Ausgabe 
20.5.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 115

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »esstschea Landwirt die Siebener Kamillen« blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der B h l'schm Untverf.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expeditton und Druckerei:

Schul st raße 7.

Rdresie für Depeschen: «nzetger Gießen.

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Dienstag SO. Mai 1908

158. Jahrgang

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GietzenerAnzeiger«

General-Anzeiger v ** ä»

v für den poht. u. allgem.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Z>ie heutige Mummer umfaßt 8 Seiten.

Aie Tyronöesteigung Alfons XIII.

Der junge König von Spanien hat am Samstag den B3erfa(fung§eib geleistet. Ans diesem Anlaß waren in Madrid die znm Parlamentsgebäude führenden Straßen von einer ungeheuren Menschenmenge besetzt. In 24 Staatswagen bewegte sich der feierliche Zug zum Gc- bünde der Cortes. Im letzten saß der König, die Kö­nigin und die Infantin Teresa. Im Saale hatten die fremden Fürstlichkeiten, das ^diplomatische Korps und die außerordentlichen Gesandtschaften die Tribünen besetzt, während unten im Parterre oie Senatoren und Deputierten saßen. Als der Mnig den Saal betrat, erhoben sich alle von ihren Plätzen. Der König nahm auf dem Throne Platz. Während sich auf seine Aufforderung hin Sena­toren und Deputierte setzten, schritt der Präsident der Dc- vuttertenkammer zum Throne und richtete an den König die Bitte, den Erd zu leisten. Der König erwiderte: Ich schwöre bei Gott, und den Evangelien, die Ver­fassung und die Gesetze zu beobachten." Laute Zurufe oer Versammlung folgten diesen Worten. Parauf verließ der feierliche Zug das Parlamentsgebäude und setzte sich nach der ^ttrche S. Francisco el Grande in Bewegung, wo ein Tedeum stattfand. Auch auf diesem Wege hielt eine gewaltige Menschenmenge die Straßen besetzt. Truppen bildeten Spalier. Der König betrat die Mrche unter einem Baldachin, der von sechs Priestern getragen wurde, und begab sich so zu dem Thronsessel, gefolgt von zwei Kar­dinalen und ungefähr 30 Bischöfen. Dem Tedeum wohnten die fremden Fürstlichkeiten und Gesandtschaften, sowie die Senatoren und Deputierten bei. Dem Publikum war der Eintritt in die Kirche nicht gestattet worden.

Im Amtsblatt veröffentlicht der König eine Prokla­mation an die Armee und die Marine. Es heißt in der Proklamation:In dem Augenblicke, wo ich selbst das Kommando über Armee und Marine übernehme, erfülle ich eine Pflicht, die meinem Herzen hohe Befriedigung ge­währt. Als König, als General, als Spanier und als Soldat begrüße ich Euch. Tapferkeit, Mut, Energie, Aus­dauer, Disziplin, Patriotismus, alles das besitzt Ihr zum Wohle und Gedeihen des Vaterlandes. Ich werde Euch stets nahe sein und werde in den Augenblicken der Gefahr stets bei Euch fein. Die Geschichte wird von mir sprechen, wenn sie von Euch handelt. Erfüllt immer Eure Pflicht zur Erhöhung des Glanzes der Nation und Ihr könnt auf die Liebe Eures Königs rechnen."

Die Minister reichten, Wie es bei einem Regenten­wechsel üblich ist, ihre Demission ein, der König erneuerte jedoch die Vollmachten Sagasta's.

