1
DaS Regierungsblatt Nr. 21 enthält: 1. Verordnung
und des Bau-Unfalloersiche-
zur Ausführung des Gewerbe^
im
au
der
Rob. Schwalm-Gießen
Gießen
Mischventil", H. Schaffstädt-Gießen.
des Schlage
Spieß u. Co d. I.-Gießen;
270 000
80 000
zus. 1340 Stück tm (^esamlnennwerte von 750 000 Mark.
** Die Lehrerkonferevz des Bezirks Gießen fand gestern
Waarenzeichen: Rinn u. Cloos-Heuchelheim für Cigarren, Cigaretten, Rauch-, Kau- und Schnupftabak (Zeichen: Otto Reutter).
n. Friedberg, 21. April. Mit Beginn des neuen Schuljahres sind in die Unterklasse des hiesigen Schullehrer- Seminars 65 Schüler eingetreten, von denen 23 auf der Präparanden-Anstalt in Lieh, 8 auf der gleichen Schule zu Lindenfels i. O. ihre Vorbildung genossen haben, während 34 der neu Eingetretenen von Realschulen kommen. Infolge der großen Anzahl von Schülern, die in solcher Höhe eit einer langen Reihe von Jahren nicht erreicht worden ist, mußte ein beträchtlicher Teil von ihnen Unterkunft in der Stadt suchen. Die Schülerzahl der ersten Klasse beträgt 34, die der zweiten 38. Da die Seminaristen der Unterklasse in emer Klasse gemeinsam nicht unterrichtet werden können, so mußten zwei Paralellklassen eingerichtet werden, weshalb auch' noch zwei Lehrkräfte, Oberlehrer Balser und Hilfslehrer Kurz, zum Unterricht herangezogen wurden. — Es scheint demnach doch Aussicht vorhanden zu sein, daß im Groß- jerzogtum Hessen dem empsindlichen Volksschullehrermangel in Bälde abgeholfen werden könne. Wie groß dieser Mangel ist, beweist der Umstand, daß eine ganze Anzahl von Schulstellen trotz des Abgangs von etwa 100 jungen Schulamtsaspiranten mit Beginn des neuen Schuljahres nicht besetzt werden konnte.
Aus Stadt und Sand.
^Nachrichten aus unserem Leserkreise sind uns stets willkomnren und werden angemessen honoriert.)
Gießen, 23. April 1902.
** Dienstnachricht. Der an Stelle Ludwig Grimm's in Frankfurt a. M. zum Peruanischen Konsul dort ernannte Sebastian Cahn ist in dieser Amtseigenschaft für das Gebiet des Großherzogtums Hessen anerfannt und zugelassen worden.
„Schirmhüllenverschluß", Joh. „Conservenbüchse", Christ. Lehr
rungsgesetzes. Vom 12. April 1902. 2. Verordnung, die
Vertretung des Großh. Fiskus als Drittschuldners in dem Verfahren der Zwangsvollstreckung in Forderungen und andere Vermögensrechte betreffend. — Rr. 22 desselben Blattes enthält: Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber betteffend:
Der Großh. Hessischen Provinz Starkenburg ist in Gemäßheit des § 795 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und des Artikels 67 des Hessiichen Ausführungsgcsehes zu demselben vom 17. Juli 1899 mittels Entschließung des Großh. Ministeriums vom 14. April die Genehmigung zur Ausgabe der nachbezeichneten 3'/rprozentigen Schuldverschreibungen auf den Inhaber erteilt worden:
Lit. A. 400 Stück ä 1000 Mark — 400 000 Mark,
war ernst gerichtet, trotz einzelner Dummheiten und Verbrechen, die vorkamen. Es ist ein wohlthuendes Bild sittlichen Strebens, das uns hier entgegentritt. Die dreißiger Jahre haben die Entwickelung geschädigt. Das „junge Deutschland" mit Karl Gutzkow an der Spitze haben das sittliche Ideal herab gewürdigt. Gewandte Journalisten und Agitatoren, aber keine Schriftsteller und Dichter von blei- - benber Bedeutung haben die Leitung in der Hand gehabt.
