nurrrmer), 4. Tauchen nach Tellern, 5. Hechttauchen, 6. Rückenschwimmen (Wettkampf), 7. Springen, 8. Schnellschwimmen (Wettkampf), 9. Schulschwimmen, 10. Schnellschwimmen (spanisch, Wettkampf), II. Wasserballspiel, 14 Teilnehmer. Das Fest beginnt nachmittags 3% Uhr. Damenbesuch ist erwünscht.
w. Die Landwehr, welche ca. 400 Mann stark zu einer 14tägigen Uebung eingezogen war, ist heute stüh entlassen worden. Gestern Vormittag hat der Regiments- Kommandeur Oberst von Dewitz sich die Landwehr vorführen lassen und soll sich über deren Haltung re. sehr anerkennend ausgesprochen haben.
fg. Ausflug des Eisenbahn-Vereins Gießen. Der vor drei Jahren auf höhere Anregung ins Leben gerufene Eisenbahnverein Gießen hat auch in diesem Jahre in zwei Teilen am vergangenen Sonntag und Mittwoch einen gemeinsamen Ausflug gemacht. Die Eisenbahn- Verwaltung hatte hierzu jedesmal einen besonderen 30 bis 40 Wagen starken Sonderzug zur Verfügung gestellt. Dies- 7nal ging die Fahrt nach dem schönen, alten Residenz- und Kreisstädtchen Weilburg. Die Beteiligung war an beiden Tagen eine sehr starke und allgemeine. Schon um 111/2 Uhr sah man ganze Scharen zum Bahnhof pilgern, und der ganze Bahnsteig war gefüllt. Beamte, höhere und niedere, .Handwerker und Arbeiter mit allen Familienangehörigen hatten sich trotz des mißlichen Wetters eingefunden. Um 12 Uhr ging der gefüllte unb beflaggte Zug ab. Am Sonntag betrug die Zahl der Tettnehmer etwa 1700, am Mittwoch 1400 Personen. Jupiter pluvius zeigte sich am Sonntag dem Unternehmen wenig gewogen, so oah man sich manchmal in gedeckte Räume flüchten mußte. Am Mittwoch dagegen verlief das Fest ohne äußere Störung in bester Ordnung und heiterster Stimmung. Zwar waren bei den offenen Wagen in Weilburg helllederne und Lackstiefel von „gewöhnlichen" Stieseln bald nicht mehr zu unterscheiden, aber die liebe Jugend, welcher eine so lange Eisenbahnfahrt schon ein ganz besonderes Vergnügen bereitet, machte sich hierüber keine Sorge. Die Führung des Vereins erfolgte diesmal durch den neuen Vorstandspräsidenten Herrn Verkehrsinspektor Nordmann, und am Mtttwoch durch dessen Stellvertreter- Herrn Eisenbahn-Bauinspektor Schmidt. Vom Bahnhof Weilburg, wo die ganze Jugend des Städtchens mobil war, ging es unter klingendem Spiel nach dem Festplatze Restaurant Webers Berg, einem unmittelbar an der Stadt auf einer malerisch schönen Anhöhe gelegenen Lokale, woselbst zum Empfang und Bewirtung die nötigen umfassenden Vorberettungen getroffen waren. Bei Musik, Kaffee, Kuchen, Bier herrschte bald die ausgelassenste Freude, und es dauerte nicht lange, so mußten die Tanzordner antreten und sich der Jugend widmen. Verkaufszelte für Fleischund Backwaren waren zahlreich errichtet, auch Verkäufer von Ansichtskarten, die ja nicht fehlen dürfen, waren erschienen, auch fehlte es nicht an den unvermeidlichen Automaten rür Chokolade, Bonbons rc. Allenthalben freudige Gesichter, reger Verkehr unter einander ohne Unterschied des Dienstgrades. Und wenn auch bei solchen Gelegenheiten niemals der Tatt gegen die Vorgesetzten außer Acht gelassen wird, so zeigte doch das Zusammengehen und Halten aller, daß sich, hier jeder als Mttglied des Vereins, nicht als Vorgesetzter oder- Untergebener betrachtete. Die Kleinen, in allen Jahrgängen vertreten, wurden zu Zweien gesammelt und nach einem Rundgange durch Bretzel erfreut. Einzelne, Nichttänzer, Nichtraucher und andere Grübler machten zwischendurch Spaziergänge ins Städtchen, zum alten ehemaligen Residenzschloß, dessen Anlagen, Terrasse und Orangerie an das Lustschloß Sanssouci erinnert. Gegen 8.15 Uhr Erging Sammelruf zum Rückmarsch, da der Zug um 9 Uhr von Weilburg zurückfuhr. Es sind schöne, sorglose Stunden, diese Ausflüge, aus die sich der dienstbeladene Eisenbahner mit seiner Familie das ganze Jahr freut, und wie ost wird nicht die Frage aufgeworfen: „Wohin wird es wohl das nächste Mal gehen?"
