Telephonischer Kursbericht«
Frankfurt a. 56,
103.90
4‘/s% Oesterr. ßüberrente 102.10
Wie uns aus (von uns heute sich elbabwarts
102.40
103.30
47.30
29.00
27.45
112.50
44.00
3V2% 3% 3V,% 8%
31/2°/o Hessen . .
3Oberhessen
4% Oesterr. Goldretne
Reichsanleihe do.
Konsole .
do. . .
102.55
93.05
102.40
92.65
100.50
zum Wiederaufbau des CarnpcmLe verwendet werden soll. — Beim Abräumen des Schlütes wurden wieder wesentliche Bestandteile der Loggetta ausgefunden, darunter vier Basreliefs, die Aquarellen darstellen und Waffen, sowie drei größere Reliefs: ^Gerechtigkeit", „Neptun" und „Liebe": Dagegen liegen die vier Statuen von Vrkorio unter den Steinblöcken zertrümmert.
Vermischtes.
Ein entsetzliches Schiffsunglück.
1902.
. 26.45
. 91.05 . 101.30 . 107.70 . 213.30 . 183.40 . 136.40 . 144.00 . 155.50 . 149.20 . 18.40 . 168.50 . 195.50 . 186.00 . 166.50
Hamburg telegraphisch gemeldet wird Morgen durch Extrablatt bekannt gemacht), hat von Hamburg bei Blankenese ein schweres Schiffsunglück er- eignet. Der Buxtehuder Dampfer Primus mit 185 Passagieren an Bord, darunter der Mannergesangverein Treue aus Eil deck, wurde heute Nacht 12 Uhr 30 Min. von dem See-
4% Ungar. Goldrente . . 4*Vi) Italien. Rente . . . 4*/2% Portugiesen . . < 80/., Portugiesen. . . . . 1% C. Türken . . . . Türkenlose.....
4% Griech. Monopol.-Anl. 4’/2% äussere Argentiner
3% Mexikaner 41 /2V0 Chinesen . Electric. Schuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandi Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Lanrahütte . . . Bochum . . , .
Harpener
Tendenz: schwach.
UniorrsltAs-Nachrichtr«.
Wie aus M ü n st e r t. W. gemeldet wird, ist die dortige At a d e rn i e durch eine königliche Urkunde vom 1. d. zur Uni = versität erhoben worden.
fchlepper Hansa bei Blankenese überrannt und durch- schnitten. Nur etwa 30 Personen wurden gerettet. — Ein weiteres Telegramm aus Hamburg, das uns in den Vormittagsstunden zuging, meldet noch folgende Einzelheiten: Der „Primus" fuhr mit den Mttgliedern der Liedertafel aus Ellbeck, im Ganzen 180 Personen ab. Bei Nienstedten stieß er mit dem elbabwarts fahrenden Dampfer „Hansa" zusammen. Die Hansa traf den Primus mit den Steven mit furchtbarer Gewalt gerade in die Mitte und schnttt chn glatt durch. Ein großer Teil der Passagiere wirrde über Bord geschleudert. Der Primus füllte sich schnell mit Wasser und sank in wenigen Minuten. 50 bis 60 Personen wurden von den herbeieilenden Dampfern gerettet. Ueber 100 Personen werden noch vermißt. Eine große Anzahl von Leichen ist bereits geborgen. Die Suche nach den Verunglückten wird fortgesetzt. Die Unglücksstätte ist nur 100 Fuß von Nienstedten entfernt. Der Dampfer Hansa kehrte, nachdem er sich an den Reüungsarbetten be- telligt hatte, nach Hamburg zurück. — In Eilbeck herrscht großes Wehklagen, Ellern vermissen ihre Kinder, Kmder chre Eltern. — Die Schuld an dem Unfall soll die Hansa tragen, die die vorgeschriebenen Positionslaternen nicht führte. Die Untersuchung ist eingelettet.
