Ausgabe 
22.12.1902 Zweites Blatt
 
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Montag 22.Dezembev 1908

152. Jahrgang

Zweites Blatt

Der Krupp-Prozeß tu Italien.

3>te yeutige Mmmer umfaßt 10 Seiten

Nr. 300

Urschet»« ««glich außer Sonntag?.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Zamilien-. ßlätter viermal in der Woche beigelegt.

Notationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Antvers.-Buch- u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) ftebtiftton, Expedition und Druckerei:

echul st ratze 7.

Adresse für Depeschen: Uuzeiger Gießen.

FernsprechanschlußNr.51.

Kie Verhaftung der Iamilie Kunibert.

Wie ein schlechter Scherz erklang zuerst ernt Samstag abend eine MeLung aus Paris, daß die ganze Familie Humbert in Madrid verhaftet worden sei. Mer es ist Wahrheit, sie sitzt jetzt wirklich hinter Schloß und Riegel. Nach 'mehr als srebenmonatlichen vergeblichen Recherchen nach den raffinierten Millionenschwinolern ist eS der Madrider Polizei gelungen, die Humberts und Tau- rignacs, die in der Calle de Ferraz ein auf das eleganteste eingerichtetes Haus bewohnten, aufzuspüren. Herr Combes wird erleichtert aufatmen, denn das spurlose Verschwinden des Gaunersextetts, das zur Zeit, als man in dem Geld- schravk wirklich noch hundert Millionen vermutete, aller- oings mit einigen hochgestellten Persönlichkeiten in Fühlung war, gab den Gegnern der Regierung, speziell den Natio­nalisten, Veranlassung zu dem schmählichen Verdachte, daß die Regierung die Humberts absichtlich habe laufen lassen, um verschiedenen Kompromittierungen vorzubeugen. Diesem Verdachte ist nun der Boden entzogen, und es wird sich bald Herausstellen, inwieweit die. von den Verhafteten ausge^ stoßenen Drohungen gegen verschiedene bekannte Persönlich? leiten Frankreichs begründet erscheinen.

lieber die Verhaftung der Familie Humbert werden folgende Einzelheiten gemeldet: Seit meH als zwei» Mo-,

Mitische Tagesschau.

Anwesenheilsgelder für den Reichstag?

Wie dem,Zokalanzeiger" aus Bundesratskreisen mitgeteilt wird, sind nunmehr bei den maßgebenden Stellen die Bedenken zurückgetreten, welche bisher einer Gewährung von AnwesenheitÄgeldern an die Mitglieder des' Reichstages vntgegenstaÄerr. Der Bundesrat würde noch im Laufe des Winters dem vom Reichstage beschlossenen Gesetzentwurf näher treten und ihn voraussichtlich mit sehr großer Mehrheit annehmen. Tie Anwesenheitsgelder sollen jedoch erst mit Beginn der nächsten Legislaturperiode gezahlt werden.

Hab er d»en Drvzeß gegen die Verleumlder Krupps schreibt man aus Neapek: ,Lsn Italien scheinen die Verleumder Kfupps nicht so billigen Kaufes davon- lommen zu sollen wie in Deutschland. Der neapolitanische Untersuchungsrichter Solari hat auf Antrag deS Staats­anwalts gegen den verantwortlichen Redakteur der neapoli- tonischen ZeitungPropaganda" ein Strafverfahren ein­geleitet Tie AnschüLigung lautet aufVerstou gegen die gute Sitte vermittelst der Presse" und nimmt auf den be­kannten Kruppartikel des Blattes vom 20. Oktober 1902 Bezug. Wie man aus Capri schreibt, hat der Fremden^ustrvm nach der Insel infolge der Kruppangelegenheit in auf- 'allender Weise abgenommen. Deutsche kommen fast gar nicht mehr nach Capri, während sie früher zwei Drittel der Fremden ausmachten. Nur Franzosen und Eng­länder besuchen noch die Insel, aber auch diese in geringer Zahl. Um den guten Ruf Capris zu wahrest, ist eigens eine Capreser ZeittmgPro-Capri", gegrüichet worden, die aber unter den Fremden keine Verbreitung findet, da sie

