Ausgabe 
18.6.1902 Zweites Blatt
 
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fall. Als bei einer Attake Kehrt geblasen wurde, befand sich der General unmittelbar hinter der Front und wurde von der Lanze eines Dragoners bei Ausführung des Kom­mandos an der Backe und am Halse verwundet. Vom Garnisonlazareth, wohin der General zuerst gebracht war, wurde er nach einer Privatklinik geschafft.

* Bern bürg, 17. Juni. Wegen des Verdachtes, in vergangener Nacht einen Schutzmann ermordet zu haben, wurden 9 Personen verh aftet. Einer derselben verübte im Gefängnis Selbstmord.

* Paris, 17. Juni. An Bord des Unterseebootes Silure, das gestern Schnelligkeits-Versuche machte, gerieten drei Mann der Besatzung in Gefahr zu ersticken, nachdem das Boot zwei Stränden unter Wasser gewesen war. Die Mannschaft wurde in das Hospital gebracht, doch ist ihr Zustand nicht besorgniserregend. An Bord des Unterseebotes Triton wurde der Marine-Offizier de Pere infolge Platzens eines Dampfrohres schwer verbrüht.

* Budapest, 16. Juni. Der Offizierstellvertretcr Baron Springh-Panani wurde in Kestlay von einer Gen­darmeriepatrouille erschossen, weil er sich seiner Verhaftung mittels Revolvers wiedersetzte. Es ist eine strenge Untersuchung eingeleitet.

* Konstantinopel, 17. Juni. Der General-Inspekteur der kaiserlichen Medizin-Schule, Oberst Ihsan Bey wurde auf offener Straße durch sechs Revolverschüsse getötet. Es liegt ein Racheakt vor.

* Der D-Zug 6 Berlin-Frankfurt a. M., der um 4Va Uhr nachmittags in Frankfurt eintreffen soll, ist hinter Bebra bei der Haltestelle Ronshausen auf freier Strecke mit 2 Wagen entgleist. 3 Personen, 2 Reisende und 1 Wartefrau, wurden leicht verletzt. Die beiden Wagen sind nicht unerheblich beschädigt. Beide Geleise waren bis 3 Uhr gesperrt. Nach 3 Uhr wurde eins, gegen 7 Uhr abends beide wieder fahrbahr. Der Zug fuhr mit einer Ver­spätung von 53 Minuten nach Frankfurt a. M. weiter. Die Ursache der Entgleisung ist noch nicht festgestellt.

Raubmord. In Nancy wurden die Leichen eines 64jährigen Exkommandanten und seiner 40jährigen Tochter in ihrer Wohnung aufgefunden. Beiden war der Schädel einge­schlagen. Es liegt ein Raubmord vor, da Juwelen und Gold- iachen im Werte von 80000 Francs fehlen.

* Erderschütterungen. Im französischen Arron­dissement Oloron wurden am 17.d. M. Erderschütterungen wahrgenommen. Eine heftige Erderschütterung verbunden mit starkem unterirdischem Getöse, verursachte unter der Be­völkerung von Melilla (Marocco) große Bestürzung. Die Erscheinung dauerte zwei Sekunden.

Gerichtssaal.