• Berlin, 20. Juli. In der Nacht versuchte die Händlerin Böhm in einem Tobsuchtsanfall ihren achtjährigen Sohn durch das vorher zertrümmerte Fenster auf den Hof hinabzuwerfen. Der Knabe wurde so schwer verletzt, daß seine Ueberführung nach dem Krankenhause erforderlich wurde. Die Mutter wurde nach einer Irrenanstalt gebracht. — Heute morgen tötete in der Potsdamer Sttaße der aus Böhmen gebürtige Gürtler Stahr seine von ihm getrennt lebende Ehefrau durch Revolverschüsse und erschoß sich darauf selbst.
* Der ermordete Dir. Ord en st ein, der übrigens ein Ehrenmitglied der Gießener Burschenschaft Germania war, ist am Soirntag in Paris auf dem Friedhöfe Montparnasse unter großer Betettigung von Freunden des Verstorbenen und Mttgliedern der deutschen Kolonie beigesetzt worden. Tie deutsch«»: Regierung, die einen Kranz mit der Aufschrift: ^Tem Andenken des Patrioten und Menschenfreundes" sandte, war durch, den Botschaftssekretär v. Schlözer und mehrere andere Mttglieder der Botschaft vertreten. Ter Präsident des' deutsche Hllss- vereins Frhr. v. d. Tann. kielt namens des Vereins die Gedächtnisrede. — Der Mörder Firmin Chabaneix verfügte über ein ganzes Arsenal von Mordwaffen, die er teils bei sich! führte, teils in seiner Wohnung gelassen hatte, darunter ein langes Tranchiermesser, ein schwedisches Dolchmesser und ein sogenanntes katalinisch.es Messer, die Lieblingswaffe der Zuhälter. Die Unthat selbst aber vollführte er mit einem langen Küchenmesser. Bei sich trug er noch einen mit fün Kugeln geladenen Revolver, zwei Riemen, die augenscheinlich für die Erwürgung seines Opfers bestimmt waren, und eine Serviette mit sorgfältig ausgetilgten Wäschezeichen, um sich an ihr die bluttriefenden Hände! zu reinigen. Fügt man dazu noch einen schweren Stahlhammer, der sich in seiner Wohnung fand, berücksichtigt man ferner die verzweifelle Lage des entlassenen TelegraphenLeamten, der nach, einer anderen Lesart von seinem Vater keine wetteren Gelduntev- stützungen mehr erhoffen konnte, so stehen wir einfach vor einem Raubmörder, der aus Beute ausschaute. Daß ihm Dr. Ordenstein zum Opfer siel, war das Werk des Zufallesl Die theatralische Bergiftungsszene, die Chabaneix der seiner Verhaftung vorgenommen hat, giebt uns den Maßstab für die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen; sein Gisttrank war harmlos und sein Allgemeirrbefinden nach der Vergiftung vorttefflich. — Eine andere Mitteilung aus Paris besagt: Tie Untersuchung über die Ermordung des Dr. Orden stein bestätig immert mehr, daß es sich um einen Raubmord- Versuch handelte. Auf die Frage des Untersuchungsrichters, warum er getötet habe, antwortete der Mörder: vielleicht nur, um zu Men!" Auf die wettere Frage,, warum er in seiner Wohnung eine Sammlung neuer Messer besaß, antwortete er: ,Marum soll denn ein Staatsbürger keine Messer besitzen dürfen?"
* Verona, 19. Juli. Der historische Glockenturm der St. Leonhardtskirche (Eine solche ist uns in Verona nicht bekannt. D. Red. des „Gieß. Anz.") ist durch einen Brand zerstört worden.
* Vom Glockenturm in Venedig. Ein New- Yorker Klub hat eine Subskription eröffnet, deren Ergebnis
nossen gegenüber, die sich! ein gewiffes Vertrauen in der Arbeiterbewegung erworben haben. Kraiker war seit einigen Jahren Beamter der hiesigen Allgemeinen Ortskrankeu- kasse und verhältnismäßig gut bezahlt. Von Notlage, die ihn zu den Unredlichketten veranlaßt Mt, kann feine Rede sein."