Der von chnen vertretene Atheismus und die von ihnen verteidigte Fleischeslust haben die deutsche Volksseele vergiftet. Die fünfziger Jahre brachten die Zetten der Reaktion und machten die Erfahrung wahr, wenn das po- Ittische Leben darniederliegt, macht sich die Poesie auf, deren hauptsächlichste Vertreter damals Scheffel und Frer- stag waren. Der darauf folgende Materialismus setzte das . Werk des „jungen Deutschland" fort. Die Kämpfe der fechsziger und siebziger Jahre haben wieder sittlich belebend auf das Volksleben eingewirkt. Die Poeten dieser Zeit blieben aber zurück hinter denen der Befreiungskriege. ^Gerok, Geibel und Freiligrath, so bedeutend sie sind, sie Haben aber doch fast nur das lyrische Moment gepflegt. .Die Zeit nach den siebziger Jabren, die Zeit des Grün- Lungsschwindels, hat das sittliche Lebensideal nicht gehoben. Die Selbstbeherrschung, die höchste und oberste Tn- gend des Christentums, wird nicht mehr, einzelne wenige »ausgenommen, als Ideal hingestellt. Jedoch scheinen in der allerneuesten Zeit die so gearteten Schriftsteller in der Lektüre mehr in den Hintergrund getreten zu sein.
Eine Diskussion schloß sich an diesen Vortrag nicht pn. Der reiche Beifall zeigte, daß man in den Grundzjügen! einverstanden war.
Abends gegen 9 Uhr füllte sich der große Saal im Hotel Trapp zur Wendversammlung. Ein großer Teil der Friedberger Bürgerschaft stellte sich ein, besonders war auch das weibliche Element stark vertreten. Der Vorsitzende des Pfarrvereins, Pfarrer Schrimpf-Butzbach, begrüßte die Anwesenden. Bürgermeister Sandmann - Friedberg, drückte in seiner Erwiderung im Namen der Stadt feine Freude darüber aus, daß der Pfarrverein wiederum in der den Pfarrern so lieb gewordenen Stadt Friedberg tagte und versichert, daß diese Stadt immer gerne gerade den hessischen Pfarrern ihre Thore öffne. Direktor Prof. D. Weiffen- vach sprach im Namen des evang. Predrgerseminars. Er feiert die Solidarität, die der evang. Pfarrstand mit dem evang. Volk, mit den evang. Gemeinden hat und haben muß, und die zu pflegen der evang. Pfarrverein sich als oberstes Ziel gesteckt hat und stecken muß, wenn er seine Aufgabe richtig lösen will. Es kann nur dann besser werden in politischer, sozialer und kultureller Beziehung in Deutschland, wenn eine tief greifende Solidarität der Interessen zwischen den evang. Geistlichen und den Gemeinden sich vollzieht. Wo das Evangelium herrscht, ist Freiheit des Gewissens, Freiheit der Bewegung.
Hierauf hält Pfarrer Fritsch seinen Vorträg über >,Die Poesie des Pfarrleb ens." Nicht die Poesie im Pfarrhaus oder über das Pfarrhaus will er schildern, sondern das Poetische im Pfarrerleben. In einzelnen zum Teil selbstgeschauten Bildern ernster und heiterer Art u,nd in von Humor durchwürzter Weise bringt er dies in etwa dreiviertelstündigem Vortrage zum Ausdruck.
In den Pausen brachte der unter der Leitung des Pfarrers Kle berg er-Friedberg stehende Kirchengesangverein in präziser und reiner Weise kirchliche und weltliche Lieder zu Gehör. Die Gesänge fanden ungeteilten Beifall. $egen 12 Uhr leerte sich allmählich der Saal.
Lit. B. 540 „ L 500
Lit. C. 400 „ L 200
Gerichtssaat
M. Gieße«, 22. April. Strafkammer. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Anklagebehörde vertritt Gerichtsassessor Hoos. — Der Landwirt Georg Weisel aus Fauerbach war wegen Körperverletzung mittelst eines gefährlichen Werkzeuges in zwei Begangenschaften vom Schöffengericht Friedberg zu insgesamt 120 Da. Geldstrafe verurteilt worden. Am 12. Januar 1902 wurde der Techniker Koch von Friedberg, als er vor dem Eingang der Wirtschaft „Zum Saalbau" an drei Fauer- bacher Burschen vorbeikam, von einem derselben — dem An-
