Nr. «8
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Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Kamillen blättcr viermal in der Woche beigelegt.
Ziotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Univers.-Buch- a. Stein- druckerei (Pietsch (Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:
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Zweites Blatt. 152. Jahrgang Freitag 21. Marz LN«S
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v v für den polit. u. allgern.
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen MW
v U zeigenteil: Hans Beck.
Sie heutige Kummer umfaßt 10 Seilen.
Zur KhinapotittL.
Der russische und der französische Botschafter überreichten am Mittwoch persönlich bem Reichs- kauzler Grafen Bülow folgende Note:
Die diplomatischen Vertreter Frankreichs und Rußlands haben den Ministern der auswärtigen Angelegenheiten der Mächte, welche das Protokoll von Peking am 7. September 1901 unterzeichnet haben, folgende Erklärung mitgeteilt: Die verbündeten Regierungen von Frankreich und Rußland, denen der englisch-japanische Vertrag vom 30. Januar 1902 mitgeteilt worden ist, — ein Vertrag, der abgeschlossen wurHe, um den Status quo und den allgemeinen Frieden im äußersten Orient zu sichern und die Unabhängigkeit Chinas und Koreas, die für den Handel und die Industrie aller Nationen offen bleiben sollen, aufrecht zu erhalten, waren völlig befriedigt, in diesem Vertrage die wesentlichen Grundsätze vorzufinden, die sie selbst zu wiederholten Malen ertlärt haben aufzustellen und die die Grundlage ihrer Politik bleiben. Die beiden Regierungen sind der Ansicht, daß die Respektierung dieser Grundsätze zugleich eine Garantie ist für ihre speziellen Interessen im äußersten Orient. Gleichwohl gezwungen, ihrerseits den Fall ins Auge zu fassen, wo eine aggressive Aktion dritter Mächte oder neue Wirren in China, welche die Integrität und die freie Entwicklung dieser Macht in Frage stellen, zu einer Drohung für chre Interessen werden könnten, behalten sich die beiden verbündeten Regierungen vor, eventuell auf Mittel bedacht zu sein, um sich einen Schutz zu sichern.
Der Schwerpunkt dieser Erklärung liegt darin, daß die Unantastbarkeit des beiderseitigen Besitzes im äußersten Osten vertragsmäßig gewährleistet wird. Die Hand, die Japan nach Korea, England nach der M a n d s ch u r e i, beide vereint nach Frankreichs Interessensphären in Jndochiua und Hinterindien auszustrecken Lust hätten, würde unfehlbar von Rußland und Frankreich mit festem Griff gepackt werden. Der europäische Zweibund ist somit auf Asien ausgedehnt, und wenn 6er erweiterte Allianzvertrag nicht schon vorher veröffentlicht sein sollte, so dürfte bei der Anwesenheit des Präsidenten Loubet in Petersburg die offizielle Ankündigung erfolgen.
Die Begeisterung der Franzosen für die Allianz hatte sich bekanntlich etwas abgekühlt, Rußland kam immer nur, um zu nehmen; es mußte der Republik einmal etwas geboten werden, das realen Nutzen versprach Dem Scharfblick der Petersburger Diplomaten entging nicht, daß der englisch- japanische Bündnisvertrag in diesem Sinne fruk- tificiert werden konnte; fühlt sich doch Frankreich durch das Vordrängen Englands und Japans in seinen indochinesischen Besitzpngen und den siamesischen Grenzdezirken stark beunruhigt. Da ist denn Rußland „hilfreich" dem Alliierten zur Seite getreten und hat dessen Sache mit der feinigen verbunden.
Deutschlands Chinapolitik wird durch einen französisch-russischen Vertrag ebensowenig berührt, wie durch den englisch-japanischen. Eher werden sich beide Verträge, vom deutschen Standpunkt betrachtet, im wesentlichen ausgleichen.
