Ausgabe 
18.3.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 65

Krscheiirt tSgttch

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Dem Gießener Anzeiger werden bn Wechsel mit dem Vesfifchea Landwirt die Gießener Zamilien- ßlätter viermal in der Woche beigelegt.

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Dienstag 18. März 1903

15S. Jahrgang

Zweites Blatt

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

Bezugspreis: monatlich 75 Pf., viertel-! jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Witiko: für Stabt und ßantr und Gerichtssaal" :R. Di tt- mann; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Air Heutige Aummer umfaßt 8 Seite«

KeKanntmachung.

Hermann Roth II von Langsdorf beabsichtigt auf dem Grundstück Flur 1 Nr. 197 der Gemarkung Langsdorf ein Schlachthaus zu errichten. Pläne und Beschreibungen hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieses in der Darm­städter Zeitung bezw. im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet, auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Langsdorf zur Einsicht der Interessenten offen.

Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses bei Großh. Bürgermeisterei Langsdorf vorzubringen. 2263

Tripolis-

In die nächste Zeit fällt der Jahrestag des fran­zösisch-italienischenVerbrüderungsfestes" zu T o u l o n. Ein besonderer Hinweis darauf könnte überflüssig erscheinen, da sich in den Beziehungen zwischen beiden Ländern nichts geändert hat. Doch dietripolitanifche Frage" ist wieder einmal aufgetaucht, und ein verbreitetes italienisches Blatt bezeichnet, wie u n s gestern nachm. telephoniert wurde, als Thatsache, daß Frankreich sich einverstanden erklärt habe mit dem Plan der italienischen Regierung, eine militärische Expedition in Tripolis zu landen und von den größeren Städten an der Küste Besitz zu ergreifen. Die Erlangung dieses Einverständnisses stelle sich als Frucht des Touloner Verbrüderungsfestes dar. Der in­

Deutsches Deich.

Berlin, 17. März. Aus Kiel wird gemeldet: Der Kaiser stattete gestern Nachmittag nach der Feier beim Seebataillon der Prinzessin tgeinridj und dem Admiral Köster Besuche ab. Heute Vormittag besichtigte der Kaiser das in der Werft liegende LinienschiffKaiser Karl der Große" und den PanzerkreuzerPrinz Heinrich". Am Nachr- mittag verließ der Kaiser an Bord des LinienschiffesKaiser Wilhelm I." den Hafen, um sich durch den Kanal trach Cuxhaven zu begeben, wo er den Prinzen Heinrich erwarten will. In Cuxhaven findet militärischer Em­pfang statt. Der Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie Deutschland" mit dem Prinzen Heinrich an Bord dürste morgen nachmittag in Cuxhaven eintreffen. Die Reise des Prinzen ist bisher ohne jede Störung bei günstiger Witte­rung verlaufen. DieDeutschland" legte die 3082 Seemeilen von Newyork nach Plymouth in 5 Tagen 12 Stunden und 38 Minuten zurück. Bei seiner Ankunst im genannten eng­lischen Lasen empsing der Prinz als Vertreter der deutschen Botschaft den Marine-Attache Coerper. Während der Fahrt hatt? sich Se. Königliche Hoheit mit größter Liebenswürdig­

PreutzijcheS Abgeordnetenhaus.

Bei der fortgesetzten Beratung des Kultusetats legt der Kultusminister beim TitelHöhere Mädchenschulen" ein­gehend das Programm der Regierung zur Frage der Mädchengymnasien und des Universitäts-Be­suches der Mädchen dar. Die Regierung will Ver­suche mit der Zulassung von Mädchen zum Besuche der bestehenden Gymnasien sowie der Errichtung von Mädchen­gymnasien gestatten, lehnt aber jede Verantwortung dafür ab. Beim Universitätsbesuch hält die Regierung an dem Grundsatz fest, daß den Vtädchen nur als Gästen das Hören zustehen soll. Ein allgemeines Bedürfnis nach akademischem Mädchen st udium kann die Regierung nicht anerkennen; sie giebt indessen zu, daß, wenn auch die I deal stell uu g der deutschen Frauen der Familie möglichst er­halten werden soll, doch eine zeitgemäße Ausgestaltung des Unterrichts der höheren Mädchenschulen nötig ist.

