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19/09/1902 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

Freitag IS.September LN«rv

f)L u. unter

153. Jahrgang

Ausland.

London, 18. Sept. Die geheimen Unterhand­lungen zwischen Chamberlain und Botha sind auf dem Punkte, abgeschloflen zu werden. Wie es heißt, hat sich Chamberlain dazu bewegen lasten, die den Buren zu ge­währende Entschädigungssumme zu erhöhen.

Birmingham, 18. Sept. Der Londoner Korre­spondent der ^BirminghamPost" erfährt, Kaiser Wilhelm habe Lord Roberts und den amerikanischen General Corbin ersucht, ihm in schriftlichen Berichten ihre Ansicht über den Verlauf der deutschen Herbstmanöoer aus­zudrücken. Die Berichte würden natürlich streng vertrau­lich sein.

Haag, 18. Sept. Der StaatShaushaltS-Etat für 1903 stellt sich in den Ausgaben auf 164*/, Millionen mit einem Fehlbeträge von 8 Millionen, wovon drei bis vier Millionen auf die ordentlichen Ausgaben fallen. Zur Stärkung der ordentlichen Einnahmen wird eine Er­höhung der Spiritussteuer von 68 auf 70 Gulden pro Hekto­liter vorgeschlagen.

Paris, 18. Sept. Ueber die englischerseits in Alu rede gestellte Besetzung des Fürstentums Kelantan durch 300 englische Soldaten veröffentlicht dieAgence Havas" folgendes Telegramm aus Saigon: Es ist sicher, daß 800 Sikhs Kelantan besetzt halten. Diese Besetzung ist überdies von der Presse in Bangkok besprochen und von der siamesischen Regierung nicht dementiert worden. England behauptet, die 300 Soldaten, die Kelantan besetzt halten, gehörten nicht zur britischen Armee und seien nur berufen, um eine Leibwache für den Sultan zu bilden. Der Gouverneur von Singapore ist an Bord eines Kriegsschiffes in Kelantan angekommen.

Der nach seiner Verurteilung durch das Kriegsgericht in Nantes außer Dienst gestellte Oberstleutnant Remy wurde unter Bewilligung der ihm zustehenden Pension völlig aus dem Dienst entlassen.

Belgrad, 18. Sept. Die Blätter, unter ihnen auch der offiziöse ^Dnewnik". melden mit Vorbehalt, daß man in Paris darauf bestehe, daß in den Anleihevertrag nach­träglich Bestimmungen ausgenommen werden, welche dem von der Skupschtina genehmigten Gesetze über die neue 60 Mill.» Anleihe und ebenso auch den Instruktionen, welche die Re­gierung ihrem Pariser Vertreter erteilte, widersprechen. Die Regierung könne einem derartigen einseitigen Abänderungs­versuche des Originaltextes des Anleihevertrages nicht bei­pflichten und habe ihren Standpunkt ihrem Gesandten in Paris bereits bekannt gegeben.

Chicago. Der Polizeidirektor von Chicago stellt Er­hebungen bezüglich des Gerüchts an, daß zwei Mitglieder des Empfangs-Komitees, welches den Präsidenten Roose­velt bei seinem Besuche in Chicago begrüßen soll, Anar­chisten sind. Der Vorsitzende des Komitees, Rosenthal, ist als theoretischer Anarchist bekannt.

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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^stadt, TraienßM^

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Aus Stadt und Land.

Gießen, den 19. Sept. 1902. Mitteilungen aus dem Publikum werden gern entgegengenommen und augemefsen honoriert.

Die nächste Stadtverordneten-Versamm» lung findet voraussichtlich am Donnerstag dem 25. (Sep­tember statt.

