Erstes Blatt.
Donnerstag Äv. Februar 1902
s
iU können.
152. Jahrgang
Nr. 43
Erscheint lägttch außer SonntagS.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Sesslschen Landwirt die Siebener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt.
Notattonsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Unioers.-Buch- u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schulstraße 7.
Ldreste für Depeschen: «uzetger Gießen.
NernsprrchanschlußNr.bl.
Berlin, 19. Februar. Das vor mehreren Tagen vom General-Intendanten der künigl. Theater Grasen Hoch berg eingereichte Entlassung sg es uch ist vom Kaiser in einer Kabinetsordre in allergnädigsten Worten gestern vorläufig abgelehnt worden. Die Blättermeldungen, daß der Wiesbadener Intendant v. Hülsen zum Nachfolger HochbergS ausersehen sei, sind unzutreffend. Es werden jetzt als Kandidaten für den demnächst doch wohl vakant werdenden Posten u. a. v. Posiart-München, Baron v. Bcrger-Hamburg, Dr. Paul Lindau, Angelo Neumann-Prag und Barnay-Wiesbaden , genannt. — An Stelle des ausgeschiedenen Professors Eugen Bracht berief der Kultusminister den von der Akademie gewählten Professor Ludwig Passini zum Senatsmitglied der Akademte der Künste für den Rest der Amtsdauer Brachts. Die von der Akademie erfolgte Wahl des Professors Engelbert Humperdinck zum ordentl. Mitglied hat der Kultusminister bestätigt.
Newyork, 19. Febr. Der amerikanische Landschaftsmaler Albert Bierstadt ist gestorben.
— Die chinesische Bibelübersetzung, eins der schwierigsten Probleme für die christlichen Missionare im Reich der Mille, hat einen wichtigen Fortschritt zu verzeichnen. Bei der vor 12 Jahren in Schanghai gehaltenen Missionskonferenz wurde die Frage einer einheitlichen chinesischen Bibelübersetzung als eine der brennendsten bezeichnet. Man kam überein, die Bibel gleichzeitig im hohen Litteratursiil, im leichten Buchstil und im Mandarinendialekt herauszugeben. Für jede dieser drei Schreibweisen wurde eine besondere Kommission ernannt. Als die dringlichste Aufgabe wurde die Uebersetzung im leichten Buchstil bezeichnet. Gerade von dieser letzteren Ausgabe ist soeben die Revision des Neuen Testaments vollendet und als Probedruck erschienen. In der unter dem Vorsitz des anglikanischen Bischofs Burdon arbenenden Kommission, die diese wertvolle Arbeil geleistet hat, sitzt auch em Deutscher, der Rheinische Missionar Gen ähr.
Frankfurt a, M.. 18. Febr. Das Gesuch unseres Heldentenors Aloys Burgstaller um Entlassung aus dem Verbände unserer Oper wurde genehmige Burgstaller wird diesen Sommer in Bayreuth wieder m vollem Umfange thätig fern.
Prior bkivrich in brr ommkamschw Komdütur.
