Ausgabe 
18.1.1902 Erstes Blatt
 
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daß eg ihnen fern liege, bei den Ortskrankenkassen die Minimal- taxe der Gebührenordnung zu erzwingen und es bei dem gegenwärtigen befriedigenden Zustand bei den Kasten verbleiben soll. Ferner wurde den Landtagsabgeordneten seilens der Aerzte nahegelegt, den Artikel 46 des Gesetzentwurfes, der Ärztliche Schiedsgerichte vorsieht, zu streichen.

Frankfurt, 16. Jan. Eine neue Erscheinung im Frank­furter Straßenbild sind die Automaten-Restaurants. Eine große Einrichtung dieser Art wird eben unter dem NamenKaiser-Automat" von einem Großkaufmann auf der Kaiserstraße vorbereitet nnd soll Ende dieses Monats über­geben werden. Die automatische Bedienung des Publikums erfolgt auf elektrischem Wege. Für gering Bemittelte sind derartige Institute eine Wohlthat, denn ohne Trinkzwang und ohne Trinkgeld können sie für wenige Pfennige warme Fleisch­speisen genießen.__

Vermischtes.

" Dchiffsunfälle. Bei den zwischen Swine- münde und Danzig stattgehabten Torpedoboots­übungen am 16. d. M. erlitt das Boot G 89 einen Ma­schinenschaden. Es sollte vom Torpedoboot S 8 in den hiesigen Hafen geschlepvt werden- Infolge des heftigen Nordweststurmes wurde G 89 von S 8 losgerissen und mußte auf der Hohe von Jernhoeft sich selbst überlassen bleiben- S 8 traf am Freitag in Swinemünde ein und ging nach Kohleneinnahme sofort wieder in Soe, um G 89 zu suchen- Inzwischen lief die Nachricht ein, daß G 89 aus eigener Hilfe den Hafen von Kolberg erreicht habe. Bei P i l l a u strarrdete der Stettiner DampferLuise", der die Sch raub en welle gebrochen und eine Schraube ver­loren hat- Fünf Leute wurden durch den Raketenapparat an Land gebracht- Me übrige Besatzung, bestehend aus dem Kapitän und neun Mann ist an Bord geblieben. Ter hintere Rumpf und der Maschinenraum des Schiffes ist mit Wasser gefüllt- Die Verbindung mit dem Lande durch den Raketenapparat wird aufrecht erhalten.

Gerichtssaal.

M- Gießen, 17. Jan. (Strafkammer.) Den Vorsitz führte Landgerichtsrat Müller, die Anklagebehörde vertrat Oberstaatsanwalt Dr- Güngerich. Der Fcchrbursche Ludwig Schäfer aus Gießen ist der fahrlässigen Körperverletzung angeschuldigt. überfuhr am 22. Nov. v. I. einen Knaben, der von der Straßenmitte nach dem Fußsteig lief. Er wurde von dem Vorderrad des Wagens erfaßt, und an Wange und Bein verletzt- Hätte der Angeklagte die Auf­merksamkeit beobachtet, zu der er vermöge seines Berufes als Fahrbursche besonders verpflichtet war, so hätte sich der Unfall vermeiden lassen. Diesen Umstand als er­schwerend, die Uubestrastheit und die Fugend des Ange­klagten andererseits als Strafmilderungsgründe in Rück­sicht ziehend, gelangte das Gericht zur Verhängung einer Geldstrafe von 10 Ntart, ev- zwei Tage Gefängnis. Die in Gießen bedienstete Christiane Geller kam am 27. Nov.

