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Telephonischer Kursbericht.
Frank fort a. M., 18. Dezember
Verkehr unmöglich macht. Um Abhilfe ersuchen
Die dortigen Anwohner.
Richard Duchacker, Neuen Baue 11.
8748.
Wie die
102.15
91.40
101.85
91.55
100.75
99 80 102.90 101.65 101.20 103.45
49.60
31.10 00 00 00.00
44.60
8*/.% 8% 3'/,°/s 8% 8%«/n
Reicheanleihe do.
Konsole , do. . .
Hessen .
Für den Weihnachtsti sch empfehle Cigarren und Cigaretten in schönen geschmackvollen Packungen von 25, 50 und 100 Stück.
Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage.
Israelitische Religionsgemeinde.
Samstag, den 20. Dezember 1902.
Vorabend 4.80 Uhr. Morgens 9 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärimg.
SabbathauZgang 5.15 Uhr.
Gottesdienst brr israelitischen Keligionsgesellschast.
Sabbathfeier am 20. Dezember 1902.
Freitagabend 4.00 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbathausgang 5.15 Uhr.
Wochengottesdienst: Morgens 7 Uhr, abends 4.00 Uhr.
8% Mexikaner . 4*/,"/i Chinesen . . Electric. Seh ackert , Nordd Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Ber iner Handelspes. Oeeterr Staatubahn . Lombarden « • • Gotthardbahn . , . Laura ütte ... . Bochum ..... Harpener ....
Tenden«: fest.
.Wiener Arbeiterzeitung« mitteilt, befindet sich an einem alten Hause auf der Straße von Schönwies nach Imst (Tirol folgende Inschrift:
Kein Stundenschlag ertönt, Kein Tropfen Zeit oerflutet, Wo nicht ein Menschenherz Im Todeskampf verblutet. Kein Morgenrot beginnt. Kein Abendrot erscheinet,
Neueste Meldunaen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger.
Berlin, 18. Dez. Die „Berl. Pol. Nachr." glauben auf8 Bestimmteste versichern zu tonnen, daß die Nachricht, die Reich«- regiernng gehe mit der Absicht um, dem Reich «tage eine Zolltarifuovelle zu unterbreiten, jeglicher Begründung entbehre.
Berlin, 18. Dezbr. Der „Lokalanz.« meldet: Die Darmstädter Bank setzte auf die Ergreifung deS flüch- tigen Depotverwalters Neßler eine Belohnung von 3000 Mk. aus. Amtlich ist jetzt festgestellt, daß Neßler sich nach seiner Flucht in einem Hotel zu Frankfurt a. M. mehrere
gesandt.
* „Kein Stundenschlag ertönt .
Oberhessen . . . 4% Oesterr. Gotdrente . , 4x,t% Oeeterr. Riiberrente 4% Unzar. Goldrente, . .
40/ Italien. Rente . . ,
4ilt% Portugiesen . . , "<0/ Portugiesen. . . .
1% C. Türken . . .
Türkenlose.....
4% Griech. Monopol.-Anl. 4*/,% äussere Argentiner
1902
. 24.50
. 91.46
. 76.10
. 96.00 . 212.00 . 188.75 . 184.60 . 143.10 . 156 90 . 144.80 . 16.80 - 179.00 . 00.00 . 171.75 . 166^0
London, 18. Dez. „Daily Mail" meldet aus Wilern stad: Die venezolanischen Aufständischen nähern sich
Wo ein Verlassener nicht
Um den Erblaßten weinet!
* Kindermund. Die Mutter: „Die mußt jetzt zu Bette gehen, Emil. Die Küchelchen gehen auch mit Sonnen- Untergang schlafen.« — Der kleine Emil: „Ja, aber die alte Henne geht nicht inS Theater, sondern geht mit den Küchlein schlafen.«
Meratur.
