weitere Maßnahmen zur Sicherung der Zugfolge abgehaltem Gleichzeitig fand eine Vorbesprechung über eine vollständige Neubearbeitung der BetriebsoiLmmg für die Haupteisenbahnen statt.
— Eine Spaltung de rpolnischenReichStags- fraktion wegen der Haltung der polnischen Abgeordneten tu der Zolltariffrage und ihrer Abstimmung zu Gunsten des Antrags Kardorff wird in polnischen Blättern angekündigt.
W i e S b a d e n, 17. Dez. Geh. Regierungsrat und Lcmd- rat a. D. Baron Otto v. Me erscheidt-Hüllessem ist im Alter von 73 Jahren heute hier gestorben.
O elS i. Schl., 17. Dez. In der „Lokomotive a. d. Oder" wird folgender Dan k desKronprinzen veröffentlicht: „An die Arbeiter meiner lieben Stadt Oels! (Ä ist mir eine aufrichtige Freude gewesen, daß sich viele Arbeiter meiner lieben Stadt OelS der Bewegung angeschlossen haben, die heute überall durch die deutschen Lande geht. Ihr beweist dadurch, daß keine Gemeinschaft zwischen Euch und jenen Elenden bestanden hat, oder je bestehen wird, die gewagt haben, einen deutschen Mann an seiner Ehre anzutasten, und daß Ihr gesonnen seid, treu zu Eurem Kaiser und Vaterlande zu stehen. Dies freut mich um so mehr, alS ich mit meinen lieben Oelsern zusammen gehöre. Der Kaiser, mein geliebter Vater, Merhöchstwelchem ich von der treuen Gesinnung, welche mir Euer Wortführer heute gelobt hat, Mitteilung gemacht habe, hat darüber freudige Genugthuung empfnndett. Mir aber wird der heutige Tag unvergeßlich bleiben. Schloß OelS> den 16. Dezember 1902. Wilhelm, Kronprinz."
Hamburg, 17. Dez. Der Senat stimmte den Vorschlägen der Stenerkommission zu, die Einkommensteuer von 10000 Mk. an weiter progressiv zu steigern und die Erbschaftssteuer behufs Deckung des größeren Budgetdefizits zu erhöhen.
Meiningen, 17. Dez. Das Staatsministerium giebt amtlich bekannt, daß der diesjährige Etat des Herzogtums Meiningen einen Fehlbetrag von über 300000 Mark aufweist. Der ungünstige Stand der Finanzen wird mit dem finanziellen Verhältnis der Einzelstaaten zum Reiche begründet. — In der gestrigen Sichung des Landtags wurde die Beratung des Voranschlags der Staatshatlshaltung für 1903/04 zu Ende geführt Der Etat wurde gegen die 7 Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Ein sozialdemokratischer Antrag, den Etat mir auf ein Jahr zu genehmigen, wurde abgelehnt.
Straßburg, 17. Dez. Der Gem einderat wählte in seiner heutigen Sitzung den Reichstagsabgeordneten Justizrat Riff mit 20 von 34 abgegebenen Stimmen zum Mitgliede des Landes-Ausschusses. Der sozialistische Gegenkandidat erhielt 13 Stimmen.
— Wie aus Straßburg i. E. gemeldet wird, ist der teutsch-französische Zwischenfall bei Lagarde, wobei die Werkzeuge einer deutschen Bohrgesellschaft auf ftanzöfischem Gebiet beschlagnahmt wurden, dahin geregelt worden, daß die Gesellschaft ihre Maschinen und Bohrzeuge, ebenso die gestellte Kaution nach Abzug von fünf Franks für den Stempelbogen drei Tage später zurückerhielt.
Mülhausen, 17. Dez. Der sozialdemokratische Stadtrat Emmel wurde heute nachmittag mit 18 gegen 17 Stimmen in den Landes-Ausschuß gewählt. Es ist dies der erste Sozialdemokrat, der in den Landes-Aus- schuß eintritt. Emmel ist Reichsdeutscher.
