Ausgabe 
21.2.1902 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Erstes Blatt

Freitag 21 Februar 1002

152, Jahrgang

Nr. 44

Erscheint täglich außer SonnlagS.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien­blätter viermal in der Woche beigelegt.

Notationsdruck u. Ver- kg der Brühl'schea Unwers.-Buch-u.Steia- druckeretlPielsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schul st raße 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Fernsprrchanschluß Nr. 51.

JHHHV M _ Vc-ugSprcisr

monaii,ch75Ps., viertel*

GletzenerAnzelgerM

General-Anzeiger w

- ür den pol,t. u. aNgem.

AmK- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

__zeiaenteil: Hanl Beck.

Politische Tagesschau.

Dr. Rome».

Man f chreibt uns aus Berlin:

Bei den ausführlichen Rcichstagsbebatten über den G u m L i n n e r Prozeß hat die Militärverwaltung nicht eben gut ab geschnitten. Sie kann sich dafür speziell be­danken bei d?in Geh. Kriegsrat Dr. jur. Antonius Romen. Was dieser Regierungskommissar an Gründen beibrachte Hur Rechtfertigung der bekannten in weiten Kreisen Aus­sehen erregenden Handlungen gegenüber dem Angeklaaten Sergeant Hickel, das war Derart unzulänglich, wioer- spruchsvvll und sonderbar, daß es stellenweise gar nicht mehr ernst genommen wurde. Und wer sollte nicht zur Heiterkeit angeregt werden, wenn Dr. Romen z. B. sich abmühte, einen feinenUnterschied" zu konstruieren zwischen der WiederverHaftung Hickels, nach der Freisprechung im ersten Verfahren, und einer neuenvorläufigen Festnahme!" Derselbe Jurist aber, der die Haarspalterei soweit trieb, äußerte sich abfällia über denstarken Formalismus", der in der gewiß berechtigten Forderung liegt, daß das Gesetz absolut korrekt zur Anwendung aelangt. Denn sonst wären ja eben der Willkür Thür uno Thor geöffnet. Der Kriegs­minister v. G o ß l e r gab mit anerkennenswerter Freimütig­keit zu, daß Versehen vorgekommen sind, und das war besser und glücklicher als alles, was Dr. Romen gesagt hatte. Nicht ein Einziger im Hause, auch nicht auf seiten der Rechten, fühlte sich veranlaßt, dem Regierungskommissar zur Hilfe zu kommen. Aber im Parlament ist schon mancher bei seinem ersten Auftreten verunglückt, der es nachher weit gebracht hat. Kenner Dr. Romens halten seine Rolle durchaus nicht für ausgespielt. Er befand sich hier in einer ihm nicht günstigen Positron; er mußte verteidigen, statt an- klagen. Als Staatsanwalt in Berlin war Romen ersten Ranges, von einer außerordentlichen, packenden Rednergabe, unübertrefflich in der Kunst, aus den Zeugen Aussagen herauszuholen. Romen hätte eine glänzende Carriere ge­macht, wenn er in der bürgerlichen Justiz geblieben wäre. Die Berufung ins Kriegsministerium hat ihn auf ein Gebiet gebracht, das ihm keine Gelegenheit giebt zur Entfaltung seiner Fähigkeiten. Aber, trotz seines palamentarischen Miß­erfolges, er wird von sich reden machen.

Hebet die Unruhen in Spanien

wird vom 20. b. M. folgendes aus Barcelona gemeldet: Von den Ausständigen wurden drei Arbeiter, welche die Arbeit wieder aufnehmen wollten, getötet und ferner ein Bäcker, der den Preis des Brotes erhöhte, ermordet. Ter Verkehr der Straßenbahnen hat noch nicht wieder ausgenommen werden können. Auf den Märkten herrscht Mangel an Lebensmitteln. Tie Ausständigen verhindern das Schlachten von Vieh im Schlachthause. Noch weitere Truppen - Verstärkungen sind eingetroffen. Die Ruhe­störungen haben einen ausgeprägt anarchistischen Charakter Ter größte Teil der Schiffe verließ den Hafen, ohne die Ladung zu löschen. Zwischen den Soldaten und Ausständigen fanden in Tarrafa und Sabadell neue Zu­sammenstöße statt. Einige Personen wurden verwundet. Hier halten die Ausständigen fortgesetzt alle Waren an, bevor sie in das Zollgebäude gelangen.

