ISS. Jahrgang
Erstes Blatt.
um
mögen.
Ilbrefk für Depeichenr Anzeiger Gießen. ^rrnfprcdianfd)!ii6'Jlr.51.
ten,' verringern sich die Wahlchancen der Bündler in wirkt. Möge c5 den verbündeten Regierungen gelingen, das Verdien ganz wesentlich. Der amtliche Apparat würde für | HSltniS zwischen dem Reich und den Bundesstaaten so zu gestalten,
Zweite hessische KtändeLammer.
R.B. Darmstadt, 16. Dez.
treten.
AnS einem Auseinandergehen der Bündler und Konservativen — diese kommen ja hauptsächlich in Betracht — folgt aber noch ein Weiteres: der Wurzelboden des Bundes würde von Ostelbien norft Westelbien sich verschieben. In dem Augenblick, wo die preußischen Konservativen es ablehnen, auf da- bündlerische Programm sich zu verpflichten, verringern sich die Wahlchancen der Bündl Ostelbien ganz wesentl'.-,. .......... ,
Nr. 29«
»rsch-t»« täglich außer Sonntags.
De» Siebener Anzeiger werden im Dechlel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien' blätter viermal in der Woche beiqelegt.
-iotationSdruck u. Verlag der Brüh l'lchen Unwers.-Buch- u.S>iem- bruderd (Pietich Erben) Rebakttorl, Erpedttw» und Druckerei:
Bekanntmachung.
Betr.: Tchweinerotlauf in Nleder-Brsstngen.
Bei zwei Schweinen deS Landwirts Georg Hau in Nieder-Bessing en ist Tchweinerotlauf festgestellt und die Schutzimpfung sämtlicher in derselben Herde befindlicher Schweine angeordnet worden.
Gießen, den 16. Dezember 1902.
Großherzogliches Kreisamt Gieße«.
Dr. Breidert.
Mittwoch 17.Dezember 1SVS
VezngspretSr monatiich7b 13k viertel^ jährlich 9Jlt. 8.20; durch A Abhole- u. Zweigstellen mF monatlich 6o Pf.; durch v die Post Mk. 2— viertel-
bestimmen.
Die Zweite Kammer ist von dieser landesfürstlichen Huld angenehm berührt, und gestattet sich, hierfür und für das in sie gesetzte Vertrauen den ehrerbiettgsten Dank auSzusvrechen.
Die Aufgaben, welch« aus dem XXXII. Landtage der Erledigung harren, sind von Eurer Königlichen Hoheit in Allerhöchst- dero Thronrede erwähnt. Auch die Zweite Kammer erkennt die große Bedeutung und Wichtigkeit derselben an.
Di« Zweite Kammer verschließt sich nicht der unerfreulichen Thatsache, daß der aus dem wirtschaftlichen Leben noch immer lastende Druck namentlich bei den Erträgnissen der StaatSeisenbahnen und der Forstdomänen zur Geltung kommt, und im Verein mit den ungewöhnlich hohen Leistungen der Einzelstaaten an dar Reich einen ungünstigen Abschluß der Staats-Einnahmen und -Ausgaben be-
All«rdurchlm,chttgster Großherzog l Allergnädigster Großherzog und Herr!
Girre Königliche Hoheit baden bei der feierlichen Eröffnung deS XXXII. Landtags den Ständen des GroßherzoatumS Ihren landesherrlichen Gruß zu entbieten und in Allerhöchstdero Thronrede zu erwähnen geruht, daß Eure Königliche Hoheit der Unterstützung und Mitwirkung der Stände bei den bevorstehenden Aufgaben mit vertrauen entgegeniehe.
Von weiterem Wohlwollen den Ständen gegenüber spricht der Umstand, daß Eure Königliche Hoheit die Gnade gehabt haben, zum Tage der LandtagSeroffnung Höchstihren Geburtstag zu
krümchen (nicht Stückchens cm die Bügel und Nein zer». drückten Kartoffeln muß beachtet werden, daß dieselben, sobald sie feucht geworden sind, nicht länger als höchstens einen Tag auf der Futterstelle liegen bleiben dürfen, weil! sie leicht Säure erzeugen, unseren Schützlingen den Magen verderben, und den Tod derselben herbeiführen können.