** Auszeichnungen. Der Großherzog hat den Mitgliedern des Ortsausschusses des Römisch-Germanischen Zentralmuseums zu Mainz, dem Direktor Dr. Ludwig Beck Beck in Biebrich und dem Großh. Oberlehrer au dem Ostergymnasium zu Mainz Professor Dr. Karl Körber das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen; dem zweiten Direktor des Römisch-Germani- chen Zentralmuseums zu Mainz Ludwig Lindenschmit in Mainz die Silberne Verdienstmedaille für Wissenschaft und Kunst; dem Reparator bei dem Römisch-Germanischen Zentralmuseums zu Mainz, dem Direktor Dr. Ludwig Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für Ver­dienste"; dem Diener bei dem Römisch-Germanischen Zen­tralmuseum zu Mainz Johann Tr a u t w e i n in Bretzen­heim das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für langjährige treue Dienste verliehen.

() Die Fleischteuerung wird in der ersten Sitzung nach den Ferien( am 25. d. M.), wie wir erfahren, unsere Stadtverordnetenversammlung be- chästigen. Anlaß dazu giebt eine Eingabe des Vorstandes des Gastwirte Vereins an die Bürgermeisterei, die die mißlichen Verhältnisse des Wirtestandes unter der jetzt herrschenden Fleischnot darlegt. Tie Bitte der Petenten geht dahin, es mögen die Stadtverordneten beschließen: an den Bundesrat einen Antrag zu richten, der die zeit- weise Aufhebung der die Vieheinfuhr er­schwerenden Bestimmungen zum Gegenstände hat.

** Eine Ausschußsitzung des landwirt- s ch a f t l r ch e n V e r e i n s für die Provinz Oberhessen sand gestern am 18. _b. M. imPrinz Karl" in Gießen nach­mittags 3 Uhr statt. Eine Anzahl Ausschußmitglioder aus den Kreisen Alsfeld und Lauterbach sowie aus der Wetterau ehlten entschuldigt. Manche wurden durch die verspätete Hafer- und Grummeternte, andere durch die starke Ein­quartierung im Manövergelände am Erscheinen verhindert. Unter diesen Umständen tonnte die Versammümg doch als eine gut besuchte gelten. Als Vertreter der Regierung war >err Ministerialrat Braun, als Vertreter des Hessischen Landwirtschaftsrates Herr Generalsekretär Dr. Muller er-

3>it yeutige Zlummer umfaßt 8 Seite« .1.. . 1. J. .

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Nr. 830

«Sgklch außer Sonntag».

Dem Dteßener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien' blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Un iverf.-Buch-u. Stein­druckerei (Pietsch Erden) Stedaktton. Lrpedttioa und Druckerei:

Schnlstratze T.

Adresse für Depeschen: Anzeiger «letzen.

Fernsprechanschlnß Nr. 5L

Deutsches Reich.

Berlin, 18. Sept. Man meldet aus Cuxhaven: Der Kaiser hielt heute früh 10 Uhr auf der NachtHohen- zollern" die Kritik Wer den Verlauf des diesjährigen Kaisermanövers der Herbstübungsflotte ab, die bis geaen 12 Uhr dauerte. Unter Teilnahme der Tldmirale und selbstänoigen Kommandanten sprach sich der Kaiser sehr anerkennend Wer den Verlauf der durch die ungün­stige Witterung vrelfach behinderten Ucbungen aus. Tie Auslösung der Uebüngsflotte erfolgt am Nachmittag. Au der DachtHohenzollern" fand ein Tiner zu 45 Gedecken für die Admirale und die zu den Uebungen befohlenen Generale und Inspekteure der Spezialwafse statt. Gegen halb 5 Uhr d ampste die DachtHohenzollern" unter 33 Salutschüssen der aufgestellten Kriegsschiffe nach Bruns­büttel. Dort traf 'sie Nachm. halb 6 Uhr ein. Um halb 11 Uhr reifte der Kaiser nach Hubertus stock.

Ter Kaiser hat dem PanzerschiffKaiser Friedrich III. den Schießpreis für Schießen mit Ge- ichütz zugesprochen.

Im Hotel Bellevue hat der Bevollmächtigte zum Bundesrat, hessischer Geh. Staatsrat Krug von Nidda aus Darmstadt Wohnung genommen.