und Polizei sein und unter der moralischen Verpflichtung tehen würde, sein eigene- Urteil zu vollstrecken: über­ries würde die Entscheidung sicherlich die Feindschaft der einen oder anderen Partei erwecken, und deshalb wäre die Unterbreitung der Angelegenheit an das Haager Schiedsgericht tocit vorzuzuiehcn. Wenn sich dies jedoch nicht erreichen läßt, so ist e's wahrscheinlich, daß Prä­ident Roosevelt, ehe er die Streitigkeiten zum Acußerstcn wmmen sieht, sich, wenn auch mit Widerstreben, zur Uebernahme des Schiedsrichteramtes bereit erklärt, um Blutvergießen, Zerstörung von Eigentum und eine Beein­trächtigung bedeutender Handelsinteressen vorzubeugen.

In den venezolanischen Hafenstädten hat die er­wartete Blockade schon frt den letzten Tagen der vorigen Woche starke Schatten vorausgeworfen, insbesondere eine empfindliche Steigerung der Lebensmittclpreise verursacht, )ie sich nach Meldungen aus Caracas beim Mehl und Brot- aetreide auf 20 Prozent beläuft. Die Danken lehnen Dis- ontierungen ab. Die brittschen Bewohner von Trinidad ind außer sich über die Blockade-Androhung, weil die Insel durch die Handelssperre viel empfindlicher gettoffen werde, als das von Zufuhr unabhängigere Festland.

vez«g»pret»r monattich7bPß, viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk. 2.viertel- jährt. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen lür die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal ILPf* auswärts 20 Psg.

Verantwortlich für. den polit. u. allgem. Teil i.V.: Fr.Hannernann; fürStadt u. Land* und -Gerichtssaal*: Curt Plato; für den An­zeigenteil: HanSBeck

2>te Kriegsbrok ade in Venezuela.

Tie seitens der verbündeten deutsch-englischen Flotten angekündigte Blockade über die venezolanischen Häfen von Puerto Cabello tmd Maracaibo ist am Samstag verhängt worden, ttotz der inzwischen eingeleiteten Verhandlungen bezüglich eines ev. zu konstituierenden Schiedsgerichts. TerReichsanzeiger" veröffentlichte am Samstag abend folgende vom selben Tage datierte Bekanntmachung des Reichskanzlers:

Nachdem die Regierung der Vereinigten Staaten von Venezuela es abgelehnt hat, den ihr mitgeteilten For­derungen der kaiserlichen Regierung zu entsprechen, wird die Blockade über die Häfen von Puerto Cabello und Ma­racaibo verhängt. Die Blockade tritt am 20. De­zember 1902 in Wirksamkeit. Schiffe unter anderer als venezolanischer Flagge, die vor dem Datum dieser Bekanntmachung aus westindischen oder ostamerikanischen Häfen abgesegelt sind, erhalten eine Frist, und zwar Segel­schiffe 20 Tage, Dampfer 10 Tage. Aus allen anderen Häfen erhalten Segelschiffe eine «Frist von 40 Tagen, Dampfer eine solche von 20 Tagen. Schiffe unter anderer als vene­zolanischer Flagge, die an dem Tage dieser Bekanntmach­ung in den blockierten Häfen liegen, erhalten eine Frist von 15 Tagen. Schiffe, welche versuchen, die Blockade zu verletzen, werden den Maßnahmen unterliegen, die völker­rechtlich und nach den Verträgen mit den neutralen Mäch­ten zulässig sind."

In der amtlichenLondon Gazette giebt am Samstag öaS englische Auswärttge Amt ebenfalls bekannt, daß, da Venezuela es unterlassen habe, den Forderungen der englischen Regierung nachzukommen, die Blockade der Häfen La Guayra, Carenero, Guanta, Cumana, Carupüno und der Orinoko-Mündungen durch die brttischen Seestteitkräfte er­härt wird und daß die Blockade vom 20. Dezember an effektiv aufrecht erhalten werden wird, wobei Schiffen, die vor dem Tage der Veröffentlichung dieser Mitteilung von den westindischen Häfen oder von der Ostküste Ameri­kas abgegangen sind, eine Gnadenfrist von 10 Tagen für Dampfer unb 20 Tagen für Segelschiffe, Schiffen aus allen anderen Häfen eine Frist von 20 Tagen für Dampfer, 40 Tagen für Segelschiffe und schließlich Schiffen, welche in den jetzt für blockiert erklärten Häfen liegen, eine Gnadenfrist von 15 Tagen gewährt wird.