Als ein der Erhaltung des Friedens dienendes Gegengewicht gegenüber dem englisch-japanischen Bunde wird die Note von der deutschen Presse aufgefaßt. Durch die Art der Uebermittelung wird die Aufmerksamkeit noch erhöht; es ist insbesondere von Seiten der französischen Regierung ein erfreulicher und aus gute Beziehungen deutender Akt. Die Londoner Blätter wollen natürlich nicht merken lassen, daß man in England recht unliebsam überrascht ist von dieser formellen Erweiterung des russisch- französischen Bündnisses. „Times" und andere Zeitungen geben sich den Anschein, als sei der Gegencoup zu erwarten gewesen und eine Nachahmung des dem „Frieden dienenden" englischen Beispiels.^ Die „Daily News" aber sind aufrichtig genug, aus ihrer Sorge kein Hehl zu machem Frankreich und Rußland, schreibt das Blatt, führen eine ernste Sprache. Die Lage fei ernst und drohend. Beide Mächtegruppen stehen jetzt einander von Angesicht zu Angesicht iim fernen Osten gegenüber. Uebrigens klang die französisch-russische Note anfangs etwas schärfer. In der unkorrigierten des W. T.-B. hatte der Schlußsatz etwas Alarmierendes, es war von „aggressiver Aktion der beteiligten Mächte" die Rede, wogegen die beiden verbündeten Regierungen sich schützen wollen. Das Wort „beteiligt" nahm unmittelbar Bezug auf England und Japan; der Ausdruck „dritter" Mächte ist allgemeiner gehalten. Ein feiner Hohn ist zwischen den Zeilen der Erläuterung zu lesen, welche die russische Regierung im „Regierungsboten" und „Journal de St. Petersbourg" der Note giebt. Englands und Japans Ziele seien in Ostasien dieselben wie die „von der russischen Regierung unwandelbar verfolgten"; die von England und Japan bekundete Absicht der Mitwirkung könne nur den Sympathien Rußlands begegnen. Rußland hält an der Unabhängigkeit und Integrität Chinas und Koreas fest. So verkündet feierlich die russische Regierung. Es entbehrt nicht des Humors, mit welcher kraftvollen Ueberzeugung von Petersburg aus immer wieder betont wird, Rußland erstrebe in China nicht den mindesten Soudervorteil — trotzdem die Festsetzung Rußlands in der Mandschurei aller Welt offenbar ist, und die Chinesen selbst daran verzweifeln, die ungebetenen Gäste wieder loszuwerden. Die russische Diplomatie „sympathisiert" mit England und Japan, aber das hindert gleichzeitig nicht, daß Rußland und Frankreich „für alle Fälle" sich •gegen IXebergriffe eben dieser so sympathischen Mächte bereit halten. ÄLan schüttelt sich die Hand und greift mit der
freien Hand nach der Waffe.... Für die französische Presse liegt der Wert der Abmachung namentlich auch darin, daß um Frankreich und Rußland ein neues Band geschlungen ist. Das Bündnis kann den Franzosen gar nicht fest genug gemacht werden.
Politische Tagesschau.
Neber die Ursachen der Notlage der Landwirtschaft hat kürzlich Minifterialdirektor Dr. Thiel vom preußischen landwirtschaftlichen Ministerium im Klub der Landwirte in Berlin sich ausgelassen. Die Not der Landwirtschaft ist nach Ansicht des Redners wesentlich dadurch verstärkt worden, daß so viele Landwirte nichtgenügendKapital haben, beziehungsweise daß sie mit zu kleinem Kapital zu großen Besitz erwerben. Es habe ja Zeiten steigender Tendenz gegeben, wo es thatsächlich vorteilhafter war, statt 1000 Morgen voll auszuzahlen, 3000 Morgen zu kaufen und Schulden aufzunehmen, weil der Bodenwert schneller wuchs als der Zins. Diese Zeiten seien jetzt aber vorbei. Wie diese ganze Entwickelung sich vollzogen, gehe aus den Pachtergcbnissen hervor. 1849 wurden pro Hektar im Durchschnitt 14i/2 Mk. erzielt. Diese Summe sei dann immer mehr und mehr gestiegen und habe 1887 mit 42 Mk. den Höhepunkt erreicht. Seitdem sei die Tendenz fallend, und jetzt sei man mit 38V2 Mk. wieder auf dem Niveau von 1881 angelangt. Graf Caprivi hat seinerzeit eine ähnliche Auffassung bekundet.