Tie Debatte beschäftigt sich sodann noch eine Zeit lang mit der Frage der Mädchenausbildung, wobei die Konsevativen Bedenken gegen die Gleichstellung der Knaben und Mädchen erheben, und wendet sich dann Kun st frag en zu, namentlich der Frage des vermehrten Erwerbs moderner englischer und französischer Gemälde für die Berliner Museen.

Dolitische Tagesschau.

Eme Rede des preußischen Laudwirtschaftsministers.

In Münster wurde dem verstorbenen Präsidenten des Westfälischen Bauernvereins, Frhrn. von Schorlemer- Alst, ein Denkmal errichtet, zu dessen Enthüllung auch der Landwirtschaftsminister von Podbielski erschienen war; auch der frühere Landwirtschaftsminister Frhr. von Hammerstein-Loxten war anwesend. Bei dem Festmahl, das nach der Denkmalsfeier stattfand, hielt Minister von Podbielski folgende bemerkenswerte Rede:

Durch Die Reden, die heute gehalten wurden, klang immer wieder der Gedanke durch: Unser verstorbener Präsident war ein ganzer Mann. Dieses glaube ich er­gänzen zu können, indem ich sage: Er war der rechte Mann am rechten Platze. Ihr verstorbener Präsident hat gelehrt, was es heißt, einig zu sein, daß die Einigkeit es ist, welche Kraft schafft. Die Kraft ist es, welche mahnt, zu allen Zeiten Maß zu batten. Wir Landwirte beklagen nicht mit Unrecht, oaß es uns schlecht gegangen, daß man unsere Lebensbedingungen nicht erkannte, daß wir leiden, unter einem besonderen Druck stehen. Wir kämpfen nicht dafür, daß andere Erwerbsstände beseitigt werden, wir kämpfen für Parität. Wir wollennicht unmäßig sein in u n s er en F o rderun ge n, w ir wollen gleiches Licht, wir wollen, wie der erste Reichskanzler sagte, auch einen Platz an der Sonne. (Lebhaftes Bravo.) Das ist's, was wir erstreben, wir wollen nicht auf Kosten anderer Erwerbszweige For­derungen aufstellen, oder uns bereichern. Wenn wir zusammenfassen, was durch die den Osten und Westen berührende Bewegung geht, so ist das eine, daß der Bauer nicht bange ist um die Arbeit, sondern daß der Lohn der Arbeit den Erfordernissen des Lebens nicht entspricht. Zu gleicher Zeit ist an­zuerkennen, daß wir nicht wollen, daß etwa die Industrie zum Stillstand komme. (Rufe: Nein, nein!) Wir wissen, wie innig die Landwirtschaft mit der Industrie und dem Handel verknüpft ist. Wir können uns nicht, wie falsche Propheten behaupten, aus einen Jsolierschemel setzen. Die Bauernvereine müssen sich leiten lassen vom Vertrauen zu chren Führern. In diesem Vertrauen erst kommt die Macht der Vereinigung zum Ausdruck. Es ist hier nicht der Ort, eine große politische Rede Lu halten, aber wenn wir offenen Auges die gegebenen Verhältnisse betrachten, denn müssen wir es beklagen, daß zwei Dinge es sind, welche unser gesell- schaslliches, politisches und wirtschaftliches Leben vergiften: Mißtrauen und Mißgunst. Bekämpfen wir diese; seien wir uns bewußt, daß, wer einem andern miß­gönnt, daß es ihm gut geht, nicht verdient, daß es ihm selbst gut gcht. Kämpfen wir an der Seite derjenigen, die eines nur kennen: das Wohlergehen des Vaterlandes! Das hat der verstorbene v. Schorlemer stets gethan: über das Wohl des einzelnen das Wohl der Gesamtheit zu setzen."

