Ausgabe 
22.2.1902 Drittes Blatt
 
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der Handelsgärtner Deutschlands bittet uns , um Aufnahme folgender Notiz: In der Zeit, wo sich viele ;unge Leute für die Berufswahl entscheiden müssen, wird manchen die Neigung auch zum Gärtnerberuf hinzichen. Cs ist diese Neigung wohl begreiflich und erklärlich, da der Gartner- beruf, wenn auch kein leichter, so doch ein gesunder und sehr vielseitiger Beruf ist. Allerdings hat die Gartnern zur Zeit eine Krisis durchzumachen, wie mancher andere Beruf auch, es besteht jedoch die Hoffnung,daß für den augenblick­lich schwer kämpfenden Beruf, der nur durch die wirtschaft- liche Lage leidet, in allen technischen Einrichtungen aber sich gewaltig vervollkommnet hat, auch wieder bessere Zeilen kommen. Ganz verkehrt wäre cs, wollte man sich dorr, wo eine Neigung zur Erlernung des Gärtuerbcrufes vorhanden ist, durch die Warnungen abhalten lassen, die ein Verein gärtnerischer Arbeitnehmer, der Allgemeine Deutsche Gärtnerverein in Berlin nur zu dem Zwecke durch die Blätter gehen läßt, um aus rein selbstsüchtigen Absichten von der Erlernung des Gartnerbcrufs abznhalten, damit die Arbeiter nach und nach eine Gewalt über die Arbeitgeber, d.e sie mit allen Mitteln erstreben, erlangen und um den heute tatsächlich schon vorhandenen Mangel an tüchtigen und leistungsfähigen Gärtnergehilfen zu verschleiern. Man scheut zu diesem Zwecke auf jener Seite selbst vor den tendenziösesten Entstellungen nicht zurück. Die größte Vereinigung selb­ständiger Gärtner, der Verband der Handelsgärtner Deutsch­lands, hat in jeder Stadt geeignete Vertreter, die zu jeder Auskunft gern bereit sind.

)( Kleinlinden, 20. Febr. In einer außerordentlichen Generalversammlung des GesangvereinsHarmonie" wurde beschlossen, das Stiftungsfest des Vereins am 17. Juni zu feiern. Als Festplatz wird der schön gelegene Garten der WirtschaftZur Burg" benutzt werden. An eine größere Anzahl fremder Vereine werden Einladungen ergehen. Ein Festausschuß ist bereits gewählt worden.

B. Garbenteich, 20. Febr. Der GesangvereinFrohsinn" hier feiert in diesem Jahre sein 25jährigeS Jubiläum. Für Anfang Juli ist ein größeres Sängcrfest geplant. Aus diesem Anlaß werden in aller Kürze an sämtliche Gesangvereine im Umkreis Einladungen ergehen.

K. Obbornhofen, 20. Febr. Zu Gunsten der darbenden Burenfrauen und -Kinder in den Konzentrationslagern wurden durch den Vorstand des hiesigen Kriegervereins an Kaisers Geburtstag gesammelt 18,46 Mk., bei einer Haus­kollekte 51,75 Mk. und in einem Burenkasten bei Wirt Nuppel 1,09 Mk., zus. 71,30 Mk.

§ Butzbach, 20. Febr. Ein hier bedienstetes 17 jähriges Mädchen entwendete einer Hausgenossin, während diese das Zimmer verlassen hatte, ohne es abzuschließen, 4 Mk. aus der Kassette. Die That wurde alsbald entdeckt und die Gendarmerie fand das gestohlene Geld noch im Gewahrsam de§ Mädchens vor.

-ft Grebeuhain, 19. Febr. Heute Abend hielt hier der Burgher Butz aus Pratoria einen Vortrag über seine Kriegserlebnissein Transvaal. Er erntete großen Beifall. Eine darauf veranstaltete Sammlung für die not­leidenden Buren ergab Mk. 45.15. Aus dem Verkauf eines Burenliedes kamen Mk. 18.65 ein.

-i- Wetzlar, 20. Febr. Wie der Jahresbericht über die Verwaltung der Stadt mittcilt, gehören dem Dombau­

Verein jetzt 14 Herren als Patrone an, drei,.die einen ein­maligen Beitrag von je 1000 Mk. leisten, und elf, die sich zu einem jährlichen Beitrag von je 100 Mk. verpflichteten. Außerdem gehören dem Verein aus Stadt und Land noch etwa 400 Personen an.

Frankfurt a. M., 20. Febr. Der Neubau Palafthotel am neuen Schauspielhaus gelangte durch Kauf in den Besitz des Herrn Louis Bolle-Ritz, des Restaurateurs vom Palmen- garten. Gleichzeitig ging der Fürsten Hof, Ecke Bocken- tzeirncr Landllraße und Taunusanlage in den Besitz der Bau- sirma H. W." Müller über. Botte nimmt ferner die'Führung des Fürstenhofs voin 1. März an. Dieses wird als Hotel nur noch bis 1. Juni fortgeführt und dann von der gcnannien Baufirma als Wohn- und Geschäftshaus umgebaut.

