Ausgabe 
18.8.1902 Zweites Blatt
 
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Montag 18.AugustLSOS

ISS. Jahrgang

Me heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.

femt liegt.

H o m bu r g v. d. H, 16. Ang.

Glied standen 40 Ritter des Eisernen Kreuzes.

Um 12 Uhr 45 Min. fand im Schloß Frühstückstafel statt, an der außer dem Kaiser und dem Großherzog Prinz uni) Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, der Kronprinz von Griech^enland mit seinem 12jährigen Sohne, dem Prinzen Georg, das beidersettige Gefolge, General v. Lindequist, der Gouverneur der Festung Mainz, General v. Gollas, Generalleutnant Frhr. v. Gall und Generalleutnant von Deines teilnahm. Die Tafel trug einen streng militärischen Charakter.

Ter Kaiser sandte gestern abend sofort nach seiner Ankunft an die Oberpräsidenten der Rheinprovinz und Provinz Hessen-Nassau folgendes Telegramm:

Mainz, den 15. August Ich habe heute bei meiner herrlichen Fahrt von Düsseldorf nach Mainz überall an den Usern des Rheins von allen Ortschaften so zahl­reiche schöne ergreifende Beweise patriottscher Gesinnung erfahren, daß ich gleich bewegten Herzens hierfür meinem Dank Ausdruck geben will. Ich beauftrage Sie, dies den Beteiligten bekannt zu machen. Wilhelm.

Gestern abend kamen zur Ankunft des Kaisers und zur Besichtigung der Rheinbeleuchtung außerordentlich viele Fr em d e hierher, die Hotels waren überfüllt. Der Sicher­heitsdienst war sehr umfangreich. Leider kam auch ein schwerer Mißgriff vor. Ein Gendarm verhaftete am Rheinufer während der Kaiserankunft eine fremde Dame, angeblich- weit sie sich ,-auffällig" benommen habe. Die Dame wurde von dem Gendarmen nach dem ersten Polizeibezirk verbracht, hinterher folgte deren weinendes Dienstmädchen und Hunderte von Neugierigen. Die Dame konnte sich, auf der Polizei als Kurgast aus Wies­baden auswetsen, sie ist eine Baronin aus Berlin. Sie wurde von der Polizei sofort unter EntschuldigungK. Worten entlassen, während der Gendarm in ihrem Beisein eine scharfe Rüge wegen Ueberschreitung seiner Amtsbefug­nisse erhielt.

Ueber einen noch unaufgeklärten Vorfall schreibt der derM. Ai" unter der Spitzmarke:Ein Attentat «er?"' Zum Wachthabenden der Bingerthorwache kam gestern nach­mittag ein in den vierziger Jahren stehender, unbekannter Mensch und erzählte ihm, daß er auf den deutschen Kaiser schießen müsse; er habe in Brühl bei Köln mit zwei anderen Genossen gelost und ihn habe das Los getroffen. Der Wachthabende ließ den Unbekannten, der geistig nicht ganz normal zu sein schien, durch einen Schutzmann abholen. In seinem Besitze befand sich ein Notenblatt mit der französi­schen Nationalhymne. Waffen führte er nicht bei sich, er gab jedoch an, daß ihm hier von einem Parteigenossen ein Revolver verabreicht werden würde. Zur Ausführung seines Vorhäbens will er die Reise von Brühl hierher gemacht haben, in Dingen sei ihm sein Geld ausgegangen, weshalb er seine Uhr habe versetzen müssen .

