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20.3.1902 Zweites Blatt
 
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Donnerstag SV. März 1903

153. Jahrgang

Zweites Blatt

GichenerAnzeiger

M General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Nr. 67

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Verantwortlich: für den polst. u. allgem. Teil: P. Wittko; für .Stadt und Land" und GerichtssaalttR.Ditt- mann; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Air Heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.

Politische Tagesschau.

Der Kaiser und der Alkohol.

Kaiser Wilhelm verfolgt mit Interesse eine englische Bewegung, an deren Spitze Lord Grey steht; ihr Ziel ist, daß die Wirtshaus-Konzessionen für neu ent­stehende Gastwirtschaften nicht mehr an Privatleute und private Unternehmungen vergeben werden, sondern an gemeinnützige Gesellschaften, deren Aktionäre und Angestellte von dem Absätze berauschender Getränke keinen pekuniären Vorteil haben und deren Ver­waltung voller öffentlicher Kontrolle untersteht. Seit kurzem haben wir auch in Deutschland eine ähnliche Beweg­ung; organisiert ist sie in demDeutscher Verein für Gasthaus-Reform", dessen Verwaltung Dr. W. Bode in Weimar führt. Vorsitzender ist Frhr. Daniel von Tiergardt, der auf seinem Gute Suschenhammer tn Ober- schlesien bereits ein Gasthaus nach den Grundsätzen des Vereins geschaffen hat. Er hat von den ersten Schritten und Schriften des Vereins dem Kaiser Kenntnis gegeben und daraufhin ein Schreiben aus dem Geheimen Zivil- Kabinett erhalten. Dr. v. Lucanus schreibt darin:

Seine Majestät der Kaiser und König geruhen, mich zu der Mitteilung zu ermächtigen, daß alle Bestreb­ungen, welche auf die Einschränkung des Alko­hol g e n u s s e s und die Aufklärung des Publikums über die sittlich und wirtschaftlich schädlichen Folgen desselben gerichtet sind, Allerhöchstihres vollen Beifalles sicl)er seien. So brächten Seine Majestät auch den Be­strebungen, welche in dem Programme des Deutschen Vereins für Gasthaus-Reform in Anlehnung an skandi­navische und englische Vorbilder zum Ausdruck kämen, ein lebhaftes Interesse entgegen, und hofften, wenn die­selben festere Grundlage genommen hätten, weiter von der Sache zu hören."

Die Tumulte im Wiener Parlament.

TieNord d. A l l g. Z t g." schreibt zu den Vorgängen im österreichischen Abgeordnetenhause in offiziösem Sperrdruck:

Fürst Bismarck hat stets daran festgehalten, daß wir uns nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischen sollen, und daß die Achtung der D y n a st i e e n einen wesentlichen Bestandteil guter inter­nationaler Politik bildet. Dies gilt in besonderem Matze für das Verhältnis des Deutschen Reiches zu der ver­bündeten österreichisch-ungarischen Monarchie, sowie in Bezug auf die beiden eng befreundeten Herr­scherhäuser Hohenzollern und Habsburg, und zwar heute ganz ebenso wie zur Zeit Kaiser Wilhelms L und seines großen Kanzlers. Der Abg. Schönerer hat gegen diese bewährten Grundsätze mit dem Schlußsatz seiner Rede gröblich verstoßen und der Wirkung nach, was auch seine Absicht gewesen sein mag, nur seinen tschechischen Gegnern und anderen zersetzenden Elementen Vorschub geleistet.

Diese Absage, deren Styl die Autorschaft des Grafen Bülow erkennen läßt, ist deutlich und kräftig. Tatz--Fürst Bismarck gegen Schönerer ins Feld geführt wird, ist wohl mit Bedacht geschehen, und hat seinen Grund ohne Zweifel darin, daß Abg. Schönerer sich stets als leidenschaftlicher Verehrer des Altreichskanzlers geriert, u. a. als Führer von Deputationen wiederholt das Mausoleum in Fried- richsruh besuchte. Die Alldeutschen in Oesterreich erleben an ihren Vorkämpfern in der That keine Freude. Erst kürzlich die Ehebruchs-Asfaire des deutsch-böhmischen Abg. Wolf, den Schönerer, derSchlohherr von Rosenheim", darob in Acht und Bann that, und nun der unüberlegte Vorstoß desuntadeligen" Schönerer selbst wahrlich, die Tschechen brauchen sich in ihrem Bemühen, die Aeste des germanischen Baumes abzusägen, nicht sonderlich zu beeilen. Die darauf sitzen, nehmen ihnen einen Teil dieser Arbeit ab.