An hiesiger unterrichteter Stelle ist nichts davon bekannt, daß die Buren-Generale die von ihnen geplante Reise nach Deutschland aufgegeben

Ter deutsche Gesandte in Peking, Freiherr Mumm von Schwarzenstein ist hier eingetroffen.

Nach der ,/Staatsb. Ztg." soll ein bekannter Zen­trums-Abgeordneter zum Unterftaatssekre- tür des Reichsamtes des Innern als Nachfolger Rothes ausersehen sein.

Ter Polizeipräsident v. Windheim, welcher am 1. September in Urlaub gegangen war, ist gestern uner­wartet in Berlin eingetroffen. Wie verlautet, steht dem- nächft der Uebergang des Polizeipräsidenten in ein anderes StaatSamt bevor und zwar soll es sich um eine Verwendung in einem Ministerium handeln.

Tie Subkommission der Zolltarif ko m- mission trat heute mittag im Reichstagsgebäude zu­sammen. Es waren erschienen: der Vorsitzende der Zoll- tariskommission ALg. Rettich (kons.), v. Kardorff (Rp.), Dr. Spahn (Ztr.), Dr. Paasche (natl.), Dr. Müller-Sagan (frs. Bp.), Brömel (frs. Bv.) und Stadthagen (Soc.). Von Ver­tretern der verbündeten Regierungen waren schon zu Beginn der Sitzung zugegen: Ministerialdirektor Wermuth vom Reichsamt des Innern, Ministericlldirekror Dr. von Werner vom auswärtigen Amt, der bayrische Ministerial­direktor Ötitter v. Geiger, der sächsische Ministerialdirektor Tr. Fischer und Andere. Die Subkommission einigte sich dahin, der Gesamtkommission zu empfehlen, Wer jeden Hauptabschnitt des Zolltarifs, sowie über wichtigere Unter­abschnitte wie Getreide, Gemüse, Vieh und Fleisch, zunächst in der Generaldebatte zu verhandeln, und in der Sp ezial- beratung nur eine Anzahl von Tarifpositionen zu er­örtern. Es handelt sich bei den meisten derselben um von der Kommission beschlossene Ermäßigungen. Handels­minister Möller hob hervor, man könne eine Erklärung der Minister erst Montag in der Kommission abgeben. Darauf ging die SWkommission auseinander.

Ter Bundesrat hat heute nachmittag eine Sitzung abgehalten. ES ist dies die erste Sitzung nach den Sommer- 'erien. Staatsseketär Graf Posadowsky ist gestern Mittwochabend von seinem Urlaube zurückgekehrt unb hat die Tienstgeschäste wieder übernommen. Er wird Montag an den Beratungen der zweiten Lesung des Zolltarifes in der Kommission teiknehmen.

Schwerin (Mecklenburg), 18. Sept. Ter Frau Luise v. Köster, Mutter des A d m i r a ls v. K ö st e r, ist folgendes Telegramm aus Cuxhaven zugegangen:Ich habe Ihrem Sohne, dem Generalinspekteur meiner Flotte, als Aner­kennung für seine hervorragenden Leistungen meinen hohen Orden vom Schwarzen Adler verliehen. Ich be­glückwünsche die Mutter zu solchem Sohne, das Vaterland zu solchem Manne. Wilhelm.

Karlsruhe, 18. Sepl. Das badischle Mitglied der aufgelösten Mairr-Neckar-Bahndirekcion,. Geheimrat Stutz, ist zum Vorstand der Rechnungsabteilung der General­direktion der Staatseisenbahnen ernannt, Regierungsrat Hermann die badische Mitgliedsstelle bei der preußisch- hessischen EiseWahndirektion in Mainz ÜB ertragen wor­den.- Tie badische Regierung macht Erhebungenüber die Fleischnot.

