Ausgabe 
20.12.1902 Viertes Blatt
 
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Garten saß, sagte sie, daß sie das sehr gut finde, daß er sich nicht verheiraten wolle, und sie selbst wolle sich auch nicht verheiraten. Und als sie so sprach, wurde sie sehr verlegen und schämte sich.

Aber nach kaum zwei Jahren, wie der Student seine Universitätszert eben beendete, kam die Nachricht nach Hause, daß er sich verlobt habe. Seine Eltern waren recht böse, denn sie hätten eine andere Braut lieber gemocht; diese war nur die Tochter seiner Wirtsleute, ber denen er gewohnt; es hatte auch niemand vorher von seiner Absicht gewußt, und wie er gefragt wurde, sagte er, es sei sehr schnell gekommen für sie beide. Tiefe neue Braut war aber recht hochmütig, rümpfte die Nase über die niedrigen Stübchen der Eltern und ließ sich von der Mutter in allem bedienen, statt ihr behilflich zu sein, also, daß man merkte, sie wolle etwas Besonderes vorstellen, das ihr aber nicht gelang.

Tie kleine Trude verblühte sehr schnell und saß mit einem winzigen und spitzen Gesichten am Fenster mit ihrer Näharbeit, indes die beiden Eltern langsam älter wurden.

Ta kam, wenige Jahre nach jener Verlobung, der junge Kandidat als Lehrer in seine Heimatstadt; er machte Hochzeit und zog in das Häuschen seiner Eltern, die ge­storben waren. Aber die Ehe war nicht glücklich, denn beide Gatten machten keine freundlichen Gesichter, sondern sahen niedergeschlagen und ärgerlich aus.

Eines Tages, als Trude allein in ihrem Garten saß bei dem Dörrhäuschen und weit hinauSblickte über den blinkenden Fluß bis zu der gerade sich dehnenden Berg­wand gegenüber, trat ihr Freund durch das Pförlchen, kam herauf und setzte sich zu ihr. Er wollte mit einem

Scherz seine Rede beginnen, aber das Wort stockte ihm in der Kehle, und plötzlich fing er ganz herzbrechend an zu weinen und legte seinen Kopf auf ihre Schulter.

Erst war ihr, als wolle ihr das Herz still stehen vor Schreck und Verlegenheit, aber dann streichelte sie sein Haar, und wie er schluchzte, streichelte sie immer sein Haar. Zuletzt hob er sein Besicht zu ihrer Schulter und legte den Kopf zurück gegen die Lehne der Bank, hielt die Hand vor die Augen aus Scham. Ta küßte sie ihn leise auf die Stirn mit kühlen Lippen und ging fort, mit leisen Schritten, und indem sie ihr Kleidchen hochhob, um nicht zu rascheln.

Von dieser Zeit an wurde sie sehr krank, und endlich mußte sie sich ins Bett legen. Nebenan die Eheleute er­warteten ein Kindchen, und es war abgemacht, daß sie Pathe werden sollte. Deshalb hatte sie an gefangen an einem Taufkleidchen zu sticken. Sie saß aufrecht in ihrem Bett und hatte ein glückliches Gesicht, wenn sie daran arbeitete.

Als das Kleidchen fertig war, ließ sie den jungen Oberlehrer rufen, und ihre Eltern mußten aus dem Zim­mer gehen, weil sie mit ihm allein reden wollte. Tann sprach sie zu ihm, daß sie von dem, was sie jefct sagen wolle, nie etwas würde erzählt haben, aber ^etzt müsse ie bald sterben, und da schäme sie sich nicht mehr, )enn etwas Unrechtes sei es ia nicht. ®ie habe ihn von Kindheit an lieb gehabt, weil er immer so still und be- cheiden gewesen sei, und nicht wie die andern, und hätte nie anders gedacht, als sie würden sich einmal heiraten, irnd seine seligen Eltern hätten das auch gern gehabt, das habe sie wohl gemerkt, weil seine Mutter immer so lieb zu ihr gewesen sei. Als er ihr damals gesagt habe, daß er nicht heiraten könne, sei sie zuerst sehr traurig gewesen,

dann aber habe sie sich gefaßt und gemeint, daß einem Menschen doch nicht alles Glück beschieden sei, und es fei doch auch jetzt schon so wunderschön, daß man es sich gar nicht schöner wünschte, wenn man nicht wüßte, daß eine rechte Ehe doch das Höchste sei; auch wisse man nicht, wozu alles gut ist, denn so sehr kräftig sei sie doch nie gewesen, und das ehelose Leben möchte vielleicht besser für sie sein. Und auch als er sich verlobt habe, sei sie noch ganz gefaßt gewesen, zwar recht traurig, aber sie hätte sich gedacht, sein ältestes Kind solle ihr Pathchen werden und oft bei ihr spielen, und sie wolle ihm dann später einmal ihr Vermögen vermachen, denn sie habe nicht gemeint, daß sie so früh sterben werde. Aber als sie gemerkt, daß er so unglücklich fei, da sei sie ganz untröstlich geworden und habe sich auch Vorwürfe ge­macht, denn das sei ihr gleich anfangs bewußt gewesen, daß seine jetzige Frau mehr Schuld an der Verlobung ge­habt wie er; und vielleicbt, wenn sie sich nicht so geschämt hätte, und hätte ihm etwas gesagt, so wäre alles anders geworden. Jetzt sei das nun nicht zu ändern, und viel­leicht habe eS Gott so gewollt. Und darum bitte sie ihn nun, er möge Geduld haben mit seinem Weibe, denn es möchte alles nur schlimmer werden durch Ungeduldigkeit. Sie wisse wohl, daß ein solcher Rat nicht viel wert fei; aber sie habe sich überlegt, wie sie ihm helfen könne, und da sei ihr nichts Weiteres eingefallen, wie dieses Wenige.

Nach diesen Worten entließ sie ihn. Und als der Mann nach Hause ging, bedachte er, daß er noch nicht dreißig Jayre alt war, und das Leben, daS er noch vor sich hatte, erschien ihm plötzlich als ein langer, langer Gang in einem Tunkek, das ihm Schmerzen in der Seele machte.