Ausgabe 
20.9.1902 Erstes Blatt
 
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** DaS Justizministerium hat soeben an sämt­liche Staatsanwaltschaften und Justizbehörden deS Landes ein Ausschreiben folgenden Inhalts gerichtet: ,Menn gegen einen O s s i z i e r des Beurlaubtenstandes aufZuchthaus- [träfe, auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte uiü) auf Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter rechts­kräftig erkannt worden ist, so ist das Urteil in beglaubigter Abschrift unmittelbar dem Präsidenten deS Reichsmilitär- gerichtö zu übersenden.

* Die Herzogin von Anhalt, welche sich z. Z. <ur Kur in Bad Nauheim besindet, kam gestern Alorgen 9,45 Uhr nach Gießen und begab sich zur Untersuchung ihrer Augen in die Augenklinik. Um 12,6 Uhr kehrte die Herzo­gin wieder7 nach Bad Nauheim zurück.

- Zu den Landtagswahlen. In Friedberg stellten die Freisinnigen als Gegenkandidaten des nat.-lib. Justizrat Jäckel den freis. Beigeordneten Damm auf. Die nat.- lib. »Wormser Ztg." schreibt: In einem hiesigen, sowie in auswärtigen Blättern gefällt man sich darin, fortgesetzt die Behauptung zn verbreiten, daß der seitherige Landtags­abgeordnete Reinhart in WormS durch den Oberbürger­meister Köhler daselbst ersetzt oder verdrängt werden solle. Es sind dies leere Erfindungen, die jeder Unter­lage entbehren, deren Zweck aber nur allzu deutlich ist. Wir sind ermächtigt zu erklären, daß Herr Oberbürgermeister Köhler nicht daran denkt, Herrn Reinhart, wenn dieser das Mandat für den Landtag wieder annehmen will, das Man­dat streitig zu machen, und daß Herrn Reinhart dies auch genau bekannt ist.

r. Das Kaisermanöver soll wie wir schon mit­teilten und wie jetzt bestimmt verlautet im nächsten Jahre in der Gegend von Gießen, Grünberg, Marburg, Kirchhain stattfinden.

1, Von dem Manöver in derWetterau wird uns aus Friedberg geschrieben: Da das Wetter gestern günstig war, so wurde das angesagte Divisionsbiwack (25. Dio.) bezogen, und zwar bei Erbstadt, Bönstadt, Eichen und Kaichen. Gestern wohnte der Großherzog wiederum dem Manöver bei. Heute (Freitag) rückte die 25. Division über die Nidder süd­wärts vor. Der Divisionsstab verläßt heute ebenfalls Fried­berg. Hierorts merkt man fast nichts mehr von den Manöoern. Die Abschätzungskommission für die durch die Manöver entstandenen Flurschäden hat sich bereits von hier ins Manöoergelände begeben, um ihre Thätigkeit aufzunehmen. Der Schaden ist bei manchen Orten infolge des Regenwetters bedeutend; so ist auf dem Gelände zwischen Butzbach MünzenbergRockenberg, wo zuerst Brigade-Exerzieren war, das Feld stark mitgenommen. Im Kreis Gießen beginnt ihre Thätigkeit am 22. September.

'* Hessische Handwerkskammer. Am 26. und 27. September ds. Js. findet der 3. Deutsche Hand­werks- und Gewerbekammertag in Leipzig statt. Die Tagesordnung umfaßt: Begrüßungen; 1. Regelung des Submissionswesens (Berichterstatter: Handwerkskammern zu Darmstadt und München); 2. die Alters- und JnvaliditätS- versicherung der selbständigen Handwerker (Berichterstatter: Handwerkskammer zu Breslau); 3. Eintragung von Hand­werkern inS Handelsregister (Berichterstatter: Handwerks- fammer zu Erfurt); 4. Sachverständige auS dem Hand­werkerstand (Berichterstatter: Handwerkskammer zu Wies­baden; 5. Gutachten über den Befähigungsnachweis für die Baugewerbe (Berichterstatter: Handwerkskammer zu Hannover); 6. Meistertitel und Lehrlingsanleitung (Berichterstatter: Hand­werkskammer zu Harburg und Posen); 7. Mittel zur Förde­rung des Handiverks (Berichterstatter: Gewerbekammer zu Hamburg); 8a. Anerkennung der Prüfungszeugnisse der Fach- und Gewerbeschulen (Berichterstatter: Handwerkskammer zu Weimar); 8b. Fachschulen (Berichterstatter: Handwerkskammer zu Köln); 9. Einführung von Arbeitsbüchern für Gesellen (Berichterstatter: Handwerkskammern zu Straßburg und Desiau); 10. Abänderung von § lOOq der Reichsgewerbeordnung (Berichterstatter: Handwerkskammer zu Frankfurt a. O.); 11. Abschluß des Lehrvertrags zwischen Vater und Sohn (Berichterstatter: Handwerkskammer zu Darmstadt); 12. Preis­ausschreiben für Leitfäden zur Einführung in das für die Ge­sellen und Meisterprüfungen erforderliche allgemeine Wissen lBerichterstatter: Gewerbekammer zu Lübeck).

