Nr. 2»6
• rl<6eiut täglich aus« Sonntag».
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem SeMfchen Landwirt die Siegener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt
Notatton-druck u. Verlag der Brü h l'ichen Ünweri.-Buch. u.Dlein- bruderet (Pteych (fctbtn) Hebaftton, Ervedttto« und Druckerei:
Tch alftraße 7.
Sldrefie füt Deveichen: Anzeiger Sietzen.
KrrntprkchanichilihNr 51.
ISS. Jahrgang
Zweites Blatt.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen
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Mittwoch 17. Dezember 1008
vlznuSvretär
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GietzenerAnzeiger
''■* General-Anzeiger v **
J>ie heutige Kummer umfaßt 12 Seite».
-schfljesif.che' SBTtttflea: melden, Hai edafleur des in Kattvwitz erscheinenden
in den
Besuch abstattete.
— Wie ober
ich außer dem Redakteur des in K'attowitz erscheinenden Polenblattes „Sornoslazak", Bedmarck, auch der Redakteur Hoffmann, dessen in Beuchen erfolgte Fesselung kürzlich großes Aufsehen erregte und im Reichstage besprochen wurde, der Strafvollstreckung durch Flucht ins Ausland eut-ogeu. Tie Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl gegen Hoff.
Volltische Tagesschau.
DaS Krvpp'sche Strafverfahren.
Die bereits gemeldete Einstellung des Strafverfahrens wegen der verleumderischen Beleidigung KruppS gegen den .Vorwärts' ist dem letzteren durch folgendes Schreiben des Oberstaatsanwalts mitgeteilt worden:
„In Nr. 268 des „Vorwärts' vom 15. November 1902 ist ein Artikel „Krupp auf Capri' erschienen, der Verdächtigungen deS Wirklichen Geheimen RatS Friedrich Alfred Krupp enthält. Herr Krupp hat sofort telegraphisch und am nächsten Tage schriftlich mit Beziehung auf diesen Artikel bei der Staatsanwaltschaft deS hiesigen Landgerichts I Strafantrag wegen Beleidigung gestellt. Grund besten ist durch Beschluß deS Königlichen Amtsgerichts I vom 17. November 1902 die Beschlagnahme der Nr. 268 des „Vorwärts" angeordnet und auSgefuhrt worden. .Am 22. November 1902 ist Herr Krupp verstorben. Hierdurch ist dem Angegriffenen die Möglichkeit genommen, durch sein eidliches Zeugnis die gegen ihn erhobenen Verdächtigungen zu widerlegen. Seinen festen Willen, die Haltlosigkeit der ihm gemachten Vorwürfe vor Gericht nachzuweisen, hat er wiederholt, auch durch Stellung des Strafantrags, bekundet. Don dieser Erwägung geleitet, hat die Witwe deS Verstorbenen, Frau Krupp, erklärt, daß sie, durchdrungen von der Gewißheit der Schuldlosigkeit ihres Gatten, Wert darauf (ege, daß der Streit um den Verstorbenen in der Oeffentlichkeit möglichst zur Ruhe komme. ES sei ihr deshalb an der gerichtlichen Bestrafung der Urheber und Verbreiter der Gerüchte nichts mehr gelegen. Bei dieser Sachlage erachte ich eine weitere Strafverfolgung nicht mehr als hn öffentlichen Interesse liegend, und werde ich deshalb dem gestellten Strafantrage keine weitere Folge geben. Wegen Aufhebung der Beschlagnahme der Druckschrift ist das erforderliche veranlaßt. Dr. Isen diel, Oberstaatsanwalt.'
Die Angst vor den Bereinigten Staaten.