Inzwischen werden selbstverständlich die diplomattscken Verhandlungen über eine schiedsgerichtliche Bei-- legung des Konfliktes fortgesetzt, und wenn sich bisher keine der Mächte zu einem Desinittvum entschließen konnte, so liegt der begreifliche Grund darin, daß man bezüglich der Durchführung des Schiedsspruches seitens Venezuelas, das weder Geld noch eine stabile Regierung besitzt, auf gewisse Garantten Anspruch erhebt. Nach dieser Rich­tung bewegen sich die fortgesetzten Verhandlungen der verbündeten Mächte mit der amerikanischen Regierung, und es bleibt abzuwarten, ob die Letztere ihrem Bestteben zur schiedsrichterlichen Beilegung des Konfliktes durch Uebernahme einer wenn auch beschränkten Bürgschaft irgendwelchen realen Nachdruck zu verleihen bereit fein wird. Im Prinzip ist das Schiedsgericht bereits von beiden Großmächten angenommen, wie folgende offiziöse Mitteilung aus Berlin beweist:

Aus Newyork und Washington werden wieder Mel­dungen verbrettet, wonach die Annahme des Schieds­gerichtsgedankens zur Erledigung des venezolanischen Strei­tes durch die Haltung Deutschlands erschwert und verzögert werde. In Wirklichkeit ist bereits gestern dem Botschafter der Vereinigten Staaten in Berlin die Mitteilung gemacht worden, daß die deutsche Regierung ebenso wie die eng­lische im Prinzip bereit sei, auf den Vorschlag wegen einer Einberufung einer Schiedsgerichtsinstanz zur Erledi­gung ihrer Forderungen gegen die venezolanische Re­gierung einzugehen und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika das Schiedsamt anzubieten. Ucfccr die Vorbehalte, die sowohl die deutsche wie die englische Regierung hierbei zu machen hat, ist vorher unter beiden eine Verständigung erfolgt, und so wird die deutsche Rote, deren Ueberreichung unmittelbar bevorsteht, in allen wesentlichen Punkten mit der englischen überein stimm en.

Daß es den beiden Großmächten jetzt bitterer Ernst mit der Blockade ist und sie nicht länger gewillt find, sich von dem südamerikanischen Raubstaat auf der Na,e ki^umtanzen zu lassen, beweist folgende Meldung des Reuter sch en Bureau aus London: Tie Blockade der Vene- zolanischen Häfen werde nicht eher aufgehoben, bis sich eie Reaierunci von Venezuela geneigt geigt, nut Aufrichtig­keit die allein die Miichte befriedigen kann vorzugehen, und nicht eher, als RS die endgiltige Beilegung unter den dem Falle zukommenden Vorsichtsmaßregeln erreicht ist - Weiter schreibt dieNordd. Allg. 3tg": Tre gleich, seittg in Berlin und London amtlich veröffentlichte WadeLrllärung steht mit d-r für en gegen,

kommenden Haltung Deutschlands und Englands in, der Aa^ der lckiedsrickterttchen Lösung der venezolanischen Wirren nicht int Widersvrucb. ?^o?,gimmmna^^u

hnrfi»r daß die grundsätzliche Zustimmung zu

dem Gedanken des Schiedsgerichts die zwischen Deutschland unb England vereinbarten, dvlkerrcchtlich hergebrachten Zwangsmaßnahmen nicht aufhalten ®«nj,nlno an

Von der deutschen und der englifchen Regierung ift an den V r"äsidenten Roosevelt das Ersuchen um lieber- nähme des Schiedsri^hteramtes gestellt worden Roosevelt trägt indessen kein Verlangen danach, als Schiedsrichter auszutreten. Man meint in Washington haß N tu dieser Eigenschaft zugleich Richter, Gerichtshof

italienisch geschrieben ist."