Balduinstein, 19. Juli. Me Königin Wilhett- miua berließ heute die Schaumburg, deren Sttlle und Abgelegenhett, in Verbindung mit der reinen Luft, ihr wieder zur früheren Frische verholfen haben, und in deren ausgedehnten Waldungen kaum ein passierbarer Weg zu finden fft, den die Königin nicht in den vergangenen sechs Wochen zu Fuß oder Wagen zurückgelegt hat. Besonderes Vergnügen bereiteten chr in letzter Zett die gemeinsamen Ausfahrten mit dem Prinzgemahl, der übrigens den gestti- gen Morgen noch zu einem kurzen Besuch von Ems benutzte. Dwtz der Ungunst des Samstags waren Viele herbeigeeill, um dem hohen Gaste beim Abschied zuzujubeln. Kurz vor 10 Uhr fuhr die Königin-Mutter und sogleich darauf in dem von ihrem Gemahl gelenkten Gespann und neben ihm den Bocksitz einnehmend, Königin Wilhelmina selbst vor und begab sich nach dem fürfttichen Wartezimmer, wo sie sich bis zum Abgang des Sonderzuges' von dem zurück- bleibenden Hofmarsch-all, wie auch von Landrat Duderstadt und dem Ahloßanttmann der Schaumburg, Major a. D. mm Giseuhardt-Rothe verabschiedete. Beide Herren, wie auch Major von Schermening zu Diez und Major Httlmar zu Oranienstein waren durch Verleihung von Orden ausgezeichnet worden, während einer Reihe von Herren und Beamten der Schaumburg, sowie aus Balduinstein, Diez und Wiesbaden, letztere vom Sicherheitsdienst, neben zum Lett namhaften Geldgeschenken, goldene und silberne Me- dattlen verliehen waren.
Sport.
Alzeh, 18. Jrcki. Von den 42 in Darmstag am Donnerstagabend 9 Uhr fortgerittenen Lheilnehmern am diesjährigen Kaiser- ritt trafen im Lause des heutigen Tages 37 ein. Der Erste kam ;egen 6 Uhr vormittags, der Letzte am nachmittag. Drei Pferde ind verunglückt. Hier wurde eine eintägige Rast gemacht.
Cassel, 20. Juli. Vom Bundestag des Deutschen Radfahrerbundes. Heute vormittag erfolgte die feierliche Einholung der aus allen Gauen Deutschlands vor den Thoren Eassels eingetroffenen Teilnehmer an der Sternwanderfahrt zum Buirdestag. In festlichem Zuge ging es zum Festvlatz; hierauf erfolgte die offizielle Eröffnung des Bundestages im ^anufch-Saale. Der Dresdener Gau übergab das Bundesbanner an den Gau Kassel, dann begrüßte Oberbürgermeister M ü l l e r mit herzlichen Worten die Gäste. Nach einer Ansprache des Bundesvorsitzenden begann der Bundesausschuß seine Beratungen mit Verlesung der Präsenzliste. Die Rechenschaftsberichte lagen gedruckt vor. Der Kassenbericht schließt mit einer Bilanzsumme von 214 473.79 All. ab. Eine reiche Thätigkeit entwickelte der Vertreter für Rechtsschutz, der hauptsächlich in Angelegenheit der Fabrradversicherungs-Gesttlschast Wittenberge erfolgreich vorging. Auch mü Bezug auf die verschieden hohen Gebühren für ne Radfahrerkarte wurde vom Vertreter für Rechtsschutz wirksam vorgegangem Die Gebühren find infolge dessen auf eine minimale Höhe gebracht worden. Der Mitgliederstand betrug am 30. Juni 1902 36 556. Es folgt dann die Beratung der Einführung