Ausgabe 
21.1.1902 Erstes Blatt
 
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in

Fortsetzung folgt.

Bei

Musik

Magen-Leiden Darm-Leiden Durchfall Blutarmut Bleichsucht

SsXbsofar bestes Mundwasser der Welt!

[§] Lang-Gons, 19. Jan. Gestern Abend fand hier die Generalversammlung der Ortsgruppe des Hess. Bauern­bundes statt. Es wurden gewählt: Bürgermeister Rompf zum Vorsitzenden, zu dessen Stellvertreter Johs. K. Wagner, zum Rechner Joh. Rompf, ferner in den Borstand Johs. Müller und Wilh. Well. Der Umsatz an Futter, Dung und Braudstoffen war ein sehr großer. Der Verein zählt jetzt 148 Mitglieder.

sprach über dieLos von Rom-Bewegung", Pfarrer Koller- Herchcnhain über:Die Berliner Missionsanstalten im Norden Transvaals^. Verschönt wurde die Feier durch den Gesang des

14 Tagen bis 3 Wochen beendet sein, und man hofft, mit dem Bau im Laufe des Sommers beginnen zu können.

----- Freienseen, 19. Jan. Bei der am letzten Donnerstag in dem Gräflich Laubach'schen Distrikt Kreuzseenerbcrg abgc- haltenen Holzoer st cigerung waren die Preise im Ver­gleich zum vorigen Winter sehr gesunken. Während int ver­gangenen Jahre der Raummeter Buchenschcitholz mit 7 Mark bezahlt wurde, kostete er diesmal zwischen 56 Mark. Die Ursache der niedrigen Preise ist wohl in dem milden Winter zu suchen, auch ist noch überall viel Vorrat vorhanden.

-h- Burkhaids, 19. Jan. In der hiesigen Pfarrkirche hielten heute nachmittag die Geistlichen der Sektion Gedern Missionsgottes dienst ab. Pfarrer Fritsch-Obcr-Secmen

ihren 15jährigen Sohn von der Anklage der Beihilfe zum Morde freigesprochen. Die Angeklagte Schneid«: wohnte bekanntlich in Stammheim mit ihren sechs Kindern und ihrer alten Schwiegermutter zusammen. Die letztere war ihr offenbar, wie es im Urteile heißt, zur Last gewogen. Eines Sonntags wurde die alte Frau tot im Bette vorge-- funden und vor demselben befand sich eine große Blutlache. Die Anklage nahm an, daß' die Angeklagte ihre Schwieger­mutter mit Beihilfe ihres Sohnes ermordet habe, die Ge­schworenen haben indessen die Schuldfragen verneint, sodaß der Gerichtshof auf Freisprechung erkennen mußte. Der Staatsanwalt hatte gegen das Urteil Revision eingelegt und insbesondere unrichtige Besetzung der Geschworenenbauk gerügt. Es fand sich aber kein Nich t ig t eitsgrund und das Reichsgericht erkannte deshalb heute auf Antrag des Reichsanwalts auf Verwerfung der Revision.

als hervorragend leicht verdauliches Kräftigungsmittel von mehr als 10000 Aerzten ständig verordnet. 663

Nur echt in blauen Kartons ä Mk. I., niemals lose.

Bezüglich der Frage der Krankenversicherungspslicht der Handlungsgehilfen wurde in Nr. 15 Ihres geschätzten Blattes in einem dieses Thema behandelnden kleinen Berichte über eine Sitzung des Kaufmännischen und De­taillistenvereins im letzten Satze gesagt:Die Gründung der beantragten Kasse stützt sich, wie gestern wieder be­sonders hervorgehoben wurde, auf das Gesetz, sodaß eine Nichtgenehmigung ausgeschlossen sei. Hier " dürfte den Herren doch ein kleines Versehen unterlaufen sein, welches lediglich nur auf Unkenntnis der einschläglichen Verhält­nisse zurückzusühren sein dürfte. Bei dem im Auftrage obengenannter Vereine von der hiesigen Handelskammer gestellten Anträge haben die §§ 1618 des K. V.

ÄNL Ifttrthf ittth 4T.tnh L " Michelbach, 20. Jan. Heute wurde unser seitheriger

IIHV KUttv. Bürgermeister Wagner, der über 50 Jahre dieses Amt ver-

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten I rvalteie, durch das Kreisamt Schotten verabschiedet und der rst nur unter genauer Quellenangabe:Gieß. T!uz." gestattet.) neugewählte Bürgermeister Schäfer in sein Amt ein geführt.

Gießen, 21; Januar 1902. < W Büdingen, 20. Jan. Gestern wurde in Glauberg

** Ordensverleihungen. Den preuß. roten Adlcrorden cinc neue Glocke eingeweiht, die ein von da gebürtiger 3. Klasse erhielten Oberst v. Wachter, Generaladjutant des sicher Mainzer gestiftet hat.

