Telephonischer Kursbericht.
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• Wi en, 18. Ang. Nach Meldungen der Abendblätter P gestern bei Merdlmgsau ein hier wegen eines Augenleidens wellender Kassierer-eines^Londoner Bankhauses aus einem Eisenbahuzug gestürzt und erlitt schwere innere Verletzungen. Ob es sich um einen Unfall oder Selbstmord handelt, ist noch nicht festgestellt.
* Klagenfurt, 18. Aug. Dre Seethalhutte ist abgebrannt. Der Pächter, seine Frau und das Dienstpersonal sind sämtlich verbrannt.
* Aus den Alpen. Der in Hallein wohnhafte Alois Kreuzer, ein 50 Jahre alter Mann, ist in Windisch-Matrei heim Edelweißsuchen abgestürzt. Kreuzer war ein passionierter Tourist und wagte sich zu well vor. Ein Felsblock, den er umklammerte, gab nach und Kreuzer stürzte etwa 30 Meter in die Tiefe, wo er mit zerschmettertem Schädel tot liegen blieb. Von der Ferne aus hatten zwei andere Touristen den Absturz bemerkt. Sie machten sich sofort zur Rettung auf, leider aber war jede menschliche Hilfe vergebens. Die Leiche wurde nach Windisch-Matrei gebracht. — Die Engländer Brown und Garden (über deren Verunglückung bei der Besteigung des Wetterhornes berichtet wurde. Red.) stammen aus Aberdeen in Schottland. Sie rvellten seit dem 8. Aug. in Grindelwald. Beim Abstieg wurden sie mit ihren Berner Führern Knuchel und Jmboden nacheinander von den Lawinen, die durch Neuschnee entstanden waren, überrascht und sie stürzten dabei 300 Meter well auf den Krmnengletscher hinab. Der getödtete Brown ist 40 Jahre und der ebenfalls umgekommene Knuchel ist 30 Jahre alt. Sie wurden von einer Hilfskarawane nachts 12 Uhr todt auf dem Lawinenschnee gefunden. Garden und sein Führer Jmboden sind nur leicht verletzt. Alle vier waren, als die Lawinen kamen zusammengesellt.
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das Vermögen des Oskar Höpfner von Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins und vollzogener Verteilung der Masse hiermit aufgehoben. 5818
Gießen, 18. August 1902. Großherzogliches Amtsgericht.
Märkte.
Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkl
Antwerpen in 3:21, 2. B. Gr SkrriS. Der Gewinner des vergoldeten einer Losnummer Benz-Friedrichsseld.
Neueste Weisungen.
Origiualdrahtmeldrmgerr des Gießener Anzeigers.
Dresden, 19. August. Der sächsische Kriegsnnmster Edler von der Planitz ist heute in Hosterwitz ge- ftorb en. (Paul, Edler v. d. Planitz, geb. 20. September 1837 in Hohengrün bei Auerbach im Vogtlande, wurde 1856 Offizier, 1861 in den Generalstab versetzt. Im Kriege gegen Frankreich 1870/71 gehörte er zum Generalstab der Maasarmee. 1888 wurde er nach einer glänzenden militärischen Laufbahn zum Generalmajor, 1889 zum Kommandeur der 45. Infanterie-Brigade und 1891 zum sächsischen Krregs- minister ernannt. D. Red.)
London, 19. Aug. Die Burengenerale erhielten bei der Abfahrt aus ihrem Hotel eine wahre Ovation von einer dichten Menschenmenge, die dort den ganzen Tag trotz strömenden Regens ausgeharrt hatten. Sie erwiderten die Ovation schweigend durch Abnehmen der Hüte. Trotzdem die Zeit der Abfahrt geheim gehalten worden war, hatte sich auf dem Bahnhof eine nach vielen hunderten zählende Menschenmenge eingefunden, die in fortwährende Hurrah-Rufe aus- brach und den Generalen warme Wünsche nachrief. Die Generale dankten wiederum durch Abnehmen der Hüte, enthielten sich aber jeder Aeußerung auf Zuruf und Fragen. Sie fuhren in einem gewöhnlichen Zug in einem Wagen 1. Klasse nach Blackwell, wo sie an Bord des speziell für sie gemieteten holländischen Dampfers „Batavia 3" gingen, der alsbald abfuhr.
London, 19. Aug. Der Prinz von Wales hat gestern im Namen des Königs zu Ehren des Schahs von Persien im Buckingham-Palast ein Bankett gegeben, an dem Balfour, die übrigen Minister und Roberts und Kllchener teilnahmen.
