Ausgabe 
17.10.1902 Zweites Blatt
 
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Aus Stadt und Kaud.

In eingehender Verhandlung wurde hierauf da k V - ___ Ö C13 Atli k

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der die

gestrigen Parlamentsausgabe meldeten, bei Ruttershausen " - - ' , ist mit ge­

nügen.

Washington, 16. Ctt. Taö Kriegsdepartement ord­nete die Herabminderung der regulären Armee der' Vereinigten Staaten auf das gesetzliche Mi­nimum von 58600 Mann an .

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sestgestellte Programm finden unsere Leser im politischen TeA der heurigen Zeitung. D. Red.)

f. Grünberg, 15. Ctt. Unsere Bürgermeisterwahl findet nächsten Dienstag 'iatt Ta Bürgermeister Zimmer sich all- gemeiner Beliebtheit erfreut, so ist an die Aufstellung emefl Gegenkandidaten kaum zu denken. Voraussichtlich wird er einstimmig wiedergewählt.

g. Saasen bei Grünberg, 16. Ckt. Unser Schul­hausneubau ist im Rohbau fertig. Die Arbeiten am inneren Ausbau werden nächstes Jahr ausgesührt. Während das jetzige SchulhauS auf dem Veitsberg steht, wird der Neubau im Dorf errichtet.

§ Breungeshain, 14. Ctt. Ter hiesige Bürgermeister Fuchs stürzte in seiner Scheune von einer Leiter au5 be- trächtlicher Höhe zu Boden, wurde aber von seinem Sohne aufgefangen, der unten in der Tenne beschäftigt war. Er kam mit einer Verletzung an der Schulter davon.

-h- Burkhards, 14. Ctt Tas Pferd des Müllers B. von Kaulstos ging heute an einer abschüssigen Stelle vor dem Dorfe durch. Em Mann, der mttfuhr, sprang von dem Wagen, siel zu Boden und verletzte sich im Gesichte er­heblich. Die hier ansässige DekanatSkrankenschwesler legte den ersten Verband an. Eine starke Nachfrage herrscht zur Zeit nach Cb ft, Käufer kommen bis aus der Wcllerau. Gute Honigbirnen werden im Durchschnitt mit 66,50 Mk., Zwetschen mit 89 Mk., Brechäpfel mit 10 Mk., Schüttel­obst mit 8 Mk. per Zentner bezahlt. Der Zuckergehalt der Birnen und Zwetschen ist weit geringer als sonst.

Mainz, 16. Oft Ein schweres Rencontre fan^ in der verstossenen Nacht zwischen Schutzleuten und ver­schiedenen Gästen einer Wirtschaft statt. Die Wirtin Metzler auf der Löhrstraße bat in der verflossenen Nacht um polizei- liche Hilfe wegen mehrerer Gäste. Zwei patrouiUirenbe Schutzleute wurden hingesandt, die dann die speklakulirenden Taglöhner Krember, Weißmüller und Ctto gewaltsam au8 er Wirtschaft verbrachten. Auf der Straße versammelten sich nun eine Masse Nachtschwärmer, die gemeinschaftliche Sache mit den drei Hinausgebrachten machten und den Schutzleuten die Uniform vom Leibe rissen. Die Beamten mußten von ihrer Waffe Gebrauch machen und schlugen nun mächtig auf die Angreifer em. Inzwischen kamen zwei weitere Schutz­leute hinzu und eS gelang nun mit vereinten Kräften, die Gesellschaft auseinanderzusprengen und einige der Leute zu verhaften. Der Krember erhielt sehr erhebliche Säbelhiebe und mußte ins Rochushospital verbracht werden. Für die Beteiligten wird die Sache noch ein recht böseS Nachspiel vor Gericht haben.