Bei der Fahrt des Königs nach dem Parlament er­eignete sich ein Zwischenfall, den das Gerücht sofort ju einem Attentatsversuch aufbauschte. Glücklicher Weise stellte es sich heraus, daß es sich nur um den harm­losen Streich eines Geistesgestörten handelt. Das Gerücht, auf den König sei ein Attentat verübt, aber vereitelt wor­den, verbreitete sich auf eine Aeußerung des Kammer­präsidenten hin. Ehe nämlich der König im Sitzungssaale des Parlamentsgebäudes erschien, näherte sich ihm der Sekretär der Kammer und flüsterte ihm etwas zu. Der Präsident erbleichte und rief:Beruhigt Euch! Ein Wahn­sinniger oder ein Ruchloser hat versucht, sich am Könige zu vergreifen, aber glücklicher Weise ist nichts geschehen. Der Verbrecher ist verhaftet!" Als der König dann im Saale erschien, war er Gegenstand begeisterter Huldig­ungen; auch auf der Rückfahrt nach dem Schloß wurde der Hof lebhaft begrüßt.

Ueber den Sack>verhalt selbst wird folgendes gemeldet: Als der König sich nach dem Parlament begab, näherte sich ein Mann dem Wagen des Königs, indem er seinen Hut in die Lust warf. Er versuchte darauf, den Schlag des königlichen Wagens zu öffnen, wurde aber sofort ver­haftet ; man fand bei ihm keine Waffe, sondern nur ein an die Infantin MariaTeresagerichtetes Liebesgedicht. Aus dem Verhör ergab sich, daß der Mann irrsinnig ist: er heißt Jose Puig, ist 23 Jahre alt und in Crevillente (Provinz Alicante) geboren; er gab an, er hätte die Absicht gehabt, um die Hand der Jn- fantin zu bitten.

Puig war früher Kellner in einem Madrider Hotel; >r wurde aber vor einiger Zeit entlassen, weil er einen Blumenstrauß in den Wagen der Königin-Regentin ge­worfen hatte. Daraus schasste ihn feine F-arnilie in die Heimat. Am Donners.ag aber kehrte er nach Madrid zurück. Die Umstehenden stürzten sich in dem Glauben, daß es sich um ein Attentat handele, auf ihn und brachten ihm einige Verletzungen bei.

Dagegen wurde noch rechtzeitig ein a n arch istisch es Komplott entdeckt, das sich in der T7-at gegen das Leben des Königs richtete. Nach den bis jetzt vor­liegenden Nachrichten wurden sechs Personen ver­haftet, darunter ein gewisser Gabriel Lopez, Diener in dem Bureau einer Versicherungsanstalt in der Straße San Geronimo, wo er auch seftgenommen wurde. Die Polizei sand bei ihm ein Dynamitpatronen ent» haltendes Paket; Lopez behauptet, dasselbe von einem andern Anarchisten erhalten zu haben mit dem Auftrage, beim Vorüberfahren des königlichen Wagens eine Patrone zu schleudern. Tie Verhafteten leugnen samttich nicht, anarchistische Ideen zu haben. Weiter befinden sich unter ihnen ein Student der Medizin, ein Setzer, em Tischler und ein Maurer. Bei diesen wurden neun Dynamit­patronen vorgefuiiden. Der Untersuchungsrichter, welcher mit der Angelegenheit betraut ist, bewahrt vollkommenes Stillschweigen. In dem Laboratorium der Genietruppen

wurde alsbald eine Analyse der Explosivstoffe vor­genommen.

Berlin, 17. Mai. Der Kaiser hat dem König von Spanien anläßlich seiner Thronbesteigung einen prächti­gen Degen zum Geschenk gemacht. Die Klinge ist eine echte Damaszener und trägt eine vom Kaiser verfaßte Widmung. Ferner hat der Kaiser Alfons XIII. zum Chef des dritten Magdeburgischen Infanterie-Regiments 9fr. ernannt.

Politische Tagesschau.