Aus Newyork wird gemeldet: ,Es wäre erstaunlich, wenn nicht auch der „cartoon', jene Federskizze, die eine Mehrzahl amerikanischer Zeitungen täglich bringt, sich mit dem Prinzen beschäftigt. Gewöhnlich behandell dieser Earton das wichtigste Tagesereignis, meist polüischer Natur, und ist fast ausnahmsweis als Karrikatur gehalten. Jener Pankee- humor, der sich selbst ebenso gern wie andere verspottet, macht da tolle Sprünge. Wer deren Wesen versteht, wird gerade in ihnen den besten Beweis dafür finden, daß sich mit Bezug auf alles Deutsche in Amerika ganz plötzlich ein geradezu verblüffender Umschwung der Gefühle vollzogen hat. Am schlechtesten kommt übrigens stets Onkel Sam im Earton weg. Hat irgend em Trust auf dem Wege legislativer Maßregeln für sich gewinnbringende Privilegien errungen, so erscheint der Onkel mit blauem Auge und „ eingetriebenem Zylinderhut; das Futter der geleerten Taschen, die er mit Thränen im Auge bettachtet, hängt heraus, und im Hintergründe entfernen sich cm paar Bauernfänger mit ihrer Beute. Hat es auf den Philippinen auch nur die kleinste Niederlage gegeben, so amüsiert sich der Pankee königlich, weil diese ihm Gelegenheit bietet, Onkel Sam „m der Suppe" abgebildet zu sehen. Er sitzt dann in einer dampfenden Terrine, deren Deckel ihm über die weißen Haare gestülpt ist, während ein Teil des schweißtriefenden und geängstigten Gesichtes her- uusschaut. ■
Gegenwärtig aber behandelt der Earton lediglich die Prinzen reise. Da sehen wir den deutschen Kaiser durch einen Matrosen des Prinzen Reisetasche offnen lassen und eine große Flasche hineinlegen, deren Ausjchrift mit Bezug auf die zahlreichen Festlichkeiten besagt: , Gut gegen das Gefühl am nächsten Morgen." Aus einer anderen L-kizze sehen wir Columbia und Germania sich die Hand rer -en, erstere trägt am Busen ein Bouquet, aus dessen Manschette geschrieben: „Einladung zum Stapellauf". Germania hat ihr dies also eben überreicht. Im Hintergründe aber kommt John Bull mit einem großen Briefe, besagend: „Einladung zur Krö
sie immer noch in einer viel besseren Lage als der Arbeiter. Um diesem Missstande wirksam entgegentreten z
sei die Schaffung einer selbständigen Reichsbehörde, eineL
Ständen eine besondere Notstandsoorlage verabschiedet werde. Er habe nun soeben aus dem Muiidc des Regier- ungsvertreters erfahren, daß eine solche besondere Not* standsvorlage nicht erforderlich sei, weil die im Budget vorgesehenen Mlltel zur Minderung der Arbeitslosigkeit von der Regierimg als unzureichend bezeichnet würden. Indes sei das von der Regierung gesammelte Material nicht einwandsfrei. Besonders in den Industriestädten fei die Lage der Arbeiterschaft unendlich viel trauriger, so besonders in Offenbach. Eine Umfrage bei den Gemeinden hätte vielleicht ein anderes Resultat ergeben. Bor Augen habe er eine Umfrage des GcwerkschaftSkartells in Offenbach. In der Stadt selbst sei am 26. Januar eine ArbeitS- zählung vorgcnommen worden durch Ausgabe von .