der Hastpflichwersicherung für alle Bundesmitglieder. Nach langer, heftiger Debatte wird der Antrag auf Einführung der allgemeinen Haftpflichtversicherung angenommen. Weiterhin beschloß der Bundestag, nächstes Jahr in Hamburg zu tagen. Der seitherige Vorstand wurde wieder-, für Vogel- Königsberg, der ablehnte, als 2. Vorsitzender v. Köller- Altona aewahlt. — Tie Meisterschaft des Deutschen Radfahrerbundes auf iiederrad gewann Max Schönemann -Leipzig, auf Hochrad Richard Schultz- Altona. — Ueber die wetteren Feierlichkeiten wird uns noch gemeldet, daß das am Samstagabend im Park der Aktienbrauerei bei zahlreicher Beteiligung abgehallene Garten- f e st tadellos verlaufen ist. Der am Sonntagmorgen gefahrene Corso verlief programmmäßig. Die Betettigung an demselben sowie die Ausstattung war den Verhältnissen entsprechend gut. Von den Gießener Vereinen beteiligte sich der G. R. V. 1885 mit einer stattlichen Anzahl von Fahrern. Das für Sormtagmittag angesetzte Radrennen mußte infolge schlechter Witterung auf Montag ver- schoben werden. Es regnet seit heute mittag 4 Uhr unaufhörlich.
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Feuerwehr. 7 ersten Bor- wo der auf *9 stattfand. ,tlln9en berchen m ^nntag bot I3eti- Tanz- und wickelt werden, ^gesetzte spost- c' bestehend in neu angelegten, kHmar-Odeü- ;m Ctie, wurde :ennen§roert ge- nämlich den 1.
den 3. Preis aal und Unter- : Wirtschaft in Uto Programm-
Kirmes xn des Kalender- rde, wurde durch l- — Die Teilest auf Helgo- der Ungunst der für die Seestadt Mdcnheit aller, Utenrng auf dem sl des Rauf* lal des beliebten ele, die nicht da n den Saal und dw sowohl durch igliche Bewirtung albsbraten, ,Ge- gesteigeä wurde, elegenheit gegeben a mit der gegen ftieden sein. Die tobt, bie übrigen aft be§ Schaden SOlänae^ , Die voad-wm
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gewicht 58—62 Mg., Schaff L Qrrall Schlachtgewicht 64—66 Pfa. 2. Qual. 60—62 Pfg„ 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine L SDuaL 66-00 Pfg., Lebendgewicht 52 Pfg^ 2. Qual. 65 Pfg,, LebendgewüA: 51—00 Pfg., 3. Qual. 52—56 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig Ueberstmrd gering, bei Kleinvieh gut, alles verkauft.
fc. Frankfurt a. 9JL, 2L Juli. (Orig.°Telegr. des ^Gießern Anz.") Arntliche 9lotierungen der heutigen Frucht markt preise. Weizen Wk. 00.00—17^5, Kurhessischer All. 00.00—00.00, La Plabr All. 17.25—1800, Kansas All. 1500—00.00, Roggen (hiestgech Mark 1500—OODO, Gerste (Wetterauer) All. 15.75—16J35, Franken» el ber Mt. 18,00—1800, Hafer ML18.00—18.50, Mais Mk.12.00—12L5, Weizenmehl 0 Alk. 25.00—2500, 2. Qualität AL 23.00
bis AL 23^0, 3. Qualität DL 2100—2L50, Roaaemnehl 0 AL 24.00—00.00, 1. Qucttttät Mk. 21.50—0000, Weizenkleie AL 8^5 bis AL OOO, Roggentleie AL 900—000, Maiskeime AL 1000 bis Mk. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried AL00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
Gerichtssaal.
