Ausgabe 
20.9.1902 Zweites Blatt
 
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Hochfeine. tiivolle i Hof-Möbelfrbnk und

11 Kunetshhrelnerel von

Einrichtungen |

758 Etabhuement allerersten Ranges

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iMpiD ans era Kirchroblichrr» btt start tzlkßkn. Evangelische Gemeinde.

«etaufto. MatthauLgemeinde. Ten 14. Sept. Tem Schlofier August Appel eine Loch ter, Marie Emilie, geb. den 17 Zulu Tcm Schlosser Wilhelm Misker ein Sohn, Enni Wilhelm, geb. den 21 Juli. M a r k u s g e m e i n d e. Ten 14. Sept. Eine

uneheliche Tochter, Luise Auguste Johanna, geb. den 20. Aua. Lukasgemeinde. Ten 14. eept. Tem Regierungsaffesiar Hermann Schreiner ein Sohn, Heirich Fritz Kurt, geb. den 16. Juli. Tcnt Schreiner Heinrich Freihöfer ein -Lohn, Hans Peter, geb. den 16. Aug. Tem Hülssbremser Heinrich Herr eine Tochter, Luise Henriette Alarie, geb. den 18. Äug. Ten 17. Sept. Tem Hotel- besttzer Zacharias Haubach eine Tochter, Marie Luise Margarethe, geb. den 31. Juli. Johannesgemelnde. (ime uneheliche Tochter, Lina Emma, geb. den 8. Aug.

Getraute. Johannesgemeinde. Ten 16. ecpteinber. Heinrich Piaff, Taglöhner zu ®ieyen, em Wittwer, und Chiilliane Katharine Biosbach, geb. Jünger, Wtttwe des SttayenkehretS Heinrich Mosbach zu Gießen. Ten 17. Sept. Karl Wilhelin Wei- big, Kansmann zu Gießen und Karolme Kraft, Tochter des oerfu Nähmaschinen- nnd Fahrtadhandlers Hermann Kraft zu Gießen.

Beerdigte. M a t t h a u S g e m e i n d e. Ten 15. September. Cäcilie Geismar, Kmderschwester, Tochter des öcrfiorbeneii Physi- katschirurgen Wilhelm Getsntar, 62 Iahte alt, starb den 13. Sept. Karl Schäfer, Schremermeister und Ktrchenvorsteher, verheiratet, 53 Jahre alt, starb den 12. Sept. Di a r k u s g e m e i n d e. Ten 14. Sept. Johannette Noll. geb. Schütz,^Wtttwe des Flurschützen Jakob Noll, 83 Jahre alt, ftarb den 12. Sept.

Kriesluillen der yröaliliim.

i-luonyme Ansrogen bleiben unberücksichtigt.)

L. Nach Artikel 53 der hessischen Verfallungsurkunde ge- chehen alle Wahlen der Abgeordneten auf 6 Jahre.

F., Klein-Linden. Tas übersandte Gedicht können nur leider nicht veröffentlichen, weil wir prinzipiell einzelne Geschäfte ober Wirtschaften nicht empfehlen. Für Uebersendung von Notizen, die lokales Jnteresfe haben, fmb wir dagegen sehr dankbar.

Sch. Bücherempfehlungen können wir in dieser Form nicht bringen. Besten Gruß.

St. G. M. Tie Adresse des deutschen Konsuls in London lautet: »Generalkonsul Frecheren von Lindeusels, Wirkt. Geheimen Legationsrat. Hochwohlgeboren Loudon, 9 Carl on HouaeTerr«cw ö w/ Tie Anrede lautet im vorliegenden Falle: »Euer Hochwohlgeboren.'

Kunst und Wissenschaft.

W. T. B. verbreitet folgende Aieldung: Geh. Hofra Prof. Vnckeu-Gicßen veröffentlichte in Belhagens u. Klastngs Atonatöheslen einen Aufsatz, betitelt: »Tie Flucht des Prinzen von Preußen in den Märztagen 1848". Der Inhalt des Aus atzes beruht auf Erinnerungen, welche die damals 75 Jahre alte Palasldame Gräfin Luise Oriola Pros. Oncken mitteilte, und wonach der Prinz von Preußen von der Spandauer Eitadelle aus die aus Berlin ausgewiesenen Truppen in Auflösung und ohne Waffen ankommen sah. Im »Militarwochenblatt" führt jetzt der Generalleutnant und Ches der kriegsgeschichtlichen Abteilung 11 des Großen Generalstabs, v. Leszczynki, aus, daß die Truppen mit übermenschlicher Selbstverleugnung eine glänzende soldatische Haltung bewahrt haben.

