Vermischtes.
Crou
von
seinen Arzt.
7416
VOM
GUTEN
DAS
BESTE.
am ein-
französischer B scheine ans dem Jahre 1793, gefunden.
• Diedenhofen, 21. Oft Gestern Abend gerieten eine Anzahl italienischer Arbeiter in dem Dorfe NUvingen auf dem Heimwege vom Wirtshause in Streit, der bald in Thätlich- keiten ausartete. Der Arbeiter Gaetano Panco erhielt hierbei
Krieskasten der Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
H. Oberleutnant Becker ist während des letzten Manöver- Gießen nach Mainz versetzt worden.
erzbergwerk heute für 30 000 Mark an Herrn Kommerzienrat Passavant in Frankfurt a. M., welcher bekanntlich Eigentümer unseres ehemaligen Ranyauschen Schlosses ist
§ Oppershofen, 21. Ott. Nicht geringes Aufsehen
Erhängen ein Ende machte; das Motiv dürste Furcht vor dem Militärdienste gewesen sein.
(:) Grünberg, 21. Ott. Bei der heute hier stattgefundenen Bürgermeisterwahl wurde unser seitheriger Bürgermeister Zimmer einstimmig wiedergewählt CS stimmten ccu 70 Proz. Wahlberechtigte ab.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Gewerkschaften von Offenbach haben im dortigen Gewerkschaftshause eine Zentralherberge erngerichtet, die am vergangenen Sonntag eröffnet wurde. — In BurhardSfelden ereignete sich am 21. dS. Mts. ein bedauerlicher Unfall Die 17jährige Fabrikarbeiterin Marg. Balser von hier wurde während ihrer Arbeit in der Fabrik in Reiskirchen von einem plötzlichen Unwohlsein befallen und starb bald darauf infolge eines Herzschlags. B. war eine gute Stütze ihrer Mutter, welche Witwe ist — In Leihgestern herrscht unter den Kindern seit einigen Tagen Diphtheritis. Glücklicherweise hat die Krankheit bis jetzt noch keine Opfer gefordert
einen Stich inS Herz und war sofort t o t. Zwei andere italienische Arbeiter wurden schwer verletzt. Der Zustand des einen gilt als hoffnungslos. Drei weitere Teilnehmer an der Schlägerei wurden in Haft genommen.
• London, 21.Oft Reuter'S Bureau meldet aus Cura- cao vom 20. Oft: Der Kapitän des Dampfers .Valesia" der Hamburg-Amerikalinie, sowie der erste Ingenieur und drei Matrosen sind ertrunfen.
• Petersburg, 21. Oft Gestern Abend 9 Uhr ent- gleiste bei der Station Dünaburg der Schnellzug von Wirballen nach Petersburg. Die Lofomotive stürzte um. Der Gepäckwagen ist völlig zertrümmert. Tie beiden folgenden Wagen zweiter Klasse sind ebenfalls umgestürzt und chwer beschädigt. Es entgleisten noch ein Wagen zweiter Klasse, ein Wagen erster Klaffe und ein Schlafwagen, der aber nur leicht beschädigt ist. Vom Zugpersonal wurde der Packmcister getötet, drei Beamte sind schwer, drei leicht verletzt. Von den Passagieren ist einer schwer verletzt. Die Ursache des Unglücks ist die böswillige Entfernung der Schienenschrauben und der die Schienen mit den erst kürzlich neu gelegten Schwellen verbindenden Bolzen.
• Tanger, 21. Oft Der auf Befehl des Sultans aus dem Hauptheiligtum der Stadt herausgeholte Mörder des englischen Missionars Cooper gab vor dem Sultan als Grund der Thal Haß gegen die in Fez lebenden Christen an, die er, wenn er fönnte, alle umbringen würde. Nach dem Geständnis wurde der Mörder durch die Straßen ge- peitscht und, wie gemeldet, erschossen. Die Stadt soll ruhig ein. Der Sultan sorgt für die Ueberwachung der von Euro- päern bewohnten Häuser.
Dieses ist die einzige Quaker Oats Packung. Alles andere, somit ausgewogene Waare ist Nachahmung.
Ansuchen Sie Huaker Huts Mei. Dos Aezept „für Sen KlüyftüLstisch'* ftetzt auf jedem Facket.