(?) Vergrößerung unserer Stadttbeater- Bühne. Während der Ferien hat man im Tyeatersaal des Cafe Leib die Bühnen, mrichtung bedeutend verbessert. Durch Errichtung eines neuen, wesentlich vergrößerten Kulissenspeichers ist es möglich geworden, der seitherigen Bühne eine weitere, sogenannte Hinterbühne atrzusügen und so den Bühnenraum, der bisher 8 Meter tief war, auf 17 Meter zu erweitern. Es wird hierdurch erstens, wenn nötig, größerer Raum auf der Bühne selbst geschaffen, weiter aber wird damit die Möglichkeit eines weit schnelleren Szenenwechsels erreicht. Ter Theatermeister Jenny versicherte uns, daß z. B. die Vorstellung von Faust, welche sich auf der bisherigen kleineren Bühne, infolge der vielen Verwandlungen, bis nach 12 Uhr aus­dehnte, durch die neuen Einrichtungen, die mit der BÜHnen- vergrößerung getroffen wurden, um mindestens 40 Mi­nuten früher beendet werden würde. Am zweiten Theater- Abend, für welchen die Aufführung von Maria Stuart in Aussicht genommen ist, werden die Theaterbesucher die Wirkung der vergrößerten Bühne unseres Theaters zu be­urteilen Gelegenheit finden.

!?Die Schweine schlachtungen in unserer Stadt sind in den letzten fünf Monaten dieses Jahres gegen den gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres um ca. 500 Stück zurückgegangen. Es ist dies zweifellos auf die gegenwärtige Fleischteuerung zurückzusüyren.

gg. Lollar, 19. Septbr. DaS hiesige Stations­gebäude wird in aller Kürze einem Neubau unterzogen. Die Unterführungen unter den Geleisen sind fertig. Der Zu­gang zu den Zügen erfolgt in Zukunft durch zwei Tunnels. Die neue Strecke GrünbergLondorfLollar führt zurzeit vor unserer Station ins Hauptgeleise der Main-Weser-Bahn, später soll die Londorfer Bahn einen eigenen Bahnsteig er­halten und hinter der Station ins Hauptgleis führen.

§ Butzbach, 19. Sept. Heute mittag wurde im «Hessi­schen Hof" die bis 22. I. Mts. einschl. währende «Ober- hessische ObslaussteUung" eröffnet. Ter große Saal ist reichlich besetzt mit prächtigen Früchten jeder Obstsorte aus unserer Provinz, wie denn auch Prachtexemplare von Zwerg- bäumchen am Eingang des SaalbaueS ausgestellt sind. DaS gegenwärtige Arrangement übertrifft in Bezug auf Reichhal­tigkeit und Manniafalligkeit der Beschickung die frühere) Aus­

stellungen und bietet mehr als je dem Besucher ein präch­tiges und interessantes Bild. Der Eintrittspreis beträgt nur 30 Pfg. Als Neuerung auf der Ausstellung sind die Zehn- Pfund-Obstkörbchen besonders zu erwähnen, sowie die Tom­bola, wozu em Los nur 20 Pfg. kostet. Auch ist eine Nach­weisstelle für Obstangebot und -Nachfrage eingerichtet.