AuS Berlin, 16. Dezember, wird unS gefckrieben:
TaS Zusammengehen Deutschlands mit England in der vene-olanischen Angelegenheit ist hier und da von Anfang an mit einigem Unbehagen betrachtet worden. Herzlich zu- gethan sind intb die ,Mettern" nicht, man wird sogar gerechterweise sagen: können e- nicht sein nach den während des südafrikanischen Kriege- erfahrenen Angriffen. Eine solche zeitweilige, mehr auS vraknschen Gründen, als aus Neigung herbergeführte Bundesyenvssenschast ist an sich kaum geeignet, Zutrauen zu ihrer Festigkeit einzuflößen. Im englischen Parlament sind bei der Erörterung über Venezuela Ierdenschastliche und spöttische Stimmen gegen Teutschland laut geworden. Tas Unbrauchbarmachen zweier venezolanischen Schiffe, obwohl hinlänglich motiviert als eine durchaus erforderliche Maßregel, bot den Kritikern hauptsächlich den erwünschten Vorwand, an Teutschland ihr Mütchen zu kühlen. Man weist darauf hin, die englische Regierung habe sich bei der Gelegenheit korrekt benommen. Korrekt, das mag sein. Aber es ist nicht zu bezweifeln, daß, wenn im Reichstage ähnliche Unfreundlichl- keiten gegen England bei dem gleichen Anlaß gerichtet worden waren, die Vertreter rmserer Regierung hoch wärmere Worte zur Abwehr gefurrden hätten. Beim Lesen der englischen Parlamentsberichte wird man die Empfindung nicht los, als ob England sich für alle Fälle noch eine zweite Chanee sichern wolle, die darin besteht, den Anschluß an die Vereinigten Staaten nicht zu verlieren. Emphatisch verkündet der Unterstaatssekretär Cranbvrne: Kein Land sei mehr bedacht gewesen, als Englands die Regierung der Vereinigten Staaten in der Aufrechterhaltung der Monroe-Doktrin zu unterstützen. Eine deutliche Hervorhebung des Wohlverhaltens Englands. Tie Besorgnis, daß etwa die Beziehungen zu den Ver. Staaten Schaden leiden könnten beti einem energischen Vorgehen gegen Venezuela — obwohl nur ein fester Griff in das Wespennest Zweck hat — versekt einen Teil der Londoner Presse in bellen Zorn gegen Teutschland. „Wohin führt uns Teutschland-" fragt „Taily Mail", um schließliche zu fordern, daß England von Teutschland nicht in einem Streit mit den Ver. Staaten verwickelt werden dürfe. Bei
„ttiney' wird au» Washington telegraphiert, die Handlungsweise der verbündeten Kommandeure in Puerto Cabello werde für übereilt, aber zweifellos als innerhalb ihrer Befugnisse liegend gehalten. Die Lage bleibe daher unverändert. Ein zweifelhafterer Fall könnte entstehen, wenn die Frieden» - Blockade gegen Amerika durchgesetzt werden fome. Das Bombardement habe aber keinerlei Auflegung verursacht und die Presse verliere kein Wort darüber.
opfern. —
Ter Newyorker Korrespondent der „Frff. Ztg." hatte Unterredungen mit verschiedenen im öffentlichen Leben stehenden Männern und gewann den Eindruck, daß sich eine Strömung bemerkbar macht, welche auf beiden Seiten des Ozeans die größtmöglichste Vorsicht in der Behandlung der venezolanischen Frage zur Pflicht macht. Die Nach- richtenagenturen liefern fortdauernd aus London, Paris und sogar aus Berlin Meldungen, die Deutschland als treibende Kraft bei der Anwendung drakonischer Maßregeln gegen Venezuela erscheinen laffen, so daß daS Versenken der venezolanischen Schiffe und da- Bombardement von Puerto Cabello hier arrsdrücklich deutscher Initiative zugeschrieben wird. Diese beiden Maßnahmen haben hier allgemein verstimmt, da sie anscheinend über daS ursprüngliche Programm einer feindlichen Blockade hinausgehen. Tie „Newyorker Staats-Ztg." erklärt heute früh in einem Leitartikel, daß in den letzten 24 Stunden ein Umschlag in den venezolanischen Angelegenheiten ein getreten sei. ES sei jetzt zeitweise sehr leicht möglich, daß ein organisierter Verfluch gemacht werde, die öffentliche Meinung Amerikas gegen