Es werden in Barcelona heimlich aufreizende Flug­blätter verbreitet, in denen die bürgerlichen Klassen mit fürchterlicher Vergeltung bedroht werden; Dynamit­bomben würden auf die Schüsse der Mausergewehre ant­worten. Die Heinen Werkstätten in Privatwohnungen, wo die Arbeit fortgesetzt wurde, wurden geplündert. Die bekannten Anarchisten sind verschwunden, und werden von den Behörden eifrig gesucht. Schritte, welche die Leiter der Zeitungen bei den Setzern thaten, sind gescheitert. Tie Ei s e n b a h n en kündigten wegen der Haltung der Ausständigen die Einstellung des Ti e n ft e s an. Die Arbeitervereinigungen aus den verschiedenen Orten Spa­niens erklärten ihren Anschluß an die Ausständigen in Barcelona. Die ausländischen Konsuln hielten eine ge­meinsame Beratung ab.

General Weyler konferierte am 19. d. M. mit der Königin-Regentin und hatte dann eine Unterredung mit den Militärbehörden. Tie Truppen in Madrid erhielten Munition und stehen in Bereitschaft, um im Notfälle sofort auszurücken. i)!ach einem Telegramm aus Madrid erscheint eine Ministerkrisis unvermeidlich. Die Re­gentin wird bestürmt, dem General Weyler die Diktatur vorläufig für mehrere Provinzen anzuvertrauen.

Franzöfische Wahlvorbereitungen.

Tie Vorbereitungen zu den im Aprll stattfindenden französischen Kommerwahlen sind in vollem Gange. Die Parteigruppierung ist diesmal insofern markanter, als sich in der Hauptsache radikale Richtungen gegen» überstehen. Auf der einen Seile entschiedene Republikaner und Sozialisten, die Gefolgschaft des Ministeriums Waldeck-Rousseau, auf der andern Natio­nalisten und Monarchisten, mit denen die rechts stehenden Republikaner im Wahlkampf zusammengeben. Das Für und Wider dreht sich weniger um wirtschaftliche, als um allgemein politische Fragen, und weil das der Fall ist, braucht die Regierung wegen des Ausgang des Wahl­kampfes feine Sorge zu tragen. Würden die Wahlen unter Wirtschafts- oder zollpolitischer Parole sich vollziehen, bann könnte die Gegnerschaft des bekanntlich schutzzöll- nerische Ansichten vertretenden Herrn Meline der Regier­ung gefährlich werden. Tenn selbst unter den radikalen Republikanern sind nicht wenige einer Erhöhung speziell der landwirtschaftlichen Schutzzölle ge­neigt. Doch auf rein politischem Gebiet ist nichts zu

ersehen, was die Stellung des Ministeriums Waldeck- Rousseau, die es nun schon seit Jahr und Tag allen Anstürmen gegenüber behauptet har, erschüttern könnte. Ter sozialistische Handelsrninifter Millerand versteht über Erwarten, dem republikanischen Ensemble sich einzufügen. Daß er seinem intimsten politischen Gegner, dem Zaren, die Reverenz erwies, hat die Sozialisten zwar verstimmt, dem Minister selbst aber nichtgeschadet". Tas Bündnis mit Rußland wird eben, wie sich aus den gegenwärtigen Wahlvorbereitungen erkennen läßt, in Frankreich nach wie vor so hoch bewertet, daß ein Der Allianz kühl gegen» überstehendes Ministerium sich schwerlich würde halten können. Präsident Loubet scheint auch eines in diesem Sinne günstigen Ausfalls der Wahlen so sicher zu sein, daß er den Antritt seiner Petersburger Reise in die Zeit zwischen Haupt- und Stichwahlen gelegt hat. Auch die Stichwahlen werden also wohl überwiegend zu Gunsten der Regierungskandidaten ausfallen. Uedrigens ist Frank­reich unter dem Regiment Waldeck-Rousseaus nicht schlecht gefahren. Es blieb von schweren inneren Krisen verschont und hat auf dem Gebiete der äußeren Politik mindestens keine Einbußen erlitten. Die Bevölkerung bringt der gegenwärtigen Regierung im großen und ganzen Ver­trauen entgegen, und als ein neues Vertrauensvotum werden sich die Wahlen zur Deputiertenkammer darstellen.