Offenb ach, 18. Sept. Ter 22. ordentliche Parteitag des .Vereins der Deutschen Volkspariei findet hier am 20. und 21. Sstztember statt. Li

vezva-pr,»»: mxmatlicb75 Pf^ viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.viertel» jährl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» vormittag« 10 Uhr. ßeflenpTCt6:loraII8Vk auflrodrtt 20 Psg.

verantwortlich: für den polit. u. allgem. Steil: P. Wittko; für .Stadt und Land* und .Gerichtsfaaf: Curt Plato; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

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Q Dürr, Leichenfrau, M Dürr, Ofenpntzer. sleuteuu.Gewerbetreibe«.

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Uolitlsche Tagesschan.

Zur ylrifchtenenmg.

Heute m-ldet auch der in Nürnberg erscheinende Fränk. Kurier", daß die Umfrage der bayerischen Regier­ung wegen der Fleischteuemrng ergeben hat, daß mehr al- zwei Drittel der bayerischen Gemeindebehörde eine Fleischteuerung feststellen unb die Befürch­tung einer weiteren Steigerung ausgesprochen habe, wenn sich der Biehantrieb nicht vergrößert. Die bayerische Re­gierung werde infolge dieser Berichte in nächster Zeit weitere Grenzerlerchterungen bei der Einfuhr aus Oesterreich-Ungarn unter bestimmten Bedingungen gewähren.

Die reichsländische Regierung hat eine Uebersicht der Einkaufs- und Verkaufspreise von Ochsen- und Schweine­fleisch veröffentlicht, die vom Juli 1901 bis August 1902 au- den Städten Straßburg, Colmar, Mülhausen und Metz ermittelt wurden. Die Zusammenstellung gipfelt in der Behauptung, eS sei unrichtig, wenn hinsichtlich der hohen Fleischpreise von Ausnahmezuständen geredet werde.

Der Berliner HauSfrauen-Verein beschloß, eine große Frauen-Versammlung unter Hinzuzieh­ung aller Frauen-Bereine in Sachen der Fleischnot Berlins $u veranstalten. In einer Sitzung sprach man von einer drohenden Gefahr. Nicht nur die besser Situierten, sondern vor allem die Aermsten des Volkes seien bedroht, durch die Teuerung noch um das bischen Fleisch zu kommen, das ihnen ihr karger Lohn zu kaufen gestattet. So hat auch der Lieferant derBerliner Volksküchen", der seit 35 Jahren das Fleisch für dieselben liefert, vom 1. Oktober d- I. einen Preisaufschlag von 710 Psg. pro Pfund angekündigt, eine Mehrausgabe, welche diese, mit einem großen Zuschuß aus privaten Mitteln arbeitende Institution sehr empfindlich trifft. Interessant waren die Ausführungen einzelner Ver­einsmitglieder, die ihr Fleisch vielfach aus Schlesien und Pommern beziehen und dort ungefähr die Hälfte von dem zahlen, was die Berliner Schlächter fordern.

Der Vorstand des Gießener Gastwirtevereins hat eine Eingabe an unsere Bürgermeisterei gelangen t.assen, die die Aufhebung der die Vieheinfuhr erschwerenden Bestimmungen zum Zwecke hat. Es ist anzunehmen, daß bereits in der nächsten Sitzung der Gießener Stadtverord­neten, die voraussichtlich am nächsten Donnerstag ftatt- finden wird, die Fleischteuerungsfrage zur Verhandlung kommen wird. Wir verweisen im weiteren auf unseren heutigen lokalen Teil.

Auch in Frankfurt a. M- nahm eine Wirte- versammlung Stellung gegen die Fleischteuerung. W>- Steiding legte die Gründe der Fleischnot dar, unter der namentlich die kleinen Wirte zu leiden hätten, da ihrer Mehrleistung keine Deckung gegenüberstehe. Für eine Wirtschaft mit einem wöchentlichen Fleischbedarf von einem Zentner betrage die jährliche Mehrausgabe für Fleisch etwa 500 Mark. Einstimmig wurde folgende Resolution an­genommen:

Die Versammlung protestiert mit aller Entschieden­heit gegen die hohen Fleisch- und Wurstpreise, da die­selben eine schwere Schädigung des Wirtestandes sowie des gesamten Volkes sind. Die Versammlung ist der Ueberzeugung, daß unsere Reichsgesetzgebung durch die Erschwerung der Einfuhr von Schlachtvieh aus dem Auslande und durch die Erhebung von Schutzzöllen die hohen Preise zu einem guten Teil mitverschuldet hat. Sie ersucht daher den Reichstagsabgeordneten Schmidt und die Landtagsabgeordneten Funck und Oeser, für Auf­hebung der Grenzsperren und Beseitigung der Viehzölle einzutreten. Weller werden Magistart und gemischte Kom­mission ersucht, ihre Arbell möglichst zu beschleunigen."

Die westliche« Bauernvereine und der Zolltarif.

Der rheinische und der westfälische Bauern- verein nehmen in der Frage des Zolltarifs eine grünt)- verschiedene Stellung ein. Der rheinische Bauern­verein hat wiederholt in Wort und Schrift zum Ausdrucke gebracht, daß die Sätze deS sog. Kompromisses in der Getreidezollfrage den für die Landwirtschaft nötigen Zoll­schutz nicht gewährleisteten und daß daher der nur in dieser Höhe aufgebesserte Regierungsentwurf für die Bauern unannehmbar sei. Gegen diesen Standpunkt wendet sich das Organ des westfälisen BauernvereinsDer West­fale" in sehr scharfen Worten. Er wirft dem Bund der Landwirte vor, daß er nicht die Interessen der Landwirt- schast fördere, weil er auf diesem Standpunkt stehe. Er rät, sich mit dem Kompromisse zu beanüaen und den Zolltarifentwurf möglichst balo Gesetz wer­den zu lassen. Diese Meinungsverschiedenhell macht einen um so seltsameren Eindruck, weil sie beidersells bekundet wird im Anschluß an die Düsseldorfer Versammlung des Bundes der Landwirte. Das Organ des rheinischen Bauern­vereins hält die Veranstaltung dieser Versammlung für unnötig, weil der rheinische Bauernverein ganz denselben Standpunkt vertrete. Das Organ des westfälischen Bauern­vereins greift den Bund und seine Versammlung an, well von ihm und seiner Versammlung der Standpunkt des rheinischen Bauernvereins vertreten worden ist.

Der ehemalige französische Marinemmister Lockroy, der eine Studienreise durch Deut chland unter­nommen hat, veröffentlicht im PariserOcdatr" seine Reise­eindrücke, aus denen folgendes ouSzugswotse miigeteUt sei: Lockroy gewann bei seinem neuerlichen Besuche Tsutsch- lands den Eindruck, die Nachwirkungen der

finanzielle« Krise fast Überwunden seien. Dem Mangel an tüchtigen HandelSschiffahrtSLapitänen wurde ab- aeholfen, und zwar hauptsächlich durch die glückliche Idee des Kaisers, jenen Kapitänen, welche aus dem OsfizierkorpS der Kriegsmarine hervorgegangen sind, die Führung eines befoWeren schwarzen Kreuzes auf der ReichSflagae zu gestatten. Lockroy ernpfiehll diese ausge­zeichnete Neuerung seinem Vaterlande wärmstens, ebenso oie Kruppschen Wohlfahrtseinrichtunaen. Als Lösung eines der wichllgsten Probleme der Schiffsartlllerie betrachtet Lockroy daS neue Kruppsche Geschoß mit rückwärtiger Zün­dung, welches mit unverminderter Wucht eindringt und Verheerungen anrichtet, während die französischen Vorder­zünder bet Berührung des Zieles ihren Effekt schon ver­ausgabt haben. Schließlich stellt Lockroy die glanzenden Resultate der deutschen Anti-Alkoholbewegung den bedauerlichen diesbezüglichen Verhältnissen in einigen Pro­vinzen Frankreichs gegenüber.

empfiehlt sich ti1d)L Kausm. !chönerhlmdIchr.s.Bu»r., b. s. avendS.

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