Will man nicht besondere Futterplätze einrichten oder Futterbreiter anbringen, so streue man doch wenigstens auf einen, von Schnee gereinigten Platz in dem Garten^ auf dem Hofe, vor oder hinter dem Hause von vorgenannten Futtermitteln, und man wird wahrnehmen, daß sich bald' die gefiederten Gäste einfinden.
Bisweilen hört man die Meinung, daß die insektenfressenden Vögel durch die Anlegung von Futterplätzen! il dergl. verwöhnt würden, und sich mtt weniger Eifer an die Aufiuchung der an den Bäumen klebenden Jn- sekteneier und Larven hermachten. Wer solches behauptet, der hat noch nicht beobachtet, daß die Vögel, so lange noch im Winter das Wetter gelinde ist, die für sie her- gerichteten Futtcrplätze nicht besuchen, und wenn sie mit dem auserlesensten Futter bestreut wären; sie kommen nur dann zur Futterstelle, wenn Schnee und EiS die Baumrinden bedecken und ihnen das Aufsuchen ihrer Nahrung unmöglich gemacht wird. Eine Fütterung der Vögel braucht überhaupt nur bei Schneefall, Reif oder Glatteis eüH zutreten.
Indem wir annehmen bf.rfen, durch vorstehende, iifc Interesse der bei uns überwinternden Vögel gemachte Ausführung das Mitleid und die Mithilfe weiter Kreise angeregt zu haben, wollen wir noch anfügen, daß von den, in diesem Winter neu hergerichteten Futterbrettern welche, soweit der Vorrat reicht, unentgeltlich abgegeben werden können. Man wolle sich dieserhalb, sowie auch wegen weiteren Bezugs von Futterbrettern und Futterhäuschen an den Vorsitzenden des Gießener Ticrschutzvereins wenden. Anfragen werden im Stadt - Knabenschulhause entgegen-, genommen.
Darmstadt, 16. Dezember 1902.
Es folgt nun die Beratung des Gesetzentwurfs betr. Ml Fürsorge für Beamte infolge von Betriebs^ Unfällen. Ter Referent Aba. Reh, hat darüber namen« de- Ausschusses schriftlichen Bericht erstattet. Turck baä ReichKunfallversicheuungSgesetz vom 6. Juli 1884, welches itt Betriebsverwaltungen des Reiches, eines Bundesstaates oder eines Kvmnnlnalverbandes mit festem Gehalt und Pen«i sionSberechttgung angesteMe Beamte von dieser Verficht rung ausschloß, würde daS Reichsgesetz über die Fürsorge für Beamte und Personen deS Soldatenstandes erlassen, Tie hessische Laickesgesetzgebung hat mit dem Gesetz troirt 18. Juni 1887 analog dem Reichsgesetz eine gleiche Regelung für die hessischen Beamten eintreten lassen. Ter preußisch" hessische Staatsvertrag von 1896 ergab die Notwendigkeit einer Revision dieses Gesetzt, die in dem vorliegenden Gesetzentwurf zum AuSduuck kommt. In dem neuen ReichKi gesetz vom 18. Juni 1901 wurde der LandeSgesetzgedung eine Frist zur Neuregelung bis zum 1. Januar 1903 g» währt. Würde diese Frist unbenutzt verstreichen und eine den neuen reichsgesetzlichen Bestimmungen mindesten- gleichldrmnende Fürsorge nicht bestehen, so würde von dem genannten Termin ab auf die hessischen Beamten die thu falTversicherungsgesetzgebung deS Reiches Anwendung finden, Tiefe Möglichkeit beseitigt der vorliegende Gesetzentwurf, der die hessischen Beamten in der Unfaklfürsorge den Reichsbeamten des Gesetzes vom 18. Juni 1901 gleichstellt. Ter Ausschuß beantragt daher die Annahme deS Gesetz, entwurfs.
daß die Kräfte der letzteren in wesentlich geringerem Maß» herangezogen werden, wie dies seither der Fall gewesen ist
Die in Aussicht gestellte Gesetzesvorlage xur Erleichterung deS Neubaues von Nebenbahnen, und die weitere Vorlage, di» Neuregelung der Gsmeiudeumlagen betreffend, wird die Zweit« Kammer eingehend prüfen und daS ihrig» zu einer befriedigenden Verabschiedung beitragen. Diese gesetzlichen Maßnahmen entsprechen unzweifelhaft en em lebhaft empfundenen Bedürfnis.