Teutschland einzunehmen. — Aus Caracas wird gemeldet, daß der Pastor der deutschen Ge» meinde, Bleider, gestern begraben wurde. Ter amerikanische Gesandte und viele Deutsche folgten dem Sarge. Tie Regierung hatte eine sehr starke Polizeimacht aufgeboten, indessen erfolgte kein Zwischenfall. — Ter Revolutions-General Hemander trifft heute in Caracas ein. Terselbe ist sehr ehrgeizig und thatkräftig, und manche erwarten, daß er die Situation gegen Castro ausbeuten werde. — Aus Washington erfährt der Korrespondent deS genannten Blattes, daß der heutige KabinettSrat mrs- schließlich die venezolanischen Angelegenheiten beraten wird. Präsident Roosevelt ist noch am ruhigsten, indessen liegt die Gefahr vor, daß er vom Kongreß voran gedrängt wird. Anscheinend wird morgen oder übermorgen eine Resolution im Kongreß angenommen werden, in der das Staatsdepartement um Auskunft über die Venezuela-Affaire ange- gangen wird. Tie Morgenblätter sprechen sich entschieden für die Annahme des ^Schiedsaerichtsvorschlages ans.
Im Washingtoner M a r i n e d e p a r t e m en t wird entschieden als unrichtig bezeichnet, daß an da? nord- atlantiscke G'sckwader oder an bie vereinigten Geschwader unter Admiral Tewey seit Abreise der Geschwader aus den Vereinigten Staaten irgend ein Befehl ergangen sei und betont, Tewev könne über seine Schiffe, was die Vorgänge in Südamerika betreffe, frei verfügen.
Au? Newyork verlautet: Castro ließ die gefangenen Rebellm frei, doch schlossen sich diese nickt ihm, sondern dem General Matos an, der eine neue Bewegung plant und Castro stürzen mähte. Die G°gner Castros gewinnen neuen Anhang. — Hier verschärft sich die Stimmung. Man verlangt das Eingreifen der Union und behauptet, daß England schon nach geben werde, wenn auch Deutschland an seinem Vorgehen festhalten sollte.
Au« Washington wird telegraphiert, es sei nickt ausgeschlossen, daß die Union ihre passive Haltung auf- geben werde, falls der Versuch gemacht werde, die Frredens- Blockade gegen amerikanische Schiffe dnrchznsetzen. Staats- sekretär Hcck teilte Deutschland mit, amerikanische Sckifle dürften nicht angehalten werden, mißer wenn dre Behinderung sich auf die gesamte Schiffahrt erstrecke. Note spricht hie Mißbiwanng jeglicher Anhaltung von Schiffen aus.' Castros Vorschlag einer gütlichen Verlegung des Streits sei von Bowen angeregt worden. Der Vorschlag erwähne keine Sckieds^Methode und keine Beschränkung einer solchen. Castro ^olle sich nicht von vornherein binden, sondern den " ü'dSricktern die Entscheidung darüber üoerlassen, ol ec zahlungspflichtig sei. — Der
wird die feindselige Sprach« derfranzösischen Presse. Taß Franfleich Deutschland sowohl wie England einen Mißerfolg aufrichtig wünscht, möglichst einen ernsten Konflikt mit den Ver. Staaten, daS ist begreiflich Aber es trteqf fortan Reserve auf in den Aufmerksamkeiten gegen Franv- reich_________________________
weitem sympathischer ist die Haltung, welche Regierung und öffentliche Meinung in Italien beobachten. Tort wird man nicht von der Angst beeinflußt, beim Anschluß an die Venezuela-Aktion die Amerikaner auf den Fuß zu treten. Zn Washington werden überflüssigerweise allerlei Eventualitäten ins Auge gefaßt, welche die Ver. Staaten nötigen könnten, aus ihrer Neutralität herauszutreten. Neberflüssig sind derartige Erörterungen, weil gar kein Zweifel ist, daß sich Teuffckland absolut an dasjenig-» ?lktionsprogramm halten wird, das der Ver. Staaten-Regierung unterbreitet worden ist. Nicht des Humors entbehrt, daß, wie dem ,Lokolanz." von wohlunterrichteter Seite mitgeteilt wird, die Engländer ebenfalls ein venezolanisches Sck-iff in den Grund gebohrt haben, und zwar ein Torpedoboot. Also man kann vor der eigenen ÄyLr fegen. ÄberraJ-^jt
Z)«r Konflikt mit Se»,,u«ka.
Wie uns von zuverlässiger Seit« aus Berlin mitgeteilt wird, nehmen die fieinen Kreuzer „Amazone", „Ariadne" und „Niobe" nunmehr, waS wir vor einigen Sagen an* zukündigen in der Sage waren, in Wilhelmshaven bie letzte Ausrüstung für dre Expedition nach Venezuela an Bord. Ta ferner daS in den westindischen Gewässern kreuzende Schulschiff „Stosch" Segelordre nach La Guayra erhalten hat, vielleicht auch die südlicher befindliche „Charlotta hinzugezogen wird, ist binnen kurzem eine stattliche deutsche Wehrmacht an der venezolanischen Küste bereinigt. Um mit Präsident Castro'S Soldatenschar fertig zu werden, bedarf eS eines solchen Geschwaders kaum. Wir teilten bereit- mit, daß eine dauernde Verstärkung der amerika- Nischen Station beabsichtigt ist, die teilweise auch auf die Westküste Amerikas entfallen soll. Man darf sich also woyl der Bedenken entschlagen, daß diese Ansammlung deutscher Kriegsschiffe vor Venezuela von der Regierung der Vereinigten Staaten mißtrauisch vermerkt werden und zu unliebsamen Kvmplikattonen führen könnte. ES sei immer wieder hervorgehoben, daß eine Besitzergreifung amerikanischen Bodens für Teutschland grundsätzlich nicht in Betracht kommt.
Nach einer Tepesche aus Caracas fand dort, als die Nachricht von dem Bombardement von Puerto Cabello eintraf, eine aufgeregte Kundgebung statt. Zehntausend Menschen marschierten durck die Straßen und vor Castros Palast, wo sie Waffen verlangten und Dergelttmg gegen Teutsche und Engländer heischten. Castto sagte: „Wir kämpfen gegen keine friedlichen deutschen und englischen Bewohner, nur gegen die bewaffnet kommenden. Venezuela soll sich gemäß feiner Zivilisation benehmen." Der Präsident riet zur Besonn en hÄt; er werde seine Pflicht thun und wenn nötig, sein Leben für die Ehre Venezuelas
Deutsches Reich.
Berlin, 16. Te-. Der Kaiser HSrte Reute bot* mittag im Neuen PalaiS die Vortrage des Ch.ffs deS Ad- miralstabs wirb deS ChesÄ des ÄMrfabtnettB. Zur! flrühstückötafel waren geladen der Gouverneur von Deutschs Östaflika, Goetzen, imb der Benediktinerbischof Caffian Spieß, welcher sich nach Tar-es-Salaam begrebt.
— Ter „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Geheimen OberregienmgSratS und Vortragenden Rats im Reichsamt des Innern, Krlch z-nm Prä- identen des Bundesamtes für Heimatwesen.
— Ter Reichskanzler Graf Bü'lolw em£fhtg gestern den neu ernannten Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika, Charlemagne Tower, der seinen ersten
mann erlassen. , , _ _
— Zum anhaltischen StaatSmini st er ist bet vor tragende Rat im preußischen Ministerium deS Innern v. Thalwitz ernannt worden.
Dresden, 16. Dez. Im Befinden deS KSnigS Georg hat sich insofern eine Verschlechterung eingestellt, als nach zwei fieberfreien Tagen gestern abend eine Temd peraturerhöhung aus 38,8 emgetreten ist. Der König muß, da auch der Husten heftiger geworden ist, das Bett hüten. Auch heute vormittag war der Pattent nicht fieberfrei.