Quaker Oats
*• Ueber die Generalversammlung bei freisinnigen Vereins geht unS folgender Bericht zur Der freisinnige Verein hatte auf gestern abend eine Generalversammlung berufen, um seinen Mitgliedern Gelegenheit zu geben, zu den bezüglich der bevorstehenden Landtagswahl bisher vom Vorstände getroffenen Vorberettungen Stellung zu nehmen. Die Versammlung genehmigte einstimmig das von den Vorständen der beiden liberalen Vereine eingeleitete gemeinsame Vorgehen zur Wiederwahl unseres bisherigen verdienten Abgeordneten, deS Justizrats Dr. Gutfleisch, durch Aufstellung einer gemeinsamen Wahl» münnerliste. — Dr. Gutfleisch sprach sodann seinen Danf aus für daS Vertrauen, welches ihm die Wähler bisher befundete, und verbreitete sich in längerer, lichtvoller Ausführung über abgelaufene Landtagssession, sowie über einige Aufgaben des kommenden Landtags. Der Vorsitzende Justtzrat Metz fon- statierte aus dem lebhaften Beifall, welchen die Rede des Dr. Gutfleisch fand, den Danf der Versammlung, und ersuchte, denselben auch dadurch weiter zu befunden, daß am Wahltage, am 29. d. M., ein jeder Wähler eintreten möge für die Wiederwahl unseres bisherigen Abgeordneten, um damit unserer Stadt zu erhalten die würdige und sachfundige Vertretung, unserer Zweiten Kammer der Landststände aber die parlamentarische Arbeitsfrast und reiche Lebenserfahrung deS Dr. Gutfleisch.
*• Die Obsternte in der Gemarkung Gießen beträgt: Aepfel: 250 Doppelzentner, Birnen: 90 Doppelzentner ; in der Gemarkung Schiffenberg: Aepfel: 300 Doppelzentner, Birnen: 10 Doppelzentner, Wallnüsse: 1 Doppelzentner.
** Das Gießener Volksbad gibt jetzt in überaus zuvorkommender Weise Sem est er kart en für Benutzung des Schwimmbades an Studierende ab. Diese Karten, welche gegen Vorzeigung der Legitimationslarte an der Kasse zu haben sind, kosten nur 7 Mark, während das Halbjahr- Abonnement sich sonst auf 10 Mark stellte. Freilich gelten die Semesterkarten auch nur während des Semesters, also im Sommer in den Monaten Mai, Juni, Juli; im Winter für November, Dezember, Januar und Februar.
•* Der Hessische Zweigverein der Gesellschaft für Soziale Reform erläßt einen Aufruf, in dem es u. A. heißt: Die Gesellschaft für soziale Reform hat sich zur Aufgabe gestellt: 1. als Glied der internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz, un Zusammenwirken mit den Vertretern anderer Staaten, die Hindernisse zu beseitigen, die der Förderung des Arbeiterschutzes mit Rücksicht auf die Kon- kurrenzfähigkelt der Jndusttie auf dem Weltmärkte entgegengestellt werden. 2. als nationale Vereinigung der verschiedenen Bestrebungen, welche in Deutschland für die soziale Reform auf dem Gebiete der Arbeiterftage thätig sind, diese zu stärken, durch Aufklärung in Wort und Schrift, Verständnis für die soziale Reform zu wecken und zu thätiger Arbeit anzuregen. Es wird die Bitte an die oberheffischen Landsleute (Männer und Frauen), an die Gemeinden, Vereine, Korporationen rc. gerichtet, dem Hessischen Zweigverein (Sektion Oberhessen) der Gesellschaft für Sozial-Reform als Mitglied beizutteten und so durch Mitarbeit an der großen sozialen Aufgabe zur Hebung des Arbeiterstandes, zur Wohlfahrt, Stärkung und Gesittung unseres deutschen Volkes und unseres Reiches bei- zuttagen. Insbesondere wird die Sektion Oberheffen zunächst ihr Augenmerk auf die Lösung der Wohnungsftage richten. Eine Reihe von Vorträgen ist für kommenden Winter in den einzelnen Städten vorgesehen.