Ausland.
Wien, 17. Dez. Das Abgeordnetenhaus erledigte das Hausiergesetz und ging zum dritten male in die Beratung des Getreideterniinhandels-GesetzeS ein. Morgen ist die letzte Sitzung vor Weihnachten. Es steht nunmehr fest, daß das Budgetprovisorium mit dem § 14 erledigt wird.
Brüssel, 17. Dez. Der Ministerpräsident De Smet de Na eher erklärte heute in der Kammer ausdrücklich, daß die Regierung durchaus abgeneigt sei, im neuen Kohlengebiet in Limburg es mit dem Staatsbetrieb zu versuchen, doch bereite sie die Revision des Berggesetzes vor.
Paris, 17. Dez. Auf dem Schießplätze in Havre .oerden gegenwärtig Versuche mit einem Riesengeschütz von 15 Meter Länge und einem Gewicht von 42000 Kilogramm angestellt. Das Geschütz schleudert ein Geschoß von 600 Kilogramm Schwere auf eine Entfernung von 18 Kilometer. — EombeS erklärte in einer Unterredung mit einem Marseiller Abgeordneten, der dortige Präfeft habe ihm mitgeteilt, daß derMatrosen-AuS- stand Ende dieser Woche beendet werden würdet
P a r i S, 17. Dez. Ueber BischofEhapon von Nizza wurde Gehaltsperre verhängt. Er hatte in einem Brief an den Ministerpräsidenten Eombes sein Erstaunen und Bedauern auSgedrückt, nicht in den letzten Maßregeln gegen die Bischöfe einbegriffen gewesen zu sein, obwohl er zu den Urhebern des Rundschreibens an die Abgeordneten gehört hätte. Der gestrige Ministerrat hat daS Versäumte nunmehr nachgcholt.
Konstantinopel, 17. Dez. Der angekündigte Besuch des russischen Minister? dcS Aeußeren, Lambsdorff, in Wien, ruft auf der Pforte große Beunruhigung hervor. Man befiirchtet neue, gegen die Türkei gerichtete Abmachungen.
New York, 17. Dez. In hiesigen politischen Kreisen befürchtet man. daß verschiedene kontinentale Mächte einen Druck auf Columbien ansüben werden, da Columbien bei verschiedenen Mächten bedeutende Schulden hat. Ein solches Vorgehen würde mit den Vereinigten Staaten gleichfalls einen Konfiikt herbeiführen.
— Ein Telegramm au? Porta uPrince meldet: General Nord ist von den Truppen al? Präsident auSgerufen und scheint Herr der Situation zu sein, obgleich die Mehrheit des KongreffeS fiir Senegue Pierre ist. Die Ordnung ist wiederhergesteM. Bei den gestrigen Zusammenstößen wurden eine Anzahl Personen verwundet. Die amerikanische Gesandtschaft wurde von Truppen beschützt.
Aus Statt und Land.
Gießen, den 18. Dezember 1902.
* H ofn a chricht en. Nach einer telegraphischen Meldung ist S. K. H. der Großherzog vorgestern Abend 6 'Ihr in Port Said angekommen.
- AuSzeichnugen. S. K. H. der Großherzoq daben Alleranädigst geruht, am 9 Dezember dem Assistenten für die zoologische Sammlung de? LandeSmuseumS, Dr. Theodor List, das Ritterkreuz 2. Kl. mit der Krone deS Verdienstordens Philipps deS Großmütigen zu verleihen.
- Personalien. In den Ruhestand wurden versetzt der Zugführer in der H.-Pr. E.-G. Heinrich Rauch zu Frankfurt a. M., der Weichensteller in der H.-Pr. E.-G. Georg Schmitt zu Großenlüder, die Bahnwärter in der H.-Pr. E.-G. Leonhard Fröhlich zu Frau-NauseS und Christian Dickel zu Hergersdors.
