uns der Hosmannstraße bleibt Aenderung Vorbehalten. — Stadtv. Huhn tritt für Verbesserung der Beleuchtung von der Bismarckstraße bis zum Schiffenberger Weg em; Stadtv. Schmall für Vermehrung gepflasterter Ueber- gänge au der Ostanlage. — Zur Versetzung der Laterne vor dem Hansteinschen Hause in der Nordanlage und vor dem Nagelschen Hause in der Ostanlage wird Genehmigung erteilt, desgl. zur Anschaffung einer Geldwage für die S t a dt k a s s e nach Angabe des Stadtrechners. Stadtv. Kirch kommt auf die Uebersüllung der Vorschule des Gymnasiums zu sprechen und empfiehlt Anstellung eines dritten Lehrers. Bürgermeister Mecum teilt mit, daß die Errichtung einer Lehrerstelle bereits beantragt sei.
Das Ministerium hat den Entwurf von Bestimmungen über die Dienstverhältnisse der Forst warte beanstandet. In dem Entwurf sollten für die Forstwarte die für die Gemeindebeamten geltenden Anstellungsverhältnisse maßgebend sein, während das Ministerium die Forstwarte den für die staatlich Angestellten geltenden Bcstiinmungen unterstellen will. Die Versammlung erklärt sich mit dem neuen, diesem Erfordernis Rechnung tragenden Entwurf einverstanden.
Arbeitslehrerin i. P. Anna Müller hat um Uebcrnahme der Unterhaltung von Begräbnis Plätzen auf dem alten Friedhof nachgesucht und sich bereit erklärt, der Stadt dafür 1600 Mk. zu vermachen. Das Gesuch wird genehmigt.
Die Gesuche von Gustav Trinkaus (Seltersweg 50), Friedrich Klages (Lindengasse 2), Heinrich Rühl (Neustadt 31), H. Neuhof (Brandgasse 8), Herrn. Hubl itz (Riegelpfad 38), Karl Rühl (Frankfurterstr. ,23) um Gastwirtschaftsbetrieb, von Heinrich Erle (Westanlage) und Ph. G a n ß (Dammstraße 34) um Erlaubnis zum Branntweinausschank bezw. Verkauf über die Straße; und vou Heinrich Schmidt um Erlaubnis zum Betriebe der Kantine des 3. Bataillons werden befürwortet; das Gesuch von Heinrich Mo nick (Wallthorstraße 46) um Vergrößerung seines Gastwirtschaftsbetriebes, und dasjenige des Friedr. Geisel um Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein wird ab gelehnt.
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In der geheimen Sitzung wurde ein Teil der Lieferungen für die Sielbauten vergeben. Die Lieferung der Straßensinkkastcn mit Schlammeimern wurde an die Geigersche Fabrik in Karlsruhe, die Lieferung beö Aufsätze und der Steigeisen dazu an die Eisengießerei Schütte, Meyer & Co. in Letmathe (Westfalen), die Lieferung der Cementröhren an die Firma Carstanjen & Co. in Duisburg vergeben. — Als Vorsitzender des Gewerbe- gerichts wurde Bürgermeister Mecum gewählt.
89. deutscher Gastwirtetag in Gera.
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Gera, 17. Juni.
Der Antrag der Oldenburgischen und Anhaltischen Zone, daß den Zonenvertretern ein Zuschuß zur Reise zum Gastwirtetag gewährt werde, findet Erledigung, dahingehend, daß in der Gesamt-Vorsiandssitzung von Fall zu Fall Bestimmung getroffen werden solle. Ebenso wird es dem geschäftsführenden Ausschuß zur Erwägung anheimgegeben, ob auch kleinen Vereinen ein Zuschuß gewährt werden soll, damit sie ihre Vertreter zum Gastwirtetag entsenden können.
Der Antrag Stettin, den stellvertretenden Zonen-Vor- sitzenden Reisespesen für den Besuch des Gastwirtetages zu gewähren, findet die Zustimmung der Delegierten.
Der Antrag der Thüringer Zone bezweckt die Bereitstellung von Beiträgen zur Beschaffung von Prämien für ausgezeichnete Leistungen von Fachschülern. Vorsitzender Ringel-Berlin unterstützt den von Danneil-Altenburg begründeten Antrag und schlägt vor, aus Verbandsmitteln von Jahr zu Jahr 200 Mark für Prämien zu bewilligen, was angenommen wurde. Der geschäftsführende Ausschuß wird alljährlich, gelegentlich des Gastwirtetages, bestimmen, welcher Verein bezw. welche Fachschule die Prämie erhalten soll.