•* Der Kartenbrief war bekanntlich in anderen Län° Gern schon seit einer Reihe von Jahren eingeführt, ehe die Reichspostverwaltung sich zu dessen Einführung entschließen konnte. Im Jahre 1897 wurde dann den vielfachen Wünschen nach der Einrichtung stattgegeben und der Kartenbrief verausgabt. Im Laufe des Jahres 1898, dem ersten vollen Jahre seiner Ausgabe, wurden denn auch etwas über 8 Millionen Stück verkauft, im Vergleich zu dem Umfang des gesamten Briefverkehrs keine erhebliche Zahl. Schon im folgenden Jahre 1899 ging der Absatz von Kartenbriefen fast auf die Hälfte zurück. Es wurden nur noch 4 x/< Millionen Stück verlangt. Im Jahre 1900 sank der Absatz abermals auf wenig über 3 Millionen Stück. Nach der neuen Poststatistik vom Jahre 1901 ist nun der Verkauf von Karten- briefen im letzten Jahre abermals zurückgegangen. Er betrug noch 2 625 509 Stück. Dies erscheint um so geringer, wenn man bedenkt, daß in demselben Jahre über 854 */, Millionen Postwertzeichen zu 10 Pfennig abgesetzt und 1771 Millionen Briefe im engeren Sinne befördert wurden. — Wir meinen, die auffällig geringe Benutzung der Karten - briefe in der letzten Zeit hat seine Ursache darin, daß er unter dem neuen Staatssekretär deS Reichspostamtes kleiner geworden ist. Zu Podbielskis Postzeiten hatte er ein größeres Format, er bestand anfangs aus 4 Teilen, jetzt aber hat er nur deren zwei. AlS praktisch erweist er sich jedenfalls auf Reisen, wo man sich in den Besitz von Briefbogen und Couverts bisweilen nur durch erhebliche Unbequemlichkeit setzen kann. Wird ihm wieder das frühere größere Format und eine bessere Gummierung zu teil, so dürfte er in Zukunft wieder eine größere Anzahl von Abnehmern finden.
-r- Holzheim, 20. Ott. Eine hiesige Frau war mit bem Aufräumen eines Zimmers beschäftigt und warf einen auf einem Stuhle liegenden Gegenstand ins Feuer. Bald darauf trat ihr Mann ins Zimmer und suchte überall, aber vergebens, nach seinen — Zähnen (einem künstlichen Gebiß). ES stellte sich endlich heraus, daß die Frau, welche kurz- sichtig ist, die Zähne für einen Knochen hielt und denselben verbrannte. Der Schaden betrug zirka 110 Mk.
-h- Burkhards, 20. Oft Kürzlich fand in dem Jagdrevier deS Dr. Throm- Gießen (Distrikt HillerSwald und Streithain der Oberförsterei Schotten) unter zahlreicher Beteiligung von Schützen eine dreitägige Treibjagd statt. Erlegt wurden insgesamt 36 Hasen, 28 Rehe und 4 Füchse.
§ Ziegen berg, 21. Oft. Forstverwalter Sommer- 5ad dahier verkaufte sein vor Jahresfrist begonnenes Blei-
Mnoerstlüls-Uach richten.
ölen, 21. Oft Wie verschiedene Abendblätter melden, wurden heute vormittag von den Hörern im überfüllten Hörsaale des Professors der Mathematik an der Technischen Hochschule, C z u b e r stürmische Kundgebungen veranstaltet. Eine Abordnung der Studenten erklärte Czuber, daß die Kundgebungen sich nicht gegen seine Person, sondern gegen die Anstände in den Hör- ölen richteten. Czuber konnte infolge des LärmS die Vorlesung nicht halten. Mittags begab sich Rektor Krofft in den noch immer von Studenten besetzten Saal und hielt eine Ansprache, in der er betonte, daS Proscssoren-Kollegiurn halte die Forderungen der Studentenschaft für begründet und werde sich bemühen, Abhilfe der Uebelstände zu erzielen. Er ermahnte die Studentenschaft, den ordnungsmäßigen Weg nicht zu verlassen. Die Studenten hielten odann im Hörsaale eine Versammlung ab und beschlossen, die Vorlesungen so lange nicht zu besuchen, bis die Forderungen nach vergrößerten Hörsäten erfüllt seien.
vcnu französischen «n-siand.