Ter Abg. Franko Stein war gestern mit einer- Hundepeitsche im Abgeordnetenhause erschienen. Ta Dr. Dyk dies als Beweis ansah, daß Stein ihn zu insul­tieren beabsichtige, ließ er sich einen Revolver holen und erklärte, falls Stein ihn angreifen sollte, diesen ohne Weiteres niederschietzen zu wollenl

Die Spionage-Affäre des Obersten Grimm nimmt immer weitere Dimensionen an. Es ist erwiesen, daß durch ein über ganz Rußland verbreitetes System fast alle Mobilisierungspläne des Generalstabes sowie Festungs­pläne an auswärtige Agenten verraten wurden. Es ist sicher, daß nach abgeschlossener Untersuchung sowohl der Kriegs­minister wie der Generalstabsches aus ihren Aemtern scheiden.

Der Bergwerksunternehmer Rupp in dem Grenzorte Silce wurde verhaftet und nach der Warschauer Zitadelle gebracht. Seine Verhaftung ist erfolgt, weil er verdächtig erscheint, an l0»er Warschauer Angelegenheit aktiv beteiligt zu sein.

Wie Lember-ger Blättern aus Warschau berichtet wird, habe Grimm von der deutschen Regierung für seine Dienste ein Jahresgehalt von 12 00 0 Mark und eigene Honorare für besondere Dienste erhalten. Der russi­sche Generalsiab pflege gleich dem französischen seit Jahren den ausländischen Agenten absichtlich gefälschte Militärpläne in die Hande zu spielen. Damit soll Grimm betraut gewesen sein, sodaß er, ohne Aussehen unÄ Verdacht zu erregen, den Agenten echte statt falscher Pläne hatte znkommen lassen können.

Vom Goldenen Horn.

Wie demBerl. Tagebl." aus Konstantinopel tele­graphiert wird, ging am 19. d. M. ein Mahfussehdampfer mit 300 Verbannten nach, fernen ab. Außer Offi­zieren befinden sich verschiedene hohe Hofbeamte darunter. Das letzte Opfer der Gewalthaber ist heute zum Tode verurteilt. Es ist General Osman Pascha, ge­nannt der Kurde, der seinerzeit ins Ausland floh, dann begnadigt wurde und kürzlich durch eine gefälschte Depesche eines Freundes verleitet, avglos zurückgekehrt war. Der Thronfolger, Prinz Reschad Efsendi, ist angeblich, plötzlich schwer erkrankt.

Meldungen über Vorgänge im Mldizkiosk sind auf ihre Richtigkeit bekanntlich schwer zu kontrollieren. Es bleibt deshalb eine offene Frage, inwieweit Berichte, wie dieser, den Thatsachen entsprechen. Auf den deutschen Botschafter Frhrn. v. Marschall errsteckt sich das Mißtrauen des« Sultans nicht, denn dieser wird nach wie vor häufig in Privataudienz empfangen. Ein zutreffendes Urteil über die Lage der Dinge am Goldenen Horn werden wohl nur die Unterthanen Abdul Hamids, und hier besonders diejenigen haben, die mit dem bestehenden Regiment unzufrieden sind und aus eine Umwälzung hinarbeiten. Daß diese auch im Mdizkiosk chre Vertrauten besitzen, ist ohne weiteres an­zunehmen. Steht es also um des Sultans Autorität schlecht, dann werden die Beobachter das unverzüglich den Ge- innungsgenossen im Lande melden, und der Ausbruch von Unruhen zunächst wohl im alten Revolutionsbezirke Macedonien, wohin soeben der englische Militärattachee Oberstleutnant Mannselt gereist ist, um auf einer mehr­wöchigen Studienreise sich über die Lage daselbst zu unter­richten, dürfte der Mitteilung auf dem Fuße folgen. Es ist übrigens zu beachten, daß dort der Boden für politische Exzesse in diesem Jahre als besonders gut bearbeitet gilt. Sämtliche in jenen Gebieten amtierende europäische Kon- uln haben dies ihre Regierungen wissen lassen und der Pforte die Schuld an der bedrohlichen Gestaltung der Dinge beigemessen. Der russische Botschafter soll dem Sultan ge­raten haben, die versprochenen Reformen in Macedonien endlich o.urckzuführen, da Gefahr im Verzüge sei. Diese Wolke erscheint zwar mit einer gewissen Regelmäßigkeit in jedem Frühjahr am politischen Horizont, was aber nicht ausschließt, daß sie sich doch einmal entladet und arge Verwüstungen anrichtet.

Deutsches Keich.