Leipzig, 19. Juli. Exners zweiter aSer-tetM-ger Drucker, führt aus, die Direktoren hätten in erster Exposö nur bestellte Arbeit geliefert, seien daher nur der Beihilfe zur Verschleie-- rung schuldig. Das zweite Epost enchalle keine Unwahrheiten. Ein Betrug Exners gegenüber v. d. Heydt und Bleichröder^ liege nicht vor, da ein Kausalzusammenhang zwischen den Vermögens- Verlusten derselben und Exners Handlung nicht gegeben sei. Dr. Drucker wendet sich ferner gegen die Anklage wegen Untreue. Justizrat Dr. B roda als Verteidiger Gentzschs acht auf„ bie Anklage gegen Gentzsch ein und erörtert die Frage oes betrügerischen Bankerotts. Wohl hätten die Angettagten die Pflichten des sorg-> ältigen Kaufmanns verletzt, aber sie hätten gebüßt mtt ihrem ganzen Vermögen. Auch die Frage der Verschleieftrng und der Untreue sei zu verneinen.
Neueste Meldungen.
OriginaLdrahtmeLdungen des Gießener Anzeigers.
Berlin, Zl.Jull. Wie das polnische Blatt ^Orendoro- nik" meldet, soll der Karmnecherr v. Morcrrvski in Berlin bei einem der Minister gewesen sein und diesen ersucht haben, er möchte den Kaiser bestimmen, daß er seine Reise n<rch Posen auf das nächste Jahr verschiebt.— Das Befinden des Professors Rudolf Virchow ist nach ärMchen Mitteilungen auch gestern zu fried en stellend gewesen und gab keinen Anlaß zu Besorgnissen ttgend welcher Att.
Hamburg, 21. Zuli. (Vergl. unsere Telegramme unter „Vermischtes".) Die widersprechendsten Nachrichten über das schwere Schiffsunglück durcheilen die Stadt. Glücklicher^ weise scheinen sich die Melduugm der Extrablätter nicht in allen Punkten zu bestätigen. Wie jetzt bekannt wird, traf die, der Hamburg-Amerika Linie gehörende ,Hansa" den „Primus" dergestalt, daß ihr Vordersteven in den Maschineuraum des letzteren ein- drang. Die „Hansa" versuchte nach dem Zusammmstoß den ,^Zrinms" auf seichtes Wasser zu bringen, was aber misslang. Der „Primus" trieb ab und sank in tiefem Wasser. Die „Hansa" rettete zunächst etwa 50 Personen, weitere fnnft zig Personen wurden mittels ihrer sofort ausgefchwnngeuen Boote gerettet. Viele andere retteten sich durch, Schwimmen aus Land. Etwa 60 Personen^ sind ertrunken. Drei Aerzte find anwesend. Der Kapitän der „Hansa" wurde bei seiner Rückkehr in Hambmg vernommen, aber wieder in Freiheit gesetzt, da ihn kein Verschulden treffen soll.
London, 21. Juli. Man h<tt hier keine besttturnr- ten Nachrichten über die Pläne Krügers. Man weiß nicht, ob er nach! Südafrika zurül^nkehren gedenkt. Sicher ist, daß er die Ankunft Reitz und Bothas erwartet, bevor er einen Entschluß fassen wird. Ueber die Ankunft der, verschiedenen MrrewGenerale wird berichtet, daß LnkaZ Meyer am 22. d. M. in Southampton erwartet wird. Reitz dürfte am 4. Augnst eintreffen, und wird wahrscheinlich in Neapel landen. Botha wttd Ende August erwartet. Ueber die Ankunft Dewets verlautet noch nichts bestimmtes. — Aus Pretoria wird berichtet: Die Not wird täglich' größer. Tie Bevölkerung ist beschäftigungslos. Bttjoen hat eine Broschüre, betitelt: „Tie Beichte einest Buren-Generals" in hollaudischier Sprache in London soeben veröffentlicht.