Deutsches Wich.

Berlin, 20. Febr. Der Kaiser hörte heute in Hubertus stock den Vortrag des Chefs des Militär- Kabinetts Grafen von Hülsen-Haeseler.

Kaiser Wilhelm und Prinz Heinrich wur­den zu Ehrenmitgliedern des Larchmont Nachtklub in Newyork gewählt.

Zu der Mission, die der Kaiser zur Beglück­wünschung des Papstes anläßlich seines Jubiläums nach Rom entsendet, dürste auch Prof. Dr. Frhr. v. H erkling gehören. Die Mission besteht aus mehreren Personen, die in Rom einzeln eintreffen werden. Ob sie zum Papft- krönungstage, dem 3. März, bereits sämtlich in Rom anwesend sein werden, erscheint noch fraglich.

Ter Kronprinz wird vor feiner bevorstehenden Studienreise nach Elsaß-Loihrtngen einer Einladung des Prinzen Rupprecht von Bayern nach Bamberg Folge leisten. Bei dieser Gelegenheit wird der Kron­prinz im Kreise des Offizierlorps des 1. bayrischen Ulanen» Regiments, bei dem er a la suite geführt wird, an einem ihm zu Ehren zu veranstaltenden Festessen teil­nehmen.

In gut unterrichteten Kreisen bezeichnet man die Gerüchte aus Berlin, welche die Reise des deutschen Kron­prinzen auf derHohenzollern" zu der Großjährigkeits­erklärung des Königs Alfons von Spanien antünoigen, als vollständig unbegründet. Ter Besuch fremder Fürstlichleiten ist in letzter Zeit fraglich geworden, da es an den nötigen Räumlichkeiten fehlt, um zahlreiche Fürstlichkeiten und deren Gefolge unterzubringen.

Generalleutnant Graf Eulenburg, Kommandeur der 1. Division, ist in Genehmigung seines Abschieds­gesuchs zur Disposition gestellt worden. Generalleutnant v. Bock und Polach, bisher Kommandeur der 37. Di­vision, wurde in gleicher Eigenschaft zur 1. Division versetzt.

Der Korvettenkapitän a la suite der 1. Maitrvsen- Division, Flügeladjutant v. Gramme, ist unter Auf­hebung der ersteren Stellung zum dienstthuenden Flügel- adjuantten des Kaisers ernannt worden.

Der Vorsitzende der Budgetkommissivn des Reichstags Graf Stolberg-Wernigerode ist an einem hef­tigen Bronchialkatarrh erkrankt und muß das Bett hüten. In der Budgetkommission vertrttt ihn als Vorsitzender Prinz Arerrberg, als Mttglied der Abg. Henning.

Auf Grund einer Verfügung bleibt der allgemeine Ausnahmetarif für Düngemittel und Roh­materialien der Kunstdüngerfabrikation am 1. März 1895 über den 30. April d. I. hinaus auf weitere fünf Jahre bis einschließlich den 30. April 1907 mit einigen Aenderungen und vereinfachten Anwendungsbedingungen in Kraft.