e. Bad-Nauheim, 19. Sept. Seit gestern ist es in Nauheim still geworden, das Militär ist abgerückt. Tie fünf Tage Masseneinquartierung hatten unserer Badestadt viel Leben und Unterhaltung gebracht und die Kurgäste nahmen die angenehme Abwechslung in dem etwas ein­tönigen Kurleben gerne mit. Gestern weilten noch, nach amtlicher Feststellung, 1892 Kurgäste hier,' gegen 1851 zur gleichen Zeit im Vorjahre. In der letzten Woche sind 294 Kurgäste hier angekommen und die Gesamtfrequenz des Babes beträgt nun 22007 Kurgäste, gegen nur 19 408 zur selben Zeit im vorigen Jahre. Es ist mithin ein Mehr von 2599 Personen zu verzeichnen. Im Jahre 1899 hatten wir mit 22 411 Personen (bis zum 1. Oktober) die höchste Frequenzzahl; da wir bereits jetzt, am 18. September, 22 007 Kurgäste haben, so ist es möglich, daß in diesem Jahre am 1. Oktober eine noch höhere Frequenz wie 1899 zu verzeichnen ist, gewiß zum Teil infolge der außerordentlichen Reklamen durch das neueVerkehrs- Bureau". Bäder würben bis gestern 288 570 abgegeben, 7307 mehr wie 1901.

m. Friedberg, 19. Sept. Am 29. d. M. wird die Studentenverbindung «Chattia" ihren so sehr be­liebt gewordenen Familientag in den Räumen des Casinos feiern. Hoffentlich wird sich, wie immer, eine ansehnliche Zahl von Alten Herren, Ehrenphilistern und Aktiven mit ihren werten Familienmitgliedern einfinden, um den erneuten Beweis zu liefern, daß, ähnlich wie bei dem in den ersten Tagen des Juli so überaus schön verlaufenen 20jährigen Stiftungsfeste, das Band der »Freundschaft und der Treue" sich nicht nur um die Alten Herren und die aktive Ver­bindung , sondern auch um deren Familienangehörigen schlingen soll.

Darmstadt, 19. Sept. Der Starkenburg ische und Ober hessische Missions-Verein, die sich im Mai b. I. in Frankfurt a. M. zu einer Hessischen Missions-Konferenz k zufammengeschlossen hatten, hielten gestern im großen Saale des Stadtmissionshauses ihre diesjährige, zahlreich besuchte Jahresversamm­lung ab, die durch Oberkonsistorialrat Petersen eröffnet wurde. Nach herzlicher Begrüßung der Erschienenen durch den Vorsitzenden, Landgerichtsdirektor Dr. Kolb, und einem Ueberblüf über die Vereinsthätigkeit im letzten Jahre durch den Schriftführer, Pfarrer Röm Held von Pfungstadt, er­hielt Pfarrer Eppler von Basel das Wort zu seinem Referate:Katholische und evangelifche Mis­sionspraxis". Aus vollster Beherrschung des Stoffes heraus schilderte er darin die Verschiedenheit der Leitung, der gesandten Missionare, der Sendungsaufgabe, der Sen­dungsmittel und der Sendungserfolge der Mission der katho- nfajen und der evangelischen Kirche und fand für feine klaren und warmen Ausführungen die lebhafte Zustimmung der Versammlung. Das zweite Referat des Tages erstattete sodann Hoskaplan Palmer von Schönberg über das Thema:Die Feier unserer Missionsfest e". Es folgte die Organisation der neu gegründeten Hessischen Mifsionskonferenz und die Beratung der vorgeschlagenen Statuten, die einstimmige Annahme fanden. Die Kon­ferenz hat demnach den Zweck, ihre Mitglieder und Freunde auf dem Wege wissenschaftlicher Arbeit tiefer in das Ver­ständnis der Theorie und Praxis der Missionsfragen ein­zuführen. Sie sucht diesen Zweck zu erreichen durch die Jahresversammlung, ein Jahrbuch und eine Bibliothek. Stimmberechtigtes Mitglied kann jeder evangelische Christ werden, dem die Heidenmission am Herzen liegt und der einen Jahresbeitrag von 1 Mk. entrichtet. Bei der sodann vorgenommenen Wahl des Vorstandes für die Jahre 19021907 wurden gewählt: zum Vorsitzenden Landgerichts­direktor Dr. Kolb in Tarmstadt, zum Schriftführer Pfarrer Römheld in Pfungstadt, zum Rechner Hofkaplan Palmer in.Schönberg, sowie zu Beisitzern Dr. M. Rieger in Darm­stadt, Pfarrer Walz in Bessungen, Pfarrer Betzler in Mör- selden, Pfarrer Schlosser in Gießen, Stiftspfarrer Weber in Lich und Dekan Hainer in Hungen. Zum Orte der nächstjährigen Konferenz wurde Friedberg gewählt.