Graf Bulow über die Frauenfrage.
Der Reichskanzler Graf v. Bülow empfing am Donnerstag eine Deputation des deutschen Vereins für Frauenstimmrecht, die aus den bekannten Führerinnen der Berliner Bewegung Fräulein Augspurg, Frau Cauer, Frau Lina Morgenstern, Fräulein Dr. Helene Stöcker und anderen Führerinnen aus Danzig, Görlitz, Stralsund, im ganzen aus einigen 20 Damen bestand. Fräulein Augspurg war die Wortführerin und trug in längerer Rede die Wünsche vor, die dahin gehen, daß die vereinsrechtlichen Bedrückungen der Frauen in allen deutschen Bundesstaaten aufgehoben werden.
Sie bitten ferner um Aufhebung der Ziffer 6 des § 361 R.-Str.-G.-B., dessen Wirkung ein unerträgliches Ausnahmegesetz für alle deutschen Frauen bedeutet; sie bitten endlich, daß durch Reichstzesetz bestimmt werden möge, daß nach vollgültig abgelegter Maturitätsprüfung das weibliche Geschlecht das gleiche Anrecht auf Immatrikulation an Hochschulen habe, wie das männliche, daß bei der in Aussicht gestellten Reform des Mädchcn- sch ulwesens in Preußen eine Anzahl sachverständiger Frauen zur Mitarbeit heranaezogen werden, daß der privaten Initiative bei Reformversuchen für Mädchenschulen durch Konzessions- verfagung seitens des KulMrministeriums nicht länger hindernd in den Weg getreten wird und daß die Errichtung obligatorischer Fortbildungsschulen für Mädchen eingeleitet werde.
Der Reichskanzler antwortete:
„Ich danke Ihnen für Ihre freundlichen, beredten Worte, ich danke Ihnen für Ihr Erscheinen, und bitte Sie, davon überzeugt zu sein, daß ich mir der außerordentlichen Bedeutung und des Ernstes der Frauensrage wohl bewußt bin. Was die angeregten Punkte betrifft, so werden Sie selbst wissen, daß ich, wo es sich um die Bestimmungen, die hinsichtlich des Versammlungsrechts gelten, bandelt, sowie auch um die betreffenden Paragraphen, welches so schmerzliche Erscheinungen zur Folge hat, nicht allmächtig bin, vielmehr ist dies alles gebunden an Die Bestimmungen der gesetzgebenden Körperschaften. Was die Frage der Frauenbildung betrifft, so ist dieselbe in Verbindung mit den Grundlagen der Volkserziehung vom Kultusministerium in Erwägnng gezogen. Es ist Ihnen bekannt welche Stellung zu dieser Frage der Kultusminister einnimmt. Eine nachdrückliche Unterstützung der Mädchenschulen von Seiten der Unterrichtsverwaltung wie von Seiten der Stadtgemeinde ist in Aussicht genommen und durch neue Lehrpläne werden im Unterricht verschiedene Verbesserungen angestrebt. Dagegen verhält sich die Unterrichtsverwaltung ablehnend hin- sichtlich der Errichtung von besonderen Mäochengymnasien, sowie Aufnahme der Mädchen in die höheren Lehranstalten. Dagegen sind einzelne private sechsjährige Gymnasialkurse versuchsweise genehmigt, und es sollen nach dieser Richtung weitere Erfahrungen gesammelt werden. Hinsichtlich des berührten Punktes der Zuziehung sachverständiger Frauen zur Beratung bin ich dafür, diese sehr luiajttae Frage anzuregen und zu sehen, ob es möglich sein wird, daß Frauen zugezogen werden. Jedenfalls können Sie meines Interesses sicher sein. Ich werde, soweit es an mir ist, das° selbe beim Bundesrat und Reichstag zum Ausdruck bringen."