M. Gießen, 17. Juni. S t r a f k a m me r. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Anklagebehörde vertrat Staatsanwalt Hoos. Der Unternehmer Wilhelm Jcckob Kitz von Eichen ist des Betruges beschuldigt. Vom Schöffengericht Fried­berg war er von Strafe und Kosten freigesprochen worden. , Die von der Staatsanwaltschaft gegen dies Urteil eingelegte Berufung wurde in der heutigen Verhandlung zurückgenommen. Der Taglöhner Karl Emmel von Dorheim wird beschuldigt, am Abend des 19. April 1902 in der Gemarkung Dorheim 23 Obstbäumchen völlig abgebrochen, 5 Obstbäumchen durch Abbrechen der Krone zerstört und schließlich 3 Bäumchen dadurch beschädigt zu haben, daß er mittels eines Messers einen Teil der Rinde abgeschält habe. Das Gericht hielt sür diese bestialische That, durch die etn Schaden von ca. 250 Mk. angerichtet worden war, die Maximalstrafe des § 303 des St.-G.-B. für am Platze und verurteilte den Angeklagten demgemäß zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Ein Standesbeamter ist beschuldigt, eine Eheschließung unter Außer­achtlassung der Bestimmungen über das Ausgebotsoerfahren voll­zogen zu haben, wonach das Aufgebot 2 Wochen lang auszuhängen ist. Das fragliche Aufgebot gelangte am 2. November 1901 zum Aushang und war demnach gemäß der Fristberechnung des B. G.-B. nicht, rote geschehen, am 16. November, sondern erst nach Ablau dieses Tages, am 17. November abzunehmen. Wegen dieses Ver> gehens gegen § 69 des Personenstandsgesetzes erhält der Angeklagte eine Geldstrafe von 3 Alk. Der Schausteller Max Walldor : von Gießen roar vom Schöffengericht Gießen wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Beanrlenbeleidigung und groben Unfugs zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 4 Monaten verurteilt worden. Mit Rücksicht auf die m der Hauptverhandlung vor dem Berufungs­gericht nachgewiescne erhebliche Angetrunkenheit des Angeklagten z. Zt. der Lhat lyprde die Strafe auf 3 Monate Gefängnis herabgesetzt. Der Kutscher Karl Rolshausen von Gießen ist des Verbrechens aus § 176» des St.-G.-B. angeklagt und wird deshalb in eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte mif die Dauer von fünf Jahren verurteilt. Der Metzgergeselle Heinrich Christian Krieger von Wiesbaden wird wegen des Verbrechens der widernatürlichen Unzucht und wegen des Vergehens der Körperverletzung zu fünf Monaten 1 Woche Gefängnis verurteilt.Der wegen Betrugs vielfach vorbestrafte Konrad Roß von Hainchen wird wegen Be­trugs im Rückfalle und wegen Diebstahls unter Einbeziehung einer früher gegen ihn verhängten Zuchthausstrafe von 1 Jahr 7 Monaten zu em er solchen von drei Jahren lMonat 1 Woche verurteilt. Ter Dienstknecht Wilhelm Odenwald von Nieder-Mörlen hat ein Grabdenkmal auf dem Friedhof in Wiffelsheim dadurch beschädigt und zerstört, daß er das auf demselben besiltdliche Marmorkreuz umriß, sodaß es zu Boden fiel und zerbrach und hat weiter eine Beschädigung eines andern Grabdenkmals zu verüben versucht. Einem bei der That zugegen gewesenen Arbeitskollegen hat er mit Totschlag gedroht, falls er ihn verrate. Der Angeklagte stammt aus einer epilep­tischen Familie und hatte früher selbst schwere epileptische Anfälle. Nach dem Sachverständigengutachten war der Angeklagte zwar

ischer Kursbericht

Frankfurt a. M., 18. Juni

4% Oesterr. Goldretno

I. Gioth, Hanau.

4335

102.40

46.30

29.70

4% Italien. Rente 4'l.2% Portugiesen 8°/d Portugiesen. .

1% C. Türken . Türkenlose . . .

4% Griech. Monopol

102.20

92.90

101.30

92.40

99.80

90.25

102.90

3u/o Mexikaner . . 41/2V0 Chinesen . e Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . .

Kreditaktien , . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . , Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . , Bochum . . , . . Harpener . . . .

3V2% 3% 3V,°/0 3% 37 2% 372%

meister 'Lir. AdickeS mit 47 Stimmen auf weitere TZ FatM Mm Oberbürgermeister gewählt. 5 Stimmen rooren wei^ 2 Stimmen zersplittert. Gleichzeitig wurde der Gehalt beg Oberbürgermeisters sür diese zweite >Amtsperiode von 24000 aus 3 0 000 Mark erhöht.