Pfarrer Röschen-Winnerod, der durch Krankheit am Erscheinen verhindert ist, ein Telegramm mit den Wünschen baldigster Genesung ab. Hierauf erfolgte das Hauptreferat des Tages von Pfarrer Bechtolsheimer -Mom- bach über „Niedergang der sittlichen Lebens- ffassung in uns er em Volk im Spiegelbild r deutschen Litteratur. Den sehr anregenden und von hohem sittlichem Ernste getragenen Vortrag auch nur annähernd in diesem Berichte wiederzugeben, ist unmöglich. Auf allseitiges Verlangen soll er in einer besonderen Broschüre erscheinen und als Anlage dem Kirchenblatt beigegeben werden. Referent sucht namentlich die Frage zu beantworten: Ist im letzten Jahrhundert gegen fttther im christlichen und stttlichen Empfinden das Volksleben, soweit es sich in der Litteratur widerspiegelt, ein Fortschritt zu konstatieren? Durch Klagen Einzelner dürfen wir uns nicht irre machen lassen. Im Anfang des Jahrhunderts, kurz nach den Befreiungskriegen, sehen wir eine herrliche Epoche herauffteigen. Hoher sittlicher Idealismus zeichnet die Litteratur der damaligen Zett aus. Die Studentenschaft
erfreulichen Zuwachs von Mitgliedern konstatiert. Sechs Brüder allerdings sind gestorben: Rasch-Dienheim, Krauß- Bisses, Koch-Grünberg, Pullmann-Grünberg, Frey-Hopf- garten, Digelius-Holzhausen. Es wird derselben in üblicher Weise gedacht. Bezüglich der alten kttchlichen Bauordnung konnte die Mitteilung gemacht werden, daß die kirchliche Oberbehörde der Frage näher getreten sei; es steht mtthin su erwarten, daß diese altehrwürdige, noch aus dem 18. Jahrhundert stammende Bauordnung bald durch eine zeitgemäße ersetzt werde. Der Vorsitzende gab noch einen lieberblick über die stattgehabten Bezirtsversammlungen und schloß mit der Mahnung: In nötigen Dingen Einheit, in zweifelhaften Freiheit, in allem die Liebe.
Das sich hieran anschließende Referat des Schriftleiters, Pfarrers Fritsch-Ruppertsburg, gab ein anschauliches Bild von der Thätigkett der Arbeit am Vereinsorgan, dem Hessischen Kirchenblatt, und Iqgt nun, nach zehnjähriger eifriger Thätigkett an demselben das Schriftletteramt in die Hände der Versammlung. Unter lauter Zustimmung wird ihm auch für das neue Jahr das Amt eines Schrift- letters wieder übertragen.
Sodann machte der Rechner Röschen-Freienseen die übliche Rechnungsablage, aus der hervorgeht, daß verschiedene besondere Umstände ein kleines Defizit in der Kasse verursacht haben. Um einem solchen für immer vorzubeugen, wurde der vor einigen Jahren herabgesetzte Mitglieds- bertrag von 1 Mk. auf 1,20 Mk. erhöht. Unter Dank von Seiten des Vorsitzenden für die Treue und gewissenhafte Rechnungsführung wurde auch dem Rechner sein nicht leichtes Amt übertragen.
Unterdessen ging an den Senior des Pfarrvereins,
geklagten — ohne Veranlassung mit einem Stock über die Schulter geschlagen. Auf seine Aeußerung, „das sei eine Lumperei" wurde er bis in die Thüre der Saalbauwittfchast, in die er sich zurück- zieben wollte, verfolgt. Aus der Wirtschaft kamen ihm nun mehrere andere Techniker, darunter einer namens Delougue, mit Schlägern in der Hand, zu Hilfe und versuchten Ruhe zu stiften, ohne ihre Schläger anders als zur Abwehr zu gebrauchen. Trotzdem setzte der Angeklagte feine Angriffe fort, schlug dem Techniker Koch mit seinem Stock derart über den Kopf, daß derselbe zusammenstürzte und versetzte kurz darauf dem Techniker Delougue einen solchen tieb auf den Kopf, daß auch dieser hinstürzte. Koch trug eine lutende Verletzung, Delougue eine Quetschwunde und als Folge des Schlages eine, in der Zwischenzeit vorübergegangene, Gehirn- erschütterung davon. Mit Rücksicht auf die Schwere der Verletzungen, die erst in der heutigen Hauptverhandlung durch den als Sachverständigen zugezogenen Prof. Leuthert festgestellt wurde, und mü Rücksicht aui das unbegründete und brutale Verhallen des Angeklagten hielt das Gericht eure Freiheitsstrafe für am Platz und
Cafe Ebel hier statt. Rach der Eröffnung und Begrüßung durch den Vorsitzenden, Kreisschulinspektor Prof. Dr. Lucius, erhielt Lehrer Reich—Gießen das Wort zu seinem Vortrag: „Einiges aus dem Gebiete der Kindesnatur." In sachlicher Weise empfahl er dem Lehrer die Beobachtung der Kindesnatur, machte ferner auf vorsichtige Behandlung schwach - begabter und kränklicher Kinder aufmerksam, zeigte, daß Unaufmerksamkeit, Gedächtnisschwäche und Trägheit im Denken in vielen Fällen die Folgen eines körperlichen Uebels, ganz besonders nasaler Erkrankungen sind, und führte zum Schluffe Beispiele von psychogenen Störungen in der Kindesnatur an, die durch heftige Erregung, Schreck oder große Schüchternheit hervorgerufen werden. Nach mehreren geschäftlichen Mitteilungen wurde die Konferenz geschloffen.
