Ausgabe 
22.3.1902 Erstes Blatt
 
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klinisch erprobt und ärztlicherseits mehrfach als geradezu ideale» Schnupfenmittel bezeichnet! Bei leichtem Schnupfen Forman-Watte- (Dose 30 Pfg.) In hartnäckige« Fällen Forman-Pafüllen zum Irr- haliren 50 Pfg. Wirkung frap­pant! In allen Apotheken. Ma« frage seinen Arzt. 2058

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Meteorologische Beobachtunge«

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richsroda dargelegt, der dann auch bei der darauf Algerien Wahl einstimmig zum Vorsitzenden erwählt wurde. Lbi seine, Stelle als Kassenführer trat Dr. Dettmar -Lauttr- berg. Von den Beschlüssen, die sicher der Förderung der wirtschaftlichen und Staudesinteressen dienen werden, heben wir als besonders wichtig hervor den Anschluß an d«i Deutschen Aerztevereinsbund, Einrichtung provinzieller ker*\ bünde, Herabsetzung des Vereinsbeitrages, Regulierung des Jnsercttenwesens, der Stellen- und Verkaufsoermittelung, eventuelle Anlehnung an das Medizinische Warenhaus bezw. den Deutschen Deamtenverein, Stellungnahme gegen das auf dem Gebiete der Anstaltsbehandlisng sich besonders breit machende Kurpfuschertum und andere. Als nächster Ver­sammlungsort wurde der Ort des Kongresses für innere Medizin gewählt.

- Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die an der Frankfurter Straße gelegeneVilla Charlotte" m Bad-Nauheim, die bisher Fräulein Fettke gehötte, wurde mit Inventar an Frau A. Stockfisch aus Kalk bei Köln für den Preis von 205 000 Mark verkauft. Der Friedhoftvärter Christian Albert Bernhard Kolb in Frank­furt a. M. machte seinem Leben durch Vergiften ein Ende. DaS Gift entnahm er der Sezierkammer des Leichenhauses <mf dem Sachsenhäuser Friedhof. Der Frankfurter Geru-Anz." (Nr. 58) giebt in seinem Briefkasten folgende Auskunft: .Manche anatomische Institute, bei welchen großer Leichenmangel herrscht, sollen thatsächüch lebende Leichen kaufen und dafür Entschädigung bezahlen." Wir denken uns einen Handel mit lebenden Leichen für den Verkäufer wie für den Käufer wenig erfreillich. ImKasseler Tagebl." laS man dieser Tage folgende Meldung:Auf em kürzliche von den Alten Herren der Bonner Borussen an den Kaiser abgesandtes Huldigungstelegramm ist folgende Antwort er­gangen:Se. Majestät der Kaiser und der König haben den treuen Gruß der Alten Herren und aktiven Mitglieder der Bonner Borussen mit Freude entgegengenommen und senden allen Kommilitonen herzlichen Lucanus, Geh. Kabmetts- rot" Daß Lucanus nun schon telegraphisch zugesandt wird, muß die preußischen Minister in nicht gelinde Aufregung versetzen.

Landwirtschaft.

Dreödcu, 20. März. Unlängst sand die Generalversammlung der Vaterländischen Viehv ersicherungs-Gesells ch afl. stall. Die Versicherungssumme hat sich von Mk. 6555137 aus Mk. 7991048, mithin um ein Fünftel des früheren Bestandes erhöht, die Pranuen- einnahme betrug Alk. 312 318.34 gegen Mk. 281 223.47 im Vorjahre, die Schadenzahlungen Mk. 314331.20. Die Pramrenreserve und der Reservefonds beziffern sich auf 48,37 Prozent der

Gerichtssaal.