Ter Minister schloß mit einem Hoch auf den jetzigen Präsidenten des Westfälischen Bauernvereins Grafen Landsberg.

Ter Denkmals-Enthüllung ging die General-Ver­sammlung des Westfälischen Bauernvereins voraus. Hier erwiderte auf eine Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Graf v. Landsberg-Velen der Minister von Podbielski mit einigen Sätzen, in denen er sagte:

Ich bin dankbar, daß Ihr Vorsitzender Graf Lands­berg bestrebt ist, immer wieder zu zeigen, daß vor allem in der Vereinigung die Kraft liegt, daß wir uns allzeit bewußt bleiben müssen, daß die Kraft nur segensreich wirkt, wenn sie gepaart ist mit Mäßigung. Tas ist das, was Schorlemer auch lehrte, und was, wie ich hoffe, zum Nutzen des landwirtschaftlichen Gewerbes und zum Segen des gesamten Vaterlandes allzeit fest­gehalten werden wird."

dlochmals die Studentenfahrt nach Paris.

Aus Berlin, 17. Dtärz, wird uns ferner geschrieben: Gegenüber einer Anzweifelung stellt dieNat.-Ztg." soeben nochmals fest, daß der Reichskanzler in sehr ent­schiedener Weise von der geplanten Studentenfahrt nach Paris, §ur Ausführung derRäuber", abgeraten habe. Tiese Warnung muß entscheidend ins Gewicht fallen. Graf Bülow wird sicherlich triftige Gründe für seinen Rat haben und wohl im Besitz von Mitteilungen der deutschen Bot­schaft in Paris sein, welche die Student en fahrt zur Zeit', b. h. vor den französischen Wahlen, nicht angezeigt er­scheinen lassen. Warum aber schweigt dieNordd. Allg. Ztg." auch heute noch? Es würde doch ebenso einfach wie zweckmäßig sein, daß das offiziöse Organ die Mitteil­ung über den Standpunkt des Grasen Bülow zu der Frage bestätigt, umsomehr, da von anderer Seite die amtliche Abmahnung bestritten wird.Libre Parole" bemerkt über die Studentenfahrt:Wenn Schiller in Deutschland nicht mehr zieht, so ist das für die Pariser kein Grund, den deutschen Studenten eine Spritzfahrt nach Paris zu be­zahlen. Wir sind hier schon hinlänglich mit Deutschen durchseucht." Das ist gewrß eine thörichte und gehässige Glosse des Hetzblatts, aber man ersieht daraus, daß immer­hin mit der Möglichkeit antideutscher Kundgebungen zu rechnen ist.

formativ gehaltene Artikel des italienischen Blattes (Cor- riere della Sera") trägt nicht gerade das Gepräge na­tionalen Selbstbewußtseins uno muß schon deshalb einiges Befremden erregen. Denn wenn auch der Afrikapolitik Italiens bisher der Erfolg fehlte, so ist das Königreich doch stets entfernt davon gewesen, zu seinen Aktionen die Genehmigung Frankreichs einzuholen. Und mit der Türkei, deren Oberhoheit Tripolis unteZ'tellt ist, sich auseinander- Lusetzen, ist Italien nötigenfalls allein kräftig genug. Nach der Versicherung eines hervorragenden Mitgliedes der Berliner italienischen Botschaft haben aber, wie uns heute aus Berlin gemeldet wird, die Touloner Festtage zu einer Verständigung" über Tripolis gar nicht geführt, ist dieses Thema seitdem in keiner Weise Gegenstand von Verhand­lungen zwischen Rom und Paris gewesen. Ebensowenig darf, nack) der Ueberzeugung dieses Diplomaten, von einer bevorstehenden Tripolis-Aktion Italiens gesprochen werden, da König Viktor Emanuel, in Uebereinstimmung mit dem leitenden Staatsmann Zanardelli, von jeder überseeischen Unternehmung so lange abzusehen entschlossen rft, als die wirtschaftlichen und sozialen Mißstände in Jatilien die Aufmerksamkeit der Regierung voll in Anspruch nehmen. Wie sehr der Herrscher Italiens sein Jntercste auf sein Land konzentriert, geht in der That schon daraus hervor, daß er noch keinen Besuch an fremden Höfen abgestattet hat, auch mit dem Präsidenten Loubet noch nicht zusammen- gekommen ist, obwohl die Entrevue französischerseits wie­derholt, und zwar für Nizza, angekündigt wurde. Auch hierin liegt ein Beweis, daß die Touloner Festtage po­litische Konsequenzen nicht gehabt haben, am wenigsten solche in Bezug aufTripolis".