DerReichsanz." veröffentlicht eine Bekanntmachung des Staatssekretärs des Reichspostamtes über das zwischen der Reichspost-Verwaltung und der württem- bergischen Postverwaltung abgeschlossene lieb er ein» kommen, wonach vom 1. April ab gemeinsame Post- wertzeichen mit der Inschrift:Teutsches Reich" im Reichspoftgebiet und in Württemberg eingeführt werden. Mit diesem Tage werden die bisherigen Postwertzeichen außer Kraft gesetzt.

Nach derKatt. Zig." hat das russische Finanz­ministerium verfügt, daß das Han dgepäck von Reisenden, die sich nach einem im russischen Jnlande gelegenen größeren Orte begeben, im Interesse eines geregelten Bahn­verkehrs nicht auf den Zollkammern revidiert zu wer­den braucht._____________

Ausland.

Dom, 20. Febr. Ter Papst empfing beute im Throm'aal den Ausschuß, der für die Veranstaltung der Festlichkeiten aus Anlaß des 25. Jahrestages der Thronbesteigung des Papstes gebildet ist. Der Aus­schuß überreichte dem Papste Erinnerungsmedaillen zur Verteilung an Pilger. In der Peterskirche wurde ein feierliches Tedeum abgehalten. Der Feier, die vom Kar- dinalftaatssekretär Rampolla celebriert wurde, wohnten 24 Kardinäle, etwa 40 Bischöfe und die päpstlichen Nobel­garden in Galauniform bei. Eine Menge von etwa 20 000 Köpfen füllte die Kirche; es waren etwa 300 Vertreter

der katholischen Vereine Roms erschienen, die brennende Kerzen trugen, ferner viel: Abordnungen religiöser An­stalten Jtaltens Und des Auslandes. Als der Papst nach oer Feier, hinter einem Fenster seiner Gemacher stehend, zusah, wie die Teilnehmer die Basilika verließen, wurde er von der Menge, die Hüte und Tück)cr schwenkte, ehr­furchtsvollst begrüßt. Dem Papst, der sich sehr wohl befindet, sind heute sehr zahlreiche Glückrvunsch.De­peschen aus allen Teilen der katholischen Christenheit zu­gegangen.

Ter König eröffnete die neue Session mit einer langen, optimistisch gehaltenen Thronrede, die gut ausgenommen wurde. Die Einleitung fpiett an auf den Patriotismus der Kammer und weist hin auf die Be­ruhigung des Landes nach b«;m Tode Umbertos, dank der Verbindung von Gesetz und Freiheit. ES wird dann die finanzielle Lage gekennzeichnet, auf die eingeführten Re- formen hingewiesen und zugleich werde«! der Gesetzentwurf über die Ermäßigung des Salzpreises, solvie soziale Gesetze angetünbigt. Uebergehend zur Kttchenpolitik wird die feste Scheidung von Staat und Kirche betont und das Ehe - scheidungsgesetz versprochen. Schließlich wird noch oie Festhaltung an den Bündnissen ohne allzu großen Schwung proklamiert. Tie Thronrede endet mit einem Hinweis auf die Chinaexpeditton, sowie mit einem warmen Gruß an Heer und Flotte.

