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22.11.1902 Erstes Blatt
 
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Samstag 22. November 1902

152. Jahrgang

Erstes Blatt

Nr. 275 r|d)etnt täglich anbei Sonntags.

Dem «Lietzener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die -iehener Familien. Hättet oiennal in der Woche beigelegL

Noiaiioiisdruck u. Ver­lag bei Brüh loschen Umoerl.-Buch- u.Stein­dl udeiei (Pietsch <Lrb«n> ftebaftion, Ervedrtu» und Trudeiet;

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Aotha und ßyamberlain.

englischen Parlamente sind am Freitag nachmittag Schriftstücke vorgelegt worden, die sich auf den Appell der Buren an die zivilisierte Welt beziehen., In denselben wird ein Brief Chamberlains an Botha vom 6. November veröffentlicht, welcher den ^on des Appells und die Reden des Generals auf dem Kontinent beklagt und sagt, es sei tatsächlich nicht die Absicht der Regierung, das Parlament um eine Erhöhung der Bewilligung von drei Millionen Pfund anzugehen, die an sich ihresgleichen in der Weltgeschichte nicht habe, aber das Versprechen des ferneren Beistandes mittelst einer Anleihe unter leichten Bedingungen gemäß Artikel 10 der Uebergabebedingungen sei niemals zurück­gezogen worden. Chamberlain schreibt:

-Tie Ausgaben für die Konzentrations­lager, welche seit dem Friedensschlüsse in großem Hrn-

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jpie Mliwtn- nnh Waiftnversicherung im Zteichstage.

Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt Zmterm 21. November: /

Ter sogenannte Verwendungsparaglaph des ZvMarif- gesetzes, die auf Anregung des Zentrums ins Gesetz ein­gefügte Bestimmung, die Ueberschüsse aus den Ge- treidezolleinnahmen zur Durchführung einer Wit­wen- und Waksenversicherung zu verwenden, gab heute zu ausgedehnten Erörterungen Anlaß. Tas Zentrum hatte, um diesen seinen ,Lieblingsgedanken" der Negierung an­nehmbarer zu machen, durch den Abg. Trimborn einen Einschränkungsantrag einbringen und begründen lassen. Tarnach sollen die Einnahmen aus dem Hafer- und Gerstenzoll außer Betracht bleiben: ferner sollen die Zoll­einnahmen in der bisherigen Höhe 31/2 Mark-Zoll der Reichskasse auch fernerhin Vorbehalten fein, erst die darüber hinaus sich ergebenden Zolleinnahmen sollen zu Zwecken der Witwen- und Waisen-Bersicherung Verwendung finden. Tiefe Ueberschüsse seien bis zum Jahre 1910 an­zusammeln. dann werde ein binreicbender Fonds zur Ver­fügung stehen, ohne daß Arbeitgeber und Arbeiter Zu­schüsse zur Versicherung zu leisten hätten. Bei diesem Punkte setzte die recht kritisch lautende Entgegnung des Staatssekre­tärs Frhr. v. Thielmann ein. Er betonte, daß die Frage der praktisch finanziellen Gestaltung dieser im Prinzip wohl allen sympathischen Versicherung durchaus eine offene bleibe, und wies auf die ungünstige Finanzlage, das voraussichtlich 150 Millionen Mark betragende nächstjährige Tefizit, auf die Möglichkeit einer neuen Bier- und Tabaksteuer hin. Es sei ein Irrtum, zu glauben, daß der Schatzsekretär nur darauf warte, die Mehrertrabe aus der Getreidezollerhöhung nach dem neuen Tarifan sich zu reißen". Ta seien schon so und soviel Hande bereit, dem Schahsekretär diese Mehrerträge wieder abzunehmen. (Große Heiterkeit.) Ten von Frhrn. v. Thielmann angeführten Bedenken schloß sich der Ver­treter Bavems im Bundesrat, Frhr. v. Stengel, vom einzelstaatlichen Standpunkte aus an. Tie Forderung nach einer Witwen- und Waisenversicherung sei in ihrer Grund­lage zurzeit nicht genügend erklärt, daher als verfrüht zu bezeichnen. Es empfehle sich die Annahme der vom Abg. Rettich (kons.) eingebrachten Resolution, die keine bestimmten Summen auf eine ungewisse Zukunft festlegen, sondern allgemein der Regierung entsprechende Maßregeln zur Erwägung anheimgeben will. (Ironische Zurufe.)