Al- Nachfolger August KlughardtS als Hofkapellmeister in Dessau wurde Kapellmeister Biikorey berufen, der am Münchener Hoftheater und dem Elberfelder Stadttheater thätig war. Mikorey übernimmt vorläufig die Leitung der Dessauer Hofoper.

Die Fleischthenerrmg.

Ein Notschrei hallt seit Wochen int deutschen »Blälter'-Walda wieder: Fletschmangel, Fleisch-Theueruny. Mit seltener Einmütig­keit beschastiat sich die Presse aller Parletschattierunaen mit dieser brennenden tfrage und nur vereinzelte interessierte Crgane machen chüchtente Versuche, einen Notstand abzuleugnen. Seit ungesähr zivei Jahren hat sich diese Kalamität vorbereitet und sie ist jegt zu einer solchen Höhe gediehen, daß unter ihr Hundertlausende deutscher Familien um so bitterer leiden müssen, als die wirtschaftlichen Ver­hältnisse ohnehin schon trübe genug sind. Der Fleischkonsum ift bei der arbeitenden Bevölkerung und bei den minder gut Situierten infolge der exorbitanten Preife bedeutend zurückgegangen und un­zählige Hausfrauen haben blutenden Herzens für ihren Mutags- tifch auf das gewohnte Fleischgericht und auf eine kräftige Jleijch- uppe verzichten oder diesen Genuß einschränken inüfjen. Tie Handelskammern, die Wieggerinnungen und nicht zulent die be­rufenen Vertretungen unserer Großstädte, an ihrer Spitze oie Neichs- metropole, fordern von Tag zu Tag dringender die Wiederzulassung von lebendem und geschlachtetem Vieh aus dem Auslande. Ter preuß. Landwirtschaftsminister Herr v. PodbielSki hat ja be­kanntlich vor einigen Wochen eine Deputation aus Polen mit liebenswürdiger Bonhornrnie empfangen, die wegen des Mangels an Schlachtvieh, besonders Schweinen, vorstellig wurde, aber er hat eine DeRnuna der Grenzen aus veterinärpolizeilichen Bedenken abgelehnt. Ebenso hat der Herr Minister erst kürzlich auf der Provinzial-Tierschau in Düsseldorf betont, daß von einem eigent­lichen Mangel nur auf dem Gebiet der Schweinezucht die Nede fein könne, und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß diese abnormen Zustände bald vorübergehende fein würden. Die Thatsache bleibt aber bestehen, daß gegenwärtig eine enorme Preissteigerung aller Fleifcharten und Wurstsorten vorhanden ist. Die deutsche Land- wirtschast vermag eben unseren tzleischbedars au angemessenen Preisen nicht zu decken und man könnte nur angstvoll in eine trübe Zukunst blicken, wenn nicht unsere Industrie da, wo jene nicht mehr weiter kann, mit gewohnter Energie einsetzte.

Ja die deutsche Industrie, die sich §um Staunen der ganzen Welt immer machtvoller entwickelt und im Verein mit der deutschen Wissenschaft sich an die größten Probleme heranwagt, hat auch aus dem Gebiete der Herstellung von NahrungS- und Geiiußmitteln schon ganz Außerordentliches geleistet. Wer kennt z. B. nicht dir verschiedenen Fleischextrakte, die seit Jahrzehnten in den täglichen Gebrauch übergegangen sind? So hat nun auch seit ungefähr einem Jahre ein neues Präparat Verbreitung gefunden, daS durch seine vortrefflichen Eigenschaften, seine Ausgiebigkeit und Billigkeit alle Fleifchextratte übertrifft, bekannt unter dem Warnen SittS. Schon bisher durch Wohlgeschmack und angenehmen Geruch aus­gezeichnet, ist Siris in neuester Zeit durch eine verbesserte Habrikalionsmethode auf eine Höhe der Vollkommenheit gebracht worden, daß keine Hausfrau, die einen Versuch damit gemacht, eS ferner entbehren will. Bei den über alles Erwarten hohen Fleisch- preisen, die aller Voraussicht nach noch werter steigen werden, ist in Sins ein Mittel zur Abwehr der tzleischnot gefunden, das feinet Billigkeit wegen auch den Aermsten zugänglich ist. Mit StriS kann jede Hausfrau wieder eine ausgezeichnete wohlschmeckende, bet besten Fleischkraftbrühe gleichwertige Suppe auf den Tisch stellen, ohne ihr Ausgabenkonto zu belasten. Wenn aber auch die Fleisch­preise sinken, wenn vielleicht die Grenzen geöffnet und der Fleisch- not gesteuert wird SiriS, in allen besseren Kolonialwaren- ic. Handlungen erhältlich, wird, einmal eingeführt, auS den Haus­haltungen nicht mehr verschwinden dafür bürgt einfach ferne Vartrefflichkeit. 6618

