Nchste Von tCtett, oft« pmntb Drer mit grümtrig« Zärtlichkeit nannte, wurde mu allgemein« Spannung entgegengesehen. Dr. Rosa Lübeck, genannt Luxemburg, stammt aus der Gegend, wo Gustav Freytag seinen Schmeie TinkeleS ü er komm en lüßt, sie wurde polnisch erlogen und hat in der polnischen Agitation schon ihre Rolle gespielt. Heute verfolgt sie mit oer ganzen Energie deS Halles, der nur b« Renegat fähig ist, chre Landsleute. Die Rosa ist eine perivatetiiche Rednerin. Das Rednerpult verschmähend, wandelt sie lehrhaft auf dem Podium hin und her. Es war gerade die friedsame Kafseestunde der Genossen gekommen, und daS Gerassel eines irgendwo im Saale hinschlagenden ServierbretteS mit Kaffeetassen unterbrach zuerst ihre Rede. Sie ist der personifizierte Gegensatz zu Zetkin. Diese, schlank, hochgewachsen bat in Momenten der Seelenruhe etwas Aristokratisches, sogar in der Miene. Die Lurem- durg dagegen ein eklatant plebejischer, d. b. unadcliger TyvuL, eckiae Züge, tückische Aeugleui, ^^cifelhafte Eleganz und — Gesten! Dabei verrät sie eine unheimliche Leben- big kett."
Eisenbahn-Zeitung.
Die Speisewagen. Bon authentischer Seite wird UNS heute geschrieben, „bafj man auf den Preuß. Hess. Bahnen doch mindestens ebenso weit ist, wie in Bayern Auch auf den Preuß. Hess. Bahnen wird keinem Reisenden dritter Klasse die Benutzung des Speisewagens verwehrt. Der Reisende bat nur den Differenzbetrag zwischen zweiter .und dritter Klasse nachzubezahlen und zwar nur für Ate Strecke, welche er im Speisewagen zubringt, es sind LaS also unter Umständen noch weniger als 50 Pfg.; vletbt oer Reisende lange im Speisewagen, so hat er
allerdings auch mehr als 50 Pfg. wx zahlen." (Denn eS schon eine eigentümliche Dache bleibt, daß die Speisewagen als Wagen zweiter Masse gelten, und den Rei» senden der dritten Klasse, die etwas speisen wollen, allein für den Aufenthatt im Speisewagen eine Zuschlagsgebühr auserlegt wird, so sollten zum mindesten bie Fahr beamten angehalten werden, die Reisenden butter Klasse von den Speisewagen nicht ohne weiteres auszusch ließen, sondern sie brauchten ihnen nur bezügliche Zuschlagskarlen gegen Zahlung auSzuhändig en; oder es konnte in oder vor den Speisewagen, wie vor den Bahnsteigen, automatischer Lpeisewagenkartenverkauf eingerichtet werden. Jedenfalls wurden viele Reisenden eine Ausgabe von 50 Pfg., wie man sie in Bayern verlangt, dem Plagegeiste Hunger bot» ziehen. Die Red- d. „Gieß. Anz.")
Uermischlcs.
-Das Abiturienten-Examen bestand am Realgymnasium zu Magdeburg eine Dame aus Halle a. S, Frau Geheimrat Gilbert.
*Zu den großen Krawallen inC^enstochau wird der klerikalen „Schles. VolKztg" gemeldet, daß bis jetzt gegen 600 Ver h aftun gen vorgenommen wurden. Das Vermögen des Klosters habe der Gouverneur mit Beschlag belegt, um die Bestohlenen für ihre Verluste schadlos zu halten. In eine unangenehme Lage sei die katholische Geistlichkeit gekommen, die man für die Ausschreitungen verantwortlich mache, trotzdem bie Brüder des Klosters sich bemühten, den Aufruhr zu bekämpfen. Es seien vorläufig etwa 20 Geistliche sestgenommen worden.