London, 19. Aug. Das Unterseeboot Nr. 4 machte gestern längs der irischen Küste Fahrtversuche, welche vollständig gelangen. Das Boot fuhr volle 6 Meilen unter Wasser und tauchte mit großer Geschwindigkeit. Weitere vier Unterseeboote sollen demnächst fertiggestellt
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Mwdr rd, 19. Aug. Das hier verbreitet gewesene Gerücht von einem Anschlag auf den Kärrvg in Pamplona entbehrt jeder Begründung.
Rom, 19. Aug. König Viktor Emanuel unterzeichnete ein Dekret, durch wäches von jetzt an verboten wird, die Sträflinge in den Zuchthäusern an Ketllen an* zulegen.
Krakau, 19. Aug. Nach Prwatmeldungeu ans Petersburg fand der Zar dieser Tage auf seinem Schreibtisch einen Brief des revolutionären Komitees, ent* haltend die Warnung, daß, falls er dem büreaukratijchen Dtoloch noch weitere Hekatomben Unschuldiger opfere, das Volk die Waffe direkt gegen ihn wenden werde. Dem «fort herbeigerufenen Minister des Innern soll der Zar ge* vgt haben: „Warum habe ich eigentlich einen Minister des Innern und warum gebe ich jährlich eine Million Rubel für die geheime Polizei aus, wemm mich ein paar pmge Leute zum Narren hallen können? Es wird am besten sein, drei Reg ierung den S tu de nie n zu ü b ertragen, die sich^ in der Rolle revolutionärer Komitees gefallen. Zur Sicher- hell des Zaren sollen die umfassend^ '■ ^Maßregeln getrosten, worden sein. -b
Budapest, 18. Aug. In Gospic in Kroatien tarn eÄ zu lärmenden politischen Kundgebungen gegen; Ungarn. Vorgestern entfernte die Polizei die anläßlich des Kaiserfestes gehißte serbische Fahne. Wie nun gestern von den öffentlichen Staatsgebäuden neben der kroatischen auch die ungarische Fahne aufgezogen wurde, zog eine lärmende Menschenmenge vor die betreffenden Gebäude, sang kroatische Lieder und machte Anstalten, die ungarische Fahne herunter- zuholen. Die Gendarmerie schritt ein und beschützte die Fahne.
Verciorova, 19. Aug. Auf dem rumänischen Schleppdampfer „Karl" brachte ein Matrose aus Rache eine Dpna- mitpatrone zur Explosion, wodurch das Schiff ein, Leck bekam. Der Matrose wurde verhaftet.
Yokohama, 18. Aug. Vulkanausbrüche haben zwischen dem 13. und 15. August eine Insel der sich nördlich von der Bonin-Jnsel hinziehenden Kette, nämlich die Insel Torishima verwüstet. Die ganze Bevölkerung, bestehend aus 150 mit der Förderung von Guano kxfchäs- tigten Leuten, ist umgekommen. Unterseeische EmMmen machen jede Annäherung an der Insel gefahrvoll.
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Gießen, de« 19. August 1902.
Seipel, Gerichtsvollzieher.
Stadt. Schlachthaus.
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Heute und morgen: Schweinefleisch 50 M Kuhfleisch 48 pfg.
Während der Marktzeit findet der Verkauf des Fleisches in der Großschlachwiehhalle statt.
werden.
Nancy, 19. Aug. Oberstleutnant St. Remy trifft morgen hier ein und wird sofort ins Untersuchungsgefängnis gebracht. Der Prozeß gegen ihn findet am 8. September statt.
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— Das Meeting iu Frankfurt a. M. gipfelte am ersten Tage im Landarafenrennen für Zweijährige. Bengali ging in den Achterfeld als Favorit an den Start, halte sich jedoch vor Baron -u beugen, der sehr leicht mll anderthalb Langen siegte. Einen Hals hinter Bengali belegte Miquel, der eine überschätzte Große zu fein scheint, den drillen Platz. — Der Montag ließ sich für Frankfurt gut an. Die beiden ersten Rennen wurden von dem Amerikaner Hill für den Stall Weinberg gewonnen, das dritte von riueretaro", der gleichfalls einem Frankfurter Sportsman gehört. Der Rest kam aber nach auswärts. Das Alexanderrennen, die Hauptnummer des zweitägigen Meetings, die für den Derby- Jahrgang reserviert ist, brachte ein Pferd heim, das den schönen 9lameu .Saperloter" trägt Im Hürdenrennen, einem Herren - reiten, gab es für den Sieger „Lundi" eine fast ebenso hohe Quote, wie am Sonntag für „Mantinea", nämlich 161 für 10. W. Schmidt ritt den Sieger, Schmidt-Benecke das zweite Pferd. Das Zivil war hier siegreich und auch in der Steeplechase, wo Mr. „ Ripley nach einem famosen Ritt auf .Pandur" den ersten Preis errang und Schmidt-Benecke mll dem zweiten Platz sich begnügen mußte. In dieser Steeplechase erlebte man zwei aufregende Zwischenfälle. Auf flacher Bahn kam Lt Volckers aus dem Sattel; b e- ro u 6110 5 rourbe er fortgetragen, erholte sich aber bald wieder. Dem Altmeister Oberstttnt von Heyden-Linden ward der große Wall verhängnisvoll; .Eiger" stürzte, sein Retter war indes gleich auf den Beinen. w t
Mainz, 18. Aug. Bei dem gestrigen Radrennen auf dem Sportplatz, dem eine Korfofahri durch die Hauptstraßen der Stadt vorausging, galt das Hauptinteresse dem Kampf um das aoldene Rad". Im Endlauf (2000 Meter, drei Baarpreise oon 600, 400 und 200 DL) wurden placiert; L I. »an beu
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von 75 bis 100 Liter Jnhatt werden angefertigt bei Karl Germer in Heuchelheim bei Gießen. 50 Karren stets auf <4<rger.