^65 Zählkarten. Es seien 320 Marten eingegangcn, wonach sich ergeben habe, daß 154 Verheiratete und 166 ledige Arbeiter hierbei in Betracht kämen. Davon seien 90 noch nicht ganz einen Monat, 90 über einen Monat, 91 über zwei Monate, 15 nicht ganz 4 Monate, 18 nicht ganz 5 Monate und 26 mehr als 6 Monate arbeitslos gewesen. Außerdem gebe es viele mit beschränkter Arbeitszeit und eine große Anzahl arbeitete nur die Hälfte der Woche. Für die städtischen Arbeiten seien nicht alle ihres Berufs oder körperlichen Konstttution wegen geeignet, un£> nur wenn sie dem Der- hungern nahe seien, griffen sie auch danach. Namenloser Elend sei über Hunderte von Familien hereingebrochen, und es sei Pflicht des Staates und der Kvmmunalver- bände, hier einzugreifen. Tie Ziffern in Berlin und anderen Großstädten böten noch ein viel grausigeres Bild, weil dort keine Bevölkerung, wie bei uns, vorhanden Jet, die sich wenigstens einen Teil ihres Unterhaltes aus der Landwirtschaft erwerben könnte. Doch genügten diese Ziffern in Hessen, festzustellen, daß der Ausschuß berechtigterweise zu dieser Entscheidung gekommen sei. Die jetzige KrisiS sei schärfer als die seitherigen, zum mindesten zeige sie sich schärfer in ihren Wirkungen. Mit Hilfe der Statistik müßten ihre Ursachen und Wirkungen ergründet werden, um in Zukunft in der Lage zu Jeni, Krisen vorbeugen zu können. Einmal, imJahre 1895,habe dieReichsregieruna einen Anlauf dazu genommen mit einer Zählung der Arbeitslosen. Seitdem habe man nichts mehr davon gehört. In bestimmten Zeiträumen müßten derartige statistische Aufnahmen stattsinden, um die Resultate verwerten zu können. Was nützten da alle Umfragen bei Beamten? Die Arbeiter selbst müßten mitwirken, und in dieser Beziehung wenigstens müsse er die Erklärung des RegieruugsvertreterS einer Kritik unterziehen. Nun sage man, die Unternehmer leiden ebenfalls. Aber selbst wenn diese auch zusetzten, so seien
nung" (natürlich Anspielung auf die Anwesenheit von Miss Roosevelt bei der Krönung) gelaufen. Da tritt der ebenfalls anwesende Onkel Sam auf ihn ju, und wie aus seinem Munde kommend sind die Worte geschrieben: „Mach, daß Tu wegkommst, Du kommst zu spät!" Der Umstand, daß fünf Logen des Großen Opernhauses für die Galavorstellung w einer , Königsloge" ausgebaut werden, inspirierte einen Künstler zu einer Skizze, die er unter schreibt: „Nicht wahr, Königliche Hohell, wir haben auch unsere Könige?" Ta sitzt zur Linken des Prinzen Onkel Sam in der Loge. Der erstere ist einfach in Uniform und nach einer Photographie gezeichnet, Onkel Sam aber mußte doch etwas am Zeuge geflickt werden, und so trägt er eine mit Dollarstücken besetzte Krone und renommiert mit einem ungeheuer großen Portemonnaie in der Hand. In den Logen ringsum aber sitzen, möglichst mit Pvrträtähnlichkeit gezeichnet, die Persönlichkeiten, die der Prinz wirklich in ihnen gewahr wird. Alle tragen Krönchen mit einer Inschrift. Diese besagt bei Morgan : „König der Finanz", bei anderen:
Kohlen- oder Eisenbahnlönig", dann wieder: „Fürst der Svelulanten", „Königin der Gesellschaft" und bei einer be- sonders mit Juwelen geschmückten Dame: „Diamanten- Königin". _ ... ,
Natürlich hat eme amerckanyche Zerrung nun auch herausbekommen, warum mcht, wie es zuerst hieß, der Kronprinz zum Stapellauf kommt. Sein kaiserlicher Vater wollte zuerst ihn schicken. Dann aber siel demselben ein, daß sein Erbe auf der Reise mit Amerikanerinnen zusammenkommen würde, und — niemand kann die schönen Yankeetöchter sehen, ohne sich in sie zu verlieben! Ter Kronprinz würde dem Kaiser erklärt haben: „Ich heirate nur eine Amerikanerin!" Und darum kommt Prinz Heinrich, der schon verheiratet ist.