— rva» schenken wir KU Weihnachten? Für Ansicht?- kartensammler und Vereine durste die Mitteilung von Interesse ein, daß das VersandthauS A. Koltze in Leipztg-Plagwitz ein äußerst praktisches Postkarten-Album, für 836 Karten paßend, gegen Einsendung von nur 4 Mk. liefert, und jeder Bestellung wird gratis beigefügt: 400 Ansichtskarten-Grüße in poetischer Form, 1300 Weiynachts-, Neujahrs-, KommerS- imb Volksliederterte, eine Serie Hochs. Künstlerkarten, u. a. von der JerusalemSreise beS Kcnsers, eine Jubiläums-Postkarte vom Jahre 1900.
svr Me Industrie Gustav Bv ehm, Stoirnner^tenrctt Ott» Engelhard, Louis Feistmann, Siegfried LandS- be r g, Ctto Mohr, Geh. Kommerzienrat Eduard Oehler, Eduard Sievers, Kommerzienrat Friedrich Stroh, Kommerzienrat Hermann Wecker, Geh. Kommerzienrat Franz W e i n t r a u d ; für den Großhandel Heinrich Merz- Lach: für den Detailhandel August Kegelmann. — Der Wahlbezirk Offenb ach-Land hatte am 15. Dez. ein Mitglied zur Grvßh. Handelskammer Offenbach zu wählen. Tie Wahl fiel einstimmig auf Holzhändler Johann Karl N v h l aus Klein-Steinheim.
Mainz, 17. Dez. Gelegentlich der Besprechung über einen neu anzulegenden Reitweg zwischen Schloßthor und Kaiserthor und der Straße Am Zollhafen und Rheinthar machte, wie das „M. T." berichtet, gestern im Finanzausschuß Oberbürgermeister Dr. Gaßner die Mitteilung, der Kaiser habe sich bei seiner letzten Anwesenheit in Mainz dahin ausgesprochen, daß erjedesJahr, etwa im Maust, hierherzukommen gedenke, um größere Kavallerie-Manöver obzuhalten. TieS sei auch ein wesentlicher Grund gewesen für die Zusammenlegung der 13er Husaren und die Erbauung der neuen Kaserne am hiesigen Platze.
Mainz, 17. Dez. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten machte der Vorsitzende vor Eintritt in die Tagesordnung davon Mitteilung, daß bei der Anfangs dieses Monats in Berlin stattgehabten Versammlung verschiedener Städte Deutschlands, welche zusammen- getreten wären, um gegen die im Zolltarifentwurf in Art. 10a vorgesehene vollständige Aufhebung der Oktrois zu protestieren, Herr Geh.. Kommerzienrat St. C. Michel die Stadt Mainz vertreten habe. Derselbe spricht sich dahin aus, daß an dem von der Reichstagsmehrheit gefaßten Beschlüsse, den Oktroi 1910 auf^uheben, nichts mehr geändert werden könne und daß die Stadt Mainz sich mit dieser Thatsache abfinden müßte. Der Ausfall der Oktrois würde bei ber Stadt eine Mindereinnahme von über 600 000 Mark bedeuten. — Tas städtische Orchester, dessen Mitglieder seither mit ziemlich ungünstigen Gehaltsverhältnissen zu kämpfen hatten, soll für die Folge wesentlich besser gestellt werden. Ein von dem Orchestervorstande ausgearbeiteter Plan zur Erhöhung der bestehenden Gehalte wurde von der Deputation gutgeheißen und soll vom 1. April 1903 zur Einführung gelangen. Der gesamte Aufwand an Gehalt für das Orchester würde sich dann auf rund 110 000 Mark belaufen.
Groß-Gerau, 16. Dez. Bei der heute hier stattgehabten Neuwahl eines Bürgermeisters an Stelle des nach dem Ober-Elsaß übergesiedelten seitherigen Stadtoberhauptes Herrn Becker wurde der seitherige Beigeordnete Herr Gastwirt Arnold mit 379 Stimmen gewählt.
Vermischtes.