** Hygienische Konferenzen. Auch in diesem Jahre werden wieder seitens des Kreisgesundheitsamts schulhygienische Vorträge veranstaltet werden. Unser Kreis ist deshalb in sechs kleinere Bezirke eingeteilt worden: Gießen, Lang-Göns, Hungen, Lich, Grünberg und Londorf.
** Gewerbliche Schuhrechte. Vom Patentbureau Sack in Leipzig wurden u. a. für folgende Firmen gewerbliche Schutzrechte aufgestellt: Patentanmeldungen: „Fräsmaschine", Heinr. Chr. Hansel-Gießen. Patentetteilungen: „Wafferschuhe", R. Sommer-Gießen. Gebrauchsmuster: „Killenöffner" Hermann Rebhut-Gießen; „Stielhalter", Heinrich Fitzl er-Gießen; „Weinfaßausschwefelvorrichtung", Rorbett K ö rb er - Gießen; „Werkzeugbefestigungsvorrichtung", „Handstützvorrichtung", „Höhengestell- und Spannvorrichtung", „Schleifapparate",
Kunst und Wissenschaft.
Eine internationale Ausstellung historischer Trachten ’otoie moderner Bekleiduugsartikel und deren Zubehör ist in St. Petersburg geplant.
Die Stadtebnnd-Theater mehren sich zusehends. Nun soll auch Thüringen ein Städtebund-Theater erhalten. Zwischen größeren thüringischen Städten sind Unterhandlungen eingelertet behufs Gründung eines staatlich s ubv enti onirten Städtebund- Theaters.
Universitäts-Nachrichten.
Ein Tadelsvotum gegen Pros. Schweninger wegen feiner Thätigkett als Director des Kreiskrankenhauses in Großuchtettelde war tn der Berliner Aerztekammer beantragt worden. Nachdem der Oberpräsident Bethmann-Hollweg dem Anträge als die Kompetenz der Aerztekammer überschreitend entgegengetreten war, ging die Kammer auf Antrag des Professors v. Bergmann znr Tagesordnung über.
verurteilte den Angeklagten — unter Zubilligung mildernder Umstände wegen seiner Unoestrafthett — zu 6 Wochen Gefängnis und Tragung der Kosten einschl. derjenigen der beiden Nebenkläger. — Koch und Delougue. — Der Taglohner Friedrich Ullrich von Okarben hat von einem Geldbetrag in Höhe von 25 Mark, den er zur Begleichung einer Kohlenrechnung erhalten hatte, 50 Pfennige für sich behalten und auf dem Duplikat des Wiegescheines, den er seinem Auftraggeber ablieferte, eine diese Unterschlagung deckende Fälschung der Kilogrammzahl der Kohlen vorgenommen. Der Angeklagte wird zu einer einmonatlichen Gefängnisstrafe verurteilt. — Ter Wirt Georg Post und die Taglohner Philipp Di eng es und Friedrich Flick, die ersten beiden von Großen- Linden, der letztere aus Gießen, sind der Sachbeschädigung beschuldigt. Vom Schöffengericht Gießen waren Post und Menges freigesprochen, Flick zu einer Geldstrafe von 30 Mart verurteilt worden. In der heutigen Hauptverhandlung wurde festgestellt, daß die 3 Angeklagten gemeinschaftlich in der Nacht vom 4. auf den 5. September 1899 die Eresceuz eines Grundstücks in Großen- Lmden beschädigt bezw. zerstört haben. Als Feldfrevel war die Strafthat nicht anzusehen, weil die Beschädigungen sich auf einen größeren — emen ca. 50 Schritte langen und 6—7 Schritte breiten — Teil des Grundstücks erstreckt hatten und gemäß Art. 56 des Feldstrafgesetzbuches solche umfangreiche Beschädigungen dem „ordentlichen Richter zur Untersuchung und Bestrafung" übergeben werden sollen. Wegen Sachbeschädigung erhallen der Angeklagte Post 10 Tage, der Angeklagte Menges 5 Tage und der Angeklagte Flick 7 Tage Gefängnis. — Der Auktionator Josef B u tz b a ch von Friedberg ist beschuldigt, bei der Anmeldung des von ihm betriebenen Konkursausverkaufs unrichtige bezw. un- oollständige Angaben gemacht zu haben — Uebertretung int Sinne des Art. 142 des Gesetzes, die Besteuerung des Gewerbebetriebs im Umherziehen betr. vom 22. Dez. 1900. Ter Angeklagte hat bei der Anmeldung vom 18. Dezember v. Js. angegeben, der Ausverkauf werde vom 9.