Vermischtes.

* D a s täglich eLeben derKöniginWilhel- mine schildert ein holländisches Blatt folgendermaßen. Tie Heirat hat nicht die geringste Veränder­ung in den Leöensgewohnheiten der jungen Konigrn^D.nl- helmine herbeigeführt. Die Königin erhebt sich utt Som­mer um sechs Uhr, im Winter gegen 6i/2 Uhr. Um 8V2 Uhr nehmen die Gatten zusammen das erste Frühstück ein: Brot, Eier, Käse, Kuchen, Kaffee. Bald darauf setzt sich die Königin an die Arbeit. Alle Stücke sind vorher sorg­fältig auf einem Tisch in einem kleinen Saal zurecht­gelegt, wohin sie sich mit dem Prinzen begiebt, unb wo eine Hofdame und der Prtvatsekretär warten. Tie Königin liest selöst jedes Stück, bevor sie es unterzeichnet oder ihrem Sekretär übergiebt. Ein weiiig nach 11 Uhr qeht sie bis 12hr Uhr aus oder promeniert in dem Garten des Palais. Um 1 kkhr giebt es warmes Frühstück, vier oder fünf Gänge, Mtn und Mineralwasser. Am Nach­mittag beschäftigt sich die Königin noch Mit den Staats­angelegenheiten, empfängt Minister oder Besuche. Um 4 Uhr giebt es Thee; dann für gewöhnlich eine Spazier­fahrt im Wagen. Um 61/2 Uhr ist das sehr sorgfältig zu- bercitete Diner mit dem Prinzen, an deni manchmal auch Gäste des Hofes teilnehmen; hierauf Kaffee und Liköre. Am Abend findet Hofgesellschaft statt. Tie Königin und der Prinz ziehen sich gegen 10 Uhr zurück. Um 11 Uhr herrscht völlige Ruhe im Palais.

* Ein Kinderduell in Spanien. Aus Dalera, einer Ortschaft der Provinz Cuenca, wird folgender Vor­fall mitgeteilt: Zwei elfjährige Knaben, Antonio Gonzalez und Petro Rivas, welche einem zwölfjährigen Mädchen den Dof machteii, hatten sich schon öfter gezankt und aebalgt. Vor einigen Tagen beschlosseii sie, sich auf Leben und Tod zu duellieren. Die hierzu erwählte Waffe war die Navaja, das spanische Messer. Das Duell, fand in einem Busch außerhalb des Dorfes ohne Zeugen statt. Beide Gegner, das Messer in der Rechten, den Kittel als Schild um den linken Arm gewickelt, stürzten wütend auf einander zu. Bald darauf sank Antonio lautlos tot zur Erde nieder. Sein Rival hatte ihm das Messer bis ans K>eft ins Herz gestochen. Der kleine Mörder ging dar­aus, ohne seine Seelenruhe zu verlieren, ins Dorf zurück und stellte sich den Behörden.

* Das Tabakrauch en. Die New-Yorler Zeitung Golf" erzählt von folgender Unterhaltung zwischen einem älteren Herrn mit einem jungen Golfspieler, der

vor dem Hause eines Golfklubs in der Nähe Londons stand und seine Zigarre rauchte. Der erstere gab dem letzteren gute Ratschläge über das Rauchen beim Golssprel, worauf der andere mit der Bemerkung erwiderte, daß irgend ein berühmter Golfspieler stets zu rauchen Pflegte. Ler ältere Herr fragte dann, wie viele und teuere Zi­garren der andere täglich rauche.Drei Stück zu 50 Pf.", war die Antwort.Wissen Sie auch, daß Sie jenes große Haus dort drüben in 20 Jahren besitzen könnten, wenn Sie Ihr Zigarrengeld sparten?"Gehört es Ihnen?" fragte der Raucher.Nein", war die Antwort.Aber mir", war des jungen Mannes trockene Bemerkung.

Landwirtschaft.

Die Münch.uUg. ^ig." veröchentlicht folgende Zu­schrift.Die B 0 d enkultur g,e s ellsch a ft m. b. tz., die in innigem Konnex mit demVerein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands" steht, hat vor einigen Wochen das ca. 400 Morgen große Gut Neuhof bei Posen erworben und bereits die Bewirtschaf­tung übernommen. Dieses Gut soll zur Musterwirtschaft 10er0en, um dort selbständige Bauern auszubilden. Das Grundkapital der Gesellschaft m. b. H. ist auf 70000 Mark nominiert, während der darüber hinaus erforderliche Be­trag durch Hypotheken gedeckt ist. Nach den Stajtuten er­halten die Gesellschafter aus dem Reingewinn eine Dividende bi§ zu 4 Prozent auf ihre Stammeinlage, die vom Baden- lulturverein gewährleistet sind." Ein jedenfalls sehr gut gemeinter Versuch, dem bester Erfolg zu wünschen ist.

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Holz-Versteigerung.