-k- Mainz, 16. Oft Durch einen heute Abend in der Stadtverordnet en-Versammlung gefaßten Be­schluß ist der Stadt Mainz ein Droschkenkutscherstreik erspart geblieben. Bei einer durch die Vergrößerung dec Stadt notwendig gewordenen Reoisiion des DroschkentarifS sind seitens der städtischen Verkehrsdeputation verschiedene Aenderungen an dem alten Tarif vorgenommen worden, die neben einer teilweisen Erhöhung der Fahrtaxen aber auch allerlei Bestimmungen mit sich brachten, welche den Kutschern nicht genehm waren. Durch mehrfache mündliche Verhand­lungen zwischen Deputationen der Kutscher und Mitgliedern der Verkehrsdeputation wurde über alle streitigen Fragen eine (Einigung erzielt und der Streit beigelegt. In der gleichen Stadtverordnetensitzung wurde von sozialdemokrouicher Sette an die Bürgermeisterei die Anfrage gerichtet, ob sie für den Fall der zunehmenden Arbeitslosigkeit Vor­kehrungen für Notstandsarbeiten getroffen habe, welche Frage in bejahendem Sinne Beantwortung fand.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ernannt wurde am 11. Cftober der Gefangenwärter an der Zellenstrafanstatt Butzbach Ctto Winkler zum Gefangenaufseher an dieser Anstalt mit Wirkung vom 7. November d. I. Fn Freiburg i. B. erschoß sich der in Frankfurt a. M. geborene, im 35. Lebens­jahre stehende Referendar Benner. Der in seinem Be­kanntenkreise sehr beliebte junge Mann hatte vor Kurzem erst den Doktortitel erworben. In letzter Zeit war er gemütS- leidend und sollte in eine Wasserheilanstalt am Bodensee ge- bracht werden. AuS Verzweiflung darüber schoß er sich, nachdem er kaum eine Stunde vorher mit einigen Bekannten ju Mittag gegessen hatte, eine Kugel in den Kopf. Der Tod

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Gießen, 17. Cftober 1902.

Gedenktage Am 18. Cftober 1757 starb ausgezeichnete Physiker Reaumur. Seine Versuche über Verwandlung deS Eisens in Stahl leiteten ihn auf die Methode, Gußeisen in Schmiedeeisen umzuwandeln. Bei feinen Bemühungen, das japanische Porzellan nachzumachen, erfand er das nach ihm benannte matte Glas. Den größten Ruhm aber erwarb er sich 1730 durch Anfertigung seines Weingeistthermometers, deffen 80teUige Sfala noch jetzt bei-

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behalten ist.

-Die schriftliche juristische Fakultätsprüsung nimmt am 20. Cftober ihren Anfang. Zu derselben haben sich 53 Kandidaten gemeldet.

* Der Freisinnige Verein hält am Dienstag, den 21. d. M., eine außerordentliche Generalversammlung ab. Näheres ist aus dem Inseratenteil ersichtlich.

- Verhaftung. Es wird uns auS Frankfurt a. M. geschrieben: Der Kaufmann Rudolf Welkoborsky, welcher bis Anfang des Jahres unter der FirmaApparate- Fabrik" in Gießen ein Fabrikationsgeschäft zur Herstellung von AcetylenbeleuchtungS-Anlagen betrieb, dann in Konkurs geriet und mit Hilfe von Verwandten durch Zwangsvergleich mit 30 Prozent seine Gläubiger abfand, wurde gestern auf Betreiben der Gießener Staatsanwaltschaft in Frankfurt wegen grober Betrügereien, die er im Konkurs verübt haben soll, in Haft genommen. Nach Erledigung des Kon- kurses wurde das WelkoborSky'sche Unternehmen in eine Ge­sellschaft mit beschränkter Haftung verwandelt und nach Frank­furt verlegt. Welkoborsky ist inzwischen hierher nach dem Untersuchungsgefängnis in der Cstanlage eingeliefert worden. Wir hören ferner, daß W. außer den obengenannten noch schwreerer Vergehen beschuldigt wird. Welkoborsky hatte vor zirka 8 Jahren mtt anscheinend genügenden Mitteln sein Ge­schäft begründet.

Der Verbrecher, der, wie wir in unserer vor-

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werde.

Budapest, 16. Ctt Im Abgeordnetenhause brachte! der Landesverteidigungsminister Fejervary eine Gesetzes-^ Vorlage ein betr. Rekrutenkontingent unb zeit­weilige Inanspruchnahme der Ersatzreserve zur Ergänzung des Friedensstantos des Heeres und der Marine.

Belgrad, 16. Cft. Tas Königspaar langte von Risch hier an. In seiner Begleitung befand sich auch der russische Gesandte Tscharikow, rodd)cr gestern abend plötz­lich nach Nisch abreiste, angeblich mit wichtigen, die Reise des Königspaares nach Livadia betreffenden Mittell-

_ _____w___,____oGruppe der Frei

denker" hat sich eine parlamentarische Partei gebildet. Me Mttglieder der Linken werden zum Beitritt aufge-

Newyork, 16. Ctt. Einem Telegramm aus SSiHem- ., .