Die 13. Generalversammlung des deutschen Bergarbeiterverbands ist am Samstag nachmittag in Essen a. Rh. eröffnet wor­den, nachdem bereits am Vormittag eine geheime Verhandlung der Vertrauensmänner vorausgegangen war. Anwesend waren u. a. die Reichstags abgeordneten Bernstein und Sachse, ferner sieben Delegierte der österreichischen Bergarbeiter. Zum Vorsitzenden wurde Sachse gewählt. In der zweiten Sitzung am 1. Feiertag waren auch zwei französische und zwei belgische Bergarbeiter­führer erschienen, welche ebenso wie ein weiterer öster­reichischer Delegierter von dem Vorsitzenden, Reichstagsabg. Sachse begrüßt wurden. Bei der Abstimmung über die vor­liegenden Anträge wurde u. a. beschlossen, für das Saar­gebiet und Lothringen einen ständigen Verbands­beamte n zur Agitatton anzustellen. Die Berbandspresse soll ihre sttenge, gewerkschaftliche Haltung beibehalten. Ein Antrag auf Herausgabe eines polnischen Verbandsorgans wurde abgelehnt .

Sodann berichteten die Vertrauensmänner der verschiedenen Bergbaubezirke über die Lage in denselben, die allgemein als ungünstig geschildert wurde. Zwei Delegierte aus Ober- und yttederschleften sprachen über die Lage der Bergarbeiter in den dortigen Revieren und er­klärten, die Lohn -und Arbeitsverhältnisse seien ungenügend. Ein bayerisch er Delegierter bezeichnete hingegen die Verhältnisse der oberbayerischen Berg­leute als ziemlich günstig.

Nachdem die Berichterstattung beendet war, wurden mehrere Resolutionen angenommen. In der einen prote­stiert die Generatversammlrmg gegen die wiederholten Be­strafungen und Lohnabzüge, und fordert die Be­rufsgenossen auf, sich nicht zu einem Ausstand hin­reißen zu lassen, da derselbe augenblicklich nur den Grubenbesitzern Vorteil bringen würde. Die Generalver­sammlung erwartet von den Regierungen, daß sie den Uebel- ständen im Bergbaubettiebe durch gesetzliche Mittel zu Gunsten der Arbeiter ein Ende mache. Weiter wurde eine Resolution angenommen, worin eine Reform des Kn ap p- schaftswesens durch Reichsgesetz für unbedingt erfor­derlich erklärt wird. In einer anderen Resolutton spricht sich die Versammlung für eine Weiter bildun g des Krankenkassengesetzes in dem Sinne aus, daß bie angekündigte Novelle des Krankenversicherungsgesetzes den knappschastlichen Krankenkassen die Gewährung eines Krankenlohnes im Betrage von drei Viertel des verdienten Lohnes auferlvgt. Eine Resolution, die gestern ange­nommen wurde, verlangt eine Reform des Berg­gesetzes. Ein Antrag, den Ausstandsfonds obliga­torisch zu machen, wurde abgelehnt.

Nach einem von der Versammlung gebilligten Referat des Verbandsleiters Huet, welcher erklärte, daß die Berg­leute kein besonderes Interesse an der Verstaatlichung des Bergbaus hätten, aber im Interesse des Gemeinwohls für sie eintreten müßten, wurden die Verhandlungen geschlossen.

Tas englisch-chinesische Eisenbahn-Abkommen.