Präsident Wirkt. Geh. Dberjufti&rat Tr. Hagens luamcnö der Rechtspflege des Oberlandesgerichtsbezirks Frankfurt, und der Präsident der hiesigen Handelskammer General­konsul I. Andrege.

Nach dieser Reihe von Ansprachen erteilte der Vor­sitzende dem Kommerzienrat Seligm ann-Köln das Wort zu seinem Vortrag: ^ur Revision des Börsen­gesetze S". Die Klagen betreffen namentlich zivei Punkte: 1. das Verbot des Börsenterminhandels und 2. die Ein­führung des Börscnregisters. Der Mangel einer rechts­verbindlichen Grundlage der abgeschlossenen Terminge­schäfte führte in der Periode des Niederganges zu dem Dif f er enzeinwand. Die rigorose Rechtsprechung der Gerichte wirkte noch wesentlich verschärfter und führte zu einem Zustande der Unsicherheit, der jede geschäftliche Thätigkeit lahmlegte. Äne weitere Folge des Termin­verbotes war die Auswanderung des Geschäftes nach dem AuSlande, die außerordentlichen Umfang angenommen hat und die AuSlandbürfen mit Aufträgen versorgt, während die deutschen Börsen zurückgehen. Eine gründliche Remedur des DörsengesetzeS ist bei der gegen­wärtigen Zusammensetzung der gesetzgebenden Faktoren aus­geschlossen, weshalb es sich empfiehlt, unter Wahrung deS grundsätzlichen Standpunktes wenigstens für die bekannten Äbändcrungsanträge einzutreten und zu wirken. (Lebhafter Beifall.)

Ter Korreferent Direktor Dr. En bemann- Hannover giebt zunäcl>st einen Ueberblick über die Entstehung deS Börsengesetzes. W seinerzeit die Enquete ein fetzte, war es nicht die Absicht der maßgebenden Kreise, ein derartiges Gesetz zu schassen. Tie schlimmsten Be t immun gen sind erst in der Börsenkommission in das Gesetz gekommen. Bei der Reform handelt es sich nur noch um das ,,Wie", nicht mehr um daSOb". Es bandelt sich um ein wirklich natio­nales Interesse. Tas Gesek ist ein Glied in der Kette der reaktionären Gesetzgebung des letzten Jahrzehntes, und der stampf gegen dieses Gesek erscheint als ein Teil deS Kampfes, den das Bürgertum in seiner Gesamtheit gegen bie Mächte des wirtschaftlichen Rückschrittes zu fahren hat. Es ist der Kamps zweier Weltanschauungen, der über­wunden werden muß. (Langanhallender stürmischer Beifall.)