Der K a i s e r reiste heute mittag 4 Uhr mittelst Sonder- zugs nach 5>omburg roeiter, während der GroHerzog nach, Schloß Wolfsgarten fuhr, woselbst der Hofhalt bis zum 12. September bleibt. Von diesem Tage ab bis zum Schluß der Manöver wird der Großherzog Wohnung im Schlosse zu Friedberg nehmen, da das anfangs vorgesehene Jagd­schloß Romrod zu wett von dem Manöverterrain ent-

märsche statt. Das erste Mal, die Infanterie in Kompagnie­front, die Kavallertt im Schritt, das zweite Mal die In­fanterie in Regimentskolonnen, die Kavallerie im Trab, die Arttllerie auf Befehl des Kaisers in russischer Formation (Batteriefront). Der Kaiser, der Großherzvg und die Prinzessin Friedrich Karl von Hess en führ­ten beide Male ihre Regimenter persöinrich vor. Nach beendeter Parade formierten die Regimenter auf Wunsch des Kaisers Spalier, durch das der Monarch- um von jedem seiner Soldaten gut gesehen werden zu können, in langsamem Trab an der Spitze der Fahnenkompagnie das Paradefeld verließ, um durch die Stadt nach dem Schloß zu reiten. Der ganze Weg war von Tausenden von Menschen besetzt, die den Kaiser jubelnd begrüßten. Auf dem Schloß- rlatz hatten die Krieger^Bereine der hiesigen Kreise Auf­teilung genommen, um chrem Kriegsherrn ihre Huldigung darzübringen. Als der Kaiser und der Großherzog an der Spitze der Fahnenkompagnie in das Schloß einritten, wurden sie von einer zahlreichen Menschenmenge mit begeisterten Zurufen empfangen. Auf dem Schloßplatz hatten die Krieger vereine des BezirksHassia" mit 12 Fahnen unter Oberstleutnant Cramolini Aufstellung ge­funden, die dem Kaiser Huldigungen bereiteten. Im ersten

Ter Kaiser sprach am Bahnhof längere Zett mtt dem Landrat Dr. v. Meister und dem Bürgermeister Mtter von Marx. Beim Austritt aus dem Kaiser-Pavillon und auf der Fahrt nach dem Schlosse wurde das Kaiserpaar von! der dichten Zuschauermenge mit lebhaften Hochrufen be­grüßt. Während der Fahrt nach dem Schlosse läuteten die Glocken.

Homburg, 17. August.

Ter Kronprinz traf zu längerem Aufenthalt am kaiserlichen Hofe heute morgen hier ein Die kaiserliche Familie wohnte heute vormittag dem Gottesdienst in der Schloßkirche bei. Der Kaiser besuchte später den Herzog von Cambridge und den Großherzog von Mecklenburg-Stte- litz Prinz und Prinzessin FriedrcchCarlvouHessen, der griechische Kronprinz und die Kronprinzessin sowie Erb­prinz und Erbprinzessin Bernhard von Sachsen-Meiningen 'tatteten heute nachmittag dem Kaiser und der Kaiserin einen Besuch ab._______________________________________________

Politische Wochenschau.

P. W. Gießen, 18. August.

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel war die Wirkung der kaiserlichen Depesche an den Prinzregen­ten von Bayern. Wir haben vorausgesehen, daß man sich in Bayern über die angebliche Einmischung in die Rechte des Parlaments entrüsten würde, wenn auch ohne rechnen Grund. Die bayerische Kammermehrhett hat die. Summe für Kunstzwecke gestrichen, und diese Summe bleibt ge­strichen. Daß der Kaiser demgegenüber seinen Gefühlen kräftigen Ausdruck gegeben hat, tarnt jeden Kunstfreund nur von Herzen erfreuen und erfrischen, mußte aber jeden politisch Wägenden mit schweren Bedenken erfüllen, die, schon nach den von uns wiedergegebenen bayerischen Preß- stimmen, sehr berechtigt gewesen sind. Die Depesche, von der jetzt bekannt wird, baß Graf Bülow beim Prinz­regenten, der sie als Privat suche behandelte, die Erlaubnis zur Veröffentlichung nachsuchte, wird in Bayern §u scharfer Agitation benutzt. Man will in nächster Zett überall Protest Versammlungen abhalten. Daß es sich thatfächlich nur um eine rein persön­liche Meinungsäußerung, die keineswegs rückwirkende Kraft haben sollte, handelt, ging ja schon aus der Absicht des Kaisers hervor, die gestrichene Summe dem Prinzregenten sofort zur Verfügung stellen zu wollen. Aber das geniert die Agitatoren weiter nicht. Ein reicher Kunstfreund in Bayern war freilich schon längst dem Kaiser zuvorgekommen und hatte für seine 100 000 Mark-Spende bereits fürst­lichen Dank geerntet, als das Kaisertelegramm in München eintraf. Die Thatsache, daß man, wie wtt voraussahen, den Inhalt des Telegramms als einen derben Hieb auf die bajuvarischen Reservatempfindungen auslegt, entbehrt indes nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik; wie man sich erinnert, waren die Münchener garnicht böse, als anno 1894 der Kaiser die ihm testamentarisch vermachte Galerie

115. Infanterie-Regiments.

Alsdann, nach der Besichtigung des Dragoner-Regi­ments, fand Gefechtsübung statt, zu der Generäl von Lindequist die Idee angab. Generalmajor v. Viebahn und Flügeladjutant Oberst v. Jacobi führten die Truppen gegeneinander. Wahrend des Gefechts übermittelte ein optischer Telegraph fortwährend Kommandos. Plötzlich überbrachte ein Generalstabsoffizier einen persönlichen Be­fehl des Kaisers, demzufolge das 88. Infanterie-Regiment in den Kampf eingreifen sollte. Das Regiment war völlig überrascht; es hatte nicht einmal Platzpattonen bei sich, Tie Reservetruppen rückten mit klingendem Spiel ins Ge­fecht. Ter Kaiser verließ mtt seinem Stabe feinen bisc­herigen Standpunkt und schoß sich den Reservettnppen an. Die zwei Kavallerie-Regimenter waren zur Attacke an ein­ander geraten, und die Schützenlinien, welch Buren­taktik ausübten, waren sich ebenfalls schon bedenllich nahe gerückt. (Tie Biirentaktik besteht darin, daß die Schützen­linien ganz weit auseinandergezogen werden, um dem Ar- tillerieseuer ein weniger ausgedehntes Schießfeld zu geben.) Hierauf ertönte das SignalDas Ganze Halt" und gleic daraus der Offiziersruf. Tas Gefecht war zu Ende und die Truppen fteftten sich zum Parad emarsch auf.

An deni Vorbeimarsch, der em glänzendes militärisches Schauspiel bot, beteiligten sich die Infanterie-Regimenter 80, 87, 88, 1 16, 11, 118, die Unteroffizrerzchüler aus Biebrich, das Fuß-Art.-Regiment General-Feldzeugmeister, die Feldarttllerie-Regimenter Nr. 27 und 63, und die Dra- gouer-Legimenter Nr. 23 und 24. Es Landen m Vorbei-

N

des Grafen Schack in München ließ! Die ganze Entrüstung jetzt ist schließlich auch garnicht so schlimm; fast wird man, nach der Aachener Rede, geneigt zu der Einsicht:Was s i ch l i e b t, d a s neckt sich"! Es wird ja jetzt zweifellos innerhalb der blauweißen Pfähle viel geschwatzt werden von Anmaßungen und Uebergriffen Preußens, doch dem bierbankbösen Bayer vergeht auch wieder hinter dem Maß­krug der Aerger, zumal es sich in der ganzen Angelegenheit um eine Kunst frage handelt, wofür die Vertreter des bayerischen Volkes in ihrer Mehrheit, wie man ja gerade aus dieser Veranlassung'wieder einmal mit krassester Deut­lichkeit erkennt, nach Intellekt unb Erziehung weniger inklinieren. Kennzeichnend ist die taktvolle Zurückhaltung und Ruhe der west- und norddeutschen Zentrumspresse; sie ist fing genug, zu schweigen, um der gesamten anderen Presse Kritik mit umso größerer Genugthnung aufzunehmen und sich daran zu erfreuen. Andere holen für sie die Ka­stanien aus dem Feuer!Dös is g'scheidt!", werden die schlaueren Bayern verständnisvoll schmunzeln. Alles in allem genommen: eine Anteilnahme des Kaisers an parteipoli­tischen Dingen farm unter' allen Umständen als für die ruhige Entwickelung einer schwebenden Frage nicht günsttg beurteilt werden, wenn auch dem Kaiser niemand das Recht seiner Meinungsäußerung beftreiten kann.