o. Gießen, 21. März. (G ero er b eg erichch Den Vorsitz «führt Beigeordneter Wolfs. Der Taglöhner Friedrich Nil l hier klagt gegen den Dienstmann und Möbeltransporteur Friedrich Schrnidt hier aus Zahlung von 10 M. Entschädigung, well ihn Beklagter auf drei Tage zu einem Umzug enaagiert, ihn jedoch nicht beschäftigt habe. Der Beklagte macht geltend, daß em festes Ab­kommen nicht getroffen worden sei. Ls kommt schließlich em Ver­gleich zu stände, wonach Beklagter dem Klager 6 Mk. als Ent­schädigung zahlt. - Der Weißbinder Hemnch Strack vonHausen verlangt von dem Maurermeister Johann Gg. P fas s hier Schadens­ersatz, weil er ohne Einhalllmg der gesetzlichen Kündigungsfrist ent­lassen worden fei. Im heuügen Termin erschien der Beklagte, der Klager dagegen blieb aus. Der Beklagte erklärte, einen Antrag

Wegen Herausforderung zum mit tätlichen Waffe« und wegen standen am Donnerstag der Ingenieur ZoltLn von N6- meth aus Ungarn und der Ingenieur und Leutnant zur See a. D. Karl Wolff vor der zweiten Strafkammer am Landgericht II zu Berlin. Der erste Angektagt' '

Meratur, Wissenschaft und Kunst.

Dramen von Björusorr. Sigurd Jorfals a r (Schau­spiel, geheftet L50 All.) ist ein Stück, das durch fernen Schwung, seinen Hellen Fanfarenton jeden Hörer und Leser fortreißen musz. Die gesmide Kraft des großen Norwegers hat sich m diesem Stuck an dem Königsgedanken gemessen. Sigurd der Jerusalemsayrer, ein wilder, unbändiger Held, kommt durch Erlebnis und Beispiel zu der Erkenntnis, daß em König mehr sein mutz, als em Kampier und Eroberer. Die Wandlung in seinem Charakter und [einen Anschauungen wird uns in einer stürmisch bewegten, ohne Pcurse vorwärtseilenden Handlung gezeiat und psychologisch begründet Dieses Drama hat etwas unendlich Gesundes und Starkes. Echtes Wikinaerblut rollt in diesen Menschen. Wikingerhumor, Wikinger­leidenschaften, Wikingerbegeisteruna fesseln unser schwaches Geschlecht I von heute in den Barm dieser Dichtung. Diese Dollmenschen wecken in uns die Sehnsucht nach großen Zellen, und sie erfüllen sie auch, denn bei chrem Anblick vergessen wir das klemliche Parteigezaill der Jetztzeit und leben mit in der großen, alten, starken Zell. Mit einem Seufzer erinnern wir uns erst, wenn wir das letzte Blatt aewendet haben, wieder daran, wer wir sind und wo wrr leben. Darnley (Drama, geheftet 3 Mk.) ist Björnstzerne Wornsons Maria Stuartdrama. Firn ersten Mal liegt es letzt m einer glänzenden deutschen Hebersetzuna vor. Gerade uns, die wir Maria Stuarts letzte Tage aus Schillers Drama kennen, ist es hoch- interefiant, die junge Maria in der Darstellung eines anderen großen Dichters kennen zu lernen. Sie und Darley. die beiden un­glücklichen Menschen, sind mit der feinsten Psychologie geschildert, ihre Fehler sind aus chrem Charakter, ihrer Erziehung und chrer Leit heraus glänzend motiviert und verständlich gemacht. Und diese Zeit, eine höchst seltsame Zeit in Schotlland, ist in einer Farbigkeit und Lebendigkeit gegeben, daßDarnley" zu den größten dichterischen Thaten auf dem Gebiet des historischen Dramas gerechnet werden muß. Beide Dramen des Dichters vonHeber unsere Kraft find wieder bei Albert Langen in München erschienen.

« Frankfurt a. M. wird geschrieben: CoqueUns Gastspiel an der hiesigen Bühne, wo man zweimalEyrano de Bergerac" gab, brachte dem Künstler einen außergewöhnlichen Ersolg und Beifall von für unsere DerhälMisse außergewöhnlicher Herzlichkeit. Am 24., 25., 26. und 27. März kommt Kainz nach Fraillfurt. Er tritt m GrillparzersJüdin von Toledo", Hartlebens Rosenmontag",Hamlet" und in Sudermanns Emakter-Cyklus Morituri" auf. Jn der ersterwähnten Vorstellung wirkt Fraulem I Triefch in der Titelrolle, in der zwellen als Traute mit.