Heute mittag 12i/a Uhr sand eine Besichtigung der Börse mit anschließendem Imbiß, gegeben von der Handels­kammer, statt. Der Nachmittag brachte Abteilungssitzungen Tie erste Abteilung trat in die Erörterung des Börsen- esetzeS ein und nahm schließlich einstimmig drei Er- lürungen an Tie erste geht dahin, daß das Börsen- gesetz die w ir tschaftlichenZwecke, denen eS dienen ollte, in keiner Weise erreicht, dagegen schädliche Wirkungen aller Art im Gefolge gehabt hat. Tie zweite Erklärung verlangt Abschaffung des Börsen-Re- gisterS, Aufhebung deS Verbotes des Ter­minhandels in Anteilen von Bergwerks- una Fabrik- unternehmungen, sowie in Getreide- und Ni ü h l en - abrifaten und Streichung ober Aenderung des § 764 des bürgerlichen Gesetzbuches betreffend Diffcrenzeinwanb. Falls diese Wünsche undurchführbar sein sollten, werden drittens folgende Maßnahmen verlangt: Der Kreis der Personen, welche sich durch Vörsentermingeschäste rechts- giltig verpflichten können, muß erweitert werden. Als Termingeschäfte im Sinne des Börsengesetzes sollen ledig­lich biejenigen Geschäfte gelten, auf welche bie Definition bes § 48 zutrifft. Tie zivilrechtliche Wirksamkeit abge- chlossener Geschäfte soll burch bas Verbot des Börsen­terminhandels nicht berührt werden. Zeitgeschäfte in Waren zwischen Erzeuger und Verbraucher sollen nicht als Termin- gcschäfte gelten. Endlich soll bie Anfechtung von Geschäften auf Gruiid bes Tinerenzeiitwanbes zeitlich begrenzt, bie Giltigkeit ber Anerkenntnisse und bie Haftung bestellter Sicherheiten ausgesprochen und bie Rückforderung des einmal Geleisteten ausgeschlossen werden. Ferner erklärte ber Bankiertag, baß reine Differenzgeschäfte im Sinne des § 764 an deutschen Börsen nicht vorkommen, ebensowenig Abschlüsse ohne ein wirklich ausgeführtes Termingeschäft.

Um 4 Uhr konstituierte sich die dritte Abteilung unter dem Vorsitz von Geh. Oberfinanzrat Müller von der Dresdener Bank in Berlin. Prof. Dr. Lo tz-München re- erierte überDie wirtschaftliche Krisis des Jahres 1901", welche er auf fünf Gruppen von Erscheinungen zurück- ührt. ES fei, so ernst auch die Wirkung dieser Ereignisse fei eine Uebertreibung, wenn man die Kurs- Einbußen gegenüber den höchsten Preisen auf das gesamte Kapital berechnet, als Verlust am National-Vermögen hin­stelle. Es sei wahrscheinlich, daß trotz ber Verluste Einzelner die gesamte Kaufkraft der Nation gegen 1890 ober 1895 nicht zurückgegangen, sondern gestiegen sei. Soll der Gesetzgeber geroi|je Uebelstänbe beheben können, so ist erforderlich, baß bie Bank,achleute ihre Stimme für bie Forberung ber Fortsetzung ber Handelsvertrags- Politik des Grafen Caprivi und für die Reform des Börsengesetzes nicht nur als Sonder-Organisation erheben, sondern auch ihre Fachkenntnis und ihren Einfluß mehr als bisher burd) Beteiligung am öffentlichen Leben geltend machen.

DaS Korreferat hielt Direktor Steinberg von der Westdeutschen Bank in Bonn, der das Thema vom Stand­punkt des Praktikers aus behandelte und seine Ausfüh­rungen mit einem großen statistischen Material belegte und zum Schlüsse elf Leitsätze zur Verhütung von Wirt­schaftskrisen aufstellte.

Zum Schlüsse der Verhandlungen wurde eine Anzahl vom Vorstände vorgelegter Leits ätze angenommen,Iwelche sich mit den Ursachen der Wirtschaftskrisis und Vorbeug­ungsmitteln beschäftigen. Es wurde eine regere Beteiligung des Banlierstandes am öffentlichen Leben verlangt, damit in Fragen, für die er der berufene Sachverständige sei, auch seine Stimme gehört werde. Am Abend fand im Opernhause Festvorstellung statt.

eebQti. du G«binde pfn jfit.lr.nd Frdreachtigkeit elnftch c.billig durch Ander-

Aüöjllg aus dru Ltaudroamtsrrslstkro der Stadt Stetzeu.

Aufgebote.

Am 13. Sept. Carl Wilhelm Genanagel, Bäcker dahier mit Sophie Karolme Klingelhösser Hierselbst. Am 16. Sept. Georg Karl Hüttenberger, Kaufmann dahier mit Johanna Flaria Marie Stenzel Hierselbst. Wilhelm Schnabel, Bankbeamter m Frankfurt a. M. mit Katharina Lina Weeg dahier. Den 17. Seot. Otto Adolf Beuiert, Kutfcher dahier mit Elise Männche hiefelbst. Am 18. Sept. Karl Ernst Christel, Hotelbesitzer in Kassel nut Helene Asch dahier. Am 19. Sept Johann Heinrich Dörmer, Forstgartcn- ausseher dahier mit Katharine Engel in Rüddingshausen.