Aus den Abteilungen Finkenhccke 61c, Wachholderheide 62 werden versteigert:

1. Dienstag den 25. Februar 1902, Eichen: 2 rm Scheiter, 2,7 rm Knüppel, 510 Wellen; Nadel: 344,5 rm Scheiter, 85 rm Knüppel, 6120 Wellen, 180,4 rm Stöcke; Weichholz: 6200 Wellen.

2. Freitag den 28. Februar 1902 aus den Ab­teilungen Finkenhecke 61c, Wachholderheide 62: 253 Fichtcn- stämme von 13 bis 36 cm Durchmesser und 8 bis 21 tn Läng« mit 83,99 fm; 4 Fichten-Schmtiholzstämme von 38 bis 51 cm Durchmesser und 6 bis 10 m Länge mit 4,75 ftn; 32 Kicfcrnstämme von 24 bis 36 cm Durchmesser und 6 bis 9 m Länge mit 18,49 fm; 398 Fichten - Derbstangen von 8 bis 12 cm Durchmesser und 8 bis 17 m Länge mit 32,85 fm; Nadel: 294 rm Knüppel in Schichten von 3,5 m Länge. Zusammenkunft an beiden Tagen vormittags 91/2 Uhr aus der Kreisstraße GießenSteinberg an der Theerofenschneise. Nähere Auskunft erteilt der Großh. Forstwart-Aspirant Dietrich zu Baumgarten.

Gießen, den 17. Februar 1902. 1516

Großh. Oberförsterei Schiffenberg.

Heyer.

WP-MeMg ui -ßiyWllng.

Einem verehelichen Publikum, sowie meiner werten Nachbar­schaft zur gefl. Kenntnisnahme, daß ich mit dem Heutigen mein I-taschenAier- und Gigarren - Heschäft

sowie Mineralwngctchnndlüng

nach 30 EJeu30 verlegt habe und bitte ich, ntein Unternehmen durch gütigen Zuspruch unterfti^yn zu wollen.

141n Hochachtungsvoll S^@l'ße

TBS5O3J

Fabrik:

Robert Berg

Pöseneok i

Submission.

Für die psychiatrische Klinik soll für das Rechnungsjahr ; 1902/03 auf dem Wege öffent­licher Submission die Lieferung von 7000-8000 6tr.6nte| vergeben werden.

Die Bedingungen liegen an den Wochentagen von 3 bis 5 Uhr nachmittags in dem Verwaltungsbureau offen.

Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum

Mittwoch, 26. Febr. 1902, vormittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben.

Der Zuschlag erfolgt bis 15. März d. I.

Gießen, 18. Februar 1902.

Großh. Direktion der psychiatrischen Klinik.

S onrmer. 1469:

Koylenkieferung.

Für die Großherzogl. neuen Universitäts-Kliniken in Gießen Holl die Lieferung von ca.

32,000 Etr. Maschinenkohlen,

600 Etr. Nußkohlen und

60 fm Tannen-Scheitholz für das Rechnungsjahr 1902/03 auf dem öffentlichen Sub- missionSwege vergeben werden.

Die Bedingungen und der Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 können auf dem Ver- waltungS-Bureau der neuen Kliniken an den Wochentagen von 35 Uhr nachmittags eingeschen werden. 1492

Offerten sind verschlossen mit I entsprechender Aufschrift ver­sehen bis zum

Samstag, 8. März 1902, vormittags 12 Uhr, auf dem oben erwähnten Bureau einzureichen.

Zuschlagsfrist bis zum 25. März 1902.

Gießen, 20. Februar 1902. | Gr. Verwaltungs-Direktion i der neuen Kliniken.

Hosiversteigerung

im Ficher Ztadtmld.

Dienstag, 25. Februar, vormittags 10 Uhr be­ginnend , sollen im Licher StadtwaldDistrikt Rothenbusch, Sauloch und Ettingshäuser­kopf versteigert werden:

80 rm Buchen- und Weich- Holz-Scheiter,

200 rm Buchen- und Eichen- Knüppel, Stammprügel, 6500 Buchen, 4000 Eichen,

1000 Nadel, 1600

Weichholz-Wellen, größ­tenteils Durchsorstungs- wellen,

200 rm Buchen-, Eichen- und Nadel-Stöcke,

170 Eschen-Derbstangen mit 6 fm,

590 Fichten-, Derb- und Reisstangen mit 13 fm.

Zusammenkunft im Rothen­busch am Floß. 1508

Lich, 20. Februar 1902.

Großh. Bürgermeisterei Lich. Heller.

Rsbiliell-Verjicigerililz.

Montag den 24. Februar, nachmittags 2 Nhr, iverben Schlvtzgasse 15, III, 1 Kücheu- uttb Konsolschrauk mit GlaS- auftatz, Sofa, Tische, Stühle, 1 «ajchtlsch, 1 vollständiges Veft, sowie verschiedene HattS- hältungSgegenstaude meist­bietend gegen gleichbare Zahlung versteigert. 0689

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