Auszug MS dea StMöesamtsresslsteru der Statt Sirßeu.

Aufgebote.

Am 14. März. Friedrich Wilhelm August Wöhrmann, pratt Arzt in Wiefeck mit Christiane Auguste Elisabeth Vesper dahier. Am 16. Karl Sammler, Bahnarbeiter dahier mit Elisa Gobet Hierselbst. Am 17. Emil Johannes Karl Schlldfatt, Schriftskck« dahier mit Alwine Katharine Bergmann in Atücheun «. Rh. Friedrich Maximilian Leonhard Ehlinger Kaufmann m Wchlac mit Machlide Käroline Pauline Kinkel dahier. Alfred Krische^ Schneider dahier mit Katharine Luther, geb. Wankel hleriell-st, Am 19. Johann Georg Giesecke, Sattler dahier mit Wiche mm« Käroline Elisabethe Gans hierselbst. Am 20. Geom Wilhelm Bach, Kaufmann dahier mit Malwine Agnes Marie Schlotte m Bremen.

Geborene.

Am 9. März. Dem Hülfsbahnwärter Heinrich Mbach eure Marie. Dem Laternenwärter Konrad Will eine Tochter. Dem Schlosser Adolf Schwall eine Tochter, Ernitte. Dem Friseur Leonhard Dechert eine Tochter, Marie. 14. Dem Schlosst Otto Heid ein Sohn, Karl Robert. Dem Schlosser Heinrich Pfeufter ein Sohn, Balthaser August. Dem Tapezier Wilhelm. Rohrbach eine Tochter, Elisabethe Helene. Am 15. Dem Schuh­macher Heinrich Etzelmüller eine Tochter, Johanna Katharine. Dein Schuhmacher Heinrich Friedrich Linn eine Tochtn, Elisabeth Katharine Marie. Am 16. Dem Zementarbeiter Philipp Schlitz eine Tochter, Elisabeche. Am 18. Dem Ingenieur Peter Wll,on eine Tochter, Marion Fredrike Pauline. Am 20. Dem Realgizm- nasiallehrer Dr. Richard Trapp ein Sohn.

Gestorbene.

Am 12. März. Eduard Deibel, 27 Jahre alt, Buchdruck« ba- hier 15. Anna Menz, geb. Lucker. 36 Jahre alt, Ehefrau des Ar­beiters Friedrich Mrnz dahier. Am 16 Frieda Dorothea Thiel- mann, 8 Monate alt, Tochter des Dachdeckers Wilhelm Thielmcnin dahier. Am 17. Katharine Hahn, geb. Hörr, 37 Jahre all Ehe­frau des Briefträgers Wilhelm Hahn dahier. Karl Stohr 57 Jahre all, Schlossermeister dahier. Christian Fallenstein, 87 Jahre alt^ Gerichtsschreiber i. P. dahier. Elisa Elisabeth Katharine Rnisch- ling, 7 Monate all, Tochter des Arbellers Phllipp Reuschluig dahier. Am 19. Friedrich Benno Georg Herrlem, 50 Acchr« alt, Oberstleutnant beim Stabe des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116, dahier. Katharine Rausch, geb. Wagner^ 44 Jahre alt, Ehefrau des Arbeiters Nikolaus Rmisch dahier. Friedrich Hainer, 40 Jahre alt, Schuhmachermeister dahier. Am 20. März. Theodor Wehner, 59 Jahre alt, Kaufmanr^dahie^^

Eine zärtliche Mutter schreibt:

Erbitte mir noch weitere 3 Stück Herbaseife. Dieselbe hat sich bei dem hartnäckigsten Gesichtsausschlag sehr gut bewahrt, und rft unser Kind seit dem Gebrauch wesentlich besser. Ich werLe mcht verfehlen, die Herbaseife weiter zu empfehlen. E. 6. 7. 01. Frau L." Oberrneyers Herbaseife, auch ärzllich warm empfohlen und verord­net, besteht aus 90% Seife, 2°/° Salbe, 3% Arnica, 1,5% ar ab. Wasserbecherkraut, 3ch Harnkraut und ist zu haben per Stück Mk. 1^5 in Apotheken und Drogerien ober durch den Fabrikanten I. Giotb in Hanau a. M.