Lhcschltcßungcn.

Am 16. Sept. Heinrich Pfaff, Taglöhner dahier mit Christiane Katharine Mosbach, geb. Jünger hierselbst. Am 17. Sept. Carl Wilhelm Hermann Christian Georg Weidig, Kaufmann dahier mit Karolme Kraft hierselbst.

Geborene.

Am 9. Sept. Dem Taglöhner Karl Appel eine Tochter, Klara. Am 11. Sept. Dem HülfSweichensteller Ludwig Friedrich eine Tochter. Am 12. Sept. Dem Fuhrmann Karl Leschhorn em Sohn. Am 18. Sept. Dem Taglöhner Gerhard Schepers ein Sohn, Emil Adolf. Tem Kaufmann Edgar Borrmann eine Tochter, Johanna Margarethe Marie Elisa Emma. Am 14. Scpt. Dem Bautechniker Johann Georg Pairan eine Tochter, Auguste Elisabeth. Tem Bauunternehmer August Scheppelmann ein Sohn, Bruno August Franz Wilhelm. Am 15. eept. Tem Aahnarbeiter Phi­lipp Deibel eine Tochter. Tem Landwirt Friedrich Lyncker eine Tochter. Dem Straßenkehrer Philipp Werner eine Tochter Marie. Am 16. Sept. Tem Hauptmann und Compaflniechef Paul Nücker eine Tochter, Hertha Huberta. Tem BlumeuhMidler Heinrich Rüger eure Tochter, Dorothea Emnia.

Gestorbene.

Am 12. Sept. Johannette Noll, geb. Schürz, 83 Jahre alt, Wittwe deS Flurfchüyen Jakob Noll dahier. Karl Ludwig Schäfer, 52 Jahre alt, Schremermeister dahier. Am 13. Sept. Cäcilie Geismar, 62 Jabre alt, Lehrerin dahier. Am 17. Sept Elise Seeger, 1 Jahr alt, Tochter des Schlossers Paul Seeger dahier.

die Hofraite deS Landwirt- Heinrich Weber daselbst total nieder. An Rettung war nicht zu denken, zumal um diese Früh stunde bie Bewohner des Orts nicht sobald zur Stelle waren. Es gelang inbessen ber schließlich herbeigeeilten Feuerwehr noch, ein weitere- Umsichgreifen deS Feuer- zu verhüten. DaS Vieh würbe gerettet, alle- andere ist verbrannt. Weber ist versichert. Die Entstehung deS Feuer- um diese Stunde erscheint unbegreiflich.________

Der erste allgemeine dent.che Ncvkieriag.

Fr ankf urta. M., 19. Sept.

Tie erste Plenarsitzung würbe heute im großen Saale deS Saalbaues in Anwesenheit von Vertretern der Reichs-, Sandes-, Provinzial- und städtischen Behörden burch den Vorsitzenden des Zentralverbandes des deutschen Bank- unb Bankiergewerbes, Justizrat Tr. Rießer - Berlin, er­öffnet. Ungefähr 800 Teilnehmer erschienen. Die Versamm­lung wählte Justizrat Tr. Rießer per Akklamation zum Vorsitzenden des 1. deutschen Bankiertages. Tr. Rießer dankte für die Wahl und begrüßte bann namens des Zentralverbandes bie nach Zcchl und Namen glänzende Versammlung. Zum erstenmale sei ber deutsche Bankier- stand einig. Redner legte dann die Ziele und Ausgaben deS als bauernde organische Einrichtung gedachten Bankier­tages bar. Es gelte, ber lähmenden Mutlosigkeit und Apathie, die den deutschen Bankierstand ergriffen, ein Ende zu bereiten und das fast entschwundene Standes- bewuhtsein des deutschen Bankiers zu stärken. Die Leiter großer wirtschaftlicher Unternehmungen seien ganz besonders berufen, dem öffentlichen Wohle Rechnung zu tragen. Man wolle keine besonderen .Vorrechte ober Vorteile erstreben, aber auch nicht länger Versuchsobjekt ber Gesetzgebung fein. Er hoffe, baß bie Regierung dieNovellezumBörsen- gesetz im Reichstage mit aller Energie vertreten werbe. Trotz allem, was vorgeVommen, stehe bie beutsche Bank- Well nicht an, rücksichtslos zu erklären, baß ihr bie ge­deihliche Entwickelung unserer Lanbwirt- schäft an sich und schon beShalb am Herzen liegt, weil ber Bankierstaiid auS seinen Erfahrungen seinerseits schon längst bie Lehre gezogen habe, da'tz die Gesamtwirtschaft leiden muß unter der Notlage eines einzelnen Standes.