Großherzogs von Hessen, und Ober-Regierungsrat Welcker §§ Aus dem oberen Vogelsberg, 19. Jan. Bei der Prüfung von der Eisenbahn- Direktion zu Mainz. m einer Fortbildungsschule in der hiesigen Gegend, trug sich

** Die Kranken- und Begräbniskaffe des Verbandes Deut- folgendes hübsche Geschichtchen zu: Einem Schüler wurde die scher Handlungsgehilfen in Leipzig, die größte aller kauf- Ausgabe gestellt, eine Todesanzeige zu schreiben. Er ent-«gestellten Anträge haben nicht, wie "die Herren meinen manmschen Kassen Deutschlands, hat zur Bequemlichkeit ihrer ledigte sich seiner Aufgabe ungefähr folgendermaßen:Hier- die §§ 1618 des K. V. G. Platz zu greifen, sondern § 48 Mitglieder auch in Gießen eine Verwaltungs- und Kassenstelle burd) allen Freunden die traurige Nachricht, daß heute nach- dieses Gesetzes- Bei Einführung^ des K. V. G. wurden in errichtet, so daß alle Leistungen und Ansprüche hier erledigt mittag 4 Uhr unser Bürgermeister N. N. sanft entschlafen ift.Pen Städten des Großh. Hessengemeinsame Orts­werden können. Mit verschiedenen hiesigen Aerzten sind Ver- wirklich war der Bürgermeister, der bei deni Vortrag kr an k en ka s sen" errichtet, so auch in Gießen. In einbarungen getroffen worden, so daß den Mitgliedern die- Zugegen war eingeschlafen. der hiesigen Ortskrankenkasse sind neben den anderen Ge-

selben Erleichterungen rote bei hiesigen anderen Kassen ge- -d Maar. 20. J-n. G-st-kn feiert- dcr Krieg erverein L^ auch das H<mdelsgo°«be wrfit&ett, w-für j-auch boten werden. Die Leistungen dieser Kasse im Erkrankung^ stin 25jährigeZ Bestehen. An dem Festessen bei ©aftimrt st«? Satfer/k Ä

^ad, wie man uns Mittelst, sehr günstig. Rausch nahmen etwa 140 Mitglieder des Bezirks Lauterbach z 1 Ms 4 dieses Gesetzes bereits vcrsichcrungspslichtigÄ

Die Schmredeberufsgenofsenschaft ist am tciL Präsident Benzel begrüßte die Gaste und schloß mit Handlungsgehilfen - ea. 70-80 zu dieser Kasse ange- 1. Januar tn Kraft getreten. Der s. Z. seitens der Regierung!elnem Hoch auf Kaiser und Großherzog, worauf die Lehrer meldet werden mußten. Nach § 48 des K. V. G. kann ergangenen Aufforderung, sämtliche Betriebe anzumeldeu, istl^itz und Höchst von hier auf Vaterland und Armee toasteten. I bie Gemeindebehörde unter bestimmten Voraussetzungen aber kaum ein Drittel der Schmiedemeister nachgekommen. Zu!*"""' ' 1,1 1 > die Auflösung dieser gemeinsamen Ortskrankenkasse bezw-

dieser Anmeldung ist jeder Schmiedemeister ohne Ausnahme! Ausscheidung einzelner Betriebsarten anordnen, von muß

verpflichtet. Die Anmeldung hat schriftlich unter An-1 ^ist^ jedoch^keine Rede. Im Gegenteils wenn die Herren!

gäbe der Gesellen und Lehrlinge an den Vorsitzenden de§ Bezirkes Nassau und Großherzogtum Hessen, Herrn Schmiede- merster Ph. Kern in Wiesbaden, Friedrichstraße, zu geschehen. An die Säumigen wird in ganz kurzer Zeit mit enrpfindlicher Strafe herangetreten, worauf wir Interessenten aufmerksam machen.

wird

HausensKasseler Hafer-Kakao

Vermischtes. , - .. .