Die katholische Fakultät in Straßburg.

Das mit der römischen Kurie getroffene Abkommen wegen Errichtung einer katholisch-theologischen Fakultät bei der Universität Straßburg ist gestern in Rom und in Straßburg veröffentlicht worden. Das Abkommen enthält fünf Artikel. Arttkel 1 beschränkt die künftige Aufgabe des Großen Seminars' in Sttaßbstrg, welchem bisher die gesamte Ausbildung der angehenden Kleriker obgelegen batte, auf die praktische Schulung zur Ausübung des geist­lichen Berufes. Arttkel 2 zählt die einzelnen Fächer auf, die in der Fakultät vertreten sein sollen. Artikel 3 be­stimmt in Betreff der Ernennung der Professoren,. daß dieselbe nach vorherigem Einvernehmen mit dem Bischof zu erfolgen habe, und daß die Professoren vor ihrem Amtsantritt das Glaubensbekenntnis nach den Formen und Regeln der Kirche in die Hände des Dekans der Fakultät abzulegen haben. Artikel 4 des Abkommens nimmt hin­sichtlich des Berhälttttsses der Straßburger Fakultät und ihrer Mitglieder zu der katholischen Kirche und den kirch­lichen Organen lediglich Bezug auf die entsprechenden! Bestimmungen der Breslauer und Bonner Fakultäts- statuten. Artikel 5 Betrifft den Fall, daß durch kirchliche Autorität der Beweis geliefert wird, daß ein Professor,, sei es wegen mangelnder Rechtgläubigkeit, sei es wegen gröblicher Verstöße im priesterlichen Wandel als unfähig angesehen werden muß, sein Lehramt forttusetzen. In solchen Fällen erübrigt nur, eine Ersatzprofeflur einzu­richten. Am Schlüsse der Bekanntmachung heißt es, bei diesem Abkommen seien weder Staat noch Kirche zu weitgehende Konzessionen gemacht, sie hätten sich vielmehr wechselseitig nur zugestanden, was dem Interesse der Sache zu dienen geeignet sei.

GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger v w

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

tzandelSvertragSverhandlungen.

In der österreichischen Presse tritt mit größer Bestimmt­heit die Angabe aus, daß die Verhandlungen über die Erneuerung Der Handelsverträge zwischen dem Deutschen Reich, Oesterreich-Ungarn, Italien und Rußland int März oder April nächsten Jahres in Berlin stattfinden würden. Gerade wegen der schernbaren Genauigkeit in der Bestim­mung von Ort und Zeit kann diese Meldimg nur ein Fühler ein. Ten Sitz der nächsten Haudelsverttagsverhandlungen chion jetzt vorherzusagen, läuft auf ein Rätselraten hinaus Ls ist fraglich ob alle Verhandlungen an demselben Ort geführt werden und schließlich kann bas Wo hier doch nur als ein Umstand von minderer Bedeutung gelten.. Was aber die oben erwähnte Zeitangabe Betrifft, so bleibt es dunkel, weshalb man genaue int März oder im April mit den Verhandlungen Beginnen soll. Ist der Januar nicht auch dazu geeignet? Bisher sind selbst vorbereitende Schritte zu den neuen Unterhandlungen nicht geschehen. Es liegt aber kein Grund vor, nach dem Jahreswechsel noch lange damit zu warten. Jedenfalls steht nach Annahme desReichs- zolltarifs auf deutscher Seite der Eröffnung int er nationaler Besprechungen ein Hindernis nicht mehr entgegen und man wird im neuen Jahr auch ohne Kündigung der alten Ver­träge in die Verhandlungen eintreten können.

Deutschlands Außenhandel von Januar bis November.

