Ausgabe 
22.5.1902 Erstes Blatt
 
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Nr. 117

Erscheint tafl!i4 außer ®onntagi.

Dern Gießener An-eig«r Wttben im Wechsel mit dem Vessrschei Landwirt die Siebener Kamillen« blätter viermal in bet Woche beigelegt.

RotatwnSdruck u. Ver­lag bet Brüh lstchen Univerl.-Buch- u. Steirr- druckeret (Pietsch Erde«) Wteboftton. fcpebUtan und Druckerei: echulstraßs 1.

Ldrefle für Depeschen: «u-eiger Gis Herr.

yerasprcchansLluhNr.bl.

Donnerstag 22. Mai 1002

152. Jahrgang

Erstes Blatt

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger u**

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

vezngspretsr monnthcb 75 Ps^ otert* jährlich Lik. 8.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost £011.2. otertel* jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer oiS vormitlag- 10 Uhr. Zeilenprei-. lokal IS Pt, ou-würt» 20 Pig.

Verantwortlich: für den poht. u. öligem. Teil: P. Wittko: für Stadt und Üantr und DerrchtSsaal'.R.Ditt« mann; für den An­zeigenteil: £>anö Beck.

Polizeiverordnnng,

betreffend Verhütung von SCBalbbränben.

Rücksicht auf die große Zahl von Waldbränden, welche infolge der zurzeit bestehenden außerordentlichen Trocken­heit entstanden sind, bestimmen wir auf Grund btß Art. 79 der Kreis- und Provinzialordnung das folgende:

1. Bis auf weiteres tft daS Rauchen von Zigarren, Zigaretten und ungedeckelten Tabakspfeifen in Waldungen und auf Haiden außerhalb der chauffierten OrtSverbindungs- wege verboten.

2. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 90 Mk. bestraft.

Gießen, den 31. April 1902.

Großherzogliches Kreisatnt Gießen.

v. Bechtold.

Politische Tagesschau.

Müßiges Gerede.

Man schreibt uns aus Berlin, 21. Dkri:

Als jüngst im schwedischen Reichstag die Krage der Neutralität der nordischen Staaten erörtert wurde, meinte der schwedische Auslandsminister, er forme nur alsmüßi­ges Gerede" bezeichnen, was in der deutschen Presse über eine politische Allianz zwischen Deutschland und Skan-

Aus Stadl und Kültd.

Gießen, den 22. Mai 1902.

** Audienzen. Der Großherzog empfing am 21. Mai u. a. den Elektroingenieur Schäffer von Eberstadt, den Sanitätsrat Dr. Vogel von Laubach. Um 11 Uhr empfing der Großherzog den von Berlin zurückgekehrten preußischen Gesandten Prinzen zu Hohenlohc-Oehringen.

** Das Amtsblatt des Ministeriums der Justiz Nr. 11 vom 10. Mai enthält ein AuSschvetben an die Justizbehörden, insbesondere die Staatsanwaltschaften, betr. Mitteilungen der Staatsanwaltschaften an andere Behörden in Straf-, Dis­ziplinär- und Ehesachen.

** Militärdienst - Nachrichten. brich, Vizefeldwebel (I Darmstadt), zum Leutnant des 1. Aufgebots 2. Garde- Landwehr-Regts. befördert. Die Vizefeldwebel Hoffmann (I Darmstadt) des Jnf.-Regts. Graf Kirchbach (1. Nieder- schlesisches) Nr. 46, Biernalzki (l Darmstadt) des 6. Rhein. Jnf.-Regts. Nr. 68, Mönch (I Darmstadt) des 5. Großh. Hess. Infanterie-Regis. Nr. 168, Krug (1 Darmstadt) be8 9. Lythr. Jnf.-Regts. Nr. 178; die Vizewachtmcister Erd­mann (I Darmstadt) des 2. Großh. Hess. Feldart.-RegiS. Nr. 61, Haussieur (I Darmstadt) deL Großh. Hess. Tram- Bataillons Nr. 18 zu Leutnants der Reserve befördert. Fischer, Oberleutnant dec Landw.-Jnfanterie 2. Aufgebots (I Darmstadt), Helfrich, Leutnant der Landw.-Jnf. 2. Auf­gebots (Erbach) der Abschied bewilligt.