Berlin, 19. ^ckirz. Aus Kuel wird gemeldet: Das LinienschiffKaiser Wilhelm II.", mit dem Kaiser und dem Prinzen Heinrich an Bord, traf heute Nachmittag hier ein. Um 6i/4 Uhr landete Prinz Heinrich und begab sich ins Schloß zur Begrüßung der Prinzessin Heinrich. AlsKaiser Wilhelm II." auf der Fahrt durch den Kaiser Milhelm-Kanal bei Rendsburg vorübergekommen war, hatten die am User aufgcstellten Truppen der dortigen Garnison präsentiert, und die Bevölkerung hatte dem Kaiser und dem Prinzen Heinrich stürmische Huldigungen dar­gebracht

DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Roten Adlerordens 1. Klasse mit Eichenlaub an den deutschen Botschafter in Washington v. Holleb en und des Kronenordens 3. Klasse an den Gouverneur von Samoa Dr. Sols.

Zu der vom Bundesrat geplanten Neuordnung de s Verkehrs mit Geheim Mitteln vorbereitet das Aelteftenkollegium der Berliner Kaufmannschaft eine Ein­gabe, die für die berechtigten Jnteresten sowohl der phar­mazeutischen Industrie wie des Handels und der Presse nachdrücklich, eintritt. DieVoss. Ztg." verössentlicht einen vom Verein für pharmazeutische Großindustrie dem Bundes­rate überreichten Gesetzentwurf über den Verkehr mit Ge­heimmitteln.

Gegenüber einer Londoner Blättermeldung wird der Nat.-Ztg." von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß im deutschen Generalkonsulate in Warschau keinerlei Haussuchungen stattgefunden, die russische Gendarmerie dort a.uch nicht das geringste unternommen hat, was in irgendwelchem Zusammenhang mit der Affäre des russischen Obersten Grimm steht.

DenB. N. N." zufolge hat Gras B<ülow aus eigenster Initiative die Entfernung ausländischer polnischer Agitatoren angeortmet

Rastenburg, 19. März. Das Ergebnis der R e i ch s- tagsersatzwahl im Wahlkreise Rastenburg-Gerdauen- Friedland ist folgendes: v. Rauttes (kons.) 93 7 7, Dultz Freis.) 4707, Ebhardt (Soz.) 3135 Stimmen.

Ausland.

London, 19. März. Das Unterhaus nahm die zweite Lesung des Gesetzes betreffend Einführung von Alters­renten an. Der Präsident der Lokalverwaltung Long be­merkte aber sofort, daß die Regierung die für Durch­führung des Gesetzes notwendigen Mittel nicht her­geben würde.

Brüssel, 19. März. Die Repräsentantenkammer be­gann fc)ie Beratung des Gesetzentwurfes betreffend das all­gemeine provinziale und kommunale Stimmrecht. Der § 1 bezüglich des Stimmrechts für Frauen wurde a b g e l e h n t, ebenso § 2, der das Alter für das kommunale Wahlrecht auf 21 Jahre festsetzt.

Paris, 19. Vtärz. Heute wurde die internatio­nale Konvention betr. den Vogelschutz unter­zeichnet, der Deutschland, Frankreich, Oesterreick-Un- garn, Spanien, Portugal, die Schweiz und Griechenlano bei­getreten sind.

Der Senat begann die Budgetberatung. Der

Generalberichterstatter wies darauf hin, daß das Defizit' des Budgets ein konstantes, wie es scheine, unheilbares fei. Man müsse gegen die Erhöhung des Kredits einschreiten und überall, wo es möglich ist, Ersparnisse eintreten lassen, neue Hilfsquellen ausfindig machen und durchs Streichung der unnötigen Ausgaben möglichst eine Ersparnis von 1300 000 000 Francs bei den Budgets der verschiedenen Ministerien erzielen, namentlich bei den Ministerien der Kolonien, der Marine und des Krieges.

Wien, 19. März. Im Abgeordnetenhause erklärte der Ministerpräsident v. Körber alle den persischen Ge­sandten betreffenden Anschuldigungen für unbegründet. Thatsache sei nur, daß beim kaiserlichen Obergericht ein Prozeß w zisch en dem serbischen Gesandten und dem Erben Schoßbergers im Zuge sei, der den Ersatz eines angeblich behufs Erwerbung des Freiherrn-Titels geleisteten Vorschusses zum Gegenstand habe. In namentlicher Abstimmung wurde der Budgetposten für eine tschechische technische Hochschule in Brünn angenommen.

Belgrad, 19. März. In der heutigen Sitzung der Skupschtina erklärte sich die Mehrheit gegen den Justiz­minister Stamenkowitsch. Infolge des Konfliktes gab Kabinett feine Entlassung.

Aus Ailiöt und Land.

Gießen, den 20. März 1902.

* * Justizdicnstnachricht. Wie wir vernehmen, ist Rechts­anwalt Ho o s wieder in der Großh. Justizverwaltung als Gerichts-Assessor ausgenommen worden.