* Berlin, 17. Dez. Ein großer Diebstahl ist heute bei der Berliner Niederlassung der Bank für Handel und Industrie entdeckt worden. Derselbe beläuft sich auf ca. siebenhunderttausend Mark und ist durch den Tepotverwalter Neßler durch Fälschungen der Depotbücher, zu welchen er sich Zugang zu verschaffen wußte, verübt worden. Ta Neßler ein Effektenguthaven von 100 000 Mk. bei der Bank hat, so ermäßigt sich die unter- schlagens Summe auf 600 000 ML Tie Bücherfälschungen sind in so raffinierter Weise vorgenommen, daß die Unterschlagungen trotz häufiger Revisionen erst heute entdeckt wurden. Neßler ist seit Sonntagmittag flüchtig. Neßler steht im 40. Lebensjahre. Er ist der Sohn des Predigers Neßler von der Berliner französischen Gemeinde und lebt in kinderloser Ehe. Seit mehr als 6 Jahren ist Neßler einer der Ressortchefs bei der Depot-Verwaltung gewesen. Wie jetzt bekannt wird, hat er durch dritte Personen für fich Börsengeschäfte machen lässen. Ob er die de frankierten Kapitalien irgendwie für sich sichergestellt oder ob er sie zu Geld gemacht hat, ist zur Zeit noch nicht ermittelt. — Die Berliner Polizei hat folgenden Steckbrief erlassen: Neßler ist am 21. Okt. 1860 zu Maadmünster geboren, etwa 1.76 groß, Haar dunkelblond, breite Stirn, dunkle Augen, große Nase, blonder Schnurrbart, Grübchen im Kinn, blasses und aufgedunsenes Gesicht, untersetzt, spricht deutsch und französisch Neßler lebte verhältnismäßig bescheiden; sein Gehalt betrug jährlich 5000 Mk.; zu dem noch eine jährliche Provision von etwa 1000 Mk. hinzukam. Bisher ist eS trotz der umfangreichsten Maßnahmen nicht gelungen, den Aufenthaltsort des Neßler zu ermitteln. Unter den unterschlagenen Effekten befinden sich auch dreiprozentige sächsische Provinzialpfandbriefe im Werte von 100 000 Mk. und für 300 000 Mk. 3 proz. preußische Konsols. Bezüglich dieser Papiere ist das Aufgebotsverfahren eingeleitet worden. (Ta das Kapital der Bank 132 Millionen und die Reserven 22 Millionen Mark betragen, so dürste der Diebstahl, der ungefähr 1/2 Prozent der diesjährigen Dividende absorbieren wird, auf die Gesamtlage der Bank keinerlei Einfluß ausüben. D. Red.)
• Berlin, 17. Dez. Heute mittag wurde die 60jährige Witwe Budwig in ihrer Wohnung mit einer Schußwunde in der Stirn tot aufgefunden. Da die Sachen durchwühlt sind, ist ein Raubmord anzunehmen. DaS Polizeipräsidium setzte auf die Ermittelung des Urhebers des vermutlichen Raubmordes an der Witwe Budwig eine Belohnung von 1000 Mk. aus.
• Zürich, 17. Dez. Heute mittag erschoß der Fuhr- halter Toggweiler in Wiedikon seine Frau, mit der er in Scheidung lebte, und sein zweijähriges Kind, dessen Herausgabe sie ihm verweigerte; er verwundete seine Schwiegermutter und tötete hierauf sich selbst.
• Aschabad, 17. Dez. Aus Andischan (Ferghana) wird dem „Sakaspuskoje OboSrenije" gemeldet, daß gestern vormittag fast die ganze Stadt durch ein Erdbeben zer- stört worden sei. Das Eisenbabnstationsgebäude und die Schienenstränge sind beschädigt. Die Bevölkerung ist bei der Station versammelt. Rach einer anderen Meldung ist der Verlust einiger Menschenleben zu beklagen. Auch die umliegenden Dörfer erlitten Schaden. Von Margelan sind Lebensmittel, Waren und Kleidungsstücke nach Andischan ab»
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Stunden aufgehalten hat. Don dort auS fehlt jede 6pnr deS Flüchtigen.
Frankfurt a. M., 18. Dez Infolge bcS plötzlich eh» getretenen Tauwetters ist die Station Rödelheintz vollständtgüberschwemmt. Der ganze Tunnel stehL unter Waffer, ebenso Teile des Bahnkörpers
Stuttgart, 18. Dez. Die Prinzessin Max von Schaumburg-Lippe wurde in Ludwigsburg von einem Knaben entbunden.
