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Mimischer, italienischer, portugiesischer und tschechischer Sprache. In Rußland, Rumänien und Serbien toirb es verschiedentlich nachgedruckt. Von Kulturnativnen, die dem Buche kein Interesse entgegenbringen, steht somit die mad° jarische Nation vereinzelt da, dies jedoch nur, weil die meisten Madjaren es vorziehen, die deutsche Originalausgabe zu lesen. Tie Nachfrage ist, wie man uns aus München schreibt, ganz außerordentlich groß; es gingen allein von München nach Leipzig nicht weniger als 80 Kisten im Gewicht von je 10 Zentnern ab. 14 Schnellpressen waren ausschließlich mit dem Truck beschäftigt. Würde man alle Bände des kompletten Werkes aufeinander- legen, so gäbe es einen Stoß von 4000 Meter Höhe. Krügers Lebenserinnerungen werden wahrscheinlich für seine Stammesgenossen und für alle Burenfreun.de i>er ganzen Welt der Schlußstein in der Beurteilung der südafrikanischen Verhältnisse bilden. Krüger bot alles auf, sein Vaterland vor einer Umllammerung zu bewahren. Wenn er schon den einzelnen Engländern alle Gerechtigkeit widerfahren läßt, so ist sein Urteil doch über die Hauptträger von Englands Politik vernichtend, und er scheut sich nid#, Milner, Rhodes und Chamberlain als das zu zeichnen, für was er sie hält. Er spricht frisch von der Leber und die Charakteristik dieser Männer ist nichts weniger als •schmeichelhaft. Wenn trotz der furchtbaren Anklagen die Nachfrage nach dem Werke gerade in England ganz außerordentlich stark ist, so sieht man daraus wohl nichts anderes, als daß die Leute das Buch nur kaufen, um die Ansichten des gestürzten Feindes des britischen Reiches kennen zu lernen. Ter englische Verleger von Krügers DLe- moiren sagt, die Nachfrage übertreffe alle Erwartungen bedeutend; allein die Bestellungen aus den Kolonien überträfen die erste Mrflage um das Dreifache; zwei Auflagen werden neu gedruckt und für die Kapkolvnie und für Natal hat je eine besondere Ausgabe gedruckt werden müssen. In Amerika werde Krügers Buch wahrscheinlich populärer werden, als alles, was bisher über Südafrika und den Krieg erschienen sei.
Universitäts-Nachrichten.
München, 15. Nov. Tie Akademie wählte unter Anderen ru korrespondierenden Mitgliedern: Den Professor der Sprachwissenschaft a. D. A u f r e ch t-Bonn, den $)tt{io= logen Engelmann-Berlin, den Botaniker Engler und Chemiker Banthoff-Berlin, den Mineralogen Ro sen- busch-Heidelberg, den Professor der Staatswissenschaften Knapp-Straßburg i. E, den Kirchenhistoriker Hauck- Leipzrg und den Professor der Rechtsgeschichte Hüffer- Donn.
Paris, 15. Nov. Die Gruppe der Freidenker beschloß, den Unterrichtsminister durch eine Delegation auszufordern, allen Universitäts-Professoren die Erteilung des Unterrichts an den verschiedenen religiösen Gymnasien zu untersagen.
Geriltitssaat.
Halle a. S.» 16. Nov. Vom Kriegsgericht der 8. Division wurde der Kürassierleutnant Heinz von Oertzen wegen versuchter Notzucht, begangen an der Tochter eines Maurers während des letzten Herbstmanöoers, zu vier Monaten Gefängnis und Sienft- entlasiung verurteilt.
Arbeiterbewegung.
Meerane (Sachsen), 16. Noobr. Ten in den Fabriken streikenden Färber haben sich jetzt auch die Arbeiter in den Meißener Färbereien angeschlossen; die Hauswebcr wollen gleichfalls in eine Lohnbewegung eintreten.
Paris, 16. Novbr. Sämtliche Hutmach er sind seit gestern abend im Aus st and.
Triest, 16. Nov. Die Hafenarbeiter fordern neuerdings eine Lohnerhöhung und drohen, falls sie nicht bewilligt wird, in den Streik einzutreten.