» Das Großh. Oberkonfiftorium widmet dem verstorbenen Prälaten D. Habicht folgenden Nachruf:Nach Gottes heiligem Ratschluß wurde am zweiten heiligen Pfingsttage um Mittag unser langjähriges Mitglied, unser lieber Kollege und Freund, Prälat 1). Viktor Habicht, Oberkonsistorialrat und Superintendent, aus diesem Leben abgerufen. 27 Jahre lang gehörte er dem Oberkonsistorium an. Mit größter Sach­kenntnis und unermüdlicher Arbeitsfteudigkeit widmete er sich stets seinen Amtsgeschäften, ein treuer und verdienstvoller Be­rater in den vielen hochwichtigen Angelegenheiten, welche die unter seiner Mitwirkung zu Stande gekommene Kirchen- verfassung und das kirchliche Leben unserer vielbewegten Zeit an uns heranbrachten. Seine ungewöhnliche Kenntnis der Personen und der Umstand, daß er mit der hessischen Kirchen­geschichte des letztoerflossenen Jahrhunderts wie sonst keiner aufs engste verwachsen war, läßt uns seinen Verlust als einen besonders schwer zu ersetzenden empfinden. Er ruhe in Frieden!

*» Theater-Verein.Die Hand", daS Mimodrama, welches vor zwei Jahren bei feiner Erstaufführung auf der Pariser Weltausstellung so großes Auffehen erregte und seitdem auch an einigen deutschen Bühnen, namentlich an den Hoftheatem von Stuttgart und Wiesbaden, zur Darstellung kam, werden mir demnächst auch hier zu sehen bekommen, und zwar durch diejenigen Künstler, welche es m Paris zu­erst darstellten. Mme. Charlotte Wiehe, die ausgezeich­nete Darstellerin von Mimodramen und Pantomimen, wirb mit ihrer französischen Gesellschaft im nächsten Herbst eine Gastspielreise durch Deutschland und Oesterreich-Ungarn unter­nehmen und ein gemischtes Repertoir, überwiegend mimo- dramatischer Art, in welchemDie Hand" den Mittelpunkt bildet, an einer großen Zahl erster Büynen (Lessingtheater m Berlin, Hoftheater in München, Karlsruhe, Wiesbaden 2C.) -ur Aufführung bringen. Dem Vorstand des Theater- Vereins ist es soeben gelungen, die Künstlerin mit ihrer Gesellschaft auch für Gießen auf einen Abend Freitag den 2 4. Oktober zu verpflichten.

» Evangel. Arbeiter-Verein. Ter Gemischte Chor des E. A.-V. veranstaltet am 1. Juni auf derLiebigshöhe" unter Mitwirkung verschiedener hiesiger und auswärtiger Ge­sangvereine ein großes Gartenfest. Es werden bereits allerlei Vorbereitungen getroffen, um den Festteilnehmern einen ge- nußreichen Nachmittag zu bereiten.

** Eine Ansschußsitzllvg des Landwirtschaft!. Vereins für bU Provinz Oberhessen findet am Donnerstag den, 29. ds., nach- mittag- 3 Uhr, imHotel zum Prinzen Karl" statt. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1. Mitglieder­aufnahme. 2. Beratung des Voranschlags pro 1903/04 (ein Entwurf des Präsidiums wird den Mitgliedern von der Ge. ' schaftsstelle in einigen Tagen zugesandt werden). 3. Ge- : nehmigung des Voranschlags der landw. Haushaltungsschule > Lindheim pro 1902 und Vorlage der Rechnung pro 1901.