v. I. mit einem Petrolenmlämpchen einem Fenstervorhange so nahe, daß dieser in Brand geriet; auch der Fenster­rahmen und der Fußboden wurden angekoylt- Naa) ihrer glaubwürdigen Aussage geriet der Fenstervorhang durch einen Luftzug das Fenster stand offen in Bewegung und alsdann durch Annäherung an die Lampe in Brand- Bei dieser Sachlage war es zweifelhaft, ob die Ursache des Brandes in einem Zufall oder in einer fahrlässigen Handlungsweise der Angeklagten zu sehen war- Dem An­träge der Anklagebehörde entsprechend sprach das Gericht dieselbe von Strafe und Kosten frei. Der Kaspar Wagner von Büdingen Hal Berufung gegen ein Urteil des Großh. Schöffengerichts dortselbst eingelegt, das ihn wegen Dieb­stahls zu einer sechwöchentlichen Gefängnisstrafe verurteilt hatte. Er soll in einer Wirtschaft in Büdingen einem neben ihm Sitzenden das Portemonnaie aus der Tasche gezogen und sich seinen Inhalt angeeignet haben. Ter Zeuge, der allein von allen Gästen dies wahrgenommen haben will, verwickelte sich bei seiner heutigen Ver­nehmung derart in Widersprüche, und feine belastende Aussage verlor durch die Angaben mehrerer Entlastungs­zeugen derart an Glaubwürdigkeit, daß das Gericht sein Zeugnis nicht für eine ausreichende Unterlage zu einem verurteilenden Erkenntnis betrachten konnte, und daher in Uebereinftimmung mit der Anklagebehörde zu einem Freispruch mangels Beweises gelangte. Auch die zuletzt verhandelte Anklage wegen Verbrechens gegen § 175 Str. G-B. ergab kein hinreichendes Belastungsmaterial und endete mit Freisprechung.

Eisenbahn Zeitung.

Berlin, 17. Jan. Im Anschluß an eine Mitteilung, daß die Direktion der pfälzischen Bahnen einem Spediteur geheime Fracht-Rückoergütung bewilligt habe, hatte dieFranks. Ztg." seiner Zeit behauptet, daß auch andere deutsche Eisenbahnen sich der gleichen Verfehlungen schuldig gemacht hätten. Die Nordd. Allg. Ztg." erklärt nunmehr, dieser unverbürgte und unbewiesene Vorwurf kennzeichne sich als eine völlig haltlose, aus der Lust gegriffene Behauptung, die nicht im Stande sein könne, dem begründeten Ansehen, besten sich die deutschen Eisenbahn-Verwaltungen überall erfreuen, den geringsten Ab- bruch zu thun._________________________________________________

Auszug ÜÜS dkll Stsudksauttsrkgistnu der Stadt Gitßru.

Aufgebote.

Am 28. Dez. August Zipp, Oberkellner in Niedershause mit Christine Katharine Wertber dahier. 11. Jan. Kaspar Rang, Dienstknecht dahier mit Anna Katharine Schröder, geb. Völker, Hierselbst. 13. Johann Georg Kraft, Metzgermeister und Wirt da­hier mit Marie Schmidt Hierselbst. Julius Hermann Grote, Kauf­mann in Marburg mit Emma Friederike Ratjen dabier. Wilhelm Johannes Wisker, Schlosser dahier mit Johanna Weisel Hierselbst. 14. Adam Arnold, Schneidermeister in Brebach mit Wilhelmine Worch dahier. Johann Georg Leinbach, Dienstknecht dahier mit Emilie Katharine Margarethe Hermine Gabriel Hierselbst. 15. Dr. Karl Philipp Theodor Raiser, probt Arzt in Worms mit Anna Kraft dahier. 17. Adam Wettach, Kaufmann dahier mit Marie Melchior in Frankfurt a. M.

Eheschließungen.

Am 11. Jan. Karl Ludwig Stock, Kutscher dahier mit Mcu> garethe Mootz Hierselbst. Martin Lampe, Fußgendarm dahier mit Anna Amalie Rill in Mosbach. Hans Beck, ZcitungsexpedimL babier mit Dorothea Henriette Waag Hierselbst. 14. Josef Hermann Bick, Kellner dahier mit Anna Richter Hierselbst

Geborene.

Am 6. Jan. Dem Spenglermeister Georg Dahmer ein Sohn, Karl. 7. Dem Metzger und Wirt Hermann Hammel eine Tochters 8. Dem Wirt August Felsing eine Tochter. 9. Dem Tapezier Otto Bingel eine Tochter, Maria. Dem Sattler .Karl Diebel eine Tochter^ Auguste Elise. Dem Kausmann Ferdinand Bär ein Sohn, Erich Ferdinand. Dem Wirt Joseph Stein eine Tochter. 10. Dem Vieh­händler und Metzger Nathan Günther ein Sohn, Karl. 11. Dem Fabrikant Emil Horst em Sohn, Heinrich August Dem Universt- tätsprofessor Dr. Albrecht Tieterrich ein Sohn, Hermann Albrecht Dem Monteur Walter Wille eine Tochter, Dora. 12. Dem Spengler-. meister Christian Arnold ein Sohn- 15. Dem Taglöhner Wilhelm Schneller i, ein Sohn, Hermann.