Das zweite Eisenbahn-Abkommen, welches der englische Gesandte Satow mit Juanschikai neben dem auf die Rückgabe der Bahnlinie Peking - Schanhaikwan an die Chinesen bezüglichen Abkommen geschlossen hat und das bisher geheim gehalten wurde, wird nunmehr bekannt und stößi auf den allgemeinen Widerstand der Mächte. In den einleitenden Worten wird erklärt, daß cs sich um ein Ab­kommen zu Gunsten der S t a a t s e i n n a h m e n und für die Interessen der Aktionäre der Peking-Sch anhaikwan-Eisen- bahn handelt. Die Bestimmungen, welche Widerspruch er­regen, besagen, daß alle Eisenbahnen, die von jetzt ab inner­halb einer Entfernung von 80 Meilen von der bestehenden Linie errichtet werden, von der Verwalttrng der nördlichen Eisenbahnen gebaut werden sollen und von keiner aus­wärtigen Macht kontrolliert werden dürfen. Ruß­land betrachtet den Weiterbau. der Eisenbahn von Peking nach der Großen Maner als in seine Sphäre fallend. Ferner werden amerikanische und französische Projekte von Bahn- b aut en zwischen Tientsin und Paottngfu durch das Ab­kommen getroffen, ebenso das deutsche Syndikat, welches die Konzession für einen Bahnbau von Schautung nach Tientsin besitzt. Diese und andere Pläne sind durch­kreuzt, wenn das Abkommen in Kraft tritt. Der russische Gesandte hat bei i>er chinesischen Regierung Einspruch er­hoben und chr ernste Vorhaltungen darüber gemacht, daß sie das Wkommen unterzeichnet habe, ohne Rußland zu befragen. Die Vertreter der anderen Mächte haben sich mit ihren Regierungen ins Benehmen gesetzt. Die Russen erklären, sie würden die Mandschurei nicht räumen, und die Eisenbahnlinie den Chinesen nicht zurückgeben, wenn England, wie die Russen sagen, auf diesem Versuch bestehe, die Eisenbahnen Nordchinas unter seine Kontrolle zu be­kommen.

Wie indes vorauszusehen war, lenkt die chinesische Re­gierung angesichts der Proteste bereits ein. So meldet die Times" aus Peking, Prinz Tsching habe am 17. Mai den englischen Gesandten Satow gebeten, in eine noch­malige Prüfung des Eisenbahnabkommens zu willigen.

um Rußland zu beruhigen. Und die Kaiserin von China hat einer Reutermeldnng infolge sogar ein Edikt erlassen, in dem uanschikai und H n y u f e n ein Verweis da- für erteilt wird, daß sie das Eisenbahnabkommen mit Eng­land unterzeichneten, und in dem ferner dem Zensoramte auf getragen wird, für die betreffenden Beamten eine an­gemessene Strafe festzusetzen. Durch ein zweites Edikt wird der Gouverneur von Juennan, Lichinghsi, abgesetzt und dem Zensoramte aufgetragen, ihn zu bestrafen.

Die Lage tu Südafrika.

Ueber die Vorverhandlungen für die Friedensschließ­ung, die gegenwärtig von den Bnrenfilhrern in Ver- eeiniging geführt werden, ist bisher noch nichts Zu­verlässiges in die Oeffentlichkeit gelangt Bei der eng­lischen Regierung ist bis jetzt nur die offizielle Nachricht eingelaufen, daß die erste Burenkonferenz in Vereeiniging zur Erwägung der Lord Kitchener vorzulegenden Vorschläge am Donnerstag abgehalten wurde.

Die Blätter ergehen sick nach wie vor in sich mehr ober weniger widersprcchenoen Mutrn aßun gen über den Ausgang der Verhandlungen. So wird derKöln. Ztg." aus London gemeldet, in dortigen mllitäriscben Kreisen sei die Ansa)onung der Dinge hinsichtlich der Versammlung in Vereeniging günstiger als in politischen. Diese rechnen, im Hinblick auf die Vergangenheit, mehr mit Imponderabilien, erwägen auch den auffallenden Ein­fluß, den unter den Buren hartnäckige, verhältnismäßig kleine Minderheiten bisher siegreich geltend gemacht haben. Daily Mail" hört gleichfalls, daß vielfach geäußerte Be­fürchtungen sich auf die Annahme gründeten, Delarey, sowie einige seiner Anhänger könnten Schwierigkeiten machen. DieTimes" meldet aus Pretoria. Es seien in Vereeiniging 160 Buren versammelt, welche fast alle wohlbekannt seien. Welchen Erfolg auch immer die Be­ratungen haben konnten, das Ende des Krieges fei jedenfalls nicht mehr fern. Die Zusammenkunft in Vereeiniging werde wahrscheinlich bedingungslose Uebergabe auf verschiedenen Punkten des Kriegsschauplatzes zur Folge haben, wodurch eine große Anzahl Truppen verfügbar werde für die Bezirke, die sich noch nicht unterworfen^ hätten.

