werben vergehen, aber meine Worte vergehen nicht! Ich trinke auf das Wohl der Stadt Aachen in der festen lieber» zeugung, daß die Worte, die Ich gesprochen habe, in ihr einen guten Boden finden werden, wie er Mich ja auch^, was ich heute von der Bürgerschaft dieser Stadt, Alt und Jung, gesehen habe, sicher macht, daß auch in der Zukunft in seinen Mauern unser Haus und unser Thron eine feste Stütze finden wird. Tie Stadt Aachen lebe hoch! hoch! hoch!
Tie Rede, womit der Kaiser im Münster auf die Ansprache des Prälaten Dr. Belleshcim erwiderte, lautete: „Ich danke dem Stiftskapitel von ganzem Herzen für diese herrliche Ansprache, die Ich soeben hier vernommen habe. Wenn alle Geistlichen Ihrer Konfession im deutschen Lande so denken wie Sie, dann ist es nm die Zukunft des Vaterlandes wohl bestellt. Es ist Mir eine hohe Freude, daß Ich das Werk der Fortführung der Ausschmückung Ihrer Kirche persönlich fördern und beschützen kann. Es ist eine Fortführung im Sinne Meiner Vorfahren. Schon Mein hochseliger Großvater und Vater empfanden es als notwendig, diesem schönen Gotteshause seinen Glanz wieder zu verleihen, den es dereinst besessen hat, und wir führen nun das Werk fort, was Kurl der Große einstens unbefangen hat. Durch alle Jahrhunderte hindurch geht bei den Germanen ein Zug durch ihr Empfinden: die Liebe zur Natur, die uns der Schöpfer in das .Herz gepflanzt hat als echt germanisches Erbteil. Dieselbe übertrugen sie in ihre Kun st zum Schmuck ihrer Gotteshäuser; von den dadurch entstandenen Vorbildern kann kein Deutscher sich los machen, und für den Landesh errn wird ihr Schutz zur Pflicht. Ich werde froh fein, wenn der Himmel es Mir gestattet, am Wend Meines Lebens noch die Vollendung dieser Kirche erleben zu können."
* • *
Den Höhepunkt der ersten, der großen Aachener Kaiserrede bildet für die Politik zweifellos der von Wilhelm II. zitierte Ausspruch des Papstes. Die so überaus günstige Meinung Leos XIII. von der Anerkennung des Katholizismus ist umsomehr geeignet, Aussehen zu erregen, als gerade in den diesjährigen reichsparlamentarischen Debatten lebhafter und schärfer noch als bei früheren Gelegenheiten vom Zentrum über Zurücksetzung der katholischen Bevölkerung, über ungenügende Rücksichtnahme auf ihre Empfindungen, ja jagar über „Verfolgung" Klage geführt wurde. Auch die Polen-Debatten gaben zu ähnlichen Beschwerden Anlaß, wie denn die Polen von jeher sehr geschickt verstanden haben, beim Zentrum die Saite der Glaubensgemeinschaft anzufchjagen. Graf Bülow stellte demgegenüber wiederholt und nachdrücklich fest, es handle sich in der Polenfrage um politische und wirtschaftliche Gesichtspunkte; absolut fern liege ihm irgend welche Beeinträchf- tigung der kathol. Kirche. Wenn der Papst, als die höchste Autorität in Glaubenssachen, den Katholiken deutscher und polnischer Zunge eine so rückhaltlose Befriedigung über das Maß von Glaubensfreiheit, das sie in Deutschland genießen, zu erkennen giebt, so kann das unmöglich ohne Wirkung bleiben. Und es ist besonders bemertenswert, daß Leo XIIi. zu solcher Ueberzeugung gelangt ift, obwohl der Antrag aus Aufhebung des Jesuitengesetzes und ebenso der „Toleranzantrag" keine Aussicht auf Mehrheitszustimmung im Bundesrat haben. Tas „B. T." wirft die Frage auf: „Was werden juun angesichts dieses päpstlichen Zugeständnisses gewisse heißblütige Zentrumsstreiter anjangen?" Tas Berliner Organ der ausschlaggebenden Parrei, die „Germania", nimmt noch nichl Stellung zu der Kaiserrede, aber die „Germania" hebt den ganzen Abschnitt der Kundgebung vom Ausspruch des Papstes an durch den Druck hervor und bemerkt einleitend, die Rede werde „überall in deutschen Landen jubelnden Beifall finden." Darnach scheint der erste Eindruck im Zentrumslager sehr sympathisch und kräftig zu sein. Man darf sich dessen freuen, in dem Wunsche, daß die Aachener Ansprache dazu beiträgt, den konfessionellen Frieden zu fördern und zu stärken, der in neuerer Zeit leider etwas beunruhigt erschien durch Hervorf- holen alter Streitpunkte.