War auch danach die Stellung der Regierung zum Zentrumsantrag wenig entgegenkommend, so fehlte es doch an einem rundenNein?" vom Bundesratstisch, und das wurde in den Kreisen der ausschlaggebenden Partei in gün­stigem Sinne gedeutet. Wie die anderen Fraktionen den Lieblingsgedanken" des Zentrums beurteilen, das ist aus den Verhandlungen der Zollkommission hinlänglich be­kannt. Neue Momente wurden in der Erörterung dieses Antrages heute nicht vorgebracht. Sehr interessant war es aber, aus der Diskussion zu entnehmen, daß die Heber- zeugung, eine Verständigung Über den Zolltarif werde zu stände kommen, auch auf der Lin ken an Boden gewinnt, obgleich Schatzsekretär Frhr. v. Thielmann heute wieder unzweideutig zu verstehen gab, daß die Regierung zu den Mindestzollsätzen des Entwurfs nichts zulegen könne. Abg. Roe ficke-Tessau (wildliberal) bezeichnete es als ge­radezu naiv, anzunehmen, daß Regierung und Mehrheits­parteien sich nicht zufammenfinden würden. Andererseits verlautete in den Dandelgängen, daß derGeneralstabs­chef des Zentrums, Abg. Tr. Spahn, mit den Herren aus Bayern seine liebe Not habe, weil diese nur mit einem Gerstenzoll von 4.50 Mk. sich zufrieden cjefcen wollen. Tr. Spahn sah heute nicht so auS, als ob politische «Sorgen ihn bedrückten. Er plauderte üt aufgeräumter Stimmung mit den politischen Freunden vom Rhein und aus Bayern, und tauschte freundliche Blicke auch mit den Herren am Negierungstisch. Zum Schluß der fast siebenstündigen Sitnmg leistete sich Abg. Singer (Soz.) ein anscheinend beliebt werdendes taktisches Manöver. Tie Mehrheit hatte des Redens genug und setzte Beendigung der Tiskussion durch. FlugS beantragte S?err Singer, über den Antrag Trimborn zur Tagesordnung überzugehen. Es gab also noch eine begründende Rede des Abg. Ledebour (Soz.), und bann unterschiedliche namentliche Abstimm­ungen, die aber, da jetzt farbige Stimmkarten verwendet werden, nicht über je 8 Minuten sich erstreckten. Tas in der Sache entscheidende Ergebnis war die Annahme des Antrages Trimborn mit 143 gegen 106 Stimmen. Ter Reichstag will also, um ein in der Debatte wiederholt ge­brauchtes kühnes Bild anzuwenden, das Fell des Zoll- tarif-Vären teilen, ehe dieser Bär erlegt ist.

Aus Stadt und Saud.

Gießen, 22. November 1902.

() Oberhesfischer Geschichtsverein. Tie gut besuchte ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins am 20. d. M. wurde vom Vorsitzenden, Herrn Professor Höhlbaum, durch einen Jahresbericht über die Thätigkeit des Vorstandes eingeleitet. Mit ehrenden Worten gedachte er zunächst des im Laufe des Jahres Hingeschiedenen ver­dienten Gönners des Vereins, Herrn Provinzialdirektors von Bechtold. Worte der Anerkennung widmete der Dor- siNende alsdann den von Gießen geschiedenen Vereins- mitgliedern Herrn Tr. W. M. Becker, der aus seinen auf die Geschichte unserer Univers'.tät bezüglichen Studien heraus interessante Vorträge in den Vereinssitzungen wäh-