stad zufolge sind dort Nachrichten eingegangen, nack; welchen cimgtc man sich über die vorzuschlagenden 70 Wahl die Schlacht bei La Victoria (Venezuela 9JU)ntag ^änncv ->n eingehender Verhandlung wurde hierauf ba begann und fortbaucrc, ohne^ daß co äu_ einer xuirfficf)«! I r 0 Q va in m tm Verein mit dem Kandidaten N. Reinhart, Entscheidung tarn. 9h;vLt'lL^V^T.twp^Oc^foter "cichcm b« V-mand in bet neulichen Sizung eme Let. M7 Man ........ Äk itänb;8i.ng herbe.ge-ütztt hatte, »urchdeEn unblchU^

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trat sofort ein.

lieber Beamtenoereine beginnt die Hess. Beamtenzka. in der soeben erschienenen Nr. 2 einen sehr lesenswerten Artikel, der die Beachtung der beteiligten verdient. Auch im klebrigen ist der Inhalt wieder recht abwechselungsvoll: wir finden armenrecht­liche Entscheidungen, ein Verzeichnis offener -stellen u. ögL m. Auch diese neue Nummer beweist, daß ein Abonnement auf die . Zeiiung jedem hessischen Beamten von Nutzen ist. Probenummern find unentgeltlich vom Verlag, I. P. Strauß'sche Buchhandlung in Lncndach, zu beziehen.

Vermischtes.

Brunsbütteler Hafen, 16. Oft. Beim zweiten Feuerschiff Euxhafcn-Helgoland wurde ein Lootsenboot vom schwedischen DampferAron" angerannt. Em Lootse und ein Bootsmann ertranken.

' Hamburg, 16. Oft Die Hamburg-Amerika-Lime bestätigt die Nachricht, daß eine Anzahl -schauerleutc auf dem Dampfer Malaria * bei Brunshausen unter Vergif- tungssymptomen leicht erfranft und nach Hamburg transportiert worden sind. Zu einem von den -Lchauerleuten eingenommenen Mahle wurden etwa 5060 Tosen B ü chscn- fleisch benutzt. Ob die Erfrankungen hiervon herrühren, läßt sich nicht sagen. Die Entleerungen wurden noch gestern Abend dem hygienischen Institute überwiesen. Epidemie- oder infeftionSartig sind die Erfrankungen nicht. 2ms Hy­gienische Institut hat feine Jnfefttonsbazillen feststellen lönncn. Die Kranfen sind sämtlich außer Gefahr. Tellwetft find sie heute schon aus dem Kranfenhause entlasten, der Rest ivirt) morgen ebenfalls entasten werden. Die Untersuchung i'l noch nicht abgeschlossen. Bis diese beendet, ist an Bord derPatriciaE alles mtt Beschlag belegt. Nach den bis­herigen Feststellungen trifft Niemand cm Verschulden an den. Ertränkungen.

Wien, 17. Cft. Bei der Witfowitzer Steinkohlen- grubengefellfchaft (Besitzer Gebr. Guttmann u. Rothschild), wurde eine Tefraudation des langjährigen Kassierers Bekarek m Höhe von 156000 Kronen entdeckt. Bekarek ttegl im Kranfenhausc in Mahrisch-Qsttau schwer krank bat*

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Wien, 16. Cft. Justizminister L>pens ix Soeben Leichte sein Entlassungsgesuch em. Als Nachfolger wird Professor Lammasch genannt. Gerüchtweise ver­lautet, daß infolge der bedeutenden Verschärfung der Be­ziehungen zwi,chen den Juugczecheu und der Regierung auch der Minister Tr. Rezek zu demissionieren getonte. |

Me aus Triest gemeldet wird, wurde gestern das| Wappenschild des italienischen Konsulates mit Unrat b e s ch m u tz t ^gefunden. Ter italienische Konsul beschwerte sich beim Statthatter.

Tas Abgeordnetenhaus hat heute ohne Zwischenfall seine Sitzungen begonnen. Ter Finanzminister erstattete das Finanz-Expo ft. Sodann gab Ministerpräsi­dent v. Körber eine Erklärung über die BahnverstaM- lichungsfrage, die Sprachenfrage und ton Stand der Aus­gleichsfrage ab. Bezüglich des Ausgleichs mit Ungarn sagte Körber, die Regierung sei nicht in der Lage, trotzdem sie cd an Bemühungen nicht habe fehlen las, en, über ein posi­tives Resultat zu berichten, wenn auch ein solches nach Lage der Tinge nicht ausbleiben könne. Nach der Rede Körbers gab der Jungtscheche Tr. Pacak die Erklärung ab, daß Ministerpräsident v. Körber mit seiner Sprach en- fragen-Vorlage die Lage verschlimmert und daß die Feststellung der deutschen Staatssprache weder in diesem noch in einem andern Hause erfolgen

SHob e Janeiro, 16. Cft Im brasilianischen Parla­ment hielt tser Abg. Lima eine Rede, in der er erklärte, daß die südlichen Provinzen von Brasilien entnationalisiert seien, well die T e u t s ch e n auch in der zweiten Generativ noch Tentsche blieben, Deutschland als chr Vaterland be­zeichneten und die deutschen Nationalfeiertage begingen.

London, 16. Cft. (Unterhaus.) Tas Haus, das heute nachmittag wieder yifammengetreten ist, war stark besucht. Balfour brachte eine Resolution ein, durch welche den Regierungsvorlagen die ganze Session hindurch in jeder Sitzung der Vorzug eingeräumt werden soll. Im Laufe der Beratung des Antrages B. beantragen mehrere irische Ab­geordnete, daß Gelegenheit zur Besprechung der Lage in Irland gegeben werden sollte. Balfour sprach sich dagegen aus und beantragte Schluß der Besprechung, als sich der nationalistische Abg. John O'Tonnell erhob, um das Wort zu ergreifen. C Tonnell weigerte sich, sich wieder zu setzen, als der Sprecher ihn dazu aufforderte und sprach weiter unter großer Unruhe und Beifall bei den Iren. Er verließ die Bänke der Nationalisten und stellte sich, den Sitzungssaal durchschreitend, vor ton Premierminister hin, dem er den Schluß seiner Rede ins Gesicht schrie. ~ Man glaubte zuerst, er wolle Balfour thätlich an- aus dem Nacht-Schnellzug sprang, greifen. Tie übrigen Minister scharten sich um denselben, bischenem Genick tot liegen geblieben. Er war zu um ihn zu schützen. Balfour bewahrte während des ganzen Lj Jahren Zuchthaus verurteilt und sollte von Berlin nach Austrittes Ruhe. Nachdem C'Tonnell seine Rede beendet, Straßburg transportiert werden.

begab er sich zu den Bänken der Nationalisten zuruck uno Pferdemarktkommission. Im Kommissions-

ÄnÄ MÄÄ ÄS »immer »ürgerme.ftetei tagte am gestrigen Nachnmmg ausgeschlossen werben. Unter großer Erregung die fjicftge Pferden,arkt.Komm'ssI°n. Vor Eintritt m stimmte das Haus über den Antrag ab, der mit 341 gegen die Tagesordnung gedachte dieselbe Mit ehrenden Worten 51 Stimmen angenommen wurde. Taraus wurde der des verstorbenen langjährigen Kommissionsmitglicdes, Ltadt- Antrag Balfour betr. Verteilung der Geschäfte mit 262 verordneten Flett, an dessen Stelle einstimmig Stadtverord- gegen 145 Stimmen angenommen. neter Iughardt gewählt wurde. Dann nahm die Kommis-

Das Reuterscbe Bureau erhielt eine Mlltellung vom ^n den durch den Vorsitzenden, Stadtverordneten Kirch, Tschadsee, die brS Elche August reicht und aus der l gatteten Geschäfts-und Kaffenbericht entgegen. Der Markt hervorgeht, daß damals in Bornu und an der den tsch-1 >ic reine Einrichtungen erfreuen sich deS Beifalls der englisch cn Grenze alle s ru h r g war Tre Mit- Achter, Händler und Käufer, und bis auf Weiteres wird un^Äebt?4=^ibt^V »W unb Herbst ein Pferbe, und

in Tikwa bestehen die freundschaftlichsten Bezieh- Fohlenmarkt mit sich anschließender.Verlosung ftatt- unaen Ein neuer deutscher Poften ist zu Koserr, finben. Vorbehaltlich der Genehmigung des Ministeriums find gegenüber dem französischen Posten in Fort Larry, errichtet ft 20000 Lose in Aussicht genommen und es werden 10 worden. Zibevo, ein mächtiger Häuptling in Deutsch- Haupttreffer vorgesehen: 1. Preis 1 viersitziger Wagen nebst Bornu, der von einer deutschen Abteilung unter den über- Pft^ und silberplattiertem Geschirr, 1L Preis 1 Lauter- leutiiants Tominik und v. Bülow verfolgt wurde, tft auf bQ^er Wagen nebst Pferd und Geschirr, III. Preis 1 Reit­britisches Gebiet entkommen. Ipftrd nebst Sattel und Zaumzeug komplett, sowie weitere

Unter der BezeichnungGrupp^e der -1 ? ^^rde und Fohlen, landwirtschaftliche Geräte und Ge- branchsgegenstände. Als Tage der Abhaltung der n ä ch st- jährigen Pferdemärkte wurde der 25. März und 10. September bestimmt. Es sind wiederum ein Teil der Gewinne, darunter einige größere Treffer, nicht abgeholt worden. Die wiederholte Nachftage nach Losen aus den angrenzenden preußischen Bezirken sowie die Thatsache, daß des öfteren Prämien in die dortige Gegend bezahlt und Pferde von da­selbst wohnenden Händlern angekauft wurden, sind Veran­lassung, vorstellig zu werden, daß der Vertrieb der Lose auch in den angrenzenden nichthessischen Kreisen erlaubt wird.