*.D-r-llgsgner Bennigsens! Ter 2omäJ f,dt bte ^^/nterziehen und die Beichte der seiner- nenpächter Falkenhagen, der den Landwirt 6. Bennigsen Relch-tagskomlmsfton durchstudieren wollten so

im Zweikamps erschoß, ist, wie wir bereits meföetm, am h?urbelT-.,tc °us Seite ä4/Zo stnden daß man sich rn der Sonntag in Berlin von der Kriminalpolizei verhaftet wor- st 9ee,,!rl3t W6' ?a-B £,e Ausschechung

den. Während man annahm, daß Falkenhagen ich nächste Auslosung zuzulassen sei,dan eben Kautelen ge- dem blutigen Ausgang des Duells alsbald selbst ben trD^en toerben mußten, um zu verhindern, daß durch Behörden stellen mürbe9 machte er fern Geld stüssig so- so che Ausscheidung bezw. Auflösung die Zwecke des Gesetzes 4.-.. a.------- V.?, - . L " 9' I geschadrgt werden können. Man war der Memung, daß

die Auflösung beztv. Ausscheidung nur dann zuzulassen sein werde, wenn veränderte Umstände oder die durch die Erfahrung gewonnene richttge Beurteilung der be­stehenden Verhältnisse den zur Entscheidung berufenen Instanzen die Ueberzengnng geben, daß der Zweck des Gesetzes durch die Auflösung der Organisatton bezw. Aus­scheiden einzelner Betriebsarten besser erreicht werden wird. $n Preußen hat man von anfang an zum größten Teil für jede Betriebsart O. K. K. errichtet. Die Erfahrungen haben nun nicht gezeigt, daß diese Dezentralisation der | Kassen günstige Erfolge hatte, sondern gerade das Gegen- {teil bewirkten was sie bezwecken sollten, und der größte ^Hemmschuh für die vollständige Erweiterung dieses Zweiges der sozialpolitischen Gesetzgebung waren. Es hat deshalb, unter vielen anderen, der brandenburgische Städtetag pro 1901 zu Luckenwalde den Antrag des Ober­bürgermeisters Jähnel-Po tsd am fast einstimmig an­genommen, welcher ganz entschieden die Beseitigung der Kassen nach Betriebsarten fordert. Dieser Beschluß ist umsomehr bemerkenswert, da in Brandenburg h aupt- sächlich die Kassen nach! Betriebsarten eingerichtet sind und die Herren mit diesem System sehr schlechte Er­fahrungen gemacht haben. Wenn man sich die Mühe giebt und einzelne sozialpolitische Zeitschriften der letzten Jahre durchsieht, so wird man finden, daß von den fort­geschrittensten, sowie von den die rückständigsten Ansichten, huldigenden Sozialpolititern unter allen Umständen in erster Linie die Zentralisation der Kassen empfohlen wird. Das Hess. Ministerium hat in seinem in 1899 bereits erlassenen Ausschreiben an die Kveisämter ganz offen diese Forderung als richtig anerkannt. Uebrigens dürfte sich die Stadtverwaltung kaum bereit finden, die Anmelde­frist zn verlängern, da wir es hier mit keiner Holz- oder Heulieferung zu thun haben, sondern mit einem sozial- politischen Akt von eminenter Bedeutung. F.

Gingrsandt.

(Für Form und Jnbatt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

weit er es tn der kurzen Zeit nur konnte, und ergriff, mit vielen tausend Mark versehen, die Flucht. Die Kri­minalpolizei zu Hannover ermittelte, daß die nach Leipzig abgereiste Frau des erschossenen Landrats auch nach dem Duell noch mit Falkenhagen in Briefwechsel stand, und daß ihre Briefe dem Flüchtigen nach Berlin gesandt wur­den. Sie benachrichtigte hiervon sofort die Berliner Kri­minalpolizei und fügte eine genaue Beschreibung des Ge- r (Sfrfienrnb ?n c^M I suchten bei. Falkenhagen ist ein langer, dürrer Mensch

L-1 u) e n r o , 20. Jan. Dte geisteskranke Frau, die, I von keineswegs feinem Benehmen. Sein Bild vräat

us.? «ä shswsx* «ä?ä äs werden °b^ at^Xxd)e m ^Nfpvuch genommen gebückte Körperhaltung vervollständigen dieses unerfreu-,

v oa cy. «f, , I liche Bild. Nachdem er sich zunächst bei mehreren Be-!

^rrtr HE ersten kaunteti in der Heimat aufgehalten und sich Geld ver-

bu?d? Sfan latk'«fulr ber 5IÜIW nach Berlin und nahm

, Ge,ang:Mit dem Herrn emige Berliner Balllokale. Er gab viel Geld aus In

M. MZZMWMD

KELKSMKFDZM'P KF <äää L SWWM-rSMKW y Hem. Landrat v. Benmg^eu hatte vor fernem Ableben einem

. lofr-Hinirt durch seinen Bruder, den Gouverneur v. Bennigsen,

Otto Ernst verlangt, daß in seinen Stücken Hamburgisch ge» kine^^ bie Ehescheidungsklage gegen

sprachen werden soll, Anzengruber verlangt die niederöfter- l reichische, Sudennann die ostpreußische > Hauptmann bicl -----------

schlesische Mundart; der Theaterdirektor ©triefe muß sächseln, | Q5£nfljt5[lIllL

imWeißen Rößl" wird Berlinerisch und Salzburgisch ge- S. Darmstadt, 19. Jan. 2lln 5. Februar wird vor der hie- fprochen re. Um das alles zu können, müßten die armen ge-l stgen Strafkammer eine Verhandlung stattfinden, die das Interesse plagten Schauspieler schon kleine Mezzofantis fein. I weiterer Kreist in Anspruch nehmen dürfte. In einer Strafsache