Im weiteren hat eS der Zweiten Kammer zur Befttediguna gereicht, daß für die Jntereffen der Landwirtschaft, d«S Handel» unb >er Industrie wie bisher reichliche Mittel in den Haupworanschla- eingestellt sind. , , , _
Insbesondere begrüßt sie, daß Eurer Königlichen Hoheit fne*. qierung der Frage der Schaffung einer berufsständigen Vertretung ,er Landwirtschaft nähergetreten ist und eine entsprechende Vorlag» dem Landtage zugehen zu laßen beabsichtigt.
Mit hohem Jntereffe hat die Zweite Kammer Eurer Königlichen Hoheit Mitteilung pernommen, daß die erneute Einbringung be§ im vorigen Landtag nicht zur Verabschiedung gelangten Gesetz- entwuckeS über die Revision deS landständischen Wahlgesetze» hx Aussicht steht. Die Zweite Kammer wird denselben einer eingehenden Prüfung unterziehen und gern daS ihrige beitragen, daß auf diesem Landtage zwischen den gesetzgebenden Faktoren eine Einigung erzielt wird.
Steine geringere Aufmerksamkeit wird die Zweite Kammer allen übrigen von Eurer Königlichen Hoheit Regierung zu erwartenden Vorlagen schenken; sie gtebt sich mit Eurer Königlichen Hoheit gern der Hoffnung hin, daß es ihr gelingen werde, im Einvernehmen mit Eurer Königlichen Hoheit Regierung die Arbeiten de» Landtages zum Wohle und Gedeihen deS geliebteu engeren Vaterlandes zum Abschluß zu bringen.
Schließlich verbindet die Zweite Kammer mit dem Ausdrucks ehrerbietigen Dankes für die erneute Zusicherung deS landeSfürst- Heben Wohlwollen» den Wunsch, daß die von Eurer Königlchen Hoheit unternommene Reise in weite Ferne gut verlaufen und Eure Königliche Hoheit in das geliebte Heimatland glücklich heimkehre«
haben .Auch ist eS viel wert, wenn die Futterstelle sich in der Nähe eines Gewässers befindet. Wo dieses nicht möglich zu machen ist, da darf man es nicht versäumen, den Vögeln mit Wasser gefüllte, flache Gefäße neben an zu stellen; denn wenn Teiche, Bäche und Flüsse zugefroren sind, haben die Vögel oft mehr unter den Qualen des TursteS als Hinter den Qualen deS Hungers zu leiden.
Für alle Meisenarten, die kleineren Spechte, Baumläufer, Finken usw., aud> Amseln, empfiehlt sich für die Minterfütterung: Kürbis-, Gurken-, Sonnenblumenkerne, ganz kleine Stückchen Nußkerne, Hanfkörner, klein zerschnittenes, gekochtes, aber nicht gesalzenes Fleisch (etwa erbsengroß), kleine Krümchen von Talg oder ungesalzenen Speck lnur nicht Stearin oder Paraffin).
Oft sieht man Speckschwarte oder Speckstteifen für die Meisen angenagelt. Es sieht wohl schön aus, wenn die Meisen daran ihre Turnkünste üben; doch wird dieses Herumflattern an genanntem Futter für dieselben oft sehr gefährlich, weil sie dabei die Schwungfedern leicht fettig machen, und dann schlecht fliegen, und so leicht eine Beute ihrer Feinde werden können. Zeisige, Goldammern, Hänflinge, Haubenlerchen, Stieglitze usw. nehmen fürlieb mit Heusamen, Scheunen ab fall, alten, übrig gebliebenen Gartensämereien, Rapsabfälle, Mohn-, Hanfsamen u. dergl. m.
