Nr. 140
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Fernsprcchanschlich Nr. 51.
Zweites Blatt.
152. Jahrgang
Mittwoch 18. Juni 1008
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I
3>te heutige Kummer umfaßt 10 Seiten-
Das Aaiferpaar in Bonn.
Bonn, 17. Juni.
Der Kaiser und die Kaiserin sind heute morgen in Bonn eingetroffen. Die Fahrt ging Uimt Nürnberg auÄ über Würzburgs Mainz und Koblenz. Aus dem Bahnhöfe- waren der Kronprinz, Prinz und Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe, die Mitglieder des Korps Borussia, der Oberbürgermeister Spiritus und andere hervorragende Persönlichkeiten zur Begrüßung anwesend. Zu den Festlich^ ketten trafen u. a. noch ein: der kommandierende General des 8. Armeekorps Erbgroßh erzog Friedrich von Baden, der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin und von Sachsen- Weimar, die Prinzen Friedrich Heinrich, Joachim Albrecht und Friedrich Wilhelm von Preußen, Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein, Prinz Carl von Ratibor, Fürst Bismarck und der Fürst zu Fürstenberg.
Der heutige Tag gehört in der Hauptsache den Königshusaren, der morgige den Borussen und der St,U- dentenschaft, aber alle Schichten der Bevölkerung Bonns und die ganze Umgebung feiern die Jubiläen mit.
Um 11 Uhr vorm. fand auf der Hofgartenwiese die Parade des Husaren-Negiments König Wilhelm I. (1. Rheinisches) Nr. 7 statt. Nach dem 'Adretten der Front und einer Begrüßung des Regimentskommandeurs Oberstleutnants v. Hertzberg an den Kaiser, die mit einem dreifachen Hurra schloß, richtete der Monarch mit fester, klarer Stimme eine eindrucksvolle Ansprache an das jubilierende Regiment, deren Inhalt etwa folgender war:
Er spreche dem Husaren-Regiment zum heutigen Tage seinen Glückwunsch aus: die 50 Jahre, die das Regiment rn Bonn gestanden hat, haben ihm Gelegenheit gegeben, sich einen Namen rn der Geschichte unserer Armee zu schaffen. Es ist innig verbunden mit der Stadt Bonn. Mit Stolz erzählt die Geschichte von seinen Thaten im Kriege. Die höchste Auszeichnung, die einem preußischen Regiment zu teil werden kann, ist ihm zu teil geworden, da Kaiser Wilhelm I. seine Chefftellc annahm und ihm seinen Namenszug verlieh. Euch — und dabei wies der Kaiser mit dem Marschallstabe auf die alten Husaren- Beteranen — „die Ihr unter dem großen Kaiser gefochten und gesiegt habt, verdankt das Regiment seinen Ruhm." Die Königshusaren hätten auch in der langen Friedenszeit in e'.rnster Arbeit gelernt, sich für den Krieg bereit zu hatten; der Kaiser hoffe, daß sie den Beispielen ihrer Regimentsgeschichte nacheifern würden, um, wenn es darauf ankomme, ihre Schuldigkeit zu thun.
Nach Schluß der Parade ritt der Kaiser an der Spitze des Regiments nach der Sternenthor-Kaferne. Um 1 Uhr war Frühstück im Offizierkasino der Königshusaren, an dem der Kaiser teilnahm.
Der Kaiser, der bei der Parade auch die Front des Vereins ehemaliger Königshusaren abgeritten hatte, begrüßte bei dem Frühstück eine große Anzahl früherer Offiziere des Regiments, darunter den Reichskanzler Grafen Bülow und den Generalobersten Freiherrn v. Los. Nach dem Frühstück kehrte er in das Palais Schaumburg zurück, wo er den Vortrag des Reichskanzlers entgegennahm.
Bei der heutigen Parade über das Königshusaren-Regi- ment hatten auf dem rechten Flügel des Regiments die früheren aktiven Offiziere des Regiments (unter anderen Generaloberst Freiherr v. Loe, Reichskanzler Graf v. Bülow, die Generalleutnants v. Deines, v. Moßner, v. Winter- f<Ldt, der Fürst v. Bentheim-Steinfurt) Aufstellung genommen. Der Kaiser begrüßte die Herren und reichte dem Generaloberst Freiherrn v. Los und dem Grafen v. Bülow die Hand. — Unter anderen Gnadenbeweisen für das Regiment verlieh der Kaiser dem Grafen v. Bülow, der den Feldzug bei dem Regiment als aktiver Offizier mitgemacht hat und dem Regiment bisher als Rittmeister der Reserve angehörte, den Eharatter als Oberst mit der Uniform des Regiments und unter Stellung a la suite der Armee. Nach Beendigung der Parade führte der Kaiser das Regiment in die Kaserne, gefolgt von Seiner kaiserlichen Hoheit dem Kronprinzen, Generaloberst Freiherrn v. Lotz, Reichskanzler Grasen v. Bülow und dem Prinzen Adolf von Schaumburg-Lippe.
Heute nachmittag unternahmen der Kari er und die Kaiserin, der Kronprinz, Prinz und Prinzessin Wolf von Schaumburg-Lippe, sowie die Damen und Herren der Umgebung eine Dampferfahrt rheinaufwärts auf dem Dampfer „Borussia", der reichen Flaggenschmuck trug. Sämtliche Herren waren in Civil, der Kaiser, der Kronprinz und Prinz Adolf von Schaumburg-Lippe trugen Borussencouleur.
Der Kaiser nahm heute abend vom Garten des Palais Schaumburg aus den Fackelzug der Bonner Studentenschaft entgegen und empfing eine Deputation. Das Korps Borussia hielt zur Eröffnung der Feier seines 75iähriaen Bestehens heute abend eine Begrützungstneipe im Hote> zum Goldenen Stern, seiner früheren Korpskneipe, ab. ...
Komische Tagesschau.
Ein Denkmal der Stadt Berlin.
Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 17. Juni: , Y .
Die Reichshauptstadt wird also wirklich dem seligen Herrn Simon Blad, der ein arger Lebemann gewesen, aber iestaimnlarisch große Summen für gemeinnützige Berlm vermachte, ein Denk m a l setzen! Bald witu v G - ergms; Stadtbaurat Hoffmann, bekannt durch den vom
Kaise.r verworfenen „Märchenbrunnen", hat sich der nicht eben dankbaren Aufgabe unterzogen, den Wohlthäter im Bilde kommenden Zeiten zu überliefern. Der Erblasser hatte sich, sei es aus Vorfreude am Nachruhm, sei es aus Vergnügen an einem malitiösen Witz, em Denkmal „in ganzer Figur" als Gegenleistung für seine Schenkung ailsbedungen. Er mag dabei an eine Bildsäule in schöner und edler Pose gedacht haben. Aber das iväre ein bischen viel Ehre geivesen in der Stadt des Goethe-, des Schiller-, des Lessing- Denkmals. Herr Blad wird, wie die Blätter melden, zwar in ganzer Figur abgebildet — aber als Bronzerelief, in sitzender Haltung, auf einem Granitstein. Das Ganze ist als „Grabschmuck" gedacht. Immerhin wird dies originelle „Werk der Pietät" zu den Sehenswürdigkeiten Berlins zählen.
Parlamentarisches aus Hessen.
Ein Antrag des Mg. Köhler (Langsdorf) will im Wege der Aendevung des Gesetzes „den Bau und die Unterhaltung der Kunststraßen vom 12. August 1896 betr.", den Erbauern und Besitzern von Gemeinden- und Privat- chausseen, Ersatz verausgabter Baukosten in Höhe von sieben Achtel sichern, für den Fall solche Chausseen in Kreisbesitz übergehen. Die Regierung erklärte^darauftzin, daß in Fällen, in denen der Neubau einer Straße aus gemeinschaftliche Kosten des Staates, der Provinz, des Kreises und der beteiligten Gemeinden nicht alsbald zur Ausführung gebracht werden soll, und in welchen daher die beteiligten Gemeinden oder Gemarkupgsinhaber sich entschließen, sämtliche Baukosten einstweilen selbst zu bestreiten, nichts entgegenstcht, daß beit Gemeinden oder Ge- markungsinhabern, welche die Gefamtkosten vorlagsweise bestritten haben, demnächst sieben Achtel dieser Kosten, nämlich die auf Staat, Provinz und Kreis gesetzlich entfallenden Kostenanteile, ersetzt werden. Es ist dies übrigens seither auch in derartigen Fällen schpn geschehen. Tre Gemeinden haben sich nur vor Beginn des Baues der Zustimmung des Kreises und der Provinz, sowie der Anerkennung der Ersatzpflicht derselben durch Einholung der Genehmigung des Gemeinderatsbeschlusses seitens des Kreistags und des Provinzialtags zu versichern. Der erste Ausschuß der Zweiten Kammer hält diesen Weg des Kostenersatzes für durchaus richtig und beantragt, den Antrag des Wg. Köhler (Laiugsdorf) für erledigt zu erklären.
J-erner hat sich der erste Ausschuß mit der Frage der Förderung des genossenschaftlichen Verkaufs des Getreides und anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie ibier Errichtung von landwirtschaftlichen Getreidelager Häusern beschäftigt. Die Negierung will von der Einstellung eines Betrages für gedachten Zweck in den Entwurf zum Hauptvoranschlag 1902/03 einerseits mit Rücksicht auf die Finanzlage, anderseits aber um deswillen absehen, weil sie ein dringendes Bedürfnis für die Er- richttmg von Kornhäuscru auf Staatskosten nicht anerkennt. Dagegen würde die Regierung bereit sein, mit dem Verband der landwirtschaftlichen Konsumvereine wegen staatlicher Förderung des geirossenschast- lichen Getreideabsatzes in Verbindung zu treten, wenn seitens des Verbandes die Organisation der Angelegenheit in ähnlicher Weise in die Hand genommen werden sollte, wie dies int Großherzogtum Baden geschehen ist. Daraufhin hat sich denn auch der erste Ausschuß nach längeren Beratungen gezwungen gesehen, für Ablehnung aller bezüglichen Eingaben einzutreten.
Der Abg. Backes beantragt, die Regierung zu ersuchen, möglichst bald den Ständen eine Gesetzesvorlage zu machen, welche die Ausbildung der israelitischen Religionslehrer, deren Anstellung und Besoldung zeitgemäß regelt. Die Regierung ist (bereit, die Materie gesetzlich zu regeln, da. sich schwere Mißstände gezeigt haben, und glaubt dazu auf Grund des Kirchensteuergesetzes befugt zu sein. Der erste Ausschuß ist mit der prinzipiellen Regelung der Frage einverstanden und empfiehlt, diese in der Richtung zu veranlassen, daß die gesamte jüdische Bevölkerung des Landes zur Dr a g u n g der Kosten verpflichtet wird. Er beantragt deshalb, dem Antrag Backes zuzustimmen.
Deutsches Reich.
Berlin, 17. Juni. Der Kaise r hat der Gesellschaft für lothringische Geschichte und Altertumskunde in Metz die Reliefs und Pläne der Festungen Bitsch und Dietenhofen aus ben Jahren 1794 bezw. 1736 für ihre Sammlungen überwiesen.
— Tie „Tägl. Rundschau" läßt sich aus Marienburg schreiben, daß der Kaiser dort bei seinem letzten Aufenthalt in der Unterhaltung sein Bedauern über die sich bei einem Teile der Deutschen int Osten zeigende nationale Schwäche bekundet und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß angesichts der energischen und f e st e n Haltung der preußischen Regierung alle Deutschen fernerhin ihrer Pflicht Nachkommen würden.
— Wie ein Berichterstatter mitteilt, ist den bezüglichen Behörden auf höhere Weisung anempfohlen worden, jedes Gesuch um Abänderung eines polnischen Familiennamens in einen deutschen nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Im Lause der letzten Monate ist eine ganze Anzahl solcher Gesuche genehmigt worden, auch solche, die vor Jahren abgelehnt worden waren.
— Ter Marineattachee der hiesigen französischen Botschaft, Fregattenkapitän Graf Lu gut), ist in Kiel ein* getrofs-'u und hat dem Prinzen Heinrich sowie dem ^tativuschef Besuche abgeirattet. Heule begab sich d.rAttachee auf die kaiserliche Werst, um die bei derselben im
Bau und Reparatur befindlichen Schiffe zu besichtigen.
— Ter „Reichsanz." veröffentlicht das Gesetz betr. Abänderung seerechtlicher Vorschriften des Handelsgesetzbuches, vom 2. Juni d. I.
— Das Kriegsministerium teilt über_ die Fahrt der Truppentransportschiffe mit: Heimkehrende Mannschaften vom 2. Bataillon des 3. und vom 3. Bataillon des 2. ostasiattschen Infanterieregiments und der ostasiatischen Eskadron Jäger zu Pferde sind am 15. Juni in Taku nach Shanghai für die Heimreise mit dem Reichspostdampser „Jamburg" eingeschifft, zusammen 15 Offiziere, 472 Mann unter Führung des Majors von Schönberg.
— Tie Kommission des preuß. Herrenhauses für das F lei sch be schau gesetz stimmte der Fassung des Abgeordnetenhauses zu. Tie Lücke für die Verständigung bildete die Hinausschiebung des Termins bis zum 1. Oktober 1904. Abänderungsanträge wurden nicht gestellt. Damit wäre der S ch l u ß d e r S e s s i o n für morgen gesichert..
— Im preuß Abgeordnetenhause wurde heute eine Petition um reichsgesetzliche Regelung des G e h e i m m i t te l w e s e n s der Regierung als Material überwiesen, ebenso eine die Erhöhung des Volks- s ch u l l e h r e r - T i e n st e i n k o m m e n s betreffende Petition. Der Präsident teilte alsdann mit, daß das Haus sein gesamtes A r b e i t s m a t e r ial erledigt tyabe. Abg. Herold (Zentr.) sprach dem Präsidenten ben Dank des Hauses aus, worauf die Sitzung geschlossen wurde.