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imb mttrfc. Wien über - * der die Nottaufe, . shtvere ier Geister zu, °l über baSki M W durch den Snfau teilt der he der VE-.. förderlich [tn'x lusange zum am 25. öftokj ine eigene Dtgri ngung für W üts auf 900 v- gherzogtum? Beer. Tas Reiö 'arnittern das ivsimg des ur': Kurpfuscher juf*? 0000 MktM E. 234092.
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Ein nützliches und willkommenes Weihnachtsgeschenk ist eine gute Deutsche Nähmaschine. Während man früher allgemein glaubte, den ausländischen Fabrikaten den Vorzug geben zu müßen, hat sich in den letzten Jahren diese Meinung in daS gerade Gegenteil um- gewandelt. Heute bringt die deutsche Nahmaschinen-Jndustri« Fabrikate auf den Markt, die den ausländischen in Bezug aus Dauerhaftigkeit, Schönheit und Verwendbarkeit überlegen sind. In dem Reigen der deutschen Nähmaschinen-Fabriken ist e5 besonders auch die Maschinenfabrik Gritzner 91.-®. in Durlach, welche sich bemüht, ein allen berechtigten Ansprüchen genügendes Fabrikat her- zustellen. Durch viele hervorragende Auszeichnringen, zuletzt auf der Weltausstellung in Paris 1900 mit goldener Medaille, ist die Leisiunasfähigkeit Der Firma anerkannt worden. Die Deutsche Nähmaschinen-Gesellschast Eymer & Karnes in Gießen, Schulstr. 5, ist mit dem Vertrieb der Maschinen betraut 8763
Valencia. Die Bevölkerung von Caracas verlangt dringend Castros Rücktritt. Es heißt, daß er sich verborgen habe. Die Morgenblätter melden auS Willemstad: Dev rühere venezolanische Präsident Andrade ist aus Co« umbien hier eingetroffen.
London, 17. Dez. Das U n t e r h a u S stimmte heut« dem von der Mehrheit des Oberhauses an der Unterrichte» Vorlage angenommenen Abänderungen zu, während daS Oberhaus sich mit den Umgestaltungen, die diese Abänderungen noch im Unterhause erfahren haben, ein* verstanden erklärte. Damit ist die Unterrichts-Vorlage vom Parlamente endgiltig angenommen. Di- Vertagung des Parlaments erfolgt morgen.
London, 18. Dez. „Dailv Expreß" glaubt Grn.nd jyu der Annahme zu haben, daß die Regierung einen Nach-' olger für Lord Milner sucht
Marseille, 17. Dez. Die Seeleute beschiloffen th einer Versammlung, unter gewissen Vorbehalten morgen die Arbeit unter der Bedingung wiede r aufzuneh» men, daß der Ausstand von neuem beginnen soll, toemt im Parlament nicht ein Gesetz angenommen wird, durch daA die Stärke der Schiffsbesatzungen festgesetzt und die Arbeit an Bord geregelt wird.
Madrid, 17. Dez. Der Ministerrat beschloß die Aufhebung des Dekrets betr. den Religionsunterricht in katholischer Sprache. Der Unterricht soll in der Sprache erteilt werden, welche die Schüler kennen. —* Der Präsident deS Militärkasinos, General Bourbon Cast elvi, ein Verwandter des Königs, wurde gestern abend verhaftet. Die Verhaftung ist die Folge von Maßregeln, welche der Präfekt traf, um daS Spielen in den Kasinos zu unterdrücken.
Rvm, 18. Dez. Der Kteuzer Agodart erhielt De- ehl, nach Venezuela abzugehen. — Der Gesandte in Venezuela wird penfioniert werden. — Wie verlautet, wird der Korpslommandant in Florenz, Graf Balttsera wegen Differenzen mit Zanardelli demiffionieren.