Es ist überflüssig, daß man sich zu allen diesen Ge» rächten äußert, die nicht den geringsten positiven Hinter-- gründ haben. Daß die Burenführer in eine bedingungs­lose Uebergabe willigen würden, kann auch nur von eng­lischen Blättern ihren englischen Lesern aufgetischt werden.

Heer und Flotte.

Potsdam, 19. Mai.

Heute vormittag um 11 Uhr fand die Feier des Stif« tnngssestes des Lehrinfanterie-Bataillons auf dem Platze vor dem Neuen Palais statt. Auf der Süd­seite des Palais, unter den alten Kastanienbäumen war ein Feldaltar errichtet, Vor demselben hatte das Lehr-Jn- fanterie-Bataillon in einem offenen Viereck mit der Fahne Aufstellung genommen. Außer dem Kaiser nahmen an der Feier teil die Prinzen und Prinzessinnen des König­lichen Hauses, Prinz Paribatra von Siam, der russi­sche Botschafter Graf von der Osten-Sacken und die Herren der Botschaft, die fremdherrlichen Militär- und Marine- attachees, Graf Bülow, die Ober-Hof- und Vizeoberhvs- chargen, die Chefs des Generalstabs der Armee und des Mmiralstabs, sowie die Spitzen der Potsdamer Zivil­behörden. Hof- und Garnisonprediger Keßler hielt einen lithurgischen Gottedsdienft ab. Tie Gesänge wurden vom Militärttrchenchor ausgeführt, die Musik von der Kapelle des 1. Garderegiments zu Fuß. Zum Schlüsse wurde das niederländische Dankgebet gesungen. Hierauf pftanzte das Bataillon die Bajonette auf und stellte sich auf dem breiten Wege in Front auf. Der Kaiser mit dem gesamten Gefolge schritt unter den Klängen des Präsentir- marsches die Front ab. Hierauf trat das Bataillon zum Parademarsch an und defilierte einmal vor dem Kaiser vor­über. Danach begaben sich die Truppen nach den festlich geschmückten Kommuns und nahmen hier an den zum Essen aufgerichteten Tafeln Platz. Beim Erscheinen Sr. Majestät und der geladenen Gäste spielten sämtliche an den Kommuns aufgestellten Musikkorps der GarnisonHeil Dir im Sieger­kranz". Der Kaiser brachte ein Hoch auf die Armee aus, der Kommandeur des Gardekorps General von Kessel ein Hoch auf den Kaiser. Tie Truppen riefen dreimal Hurra! und die Musik spielte die Nationalhymne. Se. Majestät brachte hieraus eiu dreifaches Hurra auf den Kaiser von Rußland aus, woraus sämtliche Musikkorps die russische Nationalhymne spielten. Der Kat i er begab sich gegen ein Uhr nach dem Neuen Palais zurück; dort sand im Muschelsaale eine FruhKückstasel zu ungefähr 110 Gedecken statt. Bei der Tafel saß Se. Majestät zwischen der Prinzessin Fried­rich Leopold und der Herzogin von Albany. Eine im Armee-VerordnungSblatte veröffentlichte Kabinetts­ordre bestimmt, daß die Offiziere der technischen Institute der Infanterie und Artillerie zu einem Osfi- zterkorps vereinigt werden und als Abzeichen der Zu, jammengehörigkeit eine gemeinsame Uniform erhalten.

Deutsches Deich.

Berlin, 17. .~ai. Zuverlch^gen -tachrichten zufolge hat der Kaiser der Bonner Studentenschaft zugesagt, einen ihm für seine Anwesenheit in Bonn (17. bis 19. Juni) zugedachten Fackelzug anzunehmen.

Anläßlich der heutigen Krönungsfeier des Königs Alfons XIII. von Spanien liefen auf der hie­sigen spanischen Botschaft im Laufe des Vormittags zahl­reiche Gratulationen ein, u. a. auch die des Auswärtigen