Gestorbene.

Am 14. Jan. Peter Ruckstuhl, 69 Jahre alt, Dachdecker­meister dahier. Richard Friedrich Weise, 64 Jahre alt, Proviant- meister t P. dahier.

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wechselnden Winterwetter

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Jagd-Verpachtung.

Samstag den 1. Februar l. I., nachmittags 3 Uhr, wird auf dem Gemeindehaus Hierselbst die der Gemeinde Leih­gestern zustehende Wald- und Feldjagd, bestehend in ca. 927 Normalmorgen Wald und ca. 3200 Normalmorgen Feld, auf weitere sechs Jahre verpachtet. Bemerkt wird, daß Station Großen-Linden der Main-Weserbahn in dem Jagdbezirk liegt.

Leihgestern, den 16. Januar 1902.

Großherzogliche Bürgermeisterei Leihgestern.

Heß. 594

Holzversteigerung.

Es werden versteigert:

Donnerstag den 23. Januar von vormitt. 9 Uhr ab aus Distrikt Scheid: Stämme: 8 Eichen = 3,03 im, 8 Nadel = 0,99 fm: Derbstangen: 103 Nadel 3,49 km; Scheiter Rmtr.: 47 Buche, 5 Eiche, 2 Kiefer; Knüppel Rmtr.: 1 Eiche, 7 Kiefer; Reisig Rmtr.: 65 Buche, 110 Eiche, 101 Nadel; Stöcke Rmtr.: 13 Buche, 2 Nadel.

Zusammenkunft auf dem Steinweg im Distrikt Scheid. Nachmittags von 2 Uhr ab aus dem Distrikt Ohnewäld- chen und Ober-Seilbach: Stämme: 16 Eichen ----- 9,44 im (Schnittholz), 16 Eichen 7,32 fm (Bauholz); Scheiter Rmtr.: 4 Buche, 10 Eiche; Knüppel Rmtr.: 92 Buche, 16 Eiche, 20 Nadel, 22 Aspe; Reisig Rmtr.: 510 Buche, 160 Eiche, 90 Nadel, 205 Aspe; Stöcke Rmtr.: 17 Buche, 11 Eiche, 2 Nadel.

Zusammenkunft am Jagdhäuschen im Distr. Ober-Seilbach.

Nähere Auskunft erteilen die Gr. Forstwacke Schick und Mandel zu Trais. 617

Trais a. d. Lda., 17. Januar 1902.

Großherzogliche Oberförsterei Trais.

Schneider.

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Versteigerungen

Holz-Ludmission.

Kiefern-Bau- und Nutzholz-Berkaus in der Gemeinde Hattenrod.

330 Stämme Kiesern-Bau- und Nutzholz von 12 bis 30 cm mittlerem Durchmesser ohne Rinde gemessen und bis zu 15 Meter Länge mit 85,00 fm Inhalt.

Die Gebote können getrennt und zwar für den Distrikt Struth 44,00 fm, und für die Distrikte Buchenberg, Bruch und Stückweide = 41,00 im eingereicht werden. Auch kann auf die ganze Summe der fm eingereicht werden.

Der Kaufpreis ist immer pro fm anzugeben.

Das Holz kann auf Verlangen den Kaufliebhabern vor dem Termine durch den Forstwack Albach dahier vorgezeigt werden.

Die Gebote sind schriftlich mit passender Aufschrift ver­sehen bis zum Donnerstag, 23. Januar 1902, mittags 1 Uhr, an die Großherzogliche Bürgermeisterei einzureichen.

Die Eröffnung findet au demselben Tage des nachmittags 2 Uhr aus hiesigem Rathaus statt, wozu die Interessenten eingclaben sind.

Die Gemeinde behält sich aber vor, die Gebote so aus­zusuchen, wie ihr zur Erzielung der höchsten Gesamteinnahme, und der größtmöglichsten Sicherheit für Eingang des Kauf­preises am günstigsten erscheint. Der Kaufpreis ist alsbald nach dem Zuschlag mit Bürgschaft oder durch Wertpapiere sicher zu stellen.

Hattenrod, den 16. Januar 1902. 611

Großherzogliche Bürgermeisterei Hattenrod.

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