Wien, 20. Febr. In der Budgetdebatte des Abge- ordnetenhau,es trat als erster Redner der 72jährige Jungczeche Gregr auf, der der Regierung die fortgesetzte schärfste Opposition der Czechen antünbigte. Die Debatte verläuft glatt bis auf einen großen Skandal während Der Rede des klerikalen Abg. Hagenhofer. Dieser sagte: Wir stehen dem Ackerbauminister vollständig objettiü gegen­über. Schönerer ruft: Das ist Lüge und Bauern­fängerei! Hagenhofer zu Sdjönerci: Schlafen Sie Ihren Rausch aus! Darauf großer Lärm bei den Alldeutschen, die Hagenhofer umringen und schreien: Das müssen Sie zurücknehmen! Frechheit? Alldeutscher Ma­lik: Sie sind ein ganz gemeiner Hund! El ender Schuft! Niederträchtiger Bube! Schönerer: Aus dem Lande wird verbreitet, daß ich ein Cognac fünfer sei. Sie werden solange nicht weiter sprechet!, bis Sie widerrufen haben! Der Lärm und das Toben werden immer ftarier. Tie Alldeutschen schreien: Frech­heit! Schuft! Lump! Sie ballen die Fäuste gegen Hagenhoser und es scheint zu einem Handgemenge zu kommen. Auch einige czechische Abgeordnete mischen sich in den Knäuel. Der Jungczeche Horica singt: Gummi arabicum! Gummi elasttcum! Der Jungczeche Dyck: Hin­aus mit all den Schuften! Der Präsident läutet unauf­hörlich. Hagenhofer, nachdem Schönerer erklärt, daß er vollständig nüchtern sei (neuer Lärm), erklärt, er nehme zurück, bajj Schönerer einen Rausch habe. Es dauert lauge, bis die Hitzung ihren ordnungsmäßigen Gang nimmt. Ter Obmann des Polenklubs, Ritter v. Jaworski, tritt für eine gerechte Handhabung der Veterinärkonven­tion mit Deutschland ein. Der Redner erklärt, die Polen würden den Ministerpräsidenten beim Abschluß des Ausgleichs mit Ungarn und bei der Erneuerung der Handelsverträge fest und loyal unterstützen. Bärn- reither spricht sich für die Personalunion mit Ungarn aus, durch die ein engerer Anschluß an Deutschland in wirtschaftlicher Beziehung ermöglicht werde. So lange es keine deutsche Staatssprache gebe, würden die All­deutschen das Budget ablehnen.

Belgrad, 20. Febr. Wie verlautet, befindet sich die Königin Draga in gesegneten Umständen (?). TieWetschernje Nowosh" deuten dies in der Weise an, daß sie sagen, Serbien sehe einem freudigen Ereignis entgegen.

Vom Burenkrieg.

Aus der neuesten amtlichen Verlustliste geht hervor, daß die Engländer in einem am 16. Februar bei Bas­berg in der Nähe von Boshof stattgehabten Gefecht 5 Tote, 9 Verwundete und 7 Vermißte zu ver­zeichnen haben.

Lord Kitchener berichtet aus Pretoria vom 19. d. M.: General Gilbert Hamilton meldet, daß er gestern, während er sich auf dem Marsche nach Nigel befand, bei Klipp an ein Gefecht mit dem Feinde gehabt habe, in dessen Ver­laufe ein Theil der zweiten Dragoner, der nach dem linken Flügel detachiert worden war, umzingelt und abgeschnitten wurde. Zwei Offiziere wur­den schwer verwundet, zwei Mann wurden ge­tötet, sechs verwundet und 46 gefangen ge­nommen, später aber wieder freigelassen, damlltons Ab­teilung w»r zu schwach und konnte deshalb den Feind nicht aus seiner starken Stellung vertreiben; sie setzte den Marsch auf Nigel fort Oberst Mackenzie, der im Norden des Ba- nagher-Sees operiert, nahm 10 Buren gefangen.

Selbstverständlich darf angesichts solcher Schlappen ein Beruhigungssätzlein wie das letzte vom tapfern Oberst Mackenzie nicht fehlen.

In Leicester hat am 19. d. M. eine Versammlung des Gefamtvorstandes der nationalen liberalen Ver­einigung Englands stattgefunden, die von zahl­reichen 2elegierten besucht war. Vom Vollzugsausschuß wurde ein Beschlußantrag eingebracht, worin bezüglich des Krieges die Politik der Regierung, welche beding­ungslose Uebergabe der Buren fordert, verurteilt wird. Ferner wird in dem Bescblußantrag erklärt, für die zu­künftige Zufriedenheit und Sicherheit Südaftikas sei ein regelrechter Friede notwendig, der regelrechte Ordnung der Tinge zur Grundlage habe. Ter kräftige Anstoß, den Lord Rosebery zur dieser allein richtig erscheinenden Politik gab,