N. H. V.

Mainz, 19. Sept. Die hiesigen Ochsenmetzger hatten dieser Tage in den Wirtschaftsräumen des städtischen Schlacht- und Viehlwfes eine Versammlung anberaumt, um eine Erhöhung des Preises des Ochsenfleifches infolge der höheren Einkaufspreise von lebendem Vieh ein- treten zu lassen. Eine kleine Gruppe von Metzgern dieser Branche erklärte aber ,daß sie sich dem von der Mehr­heit der Metzger beabsichtigten Preisaufschlag vorerst nicht a n s ch l i e ß e n würden, sondern daß sie nach dem seit­herigen Preise ihr Vieh ausschlachten würden. Da es durch den negativen Standpunkt dieser kleinen Gruppe der Majo­rität der Metzger nicht gelang, einen geschlossenen Ring für die Erhöhung des Preises des Ochsenfleisches äu «erlangen, so wurde es vorerst beim Alten be­lassen.

Bingen, 18. Sept. Im Kreisamtsgebäude sand eine Versammlung des Landwirtschaftlichen Vereinsbezirkes Bingen statt. Tie Versammlung war einberufen worden, um Stellung zu dem Antrag Haas und Genossen in der Zweiten Kammer, die Errichiung einer Landwirt­schaft s k a m m e r betr., zu nehmen. Tiefer Antrag war f. Zt. von der Zweiten Kammer angenommen, von bet Ersten Kammer aber abgelehnt worden. Bei der nächsten Tagung des Landtages nun wird die Regierung eine Vorlage betr. Errichtung einer Landwirt­schaft s k a m m e r einbringen, mit der sich die Kammern zu beschäftigen haben werden. Nach längerer TiS- kussion sprich: sich der Verein dahin aus, oaß er für die Errichtung einer Landwirtschaitskammer ist. Nur wünscht beleihe, daß Rheinhessen gicidjbcrcajtigt den an­deren Provinzen, welche zusammen 26 Abgeordnete in genannter Kammer haben füllen, ivähreno Rheinhessen nur 10 Abgeordnete stellen soll, behandelt werden möge. Auch müsse die Steuerlrast Rheinhessens ui dieser Hinsicht berücksichtigt werden.

Vermischtes.

Danzig, 20. 2ui^.^ch des Verkaufes von Patronen in einem Eisenlaben ging ein Gewehrschuß l o s. Ein vorübergehender KommiS Weihnacht wurde er- schossen. .

* Pforzheim, 18. Sept. Zwischen zwei hiesigen jugendlichen Rechtsanwälten, die beide Risirveoifi- iiere sind bestand icbon »anae ein ernstes ZerwkirjniS, das

aus geschäftliche Tifferenzen zurückzusühren ist. Vor einigen Wochen ließ sich nun der eine, Dr. Dämmert, eine un­ziemliche Bemerkung gegen seinen Kollegen Tr. Kratt vor Gericht zu Schulden kommen, worauf dieser ihm Ohr­feigen anbot. Tie Folge war eine Pistolenforde- rung Dammerts an Kratt, die dieser jedoch mit Entschieden­heit ab lernte. Nach der Ablehnung unterbreitete Dämmert die Angelegenheit dem militärischen Ehren­gericht, das beide Herren wegen ungebührlichen Ver­haltens aus dem Offizierkorps aus schloß. Ter Kaiser jedoch, dem alle derartigen Entscheidungen zur Be­stätigung vorzulegen sind, änderte das Urteil des Ehren­gerichts dahin ab, daß Tr. Jammert lediglich ein Ver­weis erteilt wurde, während Dr. Kratt den Abschied erhielt. .