Die von Vinzenz Pertl nach steierifchen Motiven arrangidc M Mär'^lLä^d?/"^na^ ^^k^^^Eksteinach wurde am Musik dinaierte Äcrr Direktor Kruir m an v.GU9e Schwobel von Siedelsbrunn

1 oin9ierte Lerr ^ircnor rrrufe. P. W. «durch die hieirge Strafkammer nach der Zeugenaussage für schuldig

t ------- erklärt, de»i Hrch. Heiß, sowie den P. Schmitt von Vorkelsbach

Aus dem Frankfurter Kn n st leben. Um Her-IÄcr chlßhandelt zu haben. Er wurde zu 1 Jahr und 10 Atonaten mats kunst zu pflegen und das Interesse an den ksti-.!Zestngni§, abzüglich 2 Monaten Untersuchungshaft, sowie 2000 Mk. mischen Künstlern auch zu deren Lebzeiten zu fördern I - k .ol 5ctB .verurteilt. Trotz seines energischen Protestes, daß buben ficki iii »VranFhirt rirxicie vwsvn 1 , r Thäter nicht sei, und trotz verschiedener Gesuche um Wieder-

Ätofe JeftteÄn« von w°k°okLrV°chLungL LL

genxijüen Sßcrfen cinh-imycher Künstler »n veranstalten, »bg-reist. Nachdem nun Schwöb-l I Jahr 8 Mona," >md SS Taae Die Lluustfreunde wollen m Anbetracyt der Thatsache, daß verbüßt hat, wurde er am 26. Oktober v. I. aus dem Gefängnis! die besten Meister zum Teil ,in vorgerückten Jahren, ja! entlassen, da der inzwischen auf Grund eines Steckbriefes in Wald-l oft erst nach ihrem Tode die verdiente Würdigung fanden, MAelbach festgenommene Knapp die That eingestandeu hat. Am das vorhandene Gute bei Zeiten ans Licht zu ziehen nun die Verhandlung gegen Knapp, sowie gegen

und durch fachgemäße Besprechung einem größeren Kreis! bewen HLuptbelastungszeugen Heiß und Schmitt statt, auf Grund

wangler und Rudolf Bannel. Ti- erste Besprechung ist dem Seibis, 20. gan. Da? Gchw urger ich t Sieben verstorbenen Ludwig Raders gewidmet, der tr»? schner hat am 12. Oktober ti. I. die Witwe Lisettc Schneider prachtrgen Arbeiten nup wenig bekannt wurde. |geb. Tchweighoser, von der Anklage der Nordes und

<ut äITen Höfen lautete die Sturmglocke wider denLöwen- vertrag. Nur der König von Württemberg sagte bei der Nachricht vom Abschluß oes so geheimnisvoll eingeleiteten "tu tiefer Resignation, aber realpolitisch weublickend: ,^Zhr werdet sehen, früher oder später werden auch wir gezwungen sein, diesem Beispiel nachzufolgen." £$m ^zahre 1833 traten in der That Bayern und Württenv- berg dem preußisch-hessischen Zollverein von 1828 bei, und nun war unter den Widerstrebenden fein Halt mehr.

Das kleine hessische Land hat also 'schon einmal den Anstotz gegeben zu einer Entscheidung, die in allergrößtem Umsange für die nationalen Schicksale Deutschlands von Einfluß Dar. Meines Erachtens kommt dem 68 Jahre später geschlossenen preußisch-hessischen Staatsvertrag vom 16. De­zember 1896, in dem man sich über die preußisch-hessische Betriebsgerneinschaft verständigte und d'e hessischen Bahnen. .. r. Y an die preußische Verwaltung angliederte, dieselbe mar- h^stgen KirchengeiangveremZ unter Leitung des Lehrers Mohr.

kante, deutsch-nationale Bedeutung auf verkehrspolitischem Gedern, 19. Jan. Der hiesige Männergesangverein

^ert1a9 von 1828 aus zollpolitischem. ILstderkranz" feiert in diesem Frühjahr sein 60 jähriges

selbst äußerlich ist der Staatsvertrag von 1896 in vielen I Jubiläum. Die Feier soll nur eine einfache sein. aus^nachgdbildet^ bCC $fteren Zollverträge durch- Vorarbeiten zur Bahnstrecke GedernGrebenhain werden