W i e n , 18. Dez. Die „Neue Freie Preffe^ teilt mit, batz der Kaiser die Demission des KriegSministersl Baron Kriegshammer angenommen habe. — Die ungarische Regierimg hat definittv beschlossen, den italienischen Handelsvertrag zu kündigen.
M enton e, 18. Dez. Das Duell zwilchen den italienischen und französischen Fechtmeistern soll, heute in Monte Carbo stattfinden.
Sofia, 17. Dez. Der Finanzminister legte in der Sobranje das Budget für daS Jahr 1903 vor und gab' eine Darstellung der Finanzlage deS Landes. — Der Kaiser von R u ß l an d spendete für die makedonischen Flüchtlinge 10 000 Rubel.
Washington, 17. Dez. DaS Martnedepartemeni beauftragte den Admiral D e w e y, einen geeigneten Offizier auf einem Torpedobootszerstörer nach Venezuela zu entsenden, der als Gehilfe deS amerikanischen Gesandten thättg sein soll in Anbetracht ber Letzterem auS den zahlreichen gegenwärtigen Obliegenheiten erwachsenden Arbeitslast. Der TorpedobootSzerstörer soll, falls der nach La Guaira führende Kabel zerschnitten würde, als Depeschenboot dienen.
Caracas, 17. Dez. Bei der heute erfolgten Abreise des italienischen Gesandten waren hervorragende Mitglieder der italienischen Kolonie auf dem Bahnhofe erschienen. Da noch nicht bekairnt war, daß der Gesandte ein Ultimatum überreicht hat, fand keinerlei Kundgebung statt, es hatte sich überhaupt nur ein spärliches Pirblikum eingefunden. Der amerikanische Gesandte gab Riva daS Geleite bis zum Bahnhofe.
Caracas, 18. Dez. Wie mitgeteM wird, findet heutL das Bombardement auf die am Maracaibo-See gelegene Stadt San Carlos statt. — Der amerikanische Gesandte Bowen ist als Schiedsrichter angenommen worden. — Die Stadt Rio Chico ist von Revolutionären^ deren Zahl sich auf 1600 beläuft und die vom General Canos befehligt werden, eingenommen worden. — Präsident Castro und der revolutionäre General Fernandez haben sich gegenseittg das Vevsprvch^en gegeben, die Verg-augsw, heit zu vergessen.
Gerichtssaal.
R. Gieße«, 17. Dez. Strafkammersihung vom 16. Dez. Den Vorsitz führte Großh. LandaerichtSdirektor Tr. Güngerich, als Vertreter ber Staatsanwaltschaft fungierte Großh. Gerichts- affeflor Dr. Hetzel. — Der 21 jährige, mehrfach wegen Betrugs vorbestrafte Kellner S. auS Rostock ist beschuldigt, am 3. September 1902, nachdem er kurz zuvor auS dem Gefängnis entlasten worden war, zum Nachteil deS Wirte? Karl L. in Gießen und des Wirtes Wilhelm H. daselbst Zechbetrügereien verübt und hierdurch den erstgenannten um den Betrag von 95 Pfg., Letzteren um 1.40 Mk. geschädigt zu haben. Außerdem wird ihm zur Last gelegt, dem Heinrich B. hier ein Fahrrad im Werte von 180 Mk. gestohlen zu haben. Ter Angeklagte war im Wesentlichen geständig. Das Urteil lautete dem Anträge der Staatsanwaltschaft entsprechend auf eine Gesamtstrafe von 10 Monaten Gefängnis. Ter Angeklagte rkanute das Urteil sofort an. — Der Maurergeselle R. von Michelnau nahm die von ihm gegen ein Urteil deS Großh. Schöffengerichts Nidda, da? ihn wegen Körperverletzung und Bedrohung zu Gefängnisstrafe verurteilt hatte, eingelegte Berufung zurück. — Der Schausteller Sch. von Ober-Breitenbach und seine Söhne Otto und Georg sind durch Urteil deS Großh. Schöffengerichts Gießen vom 28. Oktober 1902 wegen Körperverletzung und Bedrohung, begangen