deutsche Jugend. Damals machten die .Zwei glücklichen Tage-' ihren Siegesflug über die deutschen Bühnen, und es ist wohl anzunehmen, daß der Schwank noch heute mit seiner Fülle scherzhafter Situationen die Zuschauer in frischeste Laune versetzen und sie auf ein paar Stunden alles Unglück unserer Tage vergessen laßen wird. Die beiden liebenswürdigen Benesiziantinnen werden gewiß nach besten Kräften dafür sorgen, daß das alte Hinterhaus der Wallthorstraße nur fröhliche, lachende Gesichter aufweisen wird. Und wenn sie dann am Ende der Vorstellung den Kassenrapport durchblicken, dann möge er ihnen die angenehme Perspektive eröffnen für mehr denn nur zwei glückliche Tage!
- Noch einmal Liebknecht. Der Geist der verstorbenen Liebknecht geht roeüer um. Heute schreibt uns Herr RerchS- tagsabgeordneter Köhler- Langsdorf:
Eines Tages traf ich in den Wandelgängen des Reichstags- oebäudes den Abg. Liebknecht und kam in ein Gespräch mit ihm, un Verlauf besten ich ihn fragte, ob der G i e ß e n e r Pr o f ess o r Liebknecht, der in der' Mrtte des 18. Jahrhunderts tm Walde m Muschcnheim Ausgrabungen an den sogen. Heidengrabern ver- anstaltet habe und überhaupt ein bedeutender Gelehrter seiner Zeit gewesen sein müsse, etwa sein (des Abg. Liebknecht) Vorfahre sei. Abg. Liebknecht antwortete darauf: .Ja, das war mein Urgroßvater, den man von Wrttenberg her andre Universität Gießen berufen hatte. Er war ein Nachkomme oonDr. MartinLuther. Ja, ich selbst bin jetzt mit meinen Kindern der letzte direkte Nachkomme Luthers.
•• Seinen antiquarischen Anzeiger Nr. 63 hat das Antiquariat von Karl Krebs soeben zur Ausgabe gelangen lassen. Er enthält eine Anzahl Erscheinungen aus dem Gebiet der klassischen Philologie.
- Reichsbank Fernchecks. Zur werteren Erleichterung der Zahlungsausgleichungen im Verkehr mit Firmen und Personen, welche bei der Reichsbank kein Girokonto besitzen, hat diese die Einrichtung getroffen, daß weiße Checks nach Präsentation durch den Kontoinhaber bei der Reichsbankanstalt, welche sein Konto führt, ohne Verzug bei einer anderen, in dem Check vorher zu bestimmenden Reichsbankanstalt ausgezahlt werden können. Die Gebühren für einen solchen sog. „Ferncheck" betragen ohne Rücksicht auf dessen Betrag 30 Pfennig.
•• In den deutschen Münzstätten sind im Monat Jannar für 6 779 900 Mark Doppelkronen und zwar sämtlich au Privatrechnung, für 2 139165 Mark silberne Fünfmarkstücke, für 299 625 Mark Zweimarkstücke, für 1340 486 Mark Einmarkstücke und für 37 594 Mark Zehnpfennigstücke geprägt worden. .
— Darmstadt, 19. Febr. Wie man uns mttteut, wird vom 17. März bis 5. April unter Leitung des Großh. Turninspektors ein Privat-Turnkursus stattsinden, durch den nicht nur Lehrerinnen, die bereits im Dienst stehen, sondern auch anderen Damen Gelegenheit geboten ist, die Befähigung für den Turnunterricht sich zu erwerben. Die Anmeldungen haben bis 12. März bei dem Großh. Turninspektor zu erfolgen, von dem auch alle Bedingungen für die Beteiligung
zu erfahren sind. — Da heute das Bedürfnis nach auSge- bildeten Turnlehrerinnen nicht nur für Schulen, sondern auch ür Vereine usw. immer mehr sich geltend macht und hierdurch mancher jungen Dame ein neuer Wirkungskreis sich erschließen kann, so darf das geplante Unternehmen als zeitgemäß bezeichnet werden.
Vermischtes.
* Bamberg, 19. Febr. Der Oberstabsarzt des hiesigen Jnfanterie-Regiments, Dr. Mayer, zog sich mit seinem eigenen Säbel eine unscheinbare Verletzung am Bein zu, die er nicht beachtete. Es entstand Blutvergiftung, der er gestern erlegen ist.
• Selbstmord eines Offiz iers. In Wesel er- choß sich der Hauptmann Kirchhoff wegen finanzieller Schwierigkeiten.
* Prinz Heinrich als Fürbitter. In Rew- York beschäftigt man sich jetzt lebhaft mit der Erörterung eines echt amerikanischen und recht verrückten Projektes; man will den Prinzen Heinrich bei feiner bevorstehenden Anwesenheit in den Vereinigten Staaten bitten, Fürsprache für ein bildschönes, junges Mädchen einzulegen, das unter dem chweren Verdacht verhaftet wurde, feinen Geliebten ermordet zu haben. Die Affaire der Florence Burns — so heißt die 19jährige Angeklagte — bildet das Tagesgespräch in New-Pork. Mr. Brooks wurde in einem Hotel sterbend mit einer Reoolverkugel im Kopf aufgefunden. Wie die Hotelbediensteten aussagten, hatte den Verwundeten kurz vorher Florence Burns besucht. Da nun Florence, das schönste Mädchen der Brooklyner Gesellschaft, die Geliebte des Brooks gewesen war und dieser gedroht hatte, der Dame seines Herzens untreu zu werden, so fiel der Verdacht auf Miß Burns und sie wurde in Untersuchungshaft genommen. Bei den Vernehmungen erschien sie in hochelegantem schwarzem Kostüm, mit einem malerischen Riesenhut auf den wallenden blonden Locken. Florence stellte jede Schuld in Abrede und die Sympathien der Amerikaner sind auf ihrer Sette. Jetzt schlägt man nun ganz ernsthaft vor, den Prinzen Heinrich namens der Frauen Amerikas zu bitten, er möge bei Präsident Roosevelt die Freilassung der angeklagten Schönen erbitten.
Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde.
Samstag, den 22. Februar 1902.
Vorabend: 5" Uhr. Morgens: 9 Ubr. Nachmittags: 3 Uhr Schriftcrklärnng. Sabbathausgang: 6" Uhr.
330.
tzottesdierck der israelitischen Aeligronsgesellschast.
Sabbathfeier am 22. Februar 1902.
Freitag abend 5M. Samstag vormittag 8M. Nachmittag Sabbathausgang 646.
Wochengottesdimst: morgens 7°° Uhr, abends 58 Uhr.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
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§ Das Beste für die Zähne!
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Die richtige Ernährung
der Kinder
lohnt sich später tausendfach! Jede Mutter sollte ihren Kindern zum Frühstück uur Kathreiners Malzkaffec mit Milch geben. Das wird von den Aerztcu empfohlen. Die Kleinen gedeihen dabei zusehends, was schon tausendfach erprobt ist.
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