Der Staatssekretär Graf Posabowsky ist in Urlaub gegangen, unb die Zolltarifkommission hat die erste Lesung beendet, sich aber nun auch gleich bis zum 22. September vertagt. Allen 102 Sitzungen hat der Gras mit beigewohnt. Man sagt, er sei nun nicht allein kom- missions-, sondern sogar amtsmüde und wolle nur noch stanbhalten, bis der Zolltarif gesichert sei. Nun, dann darf der Herr Graf aber noch nicht zu müde sein. Die Fettenzeit soll nun zu Verständigungen der Fraktionen untereinander und mtt der Regierung benutzt werden. Wir fürchten nur, daß auch hierbei nicht viel herauskommen wird. Ob die Kommission in ihrer zweiten Lesung positive Ergebnisse zu verzeichnen haben wirb? Es scheint einigermaßen fraglich, ob sie in ber kurzen Zeit vom 22. Sept, bis 14. Dfty an welchem Tage ber Reichstag seine Pforten roieber öffnet, mit ber Durchberatung fertig wirb. Dann wirb viellttcht ber Reichstag mit ber zweiten Plenarberatung der Teile, bie inzwischen in ber Kommission erlebigt sind, beginnen. Jedenfalls kann er einen dahingehenden Beschluß fassen. Daß ber Reichstag freilich in bie Sage kommen wirb, über bie]en Zolltarif sein enbgilttges Urteil zu sprechen, ist nicht besonbers wahrscheinlich.

Im Auslanbe ging es in ber letzten Woche auch leb* härter zu, als in den vergangenen Juli- unb Augusttagen. Die Schließung ber K o n g r e g a t i v n e n i n F r a n k r e i ch, bie in ber Großstabt Paris verhältnismäßig ruhig von ftatten ging, stößt in Iber Provinz aus energischen Widerstand. EZ sind, in einem Städtchen sogar schon Barrikaden zmn

Tie K a i f e r i n empfing gestern den Besuch, ber rin» zessin Friedrich Karl von Hessen, die mit ihren Söhnen von Schloß Fttedrichjshof emgetroffen war. Am Nachmittag unternahm die Kaiserin in Begleitung des Prinzen Joachim unb der Prinzessin Viktoria Luise, der Hof- bame Gräfin Keller unb des Leibarztes Tr. Zunker eme Spazierfahrt nach der Saalburg, wo Baurat Jaeobi die Führung übernahm. Heute mittag war Professor von Esmarch mit Gemahlin, geb. Prinzessin von Schleswig-Hol­stein, zur Tafel geladen. .

Ter Graf von Turin traf heute Bier emunb stattete ber Gemahlin des amerikanischen Gesandten in Rom einen Besuch ab.

Der Kaiser traf mittels Sonderzuges um 5 Uhr 2o Minuten in Begleitung des Kronprinzen von Griechenland und des Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen hier ein. Zum Empfange waren am Bahnhofe die Kaiserin mtt dem Prinzen Joachim und der Prinzessin Vik­toria Luise erschienen. Ter Kaiser verabschiedete sich auf dem Bahnhofe von dem Kronprinzen von Griechenland und den hessischen Herrschaften, welche sich nach Schloß Fried- ttchMo f begaben.

Der Kaiser in Kessen.

Bünden, 15. August.

Zur Begrüßung des Kaisers hatten sich Dauseiche I von Menschen aus Bingen und Umgegend am Rhein aus­gestellt. Um 7 Uhr kamen die Schulkinder und die Ver­eine, um Spaliere zu bilden, die Häuser wurden, obwohl ' es noch hell war, beleuchtet. Die Ufer, die Häuser der Stadt waren reich beflaggt. Um 8 Uhr gab ein Schütz auf der Insel am Mäuseturm das Zmchen, daß das Kaiser­schiff eben lujm die Ecke komme. Auf der Eisenhöhe, ober­halb Bingerbrück, vom Rochüsberg, Scharlach,köpf, auf allen Rheinschliffen ertönten Böllerschüsse, in prächtigem benga­lischen Feuer erstrahlen die Ruine Ehrenfels, die Burg Klopp und das drattonaldenkmal. Das KaiserschiffAuguste Bik- totta" nahm die birefte Richtung auf Bingen und fuhr nur wenige Meter vom Ufer entfernt vorbei. Der Kaiser winkte unaufhörlich mit ber Hand. Bei der Vorbei fahrt tönten feierlich die Glocken der Rochpskapelle. Auch am Ufer bei Kempten waren hohe Feuer angezündet. .