in die Hande hiesiger und auswärtiger Fabrikanten Ldergegange» war. Die einzelnen Presse waren (für 50 Kg.):

für Umblat . .

w Orig.-Tabake, Umblatt u. Einlage ^852

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M ^w^^dllser^o h^n Preise inib des schlankmAbsatzes war es dem Handel nicht möglich, nennenswerte Ge­winne zu erzielen, weil die Tabake beim ©omment m ben Magazinen viele kranke Blatter zeig en biemü vieler Alühe beseitigt werben mußten; außerbem weist ber 1900er Jahr» gang einen Dekalo von 25 Prozent auf, wahrenb ^e übliche kulatton nur 20 Prozent annimmt. Der^ Export unser« Pfälzer Tabake ist sehr stark 6 u r u d g e g a n g e n ba die hohen Preise unserer Tabake es außerordentlich erschwerten, ost sogar unmöglich machten, am Wel^arkt mit den billigen aus­ländischen Produkten zu konkurrieren; tft ber Absatz nach Algier vollständig lahm gelegt, die Ausfuhr nach England auf em mum beschränkt. Ter Einkauf ber 1901er xabafe, b« bareitS mr Oktober begann, war nach wenigen Wochen bereits beenb^. Tw ganze Ernte würbe am Dache verkauft und es laßt sich heute nod) nicht sagen, in welcher Beschaffenhell bieselde zur Ablieferurrg gelangen wird.

»icht stellen zu wollen. t

Dresden, 21. März. Der Hauptmann A Krug, ber Felbwebel Hammer unb ber Sergeant Nierisch, sämtlich vom Jnsanterie-Regiment Nr. 178 zu Kamenz, hatten sich vor bem Kriegsgericht ber 32. Division wegen Ungehorsams, bezw. Bei­hilfe zum Ungehorsam, unrichttger Erstattung einer bienstlichen Meldung und Beleidigung eines Untergebenen zu verantworten. Alle drei Angeklagten sind wiederholl disziplinarisch vorbestraft. Noch vor Verlesung der Anklaaesck)rift wurde wegen Gefährdung mllllärischer Dienstiilleressen die Oeffentlichkell ausgeschlossen. Hammer war daneben noch wegen Bestechung nnd Mißbrauchs der | Dienstgewalt unter Anklage gestellt, wurde aber hierin freigesprocken.! Jn der Hauptsache soll es sich bei ber Anklage um unrichtige Führung ber Schiebbücher unb Beleibigung eines Unter­gebenen hanbeln. Das Urteil lautete gegen Hauptmann Krug wegen Ungehorsams, unrichtiger Erstattung einer bienstlichen Mel- bung unb Beleidigung eines Untergebenen auf sechs Monate unb drei Wochen Gefängnis unb Entfernung aus bem Heere, gegen Hammer wegen Beihilfe zum Ungehorsam auf 1 Woche 1 Tag gelinben Arrest unb gegen Nierisch wegen bes gleichen Vergehens auf 1 Woche Arrest.

Wegen Herausforderung z-urn Zweikampf mit tötlichen Waffen und wegen Kartellttagens

Prämieneinnahme. __,

Schiffsnachrichteii.

Reb Star Linie" Antwerpen.

Der PostbarnpserHaverford" berReb ®tar Shrte- Antwerpen ist laut Telegramm am 20. Mai^ wohlbehallen tn New-Pork angekommen. __________j.

Handel und Verkehr. Vslkswirlschaft.