Bekanntmachung.
Nachdem die Stadtverordneten-Versammlnna in chrer Sitzung vom 15. Mai L I. die Einführung der sog. Formaldehnddesinfektion beschloffett hat, sind nunmehr die dazu erforderlichen Apparate an- qe chafft und eine Desinfektionskolonne in deren sachgemäßer Hand- habunq ausgebildet worden. Die Formaldehpd-Desinfektton besitzt gegenüber der bisher hier gebräuchlichen Desmfektionsmethode den großen Vorteil, daß die zu desinfizierenden Zimmer nicht geraunll au werden brauchen, daß die Desinsektion lln Verlaus von wenrgen Stunden beendigt ist und schädliche Wirkungen auf Tapeten, Möbel und Stoffe nahezu gamicht auSübt Wenn es auch nach wte vor dringend geboten scheint, Bettteile, Wäsche und Kleidungsstücke m dem aus den neuen Kliniken zur Verfügung stehenden Dampfdesm- sektionsapparat reinigen zu lassen, so ist dre Formaldehyd-Desrn- fektton doch vorzüglich geeignet zur Durchsiihrrmg enter wirksamen und doch ungefährlichen Wohnungsdesinfektion.
Indem wir dies zur öffentlichen Kenntnis brrngeu, fordern wir bte Einwohner unserer Stadt auf, m allen Fallen ansteckender Krankheiten (Typhus, Scharlach, Diphteritis, ganz besonders aber auch Tuberkulose jeder Art), wenn Kranke verstorben ober auf bte Klinik gebracht worden sind, ober ihre Wohnung gewechselt haben, dem Stadtbauamt alsbald Anzeige zu machen und b^e Vornahme der Desinfektion zu begehren. Dte zu entttchtenden Gebühren sind aus der gleichzeitig veröffentlichten Gebührenordnung vom 2. Mar 1896 zu ersehen. _O9O
Gießen, am 12. August 1902. 5833
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
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Betteffend: Die Wohnmtgs-Desinfektion in der Stadt Gießen.
Gebühren-Sätze
tor die durch die städtischen Desiufettoreu besorgte Wohuuugs- destttkettiou und für die Desiufettiou von beweglrcheu Sachen desrufettto« »uos«^.^^ Desinfettious-Apparat.
Gebühren welche von den zur 1. Abteilung der Ein« k°m-?°np-u« EmgeschM, («ntonunm toet 2600 jiu °nt- richten sind, betragen mll Wirkung vorn 1. April d. Z. ab.
A Für die Desinfektion der Wohnungen: 1 Mark für dte Stunde der daraus von jedem Desinfektor verwendeten Zett.
B. ftür öie Desinfektion von bewegltchen Sachen iu dem Mutschen Desinfektions-Apparat:
a. für die Thätigkell der Desinfektoren emschlteßltch der Ab- bolung Rücklieferung der Sachen, le nacAem eine, zwei oder drei Mteilungen des Apparates benutzt werden,
b. §r4bi”b®mu™;a d-z ApparatesHelbfcJe nribm eine, -wei oder drei Abteilungen benutzt werden. 4,5 ober 6 AL
^mal'tine
nicht Besteuerten Gebühren überhaupt nicht erho hranf-
Für Gebührenpflichtige, denen in ^olge von Unglücks- Krantz hetts- oder Sterbefällen die Entrichtung j>er ^buhren besondns schwer sallen würde, können auf deren Antrag bu 9 hin ganä °d« ietlraeife ertaffm »erbe». D^°ft«ung von Gebühren hat nicht den Charakter einer Armemmterftutzung aus offenthd)en^tle^ sind auf Anfordern an bie Stadtkasse zu entrichten.
Gießen, den 2. Mai 1896. .
Großherzogliche Bürgermeisterei Gteßen.
Guuwth.