N. Beuern, 19. Juni. Der Bursche des hiesigen Bäckermeisters wurde gestern Abend bei seiner Rückkehr mit dem Wagen zwischen Reiskirchen und Winnerod von einem -reduziert aussehenden Menschen angefallen und vom Wagen herunterzuziehen versucht. Der Straßenräuber erreichte jedoch seine Absicht nicht, dagegen hat der Bursche einen Messerstich in die Hand erhalten.
Friedberg, 19. Juni. Nach der, jetzt veröffentlichten 'Aufstellung über die im laufenden Rechnungsjahre zu erhebenden Umlagen in unserem Kreise ist heroorzuheben, daß Bad-Nauheim an erster Stelle steht. Es wurden erhoben in Bad-Nauheim 205 000 Mark
„ Friedberg 154 600 „
„ Butzbach 31 100 „
„ Vilbel 20 800 „ usw.
-L- Laubach, 19. Juni. Gestern ist hier ganz unerwartet eine bisher in weiteren Kreisen beliebte Persönlichkeit, der StadtrechnerSchreiner, v er ha stet worden. Schr., ein in jüngeren Jahren stehender Mann, der sich des Vertrauens von Hoch und Niedrig erfreute, mäßig lebte und allgemein als tüchtiger und zuverlässiger Beamter angesehen wurde, soll sich an ihm anvertrauten Eisenbahngeldern vergriffen haben. Er verwaltete außer der hiesigen Stadt- und der Sparkasse auch das Vermögen des Landwirtschaftlichen Provinzialoereins. Allein in dieser Eigenschaft gingen ihm jährlich etwa 120 000 Mk. durch die Hände. Oekonomierat Leithiger aus Alsfeld hat aber alsbald an Ott und Stelle konstatiert, daß der Prooinzialverein keinen Schaden erlitten hat, obwohl in Schreiners Verwaltung sich z. Z. etwa 40—60000 Mk. landwirtschaftlicher Gelder befanden. Das Nähere wird ja wohl bald die Un- suchung der Staatsanwaltschaft Gießen ergeben.
Raunheim, 19. Juni. Der Lehrer Wenzel ist seit dem 9. d. M. flüchtig. Gegen denselben war eine Untersuchung eingeleitet wegen unsittlichen Handlungen, die er an Schuljungen, Schülern der Fortbildungsschule und jüngeren Mitgliedern des Gesangvereins begangen haben soll. Wenzel ist verheiratet und hat seine Frau mit zwei unmündigen Kindern zurückgelassen.
Frankfurt a. M., 19. Juni. Der König von Dänemark traf heute Nachmittag von Wiesbaden hier ein und reist morgen früh nach Gmunden weiter.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ein altes und unbemitteltes Mütterchen, das seine sauer erworbenen Sparpfennige, er. 85 Mark, in einem Strumpfe verwahrte, wurde dieser Tage, wie aus Seligenstadt gemeldet wird, ihrer Barschaft beraubt. — Von einem unbe-
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
4. Sonntag nach Trinitatis, den 22. Juni. Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Vogt.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Mathäus- gemeinde.
Vormittags 91/, Uhr: Professor D Stam m.
Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Vormittags IV/t Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Dr. G r e i n.
In der Johauueskirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. N a u m a n n.
Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten aus der Johannesgemeinde.
Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Euler.
Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Vormittags llx/< Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler.
An diesem Tage nach allen Gottesdiensten Sammlung für die evangelische Gemeinde Bürgel bei Offenbach zur Erbauung einer Kirche.
Katholische Gemeinde.
Samstag öen 21. Juni.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Sonntag den 22. Juni.
5. Sonntag nach Pfingsten.
Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
„ um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
kannt gebliebenen Menschen wurde vorgestern morgen, wie aus Bingen gemeldet wird, der Lehrling Karl Jacobs aus Wald-Algesheim, als er zur Arbeit ging, überfal.len und schwer verletzt. Der arme 15 Jahre alte Junge lag bis 8 Uhr auf dem Wege — der Ueberfall geschah in der sotz. Mühe bei Bingerbrück — und wurde dann nach Weiler gebracht. Sein Pottemonnaie lag geöffnet und ohne Inhalt neben ihm. — Eine eigenartige Selbstmord- methode ersann in Wertheim ein alter Pfründner. Er legte sich in eine mit Wasser und Wäsche gefüllte Badewanne, verkroch sich unter die durchnäßte Wäsche und fand o den Erstickungstot.