Grüuberg, 20t Aiärz. Der heuttae Vieh markt, der erste bieses Jahres, zeigte einen recht starken Auftrieb. Der Hanbel mit Schweinen war trotz fo hoher Preise, wie sie hier li^ch selten erlebt wurden, lebhaft; es wurden für das Paar Ferkel 6080 Mk. be­zahlt während ber Einkauf vonLäuserschweinen, die bis zu 120 Mk. kosteten, verhältnismäßig vorteilhafter war. Der Auftrieb der Schweine erfolgte meistens aus den Orten der Umgegend, während der sonst gewohnte seitens der Händler fast ganz unterblieben war. Aufgetrieben waren im Ganzen 230 Schweine und 60 Stück Rinbvieh. z-< ,.... . .. c

Getreide. Das Getreidegeschaft verlief wahrend dieser Woche in ruhiger Haltung. Die weichenden amerikanischen Kurse ließen keine ordentliche Kauflust aufkommen, sodaß die Umsätze ziemlick) beschränkt blieben. Die Forderungen von Amerlla imd Argentinien sind nicht in dem Maße gewichen rote die Kurse unb schließen heute nur ca. M. 1 per Tonne unter ber Vorwoche. Rußland läßt gegenwärtig kaum Rechnung hierher. Roggen blieb fest. Gerste, Braugerste, ruhig. Futtergerstefest. Hafer ruhig. MaiS schwacher. Die heutigen Nottrungen sind: Redwmter 2 139 Mk. Kanfas 2 135.00136 Mk. Sübruss. Weizen 130 bis 141 Mk. Laplata Weizen feinere Qualitäten 136138 Mk. Ruff. Roggen 109111 Mk. Russische Futtergerste 103 Mk.

Tabak. Im Lause der Berichtswoche war es nn allge­meinen sehr ruhig unb ist über Umsätze nicht viel zu berichten. Von einem Karlsruher Fabrikanten würben ca. 20003000 Centner 1901er Einlage unb Umblatt unb Einlagetabake in ber Preislage von Anfangs bis Enbe 2)lt 40. gekauft. Von ber Spekulation würben in ber letzten Woche fast gar nichts umgesetzt, ba breselben, durch bie letzten Verkäufe veranlaßt, mit chren Forberungen steigerten. Das Zigarrengeschäft liegt noch sehr barnieder, es ttagen bie Fabrikanten über sehr schlechten Absatz, was auch aus den Eiickauf in Rohmaterialien einen großen Einfluß auSübt. Pfälzer Rippen gchckMslos, lose feine Mk. 9,000.50, gebündelte

Vermischtes.

Berlin, 21.März. Der Direktor der Deutschen Kreditanstalt, eines Bankgeschäftes in der Leipzigerstraße, Kaufmann Dürseldt, ist wegen Unterschlagung, die man auf 150000 Mark schätzt und Wechselfälschungen gestern Abend verhaftet worden. Dürfeldt war außerdem Besitzer einer Eisen-Möbelfabrik und Vertreter solcher Fabriken. Sem Prokurist namens Schneider, welcher der Beihilfe au den llnterschleisen beschuldigt ist, ist anscheinend geflüchtet. Zu den Geschädigten gehören viele kleine Gewerbetreibende, bie .auf Bauten beschäftigt waren. , , .

Hannover, 21. März. Der achtzigjährige Pastor Quentin wurde wegen mehrerer SittlichkeitS- vergehen, bie er an Knaben verübt hatte, verhaftet.

Paris, 21. März. Jn der Nähe von Argenteuil wurde die Leiche eines Hauptman nes des 20.Artillerie- Regiments aus der Seine gezogen. Es handelt sich um .einen Selbstmord, dessen Motiv darin zu suchen sein soll, daß der Hauptmann von der Liste der Kandidaten der Ehren­legion gestrichen worden war. In Forte (Marne) wurde die Leiche einer 59 Jahre alten Frau gefunden. Es wurde festaestellt, daß die Frau bereits im Dezember v. I. er-j mordet worden war. Ein der That verdächtiger Mann i Heaing nach seiner Verhaftung Selbstmord.

Unschuldig verhaftet. Vor einigen Tagen wnrde >in Glogau ein alt angesessener Bürger und Inhaber eines sehr großen Geschäfts, das zu den bedeutendsten am Platze gehört, plötzlich auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Lissa t. P. wegen angeblicher Beihilfe zum betrügersschen Bankerott eines in Konkurs geratenen Kaufmanns in Lissa verhaftet, ohne daß er vorher irgendwie über eine solch schwere Be­schuldigung gehört wurde. Auf seine soforttge Beschwerde ist ier durch Beschluß der Strastammer in Lissa alsbald wieder ienüassen worden, und zwar ohne jede Kautionsleistung und (mn: auf Grund seiner Darlegungen, aus denen sich die Hall- ^losigkett jener Beschuldigung ergab.