Brüssel, 16. Nov. Aus einem in Horml abgehaltenen Kongresse der M inen arb eiter wurde beschlossen, alle Vorbereitungen für eine allgemeine Ausstandsbewegung der belgischen Grubenarbeiter zu treffen. allen Grudenbecken sollen Versammlungen und Kundgebungen stattfinden zur Erlangung des Achtstundentages und der Altersrente.
Märkte.
Grüubcrg, 15. November. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 15.44 bis 15.75 Mk., Korn 14.10 bis 00.00 M, Gerste 13.12 bis 13.75 Mk., Haier 12.70 bis 14.00 Mk., Erbsen 17.50—00 Mk., Linsen 26.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mark, Samen 00.00—00.00 Mk^ Kartoffeln 0.00 bis 0.00 Alk.
lo. Frankfurt a. M., 8. Nov. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. 3um Verkaufe standen: 434 Ochsen, 118 aus Oesterreich, 31 Bullen, 0 aus Oesterreich, 845 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oesterreich, 249 Kälber, 455 Schafe und Hämmel, 1248 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaslämmer. Bezahlt
wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Dd?fen LQualUät 70—72 TIL, 2. Qual. 65—66 Ttt, 3. Qual. 60—63 Ml.; Bullen l.Qual. 63 bis 65 Mk., 2. Qual. 59—61 Mk.; Kühe L Qual. 61—62 SDIL, 2. Qual. 56—58 Mk., 8. Qual. 46—48 Mk, 4. Qual. 40—42 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: 1. Qualität80—82 Pfg.,Lebendgewicht 50—00 Pf., 2. Qual. 74—75 Pfg., Lebendgewicht 44—46 Pfg., Schlachtgewicht 62—65 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 62—64 Pfg., 2. Qual. 58—60 Pfg^ 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 68 Pfg^ Lebendgewicht 53 Pfg^ 2. Qual. 67 Pfg., Lebendgewicht 52 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: bei Hornvieh gedrückt, Ueberstand bed., bei Kleinvieh gut.
ic. Frankfurt a. M., |17. Nov. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 15.75,-00.00 Kurhessischer Mk. 15.75—16.00, La Plata Mk. 17.25—17.50, Kanias Mk. 17.25—17.50, Roggen (hiesiger) Mark 14.50—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.50—15.75, Frankenfelder Dlk. 00,00—00,00, HaserDlk. 14.75—15L5, Mais Dlk. 14.00—14^5, Weizenmehl 0 Mk. 25.25—26.,00 2. Qualität Mk. 23.00 bis Alk. 00.00, 3. Qualität DU. 21.75—22.00, Roggenmehl 0 Mk. 23.00—23.75, 1. Qualität DU. 21.75—22.25, Weizenkleie DU. 8.75 bis DU. 9.00, Roggerikleie Mk. 9.50—00.00, Maiskeime Mk. 10.00 bis DU. 10.25, Franken, Pfälzer, Ried DU. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
Spleipl.au der «reinigten Frankfurter Stadttheater. Operuhaus.
Dienstag den 18. November, abends 7 Uhr: „Unbine/ Neues Schauspielhaus.
Dienstag den 18. Stooember, abends 7 Uhr: „Faust", 1. Teil mit Prolog nn Himmel.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Montag, den 17. November, abends 8 Uhr, Bibel st unde im Konfirmaiidensaal der Johanneskirche. 1, Johannesbrief, Kap. 2, 12—14, die Absage an die Welt.
Pfarrer Dr. N a u m a n n.
Tie Versammlung der konfirmierten Mädchen der Lukas- gemeinde findet nicht Dienstags sondern Donnerstag den 20. Novb.r, nachmittags 51/, Uhr, im Konfirmandensaal der Johanneskirche statt.
Pfarrer Euler.
Krieskasien der Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
Sch. P. iu Lollar. Das Hallen von Privatslunden ist den Volksschullehrern gestattet, wenn die Kreisschulkommission nichts dagegen einzuwenden hat.
Nenene Rielouagen.
Originaldrahtmeldnugeu des Gießener Anzeiger.