Mit freundlichen Worten wurde dann die Deputation von dem liebenswürdigen Reichskanzler entlassen.
Hleue Anträge an die Zweite Kammer.
Tie Abcj. Erk und Gen. beantragen bei der Zweiten Kammer, die Regierung zu ersuchen, dahin zu wirken, daß die Haltestelle Ranstadt an der Oberh. Eisenbahn an die Straße Ranstadt—Ober-Mockstadt, nahe dem Bahnübergang verlegt werde.
Tie Abgg. Joutz und Genossen beantragen, die Koestn der Unterhaltung des Gebirgsbaches Ufa innerhalb der Gemarkungen Langenhain—Ziegenberg, Ober-Mörlen und Nieder-Mörlen auf .die Staatskasse zu übernehmen.
Tie Abgg. Joutz und Genossen beantragen, die Kosten ung zu ersuchen im Hauptvoranschlag für 1903/04 die an Beamten des Staates vorzusehenoen Tagegelder und Reisekosten bei den einzelnen Kapiteln getrennt aufzuführen, überhaupt die ganze Frage der Tagegelder und Reisekosten der Staatsbeamten einer einheitlichen baldigsten Regelung zu unterziehen.
Tie Abgg. Bähr und Genossen beantragen, die Kammer wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, der Kammer alsbald einen Gesetzentwurf vorzulegen, inhaltlich dessen das Gesetz vom 12. August 1899 die Vermögenssteuer betreffend, dahin ab geändert wird, daß Haus mobilien
als steuerpflichtige V e r m ö ge ns b e st and teile angesehen werden.
Auf die Anfrage des Abg. Bähr, die Bureaukosten der Bürgermeister betreffend, und des Abg. Weidner, das Diensteinkommen der Bürgermeister betreffend, erwidert Staatsminister Rothe, daß infolge der Beschlüsse der Zweiten Kammer die Kreisämter Auftrag erhalten haben, mit den Ortsvorständen in Gemäßheit des ersten Teils dieser Beschlüsse in Verhandlung zu treten. Nach den vorliegenden Berichten hat daraufhin allgemein eine Prüfung der Bureaukosten der Bürgermeister stattgefunden und es trat, zumeist nach Aufstellung einheitlicher Grundsätze für den ganzen Kreis vielfach eine Erhöhung der Bureaukosten ein. Zum Teil find diese Verhandlungen, welche mitunter auch die Verwaltungsgerichte beschäftigen, noch nicht vollständig zum Abschluß gelangt Doch ward auch, namentlich in Rheinhessen, Die Erhöhung der Bureaukosten als nicht notwendig und den Bürgermeistern selbst nicht erwünscht bezeichnet. Bezüglich des zweiten Beschlusses im Verordnungswege entsprechende Gebührensätze für alle diejenigen Amts-Verrichtungen der Bürgermeister festzusetzen, bei welchen es sich im wesentlichen um die Wahrung eines Staats- oder Privatinteresses handelt, haben alle Kreisämter, mit einer Ausnahme, sich gegen eine Erweiterung des Gebührenbezugsrechts der Bürgermeister ausgesprochen, einmal wegen der Belästigung, welche die Bevölkerung hierin sieht, und bann auch, weil den Bürgermeistern selbst eine Gebührenanforderung für ihre Dienste nicht unangenehm sei, und deshalb die zur Zeit schon ihnen zustehenden sehr häufig nicht erhoben werden. Es ist desyalb von Erlaß einer neuen Gebühren-, Ordnung abgesehen worden.
Preußischer Landtag.