München, 16. De^ Beim Prinzreaenten waren heute der bisherige preußische Gesandte Graf v. MvntS, Md nisterpräsident Graf Crailsheim und die Mitglieder btt preußischen Gesandtschaft mit ihren Damen zur Tafel gv- laden. ___i_——___i
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 17. Dezember 1908.
** Die Gemäldeausstellung am Brand bleibt wegen größeren Wechsels der Gemälde von morgen, Don» nerstag an, einige Tage geschloffen.
** Abonnement-Konzerte. TaS fünfte mw daS sechste Abonnement-Konzert finden in LteinS Garten nach Neujahr statt. ____ . . ,
**Der Gießener Radfahrerverein 1885 feierte am verflossenen SamStag abend in den Räumen von SteinS Garten sein diesjähriges Winterfest. Ter Verein kann mit dem Verlauf deS Festes durchaus zufrieden sein, Festteilnehmer waren so zahlreich erschienen, daß auch der letzte Platz besetzt war. DaS große Proaramm wickele sich rasch und korrekt, ohne jegliche Zwischenpausen ab, sodaß die Zuschauer keine ©eiegenbeit zur Langeweile fanden. Als Glanznummern dürften die gefahrenen Reigen — Eröffnungsreigen, Schulreigen, musik. Reigen (Scheuenreigen) und internationaler Reigen — im Vordergründe gestanden haben. Tie Gesangs- und humoristischen Vorträge wurden unter großem Beifall vorgetragen. Besondere Leisttlngen boten hierbei die beiden Humoristen, die Herren Huber und Kandowsky, sowie der Gesangsvortray des Fräulein Zufall. Das Theaterstück — Schelmenstreiche -h stand unter der Regie des Herrn Jaskowsky, wurde sehr gut gespielt und fand verdienten Beifall.
— Die hessischen Dammwärter, etwa 36 an de, Zahl, hielten am Sonntag in Frankfurt a. M. eine Versammlung ab, zu dem Zwecke, die Mittel und Wege zu beraten, um eine Regelung ihrer Gehalts- und Dienstwohnungsverhältnisse herbeizuführen. Die Flußba^lausseher erstreben Gleichstellung ihrer Gehaltsbezüge mit jenen der Beamten derselben Kategorie und gleichen Bildungsgrades, auch wünschen sie thunlichste Verallgemeinerung des bisher mw ganz vereinzelten Dammwärtern zu Gute gekommennen Dienst- wohnungS-SystemS.
♦* lieber den Umfang des MäuseschadenS im verflossenen Sommer und Herbst hat der Hessische Landwirtschaftsrat Erhebungen cmgesteflt, die, obwohl noch nicht vollendet, das Refultat ergeben haben, daß in Rheinhessen und in den Kreisen Gr. Gerau und Friedberg sich der Schaden auf über eine Million beziffert. Nach den Ermittelungen des Landwirtschaftsrats haben sich die zur Vertilgung angewandten Mittel fast nirgends wirklich von Erfolg gezeigt, was darauf zurückzuführen, daß die Mittel! zu spät und nicht in hinreichendem Maße angewandt worden sind.
Darmstadt, 16. Dez. Zu dem Dovpelselbstmord eines Liebespaare?, über den wir bereits mehrfach berichteten, erhalten wir noch folgende nähere Angaben: Das Motiv zu dem Doppelselbstmord wird darin erblickt, daß dem 18jährigen Oberprimaner Busch, der vor dem Abiturium stand, vom Schuldirektor wegen seines Liebesverhältnisies Vorhaltungen gemacht worden waren.
Offenbach, 16. Dez. Ein empörender, ver« brecherischer Anschlag ist heute Morgen in einem Hause in der Teneselderstraße von einem bisher noch unermittelten angebl'chen Spenglergesellen versucht worden. Im dritten