Reichsarbeitsamtes, erforderlich. Daran müßten Arbeiterkammern angegliedert werden; die Abteilung des statistischen Amtes sei durchaus ungenügend. Die Frage der Arbeitsvermittlung werde von ihm nicht unterschätzt. Von Reichswegen sei in dieser Beziehung bisher so gut wie gar nichts geschehen, es sei denn bezüglich der Provision oer Arbeitsvermittler. Auch in dieser Beziehung müsste vom Reich eingeschritten werden. Aber alle diese Mittel seien eben doch nur Palliativmittel, ein durchgreifendes Mittel könne nur durch Eingreifen der gesetzgebenden Faktoren in die Produktion gefunden werden, nämlich durch Einleitung einer allgemeinen Beschränkung der Produktion
denken ließen, sofort in Angriff zu nehmen seien. Auch sollten Extra-Megebauten, sobald auf besondere Vorlage die entsprechenden Mittel bewilligt seien, vorgesehen werden. Tie Bauabteilung habe die Bauten chres Ressorts thunlichst gefördert, und die Eisenbahnabteilung biete reichliche Arbeitsgelegenheit durch den Umbau der Bahnhöfe Worms, Laubach, Lollar und durch die in Vorbereitung begriffene Ausführung der Linien Lorsch—Heppenheim, Grebenhain— Gedern, sowie durch den Umoau des Bahnhofes in Darmstadt. Nach allem Gesagten sei also in allen Landesteilen ausreichende Arbeitsgelegenheit vorhanden. Zudem hätten die Oberförstereien angezeigt, daß ein vermehrter Andrang selbst zu den leichteren Arbeiten nicht vorhanden sei. Auf Seite der Staatsverwaltung sei somit alles geschehen, was in den einzelnen Ressorts der Verwaltung habe geschehen können. Er könne sich daher darauf beschränken, zu erklären, daß Vs nicht in der Absicht der Regierung liege, mit besonderer Notstandsvorlage an die Landstände heranzutreten, Aumal im Hinblick auf die im Rahmen des Budgets neu zu schaffende Arbeitsgelegenheit. Dieser Teil des Aus- schußberichts sei durch seine momentanen Ausführungen erledigt. Die Kammer könne überzeugt sein, daß die Re- gierung der Sache ihre ernsteste Aufmerksamkeit auch künftighin schenken werde. Nun komme er zum zweiten Punkt des Ausschußberichtes. Was zunächst die kommunalen Arbeits-Nachweise angehe, so könne aus einer erheblichen Subvention im Staatsbudget entnommen werden, daß die Fürsorge der Regierung auf diesen Punkt gerichtet sei. Was nun die Resultate der Arbeitsnachweise angehe, so seien dieselben in den Städten befriedigend, dagegen hätten auf dem Lande sdiiese Nachweise im Hinblick auf die besonderen Verhältnisse versagt. Was die Frage der Arbeiterstatistik behufs wirksamer Bekämpfung der Arbeitslosigkeit angehe, so sei er selbst Mitglied der Kommission für Arbeiterstatistik und nehme als solches das lebhafteste Interesse an dieser Einrichtung, für die demnächst eine neue ständige Einrichtung zur Pflege der Arbeiterstatistik im deutschen Reiche geschaffen werden solle. Wenn der Berichterstatter des Ausschusses betont habe, daß statt dessen ein selbständiges Reichs- arbeitsamt besser nm Platze gewesen wäre, so ftel/e er dieser Ansicht sympathisch gegenüber. Nun fei noch die Erwägung der Frage der Arbeitslosigkeitsversicherung der Regierung ans Herz gelegt worden. Bis zu einem gewissen Grade sei diese Aufforderung schon dadurch gegenstandslos, daß er selber der Gesellschaft für soziale Praxis an gehöre. Diese Frage sei von ungeheuerster Wichtigkeit, aber auch sehr schwierig. Im Reichstag sei dieserhalb eine Kommission berufen worden, u«m diese Frage zu erörtern. Die Regierung sei stich wohl bewußt, daß sich der Ausführung dieser Versicherung wahrscheinlich nicht übersehbare Schwieng- keiten entgegenstellen werden. Irides werde doch wohl einst der Tag tommen, an dem dem Bau der deutschen Sozialgesetzgebung neben der Witwen- und Waisenversicherung auch die Arbeitslosigkeitsversicherung als Schlußstein eingefügt werde. Und dann werde man dankbar aller derer gedenken, die an diesem stolzen Bauwerk mitgearbeitet hätten, und in diesem Sinne bedeute auch die Resolution der Kammer eine nicht zu unterschätzende Mitwirkung. (Bravo!)
Abg. Ulrich (Soz.): Der Ausschußantrag, dessen Annahme er dem Hause nur sehr ans Herz legen könne, fei in aller Form eine Empfehlung des Antrags selbst. Im wesentlichen komme es ihm darauf an, zu erfahren, dass alle Staatsarbeiten möglichst in Angriff genommen seien. In zweiter Linie komme cs auch darauf an, daß von den
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Hessischer Landtag.