feit unter der Reisegesellschaft bewegt und wiederholl ein­zelne Mitglieder, auch Amerikaner, in die, Unterhaltung gezogen. Hierbei hatte sich Prinz Heinrich wiederholl hoch- besriedigt über die Amerikareise ausgesprochen.

Der Kaiser hat an Bord des LinienschiffesKaiser Wilhelm" eine große Anzahl Personalverände­rungen in der Marine vollzogen. Zu erwähnen ist, daß Fregattenkapitän Neitzke, bekannt durch die Vorgänge auf dem KreuzerGazette", den Abschied erhalten hat, mit Aussicht auf Anstellung im Zivildienst. Kontreadmiral von Fra ntzius wurde unter Verleihung des Sterns zum Kronenorden zweiter Klasse zur Disposition gestelll.

Die Blätter veröffentlichen eine Ordre des' Kaisers, datiert Berlin, den 1. März 1902:

Nachdem durch eingehende Versuche die militä­rische Brauchbarkeit des Funken-telegra­phischen Systems Slavy-Areo erwiesen ist, bk- stimme ich, daß oieses System an Bord meiner Kriegsfallr- zeuge wie auch bei den Küsteusignalstationen bis aus weiteres ausschließlich Verwenouilg finden sott."

Auch hiesige Blätter berichten, daß der Reichskanzler Graf Bülow in den Osterseiertagen in Venedig eine Zusammenkunft mit den leitenden Staats­männern Italiens haben wird.

Nach der endgültigen Feststellung des Reichshaus­haltsetats [mb die M - lrikularb eiträge in folgender »öhe festgesetzt: Preußen 355 497 405 Mk. (gegen das Vor­jahr mehr 5 <62 211 Mk.), Bayern 63144 874 Mk. (1209 989 Mark), Sachsen 43 326 266 Mk. (654190 Mk.), Württemberg 22 279 423 Mk. (428 922 Mk.), Baden 19 263181 Mk. (319 567 Mark), Hessen 1 1 548 995 M k. (181 005 Mk.), Meck-^ lenburg-Schwerin 6 268 556 Mk. (122 640 Mk.), Sachsen- Meimar 3 742 225 Mk. (71351 Mk.), Mecklenbuvg-^trelitz 1058 256 Mk. (20 989 Mk.), Oldenburg 4116 667 Mk. (76 088 Mark), Braunjchweig 4 788 563 Mk. (80541 Mk.), Sachsen- Meiningen 2 585 720 Mk. (43 722 Mk;), Sachsen-Altenburg 2 010 054 Mk. (39 036 Mk.), Sachsen-Coburg und Gocha 2 367 351 Mk. (40474 Mk.) Anhalt 3 259 654 Mk. (53 332 Mark), Schwarzburg-Sondershausen 834 346 Mk. (17 827 Mark), Schwarzburg-Rudolstadt 959 742 Mk. (21370 Mk.), Waldeck 597 390 All. (12 355 Mk.), Reuß ä. L. 705 444 Mk. (15 203 Mk.), Reuß j. L. 1435 693 Mk. (27 489 Mk.), Schaum­burg-Lippe 444 835 Mk. (7982 Mk.), Lippe 1433108 Mk. (23 992 Mk.), Lübeck 997 831 Mk. (11899 Mk., Bremen 2 318 796 Mk. (31460 Mk.), Hamburg 7 922 853 Mk. (107 647 Mark), Elsaß-Lothringen 17 732 564 Mk. (325 984 Mk.). Die Summe der Matrikularbeittäge beträgt 580 639 792 Mk. oder 9 706 7 9 2 M k. mehr als im Vorjahre.