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rent> der zwei letzten Winter gehalten hat, Herrn Pro­fessor Tr. Klornemann, dem verdienten «Schriftführer im Vorstand, und vor alten Herrn Professor Tr. Gundermann, der mit größter Umsicht und voller, selbstloser Hingebung an die Interessen des Vereins und seines Museums die Ausgrabungsthätigkeit des Vereins unter streng wissen­schaftlichen Gesichtspunkten während mehrerer Jahre ge­leitet hat. Im weiteren bedauerte der Redner, daß infolge des Mangels geeigneter Vorarbeiten, wie einer kritischen Ausgabe der hessischen Chroniken, einer wissenschaftlich au§-= rückenden Sammlung der Urkunden zur Geschichte des hessischen Landes und einer vollständigen kritischen Samm­lung der Landgrafen-Register, eine gründliche und viel- feitige Erforschung der hessischen Geschichte vornehmlich in den Zeiten des Mittelalters, noch immer erschwert fei: die Bearbeitung der Register der Erzbischöfe von Mainz, die auch für die Geschichte von Hessen von hoher Be­deutung sind, sei dagegen ernstlich in Angriff genommen und weit gefördert. Er erwähnte sodann die im vorigen Winter gehaltenen Vorträge, machte auf den Inhalt oes in diesem Jahre ausgegebenenFundberichts" und der beiden letzten Bände der Vereinszeitschrift aufmerksam, und gedachte endlich des in jeder Beziehung gelungenen Som- merausffugs nach Laubach. Bei seinem Bericht über die Ausgrabungsthätigkeit des Vereins konnte der Vorsitzende mit freudigem Tanke auf eine neue ansehnliche Spende eines ungenannten Gönners Hinweisen, welche die Inan­griffnahme von allem Anschein nach sehr lohnenden neuen Ausgrabungen auf dem Trieb allein ermöglicht hat. Für das dabei erwiesene freundliche Entgegenkommen und gütige Unterstützung drückte Herr Professor Höhlbaum auch dem Gvoßherzoglichen Kreisamt feinen Tank aus. Ium Schlüsse konnte der Vorsitzende auf vier im Laufe dieses Winters zu erwartende interessante Vorträge aufmerksam machen. Nachdem dem Vereinsrechner, Herrn Negierungs- rat Bähr, wegen der Rechnung int Jahre 1901/02 Ent­lastung erteilt und der Tank des Vereins für feine mühe­volle Thätigkeit ausgesprochen worden, wurde zur Dor> standswahl für das neue Vereinsjahr geschritten und diese durch Zuruf getätigt EH wurden wiedergewählt die Herren Regierungsrat Bähr, Geh. Hofrat Prof. Tr. Behaghel, Prof. Tr. Höhlbaum, Hauptmann a. T. Kramer, Landgerichtsrat Tr. Möbius, Prof. Dr. «Sauer, Landgerichtsrat Tr. Schäfer und neu gewählt die Herren Gerichtsassessor Curschmann und Tr. Phil. Ernst Vogt. An den geschäftlichen Teil der Sitzung schloß sich ein interessanter Vortrag des hochver­dienten Museums-Konservators Herrn Hauptmann a. D. Kramer über »die neuesten Erwerbungen für das Museum und die Ergebnisse der erwähnten Ausgrabungen auf dem Trieb.

** (Segen das Einfrieren der Wasserleit» u n g e n. «Sehr geeignet zu diesem Zweck ist das folgende Verfahren: Man bedeckt die dem Frost ausgesetzte Rohr­leitung mit einer dünnen, gleichmäßigen «Schicht von Stroh, «Sägespöhnen oder Gerberlohe. Hierauf gießt man eine «Schicht faustgroße Stücke ungelöschten Kalkes und dar­auf wieder eine dickere Sage irgend eines schlechten Wärmeleiters. Tie ersterwähnte «Schicht hat hauptsächlich den Zweck, die metallische Rohrleitung vor der Berührung mit dem ungelöschten Kalk und damit vor einer etwaigen chemischen Einwirkung zu schützen. Eine solche Packung schützt den betreffenden Rohrstrang den ganzen Winter hindurch vor der Gefahr des Einfrierens und dem meist hierdurch veranlaßten Bersten. Tasselbe Verfahren läßt sich auch anwenden, sobald es sich um das Auftauen einer Rohrstrecke handelt, wenn man sich aus irgend welchen Gründen nicht einer freien Flamme bedienen will oder kann. Man braucht den Rohrstrang nur mit ungelöschtem Kalk zu umgeben und diesen mit Wasser zu benetzen. Tie bann frei werdende Wärme genügt, um das Auftauen des in der Röhre gefrorenen Wassers zu bewirken.