Regen

aus dem UntersuchunHsgefüngnisse vorgeführt. Er hats^ch zu einem früheren Termin nicht gestellt, weshalb ein Hasd, befehl erlassen wurde, der am Sonntag, 16. d. M., ut Lands- Hut in Bayern zur Vollstreckung gelangte. Der zweite Ml. geklagte ist wegen Wetter Entfernung fernes Wohnortes vom persönlichen Erscheinen entbunden. Der Anklage lag ein ganz eigenartiger Sachverhalt zu Grunde, v. N. wohnte zu der Zett als er nochdie technische HocUckMe in Cha^ (Ottenburg besuchte, in der Rüstern-Allee auf Befhmb. Neben ihm wohnte der Kaufmann R., der mehrere Tochter hat Die jüngste Tochter Martha ist 15 Jahre alt. In dieses Kind verliebte sich der Ungar. Das Heine Fräulein ging eines Tages mit ihrem Hunde spazieren. Das Tier lief ihr davon, der Ungar lief nach, fing das Tier ein und brachte es seiner Herrin zurütt. Damtt war die Verbindung hergestellt. Von nun an folgte ihr der Angellagte auf Schrillt und Tritt Wo sie sich blicken ließ, da war auch er und sie ließ sich diese Verehrung mit der ganzen Naivetat eines angehenden Backfisches gefallen. Am 12 August v I. hatte letzteres eine Besorgung zu machen. Unbemerkt folgte ihr die Muller mit der ältesten Schwester. Beide bemerkten, daß auch der Ungar sofort auf der Bild flache erschien. Das Pärchen wandelte Arm in Arm und küßte sich. Jetzt ries die Muller chr Töchterchen zurück, dieses folgte auch dem Ruse, der junge Mann blieb dagegen auf der Stelle stehen und machte nicht den leisesten Ver,uch> sich vorzustellen und sein Verfahren zu entschuldigen. R. schrieb darauf tut den Angeklagten einen Brief in dem er es als eine Unver­frorenheit sondergleichen bezeichnete, hinter dem Rücken der

I Eltern mit einem Kinde anzubändeln. Jn gesilleten Kreisen sei es üblich, daß ein junger Mann, der um ein Mädchen roitbt, sich zunächst den Eltern vorsteltt. Diese Schalt­ungen verdrossen den Ungarn, er schickte seinen Freund Wolff zu R. unb ließ diesem eine Forderung auf P i sto len überbringen. R. lehnte es kurzer Hand ab, sich

I m i t einem Studenten z u schlagen. Wolff meinte darauf, er werde am andern Tage noch einmal wieder­kommen, aber in Begleitung eines Zeugen. Als er wieder- fam, wurde er von einem Kriminalbeamten empfangen. Das Urtell lautete für von Nämeth auf vier Monate und für Wolff auf s e ch s W o ch e n F e st u n g s h a f t. Der

| entlassungsantrag von Mmeths wurde abgelehnt.

Mversttüts-Nääirichten.

tirai, 21. März. Der Borslaud der dermatologischen Klinik an der hiesigen Unwersitär, Prof. Adolf I a r i ck, ist am T y p h u s

I gestorben.

Mk. 115012.00.

Neber de« Großhandel mit iutLndischenr Rohtabak berich­tet der soeben zur Ausgabe gelangte ^rüreSbericht der Mann- Heimer Handelskammer: D«r Absatz IVOOer Tabake war im abgelaufenen Jahre außerordentlich flstt. DaS 1900w Gewächs war in Qualität und Blatt ein auSgesprocheu gutes Zigarren- Material, roaS von den FabrikarUen alsbald anerkannt wnrde; dieselben griffen denn auch bereits wahrend der ersten Fernientation (Januar und Februar) eifrig zu, : Atonale nach der tstnUgexung fast die ganze Ernte!

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