Heidelberg, 17. März. Ein gelegentlicher Bericht­erstatter teilt uns mit: Der deutsche Botschafter in Was­hington v. Holleben nimmt vom 6.-8. August an dem Stiftungsfest des KorpsVandalia" dahier teil. Herr von Holleben hat schon im Januar zugesagt. Seine Reise nach Deutschland war also eine längst beschlossene Sache, ehe der Witte-Skandal entstand.

Straßburg i. E., 17. März. Zur Regulierung des OberrHeins ist zwischen den Regierungen von Bayern, Baden und Elsaß ein Vertrag zustande gekommen, der die Herstellung eines Großschisfahrt sweges auf dem Rhein ermöglichen soll.

Auslands

Paris, 17. März. Aus Konstantinopel wird berichtet, daß gestern 40 neue Verhaftungen von Offizieren der Marine-Schule in Halft ftattgefunden haben.

Rom, 17. Aiärz. Ter Papst empfing heute den Frei­herrn v. Loe in Abschiedsaudienz. Freiherr v. Loe tritt übermorgen seine Rückreise an.

Madrid, 17. März. DieGaeeta de Madrid" ver­öffentlicht ein Dekret des Finanzministers, durch welches für die Arbeiter in den Staatswerkstätten der achtstündige Arbeitstag eingesührt wird. tteber- ftunben sotten mit einem Achtel des festen Lohnes pro Stunde vergütet werden.

Wien, 17. März. In der verflossenen Nacht wurde das Lokal des Wahlkomitees der hiesigen sozial­demokratischen 'Handelsangestellten e r br o ch en und daraus das Mitgliederverzeichnis, ein Teil der Währler- liste uird ein Geldbetrag e n t w e n de t.

Triest, 17. März. Die politischen Behörden in Pola wurden gewarnt, daß gegen die Kriegsmarine Attentate in größerem Umfange geplant seien. Die Seebehörde erhiell die anonyme Anzeige, daß Dynamit­diebe die Absicht hätten, die in den Werften von San Marco gebauten KriegsschiffeArpad" undHabsburg" in dieLuftzusprengen.

Konstantinopel, 17. März. Der Sultan benach­richtigte den französischen Botschafter Constans, daß er Frankreich das beim hiesigen französischen Hospital de la Paix gelegene umfassende Terrain schenke, um dessen Ankauf von der Zivillifte sich die französische Bot­schaft seit fast 20 Jahren vergeblich bemüht hat.

Petersburg, 17. März. Gestern mittag sonderte sich aus der Menge des auf dem Newskij Prospekt spa- zierengehenden Publikums eine Anzahl Personen aus, die unter Geschrei Flaggen entfalteten und bei der katholi­schen Kirche Straßenkundgebungen zu veran­stalten versuchten. Die Flaggenträger wurden sofort ver­haftet und der Auflauf zerstteut. Im ganzen wurden etwa 100 Verhaftungen vorgenommen.

San Francisco, 17. März. Hier sind 22 ameri­kanische Soldaten eingetroffen, die auf den Phi­lippinen, infolge des dort herrschenden mörderischen Klimas sowie durch Mißhandlungen Eingebore­ner wahnsinnig geworden sind.