Hin deutscher Ko.oniuiko igreß, und Mar der erste seit Bestehen unserer Kolonialgesell­schaften, ist von ca. 60 wirtschaftspolitischen Vereinigungen, gelehrten Gesellschaften und Handelsinstituten für die Zeit vom 16.19. Oktober anberaumt worden. Mit dem Kon­greß soll eine Solidarität der verschiedenen, vielfach ge­trennt operierenden kolonialen 'unb überseeischen Bestreb­ungen herbeigeführt werden und als weiteres Ziel, im deutschen Volke diese Bestrebungen zu vertiefen und da­durch einen geistigen und wirtschaftlichen Zusammenschluß der Deutschen aller Zonen zu zeitigen. Die programmati­schen Verhandlungen umfassen alle überseeischen Interessen­gebiete, sowie ethischer wie materieller Ramr. Dem Kon­

greßkomitee, unter dem Präsidium des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg, hat sich ein Ehren» komitee aus hundert Persönlichketten aller Rangstufen der Staatsbehörden und des öffentlichen Lebens angegliedert, während sich hervorragende Persönlichkeiten als Ehren' förderet in den Dienst des Kongresses und seiner Ziele gestellt haben. Den Vorsitz des Arbeitsausschusses hat Vize- Admiral z. D. Valois übernommen, Kvntre-Admiral Strauch leitet die Beschlüsse des Finanz-Ausschusses, Fabrikbesitzer Sups die des Werbe-Ausschusses, Konsul Vohsen die des Preß-Ausschusses. Geh. Reaierungsrat Prof. Dr. Engler hat die Leitung der Ausstellungs-Kom­mission, der Gesandte z. D. v. Braunschweig präsidiert dem Fest- und Dr. Alexander Tille dem VortragS- Ausschuß. Mitglieder- des Kongresses können Herren und Damen gegen Zahlung von Mk. 10 werden. Mitglieds­karten des Kongresses Jinb erhältlich bei der Geschäfts­stelle des Kongresses, Berlin W-, Schellingstr. 4.

dinavien gesagt toorbat sei. Demgegenüber muß darauf < bingewiesen werden, daß die deutsche Presse, entfernt davon, den Allianzgedanken anzuregen, lediglich zur Kenntnis der Oefientlichkett brachte, was sich darüber in den schwedi- 1 schen Blättern vorfand. Das aber war die überzeugte : Empfehlung, für die politischen Interessen Schweden-Nor­wegens einen geeigneten auswärtigen Stützpunkt zu suchen, der nach Lage der Dinge nur Deutschland sein könne. Und begründet wurde diese Auffassung durch Bezugnahme auf das Schicksal Finnlands, auf die russische Spionage im schwedischen Norrland, Erscheinungen, durch die sich, wie es hieß, die Gemüter beunruhigt fühlten. Die schwedischen Blätter waren einig darin, daß eine Politik der Annäher> ung an Deutschland von allen Schweden gewünscht werde und auch den Norwegern sympathisch sei. Wenn derartige Darlegungen nach der Erklärung des schwedischen Aus­landsministers nichts weiter alsmüßiges Gerede" sind, )ann hätte diese Kennzeichnung an die Adresse der schwe­dischen Blätter gerichtet werden müssen.

Zur Jnvaliditätsversicherung ausländischer polnischer Arbeiter.