Der Leipziger Bankprozetz. v.
Leipzig, 20. Juni.
Ms Zeuge wird heute zunächst Prokurist Wuthe vernommen, vormals Prokurist der Leipziger Bank. Er sagt aus, bis 1898 sei eine Buchhaltung im Sekretariat eingerichtet gewesen, bis Ende 1898 seien die Konsortialkonten von den Hauptbuchhaltern geführt. Im Sekretariat wurden alsdann Konsortial- und Kontokorrent-Konten geführt, darunter auch die Trebertonten. Tas Sekretariat habe niemals Geldwerte zu verwalten gehabt. Es handelte sich für dasselbe nur darum, die Werte zu buchen, die ihm brieflich angegeben wurden. In der Korrespondenz habe das Sekretariat nicht die Selbständigkeit gehabt, die allgemein angenommen worden sei. Die Hauptbuchhaltung habe auch Treberkonten gekannt. Wuthe sagt weiter aus, er habe die Briefe, die von Exner verwahrt wurden, nicht gekannt, glaubt aber, daß Dr. Gentzsch über das Treber- obligo orientiert war. Er führt aus, daß etwa im Jahre 1900 genaue Heber sichten über die Treberengagements in Mappen geführt wurden, zur Zeit, als eS nötig war, die Angelegenheit recht übersichtlich zu gestalten. ES war Wuthe bekannt, daß ein Teil der Briefe für das Sekretariat in Verwahrung Exners verblieb. Es äußern sich dann die Sachverständigen Direktor Hermann, Ptauth-Kassel und Professor Lambert-Frankfurt a. M. über die Buchführung. Plauth und Lambert halten die Ausführungen Wuthes über die Einrichtung des Sekretariats für völlig korrekt. Lambert meint, daß aus Zweckmäßigkeitsgründen das Tre- bertonto auf Kontokorrenttonto zu führen gewesen wäre. Des Weiteren wird Buchhalter Bremsler, Buchhalter im Sekretariat der Leipziger Bank, vernommen. Er sagt aus, daß wichtige Trebertonten vierteljährlich abgeschlossen wurden, und daß er für seine Abschlußbuchungen von Exner Instruktionen über Zinsen und Provisionen empfangen habe. In der Hauptsache habe er mit Exner verkehrt, aber nie mit Gentzsch über Trebertrocknung gesprochen. Man kommt zum Protokoll vom 30. April 1898, in dem Mitteilungen über den Stand des Obligos der Trebertrocknung durch die Direktion der Trebertrocfnung und über den Semestralbericht der Leipziger Bank durch die Direktion gegeben wurden.
Nach Ausweis der Revisionsprotokolle vorn 29. August sind vorher sämtliche Obligos, Konsortialkonten und Te- bitorenauszüge nachgesehen und ohne Beanstandung von der Obligokommission gelassen worden. Tann wird ein Bries Schmidts an Exner verlesen, daß ihm vor der bosnischen Gründung graue. Er wolle am liebsten weitere Betriebsergebnisse abwarten. Ein anderer Brief Schmidts ergänzt diese Ausführungen über Bosnien. In der Antwort sagt Exner, die Trebergejellschaft
brauche wieder enorm viel Geld, sie lasse täglich große Summen trassieren und erhebe, nachdem sie erneut um Einstellung der Trassierung gebeten sei, große Barbeträge. Angesichts des gewaltigen Engagements in Aktien- vorschüsfen und zur Zeit unrealisierbaren Werten, direkten und indirekten Konten sei es ganz ausgeschlossen, weitere große Summen zu gewähren, einerlei, ob garantiert oder ungarantiert. Man könne einfach nicht weiter. Man sei sehr erstaunt darüber, daß die Trebergesellschaft ohne Wissen der Bank an das bosnische Ministerium eine Million Gulden bezahlt habe. Exner fragt, wie die Treber- gesellfchaft denn Dividende bezahlen, wie der Aufsichtsrat seine Verbindlichkeit aus der zweiten Emission regulieren wolle. Ter Vorsitzende stellt fest, daß die T r e b e r g e s e lisch a f t i n 5 M o n a t e n 13 M i l l i o n e n verbraucht habe. Gentzich will von den verlesenen Briefen zwischen Schmidt und Exner keine Kenntnis gehabt haben. Ein weiterer Bries Schmidt's motiviert die Ansprüche der Trebergesellschaft damit, daß die hohen Summen erst zurückfließen könnten, wenn die Werke laufen, und schlägt einen neuen Feldzugs- plan vor. Er bedauere die Nervosität Exners, und verspreche vertrauliche Uebermittelung des Entwurfs der Treber- bilanz. Aus einer Reihe von Briefen Schmidt's und- Exner's weist der Vorsitzende die fortlaufenden Beziehungen Beider nach, und deutet auf ihr Zusammen - g eh e n in allen Trebertransattionen hin.