* Paris, 18. Sept. Im Bezirk Espalion richtete ein Cyclon große Verwüstungen an. Zahlreiche Obstbäume
wurden entwurzelt, Dächer ab gedeckt und Schornstein« umgeworfen. Tre gesamte Ernte ist vernichtet.
* M a d r i d, 18. Sept- In Tzurzu kam es gestern zwischen zwei Zigeunerbanden zu einem blutigen Handgemenge, wobei mehrere der Streitenden getötet und eine große Anzahl verletzt wurden.
* Bern, 18. Sept. Der französische Unterleutnant Saint-Guilhem traversierte den gefährlichen Ber g L o st e- vieille (im französischen Departement der Hochalpen) und stürzte 30 Meter tief ab. Er wurde t o t ausgehoben. Die Leiche wird nach Paris gebracht, wo die Ellern wohnen.
* Chi nab eute. In San Francisco sind vor einigen Wochen fünf kaiserlich chinesische Siegel und zwölf Tafeln aus dem kaiserlichen Tempel in Peking, sämtlich hergestellt aus dem kostbarsten, fleckenlosen Nephrit, beschlagnahmt worden. Sie befanden sich größtenteils im Besitze eines Leutnants vom 9. Infanterie-Regiment, Namens John B. Schoessel. Dieser behauptete, er hätte die Sachen in Peking von einem Chinesen für 50 Doll, gekauft ugrd sie später mit nach den Philippinen genommen. Sowohl die Siegel wie die Tafeln sind von großem Werte, besonders aber die letzteren. Denn jede von ihnen, die alle einen halben Zoll dick, einen Fuß lang und vier Fuß breit sind, enthäll einen kurzen Abriß der Geschichte eines Kaisers. Da es niemals erlaubt worden ist, Abschriften hiervon zu machen, so ist der historische Wert der Tafeln für die Chinesen geradezu unschätzbar. Deshalb hatte auch die Pekinger Regierung hohe Belohnungen aus chre Wiederherbeischasfung ausgesetzt und hatten die fremden Mächte gebeten, sie dabei zu unterstützen. Auch die zwei Zoll dicken und recht schweren Siegel sind kostbar.
Bekanntmachung.
An» der Stiftung der Eheleute Karl und Emilie Heusel ZU Gießen sind vier Pfründen in Höhe von je 175 ML. jährlich an bedürftige und würdige hiesige Bürger und Witwen solcher Bürger, sowie ledige Tochter hiesiger Bürger, sofern sie das '60. Lebensjahr überschritten haben, ohne Unterschied der Konfession 'zu vergeben und zwar zwei an Frauenspersonen und zwei an Mannspersonen. Unter Bürger sind solche Personen zu verstehen, welche ihren Unterstützungswohnsitz in Gießen haben.
Bewerbungen sind bis jum 15. Oktober L I. aus dem Armen- arnt, Zimmer Nr. 4, vorzubringen.
Gießen, am 15. September 1902. 6469
Großherzoglicye Bürgermeisterei VteHen.
Mecum.
Einladung.
Die diesjährige General - Versammlung ber Sparund Leihrasse Nidda soll Montag den 22. September d. I. ftattfinben.
ES werden hierzu sämtliche Mitglieder derselben mit der Bitte eingeladen, sich vormittags um 10 Uhr ün Sitzungssaale des SparkasiegebäudeS einzusinden.
Nidda, den 30, August 1902.
Die Direktion der Spar- und Leihkasse Nidda.
________________________Erk. 6082
Alitt-Kochschule.
Der Kursus beginnt am 22. September.
Anmeldungen bei Frl. Renner in der Schule. 6432
Theater-Verein.
Die
ordentlicheGeneral-Versannnlnng
findet statt: 6495
Montag den 22. d. M.v 81/» Uhr, im Gesellschaftsverein.
Tages-Ordnung: Rechnungsablage, Vorstands wähl.
ÄL B. M. G.
Sonntag den 21. September 1902,
nachmittags 4 Uhr:
Henerat-Ansammlung
im Felscnkeller. eleo Der Vorstand.
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