Einen herrlichen Eindruck machte das gegenüberliegende Rüdesheim, wohin das Kaiferfchliff jetzt die Richtung nahm. Ta die Dunkelheit schon toeiter fortgeschritten war, gewährte das freundliche Rheinstädtchen, in dem jedes GÄäUde, staatlich oder privat, illuminiert und bekränzt war, em prachtvolles Bild. An den Ufern waren mit Fähnchen und Lampions die Schulkinder ausgestellt, weiter die Vereine, und hinter diesen drängten sich Hundette von Menschen.

Bei der Durchfahrt hat sich der Kapitän des DampfersO v e r st o l z" in durchaus nicht rücksichts­voller Weise gegenüber dem am Ufer entlang stehenden Publikum benommen. Als das Kaiserschffs um die Ecke kam, hatten aUe7 Schiffe still zu stehen, bis es vorbei­gefahren. TerOverstolz" manövriette nun noch- bis das Schliff des Kaisers in nächster Nähe, vielleicht 10 bis 15 Meter am Ufer vorbeikam, in geradezu beängstigender Weise in dessen Fahrwasser herum, dann drehte er direkt vor den Kriegervereinen bei, denselben vollständig die Aussicht verlegend. DerOverstolz" hätte ganz gut dem Beispiel der anderen Schiffe folgen und sich weiter draußen bei» orehen können, aber trotz wiederholter Aufforderung wich der Dampfer nicht vom Platze.

Mainz, 16. August-

Heute früh halb 8 Uhr empfingen Ob erbürgerm erster Dr. Gaßner und Provinzialdirektor Fahr. v. (Sfagetn im Auftrage des GrohherzogK am Bahnhofe die drei Schwestern des Kaisers, die Erbprinzessin von Mei­ningen, die Kronprinzessin von Griechenland und die Pttn- zessin Fttedrich Karl von Hessen. Letztere hatte die Uni­form ihres Regiments v. Gersdorff angelegt. Born Bahn­hofe begaben sich die Prinzessinnen sofort zu Wagen nach dem Truppenübungsplatz. Um 6 Uhr ftüh waren die Fahnen von einer Konrpagnie des 116. Jnsantette-Regi- ments aus dem Gouvernement abgeholl und zu den Regi­mentern gebracht worden.

Ter Kaiser verließ gegen 8 Uhr das Schloß und begab sich über die Rheinallee, also auf einem anderen Wege, als erst vorgesehen war, nach dem Großen Sande. Dirett nach der Ankunft begann die Besichtigung des 23. Dra­goner-Regiments. Der Presse stand Leutnant Gttseler vom 63. Infanterie-Regiment zur Sette und erteilte bereit­willigst jede Auskunft. Nach einer kurzen Kritik, bei welcher der Kaiser sagte, daß das Regiment flotteTempi genommen und von seinem Kommandeur, Oberstleutnant v. Werder, gewandt vorgefühtt worden sei, setzte sich der Kaiser an die Spitze des Regiments und fühtte es selbst zur Attacke. Im Gefolge befand sich! auch der Erbprinz von Meiningen. Nach ber Attacke machte das Regiment plötzlich eine Schwenkung. Leutnant Geiseler rief den Ver­tretern der Presse zu, bie Erhöhung, auf der sie ständen, zu verlassen, und im nächsten Augenblick sauste auch schon das Dragoner-Regiment über die Erhöhung und nahm bann in kurzer Entfernung davon eine tadellose Aufstellung. Der Kaiser trug die Uniform des Gießener! 116. Regiments, der Grotzherzo g die Uniform des

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