* Stockholm, 19. Sept. Der BallonSo e n S ke", welcher heute nachmittag mit dem Kapitän Unge und dem Ingenieur Wykander aufstieg, explodierte kurz danach hoch in der Luft und stürzte in der Nähe von Henrikbopg, dicht an der Stadtgrenze von Stockholm, zur Erde. Beide Insassen kamen mit dem Leben davon.-

* London, 19. Sept. Bei Putney Bridge stießen heute zwei Automobilwagen zusammen. Drei Damen wurden tödlich, ein Heizer leicht verletzt.

* W i e n, 19. Sept. Tie von dem Beamten der Länder­bank Jellinek veruntreute Summe beträgt nach den neuesten Feststellungen rund 4,6 Millionen Kro­nen. Tie Veruntreuungen wurden bewerkstelligt durch betrügerische Manipulationen mit Checks und durch Fälsch­ung von Rechnungsbelegen. Ter Summe stehen ver­schiedene Guthaben Jellineks bei verschiedenen Wiener Firmen von rund einer Million gegenüber, ferner Investi­tionen von verschiedenen Jndustrieunternebmungen im Be­trage von 2,4 Millionen Kronen. Wie dieNeue Freie Presse" meldet, wurde unter dem Verdachte der Mitschuld an der Defraudation bei der Länderbank der Chef einer Automobilfabrik, Namens Adolf Pollakverbastet. 9lach Meldung der heutigen Abendblätter ist der Polizciverwal- tung die Meldung zugegangen, daß Jellinek Selbst­mord verübte. Einer hiesigen Lokallorrespondenz zu­folge wurden am Donaugelände bei Krems in Nieder­österreich auf den Namen Jelinek lautende Papiere und Briefschaften vorgefunden. Es ist nicht sestgestellt, ob Jellinek wirklich durch einen Sprung in die Donau seinem Leben ein Ende machte. Tie Polizei meint vielmehr, daß Jellinek den Selbstmord fingiert habe, um die Polizei irre zu führen. Tie Polizei, die eine eigene Kommission nach Krems entsendet, verfolgt eine Spur in Traismauer, wo Jellinek heute vormittag gesehen wurde. Tie Länderbank sichert für Angaben, die zur Festnahme Jellineks führen, 1000 Kronen Belohnung, und demjenigen, der die Leiche findet, 200 Kronen zu. I. bezog ein Jahresgehalt von 5000 Kronen; er war reich verheiratet, lebte einfach und galt als musterhaft und pflichttreu. Er nahm niemals Urlaub und genoß das größte Vertrauen feiner Vorgesetzten. Tie Länderbank galt bisher geradezu als Muster strengster Kontrolle. Tie Direktion der Länderbank teilte mit, daß genügende Gelder zur Deckung der Unterschleife Jellineks sichergestellt seien. __

Kandel und Verliehe. Volkswirtschaft.

Gelsenkirchener BergwerkS-Attieu-vesellschast. Ter Einnahme-Ueberschug betrug im Monat August er. 11dl 972 Mk. gegen 1 076 67u An. im Juli er. nnb 1148 467 Alk. im August 1901. Der Einnahrne-Ueberschuß stellte sich in ben verflossenen 8 Monaten deS lausenden Geschäftsjahres aus 8 819 339 Mk. gegen 10 198 038 Alk. in derselben Zeit des Vorjahres.

- Die Steigerung der Aktien der Renen Boden-Aktien» Gesellschaft Berlin ist daraus zurückzusühren. daß die GeseUichast größeren Besitz in Wilmersdorf hat, welcher Ort, wie verlautet, in nächster Zeit städtische Versassuno erhalten soll.