" Carlschulz, der morgen Samstag abends unter gütiger Mitwirkung des Herrn Euler im Cafe Leib einen Vottragsabend veranstaltet, ist bei uns kein Fremder mehr. Er versteht seine Zuhörer angenehm zu unterhalten. Unterstützt wird er von der Pianistin Fedora Petrowska. Carlschulz ist nicht nur ein vorzüglicher Sänger, sondern auch ein gewandter Deklamator, besonders ausgezeichneter Reuter-Rezitator. Herr Euler ist bekannt von dem jüngst in Steins Garten abgehaltenen Ueberbrettl-Abend.
Arbeiterbewegung.
Newyork, 19. Juni. In Paterson (New-Jersey) wurden gestern nach einer Versammlung, in welcher der General- aus stand der F ä r b e r e i a r b e i t e r beschlossen wurde, mehrere Fabriken von der Volksmenge angegriffen, die weiterarbeitenden Leute herausgetriebeir und die Gebäude zerstör t. Bei den Unruhen kamen 9 Personen d u r ch Schüsse ums Leben. Die Polizei, die mit einem Steinhagel empfangen wurde, trieb zwar die Menge zurück, doch gelang es dieser, aus anderen Fabriken die Arbeitswilligen zu vertreiben. Anscheinend sind A n a r ch i st e n die Rädelsführer bei den Ruhestörungen.
Paterson, 20. Juni. Weil es der Polizei nicht gelang, die Versammlung der Ausständigen zu verhindern, durch die gestern die Ruhestörungen hervorgerusen wurden, enthob der Mayor den Chef der Polizei zeitweise seines Amtes, übernahm selbst das Kommando und sprengte einen Trupp von 400 italienischen Ausständigen, welcher durch die Straßen zog, aus- einander. Heute herrscht Ruhe.
Gerichlssaal.
Kassel, 19. Juni. Der Prozeß der T r e b e r k o n k u r s - Verwaltung wegen Steuerrückzahlung wurde durch Vergleich erledigt, wonach der Staat und die Stadt Kassel jeder 300 000 Mk. zurüüzahlen. .
Kiel, 19. Juni. Wegen Zweikampfs mit tätlichen Waffen verurteilte das Kriegsgericht der 18. Division den Marineassistenzarzt d. Res. Dr. Pauli, der wegen des gleichen Deliktes schon zweimal vorbestraft ist, zu 5 Monaten Festungshest.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Frankfurter Börse. Auf bessere Kurse von fast allen auswärtigen Plätzen, namentlich London, Wien und New-Pott, eröffnete auch die hiesige Börse in befestigter Halllmg. Vor allem waren österreichische Salinen, von denen Staatsbahn und Lombarden wegen günstiger iLaatenstandsbettchten, erstere auch wegen Verstaatlichungs-Verhandlungen, gefragt. Von Bankaktien waren Diskonto-Komniandit bedeutend hoher in Zusammenhang nut der gestern bereits gemeldeten Bankenfusion. Deutsche Staatsfonds lagen fest. Argentinier, Spanier, Tütten, Portugiesen befestigt. Von Montanwerten profitierten Harpener Bergbauaktren am meisten und spielten eine hervorragende Rolle und glaubt man diese mit der heute stattfindenden Aufsichtsratsversammlung in Zusammenhang bringen zu dürfen. Nicht unerwähnt wollen wir lassen, daß Anatolier stetig dem Mattt entnommen werden, deren Kursstand in Anbetracht der Entwicklung des Unternehmens und feiner Chancen als relativ niedrig angesehen werden kann.
— Das Konsortium der 4proz. Russischen Staatsanleihe von 1902 hat feine Operationen beendet und den Gewinn zur Verteilung gebracht.
Konstantinopel, 19. Juni. Die Einnahmen der T ü r k i s ch en Tabakregie-Gesellschaft betrugen im Mai 19100000 Piaster gegen 18600000 im gleichen Vorjahresmonat.