Amseln, Trosseln, Stare usw. werden heranaezogen durch getrocknete Hollunder- und Heidelbeeren, Trauben von wildem Wein, Hagebutten, durch Neinzerschnittene Aepsel oder Birnen, fein geschnittene Stückchen Fleisch (gekochtes und womöglich ungesalzenes). Rohes Fleisch sollte man nie geben, einerseits, weil dies den kleinen Vögelchen schädlich werden kann, andererseits, weil sich die Amseln dadurch verwöhnen, und im Sommer junge Vögelchen als Leckerbissen betrachten. „
Kleine Mehlwürmer mit eingedrückten Köpfen, Amersen- puppen und etwas Mohnsamen sind für den Zaunkönig ein Leckerbissen. c
Bei Verabreichung von Schwarz- und Weißbrot
KedenLet der frierenden, Hungernden ASgel?
Denn Schnee und Eis Wald und Flur bedecken, dann tritt bei unseren lieben Sängern, den Vögeln, die bitterfte Not ein.
Einzelne Tistelstöckchen und einzelne Samenähren des Wegerichs, die aus der Schneedecke hervorragen, oder die wenigen Beeren, welche noch vereinzelt an den Büschen hängen, vermögen nicht den Hunger der armen Vögel zu stillen. Tie Not treibt die sonst so scheuen Tierchen in die Nähe unserer Wohnungen. Aus chren Augen spricht gleichsam die stille Bitte: „Gebt ihr uns doch zu essen!" Tie Tierschutzvereine betrachten es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben, für die Linderung der Not unserer Vögel einzutreten. Nicht allein dadurch, daß sie geeignete Futterplätze anlegen, oder Futterbretter an geeigneten Orten anbringen und mit Futter beschicken, das den Vögeln frujaat, sondern auch dadurch, daß sie suchen, andere zur Mithilfe zu bewegen. Und in erfreulicher Weise wird von vielen edlen Menschen der darbenden Vögel gedacht und für sie gesorgt! ÄX„ , . .,.
Ta aber manche Gccke, die den Vögeln bargereufit wird, für sie sogar schädlich sein kann, so erachten wir eS für angebracht, in nachfolgender Ausführung über die geeignetste und den Vögeln zuträglichste Winterfütterung das Notwendigste mitzuteilen.
Tie Anlage der Futterplätze und das Anheften von Futterbrettern muy an solchen Plätzen geschehen, wo sich Zuleitungen vorfinden (Gärten, Zäune, mehrere Baume, Ufer mit Gebüsch usw.). Auch dürfen in der Nähe nicht Vorgänge stattfinden, die den Vögeln Furcht einjagen. So stört z. B. gleichförmig dauerndes Geräusch weniger, alS von Zeit zu Zeit erschallendes; vorübergehende Menschen weniger, als stehenbleibende u. dergl. m. Auch empfiehlt eS sich, die Futterplätze mit Tarnen und anderem Gehölz zu umzäunen und zu bedecken, weil dies den kleinen Vögeln das Gefühl der Sicherheit fließt und sie Schutz vor Raubvögeln und anderen ungebetenen Gästen
Präsident Haas eröffnet die heutige dritte Sitzung 101/g Uhr.
Am RegierungSttfch die Herren: Staatsmimster Exz. Rot he, Ministerialrat Best, Reg.-Rat Frhr. v. Schenck
Vor Eintritt in die Tagesordnung nimmt Präs. Haas dem sozialdemokratischen geordneten Orb-Offenbach den Eid aus die Verfassung ab.
Erster Gegenstand oer Tagesordnung ist: Beratung und Beschlußfassung Über eine an Se. Königl. Hohett den Großherzog zu richtende Adresse. Ter Präsident verliest in Abwesenheit des sozialdemokrattschen Abgeordneten und Schriftführers Abg. Mttch die Adresse an Se. Königl. Hoheit den Großherzog. Dieselbe wird ohne Debatte ttnstimmig angenommen und lautet:
In tief fier Ehrfurcht Eurer Königlichen Hoheit allerunterthänigft treugeborfamft« Zweite Kammer der Stände.
LandbÜndler gegen Konservative.