Berlin, 17. Nov. In einer großen Po len-Ver-, samrnlnng, welche behufs Stellungnahme gegen die zollfreundliche Haltung der polnischen Reichstags-Fraktion einberufen war, ging es vielfach stürmisch zu. Namentlich schlugen die polnischen Sozialdemokraten eine sehr scharfe Tonart an. Tie Haltung der Fraktion wurde als rücksichtslos gegen die Interessen der ärmeren Bevölkerung bezeichnet. Großer Sturm erhob sich, als ein polnischer Sozialdemokrat meinte: Alles Reden helfe nichts, man müsse den Abgeordneten den Laufpaß geben und nur polnische Sozialisten wählen. Schließlich wurde eine Resolution angenommen, in der die Haltung der Fraktion als unvereinbar mit den Interessen des polnischen Volkes bezeichnet wurde und die Abgeordneten aufgefordert werden, gegen den Zolltarif einzutreten. Eine von den polnischen Sozialdemokraten eingebrachte well schärfere Resolution wurde abgelehnt.
Rendsburg, 17. Nov. Auf der Eisenbahnstrecke Schleswig-Owschlag fuhr ein Eisenbahnzug auf eine Draisine auf, die mll Arbeitern beseht war. Es gelang allen Arbeitern, noch rechtzeitig abzuspringen bis auf einen, dem beide Beine abgefahren wurden. Die Draisine wurde vollständig zertrümmert. Der verunglückte Arbeiter starb bald daraus im Krankenhause.
Königsberg i. Pl^, 17. Nov. Heute früh herrschten acht Grad Kälte.
London, 16. Nov. Heute vormittag wohnte der Kaiser mit den anderen in Lowther Castle anwesenden Güsten dem Gottesdienst in der Kirche in Lowther bei. Nach dem Frühstück unternahm der Kaiser bei schönem Wetter einen Spaziergang. Während des Diners und abends spielte die Kapelle des Lord Lonsdale. Ter Kaiser überreichte Lord Lonsdale die Insignien des Kronenordens 1. Klasse.
London, 17. Nov. Gegenüber den Ausführungen des Kriegsministers Brodricks, welcher am Freitag in seiner Rede versichert halle, die englische Regierung allein habe die Verpflegungskosten der Buren in den Konzentrationslagern übernommen, ruft die Erklärung des Amsterdamer „Handels'blad" großes Aufsehen hervor, daß das holländische Komitee zur
Unterstützung der Buren in den Konzentrationslagern eine?' Gesamtsumme von 43 500 Pfund Sterling aufgewendet habe.
Budapest, 17. Nov. Auf den Bi schof vonn Ber- schetz wurde in Karlosza ein Attentat verübt. Ein unbekanntes Individuum feuerte durch das Fenster einen1 Schuß auf den Bischof ab, welcher die Kleider desselben durchlöcherte.
Athen, 17. Nov. Zwei Wachtposten des in den Binnew-, Hafen in Reparatur befindlichen deutschen Stationsschis seS Loreley wurden in der Nacht ermor bet und zwei groß? Koffer mit Geld und Dokumenten entwendet.
Tanger, 16. Nov. Nachrichten aus Fez zufolge ist der Prätendent von den Truppen des! Sultans geq fangen worden.
Washington, 16. Nov. Ter Generalkonsill der einigten Staaten in Guatemala sagt in einem Bericht über den durch den Ausbruch des Vulkans Santa Maria den Kaffeepflanzungen zugefügten Schaden, den ev auf fünf Millionen Tollars schätzt, daß viele zerstörte Pflanzungen Eigentum deutscher Staatsangehöriger, seien, die dadurch vollständig verarmt seien, da sie die Pflanzungen mit dem Gelbe fremder Banken anlegten.
Telephonischer Kursbericht*
Frankfurt a. 1m., 17. November 1902.