London, 21. Juli. Die heutigen Morgenblätter kommentieren die R ed e B alsours. Die oppofittlmelle Prefse steltt fest, daß die Erklärungen des Premierministers betreffend die Haltung der Bevölkerung des Kontinents während des Burenkrieges bedauerlich fei, nachdem die Polemik hierüber geschlossen Ivar, und daher kein Grund» vorlag, dieselbe wieder zu eröffnen. — Aus Kap!st adft wttd gemeldet, daß die Konferenz der Loyallsten gestern mtt einer längeren Rede beendet worden ist, in welcher die ßSoYkottierung der holländischen Lotza- listen als ungerechtfertigt hingestellt wird. Die Anwendung des Verratsgesetzes sei notwendig gewordem
Wien, 2L Juli. Die Lemberger Grünwald- feier ergab durch Verlauf von Demousttationskartei^ durch Sammlungen usw. einen Reinertrag von 6000 Kr. Das Komitee beschloß, dafür Älttien der Posener Hy- potheken-Kreditbank an zu kaufen zur Errichtung einer Grünwald-Stiftung, deren Zinsen der Lemberger Gemeinderat alljährlich am 15. Juli zu natto- aalen Zwecken mit besonderer Berücksichtigung des polnischen Vollsbildungs-Vereius verwenden soll.
Budapest, 21. Juli. In ber Angelegenheit der, Sittlichkeits-Verbrechen gegen 6 und 8jahrige Mädchen hat die Polizei eine Frauensperson verhaftet, welche in die Angelegenheit verwickelt fft. Die Frau hat sehr wichtige Aussagen gemacht und eine große Anzahl hoch- gestellter Personen stark kompromittiert.
Ceibniz Marmelade
Zu haben bei Hoti. J. Hoax, Marktplatz No. 6. 3505
Landwirtschaft.
** Von der mittleren Nidda, 19. Juli. Der Schnitt des Roggens hat auch in unserer Gegend bereits begonnen. Die Halme haben eine ansehnliche Länge und die Körner in den vollbesetzten Aehren sind wohl ausgebildet. Auch der Weizen steht sehr schon. Dagegen läßt die Sommefrucht, namentlich die Gerste, fast überall zu wünschen übrig. Ihr fehlte zum guten Gedeihen ein rechtzeitiger Regen. Tritt dieser nicht bald ein, dann wird außer dem Strohettraa, auf den dieser kaum noch einen Einfluß ausüben kann, auch der Körnererttag gering sein.
Saatenstand in Preussen von Mitte Juli. (Es bedeutet: 1 sehr gut, 2 gut, 3 mittel.) Winterweizen 2,3, Sommerweizen 2,5, Winterspelz 2,1, Winterroggen 2,4, Sommerrogen 2,8, Sommergerste 2,5, Hafer 2,7, Kartoffeln 2,6, Klee 2,5, Luzerne 2,7, Wiesenheu 2,5. Die entsprechenden Zahlen von Mitte Juli des vorigen Jahres sind 3,7, 2,9, 2,4, 3,1, 3,1, 2,8, 3,0. 2,7, 3,8, 3,6, 3,4. In den Bemerkungen der „©tot Korrespond." heißt es seit dem letzten Bericht : Die verflossenen vier Wochen hätten unter dem Einflüsse wesentlich verschiedenartiger Witterungsbedingungen, je nach der östlichen oder westlichen Lage der betreffenden Landesteile, gestanden. Im Allgemeinen habe sich die Gesamtlage jedoch gegen den vorigen Berichtsmonat nicht wesentlich geändert, der Grunozug der Entwicklung sei ein beträchtliches zeitliches Zurückbleiben gegenüber dem normalen Stande anderer Jahre und könne als feststehend gellen, daß die Ernte sich in diesem Jahre fast durchgehends 10 bis 14 Tage verspäten werde. Die Vegetation sei infolge der niedrigen Temperatur noch sehr zurückgeblieben. Dadurch sei es auch den Schädlingen der Früchte möglich gewesen, nunmehr ersolgrercher ihrem Zerstörungswerke nachzugehen. Winterwelzen stehe sogar sehr gut. Wo er unter Nässe zu leiden hatte, sei die Rostbttdung nicht airsgeblieben. Der Stand des Winterroggens berechtigte zumeist zu guten Hoffnungen. Der Körneransatz habe im Osten durch vorwiegend kalles nasses Wetter während der Blüthezert gelitten, doch ser im Durchschnitt eine bessere Mittelernte zu erwarten. Dre Sommersaaten hatten zrrm großen Teile den durch späte Bestellung und Maifröste verursachten Schaden wieder eingeholl, wenn sie nicht vom Insektenfraß befallen wären. Der Hafer zeige Nergung zur Rostbildung. Kartoffeln feien lückenhaft aufgegangen, stehen aber sonst üppig im Kraut, wenn sie nicht, wie im Osten, durch Kälte zurückgehalten seien. Klee und Wiesen hätten meist gute Er- trOge geliefert.