Schenkungen. Im Lause des 2. und 3. Cnar= talS 1902 sind von dem Großherzog u. a. nachstehende größere Schenkungen bestätigt und hiernach die Ermächtigung zu deren Annahme erteilt worden. Schenkungen von Un­genannt an die evangelische Kirche zu Wallerstädten im Betrage von 20000 Mark und 10 000 Mark. Vermächtnis der Emma Herber zu Mainz an die katholische Kirche zu j St. Joseph daselbst im Betrage von 10000 Mark. Ver­mächtnis der Maria Braun, geb. Degen, in Chicago an die Gemeinde Bretzenheim im Bettage von 16 000Mk. Ver­mächtnis der C. Hensel Witwe zu Gießen an die Stadt Gießen un Betrage von 45 000 Mk. Vermächtnis des Bezlrks- gerichlsrats Dr. Arens zu Mainz an die Stadt Mainz un Betrage von 17 000 Mk. Vermächtnis des Rentners A. Krieger zu Laubach an das Johann-Friedrich-Stift daselbst un Betrage von 16 000 Mk. Vermächtnis der Frau Jako Dietrich Witwe Johanna Amelina, geb. Brazy, aus Mainj an die Stadt Mainz un Betrage von ungefähr 30000 Mk. Vermächtnis des Privatmanns Valentin Pfister in Mainz an die Stadt Mainz im Betrage von ungefähr 15000 Mk. Vermächtnis der Rentner Joh. Jakob Dietrich Eheleute zu Mainz an den Lokalgewerbeverein Mainz im Betrage von

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I9C6 tir Betrieb genommen werden, was eine vorherige Beschlußfassung toS Landtag- tn dieser Angelegenheit er-

Oldenburg, 16. Cft- Die Neuwahlen zum Landtage sind, wie schon gemeldet, zu Ungunsten der Agrarier ausg fallen. Den Vorteil haben die Sozialdemokraten, die sechs Vertreter in den 28. Landtag entsenden toeruen. Die Wahlen standen unter dem Eindruck des von den Liberalen erlassenen sog.Vareler Aufrufs", der diejenigen 19 von den 37 Abgeordneten des 27. Landtags auf den Index setzte, die für die Er­höhung der Zivilliste des Großherzogs gestimmt hatten. Die Stellung der Regierung ist unter diesen Um­ständen natürlich nicht leichter geworden. Insbesondere wird der Finanzminister einen schweren Stand haben.

München, 16. Cft Wie dieDonau-Ztg." sich schrei­ben läßt, wttd in Juristenkreisen Univerillätsprofessor Dr. Frhr. v. Stengel als künftiger Justizminister genannt Er liest an der Münchener Universität Staats­und Verwaltungsrecht, Äirchenrecht und Kolonialrecht. Auf dem Gebiete des Kolonialwesens ist er besonders thätig. Aus der Haager Konferenz war er deutscher Vertreter, ob­wohl er die Idee des internationalen Schiedsgerichtes aufs Entschiedenste beLämpft hatte. Seine rednerische Be­gabung müsse sich erst noch entwickeln und seine Ansichten über die Nichtig kett des Parlamentarismus, wie er sie im Kolleg zum Besten giebt, werde er wohl korrigieren müssen, meint dieDonau-Ztg.". Prof. v. Stengel stebt Mllte der Fünfziger und ist katholisch. (Sollle hier nicht am Ende eine Verwechselung mit dem Bundesratsbevoll­mächtigten Staatsrat v. Stengel vorliegen, welcher als künftiger Finanzminister genannt wird? D. R-)

Ausland.

300000 Mk.

" Zu den Landtagswahlen. Die Worms. Ztg. schreibt: Gestern Abend fand unter dem Vorsitze des Kom­merzienrats Trumpler eine Sitzung des großen Ausschusses des nationaUibcralen Vereins statt, in welcher der Vorschlag, den settherigen Landtagsabgeordneten R. Rein- hart bei der bevorstehenden Landtagswahl wiederum als Kandidaten aufzustellen, einstimmige Zusnmmung fand.