— Der Stadtverordnetenausschuß zur Beratung eines Antrages über die Einführung des obligatorischen Fortbildungsschulunterrichtes für alle Berliner- Arbeiter unter 18 Jahren hat sich für einen Antrag ausgesprochen, den Magistrat zu ersuchen, daß er baldmöglichst eine Vorlage zur Besch luß fas ,una über die Einrichtung von obligatorischen Fortbildungsschulen mache, unter möglichster Beibehaltung und Fortentwickelung der bestehenden fakultativen Fortbüdungs- und Fachschulen.
S i b y l l e n o r i, 17. Juni. Nachdem gestern die Aerzte und die Hofgesellschaft große Besorgnis wegen des Befindens des Königs Albert gehegt hatten, ist heute morgen eine h o f f n u n g s f r e u d i g e r e Stimmung vorhanden. Der König nahm um 11 Uhr wieder Vorträge in Regierungssachen entgegen. Mit Wehmut und einiger Besorgnis sieht man dem morgigen 49. Hochzeitstage des Königspaares entgegen, da der König vor Gemütsbewegung bewahrt werden muß Auf keinen Fall aber darf man sich gar zu optimistischen Anschauungen hingeben. Die Aerzte bewundern zwar die ausgezeichnete Konstitution deS hohen Kranken, stehen aber der cutgeblichen Besserung durchaus skeptisch gegenüber. Tie einlaufenden Bittschriften und Gnadengefuche mehren sich täglich in geradezu unglaublicher Weise. Der König nimmt selbst in die eingehenden Briefe Einsicht und treibt mit Bleistift unter die bewilligten Gesuche fein A. Es trifft auch täglich eine Anzahl Schreiben ein, in denen sich Naturheilkundige, oder Leute ails dem Volke, die im Besitze wirffamer Sympathiemittel zu sein behaupten, sich anbteten, den König zu behandeln.
Ausland.
London, 17. Juni. Die irische Partei faßte ein* stimmig folgenden Beschluß, als Protest gegen die M i ß r e g i e ru n g ihres Landes, an den $ r ö it u n g seierlichkeiten nicht teilzunehmen.-
Paris, 17. Juni. Der Gehilfe des russischen Finanzministers, Wichnegrodsky, ist aus Petersburg hier einge- trosfen. Man glaubt, daß sein Besuch mit der Aufnahme einerneuenrussischenAnleihe zusammenhängt.
— Nach dem „Temps" erfolgte die Diensten^ lassung des Generals Bonnal, obwohl bas Disziplinargericht die Frage nach einem Verfehlen gegen die Ehre verneint hatte. Der Kriegsminister habe sich aus den Akten überzeugt, daß der General trotzdem nicht fehler- frei gehandelt habe
Wien, 17. Juni. Die Polizei hat außerordentliche Maßnahmen für die Sicherheit des Kaisers Franz Joses getroffen. Sie soll Informationen erhalten haben, daß italienische Anarchisten eine Verschwörung gegen das Leben des Monarchen geschmiedet und einen ihrer Genossen, einen gegenwärtig sich in Wien aufhaltenden Schneider mit der Ermordung des greisen Herrschers beauftragt hätten.
— Zum Schluß der Sitzung des Mbgcorbnetcu*- Hauses interpellierten Klofac, Krempa und Genossen wegen der vom Grasen B ü l o to bei der Polenvorlage im preußischen Abgeordnetenhause gehaltenen Rede, die eine absichtliche Hetze des deutschen Elements außerhalb der deutschen Reichsgrenzen und in erster Reihe in Oesterreich ge-i wesen sei. Wenn die österreichischen Staatsmänner bisher zu allen aus Berlin foimnenben Provokationen geschwiegen haben, nach der Rede Bülows müssen sie reden, wenn sie nicht durch das beständige Schweigen den Schein criuedeit sollen, daß Oesterreich ei n Vasall Deut s ch l a u d s sei. Die österreichischen Staatsmänner müssen die historische Aufgabe Oesterreichs hervorheben als Antwort aus die Worte des deutschen Reichskanzlers. In einer weiteren Anfrage an den Präsidenten bringt man ferner auf bie Beantwortung der Interpellation über* die Marienburger Rede des detttschen Kaisers.
* — Der für heute anberaumte Besuch des Kaisers auf. dem Hoch-Sck;neederg mußte wegen des nachts eingetreienen st a r l e n S ch n e e s a l l e s iuii) der großen Kälte auf morgen verschoden werden . Der Schnee liegt mehrere Centimes hoch. Die Tenlperattrr ist auf den Nullpunkt gesunken.