— AuS dem Militärwochenblatt, v. RoqueS, Hauptmann und Kompagniechef im 1. Kurheff. Jnf.-Regt. Nr. 81, zum Bezirksoffizier beim Landw.-Bezirk Gießen ernannt. v. Han stein, Hauptmann im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, als Kompagniechef in das 1. Kurheff. Jnf.-Regt. Nr. 81 versetzt. Girschner, Oberst, im 5. Großherzogl. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, zum FestungSgefängniS in Rastatt versetzt. Dierke, Oberlt. der Reserve deS 2. Großh. Hess. Dragoner-Regts. (Leib-Trag.- RegtS.) Nr. 24 (Posen), mit der Erlaubnis zum Tragen der Armeeuniform mit der gesetzlichen Pension der Abschied bewilligt. Die Unterärzte der Res. Zoevpritz, Dr. Cursch- mann, Stade (Gießen) zu Assistenzärzten befördert.
*• Gewerbebank zu Gießen, Eine außerordentliche Generalversammlung der Gewerbebank zu Gießen findet heute abend 8*/, Uhr im Cafö Leib statt. Wegen der großen Wichtigkeit der Tagesordnung ist der Besuch allen Mitgliedern dringend zu empfehlen. (Vgl. Inserat.)
** Zum Gedächtnis für Friedrich Grein. Von dem in Nr. 292 des Gießener Anzeigers enthaltenen Nachruf für Pfarrer Dr. Friedrich Grein erscheint Samstag, den 20. Dezember, ein mit dessen Bild versehener, vornehm ou5- gestatteter Sonderabdruck, der zum Preise von 10 Pfg. in der Brühl'schen Druckerei zu haben ist, worauf wir Freunde und Verehrer des Verstorbenen hiermit aufmerksam machen.
**DaS Theaterdorf. Aus dem Theaterbureau wird und geschrieben: Blumenthal und Kadelburg sind auch dieses Jahr in die Alpen gereist. Sie kehrten diesmal am Nussensee ein, in einem stillen, von wenigen Fremden besuchten Dörfchen, dem ein vom Militärdienst zurückkehrender Gastwirtssohn und ein ftagwürdiger Schauspieler nach dem Vorbilde von Schliersee und Tegernsee durch urwüchsige Bauernkomödie einen plötzlichen Aufschwung geben möchten. Unter den Bauern und den Sommergästen bilden sich Parteien für und wider das Bauern-Theater, und die erste Probe, bei der bereits alle durch das Komödienspiel erweckten Instinkte deS Neides und des Haders hervorspringen, endigt mit einer urwüchsigen Rauferei. Parallel geht ein ehelicher Konflikt zwischen einem Justizrat, der den bon sens vertritt und seiner von der Theaternarrheit befallenen Gattin. Auch für die Rührung ist gesorgt. Ein empfindsamer alter Pfarrer — ein Theatervetter des Crusius aus „Großstadtluft" — ein Mann, der sich als „Kibitz" fremden Glückes zu bescheiden gelernt hat, wird nichtsdestoweniger in die Theaterthorheit mit hineingezogen und giebt sich schließlich, rasch bekehrt, damit zufrieden, „beinahe aufgeführt worden zu sein" — nicht zu vergeßen ein bäuerliches Liebespaar, das durch einen Vormund von Kotzebuescher Herkunft verhetzt und auseinandergehalten wird, aber durch die recht geschickt eingeleiteten Segnungen der Komödienprobe sich wieder zusammenfindet. Diese Vorgänge bilden das lockere Band für hübsche Situa- tionSspässe und eine Reihe gut eingeprägter Witzworte: daS beste ist daS von den dramatischen Sünden, die man — im Gegensätze zu anderen — nur dann verzeiht, wenn sie nicht gebeichtet werden. Die Erstaufführung von „Theaterdorf" findet am Freitag, den 19. d. M. statt.