* * F o r st d i e n st n a ch r i ch t e n. Ter Großherzog hat' den Oberförster der Oberförsterei Homberg, Forstmeister H e ß zu Homberg a. d. Ohm, in gleicher Tienfteigenschaft tn die Oberförsterei Michelstadt versetzt und dem Forstwart. der Gemeindeforstwartei Gernsheim II. F e l l zu Forsthaus Wilde Hirsch" aus Anlaß seiner mit Wirkung vom 1. April d. I. erfolgenden Versetzung in den Ruhestand den Charakter alsFörster" verliehen.

* * Volkslefehalle. Wie man uns mitteitt, ist der Lese­saal der hiesigen Lesehalle jetzt auch Sonntags von elf Uhr vormittags bis 10 Uhr abends für das Publikum geöffnet.

* * Plötzlicher Tod. Gestern Nachmittag wollte eine feit längerer Zeit herzleidende Frau, die sich auch in ärztlicher Behandlung befand, aus dem städtischen Brunnen hinter der Stadtkirche Wasser holen. Sie stürzte dabei plötzlich ohn­mächtig nieder. In ihre Wohnung gebracht, starb sie dort alsbald.

* * Unfall. Eine Junge wollte gestern Nachmittag auf dem Neuenweg von einem Wagen feine darauf sitzende Schwester herunterholen. Dabei ging ihm ein Rad über den Fuß, der anscheinend gebrochen ist. Den Fuhrmann trifft keine Schuld.

* * Verein hirschgerechter Taunnsjäger. Bei der Prä­miierung auf der Frankfurter Geweihausstellung kamen folgende Preise nach Hessen: Für Rot h irsch geweih e. Ehrenpreise. Se. Königl. Hoheit der Großherzog. Frhr. v. Heyl, Major ä la suite, Darmstadt. Goldene Medaillen: Se. Königl. Hoheit der Groß her zog. Silberne Medaillen: Se. Röntgt Hoheit der Großherzog. Hickler, Gustav, Darmstadt. Frhr. v. Heyl, Major A la suite. Für Gems - friefel. Silberne Medaillen: Frhr. v. Heyl. Für Reh- gehörne. Goldene Medaillen: Forstwart Otto Adam, Lehrbach. H. Burg, Lich. E. Vogt, Butzbach. Ferner wurden ausgezeichnet: G. Lang, Offenbach, Graf zu Solms- Rödelheim-Assenheim, A. Rübsamen-Gießen.

* * Einnationaler Reichswahlverband" ist unlängst in Berlin begründet worden auf Grund folgender Forderungen:

1) Tie notwendigen Bewilligungen für unsere nationale Wehr­kraft (Heer und Flotte) werden als nationale Ehrensache behandelt und grundsätzlich niemals mit Wünschen und Bedingungen aus anderen Gebieten der Politik belastet.

2) Aus Gründen nationaler Fürsorge muß die ftnanzielle Un­abhängigkeit des Reiches von den Einzelstaaten so bald als mög­lich erreicht werden. Der Hauptgesichtspuukt einer künftigen Reichs- ftnanzreiorm muß deshalb die Ausstattung des Reiches mit eigenen, im Höchstbetrage nicht begrenzten Einnahmen sein.

3) Fremdes Vollstum an unseren Grenzen und seine Siedelungen im Reich dürfen kein Hemmnis staatlicher Ordnung geschweige denn eine Gefahr für unser Volkstum bleiben. Vielmehr muß das Deutschtum zu erfolgreichem Kampfe mit allen Mitteln gestärkt werden. _ , . .

4) Zur Hebung des deutschen Nationalbewußtsems und zur Sicherung wichtiger Zukunftswerte muß unsere auswärtige Politik entschlossen für den Schutz und die Stärkung des Deutschtums im Auslande eintreten und allen auf solche Ziele gerichteten Vereins- bestrebungen kräftige Förderung gewähren.

Die Mitglieder des Vorstandes verteilen sich bereits über das ganze Reich. In unserem Lande haben sich Unterzeichner außer in Worms, Wöllstein, Sprendlingen, Bad-Nauheim, Lauterbach, Gaualgesheim, Bingen und Niederingelheim auch in Gießen gefunden, und zwar die Herren Privatdozent Dr. Bötticher, Kreisschulinspeklor Prof. Dr. Lucius, Geh. Hof- rat Prof. Dr. Siebeck und Prof. Dr. v. Wagner.

* Ein interessanter Prozeß wird hier demnächst zur ver- waltungsgerichllichen Entscheidung gelangen. Behördlich war ein Beamter als Sachverständiger mit der Kontrolle und Beaufsichtigung einer öffentlichen Vereinsoeranstaltung be­traut worden. Dieser Beamte liquidierte für feine Bemühungen einen Betrag, der vom Vorstand ausbezahlt, von der General­versammlung aber nicht gutgeheißen wurde, da der vorher angenommene, allerdings nicht beamtete Sachverständige für seine Thätigkest, wie in der Versammlung behauptet wurde.