Das Herrenhaus nahm am Donnerstag eine Resolution an, das Ministerium der öffentlichen Arbeiten folle getrennt von den allgemeinen Fahrplänen für Vieh- transporte einen Fahrplan heraus geb en für die B e - Handlung von Renn- und Zuchtpferden. Zu dem Entwurf betreffend den Erwerb weiterenBerg- werkseigentums für den Staat, der en bloc angenommen wird, stimmt das Haus einer Resolution zu, auch die für die Arbeiterwohlfahrt und namentlich, für die kirchlichen Bedürfnisse derselben die erforderlichen Mittel zu gewähren. Im Laufe der Debatte über diese, Resolution weist Graf Hoensbroech auf die Gefahr, hin, zu welcher die stetig wachsende polnische Ar bei-, terschaft in Rheinland und Westfalen wird, da sie infolge der mangelhaften Seelsorge den Lockungen bet । Sozialdemokratie keinen genügenden Widerstand entgegen»' setzen kann. Der Kultusminister legt demgegenüber dar, daß die Wünsche der Polen nach national-polnischer Seelsorge stets unerfüllbar bleiben würden. In rein deutschen Gebieten solle keine slavische Insel geschaffen werden. Im weitiren Verlauf nimmt das Haus den Antrag an, die Regierung zu ersuchen, dem Landtag einen die Herabsetzung des Fideikommißstempels betreffenden Gesetzentwurf vorzulegen.
Im Abgeordnetenhaufe wurde die erste Lesung der Nebenbahn-Vorlage fortgesetzt. Abg. Macco (nL) brachte Wünsche vor bezüglich neuer Bahnlinien im We sterw ald! und für das Sauerland. Auch andere lokale Wünsche wurden zur Sprache gebracht.
Deutsches Keich.
Berlin, 20. März. Aus Kiel wird gemeldet: An der heutigen Mittagstafel bei dem Kaiser an Bord des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II." nehmen Prinz Heinrich, Kriegsminister v. Goßler, und der Chef des Militärkabinetts Graf v. Hülsen-Haeseler teil. Heine mittag stattete der Kaiser dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich einen Besuch im Schlosse ab. Die Abendtafel fand wieder an Bord statt. Der Kaiser reifte heute abend elf Uhr nach Berlin ab.
— Ter Kaiser hat feinem Dank an die Tochter des ame», rikanif chen Präs identen, die Tauspathin seiner neuen Docht s „Meteor", dadurch besonderen Ausdruck gegeben, daß er,, wie aus Wilhelmshaven gemeldet wird, der Stationsyacht „d 2" den Namen „Alice Roosevelt" verlieh.
— Auf ein vom Magistrat der Stadt Lingen anläßlich des 200. Jahrestages der Vereinigung Lingens mit Preußen an den Kaiser gesandtes Huldigungstelegramm ging von diesem folgende telegraphische Antwort ein:
Tem Magistrat danke ich von Herzen für die mir ausgesprochenen treuen Gesinnungen der Bürgerschaft, die in einer beinahe 200 jährigen Vereinigung mit dem Königreich Preußen sowohl in den schweren Zeilen wie in den Tagen blendenden Ruhmes mit Volk und Heer in patriotischer Gesinnung mir und meinem Hause die Treue bewahrt hat. Möge das Blühen und Gedeihen i der Stadt und ihrer Bürgerschaft in der Vereinigung \ mit unserem deutschen Vaterlande für alle Zukunft ein glückliches und gesegnetes sein.
— Reichskanzler Graf Bülow wird auch während seines kurzen Osterurlaubes die Leitung der Geschäfte in, der Hand behalten. Zur Erledigung der laufenden Angelegenheiten wird ihn der Gesandte Prinz Lochnowsky nach.Italien begleiten.
— Wie die „Nat.-Ztg." mitteitt, ist in der jüngsten, Unterredung des Reichskanzlers mit dem Reichs-« tags-Präsidenten eine Verständigung über den’ bei der Gewährung von Diäten für die Mitglieder der Zolltarif-Kommission einzuschlagenden Weg erzielt worden. — In unterrichteten Kreisen wird neuerdings,