Im Februar 1901 hatte der Bundesrat den Beschluß gefaßt, daß polnische Arbeiter russischer und österreichischer Staatsangehörigkeit, welchen der Aufenthalt im Jnlande nur ür eine bestimmte Dauer behördlich gestattet ist, der Jn- validitäts-Versicherungspflicht dann nicht unterliegen sollen, wenn sie in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäf­tigt werden. Auf Grund dieses Beschlusses hatte das Reichtz- Verficherungsamt im März 1901 eine Regelung der Eiuzel- jeiten dieser Befreiung von der Versicherungspflicht getroffen. Nunmehr hat cs eine neue, die alte abändernde Bekannt­machung erlassen. In einem an die Vorstände sämtlicher Versicherungsanstalten gerichteten Rundschreiben erklärt es sein Vorgehen. Das Amt hat seinerzeit geglaubt, bei der Durch­führung der Bestimmung über die Versicherungspflicht der Ausländer auf die Mitwirkung der Verwaltungsbehörden nicht verzichten zu sollen. Da aber in den meisten Bundesstaaten polizeiliche Aufenthaltsbeschränkungen für polnische Arbeiter russischer und österreichischer Staatsangehörigkeit zurzeit nicht bestehen und auch, wie aus den Aeußcnrngen dec Landes- Zentralbehörden hervorgeht, auf den Erlaß solcher Vor­schriften nicht zu rechnen, der Bundesratsbeschluß vom Feb­ruar 1901 also für diese Staaten ohne Bedeutung ist, so hat das Reichsoersicherungsamt den Gedanken einer im Deutschen Reiche allgemein einzuführenden Mitwirkung der Verwaltungs­behörden fallen gelassen und die Bestimmungen vom März 1901 einer erneuten Durchsicht unterzogen. Dabei sind ein­zelne Erleichterungen für die Anstalten eingeführt. Unter anderem ist die Abrechnnngsftist auf ein halbes Jahr ver­längert, die Nachweise können an die Koittrollbeamten ein­gereicht werden.

Heer uub Flotte.

Vor einigen Monaten sind bekanntlich fast gleich­zeitig von drei pensionierten Offizieren, dem bekannten Militärschriftsteller Hauptmann Hoenig, dem blindge­schossenen Hauptmann L u t h m e r und dem Oberst H ü g e r Broschüren erschienen, in denen gegen Offiziere in höchsten Stellungen, gegen Militärbehörden und Militärgerichte mehr oder weniger schwere Anklagen bezüglich der Handhabung des Rechts und sogar des Offtzierehren- gerichts erhoben werden. Die Zeitungen waren der Mehr­zahl nach darin einig, daß zur Wahrung des Ansehens der Armee und chrer Rechtseinrichtungen eine unpar­teiische Untersuchung die unabweisbare Aufgabe der Militärverwaltung sei. Wie dieGermania" hört, ist aber bis jetzt in dieser Richtung an die Verfasser noch nichts herangetreten. Das ist zu beklagen. Schweigen kann als Zugeständnis und sogar als Billigung angesehen werden. Das mag unter Umständen angebracht sein. Hier ent­schieden nicht. Die beschuldigten Offiziere sind zum Teil noch in hohen Armeestellungen, z. B. der kommandierende General v. Lindequist, die Anschuldigungen selbst sind sehr schwer und gehen von drei Persönlichkeiten aus, denen eine Bedeutung für ihre Behauptungen nicht ohne weiteres abgesprochen werden kann. Außer dem Ruf und Ansehen der Armee verlangt das persönliche Interesse der beschuldigten Offiziere eine rückhaltlose Klarlegung. Die Ausdauer, mtt der Oberst Hüger und Hauptmann Luth- mer (Hauptmann Hoenig ist vor kurzem gestorben) bis jetzt für chr behauptetes Recht und ihre Ehre gekämpft haben, und die bezügliche besttmmte Erklärung in der Broschüre des Hauptmanns Luthmer, lassen mit Sicher­heit annehmen, daß sie sollte ihr letzter Schritt er­folglos im Sande verlaufen weitere Schritte in die Oesfentlichkeit unternehmen werden. Es wäre mithin aus den verschiedensten Gründen zu wünschen, daß die Ange­legenheit endlichausderWeltgeschasftwurde.

Die Hauptversammlung des Oberhessischen Obstbauvereins findet Sonntag den 25. Mai, nach mittags 3 Uhr, in Gießen im Lenz'schen Felsenkeller statt.

Tages orbnung:

1. Rechenschaftsbericht pro 1901/02.

2. Rechnungsablage pro 1901/02.

3. Kostenvoranschlag pro 1902/03.

4. Einrichtung eines Mostobstmarktes durch die Zentral­stelle für Obstverwertung in Frankfurt a. M. Referent: Direktor Dr. v. Peter.