— Verein deutscher Oelfabriken Mannheim. Der Verein hat mit einem Konsortium, bestehend aus dem Bankhause W. H. Ladenburg u. Söhne, der Deutschen Vereinsbank und der Württepibergischen Vereinsbank eine 4proz. zu 105 Prozent rückzahlbare Anleihe von 3 Millionen Matt abgeschlossen. Die 4proz. Anleihe von 1889, von der noch 1194 000 Matt umlaufen, wird per 2. Januar 1902 zur Rückzahlung gekündigt, den Besitzern soll der Umtausch in Stucke der neuen Anleihe offeriert werden.
— Bankeufufion. Die Aachener Diskonto-Ge- sellschaft hat mit der Bank für Rheinland und Westfalen in Köln und der K o b l e n z e r B a n k Fusionsverträge abgeschlossen, laut denen diese beiden Banken an die Aachener Diskontogesellschaft übergehen. Diese wird den Namen Rheinische Drskonto-Gesellschaft annehmen. Die Aachener Diskontoaesellschaft erhöht ihr Kapital um 10 Millionen Matt mit halber Dividendenberechtigung für 1902 auf 35 Mill. Matt. Die Direktion der Diskontogesellschaft in Berlin garantiert gemeinsam mit der Firma Delbrück, Leo u. Co. die Durchführung des Geschäfts und übernimmt die zum Umtausch gelangenden uno hierzu nicht benötigten Aktien zu 120 Prozent für feste Rechnung.
Vormittags um 8 Uhr: Die zweite hell. Messe.
„ „ 9>/s Uhr: Hochamt mit Predigt. A
Nachmittags um 2Vz Uyr: Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde.
Samstag, den 21. Juni 1902.
Vorabend: 7" Uhr. Morgens: 8°°Uhr. Nachmlltags: 4 Uhr Sabatbausgang: 940 Uhr. ____
Neueste Mewungerl.^ Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers» Zum Tode des Königs Albert.
Sibyllenort, 20.Juni. Der Tod erfolgte ohne jede kampfattige Erscheinung. Der König atmete einige Male schwer auf. Sanitätsrat Dr. Fiedler sagte: »Es ist auö.^ Thränen stürzten ihm hervor. Er wandte sich ab und ging ins Nebenzimmer. Die Königin kniete am Sterbelager, das Haupt auf die Brust des Toten gesenkt, neben ihr Prinz Georg, Prinzessin Mathilde, die Prinzen und Prinzessinnen, sowie der Hof. Das Gebet des Geistlichen unterbrach allein das feierliche Schweigen. — Unmittelbar nach dem Ableben wurde dem Kaiser, von dem einige Stunden vorher ein längeres Erkundigungs-Telegramm eingegangen war, telegraphisch Bericht erstattet, der ihn in. Villa Hügel bei Esien erreichte. Die Reise-Dispositionen des Kaisers werden wesentliche Aenderungen erfahren. — Im Laufe des Nachmittags traten Fieberphantasien beim König Albert ein. Er glaubto sich auf Reisen, sprach bald von Tyrol, bald von Wien^ fragte, wo die Königin sei und ob er endlich nach Hausei komme. Als Kardinal Kopp an das Krankenlager trat, um* dem König geistlichen Zuspruch zu geben, schien ihn ders Kranke zu erkennen. Der Kardinal hatte nicht den Eindru'H, als ob das Schlimmste bevorstehe. Er kehtte nach Breslcrm zurück. — Um 73/4 Uhr lag der König, im Todeskampsis Draußen gingen schwere Regenschauer nieder. Arn Hirschlhor' des Parkes brach der Sturm eine Pappel. Um 81/* Uhri wurde die Standarte eingezogen. Die Pfotten zum Sterbezimmer thaten sich auf. Dicht gedrängt, in feierlichem Schweigen traten Beamte und Dienerschaft ein, um ihrem König und Herrn Abschied zu sagen. Die Züge des Toten sind friedlich und nur wenig verändert. Er ruht auf einem frei in der Mitte des Gemaches stehenden Lager. Die Königin sitzt neben ihm; in wortlosem Schmerz hält sie die Hand des teuren Geschiedenen. Ihr zur Seite sieht man den Könitz Georg, die Prinzen und Prinzessinnen, die Aerzte, den Präses Matz und den Hofstaat. — Sämtliche Anordnungen,, die das Begräbnis betreffen, sind von dem neuen König dem/ General v. Minckwitz übertragen worden. — Bildhauer Seffnerr aus Leipzig nahm die Totenmaske ab. Autopsie und Ettr-- balsamierung erfolgt heute Nachmittag.