Bonn, 18. Juni. Unter den Huldigungen, dre bm Kaiserpaar im Rheinlande dargebracht werden, wird zweifellos der Fa ckelzug, den gestern abend 2000 Stu^ d ent en dem hohen Paare zu Ehren veranstalteten, ein« erste Stelle erhalten. Am Palais Schaumburg war em Kaiser-Pavillon an der Rhein-Anlage errichtet. Die Dammo- runa war angebrochen, als sich! der Rhein mit grosten und kleinen Dampsern belebte. Die Kaiserin wurde stürmtschj begrüßt, als sie den Pavillon betrat, ebenso der Kaiser, der als B 0 r u s s e erschien. Sichtlich erfreut durch ine digungen zog er den Borussenstürmer und verneigte sich dankend. Der imposante Zug zog sich wie eine mächtige flimmernde Linie an der Rheinanlage entlang. Tie Stu­dentenschaft in WichS mit zahllosen Fackeln deftlrerte vor dem Kaiserpaar. Ein Vertreter des Wingolf hielt eine Huldigungs-Ansprache an den Kaiser, in der er an die Worte erinnerte, die der Kaiser vor einem Jahre sprach:Männer sind es, die wir brauchen, mehr als le." Der Kaiser sagte in seiner Erwiderung, er freue sich, daß gerade diese Worte nicht vergessen seien. Der Kaiser hat dem Bonner Husaren-Regiment sein Bildnis in Mis- sicht gestellt. Gestern abend hat das Korps Borussia eine Begrüßungstneipe abgehaltetl, an der auch der Kron-, Prinz teilnahm . !

Sibyllen ort, 18. Juni. Das heute morgen 7 Uhr ausgegebene Bulletin über das Befinden des Königs vo« Sachsen lautet: Auf den gestrigen, ohne wesentliche Aende- rungen verbrachten Tag folgte ein unruhige Nacht. Der König blieb liegen. Die Athmung war zeitweise er­schwert. Der Puls war regelmäßig. Fiebererscheinungen traten nicht auf.

Paris, 18. Juni. Bei dem gestrigen 6 Stunden«- Rennen auf der Buffalo-Bahn stürzten zw ei Rad­fahrer. Dieselben mußten ins Hospital gebracht werden. Ihr Zustand ist hoffnungslos

Haag, 18. Juni. Nach einem kurzen Besuch ber dem Präsidenten Krüger werden Dewet Deutschland und Oesterreich-Ungarn, Botha Belgien, Holland und Frank­reich, Delarey Rußland und Reiß Amerika besuchen, um Gelder für die verarmten Buren-Familien zu sammeln. Dewet dürste Anfang September in Berlin eintrefsen.

Fünfkirchen, 18. Juni. In den Szaszvarer Kohlen­gruben fand eine Explosion schlagender Wetter statt. Eine Anzahl Bergleute wurden verschüttet. Bis jetzt konnte erst ein Toter geborgen werden.

Washington, 16. Juni. Kriegssekretär Root nahm in einem Schreiben an den Staatssekretär Hay die Ein­ladung für dieGenerale Corbin, Poung und Wood zur Teilnahme an den deutschen Manüvern als Gäste des Kaisers an, indem er den Staatssekretär bat, dem deut­schen Botschafter mitzuteilen, wie hoch das Kriegsdepartement die Liebenswürdigkeit des Kaisers zu schätzen wisse. Die Einladung sei besonders angenehm, weil sie zeige, daß der Kaiser die Gefühle persönlicher Achtung und Freundschaft teile, die sich während des Besuches des Prinzen Heinrich ent­wickelt haben.

Bombay, 18. Juni. Gin furchtbarer Cyclon zerstörte die Stadt Karacha. Die Stadt wurde von den Wellen verschlungen, zahlreiche Einwohner sind um- gekommen. Die Dampfer Simla, City of Delhi unb, Kola sind Mit Flüchtlingen angefüllt.

1902.

. 25.60

. 91.05

. 103.25

. 110.00

. 214.80

. 186.10

. 138.30

. 145.90

. 157.25

. 151.00

. 18.70 . 170.00 . 205.75 . 19820 . 177.60

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers.