Der Antrag des Vereins der Berliner Saalbesitzer, „dem Vorsitzenden des Verbands-Prüfungs-Ausschusses auf Verbandskosten die Teilnahme am Gastwirtetage zu ermöglichen, wurde angenommen.
Der Antrag Altendorf-Effen. „Die Einrichtung einer Zonenkaffe ist Sache der Zone, die einen Zonenkassierer zu ernennen hat" fand die Zustimmung der Kasse.
Von den inneren Verbandsangelegenheiten betreffenden Anträgen wurde der des geschäftsführenden Ausschusses: „Einen Schrank zur Aufbewahrung von Schleifen an den am Grabe Th. Müllers niedergelegten Kränzen anzuschaffen", ebenso der Antrag Altenburg und Bromberg: „Auf Kosten des Verbandes eine Bronze-Relief-Tafel mit dem Bildnis Th. Müllers am Geschäftshause des Verbandes in der^Rieder- wallstraße in Berlin anzubringen", genehmigt.
Aus der Wahl des Ortes für den nächsten Gastwirtetag ging Bromberg hervor.
Die Wahl des Verbands-Prüfungs-Ailsschuß-Vorsitzen- öen fiel auf Gustav Müller-Berlin.
Zum Präsidenten wurde Anton Ringel-Berlin, zum Stellvertreter Hoflieferant Ludwig Vogel-Berlin, zum Schatzmeister .Keck-Berlin, zu Beisitzern Lasse und Braun- Berlin gewählt.
Nach einem Schlußwort des Verbands-Präsidenten Ringel wurde die Delegierten-Sitzung geschlossen.
Anton Ringel, der Präsident des Gastwirte-Verbandes, ist 1848 zu Köln am Rhein geboren und etablierte sich 1874 als selbständiger Gastwirt in Berlin. Seck 1893 bekleidet er das Amt des Vize-Präsidenten.
Die erste Hauptv ersammlung des 29. deutschen Gastwirtetages wurde durch den Ortsvorsitzenden Jahn eröffnet. An den Fürsten von Reuß und den Erbprinzen wurden Huldigungstelegramme abgesandt. Im weiteren Verlaufe der Sitzung besprach Verbands-Ehrenmitglied Wiese-Berlin die letzten Beschlüsse der Berliner Synode, betreffend die Sonntagsheiligung. Es wurde beschlossen, in Gemeinschaft mit dem Bunde deutscher Gastwirte eine erneute Petition an den Bundesrat t in dieser Angelegenheit einzureichen. Am Abend fand im Palmengarten ein Kommers statt.
Vermischtes.
* Posen, 19. Juni. Der 1 Uhr 53 Minuten von Breslau hier eintreffende Schnellzug fuhr bei Moschin auf den Sonderzug Posen-Unterberg-Koschin. Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen, nur ein Arbeiter wurde leicht verletzt. Der Materialschaden ist dagegen iccht bedeutend.
♦ Fort de France, 19. Ium. Eine Schlammsäule, die eine Höhe von 5 Meter erreichte, wurde von dem Vulkan ausgespien und ging über Basse-Pointe nieder. Zwciund zwanzig Häuser wurden vollständig vernichtet. Der untere Teil der Ortschaft ist völlig zerstört.
* Cholera. WolffsTeleg. Bür. meldet aus Shanghai: Die Cholera breitet sich in der Chinesenstadt aus. Man zählt täglich gegen fünfzig Tote. In den fremden Kolonien sind bisher insgesamt vierzig Todesfälle vorgekommen, unter den Gestorbenen befindet sich der spanische Konsul.
* Erdbeben in Tirol. In Hall bei Innsbruck wurde am Donnerstag Vormittag 10 Uhr 22 Minuten ein starkes 5 Sekunden andauerndes Erdbeben verspürt. Zwei vertikale Stöße fanden statt. Auch int Brenner-Gebiet bis Gossensaß fanden zwei starke Erdstöße statt, jedoch ohne Folgen. In 9)1 er an trat um 10 Uhr 25 Minuten ein kurzer sehr heftiger Erdstoß mit rollendem Geräusch in der Richtung von Westen nach Osten ein. Alle Gegenstände in den Zimmern gerieten ins Wanken. Es i|t kein Schaden entstanden.