6. Die Bestäubung der Blüten und ihre Beziehung zur Jruchtbarkett der Obstbäume. Referent: Professor Reichelt.

6. Wünsche und Anträge aus der Versammlung. Der Präsident: gez. Graf Oriola.

Aoöerts oder Köerst Saunderson?

Bor kurzem teilte dieBerl. Börsew-Ztg." mit, daß 6er berühmteBeendiger" des südafrikanischen Krieges, Lord RooertS zur Kur in Bad-Nauheim weile und sich im Mai zu den Festspielen nach Wiesbaden begeben werde. Das genannte Blatt war hinsichtlich des Aufenthalts jenes Heerführers in Nauheim falsch unterrichtet, denn zu derselben Zeit hielt Englands bedeutendster Par­kettgeneral die Revue über die letzten Paradetruppen Eng­lands auf der Manöverwiese von Aldershot ab. Und gleich darauf wurde vom Reuterschen Bureau gemeldet, Roberto werde Deutschland überhaupt nicht in diesem Jahre be­suchen.

Nun erschien am 15. Mai in der Vorstellung der Lustigen Weiber von Windsor" in der kaiserlichen Loge in Wiesbaden ein e n gl i s ch er M i l it ä r in roter Oberst- uniform. Der Kaiser lud ihn ein, den Platz zu seiner Rechten einzunehmen, und im Verlaufe der Vorstellung unterhielt er sich auf daS Angelegentlichste mit ihm. Aus eine Anfrage nach der Persönlichkeit wurde die Auskunft erteilt, es sei der englische Oberst Sa und er son. Dieser Name wurde auch in den Depeschen des Wolffichen Buraus angegeben, nachdem bereits vorher erklärt worden war, daß Saunderson mit Roberts, mtt dem er große Ähnlich­keit besitze, verwechselt worden sei. DieFrkf. Ztg." teilte darauf mit, daß Oberst Saunderson, ein hervorragender Sportmann und häufiger Begleiter des Kaisers bei seinen Segelfahrten, mit Lord Roberts nicht dieentferntSste A e h n l i ch k e i t habe. Jetzt behauptet nun ein alldeutsches Blatt, daß Oberst Saunderson doch Lord Roberts ge­wesen sei.

Ausfallen muß es in der That, daß dasWolffiche Bureau", das sonst über jede kleine Äußerlichkeit be­richtet, es merkwürdiaerwerse gar nicht für erwähnens­wert gefunden hat, die Thatsache zu registrieren, daß Kaiser Wilhelm an jenem Abend eine englische Uniform getragen hat. Ferner ist immerhin bemerkenswert, mit welcher Auszeichnung jener Militär, der nur den Rang eines Obersten bekleidet, vom Kaiser behandelt worden ist.

Daraus aber auf das frühere bloße Gerücht hin, daß Lord Roberts zur Kur in Deutschland weile, schließen zu wollen, daß thatsächlich Roberts und nicht Saunderson neben dem Kaiser in der Loge gesessen habe, ist doch trotz der erwähnten Notiz derFrkf. Ztg." mehr wie gewagt, und man kann derNat.-Ztg." nur Recht geben, wenn sie dazu bemerkt:Man sollte es nicht für möglich halten! Dem Prrblikum wird zugemutet, die Abgeschmackt­heit zu glauben, daß der deutsche Kaiser eine solche Mas­kerade zulasse und mitmache!" Sollte übrigens Lord Ro­berts wirtlich so wenig persönlichen Mut besitzen, daß er sich feige hinter einem Inkognito verkröche aus Furcht vor etwaigen Insulten der burenfteundlichen deutschen Be­völkerung? Und wenn dies in der That der Fall wäre, hätte er dann nicht ebensogut den Prof. Pagenstecher, in dessen Behandlung er sich befinden soll, zur Konsultation nach England kommen lassen können? Unerschwmglrch wäre für ihn diese Ausgabe nicht gewesen.