Darmstadt, 18. Juni. (Zweite Kammer.) Die erste Lesung über die Wahlrechtsvorlage wurde fortgesetzt Lund Artikel 1 mit einem Zusatzantrag Haas-Darmstadt, die Ständekammer in Zukunft Landtag zu nennen, an­genommen. Zu Artikel 2 des Gesetzes beantragt der Abg. Weidner, daß die Hälfte der vom Großherzog für die Erste Kammer zu ernennenden Mitglieder womöglich vom Lande zu nehmen seien. Ms. 18 des Artikels werden an­genommen, Ms. 9 abgelehnt, ebenso ein Zusatzantrag Weidner, desgl. Absatz 10, Art. 3, der bestimmt, daß die Zweite Kammer aus je 15 städtischen und ländlichen Mit­gliedern zu bilden ist. Hierzu hat Abg. Wolff einen An­trag auf Bewilligung von 13 Mitgliedern gestellt. Man solle die Interessen zwischen Stadt und Land nicht gegen einander ausspieten. Der Mmister Rothe habe sich durch die Vorlage ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Abg. David empfiehlt die Vorlage und ist mit der Vermehrung der Abgeordneten einverstanden. Mg. Braun ist gegen die Vermehrung der städtischen Abgeordneten; man solle das Land mehr unterstützen, das sich in Not befinde. Mg. Weidner vertritt den gleichen Standpunkt und präzisiert nochmals seine gestrigen Ausführungen. Mg. Graf Oriola bittet, keinen Gegenscch zwischen Stadt und Land zu schaffen. Gegen die Vorlage spricht ferner Mg. Schaumberger, für dieselbe Mg. Gutfleisch. Nächste Sitzung Donnerstag 9 Uhr.

Berlin, 18. Juni. Schwere Ausschreitungen zweier Potsdamer Unteroffiziere sind am Sonntag in Fahrland vorgekommen. öie drangen dort in eine ge­schlossene Gesellschaft ein, ohne vorher um Erlaubnis ge­beten zu haben, und stifteten Unfrieden. Ein Wortstreit artete in Thätlichkeiten aus, bei welchen die blanke Waffe die Hauptrolle spielte. Gin junger Mann wurde durch mehrereSäbelhiebe, von denen einer lebens­gefährlich sein soll, so schwer verletzt, daß er ins Kran- kenhaus überführt werden mußte. Gegen die Unterofftziere

472% Oesterr. Silberrento 101.70 4% Ungar. Goldrente . . 101.80

z. Zt. der Begehung der That im Besitz seiner Wrllensfrechert, nrnr sedoch durch den für Epileptiker sehr aefährlichen Genuß von Alko­hol, in eine zu Ausschreitungen besonders geneigte Stimmung ver­setzt. Das Gericht berücksichliate die krankhafte Veranlagung des Angeklagten in weitgehendem Maße, sah von einer, der -rhat an sich gebührenden exemplarischen Bestrafung ab und erkannte gegen den Angeklagten auf eine dreimonatige Gefängnis­strafe. 2 Monate Untersuchungshaft, die wesentlich durch die Untersuchung des Geisteszustandes des Angeklagten erforderlich ge­wesen waren, wurden auf die Strafe aufgerechnet.

Kiel, 17. Juni. Der wegen Messerstechereien m Eus­kirchen verhaftete Assistenzarzt Kleinertz wurde wegen mehrerer Diebstähle in Universitäts- und Krankenmstituten zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt.

H 1 j Bestes Mittel gegen Hautröten, lt. vielen

16 £1TITjP0Tj(. 01-5^)011 Zeugnissen, ist Obermeyer's Herba-Seife. Z. h. p. St. 1.25 Mk. in Apotheken, Drogerien und Parfümerien oder vom Fabrikanten

ist Anzeige erstattet.

Frankfurt a. M., 18. Juni. Von den Stadtverord­neten wurde in geheimer Sitzung der bisherige Oberbürger-1

. . 113.20

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4/,% äussere Argentiner.

Tendenz: reger.

Kirche und Schule.

Alsfeld, 16. Juni. Zur Förderung der dringend nötigen Renovation unserer Walpurgiskirche hat sich vor Kurzem hier ein Kirchenbauve rein gebildet. Die Renovation wird nach den Pläne,: des Architekten Hofmann in Herborn er­folgen. Beiträge zum Baufonds werden von Pfarrer Sic. Herr- mann in Alsfeld entgegengenommen.

Handel und Verkehr. UMswirtschast.

Zum Konkurs der Leipziger Bank. Die Eingänge ans den noch vorhandenen Vermögensobjekten der Konkursmasse der genannten Bank werden von der Konkursverwaltung aus höchstens 32 Mill. Mk. und mindestens 25 Mill. Alk. beziffert.