Zweite hesstsche Ständekammer.
79. Sitzung.
Darmstadt, 19. Febr.
Präsident HaaS eröffnet die Sitzung um 10.40 Uhr. Am RegierungstischStaatsminister Rothe Exc., die Ministerialräte Braun und Breidert, Geheimrat Emmerling.
Tie Debatte über den Antrag Ulrich und Gen., ine Milderung der Arbeitslosigkeit betr., wird fortgesetzt.
Hierzu liegen folgende Anträge des Ausschusses vor:
1) Lohe zweite Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, der durch die rückläufige Konjunktur unserer Jn- oustrie hervorgerufenen Arbeitslosigkeit fortgesetzt ernsteste Aufmerksamkeit zu widmen und alle zur Milderung des Mißstandes erforderlichen Massnahmen zu ergreifen, erforderlichenfalls den Ständen entsprechende Vorlage zu machen.
2) Großh. Regierung zu ersuchen, in Erwägung zu ziehen, welche Mittel seitens des Reiches oder des Landes zwecks dauernder wirksarner Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und ihrer Folgen anzuwenden sind, insbesondere auf Einführung einer Versicherung gegen unverschulditte Arbeitslosigkeit hin^uwirken und ihren Bundesratsbevollmächtigten die dieserhalb erforderlichen Instruktionen $u geben.
3) Den Antrag Ulrich und Gen. für erledigt zu erklären.
Ministerialrat Brann: Was den Umfang der Arbeitslosigkeit im Lande angehe, so beziehe er sich in dieser Beziehung auf die Verhandlungen der 70. Sitzung. Hier habe die Regierung Auskunft über die Massregeln gegeben, die der Staat und die Kommunalverbmche zur Milderung des Notstandes ergriffen hätten. Tie damaligen Befürchtungen rezüglich einer weiteren Verschlechterung des Tiefstandes eien alucklicherweise gegenstandslos geworden durch die in- olge des gelinden Winters möglich gewordene Ausführung von Bauten in der Staats- unb Gemeindeverwaltung. In einigen Branchen lasse sich bereits eine leichte Besserung verspüren, und es sei in vieler Beziehung eine Wendung zum Besseren eingetreten. Nicht zu verkennen sei, dass diese bedauerllche Erscheinung im wirtschaftlichen Leben vielfach aaitatorisch übertrieben worden sei. So sei eine Notiz der „Frankfurter Zeitung" vom 29. Januar über die Arbeitslosigkeit in Worms, um die fick) die städtische Verwaltung nicht kümmere, nad) einer ausführlichen Darlegung der Großh. Bürgermeisterei Worms durchaus übertrieben und unrichtig. Trotzdem werde sich die Regierung nicht abhalten lassen, im Sinne des Antrags Ulrrch die erforderlichen Anordnungen zu treffen. Auf Anregung des Staatsministeriums, was staatlicherscits in dieser Hinsicht zu geschehen habe, habe das Ministerium des Innern angezeigt, daß durch die Neubauten in Alzey, Oppenheim, Wöllstein rc. für ausreichende Arbeitsgelegenheit in dortiger Gegend gesorgt sei. Auch die anderen Ministerien äußerten sich in gleichem Sinne. So habe das Justizmttttsterium mitgeteilt, daß die Erd und Fundamentierungsarbeiten bei den Amtsgerichten Bensheim und Fürth ununterbrochen fortgesetzt würden; ebenso sollten die im Hauptvoranschlag eingesetzten Neubauten nach der Bewilligung sofort in Angriff genommen werden. Noch umfassender habe das Finanzministerium das Erforderliche in die Wege geleitet. In einem Ausschreiben, das im Tezember an die Oberförstereien ergangen sei, habe das Ministerium angeorduet, daß nicht nur alle vorgesehenen, sondern auch aridere Arbeiten, soweit sich weitere