-Weihnachtsfeier deS evangelischen Kirchengesangverein S. In andachtsvoller Weihnachtsstimmung hatte sich gestern in der Stadtkirche eine zahlreiche Gemeinde eingefunden, um der vom evangelischen Kirchengesangverein angefünbigten Weihnachtsfeier beizuwohnen. Wahrhaft herrliche Weihnachtsklänge waren es aber auch, die in den Herzen der andächtig lauschenden Zuhörer den rechten Wiederhall fanden und in allen Gemütern das Gefühl erweckten, als wohnte man einem Weihnachtsgottesdienst bei, in dem an Stelle deS Geistlichen die Musik in der Sprache der Töne zum Menschenherzen redete. Die Feier wurde eröffnet durch eine von Herrn Organisten Görlach mit gewohnter Meisterschaft gespielten Adventssonate von Herzog, die seine technische Fertigkeiten und seine Kunst des Registrierens in günstigstem Lichte erscheinen ließen. Ein dreistimmiger Knabenchor von Albert Becker wurde unter Herrn GörlachS Leitung von der Knabenchorschule musterhaft vorgetragen und gereichte den jugendlichen Sängern wie ihrem verdienstvollen Dirigenten zu großer Ehre. Einen weiteren schönen und erhebenden Genuß spendete Frau Professor Rahn durch den Vortrag deS Liedes „Vom Namen Jesu* von Heinrich Schütz, besten technische Schwierigkeiten sie mit großer Leichtigkeit überwand, so daß man den Eindruck bekam, keine Dilettantin, sondern eine geschulte Sängerin zu hören. DaS Hauptwerk deS Abends war daS Weihnachtsoratorium für Soli, Chor, Gemeindegesang und Orgel von Heinrich Schütz in der Bearbeitung von Arnold Mendelssohn, ein Werk, das wie selten ein'S sich für die Aufführung bei einer kirchlichen Weihnachtsfeier eignet. Im einfachen schlichten Rezitativ erzählt der Evangelist die Geschichte von deS Heilands Geburt, die an geeigneten Stellen durch die Worte deS Engels und durch eingelegte Chöre und ©emeinbegefänge wirkungsvoll unterbrochen wird. Durch bie brei Weisen aus bem Morgen- lanbe, bie in bem ChristuSkinbe einen neuen König bet Juben vermuten, wirb ber Argwohn beS Königs HerobeS geweckt unb bie Flucht nach Egypten als göttliche Fügung burch die Traumerscheinung beS Engels in schöner Weise angeschlosten. Die spätere Rückkehr nach Israel wird in gleicher durch einen vom Engel deS Herrn gebrachten Traum veranlaßt. Mit Chor und Gemeinbegesängen, bie Christum als Märtyrer unb Erlöser preisen, tönt daS Werk in erhabener, ergreifenber Klage auS. Von ben mitroirfenben Solisten nennen wir zunächst Fräulein Louise Schmibt aus Frankfurt, ber für ihre Durchführung ber Partie beS Engels volle Anerkennung gebührt. Herr Zetsche auS Frankfurt, der die große Partie deS Evangelisten übernommen hatte unb sehr wirkungsvoll zu singen verstand, besitzt einen angenehm klingenden Tenor, desten Wirkung durch eine ganz vorzügliche TextauSsprache wesentlich gehoben wurde. Der evangelische Kirchengesangverein brachte die in dem Weihnachtsoratorium eingelegten Chöre unter Herrn Musikdirektor Trautmanns bewährter Leitung in sehr befriedigender Weise zu Gehör. DaS einzige, was dem Verein zu wünschen wäre, ist eine noch bestere