-22. Dezember betrieben, während derselbe in Wirklichkeit bereits am 7. Dezember begonnen hatte. Vom Schöffengericht zu Friedberg war der Angeklagte wegen verspäteter Anmeldung zu einer Ordnungsstrafe von 3 Mk. verurteilt worden. Das Berufungsgericht hielt zudem eine absichtlich unrichtige Anmeldung für vorliegend unö für erwiesen, daß der Angeklagte deshalb nur für 2 Wochen — für die Zeit vom 9.—22. Dezember — deklarirt hatte, um die Steuer für die drille Woche zu hinterziehen. Das Gericht verurteilte demgemäß den Angeklagten wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 80 M. — Der Landwirt Conrad Geiß von Klein-Felda war vomSchöffen- gericht Ulrichstein — unter Aufrechterhaltung eines Strafbefehls — zu einer Geldstrafe von 7,50 Mk. Mk. verurteilt worben, wett er Vieh über fremde Grundstücke getrieben Halle — Uebertretung im Sinne des Art. 60 des Feldstrafgesetzbuches. Da jedoch nach der genannten Bestimmung eine Bestrafung nur „auf Verlangen" der Grundstückseigentümer eintritt, ein solches Verlangen oder ein Strafantrag aber nicht vorliegt, vielmehr auf Gründ der Akten nur feststeht, daß die Anzeige auf Verlangen des Gr. Kreisamtes Alsfeld erfolgt ist, so war der Angeklagte von Strafe und Kosten freizusprechen. — Der Weber Heinrich Jnlius Quanz-Jlls von Bernshausen wird beschuldigt, am 19. September 1901 aus seiner dicht neben der Schlitz gelegenen Flachsröstgrube verbrauchtes Wasser direct in die Schlitz habe ablaufen lassen — Uebertretung im Sinne des Art. 50 des hessischen Flschereigesetzes. Vom Schöffengericht Schlitz war der Angeklagte, der gegen einen Strafbefehl Einspruch erhoben hatte, sreigesvrochen worden. Die Strafkammer bestätigte das freisprechende Erkenntnis.
§pielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Donnerstag den 24. April*): „Die lustigen Weiber von Windsor." Freitag geschlossen. Samstag den 26. Aprtt: „Die Jüdin." Sonntag den 27. April: Einmaliges Gastspiel des kgl. Sängers Herrn Ernst Kraus vom Opernhausc in Berlin: „Die Walküre."
Schauspielhaus.
Donnerstag den 24. Aprtt, abends halb 8 Uhr: „All- Heidelberg". Freitag den 25. April: „Alt-Frankfurt." Samstag den 26. April: „Othello". Sonntag den 27. April, nachmittags 3 Uhr: „Alt-Frankfurt". Abends 7 Uhr: Zum ersten Male: „Der Tugendhof." Montag den 28. April: Zum ersten Male: „Die Zeche." Vorher: „Fritzchen." Zum Anfang: „Abu Seid."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends unt 7 Uhr.
Zwischen der berühmten französischen Schauspielerin Jane Hading und der Schauspielintendanz ist eine Vereinbarung zu Stande gekommen, wonach die Künstlerin mit ihrer Pariser, aus etwa 30 Personen bestehenden Gesellschaft im Frankfurter Schau- pielhause ein zweimaliges Gastspiel, und zwar am 8. und 9. Mai, geben wird.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Aprtt
Wetter
Höchste Temperatur am 21. bis 22. Aprtt 20,0° 0.
Niedrigste „ , 21. „ 22. „ 4,5° 0.
744,8
743,3
744,6
Bew. Himmel Lcht. beb. , Regen
Forma« (Schnupfenäther)
klinisch erprobt und ärztlicherseits mehrfach als geradezu ideales Schnnpfeumittel bezeichnet! Bei leichtem Schnupfen Forman-Waüe (Dose 30 Pfg.) In hartnäckigen Fällen Forman-Pastillen zmn Inhalten 50 Pfg. Wirkung frappant! In allen Apotheken. Man frage seinen Arzt. 2053
änHoüten’s
J Leicht löslich 001—_ \ leicht verdauliche*66^
Seidenstoffe
von Elten & Keussen, BSä Krefeld.