In einer geheimen Sitzung des Komitees des Arbeuer-Ver- bandes wurde folgende Tagesordnung angenommen: Nachdem daS Komitee die Berichte der Delegierten der verschiedenen Ver- bände erhalten hat, erklärt sich dasselbe zur Annahine des Vorschlages des (Srubcnarbeiter-Romüeed. betreffend die Organisation eines General-Ausstandes, bereit Die Lage ist durm diesen Be- schluß wesenllich verändert, da infolge desselben der a gemeine Ausstand für ganz Frankreich zu befürchten ehr. Im Ganzen „feiern* nunmehr 150 000 Arbeiter, aus sch ßlich der Hajen- und Tockarbeller in Marseille, Dünkirchen um Calais, die gleichfalls beschlossen haben, sich dem Ausstande anzuirnueßen.
Landwirtschaft.
k «NS dem Kreise Lauterbach schreibt man un?: Während aus andern Gegenden vielfach Klagen über schlechten Futterstand, geringe Ernteerträge und Futtermangel kommen, t|i bei uns der Landwirt fast durchweg zufrieden, ia er zählt den verflossenen Sommer mit zu den b e st e n. Allerdings zogen sich die Erntearbeiten infolge der Kühle fehr hinaus, sodaß z. B. das Grummet vor der Sommerfrucht geerntet werden mußte. Die Rartoffeln liefern reichen Ertrag, doch zeigen sich leider auch viel faule. Tickwurz bleibt gegen frühere gute Erträge nicht zurück, und die Gemüse- und Kohlarten stehen ebenfalls gut. Tas Aussehen der Herbstsutterpflanzen, wie Erbsen und Stoppelrüben, läßt nichts zu wünschen übrig, sodaß bei uns von einem Futtermangel nicht die Rede sein kann. Auch der Klee steht gut Tie Herbstaussaat ist so ziemlich beendet. Be- kanntlich herrscht in unserem Kreis strichweise em wahrer Segen an Zwetschen, z. B. bei den Orten Frischborn, Eisenbach, Rirfetd, Herbstein und im Moosergrund. Händler aus vielen Gegenden Deutschlands kaufen die Zwetschen auf und versenden sie per Bahn. Ter ZenMer kostet zur Zeit noch 4—5 Mk.
Preußischer SaateustaudSbericht um Mitte Oktober. (Die eingeklammerten Zahlen sind die von Mitte Oktober 1901): Winter- wetzen 2,9 (2,4), Winterspelz 2,2 (2,2), Winterroggen 8,0 (2,4), junger Klee 2,8 (2,8), Luzerne 2,4 (2,7). Tie nachtkalte Witterung verzögerte sehr die Einbringung der Ernte und ermöglichte sie teilweise noch gar nicht. Tic Halmfrüchte räumten sehr spät das Feld. Aiit dem AuSnehmen der Kartoffeln ist man jetzt überall beschäf- ligt, jedoch sind hinreichend Arbeitskräfte nicht überall vorhanden. Tie Bestellung der Felder zur Wintersaat ist infolge ungünstiger Witterung uiigewöhnlich gehemmt. Von tierischen Schädlingen sollen sich Mäuse m den letzten Monaten sehr vermehrt haben. Ueber den Stand der jungen Laoten lauten die Nachrichten vielfach unbefriedigend.__
* Köln, 21. Ott. Der ,F. Htg/; wird aus Mont- joie gemeldet: In einem Geheimfach eines alten Wandschrankes in einer vom Seiden fabrikanten s erworbenen Fabrik wurden l1/» Millionen wölfischer Banknoten, meistens Tausendfrancs-
Eingesandt.