'Seine Ehefrau erschlug im Streit der Arbeiter Johann Kuzai in Rummelsburg bei Berlin. Kuzai machte seiner Frau am Montag Vorwürfe, daß sie ihm Geld aus dem Portemonnaie genommen habe. Darüber kam cs zu einem heftigen Streit, der damit endete, daß der Mann mit einem eisernen Rübenstampfer, mit dem er gerade Viehfutter zurcchtmachte, seiner Frau auf den Kopf schlug. Als er die Getroffene zusammenbrechen sah, lief Kuzai davon. Die Frau raffte sich wieder auf und ging zu ihrem Schwiegersöhne, der in demselben Hause wohnt. Dieser kühlte ihr die Wunde, machte ihr auch einen Verband, so gut er konnte, versäumte es aber, einen Arzt zu holen. Am anderen Morgen war die Frau tot. Kuzai wurde im Laufe des Tages ergriffen und wegen Totschlags in Untersuchungshaft gesetzt.
* Durch einen Hahn getötet. Aus Semlin wird gemeldet: Das zweijährige Töchterchen des Gutsbesitzers Brakovics spielte auf dem Hühnerhofe des väterlichen Gutes, als plötzlich ein großer Hahn auf das Kind losstürzte und wütend auf das kleine Mädchen loshackte. Er pickte ihm beide Augen aus und hackte schließlich die Hirnschale durch, so daß der Schnabel des Tieres in das Gehirn eindrang, wodurch der Tod des Mädchens sofort herbei- geführt wurde.
Kunst und Wissenschaft.
— Der belgische Dramatiker Maeterlinck hat jüngst ein neues Drama, „Monna Banua", vollendet. Eine A u s s ti h rung war u. a. in London vorgesehen. Jetzt aber hat der englische Oberkämmerer die Ausführung des Stuckes nicht gestattet. Das Verbot ruft allgemein Besremden hervor, umsomehr, als das Stück in Paris und Brüssel zur Aussuhrung gelangte, ohne daß die Behörden hiergegen Einspruch erhoben hätten.
— Wilhelm Holzamer hat einen neuen Roman vollendet, der den Titel führt „Der heilige Sebastian" und demnächst im Verlage von Hermann Seemann Nachs. in Leipzig erscheinen wird.
Landwirtschaft.
Mainz, 19. Juni. Tie durch den landw. Provinzialverein vor kurzem hier ins Leben gerufene Mainzer Obstbörfe hat am 17. d. M. zum erstenmal stattgesunden. Es waren indeß im ganzen nur zwei Käufer und zwei Verkäufer erschienen. Bereits in den landw. Versammlungen, in welchen über die Frage der Errichtung der Mainzer Obstbörse beraten wurde, standen die Produzenten dem Projekt wenig freundlich gegenüber.
— Das weimarische Staats Ministerium plant die Errichtung staatlicher Fachschulen für Frauen und Töchter mittlerer und kleiner Landwirte zum Zweck planmäßiger Ausbildung in den l a n d w i r t s ch a f t l i ch e n N e b e n z w e i g e n, in Galten- und Obstbau, Geflügel- und Bienenzucht, Molkerei usw.
Gerichtssaal.
Gießen, 18. Juni. (Gewerb eg er ich t.) Den Vorsitz führt Stadtverordneter Keller. Es steht nur die Klage des Bierkutschers Konrad H. von hier gegen den Restaurateur Johannes C. hier wegen einer Lohnforderung von 10 Mark zur Verhandlung. Der Kläger behauptet, am 4. Juni das Arbeitsverhältnis gekündigt und am 15. Juni die Arbeit verlassen zu haben, weil ihm sein Wochenlohn vorenthalten worden sei. Beklagter wendet ein, daß Kläger nicht gekündigt habe, und daß auch vereinbart gewesen sei, daß ein Wochenlohn eingehalten werden sollte zur Sicherung des Ersatzes des Schadens, welcher dem Beklagten aus der widerrechtlichen Auflösung des Arbeitsverhältnisses etwa erwachsen werde. Von unberechtigter Lohneinhaltung könne hiernach keine Rede sein und er verlange, daß Kläger noch 14 Tage bei ihm arbeite. Kläger will durch eitlen Zeugen beweisen, daß er am 4. Juni gekündigt, tvährend Beklagter seine Behauptungen Nachweisen will. Nachdem dem Beklagten durch das Gericht mitgeteilt war, daß ein persönlicher Zwang nicht ausgeübt werden könne, daß ein Vertragsbrüchiger Arbeiter die Arbeit wieder aufnehme, vielmehr nur Schadenersatz verlangt werden könne, haben sich die Parteien dahin geeinigt, daß Beklagter dem Kläger einen Teil der Forderung bezahlt.