Ausgleichung bet Stimmen, bie durch Zutritt neuer Gina unb Sängerinnen leicht erreicht werben könnte. pr$
♦♦ D i e Hessische Vereinigung für Volk« künde" hielt gestern abend 81'2 Uhr im Cafö Ebel eine Versammlung ab. Der Vorsitzende, Vrovinzialdirektor Dr Br ei d er t, teilte nach der Begrüßung den Erschienener mit, daß S. K. H. der Gt 0 ß herz 0 g allergnädigst gerub, hätten, am 6. d. M. das Protektorat über die „Hesstsä* Vereinigung für Volkskunde" zu übernehmen. Hiern^ sprach Lehrer Weyl aus Dieseck über: „Sitten und Gebräuche bei Schwangerschaft, Geburt unb Taufe auf dem Lande". Der Vortragende berücksichtigte außer Wieseck in erster Linie da? früher hessische Hinterland (Kreis Biedenkopf), da? er in einer 20jährigen AmtSthätigkeit genau kennen gelernt hatte, und dessen Bevölkerung sich ähnlich wie die de? Vogelsbergs durch zähe? Festhalten an alten Bräuchen auszeichnet. SeS Hafter Beifall lohnte dem Referenten für die außerordentlich interessanten und lehrreichen Ausführungen, die zu einer sehr anregenden Debatte fi'lhrten. An dieser beteiligten sich besonders die Professoren Dr. DrewS, Dr. Haupt, Dr. LueiuS, Dr. Wünsch und die Mitglieder Lehrer Fritzel, Hauptlehrer Schaaf, Lehrer Müller. Hepding und Pfarrer Schulte an? Beuern. Cs wurden Anfragen über diesen und jenen Brauch gestellt, und ber Vortrag dadurch ergänzt, manch unerwähnt gebliebener Sitte au? Vogelsberg, Wetterau, Friedberg, der Gegend Beuern-Grünberg-Lich, Odenwald. Darmstadt usw. wurde Erwähnung gethan. Am spannendsten und interessantesten waren die Ausführungen bezw. Ansichten über den Dämonenglauben, das sogenannte Versehen der Schwangeren, der Glaube an den Klapperstorch, die Nottaufe, bezw. das Ableben ungetaufter Kinder. DaS schwere Wochenbett einer Frau schrieb man dem Einfluß böser Geister zu, um diese zu verscheuchen, schoß man dreimal über da? Hau? fort oder las Gebete vor. — Erst um V2II Uhr wurden die zum Teil heiteren Besprechungen durch den Vorsitzenden geschlossen, und man war allgemein der Ansicht, baß derartige Abende für die gute Sache der Volkskunde nickt nur anregend, sondern auch sehr förderlich seien. Im Jahre 1897 wurden die ersten Anfänge zum ©tubium der Hessischen Volkskunde gemacht, am 25. Oktober 1901 erhielten die Bestrebungen dann eine eigene Oroanisa'ion unter dem Namen „Hessische Vereinigung für Volkskunde". Die Zahl der Mitglieder ist bereits auf 900 gtfliegen, die sich über alle Teile de? Großherzogtums verbreiten.
♦ ♦ Gegen bie Kurpfuscher. Da? ReichSqerickt hat nach der ,.V. Z." den Aerztekammern das Recht zu- gesprochen, das Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs zum Vorgehen gegen Kurpfuscher zu benutzen
* *Das großeLoos von 100 000 M ark der Berlin« Roten Kreuz-Lotterie fiel auf Loos-Nr. 234 092.