Nach einer kurzen Mittagspause verliest der Vorsitzende eine Reihe von Briesen, unterzeichnet von Exner und Gentzsch, in chronologischer Reihenfolge über die Fortentwickelung des Trebergeschäftes, sowie eine Anzahl Bilanzen. Alsdann gelangt ein Bilanzentwurf zur Sprache, der der Bank von der Trebergesellschaft unterbreitet ist. Nach Ansicht des Sachverständigen Direktor Herrmann hat sich die Bank darauf beschränkt, einfach die Zahlengruppie- rungen von Kassel entgegenzunehmen, und sie mit verschönender Hand übersichtlich darzustellen, zur Zeit, als die junge Aktienemission von 6 Millionen Mark gemacht werden sollte. Direktor Herrmann steht auf dem Standpunkt, daß der vorbereitete Bilanzentwurf schon in Anbetracht des ungeheuren hohen Obligos einer eingehenden Prüfung hätte unterworfen werden sollen. Es kommt dann zur Sprache, daß Exner Schmidt mit Rat und That zur Seite gestanden und die verschiedenen Transaktionen der Trebergesellschaft eingeleitet hat. In der Korrespondenz erwähnt Schmidt, daß in der Bilanz von Kassel auf die Schuld an die Bank nicht hingewiesen, daß sie aber so eingerichtet werden solle, daß der Verwaltung kein Vorwurf der Verschleierung gemacht werden tonne. Später spricht Schmidt von Mutlosigkeit und der Unmöglichkeit, anderweitige Kredite in Anspruch zu nehmen. Er fragt an, ob er noch weiter die Unterstützung der Leipziger Bank in Anspruch nehmen könne, obgleich die Engagements außerordentlich hohe seien. Man habe die Engagements nun einmal auf dem Hälfe und müsse durch. Es bleibe nichts anderes übrig. Darauf wird die Verhandlung vertagt.
Jeder Bürger und Bauer hat die Pflicht, angesichts der außerordentlich wichtigen politischen Vorgänge unserer Tage, vornehmlich angesichts der Verhandlungen über die neue Wahlrechtsvorlage im Hessischen Landtage, die uns eine Anzahl städtischer Abgeordneter mehr und obendrein das direkte und geheime Wahlrecht bringen will, eine gut unterrichtete, größere hessische Tageszeitung zu lesen.
Der Gießener Anzeiger ist die am besten bediente, reichhaltigste, größte und verhältnismäßig billigste Zeitung Oberhessens.
Bestellungen für das dritte Vierteljahr sind im Interesse der pünktlichen Zustellung sofort aufzugeben.
Uermischtes.
* Berlin, 21. Juni. Gestern abend fuhr im Hochbahnhofe Schlesisches Thor ein einfahrender Zug auf einen haltenden Hochbahnzug. Durch Glassplitter ober Verstauchungen wurden 13 Personen leicht verletzt.
* Köln, 20. Juni. Auf dem Bleiwerte Glücksthal in Witterscheid, Kr. Rheinbach, ist das Speisehaus durch eine Explosion zerstört und ein Schlepper getötet worden. Die Explosion ist vermutlich durch Sprengstoffe verursacht worden, welche ein Arbeiter liegen ließ.
* Paris, 20. Juni. Wie der „Gaulois" erfährt, ist Frl. Eva Humbert von ihrer Mutter gewaltsam in ihren Wagen gesteckt worden, als die Familie an dem kritischen Slbcnb die Flucht ergriff. Diese Erklärung stammt aus dem Munde eines Bedienten des Humbert'schen Hauses.
* Budapest, 20. Juni. Infolge des Austritts des Szamosflusses sind die Stadt Dees und zahlreiche Ortschaften überschwemmt. Die Galgoer Mühle wurde von den Fluten weggerissen, sämtliche in derselben befindliche Personen ertranken. In Bethlen sind ebenfalls Menschen ums Leben gekommen.