— Frankfurt a. M., 19. Juni. Das von den Bäckern verkaufte Brod muß bekanntlich das von den Bäckern selbst bestimmte Gewicht haben. Die Richtigkeit des Gewichts wird von Zeit zuZeit geprüft und atlf einer Karte seitens des Reviers bestätigt. Gegen dieses Verfahren sträubte sich der Bäckermeister Joses W. Als eines Tages ein Schutzmann in seinen Laden kam und das Vorwiegen des Brodes verlangte, verweigerte der Bäcker dies mit dem Bemerken, ein Vorwiegen würde er nur vornehmen, wenn das Brod auch gekauft würde. Die Polizei sandte ihm daraufhin einen Strafzettel in Hohe von 6 Mk. wegen Vergehens gegen § 2 und 3 der Verordnung vom 15. Januar 1880. Der Bestrafte gab sich damit nicht zufrieden, sondern rief richterliche Entscheidung an. Tas Schöffengericht, Abteilung für Uebertretungen, hob die Strafe auf und erkannte auf Freisprechung mit der Begründung, der Bäcker habe ein Recht, den Kauf des Brodes zu verlangen, falls er dieses vorwiege, ein Zwang dürfe nach dieser Richtung nicht statt finben.
Glogau, 19. Juni. Graf Pückler-Klein-Tschirne wurde heute von der Strafkammer wegen Vergehens gegen § 305 des Strafgesetzbuch (Zerstörung einer Eisenbahn) zu 6 W o ch e n Gefängnis verurteilt. Dem Geh. Sanitätsrat Dr. Neumann, der den Antrag gestellt hatte, Pückler auf 6 Wochen zur Beobachtung seines Geisteszustandes in eine Irrenanstalt zu bringen, erklärte Graf Pückler, daß er ihm seinen K a r t e l l t r ä g e r zusenden werde.
— Um die angebliche Aeußernug des Kaisers über die Duellfrage, die am 1. Dezember v. I. im Ossizierkasino in
Potsdam gefallen fern sollte, handelte es stcy tn einem 55« * leidigungsprozeß, der vor der 7. Strafkammer zu Berlin am 18. d. M. gegen den Redakteur Karl Schneidt verhandelt wurde. Nachdem der zuerst in der „Potsd. Ztg." veröffentlichte Artikel, wonach der Kaiser den Leutnants v. Goßler und v. Kestet vor versammeltem Osfiziertorps schwere Rügen erteilt haben ollte, wett sie angeblich erklärt batten, das Duelloerbot nicht beachten zu wollen,' auch durch die Berliner Presse gegangen roar, erschien am 11. Dezember im „Reichsanzeiger" eme Erklärung, daß die ganze Geschichte erlogen sei. Diese Berichtigung ging auch m eine'"Anzahl größerer Berliner Zeittmngen über. Trotzdem erschien am 14. Dezember in der von dem Angeklagteii herausgegebenen Zeitschrist „Ter Nörgler" ein Artikel mit der Ueöerschrift „Aufsässige Leutnants", worin die Mitteilung der „Potsd. Ztg. aufrecht erhalten unb bem Einsenber ber Berichtigung «n „Reichs- cmzciger" „Unverfrorenheit" vorgeworfen mürbe. Der Einsenber der Berichtigung war der Kommandierenbe bes Garbekorps, General v. 'Dorf uni) Polach. Er stellte Strafantrag wegen Beleidigung und ebenso die Leutnants v. Goßler unb v. Kessel. Der "Angeklagte erklärte im Termin, daß er zur Zeit des Erscheinens des Artikels im „Nörgler" noch die Ueberzetignng gehabt habe, daß die Geschichte aus Wahrhett beruhe. Erst spater fei er eines anderen belehrt worben. Der Staatsanwalt beantragte gegen ben Angeklagten eine Gefängnisstrafe von 4 Wochen, wahrend ber Verteidiger für Freisprechung ein trat. Ter Gerichtshof sprach den Am- geklagten wegen der Beleidigung des Generals v. Bock und Pokach frei und verurteilte ihn wegen Beleidigung der beiden Offiziere zu 3 Woche ii Gefängnis.