GS liegt klar zu tage, daß die zo Apolitischen Kämpfe eine bettächtliche Spannung zwischen den Führern deS Bundes der Landwirte und den SPon'ferDati ben hervor gerufen haben. Tie parlamentarische Auseinandersetzung zwischen beiden Richtungen wird nach der Ankündigung deS Abg. v. Kardorff bei der Etatsdebatte im Reichstag erfolgen. Herr v. Kardorfl gehört als Schlesier zu derjenigen Gruppe von Konservativen, die den organisierten Agrariern von jeher wenig sympathisch gegenüber- stand. Meinungsverschiedenheiten, wie sie zwischen der vTeutfchen Tagesztg." und der „Schlef. Ztg.", dem Organ beS schlesischen Großgrundbesitzes, immer von neuem auf- treten, können schärfer kaum zwischen Agrariern und Industriellen bestehen. ES verlautet bereits, daß die schlesischen Konservativen noch vor Wiederaufnahme der ReichS- tagösitzungen ihre Scheidung vom Bunde in aller Form vollziehen werden. Wir glauben, daß daS Tischttlch erst nach und auf Grund der eingangs erwähnten parlamentarischen Auseinandersetzung zerschnitten werden wird. Toch das Freundschaftsverhältnis ist auf jeden Fall nachhalttg getrübt; die konservattve ReichAtagSftaktion hat in der jüngsten Sitzung ihren bündlerisch „,gefärbtew" Mitgliedern ein unverkennbares Mißtrauensvotum erteilt, und der gleichfalls davon betroffene Abg. Tr. Oertel, der leitend^' Redakteur der „Deutschen TageSztg.", erklärt in dieser mit dürren Worten, die Landwirtschaft fahre besser, wenn nicht eine große Schar „Tauer" Freunde, sondern ein kleines Häuflein „fester" Männer ihre Jntereffen vertrete. TaS ist flipp und klar die Aufforderung an die Bauern, nur „reine" Bündler zu wählen und nicht von den unzuverlässigen Konservativen sich umgarnen zu lassen.
Tie Neuwahlen also sollen den Bund auf dem KriegS- pfade gegen die Kvnservattven sehen. Ist daS aber der Fafl, dann können die Abgg. Frhr. v. Wangenheim. Oertel, Sch r e m p f u. a., die zur Zeit der kvnservattven Fraktion angehören, nur mit dem bündlerischen Programm sich wieder um ein Mandat bewerben. ES hort denn auch der „Bund der Landwirte" auf, eine rein wirtschaftliche Vereinigung zu sein, deren Anschauungen und Forderungen von Mitgliedern verschiedener bürgerlicher Parteien vertteten werden. Ter Bund, da- Häuflein „fester" Männer, muß. losgelöst vom Gefüge bestehender Parteien, notwendig zu einer politischen Organisation werden, und al- solche bei den Wahlen mit den anderen Parteien in Wettbewerb
den konservativen, und nickt für den bündlerischen Kandidaten, in Bewegung gesetzt werden. ES bliebe also dem Bunde nur übrig, das frauptfelb seiner Tbüttgkett nach Westelbien, besonders nach Südwestdeutschland,, zu verlegen. Tie jüngst stattgehabte Agitattonsfahrt deö Bundesvorsitzenden Frhrn. v. Wangenheim nack Württemberg darf vielleicht al- t>orbereitenber Schritt in diesem Sinne angesehen werden. Nun ist ja richtig, daß schon heute mehr als dis Hälfte aNer Bundesmitglieder auf Westelbien entfällt, daß dieser Prozentsatz sich erböhen wird, wenn die preußischen Kvnservattven dem Bunde die Freund- chaft auskündigen. Aber was will eine Organisatton von elbst 200 000 Mitgliedern, auf sich selbst gestellt, für den wlittschen Wahlkampf besagen ?Tie Wussicht, auch nur n die Sttchwahl zu kommen, ist doch für sie ungemein gering. Tie bestehenden bürgerlichen Parteien können wohl ohne oen Bund auSkornrnen; nicht aber kann es der Bund ohne Unterstützung seitens dieser Parteien bei den Wahlen.
TeShalb darf auch gesagt werden: mit dem Bunde mußte und muß gerechnet werden, solange er eine rein wirtschaftliche Vereinigung war und ist. Ms selbständige politische Organisation kann der Bund bestenfalls die parlamentarische Bedeutung erlangen, wie sie etwa die deutschsoziale Reformpartei hat.
jähri. auSfchl. Beslellg. Annahme von Anzeigen für bi« TageSnuinmer bis vormittag- 10 Uhr, ZeitenprelS: lokalILPf«, auSwärtS 90 Pfg.
Verantwortlich für ben poltt. u. allgem. Teil
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen


