt 6 11, Nürnberg statt 4 6, Würzburg statt 1 2, Lud­wigshafen und Kaiserslautern statt 1 2 Abgeordnete, 6. Wahlkreiseinteilung nach dem Ergebnis der Volks­zählung vom 1. Dezember 1900, 7. Festsetzung einer Maximalgrenze für die Wahlkreiseinteilung, 8. Wegfall der permanenten Wählerlisten.

Der Häuptling der deutschen Sozialdemokratie freilich, der Abg. Bebel, kann sich mit dieser von den sozialistt- schenEndzielen" so weit abweichenden Komprvmißpolitik der Bayern durchaus nicht befreunden und hat sie in her Parteipresse scharf angegriffen. Auf dem Ludwigshafener Parteitage erhob sich aber nur eine einzige Stimme gegen die bezeichnete Mitwirkung der -Partei an der Reform des Wahlrechts Hand in Hand mit den bürgerlichen Parteien. Negen diese eine Stimme und bei elf Stimmenthaltungen wurde das Vertrauensvotum für die Fraktion von der Ver­sammlung von 74 Stimmen angenommen. Wir sehen also wie in Hessen so in Bayern die Sozialdemotratie Hand in Hand mit der Regierung und zahlreichen Bürgerlichen in Sachen der Mahlreform marschieren. Jedenfalls hat die bayerische Regierung jetzt die Gelegenheit, gute Lehren aus den Vorgängen im höfischen Landtage zu ziehen. Wir aber wünschten, wir wären an Stelle der Bayern die auf­merksamen und lernbegierigen Zuschauenden. Die Bayern werden die Ergebnisse dieser hessischen Landtagssession ab­warten und sich zu nutze ziehen.

Abwarten ist übrigens der Ausdruck für eine Eigenschaft, die im politischen Leben der Gegenwart ihren glücklichen Besitzer vor Enttäuschungen bewahrt und ihm jedenfalls über vieles Schwere hinweghilft.Seiner Zeit!" Damit M das Ergebnis der verflossenen preußischen Land­tagssession festgestellt: es ist in der Hauptsache ein negatives. Tie wichtigste wirtschaftliche Frage, der Mittellandkanal, ist nicht zur Beratung gekommen, und der, der das trotzige Wort:Gebaut wird er doch!" tzesprochen hat, geht gebeugt und kampfesmüde vom Turnier­platz, ohne daß er ftir seine Herzensdame noch eine Lanze hätte einlegen können.

Der Kaiser hat in Nürnberg eine Rede gehalten, die unter den zahlreichen oratorischen Aeußerungen des Monarchen der Form nach einen ersten Platz einnimmt und die auch inhaltlich hervorgehoben zu werden verdient. Er feierte daS Germanische Mus eum als ein Symbol deutscher Kultur und schloß mit den Worten:So grüßt der Burggraf von Nürnberg, der Hohenzoller den Wittels­bacher". Möchte der Kaiser doch auch zu anderen Zeiten des Burggrafen gedenken, wenn es gilt, seinen Einfluß auf die politische Haltung der Regierungsvertreter auszu­üben, um so mitzuhelfen an dem Kampfe, den der Bürger um seine bedrohte Existenz führt!

Von Nürnberg setzte der Kaiser seine Reise nach Bonn fort, wo namentlich das Borussen fest sehr glanzvoll verlief, und begab sich dann nach Aachen. Tiort spracht er int Münster und int Rathause Worte, die ihm viel Bei­fall, besonders von kirchlicher Seite und in erster Linie von Deutschlands Katholiken eingebracht haben. In­teressant ist es, was das offiziöse Organ der fran- z ö s i s ch e n R e g i e r u n g, dasJournal des Tebats", dazu jagt:

Noch selten habe der Katser so eindringlich die Not­wendigkeit betont, die Religio n dem gesamten Leben des Volkes als Gh-unMcige zu geben. Die Rede sei ins­besondere vom Gesichtspunkte drr Beziehungen zwischen

den Protestanten und Katholiken Deutschlands, sowie in Betreff der Politik des Kaisers gegenüber dem heiligen Stuhle bemerkenswert. Die Rede fei ein neuer Beweis dafür, daß die Zeit des Kulturkampfes und des Kon- fefsionsstreites gründlich vorüber sei. Wohl habe der Kaiser in einer katholischen Provinz gesprochen, aber die Tragweite der Rede sei doch allgemein, denn die Rede sei im vollsten Einklänge mit der kaiserlichen Politik gegenüber den Katholiken und dem Papst. Tie Rede gebe zu denken in einer Zeit, wo der Kaiser die Katholiken für seine innere Politik gewinnen wolle .

lieber Mors und Krefeld begab sich bann der Kaiser nach Ruhrort und Wesel. Er hat also, entgegen der all­gemeinen Annahme und bisheriger Meldungen, seine Rheinlandreife nicht unterbrochen, obwohl zur selben Zeit von Schloß Sibyllenort in Schlesien ein toter Herrscher die letzte Reise in seine ehemalige Residenz Dresden antrat. Dem König Albert ward es nicht beschießen, einen rührenden Wunsch auf seinem Sterbebette erfüllt zu sehen und in seinemgeliebten Sachsenlande" die Augen zu schließen. Und wenn aus aller Herren Länder die ehrenvollsten Nachrufe feinem Heimgänge folgten, so ist es nicht das hohe Alter des Entschlafenen allein, das diese Zeugnisse offenbarer Wertschätzung hervorbrachte. Des greifen Königs hervorragende Eigenschaft als Feldherr, seine streng konstitutionellen Anschauungen, seine Pflege um die Wohlfahrt des Volkes, sein unter strenger Selbstzucht ge­steigertes Pflichtgefühl lassen seinen königlichen Namen auch für die den Sachsen ferner Stehenden mit hoher Achtung aussprechen. Und nicht zuletzt ist es ein Ehrfurcht gebietendes Mitenipfinden mit einem Regenten, dem schwere, sehr schwere Stunden nicht erspart geblieben sind, was das Gefühl der Zuneigung zu dem Verstorbenen steigert. Für uns Deutsche ist es eine eigene wehmütige Stimmung, in die uns der Tod des Königs von Sachsen, desgetreuen Eckehards" des Deutschen Reiches versetzt: Mit ihm ging der letzte Führer aus den großen Tagen dahin, in denen das deutsche Reich geschaffen wurde, der Letzte! Klingt es nicht wie eine Mah­nung an alle Lebenden, das Vaterland vor jeder Gefahr zu bewahren und für fein gemeinsames Wohl­ergehen alles zu thun, was in unseren Kräften steht, die wir uns als würdige Erben einer großen Zeit fühlen wollen?

Und während man in der schönen Dresdener Hofkirche die Beisetzung des Königs Albert vorbereitet, die heute, Montag, in der Abendstunde um 9 Uhr statt findet, während in der sächsischen Hauptstadt der neue König Georg in aller Stille proklamiert ward, rüstet man sich in London mit vielem Jubel und großem Pomp zur Krönung König Eduards VII., deren Festlichkeiten am 26. Juni ihren Anfang nehmen. Die gute Stimmung und der Freuden­rausch der Engländer sind zu begreifen, zumal ihnen all­mählich wohl die Augen aufgeheu werden, in welcher ge­fahrvollen Lage sie sich vor kurzem noch befanden. Ueber 18 000 Buren haben bis jetzt die Waffen niedergelegt, des verheerenden Kampfes im eigenen Lande müde und aus Sorge um Weib und Kind in den Konzentrationslagern. Daß der Stamm noch nicht überwunden ist, werden sich die Engländer wohl selber sagen, wenn dieser Gedanke auch zur Zeit ihre Feststimmung nicht beeinträchtigen wird. Eine eigene Ironie des Schicksals wäre es fteilich, wenn Eduard selber die Krönungsfeierlichkeit aufs empfindlichste stören würde, daß sich ferne gegenwärtige Unpäßlichkeit zur Krank­heit ausweist,' und die Hauptperson deshalb nicht mitthun könnte. Tas wollen wir aber unserenlieben Vettern jen­seits des Kanals" doch nicht wünschen, trotz alledem nicht. Wir sind nicht so grausam. Nun haben sich auch die edlen Lords Küchen er und Methuen an Bord des Schiffes begeben, das sie und ihren Ruhm zum stolzen Albion tragen soll. Lord Methuen fteilich hat in einem Telegramm das zu seinem Empfange in London bereite Komitee er­sucht, von jeder Festlichkeit abzusehen. Er wolle ebenso unbemerkt, wie er in den Krieg gezogen sei, zurückkehren. Mit Rücksicht auf seine zahlreichen Mißerfolge that dieser Herr sehr recht daran, Bescheidenheit zu üben, ohne die Herr Kitchener aber weiterzukommen hofft. Mit weniger Geschrei als er werden wohl die drei Burenführer ihre Europareise zurücklegen. Sie werden aber gewiß, wenn auch keinen so lauten, so doch einen um so herzlicheren Empfang sinden, als Lord Kitchener in seinem eigenen Vaterlande, und sollte Dewet Deutschland besuchen, so wird er sehen, auf welcher Seite das deutsche Volt im südafrikani­schen Kriege gestanden hat.

Zum Petroleumkriege.

Wir erhalten aus unserem Leserkreise folgende Zuschrift:

In dankenswerter Weise haben Sie sich in letzter Zeit schon öfters in Ihrem geschätzten Blatte des durch die Deutsch - Amerikanische Petroleum - Gesellschaft so stark bedrängten und in anderen Städten bereits vernichteten Petroleumhandels warm angenommen, sodaß ich wohl hoffen darf, daß Sie auch nachfolgenden Ausführungen die Ausnahme nicht versagen werden, zeigen sie doch aufs neue, mit welcher Rücksichtslosigkeit diese Gesellschaft ihre Interessen verfolgt, mögen auch noch so viele Existenzen darüber zu gründe gehen.

Wie Sie schon kürzlich in Ihren: geschätzten Blatte be­richteten, plante die Deutsch - Ainerikanische Petroleum- Gesellschaft die Einführung der Straßentankwagen für den hiesigen Platz unter Umgehung des Zwischenhandels, doch glaubte man allgemein, durch das einmütige Zusammengehen der Gießener Detaillisten und Grossisten, welche sich schriftlich verpflichteten, mit der Deutsch-Amerikanischen Petroleum- Gesellschaft nicht in Verbindung zu treten, diese Gefahr beseitigt. Hierzu tarn noch, daß die Stadtverwaltung im

Interesse ihrer Steuerzahler es ablehnte, der Petroleum­gesellschaft einen Platz zu verpachten, sowie daß alle Behörden bie hiesigen Interessenten in ihrem Abwehrkampfe in dankens­werter Weise auf das nachdrücklichste unterstützten. Aber man hatte die Rechnung ohne die kapitalgewaltigen und skrupellosen Herren Amerikaner gemacht; denn in voriger Woche kamen nicht weniger als circa ein Dutzend zungengewandte Herren hier an, um in plötzlichem Ansturm die Detaillisten für die Petroleumgesellschaft zu gewinnen. Dank dem Gemeinschafts­gefühl der hiesigen Detaillisten waren die Bemühungen hier jedoch von geringem Erfolg. Aber die Herren lassen nicht locker; was in der Stadt nicht gelingt, muß wenigstens auf dem Lande zum Ziele führen, und so sehen wir denn heute die Sendlinge der Deutsch - Amerikanischen Petroleum- Gesellschaft die Landgemeinden unserer Gegend bearbeiten auf Grundlage eines Preises von sage und schreibe 15 Pfg. pr. Liter, franko Haus geliefert. Rechnen wir nun, daß amerikanisches Petroleum heute für August- bis Dezember- Lieferung 10,30 Mk. ab Mannheim kostet (zu welchem Preis die Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft selbst mit hiesigen Grossisten auf Lieferung abgeschlossen hat), die Fracht nach hier 88, Mk., die Kesselwagenmiete 18, Mk., der Zoll 7,50 Mk. beträgt, so ergiebt sich ein Einkaufspreis von 18,86 Mk. per 100 Ko. oder der Liter zu 800 Gramm gerechnet von 15,09 Pfg. per Liter frei Kessel­wagen Bahnhof Gießen. Berechnen wir nun die Arbeit des Abfüllens, Verlust und stundenlangen Transport im Straßen­tank auf das Land ganz gering mit nur V/2 Pfg. per Liter, so bekommen wir einen Einstandspreis von etwas über Pfennig, welchen Preis der Großist derselben Gesellschaft zahlen muß, welche sich nicht scheut, genau die gleichen Ar­tikel auf das Land in kleinsten Quantitäten zu einem ca. 10 Procent billigeren Preise, also zu nur 15 Pfg. zu verkaufen und hierbei noch die nötigen Behälter mit Pumpe gratis resp. leihweise liefert.

Hierbei sind die Reparaturen der Straßentanks sowie die nötigen und gewiß nicht kleinen Abschreibungen für die Behälter, die Kosten des Personals 2C. für die hiesige Nieder­lassung in obiger Kalkulation noch nicht einmal in Betracht gezogen.

Man müßte von dem Gebahren der Herren Amerikaner schlecht unterrichtet sein, würde man glauben, diese Preis- herabsetzung unter den Weltmarktpreis geschehe nur aus Liebe zu den Petroleum verbrauchenden Konsumen­ten. Als großes Ziel schwebt diesen Herren die Alleinherr­schaft auf dem gesamten Petroleummarkte vor Augen. Diesem Ziel, welches, wie in Ihrem geschätzten Blatte vor einigen Tagen schon ausgeführt, in anderen Ländern, wie z. B. Dänemark, bereits erreicht ist, stand bei uns in Deutschland seither ein blühender Petroleumgroßhandel hindernd im Wege, welcher, gestützt auf einige kleinere noch unabhängige ameri­kanische Quellenbesitzer, sowie die russische, rumänische und galizische Petroleumproduktion immer wieder Mittel und Wege fand, die Monopolgelüste der Amerikaner wenigstens einigermaßen im Damm zu halten. Dieser Großhandel soll nun vernichtet werden, und er wird vernichtet werden, wenn nicht die Detaillisten und in erster Linie das kaufende Publikum ihm unterstützend zur Seite stehen, indem sie Ringpetroleum zu keinem Preise kaufen und Läden meiden, in denen die Standgcfäße des Petroleum­ringes ihre Aufstellung gefunden haben. Ist der Petroleum­großhandel erst einmal vernichtet oder hat er aus Mangel an Unterstützung den Kampf und auch den Artikel aufgegeben, dann wird der Detaillist, auch selbst wenn er durch Verträge sich nicht gebunden hat, gezwungen sein, bei dem Petroleum- ring zu kaufen und diesen Herren auf Gnade ober Ungnade ausgeliefert sein. Tann allerdings werden wir auch wieder andere Preise sehen und die Deutsch-Amerik. Petroleumgesell- schaft wird sich dann reichlich schadlos halten, für den Ver­lust, welchen sie bei dem jetzigen Kampfe erleidet. Thatsache ist schon heute, daß die Herren Deutsch-Amerikaner, in der bestiminten Erwartung, daß es so kommen wird, es ablehnen, mehrjährige Verträge auf Grund des 15 Pfg.-Preises abzu­schließen. Sr.

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Ferner ist uns das nachstehende Schreiben zugegangen'. Gestatten Sie mir als gänzlich Unbeteiligtem einige Worte zu den Praktiken der Deutsch-Amerikanischen Petro­leumgesellschaft. In Kassel, wo die Gesellschaft an der Energie und dem Zusammenhalt von Groß- und Kleinhandel mit ihren Monopolbestrebungen abgefallen ist, verkauft sie zur Zeit Petroleum mit 16 1j.z17 Pfen­nig pro Liter, also wesentlich teurer wie in Gießen. Ge­lingt es hier erst den Großhandel kaput zu machen, dann würden Detaillisten und Konsumenten die Augen ge­öffnet werden. Die ganze jahrelange Praxis gerade dieser Petroleumgesellschaft sollte auch schon dem beschränktesten Kleinhändler die Augen über ihre Endziele geöffnet haben. Daß, was jetzt durch niedrige Preise verschleudert wird, wird nach Beseitigung der Konkurrenz mit Zinsen und Zinseszinsen wieder eingeholt werden.

Ich hoffe, daß Publikum und Händler in diesem Kampfe gegen eine rücksichtslose Gesellschaft von Großkapitalisten zusammenhalten und auch Opfer nichl scheuen. Die von der Gesellschaft gebotenen Bequemlichkeiten und Vorteile dürften, wenn sie erst das Monopol besitzt,