3*/8o/o Reichsanleihe . . 101.95 3 do. . . . 91.45
ö1 /,% Konsola . . . . 101.80
»o/o do.....91.40
8‘/t°/n Hessen .... 100.20
356 Oberhessen . . . 99.80 456 Oesterr. Goldrente . . 103.10 4'/, 56 Oesterr. Biiberrente 101.30
4% Ungar. Goldrente . . 101.55 4% Italien. Rente . . . 103.20 4*/a% Portugiesen ... 50.00 6°/ Portugiesen. .... 31.45 156 6. Türken .... —.— lückenlose......—.—
4% Griech. Monopol.-AnL 44.40 4'/, 56 äussere Argentiner —.—
3% Mexikaner .... 25.10 41/ü’/o Chinesen .... 92.50 Electric, bcbuckert . . . 79.25 Nordd. Lloyd . . . . 95.70'
Kreditaktien ..... 210.70 Diskonto-Kommandit. . . 187.60 Darmstädter Bank . . . 138.20 Dresdener Bank . . , . 142.00 Berliner Handelsgee. . . 155.50 Oesterr. Staatsbahn . . . 149.30 Lombarden • • • • . 18.70 Gottbardbahn..... 180.25-
Laurahütte ...... 200.25 Bochum ....... 167.00 Harpener......166.70
Tendenz: fest.
Vermögen deutscher Versicherungs-Gesellschaften. Kem- Gewerbe Hat in den letzten 10 Jahren in Deutschland einen sos großen Aufschwung genommen, wie das Versicherungs-Gewerbe.! 1890 betrug das Vermögen aller deutschen Privat-Versicherunas- Gesellschaflen 1851, dagegen 1901 3684 Millionen Mark, also fast das Doppelte. Tie deutschen Gesellschaften legen in löblichem Gegensatz zu den Gesellschaften anderer Länder ihre Kapitalien der Hauptsache nach in mündelsicheren ersten Hypotheken an. So kommt, es, daß der Hypolhekenbesitz einer einzigen Gesellschaft, der Viktoria^ mit rund 270 Düll. Diack eben so groß ist, wie der Besitz an Wellpapieren bei allen Gesellschaften aller Branchen zusammengenommen. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, daß keine Versicherungs- Gesellschaft unseres Kontinents in ihrem Gesamtvermögen auch nur den Hypothekenbesitz der Viktoria erreicht. Dies ist weiter fein Wunder, da bekanntlich die Viktoria nicht nur die größte deutsche Lebens-Versicherungs-Gesellschaft, sondern auch gleichzeüig die größte deutsche Unfall-Versicherungs-Gesellschaft ist. Die Lebens-Versiche- rungs-Gesellschasten haben die größten Rücklagen zu machen, sie verfügen daher über die größten Vermögenszahlen, die bei besonders! rührigen Gesellschaften ganz rapide wachsen. Z. B. hat sich bei der Viktoria das Vermögen in den letzten 4 Jahren verdoppelt, iw den letzten 8 Jahren vervierfacht. Aber auch sonst fitrden ansehnliche Zunahmen statt. Im Jahre 1901 stieg das Vermögen bei der Viktoria um 48,6 auf 319,8 Millionen Mark, bei der Gothaer um 9,6 auf 267,7, bei der Germania um 13,5 auf 263,5, bei der alten Leipziger um 14,1 auf 210,7, bei der Stuttgarter um 13,5 auf 197,8' u. j. f. Dagegen verschwinden in ihren Vermögenszahlen die Gesellschaften anderer Branchen. Alle anderen Gesellschasten zusammengenommen, die Feuer-, Transport-, Hagel-, Vieh- u. s. ro. Versicherungs-Gesellschaften, die Rückversicherungs-Gesellschaften mit eingeschlossen, hatten im Ganzen nur ein Vermögen von 894 Mill. Mark, also rroch nicht dreimal so viel als die Vlkwlla allein.
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Gießen, am 15. Jtovember 1902. _ , 8006
Grogherzogucye '§ul.germeisteret Gießen.
_______________Mecum.__
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Reiskirchen für 1903/04 liegt voin 20. d. Mts. an acht Tage lang zur Ein- icht der Jntereffenten auf hiesigem Bürgermeistereibureau offen.
Reiskirchen, am 16. November 1902.
Großherzogliche Bürgermeisterei Reiskirchen.
Wagner. 7998
Bekanntmachung.
Der Boraufchlag der Gemeinde Reinhardshain pro 1903/04 liegt vom 21. November 1902 an acht Tage lang auf Großherzogl. Bürgermeistereibureau zu jedermanns Einsicht offen.
Reinhardshain, am 17. November 1902.
Großherzogliche Bürgermeisterei Reinhardshain. ______________Kornmann, Beigeordneter.__________7999 Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die
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Mtttwoch, den 19. November 8010
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