Giscnluchn-Zciiung.
Eine hübsche I l l u st r a t i o n zu der Behauptung, daß es keinen Ei s e n b a h n kr i e g z w i s ch en P r e u ße n und Sachsen gebe, teilt die „Tagt. Rundsch." mit. Es wird ihr darüber folgendes geschrieben: „Ich stellte mir vor 2 bis 3 Jahren in Leipzig eine Rundrcisekarte Leipzig- Breslau nach dem amtlichen Buche zusammen. Es waren hiernach, da ich über Dresden fahren wollte, drei Teilstrecken: Leipzig-Dresden, Dresden-Görlitz, Görlitz-Breslau. Der sächsische Beamte fragte mich nun: „Wollen Sie nicht statt der zwei Teilstrecken bis Görlitz nur eine: „Leipzig- Görlitz über Dresden" nehmen? „Es ist nicht meinetwegen", setzte er hinzu, „aber der Staat schenktJhnen dann ganze 5 0 Kilometer. Wir wollen nämlich die Reisenden zwingen, die sächsische Strecke und nicht die preu-, ßische (über Eilenburg) zu benutzen. Preußen macht es auch nicht anders." Nach der Karte und nach den Fahrplänen ist zweifellos der Weg Leipzig-Dresden-Wien der direkteste, um nach Wien zu kommen. Für den gleich hohen Fahrpreis wie für diese sächsische Strecke befördert die preußische Bahnverwaltung die Reisenden von Leipzig über Eilenburg, Kottbus, Sagan, Breslau, Oderberg nach Wien auf einem großen Umweg.
Auch Württemberg hat seine Eisenbahnschmerzen. Ter Landtag mag die vierte Wagentlasse nicht, und andererseits trägt die Regierung starke Bedenken, den Tarif für die dritte Klasse auf den der preußischen, vierten Klasse herabzusetzen. Außerdem sinkt die Rente von Jahr zu Jahr, und somit trüben sich die Aussichten einer gründlichen Tarifreform mehr und mehr. Jetzt wird aus Stuttgart berichtet: In der Tarifkommission des Landtages wurde bekannt gegeben, bei Einführung der vierten Wagenklasse auf der Eisenbahn würde der Ausfall für Württemberg unter Vergleichung mit dem Ausfall bei Verstaatlichung der Hessischen Ludwigs- bahn 1943000 Mark und unter Vergleichung mit dem Ausfall bei Einführung der p r eu ß i s cy - h e s si s chen Eisenbahngemeinschaft 2 019 401 Mark betragen. Nach der Schätzung der Eisenbahnverwaltung würde unter Anrechnung aller in Betracht kommenden Verhältnisse der Ausfall jährlich 800 000 Mark betragen. .Die Kommission nahm den Antrag an, die Regierung zu ersuchen, sobald die Finanzlage einen vorübergehenden Ausfall während der Uebergangszeit gestatte, die Grundtaxe für die dritte Klasse auf 2 Pfennig für den Kilometer sestzusetzen. Der Verkehrs- kehrsminister erklärte, die Regierung könne nur unter Vereinbarung mit den übrigen süddeutschen Verwaltungen an eine so eingreifende Reform des württembergischen Eisenbahn- betriebet herantreten. — An einen Anschluß der württem- bergischen Bahnen an die preußisch-hessische Eisenbahnge-ii meinschaft denken Regierung und Volksvertretung in Schwaben nicht.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Wetter
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1
Sonnenschein
zöchste Temperatur am 18. bis 19. Juni 20,0° 0.
Uedrigste „ „ 18. „ 19. „ 10,3° 6.
Schiffsnachrichten.
„Red Star Linie" Antwerpen.
Der Postdampfer „Vaderland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramni am 16. Juni wohlbehalten in New-Uork angekommen.
Seid. Bluse «s M
schwarz, weiß
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VAN HOÜTEN’i CACAO