* * Die Temperatur des gestrigen Tage» war in den Mittagsstunden eine für den Monat Dezember außer- ordentlich hohe. Plus 9 Grad Celsius verzeichnete die Duetfr silbersäule; eine laue, milde Lust wehte durch die Streßen, die im übrigen von Schneeschlamm, Sck)mutz unb Pfützen starrten. Es mußte vor dem Witterungswechsel noch unbedingt schneien, bamit uns der, mit dem Lauwetter eintretende Schmutz ja nicht erspart blieb. In ben gt* pflasterten Straßen hat bas StraßenreinigungSinstrtut eint- germaßen Abhilfe geschaffen uno vielfach ben Schnee be> seitigt, zu betrauern sinb dagegen bie Anwohner ton Straßen und Plätzen, bie, wie z. B. am Dranbplatz, eine Passage baburch herzustellen versuchen, baß re(frjD£ Steine von Schritt zu Schrttt in ben tiefen Schlamm versenkt werben. Allerbings ist eine solche Passage nur bet Hellern, lichten Tage brauchbar, bei Eintritt der Dunkelheit vettagi sie vollkommen. O ist auch kein angenehmer Anblick, bie zahlreichen Militärpersonen, bie von ber Zeughauskaserne nach der Land grafen straße oder der Braugasse gehen wollen, durch den tiefen Morast de? BrandplatzeS waten zu sehen. Es fehlt dort daS so nötige Lrottorr, oder doch wenigstens ein aufgeschütteter Bürgersteig, ver von der Zeughauskaserne zur Rechten an den Häusern en - lang bis zur Landgrafenstraße reicht. Eine ist nun schon mehrfach von uns im Interesse des w- litärS und ber bortigen Anwohner geforbert worden, wrr begreifen nicht, warum man bie Erfüllung einer w einfachen und boch so unbedingt notwendigen Fordern g so lange hinauSschiebt. - Die mildere Witterung hak jedenfalls den, wenn auch einzigen Vorzug, daß erpeni^ an Heizmaterial gespart werden kann, was für die arm 1 Familien eine Wohlthat ist. Im großen und ganzeni man aber dennoch wünschen müssen, daß dieses regnerüDe Wetter ein baldiges Ende nehmen möge; denn für " Gesundheit ist es entschieden unzuträglich. E?vrr 0 auch nicht die richtige Weihnachtsstimmung nut Wjw gehören Schnee und EiS, kurz ber hinter mit feinen tneim Freuden, die von ihm unzertrennlich sind...
-Genau wägen! Mit einer peinlichen Dttmffcn- Hastigkeit erfolgt bei ber Post baS Nachtaxieren Briefe, beren einfache? Gewicht seit bem ersten Oktober 0 kanntlich auf 20 Gramm festgesetzt ist. Früher betrug zulässige Gewicht einfacher Briefe 15 Gramm, jedoch Postverwaltung s. Z. Nachsicht walten, wenn die nrf überschritten wurde. Diese Nachsicht würbe auch em Tarif auSgeflbt NeuerbingS jeboch scheint die doltbehd zu ber Erkenntnis gekommen zu sein, baß ber Jan re u schuß durch Erhebung von Strafpottogebühren bedeu en * höht werben kann, unb bie Postbeamten haben 1 ebenfalls o e Anweisung erhalten, sorgfältig auf die die Tare u tenben Briefe zu fahnden. DieS geschieht mit so großer j wiffenhafttgkeit, daß Sendungen, welche die vorschnt^ mag 20 Gramm auch nur um ein halb Gramm ■
niger überschreiten, mit Strafporto in Höhe von psen g belegt werden. ,
Dudenhofen im Rodgau, 17. D«z- 1' _ Felb-Artillerie-Regiment Nr. 25 veranstaltete gestern- aus einem 8 Gemarkungen umfassenden Gelände, in '' Mitte etwa Ober-Roden lag, ein Schießen mit IJ« fer Munition. Dasselbe fiel in bie Z"t von 9 lly vor- bis 2 Uhr nachmittags und erreichte Arisch 12 Uhr seinen Höhepunkt. Fortwabrenb fanbten die Geschütze ihre Donner burrfi bie wette Ebene bi? , zu ben Ausläufern bes Spessart?. Die auf gestellten ~ hettSposten hielten bie Neugierigen ab.■ z 2•' wurde von ber Militärbehörbe einbrmglich vor dem nm größter Lebensgefahr verbundenen Aufbeben etwa nuyl geplatzter Geschosse imb Zünder gewarnt.
Offenbach, 17. Dez. Gestern mittag fanben fr er bie Hanbelskammerwahlen für ^Offenbach Stadt Gemeinden Offenbach Und Bürgel^ statt. Jh t ein an Einstimmigkeit grenzenden Mehrbett wurden gewann.