Nach! dem soeben vom Kaiserlichen Statistischen Amte herausgegebenen Novemberheft der monatlichen Nachweise über den auswärtigen Handel beträgt in den 11 Monaten Januar bis November 1902: L Die Einfuhr in Tonnen zu 1000 Kgr.: 40 044 216 gegen 41060 764 und 42137 265 in den beiden Vorjahren, daher weniger 1016 548 und 2093 049. Edelmetall-Einftihrr: 1106 gegen 1161 Und 1114. Bei 23 von 43 Zolltarifnummem ergiebt sich eine Zunahme. Hierunter ragen hervor: Materialwaren (mehr 192 774), Getreide (mehr 122 722) und Vieh (mehr 41565). Namentlich gingen mehr Schweinefleisch, frische und ge­salzene Heringe und aridere Seefische, Südfrüchte, Kakao, Dörrobst, Reis, Salz, Sioggen, Gerste, Kvpra, Zuckerrüben, .Stroh ein. Mit einer Abnahme der Einfuhr fallen auf: Holz (weniger 606 556), Erden, Erze (317 200), Kohlen (175 674), Eisen und Eisenwaren (125 428), Abfälle, Oel und Fette, Steine. Wohl den größten Ausfafl erfuhr die Mais­einfuhr mit einem Rückgang von 278054 Tonnen wegen der um 737 400 Donnen geringeren Einfuhr aus den Ver­einigten Staaten von Amerika. 2. Tie Ausfuhr in Tonnen zu 1000 Kgr.: 31 892 382 gegen 29 459 008 und 30 043 340 in den beiden Vorfahren, daher mehr 2 433 374 und 1849 042. Edelmetall-Ausfuhr: 377 gegen 336 und 325. 34 Zolltarifnummern zeigen eine Ausfuhrsteigerung, die stärkste, mit einer Zunahme von 895 707 Tonnen, Eisen und Eisenwaren. Hiervon entfällt ein großer Teil auf die ge­steigerte Ausfuhr von Roheisen und Schienen, von denen große Mengen nach Belgien, Holland, England und den Ver­einigten Staaten von Amerika gingen. Letztere waren die bedeutendsten Schienenabnehmer (73 553 gegen 776 und 44 in den Vorfahren. Stark war auch die Zunahme Bei Kohlen (mehr 826 617), Erden, Erzen (mehr 337 344 134 811 Tonnen entfallen auf die vermehrte Cementcmsfuhr, an der namentlich die Vereinigten Staaten von Amerika mit einem Mehr von rund 132000 Tonnen beteiligt sind), Materialwaren (mehr 217 454, woran besonders Kartoffel­mehl, Gries, Roggenmehl. Reis, Salz und wegen vermehrten Bedarfs in Großbritannien Roh- unb Weißzucker betttligt sind). Einen wesentlichen Ausfall zeigen nur Getreide und andere Landbauerzeugnisse (weniger 56174).

Deutsches Reich.

Berlin, 91. "Dez. Der Kaiser hörte' aeftern fm hiesigen Schlöffe den Vortrag des Chefs des Marinekabi­netts und fuhr dann nach dem Neuen Palais zurück.

r Die Ordensverleihungen an den Reichs­kanzler und die Staatssekretäre Graf Posadowskv, von Thielmaun und von Richthofen werden heut intReichs. anzeiger" amtlich bekannt gegeben. Danach erhielt Gra>s Mlow das Kreuz der Großkomthüre des Königlichen Hans- ordenS von Hohenzollem.

DerStaatsanzeiger" meldet amtlich die Abberutz ung des bisherigen Gesandten am bayrischen Hofe, Grasen v. Monts, behufs anderweitiger dienstlicher Verwendung.

Ein parlamentarischer Berichterstatter will wissen, daß nicht der Kaiser persönlich, den preußischen Land- tag eröffnen wird, sondern Graf Bülow.

Tie durch die Weihn achtsf eiertage und das Neujahrsfest bedingte Pause in den Plenarsitzungen des Bundesrats wird diesmal, wie derLor.-Anz." hört, kürzer als sonst sein. Die nächste Plenarsitzung des Bun­desrats wird bereits am 2. Januar stattfinden. Es hängt dies damit zusammen, daß sich die Beratungen des neuen Reichshaushaltsetats noch tm Rückstände befinden und dieser nach^ den Absichten der Verbündeten Regierungen dem Reichstage in der zweiten Januarwoche zugehen soll.

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