an den Eheleuten W. in Gießen bezw. wegen Ueber- tretung mit Geldstrafen belegt worden. Tie Verletzten und Nebenkläger, W.'schen Eheleute, hatten durch ihren Vertreter Berufung verfolgt, die jedoch vor Eintritt in die Hauptverhandlung zurück- genomnren wurde. — Gegen das Urteil des Großh. Schöffengerichts Büdingen vom 3. November 1902, wonach der verheiratete Ziegler E. von Ober-Mockstadt wegen eines am 24. März d. I. zum Nachteil deS Zteqeleibesttzers K. in Vonha»lsen verübten Betrugs mit 6 Wochen Gefängnis bestraft wurde, ist von dem Angeklagten und der Staatsanwaltschaft Berufung verfolgt worden. Der Angeklagte ist trotz rechtzeitiger Ladung heute unentschuldigt auSgeblieben. Die Staatsanwaltschaft beantragte Verwerfung der Berufung des Angeklagten, indem sie gleichzeitig ihre eigene Berufung zurücknahm. Tas Urteil lautete auf kostenfällige Verwerfung der Berufung. — Zum Schluß wurde unter Ausschluß ber Oeffentlich- keit gegen beit 47 Jahre alten Taglöhner W. aus Röbgen wegen zweier Sittlichkeitsverbrechen im Sinne bes $ 176 * Str.-Ges.-B. verhanbelt. Das nach 5 Uhr nachmittags verkünbete Urteil lautete aus Freisprechung bes Angeklagten von Strafe unb Kosten. Handel und Nerkehr. Uolkswirtschast.
— In ber orbentlichen Generalversammlung ber Brasilianischen Elektrizitäts-Gesellschaft wurde für daS Geschäftsjahr 1901/02 die Verteilung einer Dividende von 5% beschloßen.
— Die am 1. Januar 1903 fälligen Koupons der 4 pEt. Griechifchen Eisenbahn-Anleihe vom Jahre 1902 werden mit 10 Fr. refp. 50 Fr. eingelöst.
— An der Frankfurter Börse wurden 10 Millionen 3 V, pEt. Bayerische Landeskulturrentenscheine zum Handel und zur Notterung zugelasten.
— An der Berliner Börse ist der Antrag gestellt worden, 50 000 000 Mk. 4 pEt. unverloosbare bis 1912 unkündbare Zentral- Pfandbriefe der Preußischen Zentral-Boden-Kredit-Aktten-Gesellschaft vom Jahr 1903 zum Handel an der Börse zuzulasten.
— BiS zum 18. Juni (1. Juli) 1904 erfolgt die Auslieferung ber neuen Koubonsbogen mit Talons zu ben Obligationen ber 4 pCt. Russischen Süd-West-Eisenbahn-Metall-Obligationen.
— Die am 1. Januar 1903 fälligen Koupons der 5 pCt. Mexikanischen äußeren Anleihen werden vom Veffalltage ab eingelöst.
— Die nächste Ziehung der Venediger 30 Lire-Loose von 1869 findet am 81. ds. Mts. statt.
— Die Frist zum Umtausch der Zerttfikate der preußischen Hypotheken-Aktien-Bank läuft nicht schon mit dem Schluß dieses Monats ab, sondern erstreckt sich bis 15 Tage nach der nächsten ordentlichen Generalversammlung der Bank, die voraussichtlich im Monat Februar stattfinden dürfte.
Märkte.
Limburg a. d. £., 17. Dez. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Wetzen 13.42 Mk., Weißer Weizen 00.00 Mk., altes Korn 10.30 Mk., nettes Korn 10.60 Mark, (Serfte 8.74 Mk., alter Hafer 6.85 Mk., neuer 0.00 Mk^ Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.
Gingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 17. Dezember 1902.
Infolge de? eingetretenen Tau- und RegenwetterS sind im Mittelweg von Crednerstraße bis an die Hofratte deS Oekonomen Preis schier unerträgliche Zustände zu Tage getreten. Die Straße ist kaum noch zu passieren; am unteren Teile der Straße, wo die Treppe zum Bahnhof führt, ist ein kleiner See entstanden, ber jeden