Handel und Uerkehr. Uslkswirtschast.
Frankfurter Börse. Die Ruhe im geschäfttichen Leben rft in ber letzten Woche durch nichts unterbrochen worden. Mangel an Unternehmungslust, die nur durch Unterstützung des Kapltals möglich ist, beginnt sich in breiten Schichten der industriellen Kreise auszudehnen. Der Unternehmungsgeist ist durch die bekannten Umstände vollkommen erlahmt. Die aufflackemde Konjunktur der letzten Aionate hat nicht stand gehalten und so kommt es, daß dre Beschäftigung der Werke infolge Ausbleibens entsprechender Auftrage eine schlechte ist. Der zunehmende Geldüberschuß und die guten Ernteberichte kamen dem fest verzinslichen Wette besonders zu statten. — Inländische Anleihen recht fest. Eisenbahnwerte unverändert. Don ausländischen Anleihen Serben, Pottugiesen, Ru- mämer und Argentinier anziehend. Türken-Werte gingen auf Berichte auf angebliches Scheitern des Konvettwns-Proiektes statt zurück. Bankaktien waren außer Kredit-Aktien vernachlässigt. Von Jndustrieaktien stellen sich Maschinenfabriken meist etwas niedttger. Elttttizitäts-Aktien etwas besser. Schifffahrts-Aktien etwas fester.
Die Einnahme der Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft im Juni betrug 1061000 Mk. gegen 929 800 DL tm Mai d. Js. und 1248 045 Mk. im Juni 1901.
Märkte.
Grünbera. 19. Juli. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 17-00 bis 00.00 ML, Korn 1kU)0 biS 00 00 M Gerste 00.00 bis 00.00 Mk., Hafer 17.00 bis 17.20 Mk., SbJen OO-S Meinsen 00.00 <^ ^ «^001)0 Mark, Samen21.00-21.76 M., Kartoffeln 3.00 bis 3.28 Mk.
fo. Frankfurt a. M., 21. Juli. (Telegr. Oria.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen I^ Ochsen. daninter 141 aus Oesterreich, 66 Bullen, darunter 3 aus Oester^ich, 868^Kuhe, ö'crfen Stiere und Rinder, OKühe aus Oesterreich, 196 Katt)er, lo9 Schafe und Hammel, 1087 Schweine, 0Ziegen, 0 Ziegen-, OOSchaflammer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen l.Qualttctt 67-68i'Tlf 2. Qual. 63-65 Mk., 3. Qual. 59-61 Mk.; Bullen 1.Qual. bis 60 Mk., 2. Qual. 54-56 AL; Kühe L Quoll 64-66 ML, 2. Qual. 61—63 Mk. 3. Quall 51—53 Mk, 4. Qual. 43—45 Mk., 5. Qual. 00-00 Mk. Kälber: 1. Qualität78-80Pfg,Lebelidgewicht 48-49 Pf., . Quoll 71—74 Pfg., Lebendgewicht 43—45 Pfg., Schlacht-