Die Gemäldeausstellung am Brand hat diese Woche wieder eine Aenderung erfahren indem 45 Gemälde neu ausgestellt sind. Unter denselben befinden sich Bilder von L. Dett mann-Königsberg, O. Mod ersah n-Worgs- wede, A. Dirks-Diisieldorf, R. Kaiser, E. Liebermann, C. Meyer-Basel, Graeßel, Ph. Klein-Munchen, und acht Aqua­relle von R. Kröh-Darmstadt. Auch sind zwei Kinderportraits von M. Schulze-Frankfurt aus hiesigem Privatbesitz der Ausstellung auf kurze Zeit überwiesen worden.

4- Rod heim a. Bieber, 21. Nov. In der Nähe dev Krofdorser Haltestelle scheuten heute Mittag die Pferde deS Fabrikanten N. aus Gießen vor einem daherkommenden Zug der Bieberthalbahn. Die Chaise fiel um und der Kutscher geriet unter dieselbe. Durch hinzueilende Fuhrleute wurde er aus seiner mißlichen Lage befreit. Der Insasse deS Wagens hatte sich durch einen Sprung aus demselben ge­rettet und brachte die Pferde zum stehen. Allein die Chaise konnte nicht weiter benutzt werden, sie mußte durch Fabrik­arbeiter nach Gießen verbracht werden.

rg. Friedberg, 21. Nov. Tie Handelskammer ermächtigte den geschästsführenden Ausschuß Tag und Stunde der Neuwahl unter Berücksichtigung der örtlichen Verhält­nisse zu bestimmen. Außer verschiedenen Neuerungen ver­dient der Umstand besondere Feststellung, daß der Amts­gerichtsbezirk Laub ach einen eigenen Wahlbezirk bildet, und daß der Wahlbezirk Bad-Nauheim in Zukunst zwei Ver­treter wählt. Ferner beschloß die Kammer, erneut bei der Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. wegen der Bahn­hof s 0 e r l t n i s s e in Bad-Nauheim und Friedberg vorstellig zu werden. Insbesondere werden die unzureichende Ueberdachung des Bahnsteigs und die schauderhaften Kloset- verhältnisse auf dem Bahnhof Bad-Nauheim aerüat Ja

fange zu Organisationen umgewandelt seien, die den Buren die Rückkehr in die Heimat ermöglichen sollen und deren fiopen im Betrage von 200 000 Pfund monatlich von den Reichsbehörden getragen werden, stellen eine sehr ansehn­liche Erhöhung der bewilligten Unterstützungssumme dar. Tie Kosten für die Konzentrationslager betragen seit der Errichtung über drei Millionen Pfund. Vernünftigerweise dürfe man nicht daran zweifeln, daß dadurch nur das Leben von Tausenden von Frauen und Kindern erhalten werden solle. Bezüglich Bothas Klage, daß die Konzentra­tionslager noch immer beibehalten würden, erwidert Cham­berlain, wenn man nur die erforderlichen Kosten berück­sichtige, liege es im Interesse der Regierung, die Lager abzuschaffen, sie würden nur aus Grünoen der Menschlich­keit beibehalten. Niemand beklage mehr als die englische Regierung die hohe Sterblichkeit in den Lagern infolge der Masern und Lungenentzündung. Es sei aber kein Mittel, das Geld und Wissenschaft bieten könnten, um die Sterblich­keit herabzusetzen, gespart worden. Chamberlain erwähnt sodann, daß große Summen aus Transvaal seitens der Republik während des Krieges nach Europa geschickt worden seien, und sagt, die Regierung wünsche nicht die Frage auf­zurollen, wie das Geld ausgegeben sei, soweit es rechtmäßig verwendet werde, es sei aber zweifellos ein großer Heber» schuß vorhanden, der berechtigterweise der Reichsregierung als Nachfolgerin der früheren Republik zukomme, den sie dem Unterstützungsfonds hinzufügm möchte. Chamberlain hoffe, daß Botha ihn darin unterstützen werde, die Personen ausfindig zu machen, denen das Geld anvertraut sei, und von ihm eine Aufstellung über die Verwendung und den vorhandenen Heberschuß zu erlangen, da die Kolonialregie­rung ihrerseits in vollem Umfange die Verantwor tlichkeit für die Unterhaltung mittelloser Waisen einschließlich ihrer Er­ziehung übernehme. Chamberlain giebt zu, daß eine große Anzahl Farmen zerstört worden sei, die Verluste seien aber weit übertrieben. Tie Regierung hoffe aufrichtig, daß durch die eifrigen Bemühungen der lokalen Negierungen und unterstützt durch die Mitarbeiter­schaft des Volkes ein nicht geringerer Wohlstand hergestellt werde, als vor dem Kriege.