Es erfolgte nunmehr die Wahl des Mireaus und der Vorsitzenden der einzelnen Abteilungen. In Vertretung des Reichsamtes des Innern begrüßte sodann Geh. Oberregie- rungsrat Hauß den ersten deutschen Bankiertag. Er hoffe, daß die Verhandlungen einen befriedigenden und erfolgreichen Verlauf nehmen möchten. Für daS wirtschast- licye Leben unseres Vaterlandes sei es in ber Thal eine bebeutsame Erscheinung, baß zum erstenmale eine hoch- angesehene Versammlung von Vertretern bes Bankier­standes sich hier zusammengefunben habe, um ihre Wünscke und Befürchtungen, chre Hoffnungen und Beschwerden in persönlichem Meinungsaustau, ch zu erörtern. Tie zu ver­handelnden Gegenstände seien für das ganze Erwerbsleben Teutschlatids von eingreifender Wichtigkeit, und aus dieser Betrachtung heraus haben die beteiligten Ressorts der Reichsverwaltung die Einladung zur heutigen Tagung an­genommen. Tas Ergebnis ber Beratungen werbe an zu- ftänbiger Stelle lebhafte Würdigung finden. (Lebhafter Beifall.)

Namens bes preußischen Handelsministers Möller gab Geh. Oberregierungsrat Wendel stabt dem Bedauern deS Ministers Ausdruck, nicht durch persönliches Erscheinen sein reges Interesse für deutsches Bank- und Börsenwesen zu bekunden. Es rönne zu ber heutigen Zell nicht Wunder nehmen, baß der deutsche Bankierstand, ber an ber Ge­staltung unserer wirtschaftlichen Gesetzgebung ein so großes Interesse habe, das Bedürfnis empfunden habe, sich zu einem Verbände zusammenzuschließen. ES könne feinem Zweifel unterliegen, baß, wenn auch Mißgriffe vorgekornmen und selbst schwere Verfehlungen Einzelner zu beklagen feien, ber beutsch? Bankierstand als Ganzes auf der vollen Höhe seiner Ausgabe stehe. Er habe an dem gewaltigen Aufschwung unseres nationalen wirtschaftlichen Lebens red­lich mitgewirkt. Mögen, so schloß Redner, Ihre Verhand­lungen so gründlich und so anreaenb, so fruchtbar und vor­nehm verlaufen, wie eS der Würde und der Bedeutung Ihres Standes entspricht! (Lebhafter Beifall.)

Ter Oberpräsident ber Provinz Hessen-Nassau, Graf Heblitz-Trützschler, sprach bie besten Wunsche der Provinzialbehöroe für einen gedeihlichen Verlauf der Ver­handlungen auS und begrüßte es mit großer GenugthuunK daß für die erste Tagung des BankiertageS die Stadt Frankfurt gewählt worden sei.

Weitere Ansprachen hielten Senator Dr. Nebekthau in Vertretung deS Bremer Senats, Oberbürgermeister Ad ickes namens der Stadt Frankfurt, Oberlandesgerichts-

Warnung!

Die meinten Xnc' h'-nincgen ynnD' Uommelc Haematngph werden, um da* D. K i nu. e ,övi tu umgeben, mt Zuni ieuuume von A"lher bereitet, ein Z-ealz, der insbesondere lür Kiuder und Kervöee direkt Bchidlicb ist. Um sicher sa sein, dae aetberfreie Original-Präparat tu erkalten, verlange man stete ausUruca.icb Dr. Hommels Haematogcn und achte auf die Schotzmurke5äu- geu-ie Löwin. ^410