Berlin, 20. Juni. Die Kunde von dem Ableben König Albetts erregte hier lebhafte Teilnahme. Wiederi Einer aus der großen Zett, das war der Gedanke, der bev der älteren Generation vornehmlich zum Ausdruck gelangte. Die Blätter widmen dem Verstorbenen spaltenlange Nachrufe, in denen in erster Linie seine Verdienste als Feldherr ge-i würdigt werden. Die „Deutsche T.-Ztg." deren Chefredak-i teur Dr. Oettel ist, der den 9. sächsischen Wahlkreis imj Reichstage vertritt, erscheint mit Trauerrand. — Von beri sächsischen Gesandtschaft erhielt zuerst der Militär-Bevoll-s mächtigte Oberstleutnant Krug zur Nidda Kunde von dem: Ableben des Königs Albett. Er suchte sofott den Gesandter^ Grafen Hohenthal auf, der die Nachricht telegraphisch erhielt^ als er die Gesandtschaft um 91/, Uhr betrat.
Dres dem, 20. Juni. Die Morgenblätter widmen dem" König Albert warme Nachrufe, indem sie seine Verdienstri als Feldherr und Regent heroorheben. Ferner bringen sie.« Mitteilungen-über die letzten Augenblicke des Königs. 2)iej Ueberführung der Leiche von Sibyllenort nach Dresden a> folgt am 21. Juni, sodaß die Leiche abends 9 Uhr auf dem, hiesigen Hauptbahnhof eintrifft. In direktem Anschluß daran/ erfolgt die Ueberführung derselben nach der kath. Hofkirche^ Heute Vormittag 10 Uhr fand von allen Kirchen Trauer-s geläute statt. Um 7 Uhr abends beginnt in der Kreuzkirche^ ein Trauergottesdienst. König Georg fährt voraussichttich noch heute von Sibyllenott nach Dresden zurück.
Düsseldorf, 20. Juni. Der Kaiser sagte wegen) des Ablebens des Königs von Sachsen den Besuch in Düffel-", dorf ab, doch hoffe er, ihn im August nachholen zu können^ Wien, 20. Juni. Wie die Morgenblätter melden,, wird der Kaiser Franz Josef nach Dresden reisen.
D a r m st a d t, 20. Juni. Die Beratung ber Wahlrechts-; Vorlage wird fortgesetzt. Art. 5, betr. die Wahlen zup Ersten Kammer, und Art. 6, betr. Kanteten, werden angenommen. Bei Art. 7 beantragt der Wg. Dr. David/ die Positionen 3—4, Abg. Ulrich die Positionen 5—7 zu, streichen. Doch wird die Vorlage angenommen. Ebenso wird Art 8 ohne Debatte genehmigt, desgt Art. 8a.„ Hiernach wird ein Antrag Leun und Reinhardt, betr. Ausdehnung der Steuerrückstände-Klausel auf ein Jahr/ angenommen. Bei Art. 9, betr. die Wahlpflicht entsteht, eine längere Debatte, doch wird er mit 29 gegen 13 Stimmen" angenommen. Art. 10—26 und weiterhin Art. 27—62 werden ohne wesentliche Debatte angenommen. Danach wird: das ganze Gesetz in erster Lesung angenommen. —/ Nächste Sitzung Dienstag vorrn. 9 Uhr.
Metz, 20. Juni. Der kommandirendc General des' 16. Armeekorps, Generaloberst Graf Hacseler, stürzte heute früh in Frescaty vom Pferde. Er erlitt einen Bruch des linken Unterschenkels.
Telephonischer Kursbericht
3‘/8% Reichsanleihe . 3% do. . .
3Vi% Konsole . . .
8% do.....
31/2°/0 Hessen . . .
3li'z% Oberhessen . .
4% Oesterr. Goldretne .
4' ,% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrento . 40/j Italien. Rente , . 4‘/2% Portugiesen . . b°/ Portugiesen. . . .
1% C. Türken . . , Türkenlose ..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 4*/2% äussere Argentiner
.Frankfurt a. 31., 20. Ium . 102.90 3u/0 Mexikaner . .
. 95.85 4V2'7d Chinesen . .
. 102.00 Electric. Schuckort .
. 92.40 . 99.95 . 99.25 . 103.00
101.70 . 101.70 . 102.50 . 46.50 . 30.00 . 26.45 . 113.00
44.30
Nordd. Lloyd . . Kreditaktien , . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatcbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . .
Tendenz: still.
1902.
. 25.50
. 9110
. 104.00
. 10810.
. 21400
. 136*00
. 145.70-
. 157.70
. 149.50
. 18.90
. 170.50
. 106.00
, 197.50
. 178,00.