Der neue amerikanische Schiffbantrust hat die gesamten Anlagen der Bethlehem Steel Company für 15 Millionen Dollars angekaust und sich dadurch völlig unabhängig von: Stahltrust ge­macht. Tie Gesellschaft unterhandelt, um noch eine sicherere Stellung zu gewinnen auch wegen des Ankaufs ausgedehnter Eisen- bergwerke. Sie gedenkt, auch dein Schiffbau in Europa Konkur­renz zu machen. Den Trustmännern Amerikas könnte man zu­rufen:Ihr baut immer weiter, baut bis in die Wolken, bis eines schönen Tags der treulos morsche Bau zusammensällt".

Bei dem Ruhrkohlenversaud in der ersten Hälfte dieses Monats ist eine kleine Zunahme zu verzeichnen, namentlich ist der Hafenversand lebhaft, so daß die Kipper stark beschäftigt sind und teilweise Nachtschichten einlegen mußten.

Die Diskonto-Gesellschaft beantragt die Notierung von einer Million 4proz. Frankfurter Stadt- u. Synodalanleihe-Union Aktiengesellschaft für Bergbau-, Eisen- und Stahlindustrie. Das Bezugsrecht auf 10800000 Mark Vorzugaktien Lit D ist jum Kurse von 100 Prozent vom 18. Juni bis 4. Juli er. auszuüben.

Auch von der gestrigen Börse ist absolut nichts Erfreu­liches zu melden. Es herrschte im Allgemeinen dieselbe Oede, die­selbe Apathie, über welche schon seit langer Zeü zu klagen ist und wenn auch zeitweise für das eine oder das andere Papier etwas Interesse an den Tag tritt, so blieben die Umsätze (auf ein so be­scheidenes Maß) so beschränkt, daß zu chrer Erledigung eine kürzere Börsendauer, als wie sie jetzt offiziell gewährt wird, genügen würde. ~,

Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, Darmstadt. Die Gesellschaft vereinnahmte im Mai 454 096 Mk. gegen 487910 Mk. im Vorjahre.

Portugiesische Finanzen. Die Konferenz des portugiesischen Gläubiger-Komitees wird schon am 19. ds. in Paris abgehalten. In dieser Konferenz sollen noch verschiedene Einzelfrageri, ins­besondere auch über die Art der Durchführung und Einhaltung des Gesetzes geregelt werden. Wie wir schon früher mitteilten, soll von einer Zusammenberufung der Inhaber ausländischer portugiesischer Schuldverschreibungen abgesehen werden. Dieselben sollen ihre Ein­willigung durch Einreichung ihrer Stücke behufs Abstempelung aus- b rüden.

Mobiliar-

Versteigerung.

Freitag den 20. Juni, nachmittags 2i/2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale, Neu­stadt 55, nachverzeichnete Gegenstände versteigert:

Mehrere vollständige Betten, Tische, Stühle, Kommoden, 1 Äüchen- schrank, Bilder u. Spiegel, 2 Nähmaschinen, 1 Näh­tischchen, 1 Wasch und 1 Nachttisch, sowie verschiedene Haus- und Küchengeräte. 4198

I. A.: Schneider.

Versteigerung.

Donnerstag den 19. d. M., nachmittags 3% Uhr, sollen Neuenweg 28 mehrere Tische, Schränke, Sofas, Stühle, Bilder, 1 Handwagen und 1 Ladentheke zwangsweise gegen bar versteigert werden. 4500

Gießen, 17. Juni 1902.

Seipel, Gerichtsvollzieher.

Versteigerung.

Donnerstag den 19. d. M., nachmittags 2 Uhr, sollen auf meiner Amtsstube 1 Schreib­maschine, 38 Bände Klassiker, 17 Bände Meyers Konversations- Lexikon, 2 Globus u. v. a. gegen Barzahlung versteigert werden.

Gteßen, 17. Juni 1902. 4499

Seipel, Gerichtsvollzieher.

Versteigerung.

Donnerstag den 19. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, versteigere ich dahier im Luft'schen Saale, Neuenweg 28:

46 Flaschen Liköre, 4 Krüge Wachholder, 18 Flaschen Bay-Rum, 30 Fläschchen Odeur, 6 Fläschchen Veilchen- wasser, 8 Pack Seife, 2 Dtzd. Haarbürsten u. v. A.

gegen Barzahlung. 4473 Versteigerung bestimmt.

Gießen, am 17. Juni 1902.

Seipel, Gerichtsvollzieher.

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