Botha richtete am 12. November an Chamberlain ein Antwortschre ibeu, in welchem er ausführt:

Bis zur Rede Chamberlains am 5. November hätten die Buren immer angenommen, die drei Millionen seien zur teilweisen Entschädigung für die Kriegsverluste be­stimmt ; dies sei auch Milners Anschauung, wie aus dessen Depesche vom 11. Juni hervorgehe, und unter diesen Um­ständen wurde der Aufruf der Generale veröffentlicht. Botha erwähnt bann in feinem Antwortschreiben die Erklärung Chamberlains, die Bewilligung von drei Millionen stehe ohne Beispiel in der Geschichte da. Tie Hergabe von drei Millionen war die Bedingung für die Niederlegung der Waffen. Von nach Europa geschickten Geldbe­trägen ist ihm, Botha, nichts bekannt. Sollte es solche Geldbeträge geben, so würde er sich freuen, wenn diese für die von Chamberlain erwähnten Zwecke verwendet würden. Botha spricht die Befürchtung aus, daß fein Hin­weis auf Beibehaltung der Konzentrcrtionslager mißver­standen wurde. Er wünscht weitere Mißhelligkeiten und schmerzliche Erinnerungen zu vermeiden unb gesteht zu, baß bie Regierung sich die Erziehung der Kinder sehr an­gelegen sein lasse. «Seine Landsleute hätten aber den Wunsch, baü die Kinder die Muttersprache nicht vergessen. Botho erklärt dann bezüglich des den Duren von ausländischen Freunden gewordenen Beistandes, Chamberlain sei schlecht unterrießtet, und schließt mit dem nochmaligen Hinweis auf die durch den Krieg hervorgerufene traurige Lage.

In einem Brief an Botha vom 15. November drückt Chamberlain seine Befriedigung aus, daß Botho fernere Mißhelligkeiten zu vermeiden wünsche, und hofft, daß fein bevorstehender Besuch Südafrika den Frieden und die Wohl­fahrt zurückführen werde. Botha schließt sich in einem Briefe an Chamberlain vom 18. November diesem Wunsch an.

Im Hnterhaus wies Labouchöre (liberal) darauf hin, daß Holland allein 1 3 25 510 Gulden zur Hnterstützung der Burenfrauen und Kinder wöh- reni) des letzten Krieges aufgebracht Hobe, wovon 499161 in Geld oder Woren gegen Ende des Krieges nach Süd­afrika gesandt wurden. Von den im Auslände gesammelten Hnterstutzungen seien 562 Pfund Sterling und 2646 Pakete in den Konzentrationslagern verteilt worden. Mit Rücksicht hierauf fragt Redner an, ob der Kriegsminister ongeben könne, was aus dem Rest des Geldes und der Waren, die von Holland und anderen fremden Nationen gesandt worden seien, geworden und in welche Hände der Rest gefallen sei. Brodrick erwidert, auf den angegebenen Zahlen von 562 Pfund und 2646 Paketen beruhe die Infor­mation der Regierung, soweit sie die fremdländischen Unter» ftühungen in den Konzentrationslagern von Transvaal be­treffe. Heber die weiteren in der Anfrage vorgebrachten Ziffern sei die Regierung nickt unterrichtet.

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