Getreide. Das Äetreioegeschäst verlief während der ab» gelaufenen Woche mangels besonderer Anregung in unverändert ruhiger Stimmung. Die Forderungen sind schließlich etivaS ge­wichen und auch die Umsätze hielten sich in engen Grenzen. Roggen behauptet. Gerste ruhig. Haser unverändert. MaiS leit. Die heutigen Notirungen sind: Redwinter 11 Alk. 122123, Kansas 11 Alk. 124124.50, Saxonska Alk. 122-132, Süden . Weizen Alk. 121 bis Alk. 187, Rum. Weizen Alk. 124131, Rn . Roggen Alk. 99 bis Alk. 104, Russ. Futtergerste Alk. 91-92, Ru . Haser Mk. 114 bis Alk. 120, Russ. Haser Oktober-Rovember-Abldg. Alk. 105-110, La-Plata-Alais rye terms Alk. 105, Mixed- Mais Dezember - Januar - Abladung Mk. 90, per Tonne ob Rotterdam , ,

Tabak. Im Laufe der Berichtswoche ging es im Ein­käufe von neuen Sandblättern in den Gundiorten stürmisch zu und wurden die Orte Kirchheim zu 30-32 Alk., Plankstadt 3182 Mk^ Eppelheim 80 Alk., Oslersheim 80-31 Mk., Sandhosen 30 bis 32 Mk., Feudenheim, Käserthal, Friedrichsseld von 2527 Alk., Heddesheim 80, Lorsch 30-32 Alk. verlaust. DerEmkauk von Schneid- jandblatt dürste also so ziemlich beendet sein. Alan muß über das Gebahren der Händler beim Einkaus wirklich staunen, wenn man berücksichtigt, daß die Ware jetzt überhaupt iwch nicht richtig zu beurteilen ist und dieselbe während der Trocknung noch sehr ver­derben kann. Trotz der schon vieljach gemachten trüben Erfahrungen und der entftanbenen empfindlichen Verluste kann man sich immer noch mcht entschließen, den Einkauf in ruhiger Weise und richtiger Beurteilung der Ware vorzunehmen. In «eckenhenn wurde eine Partie Tabak, zirka 100 Zentner, von Produzenten an Händler zu 33 Alk. verkauft. Um übrigen liegt das Geschält in alten Tabaken zurzeit ruhig, es besteht also gar keine Beranlas|una, den Einlauf der neuen Ernte wieder in der sehr verwerflichen Art und Weise zu beginnen. Eine Partie neue Sandgrumpen wurde von Händler an Fabrikant zu 50 bis 51 Mk. umgesetzt. In losen Pfalzer Rippen geschästslos, lose seine 9 bis 9.50 litt, gebündelte 11 bis 12 Mark.

Märkte.

Gießen, 25. Sept. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butterpr.Psd. 1,10-1^0 Mk., Hühnereier pr. St. 7-8 Pfg., 2Stck. 0000 Psg., Gänseeier 00-00 Psg., Emeneier 0-0 Pfg., Haie or.Stck.59Ps.,Kasematte2Stck.00Psg., Erbsen pr.Liter 19Psg., Linsen pr. Liter 32 Psg., Tauben pr. Paar 0,650,80 Alk., Hühner pr. <dL 1 001,40 Alk., Hahnen pr. Stück 0,600,90 Alk., Enten pr. Sluck 2,002,30 'Dif., Gänse pr. Psd. 0000 Pfg., Ochsenfleijch pr. Piund 6076 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6064 Psg., Schweine­fleisch pr. Pfiiud 7080 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 68-70 Psg., Hammelsieiich pr. Pfund 5070 Pig., Kartossein pr. 100 «gr. 5,oo0,00 All., Weißt raut per Stück 0000 Psg., Zwiebeln pr. Zentner 4,004,50 Alk., Milch per Üiter 18 Psg. Aepsel per Psd. 000 Psg., in Korben 00-00 Psg. Trauben 0000 Psg.

Tie Marktzen dauert von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. Wegemianöe des Wochenmarkweikehrs dürsen uorjüeginn öer Marktzen überhaupt nicht und während der ersten drei -stunden der Martizen nur aus den dafür bestimmten und angeivieienen .'kiur.cn, cud) nichi nn llinherziehen, jcilgebotcn weiden.

£aniiu)iul|djaft.

() Tübingen, 19. Sept- Zu der in den Tagen vom 3. bis U. Ctrüber d. I. zu Büdingen stattfindenden 3. VerbandS-Ausstellung oberhejsischer flügelzücht er-Vereine, für die der Anmeidctermin heute abläufi, find die Meldungen ;ür auSzustcttcnde Hühner und für Wasicrgeftügcl überaus zahlreich eingegangen. Es