* lieber den Fackelzug der Bonner Studentenschaft anläßlich des Kaiserbesuches entnehmen mir einem Berichte folgendes: „Zu Ehren der Bonner Studenten sei es gesagt: Alle Studentenkorporationen, die katholischen und die evangelischen, die schlagenden und die nichtschlagenden, die farbigen und die „schwarzen", die Korpsstudenten und die Finken, alle nahmen sie an dem schier endlosen Zuge teil. Die Führung hatte der Wingolf durchs Los erhalten. Der Wingolf bei einem Korpsjubiläum! Sein Erster mar der Sprecher vor dem Kaiser. Etwa um halb 10 Uhr begann der Zug am Hofgarten, ging um diesen herum und quer durch, direkt an den Rhein, um sich dann etwa li/i Kilometer die schnurgerade Rheinpromenade entlang bis an die Stelle hinzuziehen, wo der Park der Villa Schaumburg an dm Rhein stößt, und wo ein mit rotem Tuch ausgeschlagener Baldachin für das Kaiserpaar errichtet war. Davor hielten lampiongeschmückte Boote, die vereint mit der Feuerstraße der Fackeln tausend glitzernde goldene Streifen auf das silber- schlmmernde Rheinwasser zauberten. — Zusammen mit der Musik bei dem prächtigen Wetter ein kleines Venedig . . . . Kurz vor der Villa stiegen die sechs Chargierten, die von den einzelnen Gruppen abgeordnet waren, mit dem Rektor Geheimrat Ludwig aus dem Viererzuge, der sie vor dem Fackelzuge hergeführt, und traten in das Zelt, wo der Kaiser im dunklen Heb erzieh er mit Stock und Stürmer, die Kaiserin in reichem weißen Pelzmantel, der Kronprinz eben
falls im Stürmer, andere fürstliche Mitglieder der Korps, das Prinzenpaar Schaumburg und andere Gaste den Zug ab- warteten. Der Rektor stellte die Studenten vor, und der 1. Chargierte des Wingolf, Stud. Theodor Meyer, sprach dem Kaiser den Tank dafür aus, daß er den Fackelzug angenommen habe, und fuhr dann fort: „Wie unsere Fackeln zum Himmel lodern, so sind unsere Herzen entflammt in begeisterter Ergebenheit für unseren Kaiser und König, für Ew. Majestät erhabene Person, den Schirmherrn der akademischen Jugend, vor allem derjenigen unserer geliebten Bonner Universität. Wir erinnern uns heute ganz besonders der unvergeßlichen Worte, die Ew. Majestät bei der Einführung Seiner Kaiserl. und Königl. Hoheit des Kronprinzen an die Studentenschaft zu richten geruhten, die Worte: „Männer sind es, die wir brauchen mehr als je!" Wir wollen dahin streben, Männer zu werden, die, treu ergeben ihrem angestammten Herrscherhause, allezeit bereit sind, ihre ganzen fträftc in den Dienst des Vaterlandes zu stellen. Das gelobt Ew. Majestät am heutigen Tage die Bonner Stildenkenschaft, erfüllt von heiligem Patriotismus uktd durchglüht von Liebe, Ergebenheit und.Treue gegen Ew. Majestät, unseren allergnädigsten Kaiser, König und Herrn." Der Kaiser dankte der Studentenschaft für ihre Huldigung und sprach besonders seine Freude au§, daß die Worte, die er ün vorigen Jahre gesprochen, nicht vergessen seien. „Möchten sie doch," so schloß er, „auch künftigen Generationen ein Ansporn sein." Er trat dann an die Studenten heran, reichte jedem die Hand, und nachdem er sie verabschiedet hatte, bat er den Rektor, zu bleiben, damit er ihm die einzelnen nun Vorbeiziehenden und ihre Prinzipien erkläre. Auch bie Kaiserin, die hier zum ersten Male mit dem Bonner Studentenleben in Berührung trat, zeigte dafür lebhaftes Interesse. Bei dem langen Vorbeimarsch zog der Kaiser vor jeder Gruppe bei jedem „Hurra" den Stürmer. Die Korps, die, mit den Borussen voran, in einigen Abständen mit besonderen Musitkorps vorbeizogen, lüfteten auf Verabredung nur die Mützen, ohne Hochrufe auszubringen. Als der Fackelzug vorbei war, zog sich das Kaiserpaar nach vorherigem Dank an Professor Ludwig in die Villa Schaumburg zurück, indessen der Zug sich dann die Koblenzer Straße entlang noch dem Markte hm bewegte.
Kunst und AUffenschaft.
— Wie den „M. N. N." aus Tegernsee gemeldet wird, starb dort der englische Historiker Lord A e t o n Atdenham.