(Für Form und Jnha.t aiim unu. dieser Rubrik stehenden Artikel Übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
In Nr. 245 d. Bl. behandelt ein Einsender die Frage? Sollen wir Juden frei finnig wählen? mit dem Ergebnis, daß er den Juden eine Stimmabgabe zu Gunsten by: „nationalen" Parteien zur Pflicht macht. Mit Unrecht. Zunächst ist die Logck nur scheinbar, die den orthodoxen Juden der fonjeroa- tioen Partei zuweist. Religiöser und politischer Konservatismus kann nur der oberflächliche Betrachter kurzerhand zufammenwerfen. Und wie könnten Juden einer Partei folgen, zu bereu eisernem Bestand die Lehre vom christlichen Staat unb der mehr oder minder offene Antisemitismus zählen? WaS die übrigen Parteien anlangt, jo wäre es gänzlich falsch, ben Juben als Gesamtheit eine bestimmte Richtung vorschreiben zu wollen. Wir finb nicht nur Juden, sondern Staatsbürger mit allen Rechten unb Pflichten solcher und haben daher kerne andere Ausgabe, als unsere politische Haltung nach unserer politischen Ueberzeugung einzurichten. Daß bann em großer Teil der Juden sich zu ben freisinnigen Gruppen bekennt, wirb Jedem, der unsere politische Entwicketiing verfolgt, nur selbstverständlich erscheinen. Andere, die im Zusammengehen mit der Regierung das Heil suchen, werden den Rechtsstehenden, wieder Andere aus reiflich erwogener Ueberzeugung der äußersten Linken folgen. Hier entscheidet die persönliche Ueberzeugung, die in letzter Linie durch die Interessen, materielle oder ideelle Interessen bestimmt wird. Wenn der Einsender mit Emphase von den Verdiensten der Monarchie um die Gleichberechtigung der Juden unb den Gefahren der Demokratie für diese spricht, so möge er doch bedenken, daß die von ihm gefürchteten Volksbewegungen bisher nur in nicht demokratisch regierten Staaten und auf dem Boden reaktionärer Parteibewegungen sich entfaltet haben. In Rußland, Oesterreich, den politisch rückständigen Teilen Deutschlands ist ihr Gebiet, nicht in den fortgeschrittenen, von klar erfaßten Klaffen- kämpfen beherrschten Ländern. Und völlig neu war mir bie Mitteilung, daß bie Regierungen den Juden ihre staatsbürgerliche Gleichberechtigung verschafft hätten. Aehnlich verhalten sich die rechtsstehenden Parteien, keine wählt heute noch Juden zu öffentlichen Aemtern. Tie Sozialdemokratie allein hat auf ihre Anhänger keinerlei religiöse ober Rassenrücksichten zu nehmen. Tie linlsstehenben bürgerlichen Parteien thun es ungern. Tie „nationalen" Parteien aber brüsten sich mit ihrem Christentum und ihrer Rassereinhest, unb keine von ihnen hat im geeigneten Falle bas Kampfmittel des rücksichtslosesten Antisemitismus verschmäht. Kurz gesagt, erscheint es mir als ein Rückfall in politisch rückständige Auffassungen, den Juden als Gesamtheit eine bestimmte politische Haltung vorzuschreiben, und nicht als sehr charaktervoll, diese Haltung durch Furcht vor dem deutschen Volke und Hoffnung auf Regierungsgnaden bestimmen zu wollen. Wir haben genau wie jeder andere Staatsbürger das Recht, unserer eigenen Ueberzeugung zu folgen. So möge auch künftig jeder Jude stimmen, wie es feiner wohlerwogenen Ueberzeugung entspricht, keiner aber aus Furcht ober Liebedienerei für eine Partei, die nicht auf dem Boden völliger staatsbürgerlicher Gleichberechtigung steht.
Simon Katzenstein.
Arbeiterbewegung.
New-York, 21. Okt. Nachdem im Bergarbeiter-Konvent Mitchell erklärte, jeder Streiker, der nicht fernen Platz wieder erhalte, werde von der Union unterstützt, wurde der Beschlutz, Donnerstag die Arbeit wieder auszunehmen, stimmig angenommen. Die Beilegung des Streiks wird nn garizen 'lohlenbislrikt festlich begangen. Die et übte sind festlich geschmückt, die Geschäfte geschloffen. Kirchenglockcn lauten und Musikkapellen ö ~ r ■ k, . , s r . O1 „u. I und zur Erhöhung Der Feier aufgeboten. Tie Milizen beteiligen
erregte hier die ^.hatsache, daß der -1 alte ^enn ,t($ an ^cn Festlichkeiten. Präsident RooseveU forderte das 3treiL
unseres Mitbürgers Heinrich Langstrss fernem Leben durch j Schiedsgericht aus, zusanunenzutrrten.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Donnerstag, den 23. Oktober, abends 8 Uhr, im oberen Rot> firmanbenfaal, Kirchstraße 9, Bibelstunde (Psalm 51). Pfarrer Schlosser.
Forman (Lchuupfeuather) klinisch erprobt und ärztlicherseits mehrfach als geradezu ideales Schuupfeumittel bezeichnet! Bei leichtem Schnupfen For- man-Watte (Dose 30 Pfg.) In hartnäckigen Fällen Forman - Pastillen zum Inhalieren 50 Pfennig. Wirkung frappant! In allen Apotheken. Man frage


