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18/06/1902 Erstes Blatt
 
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Juni

Höchste Temperatur am 16. bis 17. Juni

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Dieser Vermittelungsvorschlag wurde von der Haupt- versammlung am 4. Dezember 1896 angenommen.

Schon früher hatte die Verwaltungsbehörde daraus hin-1 gewiesen, daß die hessische Regierung beabsichtige, gleich wie, Preußen, das Sparkassenwesen gesetzlich zu regeln. Dieser Hinweis hatte wesentlich dazu beigetragen, daß der von der Kommission ausgearbeitete Entwurf erst 1899 zur Vorluge kam. Derselbe war möglichst den Satzungen der Bczirks- sparkasse Langen angcpaßt. Die Hauptversammlung nahm in ihrer Sitzung vom 29. Dezember 1899 den Entwurf an und es wurde alsbald die erforderliche staatliche Genehmigung nachgcsucht. Dieselbe wurde nach längeren Verhandlungen erteilt.

Hiermit ist das Institut nicht nur auf eine ganz neue zeitgemäße Grundlage gestellt worden, sondern es bietet auch durch die von den beteiligten Bezirksgemeinden, deren Namen aus der'Satzung selbst hcrvorgehcn, übernommene Haftpflicht eine hinreichende Garantie, sodaß die Bewohner des Bezirks ihr Geld unbesorgt bei ihm anlegen können, nachdem auch durch Verleihung der Rechtsfähigkeit die Mündelsicherheit aus­gesprochen worden ist.

voraussichtlich am nächsten Sonntag nach London begeben, wo er am 23. ds. Mts. erwartet wird. 25 Angehörige der Geographischen Gesellschaft in Lille besichtigten gestern die Räume des Residenzschloffes und der Sammlungen. Mit großem Interesse nahmen die Herren die aufgestellten Kunstschätze in Augenschein und sprachen sich am Schlüsse hoch­befriedigt über das Gesehene aus. Sie hätten in Darmstadt so große und wertvolle Sammlungen nicht vermutet, nachdem sie. diese in Städten wie Karlsruhe und Stuttgart in gleicher

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men angenommen. Dagegen stimmen die Na- t io na (liberalen Heidenreich, Jöckel, Koch und Möllinger sowie das Mitglied der wirtschaft­lichen Vereinigung Leun.

Die Annahme des Gesetzes erscheint indes sehr zweifelhaft bet der herrschenden starten Antipathie der Vertreter der ländlichen Wahl­kreise gegen eine Vermehrung der städtischen Abgeordneten.

Nächste Sitzung Mittwoch 9 Uhr.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

60 ! N.

83 I NE.

97 WNW.

sondern solle trotz seiner Schönheitsfehler etwas schaffen, worauf das hessische Volk stolz sein könne.

Abg Bähr (f. w. V.) ist mit den Ausführungen der Abaa. Gutfleisch und Diehl im Wesentlichen einverstanden. Was die Frage der Vermehrung der städtischen Abgeordneten anlange, so dürfe man hier nicht nach der Beoölkerungszahl gehen, denn diese erscheine in der Stadt durch Militär, Studierende, Schüler und Arbeiter viel zu hoch im Verhält­nis zum Lande. Man thäte besser, im Interesse des Zu­standekommens der Vorlage die Vermehrung der städtischen Abgeordneten fallen zu lassen.

Staatsminister Rothe: Die Frage. der Vermehrung der städtischen Abgeordneten hätte man besser bei der Spezial­debatte erörtert, aber nachdem sie einmal angeschnitten worden sei, wolle er kurz darauf eingehen. Schon früher habe der Abg. Wasserburg beantragt, daß hier in Bezug auf ötabt und Land kein Unterschied gemacht werde; allein die Re-

das geheime Wahlrecht bekämpfen werde. Abg. Jöckel habe seine Rede eingeleitet mit dem Hinweis, daß er früher die­selbe Begeisterung für das direkte Wahlrecht gehabt habe, aber jetzt sehe er ein, daß die Sache mehr theoretischer Natur sei. Aber die Praxis sei die angewandte Theorie. Daß man die geheime Wahl , bekämpfen wolle, die wir schon hätten umd die man in der Vorlage nur sichern wolle, begreife er nicht. Die erste Kammer halte er weder für freisinnig noch für nationalliberal; aber er sei der Meinung, daß in ihrsich keine drei Mitglieder finden werden, die der öffentlichen Wahl zustimmen. Warum wolle man eigentlich die geheime Wahl: nicht um zu belügen, fanden um frei und unbeirrt leine Meinung sagen zu können. Wer die öffentliche Wahl ein­geführt wissen wolle, der muffe erst diejenigen aus dem Wege räumen, die andere wegen ihrer freien Meinung unterdrücken. Er erinnere nur in dieser Beziehung an Fabrikanten, die ihre

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 18. Juni 1902.

() N i d d a, 16. Juni. Der fünfte Kreisfeuerwehr« tag und zugleich das 25jährige Stiftungsfest der frei­willigen Feuerwehr Nidda, welches gestern und heute tyiet gefeiert wurde, nahm einen schönen, nur vorübergehend durch etwas Regen gestörten, Verlauf. Am Abend des 14. fand auf der Festwiese Festkommers statt. (Sonntag, früh fand Wecken durch Musik statt. Tie Telegierten- versammlung wurde, vormittags 10 Uhr gehalten. Tas Kreisamt hatte zwei Vertreter entsendet. Großes Interesse erregte der nachmittags unternommene Brandangriff der Wehren ' von Nidda und der umliegenden Ortschaften am Marktplatz. Der Festzug, an dem sich noch sämtliche Nid­daer Vereine beteiligten, wurde von dem in den festlich geschmückten Straßen zahlreich versammelten Publikum herzlich begrüßt. Hierauf wurden 13 Mitgliedern der Feuer­wehr Nidda, welche 25 Jahre der Wehr angehören, die ihnen verliehenen Ehrenzeichen überreicht. Auf dem Fest­platz herrschte ein reges Treiben, das am heutigen Nach­mittag seine Fortsetzung fand.

** Bezüglich des am nächsten Sonntage im Volksbade stattsindenben Schwirnrnfestes zur Hebung und För­derung des Schwimmwesens wird darauf aufmerksam ge­macht, daß Einzeichnungslisten zum Beitritt als ausübendes oder unterstützendes Mitglied des neu zu gründenden Schwimmvereins an der Kasse des Volksbades unb in der Schwimmanstalt des Herrn Rübsamen aufliegen. Auch das Rektorat der Universität bringt der Sache ein großes In­teresse entgegen, und hat seine Zustimmung zur Gründung eines akademischen Schwimmvereins gegeben. An den Vor­führungen werden sich eine größere Anzahl der besten Schwimmer und Springer des Ersten Frankfurter Schwimm-Klubs beteiligen.

Darmstadt, 17. Juni. Der Großherzog wwd sich

Reichhaltigkeit nicht gefunden.

f Braunfels, 17. Juni. Der stets zunehmende Nicht Fremdenverkehr veranlaßt die Hofhaltungs-Verwaltung zu r... ^ folgenden Beschränkungen der Besuchszeit. In der Zett vom

5 bie Interessen des Staates. Dem Proletartt dürfe man in 15 ^m bis 30. September kann die Schloßbesichtigung m

Nach dem heutigen Stande der Wissenschaft nachweislich

das beste Mittel zur

Pflege der Zahne

4403 und des Mundes.

ßWIMME ZKMUMZOMWZL!fr: toTbter angeführten Fall in Friedberg billige, sei eine grobe Unwahr-

MMWLZMZWZLWMM

L Mte b« die direkte Wahl für ideal und fehlerlos sei absolut noch nicht spruchreif! gerade b.eDor8ort=ne3^ sie besser sei als jedes and-r- fahr-nh-it der Ansichten m die)er B°z,ehung bewege dt-s. halte, abcer |ct uMqeugi, oap 1 h i bie güt das b,rekte Wahlrecht ichwarme er nicht mehr, weil er

üb«^b!"m°n°di^Lässigen^besier herlnstehen wnnc und dies-7 Beziehung nicht dieselben Rechte geben wie dem Besitz.stizh^iger Äusdehnu/g stattfinden und zwar: Samstag und

so die Stimmung des Volles richtig zur Geltung komme. In der ganzen viertägigen Debatte sei kein neues zwingendes Sonntag den ganzen Tag, Sonntag Nist Ausschlußber

Mit der VE eh?ung der städtisehen Abgeordneten könne er Moment zu tage getreten, durch das man gezwungen sei, das if Dienstag, Mittwoch und Donnerstag mit Aussch BtfÄÄs wnw« *Brr

Aba S »mitt bespricht einen Artikel der Wahlrechts das 26. L-bensjghr mache, bestehe e.n Wider- . Breslau, 17. Juni. Der Kaufmann Thomas

Wormser Feitunq", in dem behauptet worden sei, daß die sprach, auf den er habe lediglich au,merksam machen wollen, ,^rde, als er heute früh seinen Laden offnen wollte, das

^eilnalimslosiqkei? der Wähler daraus zu erklären sei, daß einen diesbezüglichen Antrag habe er Nicht stellen wollen. Opfer eines Verbrechens. Im Begriff, vom Vorplatz nad).

die Interessen des Volks in der Ersten Kammer eine bessere Einer Vermehrung der stadtllchen Abgeordneten werde er nicht bem V-rkaufslokal zu gehen, traf er einen Einbrecher an

Fnitia öe^erführen; auch die Ergebnisse der neuen zustimmen, denn das Land se. so wie so überall benachteiligt. Arbeit, der ihn, als er sich entdeckt sah, m.teinem

Stcucraesekaebuna spielten hier em- Rolle. Man stelle hierin Während für die Städte Millionen und abermals Millionen Hammer zu Boden schlug. Der Schweroerletzte wurde ioaar die Behau/tuna auf, dass di-Wahlvorlagc nicht Volks- bewilligt würden, geschehe für die dringendsten Bedursniffe des ! bem Krankenhaus- gebracht. Der -rhater, der die Flucht interessen sondern Konfessionsinteressen diene. (Heiterkeit.) Landes nichts. Das städtische Einkommen resultiere zum ! ^d- verfolgt und festgenommen.

ÄaÄ! böbe das direkte Wahlrecht auf dem Parteiprogramm größten Teil aus der Arbeit des Landes. Wolle man die . W>lsdrusf (Sachsen) 17.Jun>. Heute früh erschoß der Nationalliberalcn gestanden? Dessen Einführung sei der Vorlage zustande bringen, so müsse man die Forderung der L Hghndors der 27jährige Büchsenmacher Rühle die siiahrige Wunsch aller liberalen Männer; eine Ablehnung des direkten Vermehrung der stadtllchen Abgeordneten fallen lassen. tcr beä Gastwirts Schmidt. Mit der er ein Lrebcs-

Wabl^chts sei kestresweas liberal. hessischen Viehzucht hatten durch den Abstrich .m Budget nicht!hültnis unterhalten hatte. Gestern Abend Halle Ruh e

Aba David (Sou): Er müsse sich dagegen verwahren, die Mittel zur V-rfugung gestanden auf der Mannheimerim Gasthose vorgesprochcn und Nachtquartier erhallen. Als da!) er die französische Revolution habe verherrlichen wollen, Ausstellung auftreten zu können, wodurch sie großen Schaden K,non dem Mädchen heute früh der Kaffee vorgesetzt wurde, und daß r mt den Männern mst der schwieligen Faust ge- erlitten hätte. Eine Vermehrung der städtischen Abgeordneten er drei Schüsse auf das Mädchen ab, die es m den droht habe; nur eine Kritik habe er daran geübt. Tas sei nicht von Vorteil für das Land und deshalb werde er sie Rücken trafen. Das Mädchen stürzte leblos zusammen und Bürgertum aber habe keinen Grund, sich derselben zu ablehnen. war sofort todt. Ruhle richtete sodann die Waffe gegen such

schämen Von der Regierung se. erklärt worden, d.e Kautelen, Abg. Ulrich (Soz.) halt d.e Ausführungen des Vor-1,^ verletzte sich tätlich. Er wurde noch lebend aufgepmden. die der Entwurf vorsehe, bedeuteten keine Ausnahmegesetz- rcdners veranlaßt durch di- furcht vor den stadllschen Qua, . Paris, 17. Ium. Die Kosten, die durch die Hum- aeaen iracnd eine Wählerklasse. Aber dies sei nur formell litätsabgeordncten; aber die ländlichen Vertreter gaben diesen siert-Afsairc verursacht werden, belausen sich auf durch. ? chsta denn sie treffen direkt und indirekt d,e große Miasse nichts nach. Bezüglich der agrarischen Wunsche habe das ^ttlich 400 Francs pro Tag. Die Telegramme die m d-7 minderbeimttelten Lohnarbeiter, die fluktuieren müßten, Haus sich stets splendid gezeigt. Der Abgeordnete Jockel war. Sache nach dem Auslände gesendet wurden haben b6-

menn"sic"keine^Arbeit mehr hätten und oft d,e Steuern n.cht vielleicht mit dem direkten Wahlrecht zufriedenwenn ,,tzt 30f000 Francs und die Versendung der Hastbesehle etwa 2nhr Fännten aus Not Diese Kautelen habe man vor- noch die Nationalliberalen die Maiorttat MI Reichstag hatten, 000 Franes erfordert.

gesehen um die Vorlage gewissen Kreisen schmackhaft zu Aber die Jugend, das deutsche Volk habe die Wandlungen , Budapest, 16. Juni. Infolge Austritts Jarnos, macken Der Masse des werkthätigen Volkes dürfe man kein der Nationalliberalen nicht mitgemacht. Die Verteidigung des ^ssts finb bic Stadt Dees und die Ottschaften Bethlen und verkürztes Wahlrecht geben. Wenn der Abg. Köhler das Abg. Jöckel sei kerne glückliche gewesen und stehe mi Wiber- ^^^apos überschwemmt. Zahlreiche Hauser sind Wort geprägt habe, den städtischen Schlammbeißern brauche sprach mit den Anschauungen der hessischen Steuerzahler. eingestürzt und der Eisenbahndamm zerstört. Der man das Wahlrecht nicht zu geben, so müsse er sagen, daß Abg. Molthan (Centr.) bedauert, daß der Abg. L^famte Saatenstand ist vernichtet und der telegraphische Ver­dis Herren vom Lande, deren agrarische Wünsche von den Weidner zum Kreuzzuge des Landes gegen die ^tadt auf- unterbrochen. rs .

Vertretern der Städte stets aufs Beste wahrgenommen worden fordere. Daß das Land gegenüber der Stadt bisher be- »Krakau, 17. Juni. Wie aus Borislaw gemeldet seien, dazu gar keine Veranlassung hätten. Das Richtige sei, nachteiligt worden sei, treffe im allgemeinen nicht zu. ^jrd, wurde auf Veranlassung des Unterfueyungsnchters m auf eine gewisse Zahl Wähler einen Abgeordneten zu wählen. Abg. Köhler-Langsdorf (fr. w. V.) teilt den Stand- Angelegenheit der Borislawer Gruben-Katastrophe der Ein Zentrumsantrag habe anfangs die Steuerklausel beseitigen punkt seiner Freunde Bähr und Weidner. Omer Lermeh- Betriebsleiter verhaftet. -

wollen; aber merkwürdigerweise habe sich der Abg. von rung ber städtischen Abgeordneten, die durchaus nicht am I----------- ------------

Brentano, der eine in mancher Beziehung interessante Ver- Platze sei, werde er nicht zusilmmen. -

bindung zwischen Feudalismus und Klerikalismus darstelle, Geh. Staatsrat v. Krug: Mit Bedauern habe er in dieser Hinsicht ganz anders geäußert. An den Kaittelen die Wahrnehmung machen muffen, daß die tyragc bei Ver- solle man inbes bas direkte Wahlrecht nicht scheitern lassen, s

mehrung der städtischen Abgeordneten sich zu einem In­teressengegensatz zwischen Stadt und Land zugespitzt habe. I Der gänzlichen Verschiebung der Beoölkerungszahl müsse man indes gerecht zu werden versuchen. Die geforderten lauteten feien feine neuen, sondern man bringe nur die alten bereits vorhandenen Bestimmungen wieder. 17.

Es wird sodann namentlich über den Aus- 17. schußantrag abgestimmt, der die Annahme be§- Paragraphen 4, der das allgemeine, direkte und geheime Wahlrecht vorsieht, befürwortet.

Der Artikel 4 wird mit 40 gegen 5 Stirn-