Universitäts-Nachrichten.
Bonn, 20. Juni. Die Jubelfeier des Korps „Borussia" fand ihren Abschluß durch eine festliche Fahrt nach Remagen.
Arbeiterbewegung.
New-Aork, 20. Juni. Ein bewaffneter Pöbelhaufen drang in eine Kohlengrube in der Nähe von Williamstown (West-Virginia) ein, um 25 Arbeiter zu veranlassen, die Arbeit einzustellen. Als die Arbeiter sich diesem Gebot nicht fügen wollten, schleuderte der Hausen Dvnamit in dieGrude, wodurch eine Explosion entstand. 5 Mann wurden getötet. Als die lleberlebenben aus der Grude herauskamen, gaben die Ausständigen Schüsse auf sie ab und verletzten viele.
Auszug aus dru Staudesamtsreglstnu drr Stadt Hießen.
Aufgebote.
Am 15. Juni. Jakob Hiirkler, Fabrikarbeiter in Steinberg mit Margarethe Wagenbach dahier. Am 16. Juni. Wilhelm Krätzer, Wirt dahier mit Barbara Maier Hierselbst. Am 17. Ium. Lud- .wig Geiß, Bäcker dahier mit Karoline Luise Krafthöser Hierselbst. Rudolf Hermann Grams, technischer Betriebsleiter in Leihgestern mit Lina Katharine Georgine Sier dahier. Georg Mayer, Großh. Geometer 1. Kl. dahier mit Auguste Stute in Höxter. Am 19. Juni. Heinrich Leinberger, Lagerarbeiter dahier mit Elise Deiß hierselbst.
Eheschließungen.
Am 14. Juni. Friedrich August Louis Wilhelm Peter Konrad Benk, Eisendreher dahier mit Auguste Frank hierselbst. Friedrich Karl Adam, Spediteur in Butzbach mit Ottilie Pfaff dahier. Theodor Wilhelm Karl Martin Kungelmeyer, Schreinermeister dahier mit Auguste Stoll hierselbst. Friedrich Karl Schmidt, Schlossermeister dahier mit Katharine Schneider hierselbst.
Geborene.
Am 8. Juni. Dem Bautechniker Peter Grode eine Tochter, Maria Gertrude. Am 10. Juni. Dem Schmied Heinrich Becker VI. ein Sohn, Wilhelm Friedrich Heinrich. Am 15. Juni. Dem Geometer 2. Kl. Philipp Eisenhardt ein Sohn. Am 16. Juni. Dem Schlosser Wilhelm Kahn ein Sohn. Dem Lokomotivheizer Heinrich Linkmann ein Sohn. Am 17. Juni. Dem Kutscher Johannes ©d) ar mann eine Tochter.
Gestorbene.
77 Am 15. Juni. Arthur Fourier, 17 Jahre alt, Telegrammbesteller dahier. Am 16. Juni. Georg Volpreckt Wenzel, 5 Monate alt, Sohn des Taglöhners Johann Friedrich Wenzel dahier. Konrad Quandt, 33 Jahre alt, Kaufmann dahier. Am 17. Juni. Otto Steiß, 18 Jahre alt, Schretnergeselle dahier. Aili 18. Juni. Marie Kreiling, geb. Franke, 67 Jahre alt, Lausfrau dahier. Am20.Juni. Karl Tickhardt, 51 Jahre alt, Möbelschreiner dahier.
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Tie Gelegenheit, zum Glückskind zu werden, sucht den Menschen nicht auf, sondern umgekehrt, der Mensch muß sie aufsuchen. Die Meisten suchen diese Gelegenheit m einer Lotterie. Erfahrungsgemäß am liebsten beteiligt man sich an solchen Lotterien, die abzugsfrei zur Auszahlung gelangende hohe Geivinne bieten und eine alsbaldige Entscheidung bringen. Eine solche Lotterie ist die zu einem gemeinnützigen Zweck zur Ausspielung gelangende Darmstädter Schloßfreiheitslotterie, die laut heute von uiis gebrachten Inserats demnächst gezogen wird, und in der man sich mit Anteilen schon von 3 Mk. ab aufwärts an Baargewinnen dis zu 250 000 Mk. beteiligen kann. Auch hinsichtlich der Anzahl der Gewinne übertrifft diese Lotterie bei weitem die sonst von derartigen Gelegenheitslotterien gebotenen Gewiunaussichten.
Tie Lotterie ist in Hessen, Oldenburg, Baden und Elsaß« Lotbringen zugelaffen. Die Lose sind in den bekannten Losverkau!« stellen zu haben.


